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oder in Sommerfrische, versäumen Sie sich bei An- ?en oder bei •spekteinforder- ’en auf die An- ren im Gießener seiger zu beziehen!
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Nr. U3
Dritter Blatt
163. Jahrgang
Gießener Anzeiger
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Seneral-Anzeiger für Gberheffen
Die „Kietzener Familienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kteisblatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 2ei1- lragen" erscheinen monatlich zweimal.
Samstag, 17. Mai 1913
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Drtickerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion: 112. Tel.-Adr.. AnzeigerGießen.
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Eine Mahnung an die serbische presse zur Mäßigung.
Belgrad, 16. Mai. Das amtliche Blatt „Samuprasva" verurteilt !die serbische Presse, die mit der bulgarischen in gegenseitigen Beschuldigungen und Ausfällen wetteifert und mahnt zur Mäßigung mit Rücksicht daraus, daß ein solcher Ton dem gegenwärtigen Stande der zwischen Serbien und Bulgarien schwebenden fragen nicht entspreche, und daß! das Bündnis noch bestehe. Das Preßbureau des Auswärtigen Amtes hat sämtliche Blätter aufgesordert, sich i it der Polemik gegen bulgarische Blätter h ä ß l i ch e r und beleidigender Ausdrücke zu enthalten, und dementiert bei dieser Gelegenheit auf das entschiedenste die aus bulgarischen Zeitungen in ausländische Blätter übergegangenen Sensationsnachrichten über angebliche Beschlüsse des Ministerrates gegen Bulgarien.
Die Friederisaudsichteir.
Wie das Reuter-Bureau am Freitag abend spät bet einer Anfrage im Auswärtigen Amte erfuhr, waren bis dahin noch keine Veranstaltungen für das Zusammentreten der Friedenskonferenz getroffen worden. Staatssekretär Grey, der London am Wochenschluß verläßt, wird am Montag zurückkehren, und Dienstag nachmittag wird die D o t s ch a f t e r v e r e i n i g u n g , wie bereits gemeldet, int Auswärtigen Amte eine Sitzung ab halten. Es wird erwartet, daß bis dahin alle Delegierten der Balkan- staaten in London eingctroffen sind, dann wird auch zu erfahren sein, welche Veranstaltungen beabsichtigt sind. Bis Freitag abend hatten die serbischen Delegierten, ebenso wie ihre griechischen Koklegen, keine Instruktionen zur Untevsck^reibung der Friedenspräliminarien erhalten.
Rach einer Pariser Blättermeldung hat der Vertreter Bulgariens auf der internationalen Finmtzkonserrnz, Finanzminister Theodor ow, auch die Aufgabe, in Paris über eine Anleihe von 200 bis 250 Millionen zu verhandeln.
Die Balkanpolitik iu der französische» Kammer.
Paris, 16. Mai. (Kammer.) @u eruier begrün-» dete. eingehend seine Anfrage über die Haltung Frankreichs in der Balkankrise und bedauerte, daß Frankreich an jener Aktion teilgenommen habe, um von der Türkei die Mtretung Adrianopels und von Montenegro die Rückgabe von Skutari zu verlangen. Robert David trat hierauf in warmeit Worten zugunsten der Ansprüche Griechenlands ein.
.Hierauf ergriff Pichon das Wort und gab eine ausführliche Darstellung der Balkankrise und betonte, daß die Tätigkeit Frankreichs von Anfang an darauf gerichtet war, unter den Mächten die Einigkeit aufrecht zu erhalten. Durch den Falt Skut aris, welcher allerdings mehr durch eine diplomatische als durch eine militärische Anstrengung erzielt worden sei (Lebhafter Beifall, Iaures ruft: 8000 Tote in den Zeitungen), sei die Lage sehr verwickelt worden. Man mußte energisch und rasch handeln. Wir kön- nen uns nicht genug beglückwünschen zu der Londoner Botschafter-Reunion, deren Vorsitzender Grey alles getan hat, um beit Frieden zu erhalten. (Lebhafter Beifall.), Pichon erwähüte sodann die Petersburger Botschasterkouferenz, an welcher De le ass 6 wesentlich mitgewirkt habe, um eine Verständigung zwischen Bulgarien und Rumänien herbeizuführen.' Die Krise, welche' Europa bedroht habe, sei beendet. Tie verdienstvolle Weisheit Oester- re i ch-U n garn s, die friedlick)e .Haltung Rußlands und die friedliche Gesinnung Europas haben zu diesem Ergebnis hervorragend beigetragen. Frankreich hat darauf unaufhörlich seine Politik der Einigkeit, der Eiutracht, des Fortschritts und des Friedens begründet. Tas Ziel dieser Politik sei jüngst von Leon Bourgeois trefflich mit den Worten gekennzeichnet worden: Man müsse trachten, daß Europa von einer Seele erfüllt sei, daß eS eine moralische Person werde, das Recht verteidige und seine Pflicht erfülle. Diese Politik werde Frankreich fortsetzen und im Einklang mit seinen Freunden und Verbündeten seine Interessen wahren, eine Politik der Mäßigung und der Versöhnlichkeit befürworten, in dem es den begründeten Rechten der Balkanverbündeten Rechnung trage und die wirt schaftliche Entwicklung der Türkei fördere. (Lebhafter Beis.)
Denis C v ch i m erklärte, Frankreich tnöge seine alten Rechte im Orient wahren und wies dabei auf oic gegenwärtigen Verhandlungen Englands mit der Türkei hin, die angeblich mit der Zustimmung Deutschlands geführt werden. Er sei dafür, daß Deutschland [eilt mit der Bag - dadbahn verbundenes Werk zu gutem Ende führe, aber Frankreich?, dürfe dabei nid) t leer ausgehen. Man lege d u r d) die militärischen Rüstungen dem Volke große Opfer auf und müsse ihm dafür auch etwas bieten. Im übrigen hege er die Ueberzeugnng, daß der kriegerische Geist der europäischen Völker sich nicht in Europa selbst, sondern zur Verbreitung der Zivilisation in Asien und Afrika betätigen werde.
Der Minister des Lleußern P i ch o n erwiderte, die Kammer möge versichert sein, daß die Regierung die moralischen mb wirtschaftlichen Interessen nicht vergesse, weder in Syrien nock) sonstwo in einem Teile der asiatischen Türkei. (Lebhafter Beifall.) Darauf wurde eine die Erklärung der Regierung billigende V e r tr auen st a ges vr d n u u g einmütig durck) Handaufheben angenommen.
Aus Skutari.
Berlin, 17. Mai. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Skutari: Rach Abreise der Kommandanteu wird unter einem englischen Kapitän eine vorläufige Verwaltung eingerichtet werden, der von jeder Ration der erste Offizier angehört. Auch konstituiert sick) eine Art von
Parlament zunächst für die Stadt. Daneben steht gleichsam als Mentor der Rat der ersten Offiziere. Ter von den Vertretern der Stadt vorgeschlagene neue Zolldirektor für Albanien wurde gestern dem Kommandanten vorgestellt. Die zahlreich eintreffenden Malissoren lassen sich 'willig ent- lvaffnen.
Eine amtliche Mitteilung über die deutsch-englischen Kragen bezüglich der Bagdad-Bahn.
Von Iber „Rordd. Alla. Ztg." hören wir die erfreuliche Nachricht, daß das deutsche Auswärtige Amt mit Entschiedenheit darauf einwirken wird, daß bei dem neuesten englisch-türkischen Mkommen die deutschen Interessen nicht zu lurz kommen. Im übrigen bestätigt die amtlick)e Mitteilung unsere gestrigen Veröffentlichungen:
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Tic bereits vor zwei Jahren eingeleiteten Verhandlungen zwischen E n g- 1(1115 und der Türkei über die Fragen bezüglich des Persischen Golfs sind in den letzten Wochen ihrem Absckstuß nahe gebracht worden. Die hierdurch berührten deutschen Inier- essen besteh.n in der Hauptsache aus der deutschen Beteiligung an der Bagdad-Bahn. Die deutsche Gruppe, welche im Bagdadbahnunternehmen die führende Stellung einnimmt,hat, soweit die Interessen und Rechte der Bagdad-Eisenbahngesellsäfast in Betracht kommen, im März 1911 bei dem Msclstuß der Finanzverträge über den Weiterbau der Bahn bis Bagdad und bei teilung der Konzession für die Zweiglinie nach Alexandrette und den Häfen von ^ltexandrette den Weg für eine britisch- t ü r ki s He V e r st ä u d i g u n g sr e i g eina cht, und dies in der richtigen Erkenntnis, daß die Verständigung zwischen England und der Türkei über die seit Jahrzehnten umstrittenen Fragen am Persischen Golfe und H-cmd in Hand damit die Verständigung zwischen Deutschland und iSnglanb hinsichtlich der mit der Bagdad- bahn z-usammeiihängenden wirtschaftlichen Fragen, ein schweres Hindernis für die Vollendung dieses KulturwerleS beseitigen und die großen wirtsdxiftlichen Zwecke, die allein auf deutscher Seite von Anfang an Mit diesem Unternehmen verfolgt wurden, in hohem Maße fördern werde. Die deutsche Gruppe hatte sich damals im Prinzip d-amit einverstanden erklärt, daß die der Bagdadbahngesellschaft zustehenden konzessionsmäßigen Rechte, soweit sie sich auf das Gebiet südlich von Bagdad beziehen, ganz oder teilweise auf die neuzubildende türkische Gesellschaft mit internationaler Kapitalbeteiligung übertragen werden sollten. Die Bedingungen für diese lieber tragung und die Regelung aller Einzelheiten wurden ausdrücklich späteren Vereinbarungen zwischen der türkischen Regierung und der Bagdad-iEisenbahngefellschaft Vorbehalten.
Soweit die auf Grund dieser Erklärung angebahnte Verständigung zwischen England und der Türkei die Interessen und Rechte der Bagdad-Eisenbahn berührt, kann er nur unter Z u - stimmung der Gesellschaft und angesichts der großen wirtschaftlichen Bedeutung des Unternehmens nur unter Z u - stimmung der deutschen Regierung perfekt werden, lieber die englisch-türkischen Verhandlungen wird sowohl die deutsche Regierung wie die interessierte Gesellschaft auf dem Laufenden gehalten. Der bisherige Gang der Verhandlungen berechtigt zu der Annahme, daß das «Ergebnis auch von deutscher Seite als befriedigende Lösung ausgenommen werden kann. Immerhin wird, ehe die deutschen Interessenten und die deutsche Regierung ihre Zustimmung geben können, ein weiterer Meinungsaustausch erforderlich sein, durch den die deutschen Intere.ssen in einwandsfreier Weise gewahrt und für etwaige deutsche Zugeständnisse gleichwertige Leistungen sichergestellt werden.
Mehr kann über den augenblicklichen Stand der Angelegenheit, ohne die Verhandlungen zu stören, nicht gesagt werden und ist auch von den an den Verhandlungen beteiligten auswärtigen Instanzen offenbar nicht gesagt worden. Die Mitteilungen, die bisher den Weg in die Presse gefunden haben, sind teils unvollständig, teils unrichtig, also nicht geeignet, eine Grundlage für die Beurteilung der Wmachmigen zu bilden.
Pnnz-yeiimchMig.
K arlsruhe, 16. Mai. Auf dem hiesigen Flugplatz begann pünktlich um 5 Uhr der Start zum Aufklärungsflug nach Pforzheim. Als erster startete Pretzell. Es folgten in kurzen Zwischenräumen bis 5.54 Uhr Donnevert, Beauelin, v. Hiddessen, Cörper, Thelen, Beaulieu. (Ketzer, Schulz, Schlegel, Schmaickalh, Canter, Ioltz, Engwcr, Zwickau, Carganieo, Barends, Frbr. v. Haller, Täufer!, Wulff, Eckhardt und als letzter Frhr. v. Thüno. Im ganzen starteten 22 Flugzeuge. Rach einer um 6.20 Uhr ein« getroffenen Meldung mußte Pretzell bei Vaihingen a. b. Enz eine Rotlandung vornehmen. — Das Luftschiff „S achse n" traf von Baden-Oos kommend um ■* .,5 Uhr über dem Exerzierplatz ein, wo es lange Zeit kreuzte, um sich dann gleichfalls an dem Aus- klärungsflug nach Pforzheim zu beteiligen.
Pforzheim, 16. Mai. Von Karlsruhe kommend landeten hier vorschristsmäßig Leutnant Cörper 6.34 Uhr, Leutnant Beaulieu 6.36 Uhr, Thelen 6.55 Uhr, Leutnant Carganieo 6.58 Uhr, Täufert 7.12 Uhr, Schmai.lall) 7.15 Uhr, Barends 7.16 Uhr, Leutnant Zwickau 7.09 Uhr, Donnevert 7.12 Uhr, Schlegel 7.06 Uhr, Eltgwer 7.33 Uhr, Ioly 7.38 Uhr, v. .Hiddessen 7.44 Uhr, Thüna 7.28 Uhr, Haller 7.45 Uhr, Canter 7.52 Uhr. Auch Leutnant Geher ist gelandet. Oberleutnant Erhardt mußte in Vaihingen eine Notlandung vornehmen infolge Zhlinderbruchs. Er ist im Automobil in Pforzheim eingetroffen. Leutnant Schulz ist bei Groß-Glattbach gelandet.
Pforzheim, 16. Mai. Prinz Heinrich von Preußen ist um 10.05 Uhr nach Straßburg zum Diner beim kaiserlichen Statthalter abgereist. Hier liegen noch drei Flugzeuge, und zwar die von Zwickau, Täufert und Schulz.
Pforzheim, 10. Mai. Leutnant Zwickau ist hier angenommen, hat aber einen Benzintaul-Tesekt erlitten und will erst heute abend nach Straßburg weiterfliegen. Oberleutnant Täufert, der um 8.07 Uhr hier abfuhr, hat ganz in der Nähe einen Zylinderbruch erlitten. Leutnant Wulff ist nicht eingetroffen; er ist in Ftarlsruhe ausgestiegen, ober gleich wieder gelandet. Leutnant Schulz, der in Großglattbach Defekt gehabt hatte, ist um 9.25 Uhr in Pforzheim eingctroffen, aber ohne Begleitoffizier, weil der Motor nicht mehr trug.
Pforzheim, 16. Mai. Leutnant Täufert, der heute früh, wie gemeldet, einen Motordefert erlitten hatte, hat abmontiert und fährt mit der Bahn nach Straßburg. — Leutnant Erhardt, der nach seiner Notlandung seinen Apparat wieder aufmontiert hatte, wollte von Vayingen an der Enns aus weiter fliegen, mußte aber
alsbald wieder landen, wobei sein Apparat zertrümmert wurde. Er fährt mit der Bahn nach München zurück.
Karlsruhe, 16. Mai. Der Flieger Wulff, der heute morgen bei einer Fahrt zur Aufklärungsübung bei Pforzheim nicht kommen fonntc, beabsichtigt morgen früh, bei günstigeren Windverhältnissen als heute abend, von hier direkt nach Straßburg zu fliegen.
Straßburg i. Els., 16. Mai. Zu bet Aufklärungsübung bei Pforzheim waren heute früh von 5.20 Uhr ab in Karlsruhe 23 Flieger aufgeftiegen, die in kurzen Zwischenräumen einander folgten. Um 7.45 Uhr ist der erste von den Fliegern in Straßburg angekommen und auf dem Polygon gelandet. Bis 10 Uhr sind noch weitere 16 Flieger hier eingctroffen. Die fehlenden sechs Flieger sind teils wegen Motordefektes, teils wegen Benzinmangels noch unterwegs, sie werden zum Teil für heute nachmittag hier erwartet.
Straßburg i. Els., 16. Mai. Als erster kam um 7.43 Uhr Oberleutnant v. Beaulieu in Sicht und landete auf dem Flugplatz Polygon um 7.45 Uhr glatt vor dem Schuppen der Flieger- station. Als zweiter traf Leutnant Cörper um 8.11 Uhr ein. Dann folgten fast gleichzeitig 8.15 Uhr Ingenieur Thelen und Leutnant Carganieo. Um 8.25 Uhr landete Leutn. K a ft n e r, der außer Konkurrenz direkt von Karlsruhe hierher geflogen ist. Ferner sind gelandet: Ingenieur Sch l«g el um 8.40 Uhr, Leutn. Geyer um 8.47 Uhr, Leutnant Ioly 9.05 Uhr, Leutnant v. Hiddessen 9.05 Uhr, Oberleutnant Barends 9.16 Uhr, Oberleutnant Donnevert 9.18 Uhr, Leutnant S Hm a i cka l y 9.27 Uhr, St. v. ö all er 9,23 Uhr, Lt. v. Thüna 9.29 Uhr, Leutnant Engwer 9.46 Uhr, Leutnant Canter 9.35 Uhr. Um V29 Uhr traf der kaiserliche Statthalter Graf v. Wedel mit seinem Adjutanten auf dem Flugplatz ein, wo n. a. auch Staatssekretär Freiherr Zorn v. Bulach und der Polizeipräsident erschienen sind. Das Wetter ist prächtig.
Straßburg, 16. Mai. Von den sieben bisher noch nicht eingetroffenen Fliegern sind aus dem Flug ausgeschieden Koch, der sich in Karlsruhe befindet, Erhardt, der in Enz-Weihingen sein Flugzeug abmontiert, und Täufert. der in Pforzheim feinen Apparat abbaut. Schulz, Pretzell und Zwickau befinden sich sämtlich noch in Pforzheim: sie haben den Weiterflug nach Straßburg auf den Abend verschoben. Von der Strecke wird gemeldet: Der Begleitwagen Rr. 8 für Oberleutnant Donnevert, in dem sich Oberleutnant Renk befand, erlitt bei Scherzheim einen Unfall. Das Auto stieß mit einem Müllorwagen zusammen und geriet in den Graben. Die Insassen kamen ohne Schaden davon.
Straßburg, 16. Mai. In militärischen Kreisen ist man mit dem Ergebnis der heutigen Aufklärung bei Pforzheim und Ludwigsburg sehr zufrieden. Unter Annahme feldmäßiger Verhältnisse waren die Bedingungen und Durchführung zum Teil recht schwierig. (Landung auf einem frischgepflügten Sturzacker, Entwurf einer Kartenskizze an Bord des Flugzeuges und bergt.) Von einem Felde von 23 Flugzeugen des heutigen Startes befanden sich bereits vor 10 Uhr 17 ohne Unfall hier: drei weitere Flugzeuge werden ziemlich sicher heute abend hier erwartet.
Karlsruhe, 16. Mai. Der Start zu der für morgen geplanten Erkundungsübung Freiburg—Reubreisach ist nunmehr endgültig auf 4 Uhr früh angesetzt. Die ganze Flugstrecke beträgt für morgen 220 bis 330 Kilometer. Bei schlechtem Wetter fällt die Hebung aus. Prinz Heinrich von Preußen wird im Luftschiff von Freiburg nach Neubreisach fahren, lieber die Kriegslage besagt ein Anschlag der Oberleitung: Stärkere rote Kräfte sind gegen den Oberrhein vorgegangen. Neubreisach wurde auf dem linken Rheinufer eingeschlossen und auf der Süd- und Westfront angegriffen. Die bei Eichwald-Neucnburg auf das rechte Rheinufer lyinübcrgcfübrtcn roten Kräfte wurden bei Freiburg durch blaue Truppen geschlagen, konnten sich aber südlich des Neumagen und Möhlinbaches anscheinend in der Linie Hartheim—Stauffen festsetzen.
— Ter Archivar und Bibliothekar in Wernigerode Archivrat Dr. theol. et phil. Eduard Jacobs feiert am 20. ds. feinen 80. Geburtstag.
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