Ausgabe 
19.8.1913 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Eine Untersuchung der französischen Regierung über die Gräuel auf dem Balkan.

' Paris, 18. Aug. Ter Minister des Aeußern Pichon den Brief des Abgeordneten George Berry, der die fran­zösische Regierung zum Protest gegen die durch die bul­garischen Truppen verübten Grausamkeiten auffordert, durch einen Brief erwidert, in welchem es heißt: Sobald die französische Regierung durch die Berichte von Augenzeugen 'und die Proteste der griechischen Regierung Kenntnis von den Tatsachen erhielt, hat sie nichts versäumt, um gegen die barbarischen Praktiken, welche keinerlei Kriegsnotwen- digkeit rechtfertigen, aufzutreten und nicht aufgehört, die Aufmerksamkeit der bulgarischen Regierung darauf zu lenken, welche Verantwortlichkeit sie auf sich iübe, wenn sie die Greuel begünstige oder vorschütze, sie nicht zu kennen. Die Regierung hat dem Legationsrat Du Halguet von /der Gesandtschaft in Atehn und dem Oberleutnant Lepidi Auftrag zu einer Untersuchung an Ort und Stelle über die von Bulgaren an der wehrlosen Bevölkerung in Mazedonien verübten Greueltaten gegeben. Der Bericht ist mir noch nicht zugegangen, aber ich habe Grund, zu befürchten, daß er die Klagen, mit denen die öffent- , liche Meinung beschäftigt worden ist, bestätigen wird.

Ich behalte mir vor, zu prüfen, welche Folge die Ergebnisse der Untersuchung haben werden, deren Veröffent­lichung zweifellos den w i r k s a m st e n P r o t e st gegen die von den Bulgaren verübtenGreucl- taten bilden werden. Uebrigens hat die bulgarische Regierung ihrerseits zu wiederholten Malen Gewalttaten zur Anzeige gebracht, zu denen sich griechische und türkische Soldaten gegen die bulgarische Bevölkerung in den von ihnen besetzten oder wiederbesetzten Gebieten hinreißen ließen. Daraus geht leider hervor, daß im Laufe des letzten Krieges alle Krieg führ end en , welchem Volke sie auch a n g e h ö r t e n , allzu oft die Gesetze der Menschlichkeit du r ch Grausamkeiten verletz­ten, welche weder der Wunsch des Sieges noch die Ver­zweiflung der Niederlage rechtfertigen können.

Das französische Vorgehen, das sich ganz von bureau- kratischen Bedenken fernhält, verdient vollste Sympathie!

Deutsches Resetz,

Besuch des Prinzen von Wales in Deutschland.

DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Berlin: Die eng- lrsche Botschaft in Berlin teilt mit: Der Prinz von Wales wird bis zum 30. August am Hose von Neu-Strelitz ver­weilen, am Abend des 30. August nach Berlin fahren und in der Botschaft absteigen, am 31. August in das königliche Schloß übersiedeln, um als Gast des Kaisers bis zum Abend des 1. September dort zu verweilen. Am Abend des 1. September reist öcr Prinz nach Friedrichshafen zum Besuche des Königs von Württemberg ab und trifft von dort am 3. September in Sigmaringen ein. Nach Schluß der dortigen Hochzeitfeierlichkeiten kehrt der Prinz direkt nach England zurück.

Die Reichstagsersatzwahl in Rastatt-Bühl.

Das Zentrum lfrat im 8. bäuerischen Wahlkreis, Rastatt-Baden, als Kandidaten für die bevorstehende Reichstagsersatzwahl den Amtsgerichtsdirektor G i e ß l e r - Mannheim in Aussicht ge­nommen.

Arrslanv.

Mitglieder des Deutschen Flotten Vereins in Stockholm.

DerBerliner Lokalanzeiger" meldet aus Stockholm: Groß­admiral von K ö st e r ht mit mehreren hundert Mitgliedern des Deutschen Flottenvereins an Bord desGroßer Kurfürst" zum Besuche in Stockholm eingetrosfen, ebenso Prinz Circa von Siam mit Familie und Gefolge.

Die Forderungen der Deutschen Böhmens.

Eine Resolution, welche der deutsch-böhmische Vertrauens­männertag am Sonntag einstimmig angenommen hat, besagt: Das deutsche Volk Böhmens erwartet von dem deutschen Na- tronalvcrband eine energische Betätigung in dem Sinne, daß er aus der gegenwärtigen Regierungsmajorität austritt und in schärfster Weise gegen die Regierung Stellung nimmt, bis die berechtigten Forderungen der Deutschen Böhmens erfüllt sind. Von den deutschen Abgeordneten Böhmens erwartet der Ver- trauensmännertag, daß sie auf alle Fälle in die schärfste Oppo- sition treten. Ferner wurde eine Entschließuna Langenhan über die auswärtige Politik angenommen. Diese Entschließung bezeichnet die Erfolge der auswärtigen Politik als unerfreulich und erklärt, daß nur eine auswärtige Politik, welche neben der Wahrung der Großmachtstellung und der Bündnisse des Reiches die Be­dürfnisse der erwerbenden Bevölkerung in vollstem Maße berücksich­tige, den berechtigten Wünschen der Deutschen Böhmens ent­sprechen könne. Da der in der letzten Zeit eingeschlagene Weg der äußeren Politik dies nicht berücksichtige, könne die Versammlung der auswärtigen Politik der Monarchie kein Vertrauen cntgegen- bringen.

Eine Neuordnung im Zerusprechwesen.

Aus Frankfurt a. M. wird uns berichtet:

Nach dem Vorbild Berlins tritt zu Anfang des nächsten lFahres im hiesigen Fernsprechverkehr eine durchgreifende 'Neuordnung ein. Tie bisherigen Bezeichnungen ^,Amt 1" undAmt 2" fallen fort, an ihre Stelle tretenAmt Hansa" undAmt Taunus". Ersteres wird alle Teilnehmer finit Pauschalgebühren, letzteres alle mit Grundgebühren vereinigen. Keins der Aemter wird mehr als 10 000 Teil­nehmer haben; wenn diese Zahl überschritten ist, wird ein drittes AmtRömer" eröffnet. Ferner erhalten die Teil­nehmer mit mehreren Anschlüssen diese nebeneinander liegend, z. B. 101105, 151116 usw. .Hierdurch wird für die Beamtinnen und vor allem auch für die Teilnehmer eine bedeutend schnellere Abwicklung des Verkehrs ermög­licht, da die Beamttn ohne weiteres befugt ist, statt der verlangten, aber besetzten Nummer sofort die daneben lie­gende zu nehmen. Für die bessere Ausbildung der jungen Beamtinnen wird ein F e r n s p r e ch - S ch u l a m t einge­richtet, in dem durch Lehrerinnen theoretischer und pr'ak- tischer Unterricht erteilt wird. Tie gesamte Anlage wird von den deutschen-Tetephonwerken ausgeführt; sie enthält, wenn sie in vollem Betrieb ist, 80 Schränke mit je 10 000 Klinken. Tie Zahl der Relais beträgt 30 000. In der Haupt­verteilungsstelle sind 22 000 Sicherungen vorhanden. Tie Aemter werden rund 900 Beamtinneri beschäftigen. In zwei Jahren wird auch mit dem Neubau des Fernamts be­gonnen, der jedenfalls an der Peripherie der Stadt seinen Platz erhält. Auch die neuen StadtämterHansa",Tau­nus" undRömer" können nur wenige Jahre noch im Hauptpostamt an der Zeil verbleiben, sie werden dann gleichfalls aus dem Innern der Stadt entfernt.

Aus Stadt und

D Gießen, 19. August 1913.

Der Güterbahnhof Gießen

sollte nach der Seite der Lahn hin umfassend erweitert werden, so konnten wir vor einigen Monaten berichten. Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, daß auch nach Herstellung iber Verbindung der Main-Weserbahn mit der Lahntalbahn

über Klein-Linden der Bahnhof Gießen dem täglich wach­senden gewaltigen Güterumschlag nicht mehr entspricht. Man war endlich, von dieser Erkenntnis durchdrungen, zu dem Entschluß gekommen, in Gießen ganze Arbeit zu schaffen und den Güterbahnhof durch Vermehrung von Rangier­gleisen erheblich in der Breite auszudehnen und durch prak­tische Anordnungen, Verlegung des Güterschuppens usw., auch für den vermehrten Personenzugverkehr Raum zu schaffen. 9hm hört man aber, daß die obere Eisenbahn behörde den großzügig gedachten Bahnhofserweiterungs­plan hat fallen lassen und die Absicht hat, einen Teil des Rangiervcrkehrs von Gießen nach Wetzlar zu verlegen. Ein kleinerer Teil davon soll nach Lollar verlegt werden. Airs Beamtenkreisen hören wir, daß, wenn diese Maßnahme durchgeführt wird, etwa 100 Ve- amten-Familien ihren Wohnsitz aus Gießen verlegen müssen, ivodurch die steuerlichen Interessen des hessischen Staates und der Stadt Gießen erheblich berührt werden. Es ist auch kein Geheimnis, daß der Eisenbahnfiskus sich in Wetzlar- Garbenheim noch umfassendes Gelände ztir Ausdehnung seiner dortigen Vahnhofsanlagen für billiges Geld gesichert hat. Erweist nun der Versuch, daß die Verlegung eines Teiles des jetzt in Gießen sich abspielenden Rangierverkehrs nach Wetzlar zu machen ist, so werden auch weitere Teile dieses Verkehrs auf das preußische Gebiet verlegt wer­den und aus den hundert von Gießen abziehenden Familien werden mit der Zeit mehrere hundert Familien werden. Gegen diese Schädigung der Stadt Gießen und des hessischen Staates müßte beizeiten energisch etwas geschehen! Es ist doch wohl anzunehmen, daß der zwischen Hessen und Preußen abgeschlossene Staatsvertrag wegen der Eisenbahngemein­schaft der hessischen Staatsregierung eine Handhabe bietet, sich gegen die Verringerung eines wesentlichen Teiles von Eisenbahnbeamten in Gießen zu wehren. Mit dem Fort­ziehen so vieler Menschen von hier nach Wetzlar werden auch die Interessen vieler Gewerbetreibender in unserer Stadt verletzt. Die Stadtverordnetenversammlung kann also eigent­lich gar nicht umhin, unmittelbar nach den Ferien zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen.

$

'* Der Großherzog wird am Mittwoch weder Audienzen erteilen noch Meldungen entgegennehmen.

** Personalien. Der Großherzog hat dem Ober­lehrer an der Volksschule zu Worms Rektor Philipp Hembel anläßlich seines 60jährigen Dienstjubiläums die Krone zu dem Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps bc5 Großmütigen verliehen. Negierungsbaumeister Karl Röhr ich in Darmstadt wurde zum Hauptlehrer an der Landesbaugewerkschule in Darmstadt ernannt.

** Der 2 000000ste Besucher der Internatio­nalen Baufa ch- Aus stellun g in Leipzig, dem ein wertvolles Andenken zugesichert war, ist ein Gießener. Schreinermeister Georg Haubach hier ist der Glückliche. Das Andenken besteht in einer goldenen Uhr von hohem Wert.

** Unser lKaiser-Wilhelm-Regiment hat heute früh 7 Uhr die Garnison verlassen, um ins Manö­ver aUszurücken. Zunächst begHt sich das Regiment nach dem Uebungsplatz 'bei Griesheim, wo es bis zum 26. August verbleibt. Am 27. August geht es ins Manövergelände. Der Regimentsstab und der, Stab vom 3. Bataillon kom­men nach Flieden, die einzelnen Kompagnien kommen in die Orte Schlüchtern, Flieden, Rückers, Elm, Wallroth, Hut­ten, Kruzelbach und Haid. Am 1. September beginnt das Brigadeexerzieren int Verein mit den llöern und 168ern. Am 2. September beginnen die eigentlichen Mcknöver, am 17. September sind sie schon zu Ende. Die 9. Kompagnie geht nach dem Manöver nach Friedberg und bezieht einen Teil der früher Helmoltschen Hofreite.

" Der Turnverein Gießen 1 846 veranstaltete am vergangenen Sonntag mit seinen Schülern, Zöglingen und aktiven Turnern einen Turn gang. Der Weg führte zunächst nach Klein-Linden, von wo nach dem Bergwerks­walde abgeschwenlt wurde. In Anbetracht dec ungünstigen Witterung und mit Rücksicht auf die Schüler wurde be- chlossen, die Wanderung nicht weiter auszudehnen, sondern den Vormittag im Walde zu verleben. Hier wechselten in bunter Reihenfolge Spiele mit volkstümlichem Turnen. Um 1O72 Uhr wurde der Rückweg angetreten. Eine gut ge­lungene photographische Aufnahme wird für alle Turner eine chönc Erinnerung bleiben. Der nächste Turngang findet in etwa drei Wochen statt.

Landkreis Gietzen.

-1. Grün berg, 18. Alig. Zum erstenmal wird diesen Herbst mit dem altbekannten Gallusmarkt, 15.18. Oktober, eine Verlosung von Vieh und Geräten verbunden. Die Lose erfreuen sich eines guten Abganges.

Kreis Lauterbach.

= Frischborn, 17. Aug. Tie Frau eines hiesigen Landwirts kam beim Tickwurzmahlen mit der einen .Hand in die Tickwurzmühle. Dabei faßten die Haken der Welle die Hand und zerrissen sie.

----- H eb los , 18. Aug. Gestern hielt der hiesige Krieger­verein seine diesjährige Gravelottefeier zur Ettnne- rung an den Tag der Schlacht bei Gravelotte ab. Zu diesem Zwecke veranstaltete der Verein.ein Preisschießen auf dem Alten Berge" bei Lauterbach.

Kreis Schotten.

Ober-Seemen, 17. Aug. Heute fand die Einweihung unseres Kriegerdenkmals statt. An 20 Kriegervereine und viele Bewohner der Umgebung hatten sich dazu eingefunden. Lehrer Keller von Ober-Seemen begrüßte die Festteilnehmer. Hier­auf trug der hiesige MännerchorHeimkehr" vor. Gi r a f Kuno v o n Ortenberg brachte nach einer kernigen Ansprache das Hoch auf den Kaiser und Großherzog aus. Hierauf sang der Gemuckte Chor von Ober-Seemen dasNiederländische Dank- 6,ebet". ^ie Weiherede hielt Pfarr.r Repp von Ober-Seemen. Zehrer ^Keller übergab Herum Bürgermeister Peppel das er en km ül. -ta§ von Oberamtsrichter Tr. Pusch von Ortenberg gedichtete Werhelred: Hestenlöwe, mächtig klingt zu dir empor usw. wurde von dem Mannerchor wirkungsvoll zu Gehör gebracht. Nach Beendigung des Festzuges hielt Kreisrat Dr. Kranz- bi, hl er eine begeisterte Ansprache, die mit einem Hoch auf unser deutiches Vaterland endete. Am Abend führte am Denkmale der Turnverein Ober-Seemen bei bengalischer Beleuchtung noch einige Hebungen auf.

Starkenburg und Rheinhessen.

m Offenbach a. M., 19. August. Rach den Bestim­mungen der Reichsversicherungsordnung ist nunmehr der Orts lohn für die gewöhnlichen Tagarbciler vom Groß­herzoglichen Oberversicherungsamt festgesetzt worden. Der

neue Ortslohn, unter dem man bei der bisherigen Bezeich­nung den ortsüblichen Tagelohn zu verstehen hat, und der am 1. Januar 1914 in Kraft tritt, beträgt für männliche Versicherte über 21 Jahre 3,80 Mk., weibliche 2,80 Mk., für männliche von 1621 Jahre 3 Mk., weibliche 2 Mk und für männliche Versicherte unter 16 Jahren 2 Mk., weibliche 1,50 Mk. Für die Versicherten im Alter von 16 bis 21 Jahren sind erstmalig besondere Sätze eingesührt worden.

Hessen-Nassau.

[] Frankenberg, 18. Aug. Die Ortspolizeibehörden sind vom Landratsamt angewiesen, mit Rücksicht auf die un­günstige Witterung an den Sonntagen im August und Sep­tember ds. Js. den Landwirten die Erlaubnis zum Einfahren der Ernte während der kirchenfreien Zeit zu erteilen.

h. Homburg von der Höhe, 18. Aug. Ein inter­nationaler Hoteldieb scheint gegenwärtig in ben Taunusbäbern mit Erfolg Gasttollen zu geben. In ber letzten Woche wurden in Vad-Mauheim Juwelen im Werte von 5000 Mark gestohlen, und in der vergangenen Nacht in Ritters Parkhotel einem Kurgast Juwelen im Wette tmn mehr als 30 000 Mark. Wahrscheinlich kommt in beiden Fällen der gleiche Täter in Betracht.

h Frankfurt a. M., 18. Aug. Frankfurts be­kanntester Arzt, Dr. Theodor Neubürger, war heute abend der Gegenstand besonderer Ehrungen im hiesigen ärztlichen Verein In einer stark besuchten Festsitzung, der Professor Dr. Flesch präsidierte, wurde das diamantene Doktorjubiläum des greisen Arztes in hochanerken­nender Weise gedacht. Dr. Neubürger wurde am 16. Oktober 1830 in Düsseldorf geboren, promovierte 1853 in Berlin und wirkt seit 1857 in Frankfurt als Arzt. Als solcher erwarb er sich durch seine ausgezeichneten Erfolge eine überaus große Praxis und das Vertrauen un­gezählter Bürger der Stadt. Gleich erfolgreich war Neu­bürgers Wirken im Stadtparlament. Bei seinem gol­denen Doktorjubiläum vor 10 Jahren wurde ihm zu Ehren eine Neubürgerstiftung errichtet. Ein Festessen schloß die heutige Ehrensitzung.

= Radsport. Der Gau 9a Sieg-Lahn des Deutschen Radfahrer-Bundes hielt am vergangenen Sonntag sein 100- Kilometer-Mannschaftsfahren auf der Strecke Wetz­larDillenburgMandeln und zurück ab. Trotz der aufgeweichten Straße und dem hügeligen Gelände wurde von der siegenden Mannschaft eine hervorragende Leistung erzielt. Die erste Mann- schaft des Rab-Klub Germania Gießen (Hartmann, Rüdiger, Reibeling, Sehrt,. Ester) gewann das Rennen in 3 Stunden 24 Minuten und siegte damit zum dritten Male hintereinander in dieser Konkurrenz. Zweiter wurde die Mannschaft des Gie­ßener Radfahrvereins 1885 in 3 Stunden 57 Minuten. Die zweite Mannschaft des Rad-Klub Germania Gießen wurde durch mehrere Defekte zurückgeworfen und konnte dadurch die ge­forderte Mindestleistung nicht erzielen.

CttftfdiiRabrf.

Ianoirs Ankunft i n Petersburg!

Petersburg, 18. Aug. Der französische Flieger I a n o i r ist heute abend 8 Uhr 50 Min., von Riga kommend, auf dem Petersburger Aerodrom gelandet.

Kleine Tagerchronik.

Infolge Unaufhörlichen Regens führen die Flüsse des Bo g t l a n d s und des Erzgebirges Hochwasser. Die Göltzsch überschwemmte bei Falkenstein weite Flächen. Auch die Mulde ist bei Rautenkrvnz über die Ufer getreten und hat die angrenzenden Wiesen und Felder zu einem großen See gemachü Die Staatsstraße JägersgrünRautenkranz ist unter Wasser.

Wie aus dem Königreich Sachsen, kommen auch aus der Provinz Schlesien Meldungen über eingekretene Hoch­wasser. Auch aus Böhmen und Galizien werden Hochwasser­katastrophen berichtet.

TieKölnische Volksztg." meldet aus Zülpich: Auf der Landstraße bei Hoven fuhr ein Automobil bei der Rückkehr von einer Vergnügungsfahrt, die der Chauffeur ohne Borwissen seines Herrn mit fünf jungen Leuten unternommen lwtte, auf einen in gleicher Richtung fahrenden Wagen. Tie Insassen des Automobils warben herausgeschleudert. Drei davon wurden getötet, drei erheblich und zwei sowie der Lenker des Wagens leicht verletzt.

In Hongkong sind Nachrichten aus Macao über einen Taifun eingelaufen, der ungeheueren Schaden an- gerichtet hat. Paraya grande ist unter Wasser gesetzt und große Teile des Deiches auf dem erst kürzlich dem 'Meere abgerungenen Lande in der Nähe von den Barra-Forts ein­gedrückt worden. Mehrere Häuser int Taraseiro-Disttikt sind eingestürzt.

Wetteraussichten in Hessen für Mittwoch, den 20. August 1913 : Wollig, meist trocken, etwas wärmer.

Letztc Hcidmcbtcti*

E i n neuerKonstantin der Große"!

Athen, 19. Aug. Tem König witrden bei seinem Ein­zug begeisterte Kundgebungen dargebracht. Mehr als 100000 Menschen riefen: Es lebe Konstantin der Große. In der Kathedrale sand ein feierliches Tedeum statt. (König Konstantin hat bekanntlich gesagt, daß Griechenland stark, sehr stark, sein müsse. Ihn dafür jetzt schon mit dem Beinamen des Großen zu beglücken, ist doch etwas voreilig!)

Der Abt-Primas der Benediktiner f.

Beuren, 19. Ang. Gestern mittag wurde der Abt- Primas des gesamten Benediktiner-Ordens, Hilde­brand de Hemptinne, zu Grabe getragen. Als Vertreter des Kaisers war Fürst zu Fürstenberg erschienen.

Ein Mordanschlag.

Agram, 18. Aug. Als der königliche Kommissar Baron Skerlecz die Kathedrale verließ, wo anläßlich des Geburtstags des Kaisers Gottesdienst stattgesunden hatte, schoß ein Student auf ihn. Baron Skerlecz ist am Oberarm leicht verletzt worden. Der Täter, der angeblich, um den Anschlag zu verüben, eigens aus Amerika gekommen ist, wurde verhaftet.

Fürstliche Verlobung.

Paris, 19. Aug. DerTemps" meldet, daß die berüts an­gekündigte Verlobung der Großherzogin r i e Adelheid von Luxemburg mit dem Prinzen H e i u r i ch von Bayern nunmehr vollzogen sei. Die beiden Verlobten weilen augenblicklich auf dem der Großherzogin gehörigen Schlot Hohenburg bei Tölz in Bayern, wo Prinz Heinrich oft zur Jagt war. ,

Gin gutes Hausmittel gegen alle Hautunreinigkeiten, Pickel, Mitesser oder Ausschläge ist Obermeyers Medi- zinal-Herba-Seife. Die>elbe hat sich nach vorliegenden Attesten von Aerzten und Laien selbst bei chronischen Hautübeln auch da noch glänzenv bewährt, wo andere Mittel versagten. Ein Versuch ist mit nur wenig Kosten verbunden, da das Stück Herba Seife nur 50 Pfg. kostet. Erhältlich ist dieselbe in allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien, liv.2/»

Net

fcranWi Säure i in der und ke: oxygen. znrw Dieses reinigt freit de tjrräti;

MSI °usM« in das \

AbSn

D°/g

trinkt

:ei

fiaei

sffia

1 Pfd. m

«85

. C