Zweites Blatt
Nr. U5
163. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger fit Oberhessen
Gießen
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Öffnet.
t n e zugegangen, betr. Brösel. Da die bis-
1 Kreises und die in§.
Ans Hessen»
Aus der Zweiten Kammer.
Merken.
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war die Entdeckung der Pole gekostet hat.
Auf 104 Millionen Francs wird in einem Aufsatz der „Leettires ponr Tons", in dein die Bilanz der Eroberung bc^ Nordpols und des.Südpols gezogen wird, der Preis dieses fahr- hundertelangen Ringens der Menschheit berechnet. Menschenleben^ hat die Eroberung des Nordpols seit dem Anfairg des 16. Jahrhunderts etwa 780 gekostet, toäl)-renb bei den tzügen vixm ^udpol mir 8 Irscher ums Leben gekoinrninen sind. Während des 1.7. und 18. Jahrhunderts Mlt man 50 iLxpeditionen blc b?I Nordpols M entschleiern versuchten, und
von 1800 biö 1909 mürben 79 Cxpedltionen ausgerüstet, von denen jede itatürlich erhebliche Kosten verursachte.' Die Expe-
htcrstattung über Glieder-Versa»
,">)ch kann nur sagen, daß ich durch die Ansführnngen des Professors Wilbrandt trendig berührt ivorden bin, und ich stimme ihm in allen wesentlichen Hauptpunkten zu. Seine Ausführungen gipfeln darin, daß er überhaupt einmal mindestens die Möglichkeit in Aussicht gestellt hat, unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem, das auf einem ganz außerordentlich gesteigerten Privategoismus und Familien- e g o i s mus beruht, als zersetzbar und v e r ä n b er l i ch Eingestellt hat. Das sinb (Gedanken, bie in weiten Kreisen noch Kopsschütteln Hervorrufen, aber er hat mit guten Grünben dar- gelcgt, baß eine solche Entwicklung gerabe vom Stanbpunkt einer christlichen Weltanschauung ans. außerordentlich wünschenswert sein würbe. Wir können uns darüber nicht täuschen, baß durch ben unferm freien Kon kur renzsp stein angepaßten kapitalisti - scheu Geilt die sittlichen Grundanschauungen von Mein und -nn wesciulich geschädigt worden sind. Gewiß, wir sind alle von Natur aus Egoisten, aber das kapitalistische System hat alles qetan, um diesen egoistischen Trieb noch zu steigern. Wir stehen Ker in .Hamburg neben London und New Port mit in der ersten Welthandelsstadt. _£)icr tonnen wir sehen, mir der kapitalistische weift nach allen Seiten auch recht bedenkliche Wirkungen gehabt rat. Es bat sich verbreitet die Sucht, nicht durch Arbeit, nicht dura) regelmäßige Sparsamkeit von den Ueberschüssen des Arbeits-
9er Eesamtoerband evangelischer Arbeitervereine hat in den letzten Tagen in Bromberg seine diesjährige Tagung gehabt. Aus dem Bericht des Schriftführers Fra n cf e'entnehmen wir: Im Vorjahre sind zu dem Gesamtverbande rund 10 000 neue Mitglieder hinzugekommen. Aus ben'i kleinen Werk, das vor 23 Fakiren begann, ist also eine ftatiliche Organisation geworden. Der Fortschritt wird durch folgende Zahlen der letzten 7 Fahre illustriert:
1907: 92 000 Mitglieder: 1908: 97 000 Mitglieder: 1909: 101000 Mitglieder: 1910: 107 000 Mitglieder: 1911: 115 000 Mitglieder: 1912: 123000 Mitglieder: 1913: 136 000 Mitglieder.
Aus dem Berichte des Schatzmeisters ist zu entnehmen, daß die letztjährige Rechnung des Gesamtverbandes aufweist Einnahmen 10 409,29 Mk., Ausgaben 6 759,05 Mk., also Bestand 3650,24 Mk.
Für 1914 wurde als Kongreßort Saarbrücken, für 1915 Erfurt bestimmt.
rm. Darmstadt, 16. Mai. Der 3Weiten Kammer ist eine Negier ungsvorla den Automvbilvcrlehr Weinheim '
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuk- ftraße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redakt ion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
Die „Eichener Famtlkenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 3eit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
iß, d. 20. d. 3M librimPereinslckl reto lü hM kig-erLcrgütuM r Vertreter. Iv^’i 2er Voritaub.
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LunterriÄ zu jeder TageM j lulkeJanzlehrer' i I
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Aiisuahmegesetze für (Afah-Lothringen?
Von angeblich guluntcrrichtcter Seite wird der „Frankfurter Zeitung" folgendes mitgeteilt:
Im Ministerium von Elsaß-Lothriugen werden zurzeit zwei „Anträge für E l s a ß - L o l h r i u g e n" ausgearbeitet, die dem Bundesrat unterbreitet werden sollen. Sie tragen das Datum vom 5. Mai und sind unterzeichnet von Geheimrat Sievcking. Der erste Antrag verlangt eine Aendernng des Reichsvereinsgesetzes in Elsaß-Lotbringen. Man will durch einfaches Dekret alle Vereine unrerbriLten können, bie die Sicherheit und den Frieden im Innern des,Landes gefährden und bjc nicht ihren Statuten gemäß handeln. Fn der Begründung ist die Rede von dem Lnstschifferverein Mülhausen und dem Vereine ehemaliger Fremdenlegionäre. Der zweite Antrag bezieht sich auf die Zeitungen französischer Sprache. Hier will man dem R e i ch s p r e ß g e s e tz einen Paragraphen beifügen, der für Elsaß-Lotbringen Anwendung finden soll. Fn der Begründung ist die Rede von dem „Nouvellifte d'Alsace-Lorraine" und mehreren Lothringer Blättern, bie ebenfalls durch ein einfaches Dekret sollen unterdrückt merben können. Ter erste Antrag zählt mit der Begründung sechs, der zweite acht Seiten. Wie aus Paris mitgeteilt wird, ist der „Matin" .bereits im Besitze von Details; die Anträge seien am 26. April anläßlich des. Kais erbe such es zwischen dem Kaiser und dem Statthalter vereinbart worden.
Auf eine Anfrage beim Ministerium war eine bestimmte Bestätigung nicht zu erhalten, die Richtigkeit der Nachricht wurde -aber auch nicht bestritten, deute bestätigt das Wolff- Bureau die Richtigteit der Nachricht.
Professor Wagner über das gegenwärtige Wirtschaftssystem.
Im Anschluß an einen Vortrag des Professors Dr. Wilbrandt (Tübingen) über die „Bedeutung der Konsum- bcnossenschaften", entspann sich auf dem evangelisch- fozialcn Kongreß eine lebhafte Aussprache. An dieser beteiligten sich besonders eifrig Camburger Kongreßmitglieder, unter denen die Konsumvereinsgegner überwogen. Nachdem ihnen bereits Profefsor Dr. Gregori (Leipzig) entgegengetreten war, nahm, von lebhaftem Beifall begrüßt, Geheimrat Adolf Wagner (Berlin) das Wort:
Samstag, \X. Mal 1913
Rotationsdruck und Verlag bet Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Derrtsche Kolonien.
Die Nationalspcnde zum Kaiferjubiläum zeigt erfreulicherweise, daß das Verständnis für die hohe zivilisatorische Bedeutung der Mission in den letzten Fahren in immer weitere Kreise gedrungen ist, und daß Deutschland jetzt allmählich anfängt, das zu tun, was Amerika und England längst getan haben, daß es auch rein vom nationalen Standpunkt aus es für seine Pflicht hält, die Mission in unseren Kolonien und Schutzgebieten reichlicher als seither zu unterstützen.
Es ist interessant, daß selbst ein so entschiebener Feind der christlichen Mission wie der «jetzt von seinem Posten zurückgetretene französische Gouverneur von Madagaskar, Augagneur, der Mission folgendes ehrende Zeugnis ausstellt: „Man muß. bekennen, daß diese Gegner ein gutes und nützliches Werk tun, । ein soziales Wert, das durchweg rühmenswert ist. Sie haben -die Eingeborenen versöhnt, indem sie sie als Menschen behandelten, sie haben Schulen gegründet, ärztlichen Beistand gewährt, Hospitäler eröffnet, mit einem Wort: sich den Leuten gewidmet. -Die haben auf dem Gebiet der Zivilisation eine Arbeit von Bedeutung getan, die wir nicht übersehen sollten, besonders wenn wir sie mit der nnsrigen vergleichen !"
Wenn selbst entschiedene Feinde der Mission so urteilen, so wird man erst recht von ihren Freunden erwarten dürfen,, daß sie schon aus vaterländischem Fnteresse ihre Opferwilligkeit für diese große und wichtige Sache betätigen werden.
Karl OH» rlepb»” » Stag, 117-
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bition des Abmiral Franklin erforderte allein 2 800 000 Frs., und um nach Ueberlebcnben zu suchen, gab' bie englische Regie rmrg in der Folge 20 Millionen aus unb opferte außerdem: 5 Kriegsschiffe, die in den Eisfeldern verlassen werben mußten, Amerika gab 3 bis 4 Millionen aus, um Reste von den Mannschaften des Erebus unb bes Terror zu finben.
Die größten Kosten ^der Polarexpeditionen werden immer durch den Ankauf eines Schiffes hervor gerufen. Fn den letzten 20 Fahren hatte sich dabei die Ausgabe für diesen Posten merklich erhöht, da Man fürj)en Angriff auf die ewigen Eisregionen der Polarkreise besondere Schiffe baut, bie imstande sinb, bem Eisdruck zu widerstehen. Nansen hat mit seinem Fram als erster diesen Weg betreten. Allerdings stand der Erhöhung ber Ausgaben für bas Schiff eine Verminderung ber Kosten ^burch Herabsetzung ber Mannschaften gegenüber. So erforberte bie Expedition Nansen von 1893 bis 1895 nur 622 000 Fr., weil ihr Führer nur 12 Mann als Begleiter mitgenommen hatte. Tie eineritanifdje Expedition Wellman von 1898 an Borb bes Frirh- jof, bie nur 9 Personen zählte, kostete 700000 Frs. Die letzte Ex- pebition Pearps hat bagegen nur 500 000 Frs. Unkosten verursacht, wobei allerbings der Preis des Schiffes „Roosevelt" nicht mitberechnet ist.
Nach einer norwegischen Statistik, die die Expeditionen der ^oahre 1800—1909 umfaßt, haben die Angriffe auf den Nordpol in dieser Zeit einen Aufwand von 68 Millionen Frs. erfordert, und rechnet man die Expeditionen der früheren Jahrhunderte hinzu, so gelangt man für die Eroberung des Nordpols zu einem Gesamtpreise von etwa 90 Millionen. Für ben Südpol, dessen Eroberung erst sehr viel später in Angriff genommen tuurbe unb in sehr viel kürzerer Zeit gelang, lassen sich genauere Zahlen angeben. Die Expebitivu be Gerlache hat 300 000 Frs. gekostet, bie v. Borchgrevinks 500 000, bie schottische Südpol.ar- expedition an Borb ber Seotia unter Bruce (1901 bis 19031 850 000, bie deutsche Dr. Erich v. Drygalskis ,1902 bis 1903; 1500 000 Frs.: ben Bau des Schisses Gauß kostete allein 600 000 Frs. und die Errichtung einer Wissenschaft!. Station auf Kaiser- Wilhelm II.-Land 50 000_ Frs. Ebenso wie diese deutsche Expedition kostete auch die erste Forschungsfahrt Seotts '1902—1904 > unb die Shackletons (1908—1909 recht erhebliche Summern Seotts Schiff, die „Diseovery", kostete 1250 000 Frs., die Gehälter für bie Mitglieder ber Expedition beliefen sich auf $00 000, bie Ausgaben für Kohle unb Lebensrnittel auf 250 000 Frs. Die Gesamtkosten betrugen nickt weniger als 1500 000 Frs. Shack- leton, der sich mit einem gewöhnttcken Robbenfänger, bem „Nimrod", als Schiff begnügte, konnte 1 125 000 Frs. ausgeben. Die beiden französischen Expeditionen des Dr. Jean Eharcot, die von 1903—1905 an Bord des „Frankens" und die von 1908—1910 an Bord des„Pourguoi Pas" machten eine Ausgabe von 450 000 und 800 000 Frs. notwendig. Rechnet man alle Südpolarexpeditionen von 1772—1912, von Cook bis Scott, zusammen, so kann man den Preis für die Eroberung des Südpols auf etwa 14 Millionen Frs. schätzen.
fterige Automobilgesellschaft, die seit 1911 besteht, wegen Nichtrentabilität den Verkehr einstellen muß, wenn sie nicht anderweitig unterstützt wird, werden die Stände ersticht, für die Jahre 1912/13 den Betrag von jährlich 2500 Mk. ans Verwaltungsüberschüssen zur Verfügung zu stellen. Auch die Stadt Weinheim hat -ihren Jahreszufchuß auf 500 Mk. erhöht und der Kreis, sowie verschiedene Kassen haben Unterstützungen zugesagt.
Cane lveitere Regierungsvorlage betrifft die Errichtttng eines Wohnhauses für einen zweiten Ob erst rztan der Landes heil- und Pflegeanstalt in Gießen. Es werden 28000 Mk. gefordert, die aus Ersparnissen verwendet werden sollen.
Die dritte Regierungsvorlage fordert 9500 Mark zur Bestreitung der Kosten für Herstellung eines Teiles des Großherzogl. Leib st al les für die provisorische Unterbringung von .Hengsten des Landgestütes.
Die Abgg. Reh und Henrich haben eine dringliche Anfrage an die Regierung gerichtet, betr. die Kosten der Wehr Vorlage und die Besoldungsvorlage.
Eine von dein Abg. Dr. Winkler an die Regierung gerichtete Anfrage wünscht Auskunft, ob es dem Minister des Innern bekannt sei, daß das Krei samt Worms die Abhaltung des K r e i s o b st Marktes Alsheim verboten hat.
■ curci> regelmäßige Sparsam?, i-unterr» ertraget, sondern durch S p «Mr-Mi» ■ ön b°s Spiel an der cbmidtJaiizleW (cBitcinsafiealJ^
AnslKttS.
Die internationale Seerechtskonferenz nahm folgende Entschließung an: Fn Anbetracht dessen, daß der beständige Fortschritt im Schiffsbau eine wesentliche Bedingung für die Sicherheit zur See ist, und daß jede Gesetzgebung, die sich nicht an diesen Fortschritten beteiligt oder mit ihnen geht, eher schädlich als nützlich ist, erörterte die Konferenz, daß ein internationales Einverständnis über oie Sicherheit zur See einen wirksamen Beitrag zu den allgemeinen Regeln betr. die Frage über drahtlose Telegraphie, wasserdichte Schotten und Rettungsmittel liefern könnte. Die Konferenz beschloß sodann die Errichtung eines internationalen Bureaus zur Ausarbeitung von Vorschlägen über die oben -genannten Fragen, sowie zur eventuellen Erteilung von Ratschlägen und ^Beantwortung von Anfragen.
Ein Triumph deutscher Industrie.
Tie Londoner Hafenbehörde hat den Auftrag für zwei Paar Schleus entore und eine Drehbrücke für die East Jndia-Docks an die Gute-Hofs- nungs Hütte in Oberhausen vergeben, deren Angebot sich bei einer wesentlich kürzeren Lieferungsfrist auf 34 729 Pfund stellt, während das geringste englische Angebot 51 371 Pfund betrug.
Aus Stadt ttnö Land.
Gießen, 17. Mai 1913.
•’ Urlaub zur Jubiläumsfeier des Kaiser- Wilhelm-Regiments. Das Staatsministerium hat sämtlichen unterstehenden hessischen Behörden empfohlen, daß den Beamten, die an der Jubiläumsfeier des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm in Gießen vom 7. bis 9. Juni d. Js. teilnehmen wollen und ein Urlaubsgesuch einreichen, der Urlaub für diese Zeit zur Teilnahme an der Feier zu gewähren sei und daß dieser Urlaub an dem allgemeinen Jahresurlaub nicht angerechnet werden soll.
** Der diesjährigen Staatsprüfung für mittlere Stellen im Finanzfach, die vom 21.. bis 30. April und am 10. Mai zu Darmstadt stattsand, unterzogen sich 3 2 Kandidaten, von denen 23 bestanden. Von Gießen bestanden die Herren Arthur Be nder, G. Hambach, L. Krug und K. Schlierbach. — Voraussetzung für die Zulassung zu dieser Prüfung ist an Schulbildung der Nachweis der Reife für die Prima eines Gymnasiums, Neal- gymnasiums ober einer Oberrealschule, sowie an Fachbildung die Absolvierung eines drei- bis vierjährigen praktischen Ausbildungskursus bei verschiedenen Finanz- und Venvaltungs- behörden.
** Oberhessischer Kunstverein. Die Ausstellung, die seit Sonntag neu ist und Sammlungen von Prof. Kampmann, Prof. E. Liebermann und W. Witting aufzuweisen hat, wurde heute noch um einige Aquarelle von 9(. Grüte ri ng- Nom bereichert. Verkauft wurde ein Oelgemälde von Prof. L. Willroider, das in hiesigen Privatbesitz übergeht.
** Vie hmarkt. Der nächste Gießener Viehmarkt findet ausnahmsweise Mittwoch, den 21. und Donnerstag, ben 22. Mai 1913 statt, an dein ersteren Tag für Rindvieh,' an dem anderen für Schweine.
Landkreis Gießen.
X. Treis a. d. L d a., 15. Mai. Heute nacht gegen 12 Uhr ging der Verkaufsstand des Händlers Müller von Fauerbach, der während der Pfingsttage neben dem Schul- Hos aufgeschlagen war, in Flammen auf. Die Ursache des Brandes ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Ter Besitzer ist versichert. — Am 2. und 3. Feiertage feierte der hiesige Kegelklub sein 5(!)jähriges Stiftungsfest mit einem Tanzvergnügen. Dazu waren auch mehrere „Gut-Holz"- Vereine aus der Nachbarschaft erschienen.
Kreis Friedberg.
= Bad-Nau heim, 17. Mai. Bis zum 15. Mai sind 6218 Kurgäste angekommen, Ivovon an genanntem Tage noch 4058 anwesend waren. Bäder ivurden bis zum 15. Mai 56 316 abgegeben.
Hessen-Nassau.
“ 5’v a n f e ii b c r g , 15. Mai. Zum erstenmal ist es in diesem ^ahre dem -t u r n ü c r c i n Frankenber g vergönnt, tUrisC * ob5U^,aI,e*1- frühzeitige Jnangriffnabine ber 31 bem vom b.—7. Juli Itattfinbcnben Fette erwies sich da es nur auf diese Weise gelang, sich eine Mllltarmllsik in der Kasseler Husarenkapetle zu sichern. Tcv Fest p rekwoller landschaftlicher Lage im Edertal zwischen Ltadt und tsotzberg wirb durch Hinzunabme ber miHöftenben sog. Wehr weide, auf ucr sich ber öauptturnbetricb absniclen wird, erweitert rt"srtArlir r u Anforderungen mehr als genügen. Lieben der sladtlschen ^esthalle tuctbc» noch zwei weitere WirtSzclte, ein EafS- zelt den Gasten Gelegenheit zur Erfrischung bieten. Die Festprogramme nebst den Einladungen, iftnmeldebogen ns>v. befinden steh im Besitz der 180 Gauvereine. Eine nützliche Vorprobe für die
Tiroler WT, de!we|SS
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_ . , _ -iel Gewinne zu erzielen. Ich denke
—---^2 piel an ber Börse. Was ist im Grunde ge
nommen bas Börsengeschäft anders als Sviel. Der Erfolg hängt | £ur. geringem Maße von unserem Fleiß ab, größtenteils vom I •! - • Denken mir bock daran, mir heute durch irgendeine | tvichttge Nachricht aus einem entfernten Erdteil die Börse zu h Ottern beginnt. Will man da behaupten, daß diese Geschäfte auch nur einigermaßen auf einer sicheren Grundlage berufen ?
I -^^n nun alle Erwerbstreift sich an diesem Spiel beteiligen, so niuft das sittlich schädigend wirken. Wenn mir hier den kühnen Gedanken einer Wirtschaftsordnung äußern, bei der der tausch-
8 6e 1 ch ä s t l i ch e C h a r a k t e r möglichst eingeschränkt, ja viel-' kuckt ganz ausgeschlossen ist, und wenn mir da Ziele angebeutet rinbcn in der g e n 0 s s e n s ch a s t l i ch e n B^e m e g u n g u n s e r e r * ° ä c/ jo ,ift- das etwas, was gerade vom Standpunkt eines Evan-
- gellsch-Sozialen Kongresses aus am Platze ist. Sind denn überhaupt die Konsumvereine die Hauptgegner des Mittelstandes?
Z ^lnd die Konsumvereine schuld an der schwierigen Lage, in der sich I oer Mittelstand befindet? Nein, nein, viel mehr schuld trägt .. Oie kapitalistische Konzentration in den Warenhäusern. Da- darch sind zahllose mittlere und kleinere Geschäftsleute beseitigt ■ Horden. Die Mittelstandspolitik sollte sich nicht wenden gegen pic geiunben Hilfsmittel, die sich die Koirsumenten in den Kon- 1 um n c r c inen geschaffen haben. Wenn mir aus dem maß- ttlen kapitalistischen System bcrauSfommen und in einen gesunden Sozialismus hineinlommen wollen, so darf das nicht geschehen nach sozialdemokratischem Rezept, sondern nach dem Rezept des Staatssozialismus: Staatseisenbahnen, Staals- bergbau, Staatssorslwesen, Tiaatsdomänen usw. Di hat P r e n ß e n vorbildlich gearbeitet. Die genossenschaftliche Be- lrcgung, muß auch mit dazu helfen, baß dem maßlosen unb oft ntajt geschmacklosen Luxus unserer Tage entgegengearbeitet wirb und vor ^allein bem Luxus bei unserer Damenwelt. Im vorigen Jahre waren bie Hüte metergroß und in diesem Jahre sind sie klein >v i e bie Mütze n der Ltudenten. (Heiterkeit.) Das sind doch alles Unsinnigkeiten. Aber sie werden erleichtert durch die riesigen privatkapitaliftischen Gewinne. Dieser Luxus wirkt nach unten, unb sofort ergeben sich da sittliche Gefahren. Wir wollen einen geringeren Luxus und deshalb auch eine geringere Fähigkeit, Luxus zu treiben. Der ctaat hat für Reckt und Ordnung zu sorgen, und dazu muß er die notwendigen Machtmittel haben. Zu diesen Machtmitteln aber gehört auch, daß er die Großbetriebe der privaten Wirtschaft entzieh!. Viele halten diesen Gedanken noch wr sehr gefährlich unb sie werden sagen: der olle Wagner ist irüt seinen 80 Jahren immer noch nicht vernünftig geworden und rcdel so ein Zeug. (Heiterkeit., Und sie werden hinzufügen: sein Jüngerer Kollege Wilbrandt ist noch viel schlimmer: das ist nun bie Frucht eines halben Jahrhunderts. ,Heiterkeit.) Nun, ich tröste "lick, es wird die Zeit kommen, wo man einsehen wird, wie richtig es war, daß^ich diesen gesunden, nationalen, patriotischen Sozia lrSmns am Schluß dieses Kongresses zur Sprache gebracht habe." stürmische, sich mehrfach wiederholende Beifallskundgebungen.,


