Ausgabe 
17.1.1913 Zweites Blatt
 
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Blendend weisse Zähne

-Trotz des Gebrauches aller' ------möglichen Mittel wurden: EZ== -meine Zähnelmmerschlech-: - ter, bis ich das Kosmodont-:

-System kennen lernte, soi !daß mich jetzt alle Bekann-j :ten um meine tadellos wei-| ------ ! ßenZähnebeneiden.Frl.C.BJ == i Braunschweig, 24. 9. 1911.- 5== iKosmodont - Zahncreme:

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ten für Exlerikultur,: Ostseebad Kolberg.:

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Zweites Blatt

Nr. W

163. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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Jahres 1912.

billiget

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Äarl Hofmann, ti 16. Januar 1913.

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xtra Tischen und irklich vorteilhaft.

agung.

1 Beweise herzlicher Hinscheiden meiner

wenn bei einer Revision derartiger Schränke zersetzte verdorbene Arzneimittel vorgefnnden werden. Die schäftsleute dürften deshalb gut tun, beim Ankauf

Aus fHifcn.

Aus dem Fmanzausichuß.

bs. Darmstadk, 16. Jan.

Die Aussprache über die S chr ei b g e hi l f en wurde heute fortgesetzt und weiterer Ausschluss von der Regierung über die Anzahl der angestellteu Schreibgehilsen im Verl-ältms zu den nicht angestellten gegeben. Eine Abstimmung über diese Frage sand in dem Ausschuß noch nicht statt. Bei der PositionStempel-

DieLietzener Zamilienblötter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS Krrisfclatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- frogeh" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Berlag: 51.

Redaktion:^^112. Tel.'Adr.:AnzeigerÄießen.

Aus Stadt und Land.

Kietzen, 17 Januar 1913.

** Ausschuß-Sitzung deS Verbandes der Detaillistenvereine in .Hessen. Der Verband hielt am 14. Januar in Darmstadt eine gut besuchte Aus­schuß-Sitzung ab. Der Vorsitzende, W. Kalbfuß - Darmstadt, gab einen Ucberblick über die igkeit des Vor­standes und besprach die wichtigsten Ereignis c auf dem Ge­biete des kaufmännischen Lebens. Der langjährige Wunsch der Detaillisten, die Errichtung einer eigenen Berufs­genossenschaft, ist nunmehr erfüllt worden. In der GründunFsversammlung wurde der Vorsitzende zum stellv. Vorsitzenden der Berufsgenossenschaft gewühlt. Zur Frage der Besetzung der Aemter in der Angestellten-Versicherung haben die deutschen Detaillisten erreicht, daß für Verwul- tungsrat, Rentenausschuß, Schiedsgericht und Obersästeds- gerrcht eine Anzahl Detaillisten vorgeschlagen werde. Nach­dem noch Fälle von unlauterem Wettbewerb durchgespro­chen, auch zur Frage des Auskunfteiwesens Stellung ge­nommen war, wurde die Frage des Petroleum-Mono­pols erörtert. Nach lebhafter Aussprache einigte man sich auf eine den Handelskammern und dem Reichstag zu unterbreitende Entschließung, in der die Forderungen der Detaillisten zum Petroleum-Monopol eingehend begründet sind. Vom Großh. Ministerium des Innern war in einem

Drogenschränken größte Vorsicht walten zu la sen. Vorjitzende berichtete sodann über die Einführung Iilial- uni) Warenhaus st euer in verschiedenen

Zreitag, 17. Januar 1913

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Universiläls»Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

hessischen Städten. Es ergibt sich daraus, daß fast überall von dem Rechte der Einführung dieser Steuern Gebrauch gemacht wird. Dem Aufnahmegesuch des Vereins Main­zer Kaufleute wird zugestimmt. Damit sind nun alle größe­ren Orte Hessens im Detaillisten-Verband vertreten, der nunmehr etwa 1400 Mitglieder umfaßt. Zum Schluß be­richtete der Vorsitzende über die vom Rabatt-Sparverein Darmstadt und dem Detaillistenverein Darmstadt gegründete Arbeitsgemeinschaft. Der Ausschuß beschloß, der Arbeits­zentrale ebenfalls beizutreten.

** Bahn-Personalnachricht en. Ernannt wur­den die Reserve-Lokomotivführer Krug und Weber in Gießen zu Lokomotivführern und der Stationsschaffner im Probedicnst Bösch in Gießen zum Stationsschaffner. Ver­setzt wurde: Gütervorsteher Kreichelt (früher in Gießen) von Frankfurt nach Limburg, Oberbahnassistent Wiegel (früher in Gießen) von Fulda nach Frankfurt, Eisenbahn­praktikant Naumann von Limburg nach Gießen, Loko­motivführer König von Hanau nach Nidda, Hecker von Gießen nach Dillenburg, technischer Bureau-Aspirant 1. Kl. Goldschmidt von Frankfurt nach Alsfeld, O est reich er von Dillenburg nach Wetzlar, Lademeister Scheuermann von Friedberg nach Bebra. Eine Belohnung erhielt Ran­gierführer Klos in Grünberg für Abwendung einer Be­triebsgefahr, Lokomotivführer Engelter in Frankfurt, weil er das Ueberfahren eines Gepäckwagens verhütet hat.

Starkenburg und Rhein Hessen.

bs. Darmstadt, 16. Jan. Die Stadtverordneten hielten heute eine Sitzung ab. Oberbürgermeister Dr. Glässing teilte mit, das; Stadtv. Bastian aus Ge'undheitsrückiichten sein Amt nie.ergelegt habe. Ter Oberbürgermeister gab dann einen 'Bericht über den Stand der Gemein deangelegen h eiten des

an den Verband gerichteten Schreiben vor dem Ankauf von sogen.Drogcnschränken" gewarnt worden. In dem Schreiben ist ausgeführt, wie gefährlich es für den uner­fahrenen Geschäftsmann unter Umständen werden kann, oder

marken" (Kapitel 12) wurden die Vergütungen an die Stempel Markenempfänger besprochen. Einzelne Mitglieder des Ausschusses 'ind dafür, daß derartige Vergütungen an Beamte nicht weiter gegeben werden sollten, während von anderer Seite darauf hin gewie'en wurde, daß dann diesen Beamten eine entsprechende Entz schädigung zugebilligt werden müsse. Bei dem KapitelL and Künd e" gab die Regierung Auskunft, daß sie einer Er HO Hüne der Diäten der Abgeordneten näherzutreten nicht ab geneigt sei. Diese Frage zu verhandeln, sei aber wohl der Aeltestcnrat die geeignete Ste-le. Die Vereinfachung des S t a a t s m i n i st e r i ums, Kavitel 14, durch Wegmll des seit ^erigen Ministerialrates und die Ersetzung durch einen* Vortragen den Rat wurde allsei'ig anerka mt. Bei dem- Haus- und^Staats grchiv, Kapitel 19, wurden einzelne Posten in den beabsiclK'gten Neukerstellunaen beanstandet. Im ganzen nmrde aber an-nckannt, daß der bisherige. Zustand entschieden verbessernngsbedür'tig sei. insbesondere wurde ein Einwand gegen b;e Neuherstellung von Aktengestellen, die etwa 14 000 Mark erfordert, nickp mehr er­hoben. Bei dem Ministerium des Innern und den Pxovinzial direktionen sowie den Kre'sämtern wurde von der Regiernsta die vom Ausschuß beanstandete Meh-rforderung für Stellver­tretungen unv. von 5000 Mark mit her erhöhten Geschäftslast welche den Kreisämtern durch soziale Versicherungen entsteh', ins besondere aber auch durch die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Kreise' wie Beleuchtungsanlagen usw., gerechtfertigt.

Abstimmungen fanden nicht statt. Diese wurden nur in Ab Wesenheit der Negierung vorgcnommen. Morgen Fortsetzung der Sitzung.

Ter Antrag Grünewald über d e R'chtsve'hältnisie und die Verwaltung der S ift"ngen.

Der vierte Ausschuß erstattet in der Drucksache Nr. 302 Bericht über d"u Antrag. Dieser wünscht, daß eine einheitliche -gesetzliche Regelung der lkrudesgesctzlichen Vor- schristen im Anschluß an das B. G. B. erfolge, wie dies beispielsweise in Baden .geschehen sei. Zurzeit befänden sich diese Vorschriften, teils zerstreut in verschiedenen Gesetzen. Verordnungen, und Ausschreiben, teils fehlten sie ganz. Das Ministerium hat darauf unter dem 22. November 1912 das Folgende erwidert:

Auf die geschätzte Zuschrift vom 6. März d. I. beehren wir uns Ihnen ergeb en st zu erwidern, daß für die von den Herreu Abgeordneten Grünewald und Genossen beantragte gesetzliche Regünng der Rechtsverh l U'sse und d r Verwal­tung per Stiftungen n a ch Ansicht derhessischen Ge­richte, die mit ihren Erfahrungen gehört worden sind, in der Praxis kein Bedürfnis besteht.

Dem in der Begründung der Drucksache Nr. 133 behaup­teten Bedürfnis nach einer Sammlung der in verschiedenen Gesetzen zerstreuten Bestimmungen über die Stiftungen könnte jedenfalls durch eine amtliche Zusammenstellung dieser Bestimmungen genügt werden"

Nach Ansicht des Ausschusses wird dem Zwecke des An­trags, dem Laien die Uebersicht über die bestehenden Bestim­mungen zu erleichtern, genügt, wenn sie, dem Vorschlag der Regierung entsprechend, amtlich zusammengestellt werden unb es wird deshalb beantragt: Die Kammer wolle be­schließen, Großh. Regierung zu ersuchen, eine amtliche Zu­sammenstellung der in verschiedenen Gesetzen zerstreuten Bestimmungen über die Stiftungen im Regierungsblatt zu veröffentlichen.

Abfragen im H iMax

D ic Anfrage des Abg. Becker (Hessen) über die Bekämpfung der Reblaus ist vom Staatssekretär Dr. Delbrück schriftlich wie folgt beantwortet worden: Zu den 1 bis 3 des Gesetzes, betreffend die Bekämpfung der Reblaus, vom 6. Juli 1904 hat der Bundesrat am 2. März 1905 Aus­führungsgrundsätze erlassen. Daß sich Verschiedenheiten in der .Handhabung dieser Grundsätze durch die mit der Ausführung des Rcblausgesctzcs betrauten Landesregierungen herausgebildet haben, ist dem Herrn Reichskanzler nur in vereinzelten Fällen bekannt geworden. Für eine gleichmäßige Anwendung der vom Bundesrat erlassenen Bestimmungen ist alsbald Sorge getragen worden. Auf einheitliche Handhabung des Reblausgesetzes und ieiner Ausführungsbestimmungen wird auch weiter hingewirkt werden.

D i e A b g g. Vietmeher und Behrens (Wirtsch. Vgg.) haben im Reichstag folgende Anfrage gestellt: Gedenkt der Herr Reichskanzler der in den wiederholten Anträgen der Abgeordneten Albrecht und Genossen an den Reichstag gegebenen Anregung, die Heimarbeit inber Tabakindustrie reichsgesetz- l i ch z u verbieten, Folge zu geben; oder ist der Bundes­rat bereit, um die wirtschaftliche Lage und die gesundheitlichen Zustände der Heimarbeiter in der Tabakindustric zu heben, nach 18 ff- des Hausarbeitsgesetzcs vom 20. Dezember 1911 Fach­ausschüsse für diesen Gewerbezweig zu errichten?

Dem Reichstage ging folgende kurze Anfrage des Abg. Rühle zu: Ist den: Reichskanzler bekannt, weshalb die Ergebnisse der am 15. November 1904 im Deutschen Reiche vorgenommenen Erhebung ü ber bie Lohnbeschäftigung von Kin­dern im Haushalt wie in der Landwirtschaft und deren Ncben- betrieben bisher mit Ausnahme von Bauern noch nicht veröffentlicht worden sind? Gedenkt der Reichskanzler die als­baldige Veröffentlichung .zu veranlassen.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhrfje«

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Wallioritrakk 32 enivsiehlr l». Maktflcuch JJ

Der ^all wetterle in der elsaß-Iothr. Kammer.

In der Sitzung der Zweiten Kammer des Land tags ton Elsaß-Lothringen am Donnerstag nahm di Aussprache zum Voranschlag ihren Fortgang. Bei dieser Gelegenheit nahmen sowohl der Präsident Dr. Rick 1 in und icr Abgeordnete .H auß vom Zentrum wie auch Staats- jefretär Zorn von Bulach Veranlassung, die Agi - lationS tätig fett des Abgeordneten We11erl 6 in Frankreich zur Sprache zu "bringen. Präsident Dr. Ricklin erklärte, daß er über den Parteien stehe und daher nicht Befugt sei, zu urteilen. I m Namen des Zentrums Verurteilte der Abgeordnete Haus; entschieden die Ent­gleisungen des Abgeordneten Wetterte. Das Zentrum bedauere, daß dieser sich soweit vergessen konnte. Die Frak­tion müsse aber jede Verantwortung für diese Aktion ab­lehnen.

Staatssekretär Zornv. Bulach bedauerte in scharfer Weise, daß die Zentrumsfraktion den ^geordneten Wetterte richt ausgeschlossen habe und dadurch eine gegensätzliche Stellungnahme wie das Reichszentrum und alle anderen Härteren bekundete. Wenn auch äußerlich vielleicht die Vor­züge des Llbgeordneten Wetterle einwandfrei erschienen, so komme es nicht darauf an, sondern auf den Effekt und aüf das Milieu, in dem sie gehalten wurden. Dies aber sei nationalistisch gewesen. Aus dem Vortrag hätte man die Absicht zwischen den Zeilen deutlich lesen können. Ein Aus­bau der Verfassung sei aber nicht zu erhoffen, solange solche

anuaT 1913.

txti RiederDblliev. zb. hT

.-Pachtung.

Februar d. 3., «itt«! iae Gemeindejaq) in i niM in zwei Sbicilnn? ffeiülich verpachtet roeiM Qonuar 1913. zermeismei Surkhardr. mt-

TaiiKfllz-

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D ganzen Hause.i

Straßburg, 16. Jan. In einer Protestver- rpaa nill^ M 1 ammlung nahmen heute abend weit über 2000 mar l V r-n \ Personen Stellung gegen das Verhalten des Reichs- und Jic »---nie Sm r Land tagsab geordnet en Wetterle. Die Versammlung nahm '.v -;wr einstimmig eine Entschließung an, in der das verhetzende - - Vorgehen Wetterles verurteilt und der Landtag aufgefor

-n roeticn . bert wurde, Stellung gegen den Abgeordneten zu nehmen.

sckstedene Dienstvereinfachungm herbeigefüh t. Im Bureau der allgemeinen Verwaltung wurden 6 Dienststellen aufgehoben, bei der Stadtkafse 4, die Gaswerkskasse wurde ganz aufgehoben und der Kassierer in den Ruhestand versetzt. Der Bericht gehr dann auf die Maßnahmen der Stadt zur Bekämpfung Iber Fleischnot ein. Tie Bautätigkeit wird als nicht besonders stark geschildert. Es wurden erbaut: 46 Vorderhäuser, 38 Hinterhäuser und 16 Fabrikm, außerdem wurden 56 Umbauten vorgenommen. Tie Summe der Bauwerte betrug im Jahre 1911 1 383 000 Mk. und 1912 2082500 Mark Tie städtische Rechtsauskunftsstelle wurde von 3788 Recht- suchenden beansprucht. Tie Armenpflege und das Fürsorgewesen sind durch öffentliche Shnge ausgestaltet worden. Auch die Jugend« fürsorge ist bedeutend erweitere worden. Die großen städtischen Betriebe haben sich günstig entwickelt, während der Schlachthof durch bie Fleischteuerung ungünstig bee nflußt wurde. Im städtischen Schwimmbad wurden 256 835 Bäder abgegeben. Die Einrichtung der unentgeltlichen Schwimmkurse für Volksschüler wurde lebhaft in Anspruch genommen, lieber die Entwicklung der Hessischen Ei'enbahU-Aktien-Gesellschaft spr'cht sich der Berickft auch günstig aus. Ein Antrag des Stadtv. Henrich, die Ä ö hn c fürNotstandsarbeiter wie folgt zu erhöhen: unverheiratete Arbeiter sowie ve: heiratete Arbe ter ohne Kinder unter 16 Jahren erhilten leine Zulage: verheirateie Arunter mit 13 Kindern unter 16 Jahren c hüten ein? Erh hung von 10 P g.: verhnratete Arbeiter "'ehr als drei Kindern u i.er 16 Jahren erhalten 20 P'g. tägliche Lohnerhöhung, wird in namentlicher'Abstimmung angenomu.e...

d. A! ainz, 16. Jan. Der Landwirt schafts- A usschnß für Rhein dessen hielt hier eine Sitzung ab Ter Voranschlag für 1913 wurde mit kleinen Abänderungen ein­stimmig genehmigt. Die zu errichtende Jung Viehweide in Rheinhessen war der Gegenstand längerer Beratungen. Dienheim, Wöllstein, Heppenheim a. d. Wies waren vor­geschlagen. Da Heppenheim wegen seiner ^Bodenverhältnisse und seines Graswuchses sehr günstig für die Iungviehweide ist, wurde es einstimmig dazu ausersehen.

Hessen-Nassau.

X. Bad Orb, 16. Jam Wegen der rxrrichtung eines Truppenübungsplatzes für das 18. Armeekorps müssen die Spessartdörfer Lettgenbrunn und Bill- buch vollständig abgebrochen werden. Zwischen ber Militärs- Verwaltung unb den meisten Besitzern ist auf gütlichem Wege eine' Einigung erfolgt, aber es sind einige widerstre­bende Grundbesitzer vorhanden, bie höhere Summen ver­langen und sich gütlich nicht einigen wollen. Gestern fand in Lettgenbrunn unter dem Vorsitze des Enteignungskom-- misscrrs ein Termin zur Enteignung der Grundstücke der widerstrebenben Grundbesitzer statt. Auch in diesem Termin ist eine Einigung nicht erfolgt, so daß nunmehr das Verwal­tungsgericht zu entscheiden hat. Die Abschätzungen bei Nachtaxatoren sind erheblich geringer ausgefallen als bie Gebote der Militärverwaltung betragen haben.

□leben gehalten würden.

Der dlbgeordnete Wetterle gab zu seiner Rechtferti­gung die Erklärung ab, daß, wenn heute die Maßnahmen megen der Ausländer beseitigt würden, er selbst morgen feine Ausschließung aus der Zentrumspartei beantragen werde, und werde die Verfassung morgen ausgebaut sein, so werde er gerne für immer aus dem politischen Leben Slsaß-Lothringens ausscheiden. In seiner Verurteilung sei rnan viel zu eifrig gewesen. Er werde sämtliche Vor­träge drucken und sie dem Landtage und der Presse zu- » stellen lassen zu seiner Entlastung. Er habe sich in den letzten Tagen viel zu viel um sein Seelenheil gekümmert.

1 (Zuruf Peirothes: Sie kommen doch in die Hölle!)

Staatssekretär Zorn v. Bulach erklärte dann nochmals, daß der Abgeordnete Wetterlö noch nicht sv ünschulbig tzu tun 1 brauche. Das unausgesproch"neAu moins que . . . ." habe Lenug verraten/ Herr Wetterle verkehrte in Paris I nur in Kreisen, bie den Revanchegedanken nährten unb er

Aus den Heid)stagsaiisfcbüfien.

:: Berlin, 16. Januar.

Ein neues Kaligeseh augekiin''iqt

Der Budaetausschuß des Reichstags verhandelte heute über die Kalisrage. Von verschiedenen Seiten wurden die angenblifklichen.Zustande für ganz unhaltbar erklärt, s owohl bezüglich der Propagan^agelder, als auch der ganz un­gesunden usdehnung der Kal ii n d u st r i e unter dem ( Schufte des Kaligesetzes. Auch das Kalisyndikat selbst bat eine Beschwerde einaereicht, gegen die Verwendung der Propaganda- igelber durch die Verteilungsstelle des Reichsamts des Innern. Der Unterstaatssekretär Richter verwies zunächst aus die ge­waltige Absatz ft eigerung. In den lebten sechs Jahren s n eine Verdoppelung des Absatzes eingetreten. Dieser erfreulichen Erscheinung ständen aber sehr unangenehme Beobachtungen aegm- i Wer. Insbesondere die riesige Steigerung der Zahl der Werke, j die bis zum 1. November 1912 auf 108 gestiegen sei, während weitere 128 Werke im Ausbau stehen, davon 57 durch Teilung von Werken. Davon sollen bis Schluß des Jahres 1913 75 lieserungs i«hig werden. Man könne unmöglich darauf rechnen, daß die Progression der' Steigerung der letzten Jahre auch in Zukunft och anhalten werde, wenngleich auch für die Zukunft mit einer weiteren starken Steigerung gerechnet werden könne. Es sei volks­wirtschaftlich schädlich, wenn eine so gewaltige Kapital- investation vorgenommen werde, unter anderem auch auf die Gefahr hin, daß durch die A uffindung von Kalilnger n im Auslande eine plötzliche Entwertung des deutschen Kali- hesitzes eintreten könnte. Eine reine Verstaatlichung wäre vielleicht ursprünglich ganz zweckmäßig gewesen, damit das Natur­monopol, das Deutschland besitze, der Allgemeinheit zugute komme. Allein zurzeit lasse sich das kaum mehr durchführen; einmal wegen der aufzuwendenden Summe von anderthalb bis zwei Milliarden Mark, und dann wegen der Gefahr der Ent- ikckung von ausländischen Lagern Manche der Schwierigkeiten, M denen man Kurzeit zu kämpfen habe, sei übrigens zurückzuführen of die Abänderungsbeschlüsse des Reichstags beim Kaligesetz. All? diese Verhältnisse werden zurzeit in einer Denkschrift bearbeitet, an die wohl sofort ein Gesetzentwurf an geschlossen werden wird. Er hoffe, diesen Gesetzentwurf nut der Denkschrift noch' im Lause dieser Session eiu- bringen zu können, spätestens aber SU Anfang der nächsten Session. Zurzeit sei es unmöglich, nähere Mitteilungen darüber zu machen, da weder Preußen noch der Bundesrat dazu Stellung genommen habe.

Der Ausschuß beschloß schließlich einpimmig folgcndeEnt- schließung: Für den Fall der Vorlage einer No­velle soll eine Bestimmung ausgenommen wer­ben durch welche das neue Gesetz rückwirkende Kraft für die nach dem 15. Januar 1913 in Angriff genommenen Werke erhält.

Der Wah Prüfungsausschuß

-rklärte die Wahl des sozialdemokratischen Abgeordneten Haupt, der inIericho gegen den konservativen Abgeordneten v. BYre n gewählt ist, für ungültig. Die Wahl des sozialdemokratischen Abgeordneten Haase-Königsberg wird fur gültig erklärt.