Nr. 242
ZweiLer Blatt
General-Anzeiger für Gbrrhesjen
9
Schon anno
Die freie Vereinigung für staatswissenschaftliche Fortbildung in Wien besuchte während ihrer Anwesenheit in Dresden auch den imposanten Fabrikbau der Firma: Orientalische Tabak- und Ziga- retten-Fabrik „Y e n i d z e", Weißeritzstraße, und nahm mit grotzem Interesse Kenntnis von den vom Erbauer und alleinigen Inhaber, Herrn Kommerzienrat Hugo Zietz getroffenen Einrichtungen hinsichtlich Fabrikhygiene und Arbeiterwohlsahrt. C10/™
Marke unter gesetzlichen Richard Brandts Wir warnen vor Nach- vorm. Apotheker Schaffhausen (Schweiz)
Tic Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 13. Oktober 1913.
.Regiments. Nach der Tafel hielten die Fürstlichkeiten (Seme. Anschließend fand ein Besuch der Vorstellung d§s Königl. Opernhauses statt. Gegeben wurde „Falstaff", Musik von Giuseppe Verdi. Der König hat dein Großfürsten Kyrill den Orden der Rautenkrone verliehen.
Mittwoch, 15. Gttober 1915
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Universtläks - Buch- und Steinbruderei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redattion:^^112. Tel.-Adr.: AnzetgerGießen.
Zum Brand des volturno.
London, 13. Okt. Bei der Ankunft des Dampfers „Car- mania" in Fishguard lehnte es der Kapitän Barr ab, irgendwelche Erklärungen abzugeben, bevor er in Liverpool am gekommen sei und seiner Gesellschaft Bericht erstattet habe. Der an Bord des Cunarddampfers jedoch ausgegebene Tagcsbulletin- befehl besagt: Die Passagiere der „Carmania" erfuhren beim Frühstück, daß ein drahtloses Telegramm eingelaufen sei mit der Meldung, daß in einer Entfernung von 78 Seemeilen ein Schiff brenne. Als die „Carmania" dann das Schiff erreichte, war es offensichtlich, daß das Feuer nicht mehr eingedämpft werden konnte. Der Kapitän des „Volturno", Inch, bemühte fid)„nur, die Passagiere zu retten. Der Bericht erzählt dann, wie die Passagiere der „Carmania" den Unglücklichen auf dem „Volturno" Zeichen der Ermutigung machten, die diese durch Schwenken der Taschentücher erwiderten. Es kamen sodann die Lloyddampfer „Seidlitz" und „Großer Kurfürst" und andere Schiffe an. Bei Sonnenuntergang brachen di- Flammen durch die großen Rauchwolken. Kapitän Inch sandte verzweifelte Hilferufe aus und ließ ein Boot zu Wasser, das der zweite Offizier des „Volturno" kommandierte, um nach dem „Großen Kurfürst" eine Seine zu werfen. Das Boot zerschellte jedoch an der Seite des „Großen Kurfürst". Die Mannschaft wurde wunderbarerweise von dem „Großen Kurfürst" gerettet. Dann sandte Kapitän Inch zum letzten Male einen Hilferuf aus. Gleich darauf erfolgte die Explosion, welche das Schicksal des Schisses zu besiegeln schien. In der Morgendämmerung hatte man bereits alle Hoffnung aufgegeben, aber die See wurde ruhiger und jetzt sandten die Schiffe eilend Boote zur Hilfeleistung aus. Sie fanden, daß die Leute an Bord des „Volturno" die schreckliche Rächt überlebt hatten. Als letzter ging Kapitän Inch mit den Schiffspapieren von Bord.
Erscheint tützlich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Siehener $amtlientlätter“ werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beiqelegt, das „Kveisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit« fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Zum 18. Moder.
Auch in der näheren und weiteren Umgebung Gießens soll, wie überall, die Jahrhundertfeier ihrer Bedeutung ; entsprechend gefeiert werden. Bon einem Leser aus Ulrichstein wird angeregt, zur Erhöhung der Wirkung der vielen F r e u d e n f e u e r, die allerorten entzündet werden, dahin zu wirken, daß man mit dein Entzünden der Feuer einet bestimmte Zeit vereinbart. Ein herrlicher Anblick wäre es, wenn die Feuer auf dem Vogelsberg und in den Niederungen zu gleicher Zeit abgebrannt würden. Als Zeitpunkt schlägt der Einsender 8 Uhr vor.
Die Iah hundertf.i.r in Gießens Umgebung.
--Heuchelheim, 12. Okt. Unser Ort bekommt nun auch seine Gedenk-Eiche. Nachdem die Mehrheit des Gemeinderats die Pflanzung einer solchen abgelehnt hatte, wurde bei einem großen Teile unserer Bürgerschaft der Wunsch nach einer privaten Veranstaltung rege. Dieser Gedanke fiel aus fruchtbaren Boden, es wurde in einer öffentlichen Versammlung einmütig beschlossen, die Anregung zur Ausführung zu bringen; ein Ausschuß wurde gebildet, dem die Durchführung übertragen ist. Die Pflanzung soll am 18. Oktober in feierlicher Weise stattsinden, es wird sich daran eine würdige Gedenkfeier im großen Saale des Gasthauses „Zum Treppchen" anschließen. Bei dem regen Interesse, welches der Sache aus einem großen Teil unserer Bürgerschaft entgegengebracht wird, verspricht die Veranstaltung eine recht würdige zu werden.
)( Lich, 13. Okt. Die Gemeindevertretung gab in ihrer letzten Sitzung zu den von einem Ausschuß der Vereine gemachten Vorschlägen zur Jahrhundertfeier ihre Zustimmung. Nur soll das Freudenfeuer nicht auf dem Galgenberge, sondern näher bei der Stadt abgebrannt werden. Ferner soll die Gedächtniseiche nicht aus den Adler-, sondern auf den Kirchenplatz gepflanzt werden, wo schon Erinnerungsbäume aus bett Jahren 1817, 1883 und 1900 stehen.
— L 0 rbach, 13. Okt. Auch Lorbach plant, die Erinnerung an Deutschlands Befreiung festlich zu begehen. Mittags zwischen 12 und 1 Uhr wird unter dem Geläute der Glocken eine Linde nebst einem Gedenkstein gesetzt; abends 8 Uhr wird dann unter Beteiligung des OÄsvor- standes, der Schule, der Vereine und der übrigen Gemeindeglieder ein Fackelzug durch das Dorf nach der frisch gepflanzten Linde ziehen, wo patriotische Ansprachen und Gesänge an Deutschlands große Zeit vor 100 Jahren erinnern werden. Anschließend daran sindet dann auf der Höhe „an Faßbinders Bäumen" beim auflodernden Freudenfeuer die Feier ihren Abschluß. Am Sonntag findet Kirchgang der Vereine statt.
Herchenhain, 14. Okt. Zur Hundertjahrfeier werden am Samstag abend auf der Herchenhainer Höhe, Ernst- berg, Weißenstein, Hoherodskopf, sowie auf vielen Bergen und Höhen des Vogelsberges Freudenfeuer abgebrannt werden. Auf Sonntag nachmittag ist die Anpflanzung einer Gedächtnislinde in- Herchenhain festgesetzt.
L. Friedberg, 14. Okt. Heute hat die Bürgermeisterei unserer Stadt das Programm für die Jahrhundertfeier veröffentlicht. Es wird am Vorabend und am eigentlichen Festabend mit allen Glocken der Stadt geläutet. Um 77» Uhr abends bewegt sich durch die mit Fahnen geschmückten Straßen ein Fackelzug nach der Friedberger Warte. Unter Vortritt der Spielleute des hiesigen Bat. und der Gießener Regimentskapelle werden sämtliche Vereine, höheren Schulen, Militär-, Staats- und Stadtbeamte sich am Zuge beteiligen. Auf dem Wartberge wird ein Feuer abgebrannt, Justizrat Windecker wird die Festrede halten. Um 8y2 Uhr findet im Saalbau Kommers statt, bei dem Stadtverordnete Leuchtgens, Prof. D. Diehl und Prof. Volp Ansprachen halten werden.
r. Reichelsheim, 11. Okt. Der Gedenktag der Völkerschlacht wird auch in unserem Städtchen festlich begangen werden. Die Vorstände der Vereine haben folgendes Programm festgesetzt: Samstag, den 18. Oktober, mittags 12 bis 121/2 Uhr, . Luten die Kirchenglocken. Um diese Zeit wird eine von der Gemeinde gestiftete Linde an der Bahnhofsstraße gepflanzt. Abends 71/4 Uhr treten sämtliche Vereine zum Festzuge nach der Heuchelheimer Höhe an, wo ein Freudenseuer abgebrannt wird. Eine Ansprache des Pfarrers Vogel, Vorträge des dNusik- und Gesangvereins werden die Feier verschönen. Eine Nachfeier findet im Gasthofe zur Post statt. Am Sonntag, den 19. Oktober, beteiligen sich der Krieger- und Musikverein am Festgottesdienst.
ch. Bingen, 14. Okt. Wie auch an anderen Orten, wird in Bingen der Tag der Jahrhundertfeier festlich begangen. Am Samstag wird im Hofe der neuerbauten Baugewerkschule eine Gedächtnis eiche gepflanzt werden. Abends werden vom Turnverein gegr. 1846 auf den Höhen Freudenfeuer abgebrannt werden. In der Festhalle findet ein großer Fest akt statt, an dem die Bürgerschaft teilnehmen wird.
5. Deutscher Hochschullehrer ag.
** Straßburg, 14. Okt.
Die weiteren Verhandlungen des 5. Deutschen Hochschullehrertages drehten sich in erster Linie um die Frage der Aeuderung des Promotionswesens. Professor v. Amira (München» wies zunächst auf die Verschiedenheit der Promotionsgebühren in Deutschland hin und betonte, daß diese Verschiedenartigkeit Bedenken in ich berge. Wenn man von einer Reform spreche, müsse man ganze Arbeit leisten und als eine solche ganze Arbeit sei die Ver- taatlichung zu bezeichnen. — Professor Ziegler ^Frankfurt a. M.) erklärte sich für einen Gegner der Verstaatlichung — v. Below (Freiburg» sprach sich dahin aus, daß sich die bisherigen Einrichtungen an den Universitäten vollauf bewährt hätten; eine Ablieferung der Promotionsgebühren an beit Staat würde das Ende der Selbstverwaltung bedeuten. — Professor Pappenheim (Kiel )lehnte jede Erhöhung der Promotionsgebühren ab und sprach sich auch dagegen aus, daß der Staat finanziell an den PromotiouögsjMren interessiert werde. — Professor Wach
Der Kaiser bei der (Einweisung einer Moseldr cke in Trier.
. rier, 14. Okt. Der Kaiser ist mit seinem Gefolge un ©onberäuge um 9,35 Uhr vormittags auf dem Haupt- bahuhof eingetroffen, wo er vom Oberpräsidenten der Rhein- provtnz, Freiherrn v. Rheinbaben, empfangen wurde. 5Ser Kaiser begab sich im Automobil unter den Kundgebuu- ?cncm^< , engc an der Porta nigra vorbei zur neuen Kai- J£r Wnhelmsbrücke über die Mosel. Der Regierungspräsident Dr. Boltz hatte kurz vor der Ankunft des Kaisers eine Jicipe von Ordensverleihungen bekannt gegeben und ver- tcilt, u. a. dem Erbauer der Brücke, Professor Dr. Meißner-Darmstadt den Roten Adlerorden 4. Klasse. Der Äatfer manöte Hrf) sogleich mit freundlichen Worten an den Oberbürgermeister v. B r u ch h a u s e n. Dieser hielt hierauf ^pradie, in der er den Willkommengruß der Bürgerschaft zum Ausdruck brachte. Unter dem machtvollen Schutz des geeinigten deutschen Vaterlandes habe sich auch Trier entwickelt. So habe auch die zweite Moselbrücke verändert werden können und solle heute an dem großen Ehrentag der Stadt dem Verkehr sich öffnen unter dem Namen Kaiser Wilhelmbrücke als (Erinnerung an das Jubeljahr von des Kaisers 25jähriger segensreicher Regierung. Der Oberbür- germeifter schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, in das otc Anwesenden einstimmten.
Der Kaiser dankte, indem er seine Genugtuung über das gelungene Werk der schönen neuen Brücke aussprach. Er habe sich gefreut, besonders s0 viele fröhliche Kinde r g e s ich r e r gesehen zu haben. Er beauftragte den Oberbürgermeister, der Bürgerschaft feinen herzlichen Dank für den schönen, herzlichen Empfang in Trier auszusprechen. Nachdem der Kaiser die Vorstellung einiger Stadtvertreter entgegengeuommen hatte, schritt er zur Brücke. Sechs weißgekleidete kleine Mädchen hielten eine Rote Girlande quer über den Fahrdamm der Brücke gespannt und senkten diese beim Nahen des Kaisers. Die junge Tochter des Oberbürgermeisters überreichte dem Kaiser einen Blumenstrauß. Der Kaiser ging die ganze 315 Meter lange Brücke ab. Die Ru dervereine, die in ihren Booten auf dem Strom parade lagen, huldigten ihm mit einem dreifachen Hipp, Hipp, Hurrah! während die Glocken der Stadtkirchen läuteten. Von der wunderbaren Aussicht nach beiden Seiten hin in das Moseltal ■ war der Kaiser entzückt und äußerte sich wiederholt in diesem Sinne.
Bei der Abfahrt stimmte das Publikum die National- i Hymne an. Der Kaiser dankte immer wieder. Es begann nun ldie Besichtigung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten durch den Kaiser. Auf dem Wege nach dem König- Iicheu Schloß sah der Kaiser die große bon den Turnern .gestellte Pyramide und durchfuhr später die Porta Nigra. ,Sn den Fensteröffnungen des obersten Geschosses waren Fanfarenbläser in altrömischer Tracht aufgestellt, die dem Kaiser -einen Willkommengruß entgegenschmetterten.
Lieser, 14. Okt. Der Kaiser traf heute nachmittag um 5,45 Uhr, von Trier kommend, ein. Der Ort war prächtig geschmückt. Vereine und Schulen bildeten Spalier. Die Freude war groß, als der Kaiser eintraf. Der Kaiser fuhr zum Schlosse des Freiherrn P0n Sch0rlemer, wo er von dessen Familie empfangen wurde. Er übernachtet auf Schloß Lieser. Von dort aus fährt der Kaiser morgen früh 9,15 Uhr nach Daun und von da nach Gerold st ein.
Trier, 14. Okt. Der Kaiser machte heute vormittag noch einen kurzen Besuch im Offizierskasino des Infanterie- Regiments Nr. 69, welches sich in dem alten Kurfürstlichen Palais befindet, und bewunderte dort die große Pracht- treppe und die vielen alten wertvollen Gemälde und Sttick- decken. Unter allgemeinem Jubel erschien der Kaiser nach dem Frühstück auf dem Balkon des Regierungsgebäudes. Er ging dann zu Fuß nach dem Dom hinüber und besichtigte diesen unter Führung des Bischofs Komm. Der Kaiser sprach seine volle Anerkennung über die großzügige Instandsetzung des ehrwürdigen Gebäudes aus. Vom Dom betrat der Kaiser in Begleitturg des Bischofs den Kreuzgang und von da aus die mit ihm zusammenhängende Liebfrauenkirche. Dieses älteste gotische Bauwerk auf deutschem Boden wurde ebenfalls vom Kaiser mit großem Interesse eingehend gesehen. Zum Schluß fuhr Per Kaiser im Mietautomobil nach dem Amphitheater. Hier führten Gymnasiasten und Jugeiidvereine Freiübungen vor. Für den Kaiser war an der Stelle der alten Kaiserloge eine kleine Tribüne errichtet worden. Gegen 4 Uhr verließ der Kaiser das Amphitheater und fuhr nochmals durch die Stadt, wiederum überall bejubelt. Die Fahrt ging zuletzt an den neuen Kasernenbauten vorüber nach Lieser.
Leipzig -warnte davor, die Proinotionssrage gerade an erster Stelle zu besprechen, weil man sich der Welt gegenüber dadurch bloßitellc, indem der Anschein erregt werde, als ob die Hochschullehrer das Hauptgewicht auf die finanzielle Seite legen. — Ka u f- m a n n (Breslau meinte, daß die großen Mißstände verschwiiiüen würden ,sobald die Dozenten kein persönliches Interesse mehr an der Zahl der Promotionen haben. — Professor Bessau (Straßburg) verwarf eine Erhöhung der Promotionsgebühren hauptsächlich im Interesse der minoerbemitLelten Studierenden. Der Zudrang werde durch eine solche Erhöhung nicht eingeschränkt, das könne nur durch eine Erschwerung der Promotionsbedinguugen geschehen. — G ö tz (Straßburg sprach ebenfalls gegen die Promotions- gchüfrren, die heule schon so hoch feien, daß deshalb viele junge Leute auf das Doktorexamen verzichten.
Auch Hartmann (Wien) sprach sich entschieden gegen eine Erhöhung der Promotionsgebühren aus. — Pros. v. Ä m i r a zog hierauf seinen Antrag aus Erhöhung der Gebühren zurück.
Es nmrbe sodann der Teil des Anttages, der sich mit der Aus- schaltung des ökonomischen Interesses der Dozenten an der Zahl der Promotionen besaßt, .angenommen, die Anträge betreffend Verstaatlichung der Gebühren, sowie die Rückzahlung bei Nicht- beitehen des Examens wurden einem Ausschuß als Material überwiesen. — Weiterhin wurde beschlossen, daß für die medizinischen und juristischen Fakultäten in Oesterreich die.Dissertation ein» zujühren sei. Die Dissertationen in Deutschland, Oesterreich und der deutschen Schweiz sollten selbständige wissenschaftliche Leistttngen sein. Der Entwurf, nach dem die strenge Durchführung der Prü- sungsbestimmungen verlangt wird, gelangte zur Annahme, während die Begründung zur weiteren Verarbeitung dem Ausschuß über» wiesen wurde.
, In seiner heutigen zweiten und letzten Hauptversammlung beschäftigte sich der Deutsche Hochschullehrertag mit dem Thema: „Begründung neuer U n i v e r s i t ä t e n".
Referenten über das Thema waren Professor Bücher (Leipzig) und Professor Kaufmann (Breslaus Kaufmann wandte sich mit aller Entschiedenheit gegen die Gründung neuer Universitäten und wies darauf hin, daß ein Bedürfnis zur Gründung solcher neuer Hochschulen nicht anerkannt werden könne. Es bestehen bereits jetzt 40 bis 50 Prozent Hochschulen zu viel.
Professor Bücher, der nicht erschienen war, und dessen Vortrag verlesen wurde, ist ebenfalls ein Gegner der Errichtung neuer Universitäten, und wendet sich besonders dagegen, daß die Kommunen 'Frankfurt a. M'., Hamburg, Dresden usw.) an die Uni- versitätsgründnngen in ,'d.er Art herangingen, wie man etwa öffentliche Verguügungsgebäude errichte. (Hefterkeit und Widerspruche Viel besser als die Neugründung von Universitäten sei ein Ausbau und eine Förderung dec bestehenden, damit sie allen Ansprüchen des wachsenden Betriebes auf allen Gebieten entsprächen. Freilich habe die Bewegung mächtige Förderer, vor allem den preußischen ^Kultusminister, hinter sich, und es scheine fasst so, als ob die Universitäten Deutschlands an einer Schicksalswende angelangt seien. Im Interesse der Wissenschaft hoffe auch er. aus eine rechtzeitige Abkehr von den utopisttschen Plänen, die hier und da aufgetaucht seien. — Die anschließende Aussprache bewegte sich in demselben Rahmen.
Zum Tagungsorttdes Deutschen Hochschullehrertages im Jähre 1915 wurde Wien gewählt.
Russischer Besuch in Dresden.
Dresden, 14. Okt. Großfürst Kyrill Wladimirowitsch, der in Vertretung des Zaren an der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals sowie der russischen Gedächtniskirche in Leipzig teilnimmt, ist heute nachmittag um 5.17 Uhr zum Besuch des Königs von Sachsen auf dem Hauptbahnhof eingetroffen. In feiner Begleitung befanden sich der Generaladjutant des Kaisers Baron Meyen- d 0 r f f und der Flügeladjutant des Kaisers Fürst Mesch- tscherski und der Chef des russischen Generalstabs General Jilins ki. Zur Begrüßung war König Friedrich August auf dem Hauptbahnhof erschienen. Die Fürstlichkeiten begaben sich nach dem Wiener Platz, wo eine Ehrenkompagnie vom Infanterie-Regiment Nr. 177 Aufstellung genommen hatte. Tie Musik spielte die russische Nationalhymne. Der König und der Großfürst schritten die Front der Ehrenkompagnie ab. Nach dem Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie bestiegen der König und der Großfürst Kyrill den ä la Taumont bespannten Wagen und fuhren, geleitet von einer Schwadron Gardereiter, durch die Prager Straße nach dem Nesidenzschloß.
Heute abend G^i Uhr fand im Restdenzschlotz Gala- ta fe l zu 66 Gedecken statt. Bei Tisch saß der König von Sachsen zwischen dem Großfürsten und der Prinzessin Johann Georg. Während der Tafel trank der König von Sachsen auf das Wohl des Kaisers von Rußland sowie der kaiserlichen Fan ilie und brachte nochmals seinen Dank zum Ausdruck für die Verleihung des 4. Koporschen Jnfanterie-
toar es, als nebenstehende Schutz für Apotheker Schwelzerpillen kam. — ahmungcn. — A. - G. Richard Brandt,
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
60 Kg. Schlachtgeivicht 85—98 Mk.
", Kg. Schlachtgw. Y 2-115131
" „ , 70—82 ,
7, Kg. 92-100 Psg.
7, , 94—98 , 7, , 90-110 „
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Weizen loO Kg. 20.' 0 - 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 16.60—16.75 Mk.
Weißbrot 2 Ntq. 62 lüg., Schwarzbrot 2Wg. 54 Pfg,


