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und Gesangverein „Ei Leipziger Völkerschlacht^
Meteorologische Beobachtungen -er Station Eietzen.
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Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz.
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FABRIK- ANSICHT
wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.
Bad Brückenau (Bayern) gehört auf Grund seiner mächtigen Heilfatzoren, deren Bedeutung sich in der gesamten Aerzte- welt immer mehr Bahn bricht, unstreitig zu den wirksamsten und beliebtesten Bädern Süddeutschlands. Für Nieren- und Harn-, Rheumatismus- und Gichtleidende ist Bad Brückenau in den letzten Jahrzehnten dank seiner Wernarzer Quelle, geradezu eine Spezialität geworden, die in ihrer Art unübertroffen ist. iDie Brückenauer Stahlquelle, durch ihren Wohlgeschmack bekannt, hat die größten Heilsrfolge bei einer Reihe von Krankheiten, namentlich Blutarmut, Frauen- und Nervenleiden, auszuweisen. Nicht am wenigsten ist iauch das herrliche Waldklima mit seiner frischen, ozonreichen Luft, was den Kurgebrau ck> auf das zweckmäßigste unterstützt-, und Bad Brückenau zu einem Luftkurorte ersten Ranges macht.
Bad Homburg. Ich ersuche Euer Durchlaucht der unter Ihrem Präsidium tagenden Generalversammtung der Katholiken Deutschlands für den Ausdruck treuer Anhänglichkeit an Kaiser und Reich und die mir gewidmeten freundlichen Wünsche meinen Dank auszusprechen. Wilhelm I. R.
Darauf begrüßte Bürgermeister Dr. Fcnckt im Namen der Stadt die Versammlung. Alle Katholiken deutscher und französischer Zunge durchglühe derselbe Gedanke, zu sein „ein einig Volk von Brüdern" (Bravo und Händeklatschen).
Freiherr von Fuchs -Wien überbringt als Vertreter des Zentralausschusses der Katholiken Oesterreichs Grüße, wofür Pros. Kintzinger dankt und dem Kaiser Franz Josef am Vorabend seines G e b u r t s f e st e s Glück und Segen wünscht.
Baumberger-Schweiz überbringt im Namen des Zentralkomitees der Schweizer Katholiken die herzlichsten Wünsche und gedenkt mit herzlichen Worten des Besuches Kaiser Wilhelms in der Schweiz.
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l. Klein-Linden? 17. Aug. Eine Kaiserjubiläum s- und Gravelotte feier sand heute in dem Burggarten unter starker Beteiligung der Einwohner statt. Voraus ging eine kirchliche Feier, bei welcher Pfarrer Bröckelmann die Festpredigt hielt. Auf der Burg eröffnete der Posaunenchor die Feier. Der Vorsitzende des Kriegervereins begrüßte die Festteilnehmer und Gesangverein „Eintracht" sang als Eröffnungschor „Die
Markte.
W. Gießen, 17. Aug. Ferien st immung herrschte am amstag auf unferm Wochen markt, der übrigens in allen
Handel.
)( Vom Pferde handel ivird uns geschrieben: 65 000 Pferde, davon 30 000 für das deutsche Heer und 35 000 für die französische Armee, werden zur Errichtung neuer Kavallerie-Regi- mentcr gebraucht. 'Datz dieser gewaltige Mehrbedarf nicht ohne Einfluß aus die Preise der Tiere .geblieben ist, die für private und wrrtickxistllche Awccke nötig sind, liegt auf der Hand. Trotz der Konkurrenz des Autos sind die Preise für Pferde in Deutschland in den letzten 10 Jahren immer mehr gestiegen. Die Pferde - ^chler^im Auslande verlangen besonders für Arbeitsschläge enorm
Leipziger Völkerschlacht" unter Leitung des Dirigenten Harnisch- Steinberg. Die Festrede hielt Lehver Jung- Ober-Mock- 'tadt, Lehrer Keil gedachte des Tages von Gravelotte und brachte das Hoch aufs Vaterland aus. Herr Jung-Ober-Mockstadt gedachte in einer weiteren Ansprache der Veteranen und Kriegsteilnehmer. Herr Aug. Stöger toastete auf Jung-Deutschland.
l. Nidda, 18. Aug. Der Kriegerverein und der Veteranenverband Nidda und Umgegend hielten heute Gravelotte feier ab. Um 10 Uhr zogen die Vereine mit Fahne und Musik zur Kirche. Im Festgottesdienst predigte Pfgrrer Werner und ührte in begeisterter Rede aus, warum und wofür wir am Tag von Gravelotte Gott und den Menschen danken und das Gelöbnis geben müssen, das, was wir von unseren Vätern erhalten haben, zu bewahren. Nach Beendigung des Gottesdienstes bewegte sich ein tattlichcr Zug zum Kriegerdenkmal. Der Vorsitzende des .Kriegervereins, Oberst z. D. Weimer, hielt hier eine kraftvolle, echt patriotische Ansprache und brachte ein dreifaches^ Hurra auf Kaiser und Großherzog aus und legte einen Kranz am Denkmal nieder. Das gleiche tat der Vorsitzende des Veteranenverbands, Gerichtsvollzieher i. P. Vetzberg er. Um 2 Uhr hielt dann der Beteranenverband seine Generalversammlung ab. Ein Konzert der Feuerwehrkapelle in Krafts Saalbau beschloß die Feier.
L. Friedberg, 17. Aug. Unter Vorantritt der Kapelle der Militärmusikschule zogen die Militärvereine heute morgen ,'nach dem Friedhöfe, später zum Gottesdienste und dann zu einem Zusammensein, alte Erinnerungen austauschend, in die Reichskrone.
Professor Kintzinger schlug sodann zum ersten Präsidenten den Wirsten Alois zu Löwenstein vor. Dieser, der bekanntlich auch auf dem ersten, fauf elsaß-lothringischem Boden abgehaltenen Katholikentage vor sechs Jähren in Straßburg das Präsidium führte, erklärte hierauf, daß er die Wahl annehme. .Er werde das Amt des Ersten Präsidenten jedenfalls ohne Nervosität führen. Die Arbeitslast, die auf dem Präsidium einer 'Generalveriammlung liegt, ist eine große und sie wird in diesem Jahre noch gesteigert durch die Do pp.elspr achl i chkeit der '.Verhandlungen. Diese Doppelsprachlichkeit hat überall in der Wresfe viel Kopfzerbrechen verursacht und heiligste Entrüstung entfällst. Wenn die Herren aber geheime Pläne dahinter gewittert haben, so sind sie auf dem Holzwege. Die Sache liegt außerordentlich einfach. Ein großer Teil der elsaß-lothringischen Bevölkerung beherrscht die deutsche S p r ach enicht so vollkommen, um ernsten Verhandlungen mit vollem Verständnis folgen zu können. Da wäre es töricht gewesen, wenn wir ausschließlich in einer Sprache verhandelt hätten, die das Voll zum Teil nicht versteht.
Zum 1. Vizepräsidenten wurde Landtagsabgeordneter Hön Wroßblittersdvrs) gewählt, zum 2. Vizepräsidenten Rechtsanwalt Trunk (Karlsruhe).
Hierauf gelangte folgendes
Huldigungstelegramm an den Papst tzur.Absendung: „Die zu ihrer 60. Generalversammlung in Metz vereinigten Katholiken Deutschlands entbieten Dir, Heiliger Vater. Den ehrerbietigsten Slusdruck freudigen Gehorsams, unwandelbarer Treue und kindlicher Liebe. Mit banger Sorge haben sie g Tage Deiner Krankheit durchlebt und danken nun Gott, daß , der treue Hüter der Reinheit der Lehre, der rkämpfer für die Freiheit der Kirche Deiner Herde erhallen chliebst. Erfüllt von der Erinnerung an Konstantins glorreiche Tat, welche der Kirche die Freiheit der Entwicklung gab und der Menschheit dadurch die größte Wohltat erwies, sprechen die Katholiken Deutschlands den innigen Wunsch aus, daß bald die unwürdigen Fesseln fallen möchten, die heute noch vielfach unserer Kirche auferlegt sind. Sie fordern für den Stellvertreter Christi tauf Erden volle Freiheit in der Verwaltung seines heiligen, segen- chringenden Amtes und erbitten von Dir, Heiliger Vater, den -apostolischen Segen für ihre Beratungen."
An den Kaiser wurde folgender Huldigungsgruß gesandt: „Viele Dausende katholischer Manner, die zur 60. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Metz versammelt sind, bringen Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät ihre Huldigung dar und das. Gelöbnis der unverbrüchlichen Treue und Anhänglichkeit zu Kaiser und Reich. Dankbar erfreuen sie sich des Friedens, den Eure Majestät durch 25 Jahre mit starker und fester Hand dem ,-Deutschen Reiche erhalten haben. Sie beten zu Gott, dem König der Könige, daß er Eurer Majestät noch viele Jahre einer glücklichen und segensreichen Regierung schenken möge zum Wohle des Vaterlandes."
Daraus wurde die erste geschlossene Versammlung für beendet erklärt.
Gegen .VzS Uhr nachmittags setzte sich dann der große F-estzug tbon der Esplanade aus in Bewegung. Es beteiligten sich an dem Zuge rund 25000 Mitglieder von Handwerks-, Gesellen- und Wrbertervereinen. Auch alle Kongregationen aus Metz und der näheren Umgebung waren im Zuge vertreten, der ü b e r 8 0 Musikkapellen äufwies, die die einzelnen Gruppen anführten. In der Mehrzahl handelte es sich dabei .um Kapellen, die in einer der französischen Uniform ähnlichen Tracht marschierten Und überwiegend aus den aufgelösten natio nalisti- schen Vereinigungen der „Lorraine sportive" und der ,Jeunche Lorraine" sich rekrutierten. Sie spielten die cha- r a kt e ri st i scheu franz ösi scheu Ge s chwi n d m ä rsche, wogegen die im Zuge marschierenden deutschen Kapellen deutsche Militärmärsche, u. a. den „Hohenfriedberger" und den „Pariser Einzugsmarsch" zum Vortrag brachten. Die eingeborene Bevölkerung äkklamierte selbstverständlich nur die französischen Kapellen iFaft sämtliche Vereine wurden von ihren Ortsgeistlichen geführt und hatten die Vereinsfahne mitgebrachl, wohingegen das Mit- siihreii von Krrchenfahnen verboten war. Die Vereine'aus dem Saarrevier hatten ihre Kapelle in Bergmannstracht gesteckt
Zu Füßen der wundervollen Esplanade mit dem Ausblick auf die Schlachtfelder St. Quentin, Gravelotte und Mars la Tour nahm auf einer Tribüne Bischof Benzler, umgeben von den übrigen kirchlichen Würdenträgern, den Vorbeimarsch .des Zuges ab. Jeder Verein wurde von der Tribüne mit lebhaftem Beifall begrüßt. Auf dem Festplatze sorgten drei große Wirtschaf- t e n für ein angeregtes Leben und Treiben, das bis in die späten Abendstunden andauerte und schließlich zu einem allgemeinen Volksfest wurde, an dem auch die eingeborene Bevölkerung lebhaften Anteil nahm.
Im Anschluß an den Festzug fanden in 14 Räumen der Stadt Festv er sammln ilgen der Vereine statt. Die Redner in diesen Versammlungen forderten die Erschieneiien zu treuem .Festhalten an Glauben und Kirche gegenüber allen Einwirkungen des modernen Unglaubens auf.
Um 8 Uhr abends fand dann in der gewaltigen Festhalle die öffentliche Begrüßungsversammlung statt, die von mehreren tausend Pevsonen besucht war.
Prof. Kintzinger hielt die erste Ansprache, die mit einem Hoch auf Kaiser und Papst schloß, worauf die deutsche National Hymne gesungen wurde. Inzwischen war eine
Antwortdepesche des Kaisers eingegangen, welche vom Fürsten Löwenstein mitgeteilt wurde-.
Vermischter.
* Die Eröffnung der Merkurbergbahn fand, wie aus Baden-Baden berichtet wird, am Samstag mittag unter Beteiligung zahlreicher Vertreter von staatlichen und städtischen Bs- hörden und in Gegenwart einer großen Anzahl Ehrengäste statt. Die Anlagekosten der Bahn auf dem Merkur (700 Meter) beliefert sich einschließlich der erforderlichen Kosten des neuen Restauratioils- gebäudes auf rund eine Million Mark. Im Namen der Großher- zöglichen Regierung sprach Geheimrat Wiener der Badener Stadtverwaltung den Dank und die Anerkennung der Regierung aus.
* Die Heirat int Automobil. Miß Donaldson die Tochter des verstorbenen Vizepräsidenten der Erie-Eisenbahn- Gesellschaft, scheint eine besondere Vorliebe für romantische Heiraten zu haben. Vor drei Jahren hat sie einen Mr. John Kirwan im Geheimen, ohne Wissen der Eltern, geheiratet. Sie und ihr Gatte waren damals 18 Jahre alt Als die Sache ruchbar wurde, setzten die Eltern die Annullierung dieser Ehe durch und beobachteten auf das strengste ihre Tochter. Letzthin ist sie ihnen wieder ausgerissen und hat Amerika durch eine neue exzentrische Heirat in Erregung versetzt. Sie hatte vor einem- Jahr bei einem Wettrennen in London den Advokaten Siston aus Otawa, den Sohn des ehemaligen Ministers des Innern, kennen gelernt und sich sofort in ihn verliebt. Dieses Jahr sind die Eltern wieder mit ihr nach Europa zu den englischen Rennen gekommen. Die Tochter hat sich aber eines Slbends von ihnen getrennt Und in einem bereit gehaltenen Automobil sofort mit ihrem Geliebten trauen lassen, worauf noch eine kleine Erfrischung von Eisschokolade eingenommen wurde, und bann entflohen die beiden auf ein Schiff, das sie nach Amerika hinübertrug.
Kleine Tageschronik.
Die „B. Z." meldet aus Bromberg : Der Reichstags- ab geordnete für den Wahlkreis Komar-Czamikau-Filehne, Gutsbesitzer Ritter, stürzte unmittelbar vor dem Bromberger Bahnhof infolge vorzeitigen Oeffnens der Wagentür aus dem noch in voller Fahrt befindlichen Zug und wurde schwer verletzt.
Tschechische Blätter melden, daß bei der kürzlich von der Regierung suspendierten Stadtvertretung der böhmischen Stadt Saun größere Unterschleife vorgekommen seien. Die Revision der Städtischen Sparkasse habe ein Defizjt von dreiviertel Millionen Kronen ergeben.
Artikeln, die man dort feil zu bieten pflegt, vorzüglich veicyickt war. Aber die Menge der einkausenden Hausfrauen war geringer als sonst, was wohl seinen Grund in den Ferien der Universität und der höheren Schulen halte. Es war nach langer Zeit einmal ein Überangebot in Eiern, Butter, in Geflügel und in Gemüse re. zu bemerken und die Wochenmarktskundscha't, die dafür einen sehr geschärften Blick hat, machte sich diesen Umstand zu nutze, feilschte und bot kräftig ab. Suppenhühner und junge Hahnen waren n: solcher Menge vorhanden, daß dieselben förmlich zu Ausverkanss- vreisen zu haben waren, ebenso ging es mit den großen Buttervorräten. Beste Landbutter war gegen Milte des Marktes das Pfund zu Mk. 1,10—1.15 in Menge noch zll taufen.
** Der Viehhandel bei den Gießener Viehmär k t e n ist, so flogt eine Zuschrift an uns, durch die bestehende Marktordnung merkwürdigerweise verboten, obgleich Zuchtviehmärkte ohne Dorhandel eigentlich gar nicht gut denkbar sind. Das Verbot wird von den Exekutivbeamten der Polizeibehörde auch nur gehandhabt, wenn dieser Handel vor dem eigentlichen Markt auf der Straße oder auf nach der Straße zu offenen Höfen getrieben wird: findet er aber in den Ställen statt, so läßt man ihn vernünftigerweise zu. Neuerdings hat nun die Polizei dem Handel mit Vieh vor dem eigentlichen Markttage eine weitere Schwierigkeit dadurch bereitet, daß sie die Handelsleute, die aus Preußen zum Vieheinkauf oder -Verkauf schon am Montag in Gießen sind und den Handel an diesem Tage ausüben, nach der Steuerlegitimation fragen, welche Maßnahme, da man früher sich nie darum kümmerte, unter den Handelsleuten böses Blut machte. Jedenfalls hat zu dieser Maßregel der hessische Steuerfiskus die Anregung gegeben, der damit bezweckt, Geld in den Beutel des Staates zu schaffen. Wir haben uns nun nach den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen erkundigt und dabei erfahren, daß Viehhändler, die außerhalb Hessens eine gewerbliche Niederlassung haben und darüber durch die Steuerpapiere ihres Heimatlandes sich ausweisen können, am Montag vor dem Mctx-kt zwar Vieh in Gietzen ein kau fett, aber nicht verkaufen dürfen: dagegen dürfen Viehhändler von jenseits der hessischen Grenze, die nur xm Besitz eines Wandergewerbescheines für ihren Heimatstaat sind, Vieh am Montag nur einkaufen, wenn sie die hessische Landes-
611 bezahlt haben. Sämtliche Viehverkäufer aber, die
am Montag Handel treiben wollen, müssen den Nachweis bringen, oatz hessische Landessteuer bezahlt haben. Am Markttage c* ÄU dieses steuerliche Erfordernis für den Handel mit Vieh s sn- t; ■man a.llo, und Has ist im Interesse der Entwicklung der Viehmärkte erforderlich, Schwierigkeiten beseitigen, so muß man unsere Marktordnung dem Bedürfnis des Marktverkehrs und der Marktgewohnheiten entsprechend abändern und das Verbot des Vorhandels fallen lassen. Ueber die zwingende Notwendigkeit eines Vormarktes ist wiederholt gesprochen worden. Kenner der Verhält- msse behaupten sogar, die Zulassung des Vorhandels liege im rrCier Hauptmarktes, denn dieser würde sonst mit Vieh
o stark belastet werden, daß die medizinische Kontrolle der Tiere )on den dazu bestellten zwei Veterinärärzten nicht gründlich be- orgt werden würde. Beim Borhandel werden auch in der Haupt - ache schwer tragende und frisch -melkende Kühe verhandelt, die kein bernünftiger JBicIjljänbler den Witterungseinflüssen eines offenen Marktes aussetzt und die man eigentlich nur an unsere Marktorte bringt, weil man von altersher weiß, daß sich dafür Liebhaber am Bor markt einfinden. Unsere Stadtverordneten, unter denen ja auch einige Fachleute, frühere Landwirte, sich befinden, würden im Interesse der weiteren Entwicklung unserer sehr bedeutenden Zuchtviehmärkte gut tun, die Frage einmal einer gründlichen Beratung zu unterziehen. Es gibt auch Gründe, die dagegen sprechen und diese sind uns bekannt, aber sie sind von so untergeordneter Bedeutung, daß sie gegenüber den Bedürfnissen des Viehhandels bet den Gießener Märkten außer Betracht bleiben können.
K o pch e s von Luxemburg befanden. Großen Beifall erregte auch vas Erscheinen des ständigen Kommissars der Generalversammp tuurjea ber Katholiken Deutschlands, des Erbgrafen Droste zü Busche ring sowie der Vertreter der elsaß-lothringischen Zens «rmnspartei. — Mit großem Beifall wurden auch die Mgeords üeteu des Deutschen Reichstags bezw. Preußischen Landtags em#* langen: Pvrsch, Gröber, Cahensly, Trimborn, He - ^v ld, Piepern, a. Von dem Nuntius Frühwirth (München) lag »ein längeres Begrüßungsschreiben an den Katholikentag dor. Weiter lag ein Schreiben des Erzbischofs Felix von Köln toar. Kardinal Kopp erklärt in seiner Zuschrift, er werde ständig ■öafür beten, daß die Generalversammlung dazu beitragen möge, feie Glaubensfreudigkeit der deutschen Katholiken zu fördern. — Noch eine Reihe weiterer Kirchenfürsten hatte Begrüßungsschreb- ven gesandt.
Zu Beginn der Tagung hielt der Vorsitzende des Metzer Lo- «rlkomitces, Gemeinderatsmitglied Oberlehrer Professor Kintzinger, eine Ansprache. Er sagte u. a.: Unsere diesjährige Ta- igung lieht im Zeichen der Kon st anti nischen Jubelfeier, «rner Feier, die uns die Erinnerung an jene Zeit bringt, wo nach ^jahrelangem Ringen und Arbeiten und blutigen Opfern endlich der Sieg der Kirche beschert wurde. Wie die damaligen Christen stehen taiuij mit heute vor harten Kämpfen mit dem Heidentum, und zwar feem modernen Heidentum, das in seiner Art für unser Geschlecht »v-eit größere Gefahren in sich birgt als jenes, das die ersten Christen _3u überwinden trachteten, weil dieses moderne Heiden- krm vielfach unter falscher Flagge segelt und die Ahnungslosen doppelt und dreifach betrügt. Die verhörende Seuche der Gottent- frembung hat einen erschreckenden Umfang angenommen. Daher wuß unser Volk gewaltsam aufgerüttelt werden. Der Redner teilt dann einige Sätze aus dem Anschreiben des Bischofs von Rotten- wurg mit, welche ebenfalls die Bekämpfung des modernen Unglaubens als wichttgsten Punkt für die diesjährige Generalversamm- umg der Katholiken Deutschlands empsiehlt und brachte dann das .Antwortschreiben des Papstes Pius X. auf das Bs- tzriißungsschreiben des Lokal-Komitees zur Verlesung. Der Papst Okt darin in anerkennender Weise des Eintretens der deutschen oiken für die volle Freiheit des römischen Oberhirten, für die LZu l assung der religiösen Orden und Kongregationen .sotvie die Rechte der Kirche in den öffentlichen Schulen und Erteilt zum Schluß der Generalversammlung in herzlicher Zuneigung den Apostolischen Segen.
Gravelottefeiern.
** In Gießen veranstalteten die militärischen Vereine wie alljährlich eine Feier der Gedenktage an die Schlacht bei Gravelotte. Sie bestand in Kirchgang, Schmückung der Kriegergräber und -Denkmäler, sowie Konzert auf dem Landgraf-PNlipP- Platz.
Wies eck, 17. Aug. Die Mitglieder des hiesigen Kriegervereins hatten sich am Samstag abend in ihrem Vereinslokast zusammengefunden, um der großen Tage vor Metz zu gedenken.
:erbet mürben sieben noch lebenden Grürrdern des Kriegervereins Ehrenurkunben überreicht. Arn Sonntag sand Kirchenparabe statt, an die sich ein Gang nach dem Friedhöfe anschlvß. Pfarrer B e r n b e d hielt die Gedächtnisrede. Die Niederiegung eines Lorbeerkranzes durch den Präsidenten Becker beschloß die eindrucksvolle Feier.
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