Ausgabe 
18.8.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. (92

rubiflc Geister zur Disziplin zu erziehen Ein Fußballklub wurde begründet und sand so großen Anklang, dos; seitdem der JUtoholloiifum immer mehr zurückgegangen ist. Ändere Fabriken folgten diesem Beispiele, und überall erlebte man die gleichen Erfolge. Wer an dem Wiedererwochen des ^portch'innes beteiligten sich halb auch die Universitäten und du Schulen, mit der Praxis irmchs die Freude, uiid heute findet der neue russische Sports Minister bereits ein Arbeitsfeld, auf dem alles zu fruchtbarem Wirken schon vorbereitet und angebahnt ist.

Erschein! tSglich mit Ausnahme deS Sonntags.

TieGietzener Lomilienblätter" werden dem ,Sinniger' viermal wöchenllich beigelegt, daS ..Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Var russische Sportsminiitcrium.

3*i bie Reihe der Nationen, die bei der gegenwärtigen europäischen Renaissance des Sportsinnes entschlossen dem Ltaat die Pflickst auserlegen, sich auch aktiv für die Aus­breitung und Stärkung des Sinnes für körperliche Ucbun- gen einzusetzen, tritt nun auch Rußland. Ein Ukas des Zaren setzt ein eigenes Ministerium ein, das die Ausgabe haben wird, in ganz Rußland propagandistisch für die Pflege des Sportes und der .üörperübungen zu wirken, und zum Leiter dieses neuen Ministeriums hat der Zar den (tcneralnutjor Wohekoff ernannt. Mit welchem Eifer die russische Regierung die Pflege des Sportes übernimmt, zeigt sich bereits darin, daß die Armee, die bisher stets als die konservativste Einrichtung des Zarenreiches galt, ermäch- tig« und ermutigt wird, in ihren Reihen Tennis und Fuß­ball zu pflegen.

Montag, 18. August 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universität- - Buch- und Steindruckerei.

9t Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e<^51. Redaktion:S-j»s»llL. Tet-Adr.: AnzctgerGießen.

Aus Hessen.

Die Organisation der Hess. Steuerboten

rm. Darmstadt, 17. Äug. Die S teu erbot e n aus dem Grotzherzogtuni Lessen traten heute hier zur Gründung einer Ver- eimgung zur Wahrung ihrer Standesinteressen zusammen. Nack der Vorstandswahl kamen in lebhafter Aussprache die feit Jahren bei dieser BcamUcnkategortc Kerrscl>endcn Mängel und Mißstände zu emgehender Besprechung. Insbesondere wurden die Fragen des Ruhegehaltes und der .'prnterbliebenenverforgung, die Differen- tk" eben Einkommensverhältnissen erörtert

Reche Wünfche zur Sprache, und man beschloß, l1"? ^nflAnTt au^uarbciten, tn der alle diese Zustände gesckisi bkrtNnd, bic dann der maßgebenden Stelle zugehen soll Tic nächste Versammlung soll in Offenbach stattnndm.

Der ncuernannte Spvrtminister des russischen Reiches wird nicht nur über einen großen Stab von Mitarbeiters verfügen, er wird auch, was noch wichtiger ist, zur Aus­führung aller Pläne über bedeutende Geldsummen beftim- men lönnen. Eine seiner ersten Amtstcrten war die Bildung eines großen olhmpischen Rates, dem die maß­gebenden Sportsleute und Sportsförderer Rußlands an- gehören und der bereits etwas zustande gebracht hat, wa« bisher nie gelingen wollte: eine Zusammenarbeit, ja geradezu ein Bündnis zwischen den beiden rivalisierenden tzcniplstädten Petersburg und Moskau. Eiuen der Gründe, die sür die Errichtung eines eigenen Sportministeriums maßgebend waren, bildet zweifellos die schlechte Rolle, die Rußland bei den olympischen Spielen in Stockholm spielen nmßte. Nun herrscht überall der leidenschaftliche Wille, schon 1916 in Berlin diese Scharte wieder auszu­wetzen, und überall ermutigt der Staat dahin zielende Bestrebungen. Daneben aber mag auch, so führt ein eng­lischer Korrespondent aus, die Erkenntnis eine Rolle ge­spielt haben, daß das Sportsleben und der Sportsgeist in den breiteren Volksschichten, ganz besonders aber bei der Petersburger und Moslauer Arbeiterschaft, gegen revo­lutionäre Strömungen nicht ohne Einfluß sein wird, ja tn vielen Fällen einen starken Einfluß bereits bewiesen Hai. Außerdem aber wird das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Ofsizieren und Mannschaft in der Armee eine er­wünschte Steigerung erfahren. Seit undenklichen Zeiten trennten die tiefsten Mlüfte Offizier und einfachen Sol­daten. Bisher lonnten bei den Regimentswettkämpfen Offi­ziere nicht teilnehmen aus dem einfachen Grunde, weil solche Spiele und Wettkämpfe überhaupt nicht bestanden. Offizieren und Soldaten war streng verboten, ihre Uniform abzulegen und auch nur auf wenige Stunden mit einem Sportsgewande zu vertauschen. Aber vor wenigen Wochen erlebte inan, zuerst in Riazan, bereits die ersten Fußball­kampfe russischer Regimenter intb sah hier Offiziere und Soldaten im Zeichen des Sportes gemeinsam um die Palme ringen.

Wie günstig die Pflege des Sportsgeistes wirken Tann, beweisen aber vor allem die Erfahrungen in den großen Industriezentren. Vor einigen Jahren kam ein in Rußland arbeitender englischer Fabri Direktor auf die Idee, für die Arbeiterschaft seiner Fabriken einen großen Sportsplatz zu stiften. Er hatte beobachtet, daß die Freistunden seiner Leute dem Alkoholteufel oder polittscher Agitation ae- gewidmet toteren, ^vort schien ihm das beste Mittel, int

. 77Neuvsvon HeinesM u d e". Tie seltsame tn. ®CU' tze Matratzengruft des sterbenden Heinrich Leine k.Icetfn von »onne und Glück brachte und

dre der Dichter unter dem Namen derMönche" be- ruftmt gemacht, hat das Interesse der Leine-Freunde stets in fSlSh' olle Geheimnisse ihres Lebens

e^mdet, alle Schleier von ihrem rätselvollen Wesen gehoben verdienen die Mitteilungen von I Leus- l£j5L l^rande Revue be^ndere Beachtung, die hauptsächlich ihre Beziehungen zu dem großen Liitoriker Lippoliste Tome er­örtern. Bevor die aus Deutsctt-and stammende E a in i l l a Fel.

~ unt£ dmetn Pseudonym ist sie als Schriftstellerin hervor- des sterbenden Leine wurde, war sie die Freundin des mit, dem Dickster derfcoreki" gut belannten öfter- reicht,chrn Lchriftstellers Alfred Meißner: man weiß niau genau wann und^wo pe geboren wurde: ihre Memoiren, in denen sie utbungen als ^-ekretärin und Freundin zu Leim crinfilt ^ll^ vttles abfickstlich in ein geheimnisvolles Tuntel. So bekannt sie durch dieses Verhältnis zu dem i'chwettransin an^ ^veiim ilt von ihrer Verbindung nut Tarne

an -tm Oepenttickkelt gedrungen, mit o.-m sie sich beinahe verlobt ^k^efenm 1x11 'Väter verhindert, daß man Näheres über dme ^eundichap mit derMouche" erfahre Esier- nichtig die Einzelheiten seines Privatlebens behütend hm er in >einem Teitanwnt verboten, daß irgend welche Papere düfter Art fe veropentlichi wurden. Die Briefe die et m & t

von der Familie Dam es zurückerworben ~irfwr. lid) haben Tarne und Leines Freundin c-inander lehr itabe ac« itandcn.Wir haben die gleichen Ideen geteilt " sagt sie selbst in rhrer Memoiren, die diese Rehungen Mn

**5 Sachen Z-l geftrftt und sckL .n ein^^ engen gasttgen Bund, dar. keine Macht der Welt imstand^zu sein lÄen, uns jemals voneinander zu trennen ta id- P ihr ihn r v

Seit*' Ä«, M

er Nicht ohne mich sein tonnte, dar. ich für sein Glü'.' noimenoi/i wäre, wie n: es damals für das meine war, daß das Watt das mir em 'olcher Mann gegeben, seinen Wett hätte und isich turüi» könnte. We^c Frau wäre dadurch nicht ge­tauscht worden? Und tn der Erinnerung daran, daß er sie v r- la'sen, mit neEs sind jetzt mehr als 18 Jahre M tott ?uht gewhen, dar unsere Wege sich treu tuen. Wir sind einander rremd geworden, io völligremb, so absolut gleichgültig, baß uns begegnen konnten, ohne uns die .Land zu reichen Melleickst ohne uns wlederruerkennen." Tie Mouche ist im Iah-e 1896 als ,yraU des Pro^sms cm Mädchen-Gymnasium von ^?uen tinmeti geiwrben, nacktem sie längst ihre eine Zeitlang eisrtg gepflegte literaniche Laufbahn au'gegeben hitu Tie hie nc tn dieser lemen Perrode ihres Lebens besuchten, fanden in ihr eine durch die ^rmhrungen eines bewegten Lebens gereifte Tarne, nmtirttilenb und gung, aber Nichts so sihr fürchtend, als daß irgend welches Gerede über ihre Penvn entstehe.Malen Sie an meine stelle etne PanwnAlrune," fo fie nncm Maler aus

-rranFfurt, der ihre Photographie erbeten hatte, um sie in eine Gaterte derFrauen um Leine" aufzunehmen.

Zweitez Blatt (63. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oherhessen

Vie Eröffnung Oes 60. Deutschen ttatholtten-Tager.

Mit einem feierlichen Geläut der Glocken ^aller'katholischen Mirmcn der Ltadt Metz wurde am heutigen Nachmittag nie - .Hauptversammlung der Katholiken Deutschland..' erössnel. Gleichzeitig trat das Zentralkomitee für die Lauptoersan.mlung zu einer mcktonentlichen Sitzung zusammen, in toelcher die Rickt - 'ur dte diesjährige Tagung fcftgelegt wurden. Merkwürdig ift, bafe diesmal keine Tagung des A u g u st i n u s v e r e i n s zur Pflege der kathosifchen Presse mit der Tagung verbunden ist, auJ Dvr inmtrrUl)eScn fahren immer die Zentrumspolitik einer ein- P^nden Besprechung unterzogen zu werben pflegte. Ebmso ans- fällig erscheint die diesmal sehr frühzeitig erfolgte Lierosseitt- lichnng des päpstlichen Anschreibens an das Zentralkomitee, das sonst erst immer erst m der ersten öffentlichen Sauptoersammlung verleben wurde. Wahrscheinlich sollte bargetan werden, daß zwischen und dem deutschen Zenttum keinerlei Differenzen bestehen, von welchen in der letzten Zett hier und da gesprochen wurde.

<ts- «x , . r , Metz, 17. August.

pte Verhandlungen wurden am heutigen Sonntag vormittag d?^^/^lrches Pontttikalamt in der weltberühmten Kathedrale SnM TtCL "mH "br vormittags begann dann im rZ-estiaal des Lotel Termmus

' di e e r st e g e sch losse n e Versammlung Dazu erschien lebhaft begrüßt Bischof Benzler, in dessen Be- 9^l^9^uch^ü>chor ^,r. F r l tz e n von Straschurg u nd Bi sch o f

Absens AbiturientenKeugnisTu weißt, daß! ich kein großer Gttechc biii," schreibt Lcnttk Ibsen im Jahre 1873 Dresden aus an seinen Freund Ludwig Taal, den er darum ' .'li mutz, ihm bn der Fem'tellung der ttchtigen Schreibweise ! griechncher Namen fürKaiser und Galiläer" behilflich mi sein ^q-5 Griechuchc ivar aurfj schuld, daß Ibsen als junger Student niemals an der Unweriität regelrecht unmatriluliert werden sollte, nnb bar, sein Ablturientenexamen, über bas La Chl-snais in der ueuesttti Nummer derRevue bu Mois" einige sehr interessante Mitteilungen mackst, niemals vollgültig geworben ist. Wäyrend leiner AtDthckerzeit in Grimstadt hatte Ibsen bercüs in seinen Mutze,tnnben begonnen, ndj zu bem Examen vorzubereiten, das K den Weg zum Unwersitätssrudium frei muck-en sollte. Im n daun nach Ehttssiania und trat hier in eine '.Urt $rene; ein etne Anstalt zur Vorbereitung bes Grämend, bie alo die Lcltvergjche Schule bekannt ruar, und in der auch Diörnson .onas Lic und viele andere nordische Geisteshelden bat Weg zum Abiturientcnexamen gesucht haben. Ter junge Ibsen weilte nur 4 Monate in dieser Vorbereitungsanstalt, am 5 August 1850 Iheg er, gemeinsam mit 101 Leidensgsiährten in das Fegefeuer der>_Eramens. Als erste Prüjung mußte er einen norwegischen <w!Ta arÄICTbCn ^dema lautete:Warum bringen wir dem Alter Ächtung entgegen und inwiefern wird dadurch das Verhältni- der lungeit Laute zu den Greisen bestimmt ?" Tie beiden folgenden -tage stellen ihin die Aurqabe, ohne Wörterbuch eine Ucbersitzung aus dem öencca und einen lateinischen Aufsatz über Ennius zu - -Lann' am 19 und 20. September, folgten bie münd- hjen jungen, xie Zensuren, bie am Schlüsse bes Eramen- erteilt wurven, waren 1 höchst lobenswett., 2 lobenswett , 3 lnoch .obenswett, 4 ^nock genügend), 5 mangekhcm und 6 ^ungenü genb). LEcn dre Prüflinge m ern-elnen Fächern die schlechten Lüsten 5 oder G aufzuwetien, so galt das Gramen als nickt be ftanben. zugegen aber war eine Ginricfuung getroffen, die den Prüflingen trotzdem orovoomck den Besuch der Universität ge­startete. Wer die ^urchichnittsnote 4 erreidue und in einipfnpn 7,£<f«n f6I«f.rere Jioten h-iic, tonnte Me Unlust SS Dnl b<? Srrnrlnbtung, dns (Jrnmcn in den Sätfx-m, in berrn ungenugenb «tofen mnr, nadr.utolen, Grit wenn dies qeiMcn mar. würbe der otnDent BoUgiitig immatrifuliert. 7,Ssen« Wi^ !2^nT,-,3t3ni? 3enturen auf: Efe ..unen 3, latanjnUe Urfrnctuing .3, lateiruscher '.'iiman 4 tatrx- mjtf) mündlich o, gnechlich 6, deutsch 2 französisch 3 o

öedmbte 3, Geographie 3, ÄäfffSÄ k>rre'ck.e Ib'en etne ^urMcknittsnote von 3, 66 die also ihm das Re-Ä rum Eintritt in die ÜnchersiL .aber da er beim mündlichen Examen im Lateinischen xm tyxieäwfKn und in der Attthmetik ungenügend war, jtnrrö er jnrnatriMim und war sozusagen nur provsiorisch .. ?oyer zugttajscn. Von ben 101 Aand-ivaten, die aemeinsam dUsiMttenfmprüfung ablegten, hatten 98 das Gramen »m -H. :n Prüfung: nur 11 warm

h u^lwt befreit wordm, einer starb und zwei

mdTaeto£r fätet.Unh,eTru^Idrtub*;fn nickt

^»3^5= ,u^ nre der Mühe umerzogm, durch dn

naclLrägltches Examen un Griechischen, LateinifckiM und ch der das ootiguluge Recht als akademischer Bürger zu erobern.

Vie deulsche Beteiligung an öer IDeltausftetlung in San Francisco abgelehnt.

Die9d)rdd. Allgem. Ztg." schreibt: Die Einladung der Bercmigten (Staaten von Amerika auf Beteiligung an der Weltausstellung in San Francisco ist deutscherseits nunmehr ab gelehnt worden, nacksdem die von der Reichsverwattung veranstaltete Umfrage ergeben hat, daß die deutsck>e Industrie und die sonstigen deutschen wtrtscksaftlichen .Meise mit überwältigender Mehrheit von der Beschickung des Unternehmens sich keinen "Nutzen ver­sprechen.

Bei den guten politischen, wirtschaftlichen und kultiirellen Beziehungen, so schreibt das Blatt weiter, die zwischen Deutsch lanb und den Bereinigten Staaten bestehen und deren Pflege und weitere Ausgestaltung das Teutsclre Reich sich weiter angelegen *?n lauen nnrd, hat bie kaiserliche Regierung, welche die Möglickstert einer deutlchen Beteiligung eingehenb geprüft hat, ihre Entschliesping Nicht leichten Lerzens gesäßt Sie hatte gern gesehen,^wer,n sie, wie seinerzeit bd den Ausstellungen in Ehieago und et. Louis der arnerikanisck-en Regierung und dem amettkaniicken Volke durch» bie Annahme der Einladung einen neuen Beweis seiner Sympathie und Freündsckxift hätte gebeu Jonnen. vluf der anderen Seite mußte sie mit ber Abndgung der deutichen Witttchastskreise, die auch auf eine in Deutschland Herr 'ck 'Nde Ausstellungsmüdigkeit zurückzuführen ist,.als Tatsatt>e rech­nen, und tonnte fiel; nut ihr um so weniger in Widerspruch setzen al* etne deutsthe Beteiligung, die der Bedeutung der bcutidKn ^nbuitne, iutb bes bt-utid;cn Wittschaftslebens nicht entspräche, dem 2lniel^n des Reiches schädlich wäre und somit den deutschen ontexenen »uwtberlaufen würbe. Ta die Ausstellung in San Franeiseo vielfach mit der Eröffnung des Panamakanals

Ixmg^gebrarf'/t wird, so sei noch darauf lnngewiesen, daß DeriNästands Stellung zu diesem welthistorischen Ereignis durch dre Entickeibung tn brr Ausstellungsftage nickt berührt itnrd. Tie feier Im c Einweihung des neuen, die Völker verbindenden Vettettrs- Weges wirb v-oraussicktlich Gelegenheit geben, bas Interesse Deutsch- lands an diel er gewaltigen Grrungcnfdxift, welche bie Welt der -tatfraft ber Bereinigten Staaten zu verdanken haben wirb, in würdiger Weye zu befunben.

ficcr und Flotte.

Allerlei Denkwürdigkeiten.

, Bion ville, 16. Aug Zum Gedächtnis der Ge- e n d e s I n t a n t e r i e - R e g i m e n t S N r. 79 iBoigt»- Rdetz) ist auf Anregung von Veteranen des Regimentes und unter tätiger <vorberung einest Ausschusses ein Denkmal dicht an der Wrcnje. erstanden und heute mittag feierlich eingeitxiht worben ^5 besteht aus einem einfachen Granitblock von I Meter döh/ bem Brockengebirge Zu ber Feier hatten sich nebi

zahlreichen Publikum Vertreter der Militär und Iivilbehörden cingctunben, ferner waren die Offiziere der Metzer Garnison phr zahlreich endnenen und auch Abordnungen der einzelnen .Regimenter der Metzer Garnison toaren entsandt worden. Bon ben .Kriegsteilnehmern deS Regimentes hatten sich 185 angemeldet und waren auch ziemlich vollzählig anwesend.

,. ognitz, 17 Aug. Auf dem Scklachtfelde an der ^atzback lanb bie Jahrhundertfeier der schlesiswen fugend statt, an welcher über 10000 Jugendliche und etwa 1000 ,vuhrer teilnahmen. Prinz O sVa r Von Preuße n nnes auf bie Bedeutung der Feier Inn und brachte das staiserdock auS. Regierungspräsident Frhr. v. S cl;er r ' T b o ß, enoiderte mit nnem Loch auf ben Prinzen. Der Pttnz schritt bie Reihe sämtlickxck Vereine ab und nahm ben Vorbei,mrrscl ab Die sitt Nickmittag porge,ebenen Volks- und Iugendspiele fielen wegen ununterbrortxn strömenden Regens aus.

Ko 11 b u s , 16. Aug. Leute nachmittag wurde hier daS Denk­mal tur General K o n st g n t i n von A l v e n S l e d e n enthüllt.

Vertretung des K a i s e r s erschien (Meneralabiutant von Löioen- fclb. A-er kommandierende Geiieral des 3. Armeekorps v. V ochvw Welt die Festrede, woraus das Denkmäl, nachdem die Lülle ge- fallen mar, von Bürgermeister Barn Hagen namens der Stabt übernommen wurde. Das Denkmal ist eine Schöpfung des Bild- hauers Ludwig (Sauer, Berlin Wilmersdorf, und zeigt den (General überlebensgroß, barhäuptig im Interimsrock. Dem Bild­hauer (Sauer wurde der Prosessorentitel verliehen.

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C2 b c.r-5ct16- Aug. Leutnant v. Groß vom Großh. Mecklenburgischen Grenadier Regiment Nr. 89 legte zu End- dieses Sommer,emesters bei der hiesigen Universität sein juristische- Doktor ex am en ab Es ist dies der zweite Fall in der Ärmee, daß em aktiver Offizier promoviert.

Antike Schatze vom Meeresgründe.

Ein Mitarbeiter ber PariserLibertö" macht nähere inter­essante Mitteilungen über jenen seltenen Fund von aiititcn tiunft» schätzen auf dem MeereSgrutcke an der Küste von Tunis, dessen erste Entdeckung vor 5 ober 6 Jahren gnechsick-e Schtvamm- stsckt'r gemacht haben. Diese stellten fest, daß in ber Nähe von Madhia, und zwar nördlich von dem dortigen Leuchttnrm, auf dem Meeresgründe in einer Tiefe von etwa 40 Metern ein selt­sames Wrack liege. Sie fanden, daß dies Wrack in einem wirren Laufen von Lolztdlen prachtvolle- Marmorsäulen, Bronze­statuetten, eine lebensgroße Iünglingsfignr und einen Lermes barg, den sie auch an die rbenlädr bringen konnten. Nach dieser Ent­deckung bemühte sich Lerr Merlin, ber Leiter ber archäologischen Erforschung von Tunis, um amtliche Unterstützung zu weiteren Nachforschungen, und vs wurden ihm vom Befehlsldber der tun l'isäst-n Flottenabteilung, ein kräftiger Schleper und zwei Tor peboboote zur Verfügung gestellt. Tie angestellten llntenud-.ungcn iMben nun erg ben, daß. das gesunkene Schift' etwa 400 Tonnen faßte, ungefähr 30 Meter lang unb 7'. Meter breit mar und eine ganz mertroürbige buntsuiammengcroürieltc Ladung an Bord bitte Es fanden sich da Marmorblöcke, Bafen, .VUmitäfe von Säul-n Gemälde, statuen, Möbelitücke, Ziegeln, Lampen, Amphoren uiw' Unter den Bruchstücken fand man Figuren eines Lalbgottes. sowie eines Mödckiens mit Faun, die fast genau der jetzt im Louvre aufbenxrbrten sogenannten borghesischeu Vase entsprechen die aus Rom stammt. Ter Lermes trägt bie Be^ichnung Boethos": dies ist der Schöpfer der berühmten reizenden Gruppe deS Kindes mit einer Gans, die dem zweiten vorckwisilichen Jahr hundert angehört. Auch ubireidie andere Stücke altgriechischer Bildhauerlunn sind yntcr den llebcrreftcn bereits entdeckt werden Ferner entlMlten sie nun an die 60 Säulen aus bläulich weißem Marmor, je enoa 4 Meter hoch. Diese Säulen sind wahdckein list, die Ursache b.'s Unterganges des SchiNos gewesen, das oft'enbar zu schwer geladen hatte. Alle bisher entzifferreir Insckttsten be ziehen sich auf Attila und auf Personen etioa aus der Mitte be- vierten vorchristlichen Jahrhunderts: alldn die Boetlws Statue, sowie eine Lampe, die nickt vor bem Ende des 2. Jahrhunderts v. Ehr. nach Attila gekommen sein kann, und endlich einige latei­nisch Inschriften auf Bleibarren, die gleichfalls etwa der letzt erwähnten Periode angeboren, deuten daraus, daß das Schift seine Unglückssahtt erst zu späterer Zeit angetreten haben kann Man glaubt jetzt, das; es aus der Jährt nack Rom begriffen war, und daß seine Ladung^einen Teil der berühmten sullaniscken Beute vom Jahre 86 v. Ehr. bildete. Die Plünderung Athens durck Sulla wird ja sowohl von Plinius wie von Lucian berufner nnb Lucian erzählt auck von jenem Schiffbruche am .stop 9J^a(en wobei zahlreickic Werke der griechischen üunst, darunter auch ein Gemälde von der Land des Zeupis, im Meere versunken seien So scheint Rogi auch um den Teil ber athenischen Beute des Sulla gekommen z-u fein, ber hier bd Madhia in bie Fluten ner" sank, alldn Roms Verlust wird nun der Gewinn des modernen Frankreichs, und binnen kurzem wird der Besucher von Tunis diese seltenen antiker Kunst im Bardo-Museum bewundern können