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-röcn. Das Fest- d) der gesamter» den Vorverkaufs-> :in und Regimen!» ig vormittag mA netzte Sitzung anÄ r eine Zersamm-U igeatiederten Vc:-»
Kreis Alsfeld.
s. Homberg, 13. Mai. Heute früh fand hier unter dem Vorsitz des Abg. Lutz der erste Bezirkstag des Kriegervercins des Bezirks Homberg statt, wozu sämtliche Vereine, außer einem, Vertreter geschickt hatten. Das diesjährige Vezirksfest findet in Gontershausen statt. Der Delegiertentag findet in diesem Jahre in Hirschhorn statt: dann fand lebhafte Auseinandersetzung über die pflicht- mäßige Einführung des Verbandsblattes statt. Die Versammlung kam zu dem Entschluß, den Bezug des Blattes jedem frei zu stellen.
- Kreis Lauterbach.
~ Grebenhain, 16. Mai. Provinzial-dircktor Ge- Henn erat Dr. 11 if i n g c r aus Gießen un d> B au rat S ch ö b e r I von der Ministerial-Bauabteilung. trafen heute vormittag int Automobil im Gasthaus zur Krone ein, woselbst sich auch der Kreisrat v. Bechtold aus Lauterbach einfand, um gemeinschaftlich eine Besichtigungsreise nach den Orten des Kreises zu unternehmen, die voraussichtlich an die Ueber- landzentrale Wölfersheim angeschlossen werden. Es galt hauptsächlich, einen Ueber'blick über die Leitungsführung zu gewinnen.
Kreis Friedberg.
io. Bad-N anheim, 16. Mai. Tic unter Professor Dans Win der st ei ns Leitung stehenden- Darbietungen des Kur- orcheswrs (Leipziger Philharmonisches Orchester) in der kommenden Saison versprechen zahlreiche künstlerische Abwechselungen. Abgesehen von den wöchentlichen Sinsoniekonzerten sind für die großen Kün stler ko n z er t e folgende klangvolle Namen verpflichtet: Denrp Marteau, Ivan de Manon, Wilhelm Backhaus, Walter Kirchhoff, Max Bege- m a n n. In den Sinfonickonzerten gelangten bis jetzt folgende Novitäten zu Gehör: Sinfonie in A-Moll von R i ch a r d S t v h r, Kleist-Ouvertüre von Richard Wetz, Sieges-Ouvertüre von Karl Blcvle, Violinkonzert von Max Schillings. Für den 20. Juni ist, wie vor 2 Jahren, ein M o n st r e - K o n z e r t mit einem Riesenorchestcr von über 200 Mitwirkenden_ unter Professor Winderstcins Leitung geplant. Es werden außerdem zur Ausführung kommen Schumanns „Das Paradies und die Peri", Beethovens 9. Sinfonie mit dem Sängerchor einer Nachbarstadt im August. Ferner ist ein großes 2tägiges W a g - nerfest in Vorbereitung.
Starkenburg und Rheinhessen.
W. Mainz, 16. Mgi. Der Kriminalpolizei gelang es, einer Diebes- und Hehlerbande habhaft zu werden, die seit längerer Zeit bedeutende Wauendieb stähle im Zollhafcn gebiet verübte und vor allem amerikanisches Fleisch gestohlen hat. Ein hiesiger bekannter Wirt, ein Metzger und ein Schiffer wurden verhaftet.
Hessen-Nassau.
= Montabaur, 16. Mai. Ein treuer Gehilfe ist der Uhrmacher Karl F ö r st c r aus Gießen, der fetzt 25 Jahre, feit dem 3. Mai 1888, ununterbrochen in dem Geschäft der Frau M. Löw en gut tätig ist.
was Sie Technik der randwirtschaft Neues bringt!
Seitdem die Umwälzung des Wirtsckm'tslcbens int vorigen Jahrhundert, vor all cm' die Einführung der allgemeinen Hcmdels- und Gewerbcsreiheit mit dem darauffolgenden rücksichtslosen Kon- kurrenzkamps,'dann die Ueberschwemmuug Mitteleuropas mit überseeischem billigen Getreide und die hierdurch drohende Entwertung des ländlichen Grundbesitzes die deutsche. Landwirtschaft zwangen, mit den alten Wirtschastsprinzipicn zu bredyen, seitdem har die Landwirt sch ast mit der Technik einen Bund geschlossen zur intensiven Ausnutzung des Ackerbodens und zur rationellen Verarbeitung der Landcsproduite. Durch den Mangel an Arbeitskräften und die sortwährendc Steigerung der Löhne sah sich der Landwirt genötigt, nach einem geeigneten Ersatz zu suchen und sand ihn in der Technik, die ihm für alle möglichen Arbeiten dic erforderlichen Maschinen liefert. Je mehr die Handarbeit durch Maschinen- leistung ersetzt wird, desto mehr verliert die früher oft gebrauchte Redensart vom „rückständigen Bauer" an Bedeutung: der moderne Landwirt muß ebensogut mit der Chemie des Ackerbodens und der Früchte Bescheid wissen, wie mi't der Konstruktiou der Maschinen, die er zur Bewältigung der Arbeiten in Haus und Hof, auf dem Felde und in den Nebenbetrieoen mit heranzieht.
Die Wiege des landwirtschaftlichen Maschinenwesens ist England, tvo seit Einführung der Drillkultur in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts dic motorische Bodenbearbeitung sich unaufhaltsam Bahn gebrochen hat. Auf dem Kontinente blieben dic Fortschritte der „Motorlultur", die Großbritannien zu ver- Zeichnen hatte, noch lange unbekannt, bis erst in den sechziger Jahren dic mechanischen Hilfsmittel der Agrikultur hier festen ,Fuß faßten. Ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb ohne irgend eine Kraftmaschine ist heute undenkbar. Durch den Zusammenschluß der Landwirte zu Genossenschaften für den gemcinschaftlickxm Ankauf von Maschinen hat das landwirtschaftliche Maschinenwesen eine bedeutsame Förderung erfahren, und die Erfahrung hat bewiesen, daß Ersparnisse an Kraft, sowie Besckstcunigung, Perbilligung, Verbesserung der Arbeit und Unabhängigkeit vom Wetter und der Leutenot nur mit Hilfe der Technik erreicht werden können.
Dic ortsbewegliche Dampfmaschine oder Lokomobile, dic im Jahre 1851 aus ^England nach Deutschland fam', hat in der Landwirtschaft eine kaum geahnte Ausbreitung gefunden. Alle Einzelheiten der neueren Lokomvbiltypen sind mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft ausgebildet. Durch «Einführung der Dampfüberhitzung und Konstruktion von Hcißdampf-Loko- mobilen ist der Kohlciwerbrauch wesentlich verringert worden. Selbst in kleinen Wirtschaften findet die Lokomobile, die uns die Dampskrast an jedem beliebigen Orte zur Verfügung stellt, Anwendung, insbesondere zum! Betriebe von Dreschmaschinen. Zurzeit dürste cs etwa eine halbe Million Dampfc>reschmaschineu in Deutschland geben. Die Frage, ob sich dic Heißdampflokomobile Modernster Bauart für die Zwecke der Landwirtschaft besser eignet als dic dem Prinzip nach ältere Sattdampflokomobile in ihrer neuen Konstruktion, wird von Autoritäten dahingehend beantwortet, daß man nur in besonderen Fällen eine Hcißdampf- Maschinc nehmen solle, da die höheren AnschaffungSkostcn und der empfindliche Lindau eines Ueberhitzcrs nicht im Verhältnis stehen zu den Ersparnissen an Brennmaterial.
Bei Dampfpfluglokomobilln. hingegen hat man durch Einbau von Röhrendampsüberhitzera wesentlich höhere Leistungen erzielt. Deutschland verfügt zurzeit über etwa 600 Dampfpflugapparate, von denen 95°/o oent Zweimaschincnshstcm angehören. Hierbei besieht der Dampf Pflug aus zwei Pflitgkörpcrn, von denen der eine links, der anoerc rechts nrbcücn kann. Dic beiden Pflugkörper sind in der Mitte durch ein eisernes, ans zwei Rädern ruhendes Gestell miteinander verhuilden. An jedem Ende dieses Kipp- odcr Balanzicrpfluges ist je ein Zugseil befestigt: das Aus- und Abwickeln bewirken zwei Däm'pflokomobilen, die sich gegenüber an der Grenze des zu bearbeitenden Ackers ausgestellt sind. Während die eine Lvlomobile zieht und gleichzeitig das Zugseil aufwickelt, rollt das andere Seil von der zweiten Lolomlvbile ab. Der Pilug wird also durch Maschincnkraft über das zu bestellende Feld Hirn und hergezogen. In den ersten Jahrzehnten seines Bestandes wurde der Kippflug nur zu tiefen Ackerungen verwendet: aber man erzielt jetzt bessere Resultate, wenn der Bodsn nur bis zu einer gewissen Tiefe gewendet und gemischt, darunter aber noefy entsprechend gelockert und aufgewühlt wird.
Ein moderner- Heißdampf Pflug größter Leistungsfähig keil kostet etwa 65 000 Mark und erfordert pro Kampagne 21000 Mark an Betriebskosten. Zur B<ä>iennng sind außer dem Maschinisten yvei Heizer und zwei Mann am1 Pfluge nötig. Bei günstigen Bodriwerhältnisscil läßt sich eine Arbeitsleistung von stündlich 1 lücftar bei 40 Zentimeter Tiefe der Ackerung ober 1,6 Hektar
bei 20 Zentimeter Tiefe erzielen, d. h. innerhalb der ganzen Kampagne (100 Tage ä 10 Stundens 1000 Hektar bczw. 1600 Hektar. Die Anschaffung eines Dampfpslnges kommt daher nur für sehr große Güter und Domänen in B er rächt. Für mittlere und kleine Güter empfiehlt sich der Motorpflug, der eine selb st - sährende Zugmaschine vor bem Gespannpflug darstellt, gleichsam ein Automobil vor dem Pfluge. Die Betriebskraft liefert ein mchrzhlindrigcr, ziemlich rasch lausender Benzinmotor, der zwar etwas robuster als der gewöhnliche Automobilmotor, aber doch leicht genug ist, unt den direkten Schleppzug zu ermöglichen. Der komplette Motorpflug kostet etwa 15 000 Mark: seine durchschnittliche jährliche Arbeitsleistung kamr man auf 1400 Morgen (350 Hektar) Pflugarbcit veranschlagen.
Auch die Pslugwerl^euge, die zuM größten Teil nach dem altbcnstihrten Stiftern1 als Hobelpflüge ausgebildet sind, haben in neuester Zeit einen Konkurrenten in dem Fräserpslug erhalten. Ein von dem Ungarn Köszegi erfundener Landbaumotor löst das Problem, dic bisherigen Änzelarbcitsgänge von Pflug, Schlichte, Egge, Untergrundpacker und Walze durch einen einzigen Arbeitsgang auszuführen, in einfacher Weise durch eine rotierende, fräsende Arbeitsweise, .die der Arbeit von Hacke und Spaten sehr nahe kommt. Die im Frühjahr zu erfolgende Bodenbearbeitung und Düngung müssen sich ergänzen, um den Pflanzen die günstigsten Bedingungen zu bieten. Nur wenn der Boden durch eine vorausgegangcne gute Untergrundlockerung und Untergrund-Drillkultur ausgeschlossen und für die nachfolgende Düngung empfänglich gemacht ist, läßt sich ein hoher Ernteertrag erwarten. Für diese Zwecke ist in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Maschinen konstruiert worden, wie der Ticfkulturpslug, der Exstirpator, der Federzahn- unb Schälkultivator n. a. Tie Uickcrgrunddrillkultur besteht darin, daß nicht die ganze Sohle der Bodenfurche aufgewühlt wird, fonberu in diese nur eine schmäle, etwa j>—10 Zentimeter breite und ebenso tiefe Rille hincingezogcn wird.
Wie bedeutungsvoll es für die Landwirtschaft ist, durch besonders leistungsfähige, stets hilfsbereite Motoren die Bodenbearbeitung nicht nur intensiver, sondern auch rechtzeitig durcl>- führen zu können, ist seit Einführung der Elektrizität in land- wirtschaftlickie Betriebe jedem! einsickKigen Landwirt klar geworden. Gerade in der Landwirtschaft treten die großen Vorzüge des Elektromotors zutage; er arbeitet weit ökonomischer als jede andere Betricbsmaschine, er verlangt leine besondere Bedienung, eine kleine Hebelbewegung genügt zum! Anlassen oder Abstellen, Transmissionen mit Riemen und Seilen sind in vielen Fällen unnötig, an ihre Stelle treten biegsame Leitungsdrähte, die sich ieder Oen- lichleit leicht anpassen und schnell verlegt werden können^ Der Elektromotor entnimmt dem Leitungsnetz serveilig nur soviel Strom, als er tatsächlich in Arbeit umsetzen kann. Wenn z. B. ein 10-PS-Elektromotor zum Antrieb einer Futterschmcidemaschine gebraucht wird, zu deren Betrieb ein 1 ?8-Motor ausreicht, so benötigt der zehnpfcrdigc Motor kaum mehr Strom als der ein- pferdigc.
Für alle landwirtschaftlichen Maschinen, die nicht gleichzeitig im Betriebe sind, wie Schrotmühlen, Rübenschneider, Milchzentrifugen, Jauchcpumpen, Häckselmaschinen, Kartoffelquetschen usw. können die Elektromotoren transportabel eingerichtet werden. Sie werden zu diesem Zwecke auf Tragen, Schleifen ober Wagen montiert und je nach Bedarf zu der betreffenben Vc.r Wendungsstelle geschafft. Die für den Antrieb der verschiedenen Haus- und hos- wirrsckmftlichcn Maschinen erforderlichen Motorleistungen schwanken zwischen > 2 und 3 PS. Der Motor arbeitet unt so günstiger, je mehr seine Leistung der angcrticbenen Maschine augepaßr ist. In Molkereien kann der Elektromotor zu jeder Arbeitsverrichtung herangezogen werden, sogar das Melken der Kühe erfolgt durch einen elektrisch betriebenen Melläpparat! Für die Ausführung von Meliorationsarbeiten lWasserpumpen, Berieselung, Drainage, Bodentultuw eignet sich der Elektromotor ganz vorzüglich, ebenso in landwirtsckwsllichvn Nebenbetrieben, wie Brennereien, Ziegeleien, Trocknnngsfabrikcn.
Bei der Bestellung schweren Bodens und 6eint tiefen Pflügen hat man mit dem Elektropflug, der von einem 60 bis 90 PS- Motor betrieben wird, die besten Ewfahrungen gcmackst. Er bietet nicht nur einen vollkommenen Ersatz für beit Dampspflug, sondern auch viele aitderc Arbeiten, wie Schälen, Eggen, Walzen, können mit dem. Elektropslug wirtschaftlich vorgenommcn werden, für dic der schwere Dampfpflug ungeeignet ist.» Neben dem bekannten Zweimaschinensystem findet auch das Einmaschincnsystem Anwen- diing. Bei einer mittleren Scilgeschwindigkcit von 1,6 Metersekunden uni) einer Zuglänge von zirka 500 Meter können mit fünfscharigem Pflug bei 40 Zentimeter Pslngticfc und mittel- schwerem Boden etwa 30 Morgen (7,5 Hektar- pro Tag umgepflügt werden.
Seitdem sich im Jahre 1893 zuiw erstenmal Landwirte auf genosfcnschaftlichcr Grundlage zusammenschlossen zur Errichtung eines zentralen Kraftwerkes, einer sogenannten Ueberlandzentrale, trat eine ungeahnte Entwicklung in der ländlichen Elektrizitätsversorgung ein. Allerorten entstehen Ilcberlandzentralcn und ganze Kreise und Provinzen werden mit Drahlleitnilgeu überspannt, die alle aus einer gemeinsamen Kraftquelle mit, elektrischer Energie gespeist werden. Außer bem' Groß- und Kleingrundbesitz werden zur besseren Rentabilität auch Gemeinden und Städte in die Stromlieferung der Zentrale cinbez-ogeu. Die bisher gesammelten Erfahrungen beweisen, daß die Anwendung der Eleftrizität den landwirtschaftli-ck-en Betrieb vcreinsackft, verbilligt und verbessert; es dürften ihr daher bei der jetzt eifrig "betriebenen inneren Kolonisation, Melioration von Staatsdomänen und Urbarmachung der Moorländereien noch große und willkommene Aufgaben bevor stehen.
Wandern und Reifen. Bäder.
— Bad Salzhausen in O b e r h e s s e n, ^das seit Jahrhunderten wegen seiner öeiliutvCiing bekannte Soolbad, liegt Ä50 Bieter ü. M. nm Fuße des bis zu 772 Meter ansteigenden Vogelsberges in einer gegen rauhe Winde geschützten Talinulde zwischen den Verkehrslinien Frankfurt—Kassel und Frankfurt—Bebra an der Strecke Friedberg—Nidda. Zufolge seiner reinen ozonreichen vöhenlull, weit altsgedehtrter Parks, sowie trockener Promenade und Waldwege ist es auch als 9ufifurort für Ruhe- und Erholungsbedürftige hervorragend geeignet Prospekte durch die Großh. Badedirektion.
— Salzungen, 16, Mai. Vis heule find 335 Personen zur Kur hier eingetroffen.
Vermistchtes.
* Zur Vermählung der P ri n z e s s i n Viktoria Margarethe von Preußen mit dem Prinzen Heinrich XXXIII. z n Renß j. L. traf am Freitag nachmittag 2 Uhr 52 Minuten auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin der Fürst zu R e u ß j. L., welcher gleichzeitig seinen Antrittsbesu ch am Berliner Hofe macht, mit dem Erbprinzen zu Rcnß j. L. und der Prinzessin Viktoria Feodora zu Reuß j. L. ein. Am Bahn Hof waren zum Empfang erschienen Prinz Eitel Friedrich in Vertretung des Kaisers, bie hier eingetroffenen Prinzen des Hauses Reuß, der kommandierende General des GardekvrpS, der Kommcmdant von Berlin und der Polizeipräsident. Die Ehrcn- kompaguie stellte bay vierte Garderegiment zu Fuß. Prinz Eitel Friedrich geleitete die Herrschaften in das königliche Schloß, wo der Fürst Wohnung nahm. — Prinzessin Viktoria Marga rethe ist die 23 Jahre alte Tochter des Prinzen Friedrich Leopold und feiner Gemahlin, der geb. Prinzessin Luise Sophie zu Schleswig-Holstein. Prinz Heinrich XXXIII. zu Reuß j. L. ist 1879 geboren; er führt den Doktortitel und ist Kaiserl. Botschaftssekretär an der deutschen Botschaft in Wien.
* Lius Berlin, 16. Mai, wird gemeldet: Jiclolge übermäßigen (Genusses von ^lsvirintabletlen starb in der vergangeneic Nacht die 26 Jahre alte Verkäuferin Ott. Sie hatte rvegen Kopfschmerzes eine ganze ^Anzahl Tabletten genommen. Sie schlief darauf sofort ein, ist aber heute früh nicht wieder erwacht.
* Gefährliche L e b en s r e 11 u n g. Aus Wand s b c ck wird gemeldet: Auf dem Exerzierplatz auf der Horner Rennbahn hörte der Herr eurer ter Leutnant Braune, als er mit einem Zug der 4. Eskadron der Wandbecker Husaren eine Hebung leitete, Hilferufe. Ein zwölfjähriger nabe war inS Wasser gefallen. Seine
des Schwimmens unkundige Mutter und ebenso die 15 Jahre alte Scluvester sprangen ihm nach. Alle drei Personen waren dem Ertrinken nahe. Leutnant Braune sprang^ in voller Uniform) ins tiefe Wasser und rettete Sohck und Tochter. Der HufaA Nowak sprang seinem Leutnant nach und versuchte, die Mutter zu retten. Diese klammerte sich an den Soldaten und zog ihn mit sich in dic Tiefe. Nun sprangen Mei andere Husaren ins Wasser und diese brachten es fertig, ihren Kameraden und die Frau zu retten.
* Die kleinste deutsche Stadt liegt int Fürstentum Waldeck: Fürstenberg zählt 335 Einwohner und hat seit dem Jähre 1905 nur einen Zuwachs von 12 Einwohnern erhalten. Dabei liegen, wie die Banwclt berichtet, die Vermögensocrhältnisfe des Heinen Gemeinwesens recht günstig; es verfügt über ein Vermögen von 750 000 Mart, dem nur 200 000 Mark Schulden gegenüberstehen. Tas Weichbild der Stadt umfaßt 847 Hektar, das sind 3388 Morgen; auf jeden Einwohner kommen also 10 Morgen. Dieser Miniaturstadt werden die graften Landgemeinden Borbcck in Westfalen mit 71 000 Einwohnern, Steglitz mit 65 000 Einwohnern, Zabrze mit 63 000 Einwohnern gegenübergestellt, die trotz aller Bemühungen dieser Gemeindeit nod) leine städtische Verwaltung erhalten haben.
* Eine Episode von 1866. In einem ^lussatze, der sich mit dem geschärften Beobachtungssinn jener Menschen, die fern von der Großstadt in naher nnd steter Berührung mit Der Natur leben, beschäftigt, erzählt ein Mitarbeiter des Standard auch eine interessante Episode aus dem Feldzug von 1866. Durch den Scharfblick eines einfachen Soldaten, eines geborenen Zigeuners, wurde das von dem Erzherzog Joseph geführte Armeekorps chor einem gefährlichen Heb er fall bewahrt. Die Anekdote ist historisch beglaubigt: der Erzherzog selbst hat sie erzählt. Am Abend hatten die Truppen des Erzherzogs in einer kleinen böhmischen Stadt Biwak bezogen. Es mochte gegen Mitternacht fein, als der Erzherzog, der in einem Bauernhause schlief, plötzlich durch Stimmengewirr vor seiner Tür envcckt wurde: ein Soldat, ein Zigeuner, wollte durchaus den Erzherzog sprechen. Schließlich lieft man den Soldaten herein. „Der Feind," so bchanptcte der Mann, „zieht heran und will uns überraschen". Als der Erzherzog entgegnete, daß dic Vorposten nichts Verdächtiges gemeldet hätten, schüttelte der Soldat den Kops und erwiderte nur: „Weil der Feind noch weit fort ist, aber er ivirb bald hier sein". „Woher wollen Sie das wissen?" fragte der Erzherzog. Der Zigeuner wies zum Himmel: „Sehen Sie diese Sckiar von Vögeln, die südwärts ziehen?" „Freilich, aber was soll das?" „Tie Vögel sckstafcn wie der Mensch bei Nacht, und sie würden nicht fliegen, wenn Friede und Ruhe in ihrem Walde' herrschte; der Feind rückt vor, und bei dem Marsch durch die Wälder hat er die Vögel aufgesckxreckt." Die scharfsinnige Beobachtung des Nallirlindes veranlaßte den Erzherzog, die Vorposten zu verstärken und die Trceppen wecken zu lassen. Eine Stunde später begann der Kampf; aber der überraschende Heber= fall war verhindert.
* Angenehme Eröffnung. Chef (morgens ins G:- schäst kommende: „Na, Haden dic Preislisten noch keinen Erfolg gehabt, die wir gestern verschickt haben?" — Kommis: „Ö ja . . . diese Nacht ist das halbe Warenlager ausgeräumt worden!"
* Das Wunder. „Mein Gehörssinn ist außerordentlich entwickelt. Glauben Sie, ich höre Ihre Uhr ticken, obgleich Sie einen halben Meter von mir entfernt stehen?" — „Dann find Sic ein Wunder. Meine Uhr ist beim Pfandleiher, sechs Straßen von hier entfernt."
Märkte.
5. Homberg, 14. Mai. Ter heutige Schweinernarkt zeigte einen geringereil Auftrieb als der lebte und die Preise waren auch etwas gedrückt, weil die Preise für fette Schiveine bedeutend zurückgegangeu unb Ferkel in genügender Menge vorhanden sind.
fc. Frankfurt a. M., 16. Mai. H eu- und St rod markt. Angefahren waren 3 Wagen Heu, 0 Wageu Stroh. Bezahlt wurde für Den 3,20—3,50 Mk„ Stroh (Korulaugslroh) 0.00 - 0.00 Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft lebhaft. Tie Zllsuhren waren aus den Kreisen Dieburg und Hanau.
Amtlicher wetterdelicht.
Oessentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetterausfichten in Hessen für Sonntag, den 18. Mai 1913: Zunächst trüb, Regenfälle, kühl: später Nachlassen der Niederschläge und der Vewölluug, ivesttiche Winde.
Letzte 21ad>rid>ten.
Wieder ein Fehlbetrag in einer Genosienschaft.
Friedberg, 16. Mai. Bei einer Revision in der landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft zu Steinheim wurde ein Manko von 5000 Mark festgestellt. Für den Fehlbetrag haben die Genossenschaftler, deren Zahl etwa 100 beträgt, aufzukommen.
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Die Frankfurter Regierungs-Jubiläumsspende.
__ Frankfurt a. M., 16. Mai. Der Magistrat hat den Stadtverordneten eine Vorlage zugehen lassen, dic dic Bewil- limmg von 500 000 Mark zu einer Jubiläa ms spende für den Kaffer fordert. Von der Summe sollen 400 000 Mark als Gimndstock für den Bau oder Erwerb eines Volksbil- dnngs Hauses dienen und 100 000 Mark dem Kaiser für Zwecke der Pflege des deutschen Volksliedes zur Verfügung gestellt werden. Der Magistrat teilt dazu weiter mit, daß für das Volksbildungshaus aus privaten Kreisen weitere große Mittel flüssig gctnacht Werben sollen und daß hierfür bereits erfreuliche Zusagen vorlägcn. Die Vorlage wird bereits am kommenden Dienstag das StadtverordnetenkoUcgiunl beschäftigen.
*
Prinz-Heinrich Flu g
Straßburg, 17. Mai. Um 5.20 Uhr morgens wurde der Start, freigegeben. Unmittelbär darauf fuhr Prinz Heinrich von Preußen im Automobil nach Freiburg. Kurz nach ' _>6 Uhr startete der erste Apparat und zwar Lt. Geher unt 5.39 Uhr, Lt. Bcanlien unt 5.42 Uhr, Lt. Eoerper um 5.50 Uhr, Ingenieur Thelen 5.51 Uhr, Oberleutnant Barends 6.01 Uhr, Lt. Eanter 6.08 Uhr, Lt. Joch 6.11 Uhr 22 Sek., Lt. Carganico um 6.11 Uhr 29 Sek., Lt. Kastner 6.15 Uhr, Lt. v. Hiddefscn 6.20 Uhr.
Freiburg, 17. Mai. Als erster traf Ingenieur Thelen auf dem hiesigen Flugplatz ein: er landete um 6.35 Uhr. Ferner landeten Lt. Geher um 6.45 Uhr und Lt. Eoerper um 6.55 Uhr, Lt. Erhard! um 7.03 Uhr, Lt. Kastner um 7.04 Uhr. Letzterer beschädigte bei zu steilem Niedergehen seinen Apparat; Flieger und Beobachter blieben unverletzt. Als sechster landete Lt. Carganico um 7.07 Uhr und dann Lt. Canter um 7.10 Uhr.
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Die neuen Milit'ärlasten Frankreichs.
Paris, 17. Mai. Nach einer Blättermeldung wird der Kricgsminister im Hinblick auf dic von der Kammer genehmigte Zurückbehaltung der Jahresklasfc von 1910 demnächst dem Parlament eine Kredit sorderung von -etwa 350' Millionen unterbreiten, um die Kosten für die erforderlichen Kasernenbauten, zu Bckleidungs- und Ausrüstungsstücken, sowie für Pferdekäufe zu decken.
*
Ueberschwennnungen in Sudfrankreich.
Paris, 17. Mai. Die letzttägigen andallernden Regengüsse haben in den Departenieuts Ornc und Sarthe sowie in mehreren Gegenden Südfrankrcichs Ucbcrschwem- m u n g c n verursacht, die bedeutenden Schaden anrichteten.


