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17.5.1913 Erstes Blatt
 
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Ter Eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich LietzenerFamilstnblätter; zweimal wöchentl.Ureis- dlattsürdenUreis Eichen (Tienstag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: snr die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse Mr Depeschen:

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Erster Blatt

165. Jahrgang

Samstag, 17. Mai 1915

Bezugspreis: monatlich 75Ps., viertel­jährlich Atk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chesredaktelir: A. Goetz. Verantivortlich für den politischen Teil: August

eneml-Mzelger jur Vveryesjen ton",Vermischles" ltnd

KotaLisnrLruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Lchulstratze 7. Land"^E Se^mr d'^ Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfahr 18 Seiten.

Kolstisehe woehenscharr.

Gießen, 17. Mai.

lieber her Eintracht der bisherigen Balkanverbündeten haben sich finstere Wolken zusammengeballt, und wenn der Pralimmarfriede mit der Türkei abgeschlossen worden ist, i werden wohl die Blitze herniederzucken. Serbien und Griechenland wollen Bulgarien an der Tschataldschalinie ,nod> Lme Weile zappeln lassen, um sich selbst für die kom­mende Auseinandersetzung zu rüsten. Zweifellos hat Bul­garien jetzt die größten diplomatischen Schwierigkeiten zu uberwinhen. Die Erfolge des blutigen Krieges mit den -Türken, der ihnen, lvie jetzt amtlich festgestellt worden ist, einen Gesamtverlust von 30 041 Toten und 53 500 Verwund e- teu gebracht hat, werden dem König Ferdinand von allen Sei­ten stve-itig gemacht. So kam es, daß er in dem Feldzuge gegen Konstantinopel nicht zum Aeußersten gehen konnte, und so ist es zu erklären, daß er es vorzog, die rumänische Rechnung in Frieden zu begleichen. Rumänien erhält die strittige Stadt Silistria mit allen zugehörigen Be­festigungen und einen drei Kilometer breiten Zandstreifen der Umgebung, und lvie man unverbürgt aus den Zei­tungen vernimmt, wird- auch die Grenze am schwarzen Meer zugunsten Rumäniens verschoben und König Karl erhält die Möglichkeit, die bisher hart an der Grenze ge­legene rumänische Stadt Mangalia zu einem bedeutungs- - vollen Hafen auszugestalten. Wenn es nun heißt, daß dw bulgarischen Einwohner der Grenzstadt Silistria sich unweit, auf bulgarischem Boden, niederzulassen gedächten, um dort eine Trutzstadt zu gründen, so kennzeichnet dies die Stimmung, die für die nächsten Jahre zwischen beiden Völkern nicht gerade freundschaftlich sein wird. Für den Augenblick hat man in Sofia indessen wenigstens nach dieser Richtung hin die Hände frei, und so werden König Ferdinand und seine Ratgeber den Herausforderungen der Griechen und Serben gegenüber aller Voraussicht nach un­nachgiebig sein. Den einstigen Besitz Salonikis haben die Bulgaren noch nicht endgültig preisgegeben. Nach einer. Zeitungsmeldung hat der bulgarische Finanzminister die Zollbehörden angewiesen, auf alle Waren, die aus Saloniki eingeführt werden, einen hundertprozentigen Zoll zu le- geu. Damit will man die Stadt Saloniki überzeugen, daß ihre wirtschaftliche Zukunft ganz und gar von Bulgarien abhängt. Wenn der Friede mit der Türkei geschlossen sein wird, wollte man dann für die Zahlung an Rumänien mit Hilfe der Großmächte die Gegenrechnung insbesondere an 'Griechenland präsentieren.

Die Diplomatie in Athen und Belgrad hat daher den entsprechenden Gegenschachzug getan und will vor dem Ab­schluß des Friedens mit den Türken das Geschäft ins Reine bringen. Namentlich das Land des Pflaumenmuses und her Katastrophenpolilik, Serbien, versucht es in seinen Zei­tungen wieder einmal mit Kriegsdrohungen. Und so ist es nicht unmöglich, daß Bulgarien wirklich seine Truppen Stellungen von Tschataldscha und Bulair an die serbische und griechische Grenze dirigiert und daß aus den yerabhängenden ^Wollen schon in der allernächsten Zeit Ichwere Tropfen fallen und Blihe zucken.

ist ganz klar, und wenn in den letzten Wochen die russische Panslawistenpresse in der Erwartung eines Angriffskrieges gegen die Donaumonarchie die staatliche Zerstückelung und las bunte Böll^rgemisch des Habsburgerreiches bespöttelt hat, so kommt man bei der Betrachtung der Zukunftsmöglich­keiten, die der slawische Balkanbund bietet, zu einem viel berechtigteren Kopfschütteln. Rußland selbst ist übrigens auch nichts weiter als ein in allen seinen Teilen gährendes Staatenkonglomerat.

Am Donnerstag ist in der französischen Kammer eine wichtige Entscheidung gefallen. Bekanntlich hat der Ministerpräsident verschiedentlich angekündigt, daß die Jahresklassen der Soldaten, die am 1. Oktober entlassen werden sollten, unter den Fahnen behalten werden, um ungesäumt die militärische Machtstellung Frankreichs zu garantieren, hie durch das beantragte Gesetz der dreijährigen Dienstzeit erreicht werden soll. Tie äußerste Linke der französischen Kammer bekämpfte diese Maßregel als un- ge,etzllch und der Verfassung widersprechend, allein die Mehrheit des französischen Volkes betrachtet dies als papierne Einwände und fragt lieber nach dem Geist und Sinn, mit bem die Regierung ihr Vorgehen begründete. So kam denn dieses Abstimmungsergebnis zustande, das im deutschen Reichstag, wo die Buchstaben und Paragraphen viel gewichtiger in die Wagschale fallen, wohl unmöglich gewesen wäre. Mit 322 gegen 155 Stimmen hat die Kammer der Regierung zugestimmt. Die Minderheit setzte sich zu- sammen aus 72 geeinigten Sozialisten, 19 unabhängigen Sozialisten, 64 Radikalen und Sozialistisch-Radikalem Es ist höchst bemerkenswert, daß von der äußersten Linken beinahe 100 Abgeordnete sich der Abstimmung enthielten, nämlich 92 Radikale und Sozi alistisch-Radikale, zwei un­abhängige Sozialisten und ein Mitglied der geeinigten Sozialisten. Die Abstimmung gibt also vollste Klarheit über die Stimmung in der Kammer. Es ist kein Zweifel, daß die dreijährige Dienstzeit mit großer Stimmenmehr­heit angenommen werden wird! Wenn das radikale Blatt Evenement" damit rechnet, daß 250 Republikaner sich gegen das Gesetz wenden würden, so ist es doch noch fragkick)!, ob dies in der Abstimmung zum Ausdruck kommt. Viel­leicht versteht sich Herr Darthou wirklich zu dem Vorschlag dieses Blattes, den Gegnern ein kleines Entgegenkommen zu zeigen und damit Einhelligkeit bei der Entscheidung her­beizuführen. Gestern hat es-im Anschluß-an die Abstim­mung über die Regierungsmaßregel noch eine Aussprache über die auswärtige, besonders über die Balianpolitik, ge­geben. Herr Pichon, der Minister der auswärtigen Politik, sagte dabei nichts wesentlich Neues. Wie aber heute die serbische Regierung den Treibereien ihrer Presse einen Dämpfer aufsetzt weil Bulgarien die entsprechenden Maß­regeln getroffen hat so ruft auch her Minister Pichon die französische Hetzpresse zurück, indem er ausdrücklich fest­stellt, daß hauptsächlich durch dieverdienstvolle Mäßigung Oesterreichs" der Friede erhalten worden ist. Noch aber ist die europäische Friedensarbeit nicht am Ziele, denn, so erklärte her Minister weiter,wir sind leider weit entfernt von her Erledigung aller durch den Balkankrieg hervor­gerufenen Fragen". Der europäische Friede ist aber auch nach dem Urteil dieses Staatsmannes vorläufig nicht gefährdet.

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Dir preuUchen Lan-iagswahlen.

Das Ergebnis der Landtagswahlen, soweit es bis heute früh 5 Uhr bekannt war, läßt schon das sichere Urteil zu, daß das neue Haus ungefähr dieselbe Zusammensetzung ha­ben wird, wie das bisherige. Bemerkenswert ist/ daß die Sozialdemokraten nur einen Sitz gewinnen. Die Ergeb-

Mit einer serbisch-griechischen Waffenbrüderschaft wird dabei schwerlich zu rechnen sein, beim Serbiens Eifersucht geht auch gegen den südlichen Nachbar. Serbiens Lage ist nicht beneidenswert. Rußland leiht alle seine Hilfe dem Zaren Ferdinand, und in dem tatendurstigen König Nikita würde König Peter nur einen ziemlich unbeträchtlichen Bundesgenossen erhalten. Daß die Dreibundmächte ge- necgt sind, eher Bulgarien als Serbien zu unterstützen,

Der AeWMr öes Rokoko.

(Zum 200. Geburtstag von Charles Batteux, 16. Mai.)

In den Irrgärten der Märchen, in denen die Menschlein, ount umhertaumeln, sitzt mitten drin zumeist ein kleiner Geist, der an unsichtbaren Fäden alles lenkt und dem wirren Labminth JJeqe Ordnung gibt. Auch in der phantastisch ausgelassenen Rokoko-Kunst haust, allen unsichtbar, solch ein weiser Zauberer, der die Regeln befiehlt, nach denen der tolle Tanz der Ornamente und Reime sich dreht, ein kleines Männchen mit einer langen Lerücte und einem großen Bambusrohr, mit dem es allzu ausgelassenen Künstlergenien auf die Finger klopft; manchmal zieht dieses Ordnungsgeistchen der Rotoko-Kunst wohl auch eine lanpc Schnur ans der Tasche, um die graben Alleen und die steifen Aoskette zu kontrollieren, oder es mißt mit einem Richt scheid die Fassaden nach, ob all die unregelmäßigen Konturen und Schwünge auch nach der Regel sind . . .

Stellen wir den klugen Magier, vor dem sich die nur schein­bar so gesetzlos freie, bizarr eigenwillige Formenwelt dieser Epoche bedingungslos beugt, der erstaunten Nachwelt vor, da ihm sein 200. Geburtstag wieder eine kurze Urständ aus der staubigen Welt der Bücher, in die er nun für immer verbannt ist, gestattet, '^s ist der Geist des weyland Professors am College royal und Mitgliedes der Pariser Akademie Charles Batteux, derdie «honen Künste aus einem Grundsatz hergeleitet" und so den Schlüssel gesunden l-atte zur Pforte des Palastes derschönen Wissenschaften". Seine großeSammlung oder Auswahl von segeln", die die neuen Gesetze der nachklassischen sranzösischen Aesthetiker, der La Motte, DiiboS u. a. leicht verständlich und clwas oberflächlich zusammenfaßte und zuerst 1746, bann ver­mehrt als ein festes Lehrgebäude 1747 erschien, wurde in Deutschland, entweder in der schwereren vertiefenden Form des ^oh. Ad. Schlägel oder in der elegant .praktischen Ramlers, fh fast zwei Menschenalterzuni besten Lehr- und Lesebuch her fünfte unb schönen Wissenschaften", und während dann der putscheSturm und Drang" das zierliche Gebäude von unserem Erdboden weg fegte, steht es in Frankreich noch heute nicht völlig verlassen in dem weiten Park der ästhetischen Theorien. Jeden- puls waren die künstlerischen Grundgedanken der Zeit, von dem lienen durch Baumgarten gegebenen Anstoß abgesehen, hier ziem- oL vollständig bereinigte, so daß man säst sagen kann: -.Alles ist Rokoko, was im Batteux steht". Naturnachahmung!

Das ist die Hauptwahrheit, die über dem Eingang und an allen Wänden seines ästhetischen Tempels leuchtet.

Wie mußte dies Wort eine Epoche entzücken unb erfreuen, die in der besten der Welten zu leben vermeinte, die den Schöpfer in feiner Schöpfung pries und lauter Klarheit, Ordnung und Güte in der Natur fand. Was konnte es für die Kunst Herr­licheres geben, als diese Natur ähnlich wieder erstehen zu las­sen. dtachahmuikg der schönen Natur, die zugleich das Gute und Wahre enthält, ist also der Sinn seiner Lehre, und sie wirb in Deutschland begeistert ausgenommen.Als ich in meiner Dicht­kunst 1 730 zuerst den Grundsatz der Alten von der Nachahmung bp-:trug, schien er Deutschland ganz neu und fremde zu fein. Jedermann meinte, die Poesie fei eine Kunst, Verse zu machen, unb weiter nichts." So schrieb Gottsched stolz 1754 in seinem Auszug aus Batteux' schönen Künsten", legte der neue Wcis- heitsmann neben dem alten Boileau seinen Vorlesungen zu Grunde und schmiedete aus feinen Ansichten Waffen gegen seine Gegner, die ihn zum Teil wieher mit Pfeilen aus dem Batttmx beschossen. Es war die große Ausgabe und Tat der deutschen Aesthetik, Bat­teux zu überwinden, unb als er durch den An sturm Rosseaus in den vernichteirden Kritiken Lessings und Herders am Boden lag, war das letzte und stärkste Bollwerk des Rokokos gefallen.

*

Gerhart Hauptmann-Jahrhundert-Fest- spiel. Aus .Breslau wird uns geschrieben: Seit einer Reihe von Jahren weisen Gerhart Hauptmanns Dichtungen einen starkeii Einschlag von Symbolik auf. In Erinnerung steht noch der Miß­erfolg derPippa", mit der sich Hauptmann wohl zuerst auf dieses Gebiet wagte. Seitdem hat fein Hang zum Symbolismus eine weise Mäßigung erfahren und ist fast stets von anderen, stärker hervortretendcu Absichten begleitet gewesen. Auch fein gewaltiges Jahrhundert-Festspiel, das er im Auftrag der Stadt Breslau für die dort von Mai bis Oktober stattfindende Jahrhundertfeier der Frerhertslriege schuf, enthält zahlreiche Szenen, die stark symbochchen Charakter haben, und als Träger dieser Absichten bedient sich Hauptmann wiederholt Napoleons, dessen er fidi überhaupt mit besonderer Liebe angenommen hat. Einmal kwst er den Korsen als 12 jährigen Knaben inmitten eines rasenden RevoluttonSpöbels auftreten, ein anderes Mal als Kaiser auf dem Gipfel feiner Macht, von der goldstrotzenden Schar seiner Mar­schälle umgeben, und schp^^» auf dem Thron

nisse aus den größeren Städten und den Jndustriebezirken liegen nämlich bereits vollzählig vor. Außerdem kommen 11 Sozialdemokraten in die Stichwahl, ivobei es ihnen schwer fallen wird, Erfolge zu erringen. Die Konservativen haben bis jetzt 123 Mandate und kommen in 15 Fällen in Stichwahl. Tie Konservativen werden wahrscheinlich ihren bisherigen Besitzstand wahren, ha die Ergebnisse von 62 Wahlkreisen noch ausstehen. Die Freikonservativen haben bisher 42 Mandate errungen und sind an 8 Stichwahlen beteiligt. Die Nationalliberalen mit jetzt schon 55 er­rungenen Mandaten werden voraussichtlich einen Gewinn zu verzeichnen haben, denn sie sind an 17 Stichwahlen beteiligt. Die fortschrittliche Volkspartei hat weniger gün­stige Ergebnisse, da sie von ihren 37 Mandaten bisher nur 25 in den Hafen gebracht hat und an 10 Stichwahlen be­teiligt sein wird. Das Zentrum hat ziemlich glatt seinen Besitzstand gewahrt."- .

Zunächst teilen wir die Zusammensetzung des H a u s e s d e r A b g e o r d n e t e n bei der A u f l ö s u n g mit

Zusammen: 443

Ko n s e r v a ti b e

155

Frei konservative

60

Na tionalliberale

64

Volkspartei

37

Zentrum

103

Polen

14

Dänen

2

Sozialdemokraten

6

bei keiner Partei

2

In 85 Landtagswahlkreisen hatte nur eine Partei Kan­didaten aufgestellt, die zusammen 142 Abgeordnete wählen. Es handelt sich dabei meistens um Wahlkreise, die von den Konservativen und hem Zentrum vertreten sind.

Wir geben nachstehend eine Liste her bisherigen Ergeb­nisse, wobei in Hessen-Nassau uns noch drei Bezirke aus- stehen.

Es wurden gewählt:

Provinz Ostpreußen.

Wahlkreis M e m e l- H e y d e k r u g. Gewählt Oekonomierat Frcutze (Kons.) und Pfarrer Dr. Gaigalat iMoiif. Littaucr. Dez seitherige Abg. Schwabach (natl) wurde nicht wiedergewählt.

Königsberg Stadt und Land F i s ch h a u s e u. Bisher Lichtenstein .Vp5, Pachnicke (Vp.), Krause (natl.). Gewählt sind Krause (natl.), Pachnicke (Vp.) und Kanzow (Vp.).

Preußisch - H ol l a n d - M o h r u n g c n. Zwei Käufer» vative ohne Gegenkandidaten gewählt, darunter Gras Kanitz.

Stallupönen-Goldap-Darkehmen. Zwei Kocher- vative ohne Gegenkandidaten gewählt, darunter Regierungsrat a. D. Kr et h.

Provinz West Preußen.

Danzig-Stadt Danziger Höhe und Danziger Niede­rung. (Bisher Meyer (Fk.), Wallkowski (Kons.), Karow iKons.). Wahl Münsterberg sBp.), Weinhaufcn (Vp.) and Schmiljahn (Vp.) sehr wahrscheinlich, da ihnen nur 11 Wahlniännersttmmen an der unbedingten Mehrheit fehlen und 124 Stichwahlen ftattzufiuden haben.

Strasburg. Bisher Sieg (natl.). Es erhielten: Schulz (Malkew (SO 73, Glatze! (natl.) 54, die Polen 94 Wahlmänner. Die Wahl Schulz (K.) ist w a h r s ch e i n l i ch.

Stadt Berlin.

1- Tiergarten viertel, untere Friedri chsvor^ st a d t, Schöneberger Vorstadt, T e m p e 1 h o f e r Vor^ ftabt twestl. Teil). Wiederwahl des Sanitätsrats Dr. Mug- d a n (Vp.) sicher.

2. Alt-Kölln : Friedrichs Werder Torothcen- st a d t, Friedrichstadt, obere F r i c d r i ch v v r st a d t,

sitzend, mit einem BUtz in der Hand. Die Inszenierung dieses Schauspiels, das sich in den gewaltigen Rahmen der Bres­lauer Jahrhunderthalle prächtig cinfügt, stellte die Ingenieure der Bühnentechnik vor die Lösung neuer Aufgaben. Ein ganz besonderer Effekt wird in der letzten Erscheinung -Rapoleons dieser fünszackige Blitz werden, für den Rudolf Dworskt vom Deutschen Theater in Berlin eine sinnreiche Konstruktion ersann. Ueberhaupt spielen die Beleuckstungseffelt.' in dem Fest­spiel eine bedeutsame Rolle, und auch hier wird mit Mitteln ge­arbeitet, wie noch nie in einem Bühnenhaufe. Bieruudzwanzig starke Marinescheinwerfer werden von der ersten Galerie aus die dreiteilige Bühne und die Orchestta erhellen. Unter der Leitung des Regisseurs Held haben die Proben mit den 2000 Mit- wirkenden bereits ihren Anfang genommen, und in der nächsten Woche werden die Solistenproben in der Jahrhunderthalle unter Reinhardts Regie beginnen.

Die Tagung der Schopenhauer-Gesellschaft tu Frankfur.. a. M. fand mit Vorträgen von Dr. Wolff- Amsterdam überSchopenhauer und die Romantik", Maria Groener-Karlsruhc überIdealismus und Realismus" und Dr. 28 er n cr-Frankfurt überSchopenhauer als Frankfurter" den Mschluß ihrer wohlgelungenen unh inhaltsreichen Tagung. Als Ort der nächsten Tagung wurde für 1914 München bestimmt Nach Schluß der Sitzung legte die Gesellschaft durch (Rheimrat Deutz e n einen Kranz am Grabe Schopenhauers nieder.

Von der Spitzbergen-Expedition. Geheimer Regierungsrat Prosesfor Mr et he erhielt folgenhes Telegramm: Spitzbergen, Adventbay, 14. Mai. Soeben hier ciiigctroffen, brin- geit xslyneit allen, die in Deutsästand unb Norwegen für das Zu­standekommen der Hilfsaktion für unsere Expedition gearbeitet haben, unseren aufrichtigsten Dank. Rave. Rüdiger.

. , ~ Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- sch aft. Der bekannte Staatsrechtslehrer Wirkt. Geh. Rat, Prof. Dr. Paul Laband begeht am 24. Mai seinen 7 5. Ge­hn rtsta g. Ter pensionierte o. Professor der arabischen Spraä)etl an der orientalisäien Akademie und an der öffentlichen Lehranstalt für orientalische Sprachen in Wien, Dr. Adolf W a h r - nrniib, ist im 86. Jahre gestorben. Er stammte aus Wies­baden.