Ausgabe 
16.6.1913 Zweites Blatt
 
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Abends finbet ff 'f'1.

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ü. Zur Lbjahrig^ Vereins sind die fe usstellung sind 26 & ftfonnnerS om 6mis!x inn* und der Turn«''

Reklamemarken in den Verkaufsstellen erhältlich.

I, 22. Zuni, finbet.' aus die nachmitte/'

n hiesiger MallatM i einem Dache, lvok > erlitt einen doppelter igen. Er wurde naö . Lebensgefahr ist nid): nmartt war gut k Pfund, Eier das Zenter 2.50 M. Hei, u Markte gebracht, lerbfen wurden Dielfüf

Erdbeeren, welche ir Kald gut geraten sine

wurden 10 000 Mark bewilligt für die Ferienspazier - g ä n g e.

w Wiesbaden, 14. Juni. In der vergangenen Nackt wurde in das Antiauitäten- und Juwelengcschäst L. Meiler auf der Wilhelmstraße eingebrochen. Die Diebe erbeuteten für 50000 Mart Juwelen. Von den Einbrechern fehlt bisher jede Spur.

ii. Die Sp. ,"ub it unbeschrai^ lchc mit beichlänNN

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ii fettend ,v-'|t endjährlgc^' ach Eine Urkunde it 5U der Mr, die mt An W^; fnwen Turnt bckann'

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ber G-gcn^ ®* nd)f, Flachsber^ tr. Auch me^! r.KKs

llNg ^rnsinE ltertUP ^l-

"ö.r" Achtung s§ A'-""

28. Mainzer Regatta.

Erster Tag.

Hatte die vorjährige Regatta sebr unter den Unbilden der Witterung nn leiden, so lachte dafür in diesem Jahre ein sonnen­klarer Himmel über dein alten Vater Rhein, dessen leichtbcwegte Wellen festesfreudig alänzten. Tie Fahrbahn ist in diesem Jahre wieder an ihre alte Stätte bei der alten Eisenbahubnicke verlegt. Tie Ergebnisse des ersten Tages sind folgende:

R h e i n - V i c y e r (Herausforderungspreis, gegeben von, Mainzer Ruderoerein): 1. Ruderrieae des Esseiter Turn- und Fecht­klubs 8 Min. 7 Sek., 2. Düsseldorfer Ruderoerein 8 Min 46 Sek. Germauia-Di'isfeldorf überninnnt die Führtmg, die cs bis kurz vor dem Ziel behält, mo es von Essen überholt und schließlich auf den dritten Platz gedrängt wird. Zweiter Einer (Ehrenpreis der Kegelgefellfchall .Eiserner Bund"): 1. Piez, Mainzer Ruderoerein 8 Min. 41 Sek., 2. Menz, Kasteler Rudergescllschast 8 Min. 50 Sek. Piez setzt sich sofort an die Spitze uud gewinnt glatt mit etwa 5 Längen. Ga st-Vierer (Wanderpreis der Stadt Mainz, Vorjahr Ludwigshafener Ruderoerein): 1. Rudcrriege des Essener Turn- und Fechtklubs 8 Wlin. 4 Sek.. 2. Mainzer Rudergesellschaft 8 Min. 4 Sek., 3. Mannheimer Ruderklttb 8 Min. 7'/, Sek., 4. Frank­furter Ruderoerein 8 Min. 15 Sek. Geschlossenes, prächtiges Rennen zwischen Essen, Mainz und Mannheim bis dicht vor dem Ziel, ivo Essen langsam vordrängt und sich die Führtmg nicht mehr entreißen läßt. Anfänger-Vierer (Ehrenpreis, gestiftet voin Mainzer Ruder­verein): i. Kasteler Ruderacsellschast 8 Min. 29 Sek., 2. Wormser Ruderoerein 8 Min. 20'/, Sek., 3. Offenbacher Rndervercin 8 Min. 55 Sek., Ruderoerein Rüsselsheim abgestoppt. Wechselnde Führung bis 100 Meter vor dem Ziel, wo Kastel mit mächtigem Endspurt vorgeht und mit einer halben Länge siegt. Mannheimer Ruder­verein Amicitia, Rudergesellschast Worms und Mainzer Ruder- gesellschast sind nicht gefahren. Ziveitcr Vierer ohne Stell ermann (Ehrenpreis des Mainzer Rndervereinsi: 1. Mainzer Ruderoerein 7 Min. 52 Sek., 2. Frankfurter Nudergesellschafl Sackseuhallsen 8 Min. 8 Sek. Sachsenhansen führt bis 1500 Meter, wo Mainz langsan, vorgeht und nach scharfem Kampf mit einem prächtigen Endspurt das Reililen mit 5 Längen gewinnt. -Vierer (beschränkt) (Ehrenpreis des Mainzer Rlidervereins): 1. Ruder­sport-VereinTeutonia" Frankfurt a. M. 8 Min. 25 Sek., 2. Ruder- verein Hechenheün Frankfurt a. M. 8 Alin. 37 Sek. E r st e r Vierer ohne Steuermann (Wanderpreis des Deutschen Ruderverbandes): 1. Mainzer Ruderverein 7 Min. 49 Sek., 2. Ruder­riege des Essener Turn- und Fechtklnbs 8 Min. Mainz übernimmt sofort die Führung, behält sie spielend uild geht glatt durch das Ziel. Zweiter Achter (Ehrenpreis des Mainzer Rndervereins): 1. Amicitia-Mannheim 7 Min. 24 Sek., 2. Kölner Klub für Wasser­sport 7 Min. 25 Sek., 3 Kasteler Rndergesellschall 7 Min. 32 Sek, 4. Mannheimer Ruderklub 7 M. 36 Sek., 5. Offenbacher Rllderverein 7 Min. 50 Sek. Geschlossenes Rennen unter wechselnder Führung von Amicitia lind Köln. Slmicitm schiebt sich langsam uild müh- sanl vor und siegt mit einer Länge. Ter Mainzer Rlldervereiil, der an vierter Stelle liegt, gibt kurz vor dem Ziel auf. Rach Schluß der Reilnen veranstaltete der Mainzer Rnderverein ein Nachtfest im (Säte Wocker, das sehr stark besucht war und sich bis zum frühen Morgen hinzog.

Zweiter Tag.

Auch heute blaut wieder ein lachender Himnrel über dem alten und doch ewig jnnqeit Rhein, und dessen funkelnde, kräuselnde Wellen begrüßen die Tausende, die die Rennen herbeigelockt haben. Tie Ergebnisse derselben fteQen sich ivie folgt:

I u >l l o r - V i e r e r. (Ehrenpreis des Wettfahrt - Komitees): 1. Mainzer Ruderoerein 8 Min./, Sek., 2. Wormser Ruderverein 8 Mm. 15 Sek., 3. Kasteler Rudergesellschast. Mainz fährt vom Start ab und geivinnt nach Belieben mit 5 Längen. Kastel hat auf halber Bahn abgeüovpt. Groß Herzogs-Vierer. (Ehrenpreis Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs): 1. Mainzer Ruder- Dcrciit 7 Min. 39 Sek., 2. Ruderrieqe des Essener Turn- und Fecht- tlubs 7 Min. 56 Sek., 3. Mannheimer Rnderklud 7 Min. 52 Sek. Mainz gewinnt nach hartem Kampfe mit 2 Längen. Einer- Nbein vokal. (Wanderpreis der Gesellschaft G. L. u. I.): 1. Heidelberger Ruderklub 8 Min. 7 Sek., 2. Kölner Klub für Wassersport 8 Min. 22 Sek., 3. Mainzer Rudergesellschast von 1902. Heidelberg (Graf) fährt mit 2 Längen vor Köln (Münnintilwll und gewinnt mit großem Vorsprung; Mainz (Ernst Maschmaunl stoppt auf halber Bahn ab. 2. Vierer (Ehrenpreis des Mainzer RndervereinS): 1. Mainzer Ruder- geiellichast von 1902 7 Min. 40 Sek., 2. Kasteler Ruder­

gesellschaft von 1880 7 Min. 43 Sek., 3. Ruderriege des Essener Turn- und FechtklubS 7 Tim. 44 Sek., 4. Frankfurter Ruderqesell- schall Sachsenhausen 7 Alin. 52 Sek., 5. Kölner Klub für Wasser­sport 7 Min. 56 Sek., 6. Frankfurter Ruderverein von 1865 8 Min. 7 Sek. Sehr spannendes Rennen. Mainz fährt mit kleinem Vor­sprung vor Essen; Kastel, das anfangs an, Schluffe liegt, rückt all­mählich auf, und es entspinnt sich nun ein heftiger Endsport, den Mainz mit kapp einer Länge zum Siege fährt. - Kaiser Vierer Wanderpreis von Sr. Mas. Kaiser Wilhelm II. Offen für Imma­trikulierte oder vor dem Staatsexamen stehende Studierende): 1. Mannheimer Ruderklub 7 Min. 47 Sek., 2. Salamander, erster Karlsruher Ruderklub 7 Min. 50 Sek., 3. Heidelberger Ruderklub 7 Min. 52 Sek., 4. Akademischer Ruderoerein Hannover 8 Min. 9 Sek., 5. Kölner Klnb für Wassersport 8 Min. 20 Sek. Unter wechselnder Führung von Karlsruhe und Heidelberg beginnt 50" Meter vor dem Ziel ein strammer Endspurt, den Mannheim mit einer knapoen Länge gewinnt. Jun i o r-E i n c r (Ehrenpreis von Karl Opel und'Schöneweis.) Mainzer Ruderverein (Pier) geht in 8 Min. 15 Sek- allein über die Bahn. Zweier ohne Stell er mann. (Herausforderlingspreis des Mainzer Rndcr- vereins.) 1. Mainzer Ruderverein 8 Min. 11 Sek., 2. Mannheimer RuderoereinAinicitia" 8 Min 22 Sek., Mainz (EordeS und Eismaner jun.) führt vom Start ob mit zwei Längen, und geivinnt ohne sonderliche Anstrengung mit 4 Längen In nior - Achter Ehrenpreis des Wettfahrt-Komitees. 1. Mann­heimer RlldervereinAmicitia" 7 Mill. 7 Sek, 2. Mainzer Ruder- verein 7 Mm. 9 Sek,. 3. Ruderaefellschall Worins 7 Min 17 Sek., 4. Mainzer Rudergefellschaft von 1902 7Min. 19 Sek., 5. Mannheimer Rliderklub 7 Min. 23 Sek. Unter wechselnder Führung von Mainz (Riidergesellschast) lind Mannheim (Amicitia) nach schönem Kampfe mit einer knappen Länge gewonnen. Dritter Vierer. «Ehren­preis des Mainzer Nudervereins). 1. Kasteler Rudergesellschast von 1880 7 Min. 50 Sek.. 2 Hanauer Rudergesellschast von 1879 7 Miil. 57 Sek., 3. Rudergesellschast Worms 7 Min. 59 Sek. 4. Ruderklub Germania, Düffeldorf von 1904 8 Min. 5' 2 Sek 5. Offenbacher Ruderverein von 1874 8 Mm. 27. Sek. Kastel gewinnt sicher mit vier Längen, nachdem es vom Start ab fast ohne Unterbrechung geführt hat. Offenbach stoppt auf halber Bahn ab, nimmt später das Rennen ivieber auf und muß sich mit dem leisten Platz begnügen. E r m n n t e r n n g sD i e r e r.'Ehrenpreis des Mainzer Ruderverems). 1. Ruderklub Nanovia, Höchst a. Al. 7 Min. 55 Sek., 2. Mainzer Rllderverein 8 Min., 3. Ruderverein Rüffelsheim 8 Min. 15 Sek., 4. Frankfurter Ruderverein Fechenheim

In ber WX sM-v zblcbcns^

>uni.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

6. Henneberg, Hoff. F. M. d. deutschen Kaiserin, Zürich

L. Dyssenhop «Sc Co.. G. m. b. EI., Mainr.

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bis 15. Juni , 15. ,

Milller'sche Badeanstalt.

Wasser wärme der Lahn am 1 6. Iu n i: 15 ® R.

Höchste Temperatur am 14.

Niedrigste , 14.

Niederschlag: 0,0 mm.

Russische Aristokraten als Mörder.

"2< Petersburg, 13.

wandern und Reisen, Räder.

Salzungen, 13. Juni. Bis zum helitigen Tage sind 1305 Personell zur Kur hier eingetroffen.

[tatrianb, gelangte bas (Bendit zur Uederzeugung, daß 9. brr ihm zur Last gefegten Tat überführt sei, und verurteilte ihn yi zwei Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung in die 2. Xflaffc des Soldatenstandes. L., der m>n Ansang an feine* Unschltld beteuert hatte, legte Berufung beim OberkriegSgerieht: bes Gardekorvs ein Bei der Orlsbesicktigung, die auch in dieser Instanz erfolgte, glückte es deut Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Ulrich, den Nackpi'eis zu sichren, daß es dem Be- idralbigten lurmoglich gewesen sei, in der Zeit, die zwischen dem Aufsik-en des Radlers und seiner Mtiicffebr lag, das Portemonnaie zu öffnen, das 0>eld herauszunechmen und zu verstechen, und die Börse dann nach dem Fundorte zu schaffen Das OderkriegSgerichl kam desbalb einstimmig zu einem freisprechenden Urteil.

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[3551[

Rack mehrtägiger Verhandlung ist vor dem hiesigen Bezirks gericht ein Mordprozeß zu Ende gegangeii, her geeignet ist, markante Streiflichter auf die moralischen und sittlichen Anschauungen roijfcr Kreise der russischen befferen Aesellschaft zu werfen. «Es handelte sich bei den Angeklagten nm zwei erst Anfang der 20er Jahre stehende junge Männer, die ihrer Geburt und Ujrer Stellting nach den ersten Kreisen der rnnifdicn Hauptstadt angehörten Alexandra mit sch Dolmatow arbeitete im Ministerium des Aus­wärtigen, während fein Freund und Mitangeklagter Baron Wladi- miroivitsch von Geismar im Finanzinittisterium beschäftigt war. Die beiden hatten sich in der Provinz kennen gelernt und trafen hier nach ihrer Versetzung in di? Hauptstadt wieder zusammen. Gemeinsame Neigungen verbanden sie schon von früher her, und die bezogen fick vor allem aus die Auslostung des Lebens um jeden' Preis. So tonnte man denn die F-rennüe Abend für Mend oder vielmehr Rackst fier Nacht an den besuchtesten Vergnügungsstätten sehen, überwiegend an Orten, wo die jeunesse dor6e verkehrte? und zu denen auch die Weiblichkeit leichteren und leichtesten Genres zugelassen war. (Ein solches Leben kostete natürlich Geld, und da beide Angellagte von .Hause aus über Verntögen nicht ver­fügten, andererseits aber auch das (Schatt eines jungen Mim­st erialbaamten in Petersburg nicht allzu lfock? bemessen ist, gerieten sie bald in Schuldeit. Zhre p nanu eile Lage ronrbe immer un­sicherer, so daß sie schließlich nickst davor zurückschreckten, Droschken kutscher, Portiers und andere Heine Leute anzuborgen. Dazu kam, daß Dolmatows Geliebte, eine frühere Pariser Chansonette, sich von ihm lo^zusagen drohte, als sie merkte, daß der Geldstrom versiegt war.

Tic Angeklagten brachten noch einmal bei Wucherern einen größeren Betrag auf und machten eine Reise in das Ausland, irm durch Spielgewinn ihren zerrütteten Verhältnissen aufzuhelfen. Das mißlang aber, und fast völlig mittellos kehrten sie nach hier zurück. Wie abgefeimte Verbreck>er beirftonen sie nun, sich auf gewaltsame Weise Geld zu verschaffen. Sie lernten auf der Straße die Frau eines Katrfinanns Thieme kennen, eine schon- ettvas reise Schönheit, die an öfsentlick^n Orten die Bekanntschaft von jungen Leuten suckste. Sie wurden in der Folge auch mehr' fach in die Wohnung der Frau eingeladeit, und als sie dort aus der Eleganz der Einrichttmg die lleberzeugung gewannen, baß; Frau Thieme reich sein müsse, beschlossen sie, an ihr einen Raub­mord zu begehen. Es wurde besckstossen, daß Dolnratow ge­legentlich eines Sck.äfferstündchens die Frau erschlagen solle, dem Angeklagten mangelte aber der Mut, allein die Tat zu begehen. Der Mord tvv.rbe also für ein folgendes Rendezvous, an dem beide' Angeklagten teilnahmen, festgesetzt. Als die nichtsahnende^ Frau zwischen den beiden sicitgeu Leuten saß, ergrisi' Dolmatow ein Beil und Geismar einen Totschläger, und beide bieben auf die Frau' ein, bis sie bliitiiberftrömt zu Boden sank. In aller Sie zogen sie der Ohnmäckstigen einen Nina vom Finger und nahmen ihr eine Perleit keile ab. Als ?ie schrecklich zugeri ästete Frau von ihrem Dienstmädchen aufgesirndeu wurde, konnte sie keine näheren Angaben über die Täter mehr machen und starb nach kurzer Zeit. Die Perlen der geraubten .Halslsette erkannten die Mörder bald als uneckst, weshalb sie den Schmuck in die Newa warfen. Der Ring, den sie bei einem Fuwclicr versetzt hatten, führte auf ihre Spur, sie wurden kurze Zeit nach der Tat auf dem Gute eh red Freundes verhaftet. In der Poruntersuckmug suchten dic ?üi- aeflaqten die Tat als Ausfluß der Eifersucht hinzustell"n. 'Die Verhandlung ergab aber, daß es sich nm einen wohlüberlegten Mord handelte. Das Urteil des Gerichtshofes lautete gegen D a l m a t o w aus 17 Jahre Zwangsarbeit, gegen Baron Geis­mar auf 15 Jahre Zwangsarbeit.

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Juni

1913

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Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

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Windstärke

(Brob der BcwOIhung in gehnlel ber fichlb. Himmelsg.

Wetter

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8 nilin. la" Sek.,5.OffenbacherRuderverein von 1874 8Miu42Sck. Mainz kommt vom Stark mächtig ab, ivirb aber im Endspurt oon Höchu a. M. mit 1Längen auf den zweuen Platz verwiesen. Erster Achter tWanderpreis oon Mainzer Tarnen): 1. Mainzer Rllderverein 7 Mm. V. Sek, 2. Mainzer Riidergesellschast von 1902 7 Min. 6 Sek. 3. Rndez-riege des Effener Turn- und Fecht- klnbs 7 Min. 6'/, Sek., Mainz sühn vom Start ab und gewinnt mit enter Länge. Ein bat ter Kampf entspinnt sich zwischen Mainzer Rudergesellschall und Esten um den z,veiten Platz, den erstere um Lnftlastenlänge gewinnt.

Smart nach Beendigung der Rennen wurde in dem Bootshaus des Atainzer Ruderverems die Preisverteilung vorgenommen, an die sich wieder ein Nachtfest im Eas4 Mocker anschloß.

Gictzener Strafkammer.

Gicsten, den 13. Juni 1913. Fahrlässigkeit bei der Ausgabe von Patronen. Der Kriegerverein Kölzenhain veranstaltete im Herbst v. I. ein Sckeibenschießen, bei dem der Angeklagte, Landwirt und Vorstandsmitglied H. F. von Kölzenhain, mit der Ausgabe der Patronen beauftragt war. Er soll dabei insofern fahrlässig ge­handelt haben, als er eine Patrone an einen 18jährigen Burschen abgab. Dieser lud eines der alten, an einem Baum stehenden Gewehre mit der gekauften Patrone, aber nicht wie das an geordnet war, unmittelbar vor Wgabe des Schusses, sondern in dem Gewühl, der sich um den Schießstand herumdränqendeu Menschen. Er hantierte dabei so unvorsichtig, daß das Gewehr losging und der Landwirt M. B. in den Oberschenkel getroffen und ihm eine derart schwere Verletzung beigebracht wurde, daß eine Verkürzung des Beines zurückbleiben wird. Das Schöffen- gericht Ulrichstein war zu einer Bestrafung des Angeklagten loegen fahrlässiger Körperverletzung gekommen, weil er nach Lage der Dinge bei der Abgabe der Patrone an einen 18jährigen Menschen mit dessen Unerfahrenheit und den sich daraus ergebenden Folgen hätte rechnen müssen. Die Sttastammer schloß sich dieser Auf­fassung an und wies die von dem Angellagten zur Erzielung von Freispreckulng eingelegte Berufung foftenfällig zurück.

Unter Ausschluß der Oesfentlichkeit wurde gegen den Spengler G. R. von Romrod verhandelt, der sich an einer Reihe von unmündigen Mädchen vergangen hatte. Strafe: 1 Jahr 3 Monate Gefängnis.

Vermindert zurechnungsfähig ist nach dem Gutachten des Sachverständigen der Zimmermann W. B. von Braunschweig, dem Betrug und Diebstahl, beide begangen im wiederholten Rückfalle, zur Last gelegt wird. Er soll, als er aus der Strafanstalt Butzbach nach Vilbel zur Entlassung gekommen war, den Wirt D. um 3 Mk. betrogen und feinen Hut gestohlen haben. Wegen Betrugs wurde indessen auf Freisprechung erkannt, da eine betrügerische Absicht nicht feststellbar war: die Entwendung des Hutes wurde als Untere schlagung angesehen und mit einer Woche Gefängnis gesühnt, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde.

Berufungsverwcrfung.

Der Landwirt K. S. in Massenheim ist des Vergehens gegen das Fleifchbeschaugesetz angeklagt, aber vom Schöffengericht Vilbel freigesprochen ivorden. Er hatte eine kranke Kuh schlachten lassen, deren Fleisch von dem Tierarzt als minderwertig, wenn auch als geniestbar, bezeichnet wurde. Rach den bestehenden Vorschriften darf derartiges Fleisch nur durch Verkauf auf der Freibank in den Verkehr gebracht werden: aber auch feine Ver­wendung im eigenen Haushalt ist zulässig. Entgegen feiner ursprünglichen Absicht der Verwendung im eigenen Haushalt, die er auch dem Tierarzt zu erkennen gegeben hatte, entschloß sich der Angellagte später zu einem Verkauf des Fleisches an einen Metzger in Vilbel. Hierdurch soll er sich strafbar gemacht haben. Da indessen der Angeklagte der Meinung fein konnte, das Fleisch sei, wenn auch minderwertig, doch allgemein zum Genust tauglich, verwarf die Strafkammer dic Berufung, die die Staatsanwalt­schaft gegen das freifprechende Erkenntnis des Schöffengerichts eingelegt hatte.

Berufungsverwerfung infolge Ausbleibens des Angellagten erfolgte in der Straffache gegen den Weißbinder V. in Laubach, der von dem Schöffengericht Laubach wegen Pfandveräußerung bestraft worden lvar.

(BericbtofaaL

rb. Darmstadt, 14. Juni. Im Kelsterbacher Dieb­stahl - und H e l) l e r e i p r o z e ß wurden die Plaidoyers fortgesetzt. Zuerst sprach sehr ansksihrlich Rechtsanwalt Dr. Oppen­heimer für den Angeklagten Menz. Er bestritt, daß die Anklage irgend einen Beweis für Tiebstabl ober Hehlerei des Gastwirts Menz erbracht habe. Tie ganze Angelegenheit sei durch Wirts- hansgeschwätze und anonyme Anzeigen anfaebanscht worden. Was den Diebstahl von Getreide ans dem FrachtschiffTrusns^ betreffe, so liege hier für Menz nur versuchter leichter Tiebsiahl vor; hier­für seien mildernde Umstände angemessen. Bon der Hehlerei sei Menz freiznsvrechen. Ebenso beantragt Rechtsanwalt Jourdan- Mainz für Povliolek Freisprechung im ganzen°Umfange nnd Ucbcr- nahmc der Kosten auf die Staatskasse. Jnsiizrat Tr. Reis stellt sich ans den gleichen Standpunkt wie Tr. Oppenheimer und verneint für den Angeklagten Heilack jeden Nachweis einer Hehlerei auch für dessen Beteiligung am Tiebstahl fei kein Beweis erbracht worden. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Rohde beantragte für die beiden Kiritz, Oiecktsanivalt Raab für PonS und Rechts­anwalt N e u s ch ä f s e r für Stentel gleichfalls völlige Freisprechung.

Das Urteil

lautet: Ter Angeklagte Karl M e n z wurde zu einem Jahre sechs Monaten Zuckthans verurteilt, der Zollhilfsbeamte Eckert zu fünf Monaten Gefängnis, der Steuermann Ritter aus Aiainz zu einem Jahr acht Monaten Znchthans, der Schlaffer Povliolek ans Kelster­bach zu sechs Monaten Gefängnis, der Metzger Heifack II. zu sechs Monaten Gefängnis und der Fruchthändler Rudolf Kiritz zu fünf Monaten Gefängnis. Tie Angeklagten Pons, Zrentel II. und Jakob Kiritz wurden freigesprochen.

Ein Unteroffizier unter der Anklage des Straßenraubes. Ein Samaritcrbienft war für den Unter­offizier Lücke vom 2. Afenbahn-Regimont verhängnisvoll ge­worden. L., der sich vor dem Obcrl'riegsgericht des Garbekorps wegen Diebstahls zu ncrantroirrrcn hatte, war nach ber Station Saabow abFoimnanbicrt. Dort beobachtete er eines Abenbs, baß ein Rabsichrer, ber sich in angetrunkenem Zustande befand, ver­geblich verfuckste, aufs Rad hinauf zu kommen. L. hob den Radfahrer auf die Maschine, und ein Kutscher hielt sie fest. Dann versetzte der Unteroffizier dem Rade nock) einen kleinen Stoß, damit ber Rabl er glücklich in bie Fahrt kam. Fast unmittelbar barauf, cs mochten inzwischen höchstens IV2 Minuten verstrichen sein, lehrte ber Radfahrer zurück, fuhr auf seine beiden Helfer los und warf ihnen vor, sie hätten ihn bestohlen. Während sie ihn aufs Rad gesetzt, hätten sie ihm aus, ber Hosentasche bas Portemonnaie mit 70 Mk. genommen. Entrüstet wiesen beide die Verdäcktigungcn des Radlers zurück. Man zündete ein Stteich- holz an und leuchtete die Umgebung ab. Mehrere Meter ent­fernt wurde die Börse dann gefunden. Sie war aber leer. Der Radfahrer zeigte nun die Sache an. Unglücklicherweise hatte der Untervfsizier an jener Seite des Rabes gestanden, au der der Fahrer bas Portemonnaie in "ber Hosentasche aust>ernährte, an ber linken. Auf ihm blieb infolgedessen der Verdacht sitzen. Er wurde verhaftet unb vor das Kriegsgericht gestellt. Rach eingehender BenxröcrufnvhmL, wobei auch eine Ortsbesichtigung

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