Ausgabe 
14.7.1913 Zweites Blatt
 
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165. Jahrgang

Zweites Blatt

Ur. 162

Erscheint täglich nm Ausnahme des Sonntags.

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I tüchtige. I Freiwil

Reich;- und Landesfinanzen.

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1911

1912

1913

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2980 Stück

3216

DieEichener Aamllienblätler" werden dem .Anzeiger" viermal ivöchentlich beigelegt, daS Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal roöd)cnllid). Di»Landwirtschaftlichen Zeit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Ams Stadt rrudaat^»

Cjieüen, 14. Juli l913.

überwiesen. ~ <

2(1'5 Crt der nächsten Tagung des Ausschusses der 2.entlaßen

luu;ube Turner. Diese Verkürzung soll ähnlich.der Emiahrrg. Freiwilligeii-Tienstzcit gestaltet werden, ler Munster hat au: eine Eingabe die "Antwort erteilen lassen, es sei noch nicht aozusehen, wie die. Prüfung gestaltet werden soll; unsere Ausgabe ut es, zu zeigen, auf welche Weise die Prüfung vollzogen werden huw.

Die Angelegenheit wird dem Turnausschutz zur werteren Beratung

I Geh"'SanitLtsrat Dr. Götz berichtete sodann über den Reichs- Itagsbeschluß vom 18. Juni betr. Verkürzung der Dienstzeit für

Montag, U. 3uii 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jcheu Universiläts - Buch- und Steindruckere:.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schub stratze 7. Expedition und Vertag: 51.

Redaktion:e^A112.Tel.-2ldr.:2lnzeigerGiehen.

Der Kiiegcrbimö und die presse. |

Z- Breslau, 12. Juli.

Der Deutsche Kriegerbund und der Preußische Landeslrieger- verband haben zu ihrem 35. und8. Wgeordnctentag, die sie hter m Breslau in diesen Tagen veranstalten, entgegen der Gepflogen- hcit der meisten anderen Organisationen die Presse nicht eut- geladen. Eine Breslauer Zeitung, der auf Grund emes gegen-- »eiligen Abkommens die Lieferung emes Berichtes- für die Bres­lauer Blätter zngefallcn war, erhielt auf eine Anfrage nach einer Einladung und dem vorliegenden Kongrepmaterial mc um- wort, die Presse könne au dem Begrüßungsabend, dem Festessen und dem Ausflug teiluchmcn, über die Verhandlungeii »verbc ihr ein amtlicher Bericht zugchcn. Unserem Vertreter wurde dasselbe b.-beiitet Sicher ersckeini hiernach, daß man die Gegenwart der Presse nicht wünscht. Das ist ein Privatwunsch der Krwgervcreine, die Oeffentlichkeit aber und die Mehrzahl der 3 Millionen Ailt- glieder, die nicht persönlich an der Breslauer Tagung teil ne nm en tönnen, haben ein Recht und einen Anspruch daraus, schnell und obieft über die Verhandlungen orientiert zu werden, nament­lich, da die non der gesamten Oefsentlichk.nl nut Spannung er­warteten Verhandlungen über die V e r i i d) crungsfrage in Aussicht stehen, in denen sich zwn Parteien iw deutschen Krieger- bund gebildet haben. Ebenso dürste die Kundgebung zum Ger­hart Hauptmann-Festspiel und noch manches andere die Lenem- lichkeit Interessierende zur Spradw kommen.

Zum mindesten ist das Vorgehen der Bundesleitung tattnd» nicht geschickt und wohl auch unvorsichtig. Hnn gerade burd) den Ausschluß der Ocssentlichkeit könnte die Frage au geworsen »verben: ob der Deutsche Kriegerbund wegen des Inhalts seiner Verhandlungen und etwa auftauchender, sachlicher und persönlicher Mcinutigsverschicbenherten das Licht einer lückenlosen ob;.luven Berichterstattung z u s ü r ch t e n hat.

Turnerschast wurde Bremen gewählt. .

Hieran schloß sich eine nichtössentliche Sitzung, ut welcher u. a. I über 'die Verleihung von Ehrenurkunden beraten wurde.

Am Mittag össnete sich die Deutsche u r n - A u s st^e l l u n q , I bic einen Ueberblick über die Entwidlung des deutschen Turnciis in i den letzten 50 Jahren bietet. Neben einer geschichtlichen Gruppe, ; in der vor allem Jahn-Schriften, Werke über Jahn und sonstige Turnerbiographien bemerkenswert sind, werden Anlage und, Ein­richtung von Turnhallen, Turnplätzen und Bädern vorgcfuhit; ebenso sind die winterlichen Leibesübungen und das Jngendwandern in übersichtlicher Weise dargestellt. Weitere Gruppen veramchau- lichen die 5)hgiene des Turnens, den Turnhallenban, die Anlage und den Schmuck von Turnplätzen und sehr zweckmätzig -turn und Spielgeräte, and» das Schwimmen, Rudern und Fechten kommt zu seinem Recht. Neben den Leipziger und auswärtigen Turnvereinen 1 haben sich and» mehrere Verlagsvuchhanblungen, Fabrikanten von Instrumenten unb Apparaten sowie Erbauer von Turnhallen und Turnplätzen an ber Ausstellung beteiligt. Sonderausste lungen dev Akabemischen Turnerbunbcs, ber Turnerschast »u Frankfurt a. M, des .Hamburger Turnvereins von 1816 unb des Leipziger alb» gemeinen Turnvereins treten hinzu. ... .

Leipzig, 13. Juli Zum Turnsest sinb Turner unb Gaste aus allen Teilen des Reiches unb aus dem Auslanb emgetrossen. Um 8 Uhr sanden m ber Thomaslirche, ber reformierten und der katholischen Kirche F e st g o t t c s d i e n st e statt. Um 11 '- Uhr setzten sid> bie Festzüge in Bewegung. Boran die Herolde und die Turnvereine des Auslandes. Insgesamt waren in beiden ^estzugen, G welchen sich and» die beiden Vorsitzenden der .reutieben -Uirncr- schast Geh Sanitätgrat Götz und Prof. Rühl (Stettin» betanben, cliva 900ls Turnvereine mit etwa 70 000 Turnern vertreten. ^ie 1 Züge marschierten durch bic Stabt nach dem Marktplatze, wo sie sich am alten Rathause zunächst vereinigten, bis zur Milte bes : Marktes, dort wurden sie von oem Rat der ^tadt Leipzig begrünt. Auf dem Balkon des Rathauses nahm and» der Herzog Start Eduard von Koburg-Gotha Platz. Rach ber Begrünung wurde der Marsch nach dem Fcstp.latz iortgesetzt, wo die Zuge nach drei Uhr ankamen. Aus dem vauptbapnhos war um -.o0_ Uhr König Friedrich August eingetroffen unb begao sich sosort nad) dem Festplatze.

Die Veranstaltungen des 12. Deutschen Turnfestes nahmen , gestern, Freitag, nachmittag mit der 5) auptvers am mlu n 8 der Deutschen Turnerschast ihren Anfang. 4,en Vorsitz führte ber langjährige Präsident ber Deutschen Turnerschast, der 87jährige Geh. Sanitätsrat Dr. Ferdinand, G o e tz «Luidenau). Dr. Goetz kam auch daraus zu sprechen, dass von den^otols Angrisse gegen bic Deutsche Turnerschast erhoben morden seien in ber Richtung, daß bic Deutsche Turnerschast ein Bild des Sokols zu Reklamezwecken verwenbet habe. Der Voriitzenbe .Da­tierte, daß in der Tat in Nummer 8 derFestzeitung em Bild erschienen ist, welches das Stadion in Prag zum .Hintergrund hat Der Vorsitzende bedauerte das. Die Sache ,ci dadurch aus der Welt geschasst worden, daß der Redakteur der Festzeitung eme Erklärung abgab, worin er bedauerte, daß er bic dujnalyrnz dieses Bildes nicht verhindert habe. Ter Vorsitzende stellte Kit, daß noch ein zweiter Fehler des Ausschusses begangen worden Jet ES sind nämlich Ehrenkarten an den PragerSokol sur das Deutsche Turnsest abgesandt worden. Als der Vorsitzendedavon erfuhr, habe er sich gesagt, das gehe doch nicht. ES ist dann n'ach Prag geschrieben worden, daß bie Einladungen gegen den Grundsatz der Deutschen Turnerschast verstoßen, wonach solche Einladungen nur mit Genehmigung des Ausschußes ergeben dursten. Infolgedessen wurde die Einladung triebet zuruckgenommen. Bei der Stellungnahme der Tschechen gegenüber dem Deutschtum konnte keine Rede davon sein, daß die Deutsche ^urnmchaft Vertreter der Sokols als Ehrengäste empfing. Wenn bie Herren als Ehren­gäste gekommen wären, würde »ich vielleicht Gelegenheit geboten haben, ihnen etwas Unangenehmes zu sagen, nachdem sie bic Ge­schichte von dem Bild in der Festnummer in w boier Wem au-- gck-eutet haben. Tie Tschechen haben bann auch bie Ehrenkarten zurückgeschickt. - Weiterhin beschloß der Auslchuß, eine Erinne- rnngstasel an bat Deutsche Turnfest an bem neuen Rathaus anbringen zu lassen. Ter Vertrag mit derDeutichen Turn-

zcitung" wurde erneuert. :

Der Vorsitzende erstattete hieraus ben Geschäftsbericht Er , wies daraus hin, daß die deutsche Turnerschait keine bezahlten Kräfte habe. Die Zahl der Ehrenurkunden habe bis Ziffer 1000 erreicht. Atz rott-Berlin erstattete den .stasfenbericht. -tas Vermögen ber Goetz-Stiftung beträgt demnach 1 112 464, das Vermögen der Turnerschast 190 712, der Kamvsriditerfonds 4a 108, dw Bahn- Stiftung 10 082 Mk. R ü h l . Stettin) gab eine Statistik über "bie Mitgliederzahl. Sie beläuft sich einschließlich der, Frauen und Kinder auf 1310 000 Mitglieder unb ist 'M Laufe dev letzten Jahres um über 60 000 Mitglieder gewachsen. 97 000 ftnb männ­liche Mitglieder; die Zahl der aktiven Turner belauft sich auf über 500 000; im Alter von 1417 Jahren stehen 19o000.

Rühl (Stettin, berichtete sodann über das Götz-Stipendium. Es wurden 44 Vereinen Unterstützungen imj^eiamtbetragc von 12900 Mark bewilligt. Weiter berichtet ^tadtlchulrat Ruhl über das Verhältnis zum Jungdeutichlastbbunb. Er wies darauf hin, daß eine Mißstimmung entstanden lei über die Art, wie ber Jungdeutschlandbund vorgegangen ist. Vielfach wird es »w aufgesatzt, als ob bic Turnerschaft sich in eine Abhängigkeit vom Bunde be­geben habe. Es sind vom Bund derartige Anfvrberungen kommen, baß man zu diesem Glauben kommen mußte, ^ meisten wirb von den Ortsgruppen unb Bezirken gciunbigt. dem letzten Jahresbericht geht hervor, baßjnan im Bund em gewisses Ueberaewicht nach der militärischen Seite, bin pflegen will. Es ist zwischen uns unb bem Bunb ein Gegematz über bie Auffaftimg vom Turnen vorhanben. Ich bin mir mit bem ^ungdeutschlandbunb darüber klar geworben: das gegenwärtige Verhältnis kann ma)t aufrecht erhalten werden. Wenn wir zu einer (Sdjeibung kommen wollen, müssen wir Substanzen haben. Im Dezember ist be­schlossen worden, eine gemeinsame Konferenz abzuhalten, welckse bie bciben'eitigen Grenzen abstecken soll.

Geh. Sanitätsrat Dr. Götz: Es scheint der Wunsch zu be­stehen, alle Vereine, welche für Leibesübungen kämpfen, unter dcw Reichskomitee für bic olympischen Spiele zu stellen. Demgegen­über müssen wir uns unsere Unabhängigkeit wahren. Bei unlerer Größe können wir bas ruhiq aussprechen. Uns unter einen Rctch^- verband zu stellen, ber mehr oder weniger staatliche Bebentung hat, würbe ber erste Schritt zum Tobe der Deutschen Turnen diaft fein. Wir sind frei von jeder Parteirücksicht und frei von Ab­hängigkeit nach oben und nach unten, während der Jungdeutschlanb- bunb von oben geleitet wird. Töplitz (Breslau >: Wir dürfen nicht schmollend beiseite stehen, wir wollen Mitarbeiten Pro- sessor Berger «Magdeburgs: Wenn ber Jungbcutichlanbbund nicht da wäre, wäre es besser; ba er nun aber einmal vorhanben ist, müssen wir uns mit ihm auscinandersetzen., ~

Die Versammlung stellte sich schließlich,auf den Standpunkt, : zunächst einmal das Ergebnis der gcmeiniamen Konferenz ab-

Arbetterhewegung.

(Ktirffaart 12 Juli. Tic Firma Robert Bosch, die zuletzt nateu 5 000 Arbeiter beschäftigt- gibt b-kmmt das n- ibre-t Betrieb demnöchit wieder zu etolftten beab; tdinge.

fnrbit ihre bisherigen Arbeiter aut, iich Mnjtltd) z i melden. Ser biäberige V-rdienst der Arbeiter soll ungeschnurlert, blerben, daaeaen haben bic Arbeiter die bisher Mn der Firma freiwtllig Af?t-?eu Beiträge zur Kranken- und Fnoalidenversicherung in Ekon/t selbst M bezahlen. Die Firma behält sich Mr, einen der Summe dieser Beiträge entsprechenden 'Betrag in einer lpater zu besämmeM-n Weise zugunsten der Arbeiter zu verwenden.

** Landmirtschastskamrner. Unter dem Borsitz des Oekönomierats Walter-Lengseld faiid nm -am-taz eine Sitzung des Vorstandes der Landwtkischastskammer statt, in der eine größere AuzaM m t er n e r tungssragen Erledigung fand. ll. a. wurdi d lwgen. lei dem Generalkommando zu beantragen, daß m -M- hip iS-r tt t e a r 6 e 11 e n und bcionötw auf 01^ äußerst dringlichen Arbeiten der S^ädlingrdekampsung im Weinbau in Rheinhessen von &nbiecuting i nisten und La n d w eh r l eu t en i« »S gift nach Möglichkeit Mstand genommen tmrd. Mer UU1

Hodimals die Deckungrvorlagen.

Berlin 12 Juli. TieNorddeutsche MFemeine Zei­tung" schreibt: Tie Presse Ixrt bie ^terung über bte Deckunasvorla.gen noch nicht abfgefchboisen. Tie ,,^chU- sische Voltszeitung" machte in einer Polemik mit derLeut­chen Tageszeitung" die Mitteilunig., baß bic maßgebendsten Stellen der Regierung in den Vorbesprechungen keinerlei Zweifel darüber ließen, daß sie eine reine Erbfchaft^teuer von einer beliebigen Mehrheit, in ber auch ble Sozialdemo­kraten Hütten sein können, angenommen hüben wurden, wenn keine andere Verständigung erzielt worden wäre. Darnn knüpft dieKreuzzeituug" folgenden Kommentar^. Wenn diese Angaben zutreffend sind,,wie man angefia)^ per Quelle doch wohl anneh-men must, so sind die stellunaen, die wir bisher bereits an der schwächlichen Hal­tung der Regierung machen mußten, nicht mehr scharf ge­nug^ um das ganze Maß ihrer Nachgiebigkeit zu kcnnzcim- neu S sah danach trotz ber Rede des Reichskanzlers von vornherein von jedem Kampf für ihre Vorlage ab und war bereit, die Sozialdemokratie zum ausfchlaggeben- ben Faktor der ganzen Gcsetzgebungswerke zu ^'.achen. Es ist? wenn man die tatsächliche Entwickelung der ^eckungs- frage im Auge behält, nicht leicht, ben G-edankengang der KreuLzeitung" zu verstehen. Wenn bie Regierung bic un

1909 von ihr vertretene reine MbsLftssteuer nicht änbrachtc, obwohl sie sich dadurch rnanche -Lchwierigtiitcn im Bundesrat erspart hatte so ^r dafür der Wunsch mit bestimmend, den Parteien der Rechten die Mitarbeit an der Deckung zu ermöglichen und ^ne Entwickelung zu ver-- hinbern, bei der die Sozialdemotratie für die Deckungs­gesetze eine ausschlaggebende Rolle,hatte spielen tointern Dieser Wunsch ist ersültt. Der größere Dml- der^Rechten betrat die Brücke, die die Regierung bot. Daß es 6-lang, die Erledigung der Deckungsgcsetze durch eine !bürgerlich^ Mehrheit zu erreichen, ist der Regiermig, dieden g gezeigt IM und den Kompromißparteien, bie ^ betraten, zu danken. Wenn die Regierung dem Verlangen der Rechten, jeder reinen Erbschaftssteuer von vornherein ein -Unan­nehmbar" entgegenzusetzen, und un <Me das Scheitern des ganzen Werkes in Aussicht zu stellen, nicht nachgab, so wird man logischerweise darin euren weis der Schwäche nicht erblicken können. Die tfrage, die vom Reichstag beschlossene Erbanfallsteuer vom Bund. rat anzunehmen ober abzulehnen gewesen wäre, wurde erst akut geworden sein, wenn der andere -reil der Achten Par­teien der Mtuug der Konservativen gefolgt und ern Kom­promiß aus der Grundlage der Rcgieningsvorlage nicht zu­stande gekommen wäre. Da eine solche Entwickelung dank der Einsicht der bürgerlichen Parteien und den ^wuhungen der Regierung vermieden wurde, scheinen uns die Vor r derÄr e u z z c i t un g" u n a n g cb r a ch t zu sein.

Das Kaiserl. Statistische Amt veröffentlicht eine Dar­stellung ber Finanzen des Reichs und der deutschen Bundes- , staaten. Die Ausgaben, die Einnahmen», die wichtigeren Be- ; ftanbteile der Staatsvermögen sowie die Schulden werden i behandelt. Die Nachweise beziehen sich durchweg fiir die . Voranschläge auf das Rechnungsjahr 1913, für bic Staats- 1 rech nun gen auf das Jahr 1910.

Insgesamt betragen die Staatsausgaben nach den Voranschlägen ber Bundesstaaten 6 4 6 0 Mn l ti o n e n Mark (barunter außerordentliche 267) für das Reich 3286 ldarun- ter außerordentliche 134), zusammen ut Reich und Bundev- ftaateii 9746 (barunter außerordentliche 401 j.

Die Staatseinnahmen belaufen sich in den Bun­desstaaten auf 6436 Millionen Mark, im Reich aus 3286, zusammen in Reich und Biindesstaaten 9722 (darunter außerordentliche aus Grundstock, Anlehen und sonstigen Staat sfotids 243 bzw. 134).

Unter den Ausgaben und Einnahmen der Bundesstaaten stehen die aus Staatsbetrieben mit 3226 bzw. 4247 Millionen Mark an erster Stelle. Der .vauptanteil' entsätlt auf die Staatseisenbahnen mit 2385 bzw. 3142. Ter Rest verteilt sich auf Tomänen, Forsten, Bergwerke, Staatsdampffchiff- sahrt Post, Telegraph und die sonstigen Staatsbetriebe. Die ordentlichen Ausgaben und Einnahmen des Reichs an Erwerbsanjialten (817 bzw. 979) entfallen hauptsächlich auf Post und Telegraphie (692 bzw. 808) und auf die Eifen»- bahnen (115 bzw. 142). Tic nächstwichtige Einnahmequelle bilden Steuern und Zölle. Die Bundesstaaten erheben an direkten Steuern 812, Aufwanbsteuern 118, Verkehrs steuer u 114 und Erbschaftssteuern 22, zusammen 106b Mill. Mart. Das Reich bezieht aus Zöllen 849, aus Aufwandsteuern b<2, aus Verkehrsstenern 276 und aus der Erbschaftssteuer 43, zu­sammen 1840 Millionen Mark.

Zahlenmäßige Nachweise über das St aatsv er mö­gen^ der einzelnen Bundesstaaten konnten nur in bezug auf wichtigere Bestandteile erbracht werden. Neben lieber» schüssen früherer Rechnungsjahre, verfügbaren staatskapi- talvermögen usw. besitzen die Bundesstaaten an ~ o m anen ein Areal von 766 609 ha, an Forsten 5 0821,9 ha. Die Staatseisenbahnen repräsentieren eine ^ange von 55 618 km (im Reich 1897) und ein Anlagekapital von 16 6o0 (im Reich 834) Millionen Mark.

^ie fundierten S t a a tsschulden beziffern sich zu Beginn des Rechnungsjahres 1912 für die Bundesstaaten auf 15 005 (darunter Preußen 8789, Bayern 2286), für das Reich auf 4582 Millionen, Mark. Die schwebenden Schulden betrugen insgesamt 912 Millionen Mark, sie entfallen in ber Hauptsache auf bas Reich (220) unb Preu­ßen (640).

Schtnchtuugcn das für 2. Vierteljahr 1913.

Interessant ist eine Vergleichung der Schlachtungen irrr abgelaufenen Quartal mit denen d?s gleichen Zeitraums in den beiden Jahren vorher. Es wurden geschlachtet Großvieh. Kälber. 827 1751

795 1689 - .

780 1686 188 3178,

"'Die Pferdeschlachtungen blieben sich in dieser Zeit durchschnittlich mit 30 Stück in den 3 Jahren gleich. Wenn man die Zahlen betrachtet, so zeigen dieselben, daß der Fleischkonsum in unserer Stadt auch im verflossenen Jahre gegen die Vorjahre zurückgegangen ist, der Ausfall von 47 Stück Großvieh gegen die Schlachtungen von 1211 wird durch die vermehrten Schweineschlachtungen nicht ausgeglichen, da ein sehr bedeutender Bruchteil des Schweinefleisches als Wurstware nach außerhalb gesendet wird und der Versand Gießener Fleischwaren erheblich gestiegen i|t. Lei dieser Be­trachtung über den Fleischgenuß in unserer Stadt muß mich die Vermehrung der Bevölkerung und der erhöhte Bedarf an Fleischnahrung durch die inzivischen neu entstandene Irren­anstalt mit ihren zahlreichen Insassen berückftchtigt merben, wozu noch kommt, daß das Durchschnittsgewicht de- Grotz- viehs, welches zur Schlachtbank kommt, gegen früher auch gesunken ist, so daß das Gewicht des in den Konsum ommen- den Fleisches, bei der gleichen Stückzahl von gefchlachtetem Vieh, abgenommen hat.

Zu der Ancielegcnhcit wird uns weiter telegraphisch auS Bres­lau gemeldet; Zu Beginn der heutigen Verhandlungen wurde tat­sächlich sämtlichen Vertretern der Presse der Zutritt zu den Ver­handlungen verweigert, worauf diese die Ertlarung abgaben, das, sic auf den >ofsiziellcn Berickft über bi: Tagung verzichten und damit jede Berich ter st attung über bie Tagung ad­le h n t e n. '

12. Deutsches Turnfest.

~ Leipzig, 12. Juli.

20. Gauturnsest der Gaues Vetterau.

-I. Echzell, 13. Juli.

Unser Marktflecken war zum 2 0. Gauturnfest D c 5 Gaues We11erau würdig heraiisgeyptzt. Um 6 Uhr heute früh traten die Wetturner zum Wettlampf an. ^.er Fcftzug um» ante 47 Abteilungen Auf dem Fcftplatze bcgruRic Bürger­meister Schmidt bie Vereine, bann hielt Gauvoriitzenuer --and- tagsabqcordncter D o s ch-Wölfersheim eine Aniprawc, unb bte Gesangvereine Echzell trugen einen Mavcnd'or vor. ^tc Weihe der F ahne des hiesigen Turnvereins nal)m Pwrrer \ 4 DOI Fräulein Mül l e r überreichte die neue Fahne, welche Fahnen­träger W. No hl in Empfang nahm. Eine von den Vungtrauen gestiftete Fahnensdfleise übergab Fräulein 2 peng l cr. -ter bi»* herige Gauturnwart Konrad Sen r i c d - .veloenbergen.erhielt eine Ehrennrkmlde unb mürbe in Anbetracht stcmcr 1 omhngen Tätigkeic zum Ehrengauturnwart ernannt, -ter nächste Gau- turntag finbti im Oktober in Assenhcim itatt.

Preise erhielten: A. in ber Ober stufe. 60 Wetturcr

1. Preis Ach. Volk-Leihgcstcrn mit 143 Punkten, erhall auch ben Stiftungspreis; 2. Ferb. Roth-Kaichen 132; 3 1 ^chmidt- Reichelsheim 127'2 : 4. Wilhelm Laur-Nieber-^lorstabt 127, ä. Gg. Stumpf-Friedbcrg-Faucrbach 126)6 Will). Guth- Erbstabt 125'.,: 7. Lch. Jak. Viisch-Niedcr-Florstadt 124*2, 8. öd). Möbs-Gcttenau 122' 2; 9. Kl. Bmzer-Pohl-Gons 121, 10 PH Stctzer-Nieder-Rosbach 120'

B. Unterftnfe. 144 Wciiurncr:

1. Preis öuqo Schwalb-Bcrßadt mit 12a? Punkten; 2. Äch. 5aeß-Hleichenbach 124; 3. Will). 0mftl-Berstadt 122* 2: 4. Rudolf Krast-Bleichenbach 118; 5. Albert Nvbl Reid elshcim 117; 6. Hugo Krast-Wohnback 116; 7. Hugo Scknel -Reichcrshnm Hst-;

8. Wilhelm Alt-Ni cd er-Florstadt 113: 9 Aug. Kroll-Bleickstnbach und K. Freitag-Utphe 112; 10. Will). Langsdorf-Pohl-Gons