Ausgabe 
15.5.1913 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

Nr. 1U

163. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Geueral-MZeiger für Merhessen

DieGiehener Zamtlienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblütt fiir den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­sragen" erscheinen monatlich zweimal.

Donnerstag, 15. Mat 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersitäts - Buch- und Sreindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: öl.

Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerÄießen»

Deutsch-französische handelrbezichungen.

Dia chauvinistische Agitation in Frankreich gegen alles, was deutsch ist, hat nicht verhindern können, bafr der deutsche handel mit Frankreich in den letzten Jahren start zugenommen hat. Ganz besonders hat sich die Ausfuhr deutscher Waren nach Frankreich vermehrt; unter unseren Absatzländern nimmt Frankreich heute die vierte Stelle ein, es steht nur noch hinter England, Oesterreich-Ungarn und den Vereinigten Staaten zurück. Und unter den an der Einsuhr nach Frankreich beteiligten Ländenr steht Deutschland bereits an dritter Stelle; es fehlt ihm sogar nicht mehr viel, um d e n e r st en P latz auf dem fr a n fisch en Markte zu erlangen. Diese Zunahme zeigt, baß sich die wirtschaftlichen Beziehungen zweier Nachbar länder durch chauvinistische Hetzereien nicht in ihrer Ernt Wicklung hemmen lassen. Seit 1902 hat die Einfuhr und Ausfuhr von und na ch Frankreich betragen (in Mill. Mark):

1902 1903 1904 1905 1906 1907 Einfuhr 306 338 424 409 434 454

Ausfuhr 253 272 274 294 383 449

1908 1909 1910 1911 1912

Einfuhr 420 485 509 524 552

Ausfuhr 438 455 543 599 689

Hiernach ist in den letzten 10 Jahren die Einfuhr um 246 Mill. Mr. = 80 Prozent und die Ausfuhr um 436 Mill. Mark = 172 Prozent gewachsen. Die Passivbilanz hat sich hi eine Attivbilanz verwandelt; 1912 war unsere Ausfuhr nach Frankreich sogar um 25 Prozent größer als die Einfuhr aus Frankreich nach Deutschland. "Wesentlich anders wird freilich die Bilanz, wenn wir auch unseren Handel mit den französischen Kolonien hinzurech- nen. In den Kolonien hat die französische Industrie eine Art Handelsmonopol; die deutsche Ausfuhr dorthin ist sehr gering im Vergleich zu unserer Einfuhr französischer Kolo­nialprodukte. Aber trotzdem zeigt auch unser Handel mit Frankreich einschließlich Ko l o n i e n im Jahre 1912 eine für uns aktive Bilanz; die Einfuhr beträgt nämlich 644, die Ausfuhr 711 Mill. Mk. Im ersten Vierteljahr 1913 hat nach der französischen Statistik die Einfuhr Frankreichs aus Deutschland 201 Mill. Mi. an Wert betragen gegen 183 Mill. Mk. gleichzeitig 1912, die Ausfuhr Frankreichs nach Deutschland dagegen 162 gegen 158 Mill. Mk. Gegen das Vorjahr ist hiernach wiederum eine beträchtliche Ver­schiebung zugunsten Deutschlands eingetreten. Englands Anteil an der Einfuhr nach Frankreich belief sich im ersten Vierteljahr 1913 auf 224, der Anteil der Vereinigten Staaten auf 204 Millionen. Deutschland stand somit hinter England nur noch um 23 Mill. Mk. und hinter den Ver­einigten Staaten sogar nur um 3 Mill. Mk. zurück. Be­rücksichtigen muß man freilich, daß in der deutschen Einfuhr nach Frankreich Rohstoffe, wie rohe Pelztierfelle, Kohlen und Getreide, einen breiten Raum einnehmen; daneben find aber auch Maschinen, Fahrräder, Zellstoff, Textil- und Konfektionswaren, Eisen, Leder, Anilinfarben, elektrotech-- nische Erzeugnisse, Chetnikalien, Metall- und Eifenwaren, Motorwagen ufw. stark vertreten.

Die wissenschaftlichen Leistungen

Ser christlichen Koionialmiiiion.

Man schreibt uns:

In früheren Jahren, ehe wir Deuffche Kolonien be­saßen, wurde in weiten Kreisen unseres Volkes, insbesondere auch in den Kreisen der Wissenschaft, der Mission vielfach nur geringes Interesse entgegengebracht. Dazu mag u. a. auch der ungesund süßliche Ton beigetxagen haben, den manche Vertreter des Missionswerkes in Rede und Schrift anzuschlagen pflegten. Dies ist seit etwa drei Jahrzehnten wesentlich anders geworden. Was die christliche Mission neben ihrer Hauptaufgabe auf den Gebieten des Unter­richts, der Anleitung zu Ackerbau, Handwerk und Industrie sowie auf ärztlichem Gebiete leistet, hat ihr allgemeine Anerkennung eingebracht. Aber auch wissenschaftliche Leistungen hat namentlich die evangelische Kolonial­mission, für welche in diesen Tagen hier Beitrage zur >,N a t i o n a l s p e n d e" gesammelt werden sollen, in be­merkenswertem Maße aufzuweisen. Hierüber berichtet aus­führlich die Berlin-SteglitzerKorrespondenz" vom 24. April d. Js., der wir folgendes entnehmen:

Für einen wissenschaftlich interessierten und befähigten Mis­sionar und deren besteht eine stattliche Anzahl gibt cs in seiner Arbeit so vieles, was ihn darauf führt und dazu lockt, sich auch wissenschaftlich zu betätigen. In wie vielen Fällen ist der Missionar der erste, der ein fernes Land betritt, durch­wandert, erforscht, er wird zum geographischen Entdecker und Bahnbrecher und gibt der geographischen Wissenschaft entschei­dende Anstöße und Wegweisungen. Wir erinnern nur an Reb­mann, den ömtbeifer des Kilimandscharo, an Kropf, den ersten Erforscher von Usambara, an David Livingstone, der sich unvergängliche Dienste um die Erforschung von Zenlral- äfrika erworben bat. Diese geographische Arbeit der Mission gehört allerdings in der Hauptsache einer abgeschlossenen Periode an: völlig unerforschte Länder gibt es ja laimt noch. Aber auf drei Gebieten treibt die evangelische Kolonialmission in hervor­ragender Weise und mit wachsendem Erfolge wissenschaftliche Ar­beit es sind die Gebiete der V ö l t e r k n n d e , der S p r a ch e n und der heidnischen Religionen. Nur kurz seien einige der wichtigsten Werke genaiinl, die allgemein als bahnbrechend anerkannt werden: I). Svieths Buch über die Ewe-Stämme (Tvgo>, die beste Ethnographie über irgend ein Kolonialvvlk: Gutmann, Denken und Dichten der Dschagga-Neger. Zu der asrikanischcn SprackchorschUng hat der frühere südaffikänische Missionar Prv- sesfor Endmann den Grund gelegt, auf dem nun Professor Mein- bof iHamburg), der anerkannte Meister auf diesem schwierigen Gebiet, das Gebäude der afrikanischen Sprachwissenschaft «Laut- lehre und vergleichende iKrammatik der Banta-Sprachen) errief tet hat. An der Religionsfvrschung haben die Missionare erst recht hervorragenden Anteil, es seien nur die Werke von J). War nach iLebenskräfte des Evangeliums) über das Battavolk in Su­matra und das bereits angeführte Werk von D. Spleth über die Ewestänrme genannt. So ist auch auf dem (tfebiele der Wissen­schaft unser Boll der Mission zu Dank verpflichtet. Ihn auch mit der Tat zu beweisen, dafür gibt die Nationalspende znm Äaiserjubiläuin gute Gelegenheit."

Derbanöstog der tzirsch-Drmcker'schen Gewerwereme-

Berlin, 14. Mai.

In Heu fortgesetzten Verhandlungen des Verbandstags ge­langte zunächst der Geschäftsbericht durch den Vcrbandsvorsitzen- den Goldschmidt (Berlin) zur Verlesung. Der Bericht betont, daß die Reichsversicherungsorönung eine Reihe von wichtigen Wünschen der Arbeiter unerfüllt gelassen habe, Namentlich in der Frage der Witwen- und .Waisenvcrsichernng könne erst der Anfang zu einer ausgiebigen Hilfe für die Witwen und Waisen erblickt werden. Sehr bedauert wird, daß die Regierung die Herabsetzung der Altersgrenze für die Altersrente abgelehnt hat, ebenso, daß in der Frage des A r b e i t s k a m m e r g e s e tz e s derzeit die Verhandlungen vollständig ruhen. Auch die Privat- a n g e st e l l t e n v e r s i ch e r u n g entspricht nicht ben Wünschen der Gewerkvereine; schließlich wird noch auf die Bedeutung der großen Gewerbeordnungsnovelle hingewiesen uno der Erwartung Ausdruck gegeben, daß der Antrag auf Einführung eines Reichs- einigungsamtes im Auge behalten werde.

Gegenwärtig bestehen 5 Verbandssekretariate, eine Reihe wei­terer soll noch errichtet werden. Daneben bestehen noch 28 Gewerk Vereinssekretariate sowie zahlreiche Sekretariate für die einzelnen Branchen des Handwerks. Ein weiterer Abschnitt des Berichtes behandelt die Bestrebungen des Verbandes nach Verbesserung der Arbeitsbedingungen, und seine Stellung und Tätigkeit in den verschiedenen Lohnkämpfen währcno der Berichtsperiodc. An Unterstützungen für streikende uno ausgesperrie Mitglieder zahlte der Verband int Jahre 1912 insgesamt 575 715 Mk. aus. Dazu traten noch 90 079 Mk. Reiseunterstützungen, Umzugskosten usw., ferner an Krapfen- und Begräbnisgeldern in den letzten drei Jahren 2 729 760 Mk. In eingehender Weise beschäftigt sich der Bericht mit den Hindernissen und Schwierigkeiten, die ihm von anderen Organisationen in den Weg gelegt werden, sowie mit der Frage der M a i f c i c r, welch letzter gegenüber der Verband eine durchweg ablehnende Stellung einnimmt, da er von ihrer Schädlichleit überzeugt ist. Des weiteren bed')elt der Be­richt die christlichen Agitationsmethoden, die u . viel besser genannt lverden als jene der anderen gegnerischen Organisationen. Was die Frage der Jugendbewegung innerhalb des Ver­bandes anlangt, so wurden zahlreiche neue Ortsgruppen des Jugendbunoes der deutschen Gewerkvercine begründet, welche den Frohsinn, Kunstsinn und Natursinn unter der Jugend zu pflegen und Jugendlraft, Schaffenslust, Elmrakterbildung und Selbst­verantwortlichkeit der .Jugend zu fördern und die Allgemein­bildung der Jugend zu heben bestimmt sind.

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung betrifft die Vertretung vor dem Reichsversicherungsamte in den Jahren 1910 bis 1.912. Bis zum 1. Januar d. Js. wurden nach dem von Verbandssekretär P o t t h o s f vorgetragenen Bericht 1006 Fälle zur Vertretung angemeldet, von denen 856 erledigt wurden. Außerdem wurden durch das Hauptsekretariat in zahlreichen Füllen Auskünfte an Verbandsmitglieder erteilt. Einen breiten Rahmen in den Ver­handlungen nahm die Beratung der. 160 Anträge ein, die aber ausschließlich interne Vervandsangelegenheiten, Or­ganisationsfragen usw. betrafen.

Damit wurde der Verbandstag geschlossen.

26. IvanderauLstelllmq

der Deutschen Lanöwirtschaftz-Kefellschast.

Am 5. Juni wird Straßburg noch 23 Jahren zum zweiten Male seine Tore der Wanderausstellung öffnen. Eine sehr rege Beteiligung des Ausstellungsgaues und der angrenzenden Lande ist ftn erwarten; auch die benachbartcit französischen und schwei­zerischen Gebiete werden die Gelegenheit benutzen, um die Er­zeugnisse der deutschen Landwirtschaft und Industrie kennen zu lernen.

Die Beschickung der T i er - Ab t e i l n n g ist eine mittlere.

Die Abteilung Pcrde ist, namentlich was die Edclzucht anbelangt, schwach besetzt: sie weist nur 58 Tiere auf, während der Arbeitsschlag mit 151 Pserden vertreten sein wird. An Landbeschälern und Militärpferden sind 80 Stück angemeldet, sodaß einschließlich von 4 Gcbrauchspj erden 293 Pferde zur Aus­stellung gelangen werden. Beschickt wird die Abteilung Pferde mit Warmblut von Mecklenburg-Sclswerin, Schleswig-Holstein, Oldenburg, Rheinprovinz, Württemberg, Baden und Elsaß-Loth- ringen, mit Kaltblut von Schleswig-Holstein, Provinz Sachsen, Nheinprovinz, Baden, Hessen und Elsaß-Lothringen.

Zur -Abteilung R i n d e r sind 643 Tiere angetneldet, dabei überwiegen die Höhenschläge, für die 494 Nennungen vorliegen, während die Tiefland schlüge nur mit 114 Tieren und die Shorthorns mit 30 Haupt vertreten sein werden. Unter den Höhenschlägen nimmt das große Fleckvieh mit 326 Tieren den größten Rannt ein, während Glan-Totrnersberger, Braun­vieh, kleines Fleckvieh und Bvgesenvieh sowie mittel- großes Fleckvieh annähernd gleichmäßig mit je rund 40 Haupt erscheinen werden. Tas große Fleckvieh wird nantcittlid; von Bayern, Württemberg imb Baden, das mittelgroße Fleckvieh von Elsaß-Lothringen vorgeführt werden. Alt der 2lusstcllung schwarz­bunter Tieflandrinder beteiligen sich Hannover, Oldenburg und Elsaß-Lothringen, rotbunter Tieslanbrinder Rheinprovinz, West­falen undSchleswig-Holsteili. Shorthorns werden. zu fast gleichen Teilen ans Schleswig-Holstein und aus Elsaß-Lothringen zur Vorführung kommen. In dar Abteilung Rinder werdclt außer­dem ein Bulle und drei Kühe, welclse aus einer Kreuzung von Zebus und schwarzbunten Osffriesm hervorgegangeit sind, außer Preisbewerb ausgestellt lverdeu.

Die Abteilung Schafe ist mit 90 Wollschafen, 180 Fleisch­schafen und 12 Bastardschiafen beschickt.

Im Gegensatz zu srüherenAusstellungen ist die Abteilung Schweine mit 364 Tieren schwach vertreten. Es dürfte dies ans die Nachwirkltngen der Maul- und Klauenseuche und auf eine Beschränkung in der Zulassung zurückzuführen sein. Tie Schweineansstcllung hatte namentlich in der Gruppe der ver­edelten Landschweine einen solchen Umfang angenommen, daß das Richtergeschäft darunter zu leiden drohte. Die Gruppe weiße Edelschweine ist mit 137 Tieren, die Gruppe veredelte Land- schweiue mit 186 Tieren beschickt. Der Rest verteilt sich auf Berkshires und andere Schweine. Bei der Beschickung sind sämt­liche Gaue mit Ausnahme von Ostpreußen, Westpreußen, Posen, Brandenburg, Mecklenburg und Württentberg-Hohenzollern ver treten. Am hervorragendsten ist die Abteilung aus Hannover- Braunschweig mit 137 Tieren beschickt.

An der Z i c g en ansstellung beteiligen sich TWringen, Hes­sen Nassau, Württemberg-Hohenzollern, Hessen und Elsaß-Loth- ringen mit 125 iveißen, Hannover, Hessen und Elfaß-Lvth- ringen mit 34 bunten Ziegen.

Die 'Abteilung II der AnsstellungL and w. Erzeug­nisse und Hilfsmittel" wird ein umfassendes Bild der deutschen landwirtfchastlicheu Produktion, ihrer Neben- und Hilfsgewerbe sowie der landwirtschaftlichen Verwaltung und des Vereins- und (venosseirschaftswesens des -AusslellungsgaueS bieten

Gruvpe l. Samen. 42 Aussteller, darunter die Sam­meln nsstellung der Gesellschaft zur Förderung dentscher Pflanzen­zucht imb innerlwlb dieser die gemeinsame Ausstellung der seit 1.896 vereinigtem Saatgut züchten Ferner eilte Sainntelausstel- lmrg der Provntzialsächjsischeu ^aalzuchtgcirosseirfchaft in Halle und eilte Ausstellung der Badischen Landwirffchaftskckmnw t mit

anerkanntem badischen Saatgut und einer Darstellung der Ver­breitung der Saatbaustellen in Baden. xjln Landesteilen sind vertreten: Brandenburg, Hannover, Provinz Sachsen, Wcst- salen, Schlesien, Lippe-Detmold, Reuß, Bayern, Rl>einprovinz, ^achsen-Koburg-Gotha, Anhalt, Pommern, Baden und König­reich Sachsen.

Gr uppe 2. Gebrauchsgetreide und Hackfrüchte. 144 Gersten- und 14 Brauweizen-Proben, die auf der 19. Deutschen Gersten- und Hopsen-Ausstellung zu Berlin, vom 8. bis 17. Oltoberl912, mit Preisen. ausgezeichnet worden sind. Die Proben sind auf sämtliche Anbau gebiete Deutschlands ver­teilt. Außerdem eine Ausstellung der Ergebnisse der Sortenbau­versuche der Gerstenkulturstation der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin.

Gruppe 3. H and c l s g c w ä ch s e. 'Eine kleine Ausstel­lung von Hans, Weiden, roh und bearbeitet, überwintertem Gemüse (Kohl) uitb, 56 mit Preisen ausgezeichnete Hopfenproben von der 19. Deutschen Gersten und Hopfen-Ausstellung. Der Hopsenbau-Verein für Elsaß-Lothringen führt eine lebende Hop- seitanlage vor. Die Tabakausstelkung wird mit 116 Proben ans dem Elsaß, 200 aus Baden, 196 aus Bayern (Pfalz!, 19 aus Württemberg 70 aus Brandenburg und einigen Proben aus Pommern, Posen und der Rheinprovinz beschickt.

Gruppe 6. Obst- und Weinbau. Sammelausstel­lungen von badischen und elsaß-lothringischen iTdelbranntweinsn und Obstweinen. Badisches 'Schwarzwaldhaus mit Ausschank badischer Cdelbranntweinc und Ausgabe von badischen Speck­schnitten. Obst- und Schaumweinlosthalle mit 4 Ausstellern. Kosthalle sür alkoholfreie Obstgctränke mit 1 Aussteller. Wein- auöstellung mit Kosthalle, etwa 200 Weine zum Ausschank und ebensoviel für die fachmännische Weinprobe, die diesmal probe­weise in die Nachmittagsstunden des Donnerstags, Freitags und Montags gelegt worden ist. In frischem Obst ist nach vorlie­genden Verlsandlungen gute Beschickung zu erwarten. Anmelde­schluß am 1. Mai.

Glrupyc 7. Milchwirtschaft. 26 Frischmilchproben. 827 Bntterproben. In der Käsehalle werden 44 Stände be­setzt sein. Ter Milchwirtschaftliche Verein für Elsaß-Lothringen bier eine sehr ausgedehnte Vorführung in den Klassen der Münsterkäse und der Weichkäse nach französischer Art. 2lbcr auch alle anderen Käsesorten werden zahlreick vertreten sein, besonders darunter Tilsiterkäse durch eine Sammclstelle des Ver- baardeS westpreußisck^r Käsefabrikanten. Lln Landesteilen sind vertreten: Elsaß-Lothringen, Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinprovinz, Waldeck, Hannover, Meckleirburg-Schwerin, Wesr- preußen, Schleswig-Holstein, Pommern, Posen, Königreich wachsen.

G r u p pe 9. B i en enwi r t s chaft. Hier wird neben Einzcl- ausstetlimgen aus Bayern, Baden und Provinz Sachsen der Elsaß- Lothringrsck^e Bienenzüch'terverern eine Sammelansstellnng ver­anstalten, für die inbezug auf die bienenwirtsckaftlichen Erzeug­nisse und Bienenwohnungen eine reichliche Anmeldung vorliegt; aber auch für lebende Bienen ist eine solche noch zu erwarten, da der Anmcldeternnn erst am 30. April schließt.

Gruppe 10. Dauerwaren. Aus der Drmerwarcn- prumng haben 68 Aussteller aus fast allen Landestellen Deutsch- lands 283 Gegenstände angemeldet, und zwar Molkereiwaren 40, Flenchwaren 72, Fischwareir 9, Obsterzeuginsse 46, Trauben-, ^ost- und Beeremveine 60, (vemuse und Kartoffeln 28, Teig- und Backwaren 15 und sonsttge Dauerwaren 13 Gegenstände.

G r u pp c 12. H a n d el sdü n g emi t t c l. Tie Badische Landwirtschaftskammer stellt eine Sammelausstellimg zum Preis­bewerb. Außerdem 8 weitere Plussteller mit Handelsdüngemitteln aller Art, barnracr das Kalisyndikat, die Anglo-Eonttncntalen (vvrnv Ohlendorfsschen) Guano-Werke, die Verkaufs-Bereinigung für Sttck pof Hunger, der Verein der Thomasphosphatfabriken, die Delegation der Vereinigten Salpeter-Produzenten, die Deutsche Amino ni a k-Ver kau ss-Vereini gung.

Gruppe 13. H a n d el s s n t t e r m i tt e l. Geringe Bc- schmung mit im ganzen 5 Plusstellern.

. Gruppe 14. Hilfsmittel für den landwirt- *^9.11 It Coctt Betrieb. In üblicher Weise Sattlerwarcn Meßinstrumente, Medikamente durch 10 Aussteller. Zur Prüfung aufneu und beachtenswert" finb angemelbetPferdenacken- ctmaucr",Zugstrangverbindungen", imdKonservengläser mit Apparat zuni ^Einkochen".

Gruppe 15. Landeskultiir, einschl. Vereins-, Ge no s s eii > chast s- und Versicherungswesen. Das Mlnifterinm für Elsaß-Lothringen, Abteilung sür Lanbwirtsckwft und öffentliche Arbeiten, und das Badisck? Ministerium des Innern mit Darstellungen auf dem Gebiete der Landeskultur, des Schul­wesens, des Vcrfuchswesens und aller sonsttgcn für die Förderung der emheunischen Landwirtschaft getroffenen Einrichtungen. Ferner das Bürgertnristeramt Straßburg mit Vorführung einer Klär­anlage Der Bund für Vogelschutz mit Vorführungen feiner Bestrebungen. Der Verband länblidv-r Geiwsfensck aften in Elsaß- Lothringen und der landwirtschastlid)en Kreisvereine von Elsaß- Lothringen mit statistischem Material unb sonsttgen Darstellungen Über ihre Entwicklung und ihre Bestrebiuigen

Lehrmittel. 13 -Aussteller mit den üb­lichen Fachzeitschriften und sonstiger Literattir

Gruppe 1822. Kolonialwi rtschastliche Ab - teilung. Das Preisausschreiben sür Sffalhauf wird mit zehil Proben beschickt sein. Eine große Ausstellung roher und ver­edelter Erzeugnisse ans den Kolonien wird durch bic Deutsch stzolvNial-Gesellsckaft als Sammelausstellung veranstaltet werden DL. G-A u sst el In n g-e n Vorstand, Düngernd Futtn- stelle, Buchstelle, Baustelle, ^onderaussckutz für Rinberleistungs- prüfungen, ^ronb er ausschuß für Dauerweiben, Sonberansschuß für Felbgemüsebau.

Die Abt eilung 3L andWirtsch aftl iche Gerate, Maschiiien unb Bauwesen" ist gut beschickt. Es haben 355 Aussteller über 7500 Maschinen unb Geräte für die all gemeine Schau angemelbet. Außerdem sind 110 Gegenstände zur Vorprüfung angemelbet, von denen ein großer Teil, weil er auf der Ausstellung direkt nicht geprüft werben kann, zu Dauer­prüfungen zurückgestellt wirb, die dann bald nach bev Ausstellung stattfinben. -Jhur in der Vorprüfung werden Auszeickmungen er­teilt, während über bic allgemeine Schau und bic HmiptPrüfungen nur Berichte herausgegeben werben. Die ausgezeickmeten Gegen stänbe können das PrädikatNeu unb beachtenswert" imb dazu je nach Leistung eine große broirzene ober silberne Dentmünze ei- langen.

Bn beit diesiährigen Haupt Prüfungen finb angemeldet: 12 Motorpflugc, Prusicng voranssichtlidi int August b I 6 Kartzojfelleger, Prüfung Enbe April b. I., 24 Kartoffclentter' Prüfung htt Herbst b. I.

Der große Ghm-prozeh.

Dvrtmunb, 13. Mai.

Nach ber umfangreichen Pernehnmiig der Atigeklagteit konnte endlids in die Bewetsaitftuihme eingetreten werden, lind zwar svurden zunächst die Verhältnisse der Masdnnenbauaustalt Allen effen erörtert. Die 'Fabrff war eine Gründung ber 'liicbcrbcutfdrit Bank. Die Bank berfdjafftc sich zwei Taren über bad Unter nehmen, von denen die eine fast 300000 Marl höher war als bic ändere. Der vereidigte Geridrtstaxatvr Meier ।Dortmunö)