Ausgabe 
23.9.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. 225

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bei den Städten mit mehr als

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200000 Einio.I ohne Berlin / Eiinvobner

100*00-200000 50000-100000 25000 50000

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Dienstag, 25. September 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

überhaupt verzichten, weil sie sich nicht entschließen können, sie aus dem Hause zu geben. Diese Fälle sind in der Statistik der Regierung ebenso wenig beachtet wie auf die bedenkende Ersparnis Rücksicht genommen wird, die e i n h e i m i s ch c n Einjährigen und Studierenden in Garnison- und Hochschul­städten erwachsen.

Auch ehe wir in Hessen ein Wohnungsgeld hatten, also bei völliger Gleichheit der Bezüge in Stadt und Land, drängte alles nach den größeren Städten. So lange das Ver­hältnis sich nicht umkehrt, ist die Schlechterstcllung der Be­amten auf dem Lande eine schreiende Ungerechtigkeit.

dcn Städten mitt nicht mehr } als 2C00 E. J

die Zuschläge zur Slaalseinkonnnenstenec erhoben

stunden.)

bei weitem noch nicht die Gruppe, die 250 bis 275 Proz. Zuschläge zur Staatssteuer als Kommun aladgcrbe erhebt, mit ihrem Zuwachs von 15 Proz.

Ist cs vom volkswirtschaftlichen und kvmmunalfin.rnz- politischen Standpunkt aus sehr zu begrüßen, daß die Zahl der Städte mit über 275 bis 300 Proz. und die der Städte mir über 300 Proz. Zuschlägen einen Rückgang um 11,36 bezw. 5 Proz. aufwcisen, so steht dem andererseits ein Sinken der Zahlen der Städte mit einem Zuschläge von über 75 Proz. bis einschließlich 100 Proz. und der Städte mit einem solchen von über 100 bis einschließlich 125 Proz. um 11,29 bzw. 9,23 Proz. gegenüber. Schließlich ist noch festzu- stellen, daß die Städtegruppe, die über 50 bis einschließlich 75 Proz., und diejenige, die über 150 bis einschließlich 175 Proz. Zuschläge erhob, sich um 10 bezw. 0,43 Proz. vergrößert haben.

Bezüglich der einzelnen Städtegruppen ergibt sich für das Rechnungsjahr 1912 die folgende Entwicklung. Es be­trägt die Zunahme (+) bezw. Abnahme () des Prozent­satzes der Gemeinden im Jahre 1912 gegen 1911:

Äs"

Erscheint täglich mit des Sonntag?.

DieSiebener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' vierinal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e=$ä?51. Redaktion:e^!12. Tel.-Adr.: AnzeigerEießen.

200" 250%

4- 7,14 4- 1,79 -

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-10,34! 4- 1,49(4-

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etliche Artikel, ah-.

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Elektrisch und Gas inrichtungen z- und Kohlenheizung le Gaskocher sehe Artikel für Gleich- und Wechselstrom in allen Größen

usw.

Schund:

52 Seltersweg 52

Da; Wohnungrgelü Ser Beamten.

unserer Leser setzt den Ausführungen unseres Darmstadter JJcirarbeiterS die gegenteilige Meinung gegen- uber, und wir wollen sie, weil sie beachtenswerte sachliche Grunde bringt, hier gerne wiedergeben.-

m Die Ausführungen Ihres Darmstädter Mitarbeiters in : !.r; 47 Gipfeln in dem Satz, daß gleiches Wohnungsgeld für alle Beamtenden über 2000 in den Städten wohnenden Beamten^gegenüber zweifellos eine große Ungerechtigkeit be- oeu^e . vs(i) muß dem widersprechen. Wenn von zwei gleich aualifiziertcn jungen Beamten der eine in Gießen oder angestellt wird, der andere in Schotten oder

1 d)eabt, To wird sich letzterer meist zurückgesetzt fühlen, -viese Zurücksetzung wird noch empfindlicher, wenn er sich auch noch pekuniär schlechter steht. Daß die Wohnungen auf dem Lande meist billiger sind als in den Städten, wird zu­gegeben, aber sie sind oft auch danach. Zudem haben gerade neuerdings viele Beamte in Landstädtchen, durch die Woh­nungsnot gezwungen, sich zum Bau eigener Häuser ent- schlossen m denen sie meist recht viel verwohnen und die im tfuHe ihres Wegzugs last stets ein schlecht rentables und schwer zu verwertendes Objekt darstellen. Außerdem werden die höheren Mietpreise tn den Städten durch eine Fülle von Annehmlich eiten mehr als ausgeglichen. Tas Leben auf dem ^.ande gestaltet, sich tatsächlich oft teurer als in den Städten KuK doch jeder Theater- oder Konzertbesuch, oft auch jede -Zug- oder Vwlinstunde, jeder Kauf eines Damenmantels usw. mit einer Reise nach der nächsten Großstadt erkauft daß die Kindererziehung auf dem ^ande sich kostspieliger gestalte, wird durch die Regierungs­vorlage keineswegstreffend" widerlegt. Für den Beamten mÄÄ 2mb U?t-r aus dem Hause geben

Ehy r1' no$ 100 obcr noch 500 in der gleichen

^age sind. Wir konnten Beamte tn Landstädtchen namhaft machen, die für ihre ch t e r auf eine höhere Schulbildung

Voranzeige, ^September 1813 |na,1Tage|. sreigsis I. Ranges!

ms Sylva

Webte Mitglied des biaigen verfassten Film lisse Lilien L ama in 2 Akten. W a«/e

Jedenfalls ist aber eineNötigung" des Professors nicht 'olgt, denn dieser schreibt in Berliner Blättern:

Von einer Warnung durch einen Polizeibeamten kann keine Oe sein, es hatte ihrer nicht bedurft, da ich bereits Samstag ii anderer ^cite über den sozialdemokratischen Charakter des rems unterrichtet worden war. Wenn ich auch ohne weiteres zebc, daß Musik und Politik nichts miteinander zu tun haben J Cri nn ^^'bnstftches Werk ist, die Schöpfungen eines Johann Masnan Bach Arbeitern zugänglich zu machen, so widerstrebt nur öod) nach meiner ganzen Gesinnung und in meiner Stellung - Staatsbeamter mich an Veranstaltungen, die von sozialdemo- arlscher Sette unternommen werdm, irgendwie zu beteiligen !<rre ich über den politischen Charafter des Vereins, der diese an f) sehr löbliche Aufführung veranstaltete, von vornherein auf- Tfurt worden, so hätte ich sofort unbedingt meine Mitwirkung fgelebnt. Das habe ich auch dem Herrn, der diese Konzerte leitet izweideutig zu erkennen gegeben, itym zugleich auch Herren ge­kirnt, die gleiche Bedenken nicht hätten und wohl fiir mich ein» irmgen könnten.

Wenn der Polizeipräsident sich wirklich in diese Sache tlgcmischt hätte, dann läge Anlaß zu berechtigter und schar- Kritik vor: wenn der Musikdirektor jedoch aus mgcuen cdenken seine Mitwirkung versagt hat, kann man es ihm lcht verübeln, obgleich man über seine Gründe auch anderer nsicht sein kann.

*

Die Zuschläge zur Staatseinkommensteuer in Preußen.

Bei einer vergleichenden Gegenüberstellung der in den ckmungsjahren 1911 und 1912 von den preußischen iLdten und den mehr als 10000 Einwohner zählenden mißt scheu Landgemeinden erhobenen Zuschläge zur um- ^fähigen Staatseinkommenstcuer, wie sie eine Tabelle !ch den Angaben des AbschnittsFinanzen" im neunten >d zehnten Jahrgang desStatisttschen Jahrbuchs für 11 preußischen Staat" durch führt, ergibt sich zunächst, das; . Zahl der Städte im Rechnungsjahre 1912 die gleiche wie 1 Jahre 1911 geblieben, die Zahl der Landgemeinden der zeichneten Größe dagegen von 104 auf 108 ->der um

Proz gestiegen ist. An Zuschlägen zur umlagefähiaen a atseinrommenstener erhoben von beit insgesamt 1*>77 I 5b ten in den Jahren 1912 und 1911 2550 Proz vier üidte (1911: 4), 5075 Proz. 11 (10), 75100 Proz. 5ry(62) 0-125 Proz. 59 (65), 125-150 Proz. 187 (184? 150 bis ö Proz. 231 (230), 17o200 Proz. 323 (315), 2002^5 "05- 164 (164h 225250 Proz. 134 (134), 250275 Proz. (40), 275300 Proz. 39 (44), über 300 Proz. 19 (20 ; 5:äbtc, sowohl 1911 als 1912, waren in der glücklichen M, auf Zuschläge zur Staatscinrommenstener überhaupt tziichtcn zu können.

Lei den L a n d g e m e i n b c n mit mehr als 10 000 Ein- 'hmern (1912: 108, 1911: 104) stellte sich bic Sachlage ^Übermaßen: Es erhoben 75100 Proz. 6 (1911: 8), 3125 Proz. 10 (8), 125150 Proz. 12 (12), 150 bis 5 Proz. 5 (6), 175200 Proz. 24 (24), 200225 Pro;. (19), 225-250 Proz. 22 (22), 250-275 Proz. 5 (3H 5300 Proz. 1 (1 , über 300 Proz. 1 (1).

'Während innerhalb der Gruppierung der Land- imc i n b c u nach den von ihnen erhobenen Zuschlägen zur tätlichen Einkommensteuer keine nennenswerten Schwün- r'9 tn vorgelommen sind, hat das eine Rechnungsjahr doch

Verschiebungen in der Gruppierung der Städte ge- igt.:. Die Zahl der Städte, die bis zu 50 Pror., und ber- °WN, die 200 bis 225 Proz. und 225 bis 250 Proz. Zu- zur staatlichen Einkommensteiler als Kommunalsteuer Men haben, ist die gleiche geblieben. Dagegen hat die bdolegruppe mit einem Zuschlag von über 175 bis 200 kb bie in der Zeit von 1905 bis 1911 von 223 auf 315 MMachsen war, sich also um 6,87 Proz. int sechsjährigen .Mschnitt vergrößert hatte, auch jetzt wieder eine größere "Mehrung, nämlich um 2,54 Proz., erfahren, erreicht aber

politische Tagesschau.

Kunst und Politik.

In Berlin hatte derVerein für Frauen und Mädchen der arbeitenden Klassen" zur Veranstaltung eines Bach- abcnd-5 für die Orgelvorträge den Königl. Musikdirektor Prost Bernhard Jrrgang gewonnen, der indessen dabei urürftrat, al-? er angeblich von einem Beamten des Berliner Polizeipräsidiums darauf aufinerksam gemacht worden war, daß yr Verein sozialdemokratischen Tendenzen huldige. Run drinFc cv derVorwärts" fertig, folgenden Artikel darüber zu schreiben:

Wissen Sie, locr Bach in ar ? Johann Sebastian Bach? c ic werden wohl sagen, das größte musikalische Genie? Die gott- erfüllte Seele bet Musik? Blech! Bach war ein renitenter Bursche, ixr fitb nicht scheute, Tinge zu komponieren, an denen sogar or Knisterte Revoluiionäre Freude haben. Hätte es irgend noch eines Beweises bedurst, um den Klassenhaßcharakter dieser verwerflichen Musil zu erhärten, so wäre er durch die Tatsache erbracht worden, dciij der Verein fiir Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse am vorgestrige» Sonntag ein Bachlonzert gegeben hat, um schon bic imschuldigen Seelen der Kinder mit den Klängen dreier großer L rgelkompositionen des p. Bach zu vergiften.

Aber Herr v. Jago!v wacht! Er hat im letzten Augenblick .'5 Fürchterliche verhindert, daß diese versteckten Arbeitermarseil 'en unter den Fingern eines Hof- (!) und Domorganisten er , »gen. Man denke, eines Mannes, dessen Orgelspiel sonst bic labe l>at, den obersten Kriegsherrn in die richtige Stimmung zu mgen, damit er die Friedensbotschaft des Evangeliums allerhöchst tgegenzunehmen geruhe. Leider ist der Plan gescheitert das nze Konzert unmöglich zu machen, denn es fand sich ein ehr- rgeffener Crgannt, der der Ansicht war, Frauen und Mädchen ; Arbeiterstandes l-ätten auch ein Anrecht auf die ewige Bot aft des Genius und, wenn dem Kronprinzen bicLustige Witwe" nt fei, so sei dem arbeitenden Volke her alte Sebastian Bach (ig, und zwar so billig, so gut, so hervorragend wie möglich.

Dem Hos- und Domorganisten ist vom Polizeipräsidenten be­itet worden seine Mitwirkung in einem Konzert, das ein slaats- dtjrbenber Verein gebe, könne ihm recht teuer zu stehen kommen, t anderen Worten: Hilfst du zu iveihevoller Erhebuiig dieser »erlandslosi'n Herzen mit, so wird der Kaiser darauf verzichten, 11 Herz von Gottes Gnaden weiterhin von dir erheben zu lassen' » gcwolwlichen Leben heißt man dasNötigung", in der atlicften SpracheStaatserhaltung". In unserer Sprache ,wir gern schlicht und klar uns ausdriicken Torheit. So sehr hi nur es als den echtesten und unverfälschten Ausdruck staal- p-preutzlschen Geistes gern anerkennen wollen. Es ist bekaunt- l der Geist tn dem gerabe in diesem Jahre die Großtaten des "ti len gen Königs Friedrich Wilhelm III. so begeistert gefeiert ieben.

vergseft Des Turnerbundes Lahn-Dünsberg.

ra .. t ? Staufenberg, 22. Sept

.. _ Begünstigt von der Witterung, konnte am Sonntag unter auperst reger Beteiligung auf unserer Burg das Bergfest vom Turnerbund Lahn-Dunsberg gefeiert werden. Unter Leitung des Bunde.'turnwartev ch m i d t -- Launsbach traten um 9 Uh/ 210 Turner aitS den zugehörigen 32 Vereinen zum Wettkampfe an Zu . Hebungen waren. Freihoch-, Freiweit- stnd Stabhochsprung' mMCfD?flUenhJl°-BCn stimmt. Das Ergebnis der Preisverteilung

-i dlktive Turner.

-bstois Wtlh. ^chmiot-Waldgirmes mit 80 Punkten - 2 Wilb Lehr-^mibrmgen ,8: 3. K. Weller-Wieseck, H. Schlicrbach-Kinzen-

' ^D,l.lbr-Atzbach 75; 4. W. Menger-Hausen 7 j 5. ^rnit Bierau-Wteseck und Ld. Hofmann-Lollar 73: 6. 5t Möl>- riNger-Bie^er, W. Weber-Mainzlar, Ld. Klinkel-Lollar und Otto Lehr-staubringen r2; 7 Hch. Hahn-Großen-Buseck, Emil Bergen- Allendort, Wilh^Frank-Lollar und Ld. Reinhardt-Daubringen'71- £i>- Zecher-Ltaujenberg, Rd. Keller-Rodhcim, Fr Schauß- Avbach und Hch Frank-Wieseck 70:,9. K. Launsbach-Rciskirchem Ernst Will-Launsback, Hch. Stmon-Odenhausen, Karl H?l> sheim- fOUar, W. Otst-Ruttershausen und 51. Gissel-Waldgirmes 69; 10. Hch. Hormel-Roth und Herrn. Hofmann-Burkhardsfelden 68, JJ- Kerber-Odenhausen 67; 12. Hch. Göbel-Allendorf 66;

®ro6^gtauren6erg, Karl Klinkel-Staufeiibcrg, W. Bitten- dvrtzWckmar, Ld. Kramer-Ruttershausen, Karl Christ-Lollar und Wckh Muller-Grotzen-Bu,eck 65; 14. W. Walther-Großen-Buseck 64lo Hch. Schmidt-Großew-Buseck, W. Röhrsheim-Rutters- bau)en, Hch. Hahn-Hausen, Hch. Zecher-Staufenberg und Ld. Agel-

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reicllhaltiges Programm.

Zweites Blatt . _ 163. Jahrgang

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

bis über ' über über über 1 einschl. 100bis 150bis 200bis 250bis 100 % : einschl. einlchl. einschl. einschl.1

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27

Int allgemeinen kann man sagen, baß es ein unerfreu­liches Zeichen ist, baß innerhalb des Beobachtungszeftt- raumes^bie an und für sich schon ungünstigen Verhältnisse in den Stäbtearuppen mit weniger als 50 000 Einwohnern sich noch verschlechtert haben.

*

Die zurzeit noch erledigten vier Reichstagsmandate werden im Oktober neu besetzt werben, unter ihnen befinden sich die drei Mandate, die nach der Vertagung des Reichs­tags verwaisten. Die Nachwahlen werden zu den interessan­ten gehören, da bei zweien die bürgerlichen Parteien große Anstrengungen machen, die Sozialdemokratie zu besiegen und bet einer anderen das Zentrum Mühe haben wird, den An­sturm der Sozialdemokraten und Liberalen erfolgreich abzu­wehren, es sind dies die Kreise Dresdeü-Altstadt und Ham­burg-Ost, sowie Bühl-Rastatt.

Die erste Nachwahl findet in Bühl-Rastatt am (. Oktober statt, das bisher 41 Jahre lang vom Prälaten Dr. Lender (Zentr.) vertreten wurde. Das Zentrum verfügt zwar über la 000 Stimmen, gegen fast 10 000 gegnerische stimmen, es dürfte das Mandat wohl auch erhalten

Im Wahlkreise D r e s d e n - A l t st a d t soll ein Nachfol­ger für Staben (Soz.), der am 19. Juni starb, gewählt wer­den und zwar am 10. Oktober. Dieses Mandat verteidigt die Sozialdemokratie mit 31600 Stimmen gegen 26 575 bürgerliche Stimmen. Ein bürgerlicher Sieg ist hier nicht ausgeschlossen.

In H a m b u r g dagegen, wo für Bebel am 17. Oktober ein Nachfolger gewählt werden soll, dürste das Mandat in­folge der Uneinigkeit der bürgerlichen Parteien der Sozial­demokratie nicht entrissen werden können. Die Sozialdemo­kratie verfügt über 2/s aller Stimmen, 20 000 zu 10000 gegnerischen Stimmen.

Die letzte Ersatzwahl des Oktober wird wenig aufregend sein. In Neu markt in de r O b e r p f a lz ist für den am 9. ^nh verstorbenen Zentrumsabgeordneten Kohl der ^sochfolger zu wählen. Das Zentrum erhielt 1912 hier 13 740 Stimmen, die Gegner nur etwas über 2000 Stimmen.

Naturforscher- und Arztentag.

_ . Wien, 22. Sept.

-i-ie 85. Versammlung Deutscher Naturforscher und Äcrzte, an der 5000 Personen tcilnahmen, wurde heute im Parlament in feierlicher Weise eröffnet. In Vertretung des deutschen Botschafters war Legationsrat von Bethmann Hollweg erschienen. Der OKneral- sekrctär der Akademie der Wissenschaften, Universitätsprofessor Beck, gedachte in seiner Begrüßungsrede des Friedenswil­lens b e r b e i d e n mächtigen Monarchen, die auch in letzten schwierigen Zeiten sich als rechte Friedcnskaiser bewährten und schloß mit einem Hoch auf Kaiser Franz Josef und 5taiser Wilhelm. Der UntcrrichtSminister H n s s a r e k entbot den deutschen Naturforschern und Aerzten namens der Regierung herzliches Will­kommen. Nach ihm sprach der Minister des Innern H einold, der sich insbesondere mit dem Zusammenhang der medizinischciv und naturwissenschaftlichen Studien und mit den dem Ministerium des Innern unterstehenden sozialen Angelegenheiten beschäftigte. Ferner begrüßte den Kongreß Bürgermcistor W e i ß k i r ch n c r namens der Stadt und der Rektor der Universität Hofrat Wcichscl- baum namens der alma mater. Es folgten Vorträge des Mün­chener Astronomen Professors v. S e e l i g c r über die Pro­bleme der modernen Astronomie und des Professors E i n n e-Leipzig über die mineralogische Charakteristik des kri­stallinen Zustandes.

Ausland.

Rücktritt Konrad v. Hötzendorfs?

Die WienerNeue Freie Presse" verzeichnet das in hohen militärischen Kreisen umgehende Gerücht, nach dem der Chef des OKncralstabes General der Infanterie Freiherr Konrad v. Hötzen- dorf in der nächsten Zeit von seinem Posten zurücktreten'wird. Er hat am 22. d. Mts. einen Urlaub angctrcten. Tie Ursache des Rücktritts sieht man in diesen Kreisen in Meinungsver­schiedenheiten innerhalb der kompetenten Stellen, die schon län­gere Zeit anbauern sollen.

Sasonow in Paris.

Der russische Minister des Acußeni, Sasonow, ist am Sonntag abend aus Kiew in Paris eingetrofscn und reiste Montang abend oder Dienstag früh nach Vichy zum Kur­gebrauch weiter.

Sasonow hat am Montag nachmittag dem Minister Pichon einen Besuch abgestattet. Er erklärte einem Berichterstatter, daß seine Reise nach Frankreich vorläufig wenigstens nur eine Er­holungsreise sei, daß er aber während seines Pariser Aufent­haltes im nächsten Monat nicht ermangeln werde, im engen Ein­vernehmen mit der französischen Regierung die pol i t i sch e L a g e zu prüfen, welche durch die lange Krise geschaffen wurde, während deren Frankreich und Rußland abermals die Wohltaten des, die beiden Staaten zum Schutze ihrer Interessen und zur Auircchterhaltung des allgemeinen Friedens verknüpfenden Bünd- nifses empfunden haben.

Die französisch-spanischen Beziehungen.

Nach einer amtlichen Meldung aus Paris wird König Alphons dem französischen Ministerpräsidenten Bart hon am -o- L-evtember in San Sebastian empfangen. Tie Audienz hängt zweifellos nnt der für den 5. Oktober anberaumten Reise Poin- cares nach Spanien zusammen.

EinMordinMexiko.

Mexikanische Wnstitutionalisten melden, Oberst Francisco Cardenas, der angebliche Mörder Maderes, sei in der Nähe von Meckoacan ermordet worden, wohin er sich habe begeben wollen, um das .Kommando über die Bundestruppen zu über­nehmen. Cardenas soll ermordet worden (ein, weil befürchtet rt)urbe er könne die Befehle verraten, die er in der Nacht erhalten hat, da Madero getötet wurde. Cardenas befehligte damals die Truppen, welche Madero aus dem Palast in das Gefängnis überführten.

Arbeiterbewegung.

Die Ausstandsbewegungln England.

L o n d o n 22 Sept. Die Blätter brücken ihre Befriebi- gung über basNachlassen des EisenbahnerausstanbeS aus Das öffentliche Interesse ist gegenwärtig auf bic heute im Han- >clsamt zwijchen den Arbeitgebern und Angestellten der Au­tomobilomnibusse ftattfinbenbe Konferenz gerichtet. Die un­nachgiebige Haltung der Leute verursacht Besorgnis. Ihre Vertreter erklären, es nicht dulden zu wollen, daß die An­nahme der Forderungen aufgeschoben werde. Der Verband der Automobildroschtenführer erklärte sich bereit, den Ange­stellten der Automobilomnibusse im Bedarfsfälle eine xoö» Deutliche Unterstützung bis zu 2000 Pfund zu gewähren

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gäbe meines Ladens

t per 1. Oktober zu vermieten)

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