Ausgabe 
12.11.1913 Drittes Blatt
 
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Ht. 266

Drittes Blatt

165. Zahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

ch i e n b e i n. Auch war die Beteiligung

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Mittwoch, 12. November 1913

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Landkreis Gieren.

Hausen, 10. Nov. In Hausen wurden in den Ge­meinderat gewählt: Johannes Schmidt intb .Hart Engel-

RotationSdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts - Bilch- und Steindruckerei.

R. Lange, Dieven.

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Hardt und Iohs. S eine rege.

= Lollar, 11.

Herein E. G. m. u. £). in Lollar bittet uns, folgenden Be­richt aufzunehmcn: Der Spar- und Dorickmßvercin hielt am 5. d. Mts. eine außerordentliche Generalversammlung ab, die sehr start besucht war. Besonders eingeladcn waren Verbands- direkwr M a p e r sowie ein Bankoearntcr aus Gießen. Gegen­stand der Tagesordnung war: Besprechung der Lage der Kasse. Nachdem Bürgermeister Schmidt als Vorsitzender des Aus- sichtsrats mit einigen einleitenden Worten die Sitzung eröffnet hatte, nahm zunächst Verbandsdirektor Ma per das Wort zu einem längeren Vortrag über die allgemeine Lage, sowie über die Lage der Kasse unL> führte aus, daß ^durchaus kein Grund zur Besorgnis rorltege, daß sich die Kasse innerhalb 32j.ihrigen1 Bestehens auf gesunder Grundlage entwickelt habe. Der Bankbeamte schloß sich den Ausführungen des Vorredners an und wies an Hand der Jal-resrechnungen nach, daß bis jetzt leine Verluste vorhanden seien, und wenn in der jetzigen kriti­schen Zeit ein Ausfall entstehen sollte, die Kasse doch gute Re­serven habe. -Aus der Versammlung wurde alsdann in Vorschlag gebracht, für die Zukunft alle Geldausleihungen mit oder 1 tjäljrigcr Zinszahlung und lausender >lavitalabtragnng zu machen. Mit diesen Maßnahmen waren sämtliche Anwesende einoerstan den. 'Bürgermeister S ch nt i d t schloß die Versammlung mit der Bitte, die Ruhe zu bewahren und mitzuarbciten, daß die Ein­leger, die der Kasse ihr Kapital gekündigt haben, ihre Kündigungen wieder zurücknehmen, damit der Fortbestand der Kasse nicht ohne Grund gefährdet werde.

GerichtsfaaL.

Eine Köpcnickiade im bayerischen Verkehrs-Ministerium.

H. Münche n, 10. November

Eines Tages wurde der Kassierer der Spatenbranerei tele­fonisch angerufen. Es meldete sich bei ihm angeblich der Ober- regterungsrat Morhart vom Verkehrsministerium und bat um Uebersendung von 10 000 Mark in kleinen Banknoten, da das Geld für die Kasse des Ministeriums gebraucht werde. Der Ucbcr- bringcr solle dasur 10 000 in großen Scheinen in Empfang nehmen. 'Als Iber Kassierer erwiderte, daß er mir 9000 Mark schicken könne, war der HerrOberregierungsrat" damit auch zufrieden. Der Bote der Brauerei wurde denn auch mit dem Gelde abge­schickt und wollte im Ministerium grade in das ihm angege­bene Zimmer treten, als er von einem höheren Beamten daran verhindert wurde, der wußte, daß Oberregierungsrat Morlwrt verreist war. Ms der Oberregierungsrat dann das Zimmer öff­nete, sah er am Schreibtisch einen Mann sitzen, der sich durch eine Brille und eine Perrücke unkenntlich gemacht hatte. Der Beamte hielt die Tür zu und rief um Beistand. Der Eingeschlossene ver­suchte vergeblich, die Tür zu öffnen, er erreichte nur, daß die Türklinke verbogen wurde. Nunmehr schloß der fremde Mann das

Redaktion, Expedition und Druckerei.' Schul« straße 7. Expedition und Verlag- 51.

Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen»

Kreis Alsfeld.

? Alsfeld, 10. Nov. Unter äußerst zahlreicher Be­teiligung fand l>eute die regelmäßige Ergänzungswahl des Gemeinderats statt. Zu wählen waren diesmal mit Rücksicht auf die vermehrte Einwohnerzahl der Stadt Als­feld 7 Kandidaten. Es wurden gewählt: Fabrikant Georg B n ck i n g VIII. mit 500 Stimmen, Kaufmann Adolf Spier mit 394, Kaufmann Will). Bogeley II. 402, Glasermeister Ernst Leuth 381, Schreinermeister Bernhard Ludwig 303, Schneider Konrad 'Sediert 299, Landwirt und Bäcker Friedr. Karl Plauz 295 Stimmen. Von 990 Wahlberech­tigten stimmten 796 ab. Tie Zersplitterung war groß.

~ Streben darf, 11. Nov. Bei der Gerneiude- ratSivahl wurden wiedergewählt Martin Lang mit 52, Helwig Schmidt mit 44 Stimmen, und für den verstorbenen Hch. List sein Sohn JohS. List mit 37 Stimmen. Im ganzen wählten von 80 Wahlberechtigten nur 56.

~ Liederbach, 11. Nov. Hier feiern heute die Ehe­leute Kaspar Müller und dessen Ehefrau Katharina, geb. Weiß, das Fest der silbernen Hochzeit.

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 10. Nov. Man schreibt uns: Ein Frankfurter Architekt, der schon in vielen größeren Städten des In- und Auslandes auf dem Gebiete der Errichtung billiger und solider Eigenheime mit Erfolg tätig war, beabsichtigt in Anlehnung an ein gut fundiertes auswärtiges Unternehmen, in Bad-Naul-eim unter der Voraussetzung der.Erwerbung billigen Baugeländes Villen ähnliche Eigenheime zu errichten unter genau festgelegten Finanzierungsbestimmungen, die aber so angenehmer Art sind, daß es jedem wirtschaftlich Schwachem ermöglicht wird, in den Besitz eines seiner seitherigen Miete entsprechenden eigenen Häuschens oder Anteils an einem Doppel­häuschen zu kommen. Zedwede Grundstücksspekulation ist 'prinzipiell ausgeschlossen. Jrn Falle der Verwirklichung sollen in erster Linie Nauheimer Geschäftsleute berücksichtigt werden.

r. Bad-Nauheim, 11. Nov. In der gestern abgc- haltenen außerordentlichen Hauptversammlung des Orts- gewerbcvereins erfolgte die Rechnungsablage für die int Juni stattgefundene 25jährige Jubelfeier des Vereins. Die Gesamteinnahmen betrugen einschließlich der Jubi- läumsspcnde der Bürgerschaft und eines Zuschusses aus der Bereinskasse in der Höhe von 300 Mark 3318 Mark, die Ausgaben 2127 Mark. Die Spende der Bürgerschaft ergab den Betrag von 1046 Mark, die dem Baufond für Errich­tung einer Gewerbeschule überwiesen worden. Nach Er­ledigung sämtlicher Verpflichtungen der Jubiläumsfeier ver­bleibt ein Defizit von etwa 175 Mark, das aus Vereins­mitteln zu decken ist. Nach Erledigung der Rechnungsab­lage erfolgte eine ausgedehnte Aussprache über die Bildung von Facktorganisationen. Tie Beschlußfassung über diesen Punkt soll in einer öffentlichen allgemeinen Hand­werker-Versammlung erfolgen. Der Vorsitzende, Schlos­sermeister Stadtverordneter Knipp, empfahl der gut be­suchten Versammlung die Teilnahme an der im nächsten Sommer stattfindenden G.ewerbeausftellung in Gießen.

t. Vilbel, 11. Nov. Dieser Tage sprang ein 9jähriger Junge, der einem Wagen nachlief, in ein unmittelbar hinter ihm fahrendes Fuhrwerk. Er kam dabei zu Fall und wurde überfahren. Das Rad ging ihm über die Brust. Den Fuhr­mann trifft keine Schuld.

Hessen-Nassau.

0 Marburg, 11. Nov. Die hiesige Bäckerinnung setzte den Preis sirr den Vierpfünder Weißbrot von 52 auf 50 Pfg. und für Schwarzbrot von 48 aus 46 Pfg. herab.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 11. Nov. Begründete Berufung.

Der Taglöhner Karl R. von Langenliain verfolgt gegen ein Urteil des Gr. Schöffengerichts Butzbaco, das ihn luegcu Obdach­losigkeit mit drei Tagen HjaI bestrafte, Berufung. Er hatte, nachdem ihn« sein Anwesen aufgesteckt worden war, im Spritzen hause Ausnahme gefunden, sich auch der Weisung der Bürger meistcrei entsprechend um eine Wolmung in Langenl)ain und den Nachbarorten bemüht, eine solche aber nicht gesunden. Die Kam nter mar der Ansicht, daß cs genüge, wenn der Angeklagte an seinem Wohnort lind in dessen Um gegen t> sich vergeblich um eine Wohnung bemüht habe, und daß es nicht darauf ankomme, ob die Beschaffung einer Wohnung in größerem Umkreis, etlva in den benachbarten Städten möglich gewesen märe. Sie hob das erste Urteil aus und sprach den Angeklagten von Strafe und Kosten frei.

Einen B e i t r a g z u m Wohnnngselen-d ergab die Verhandlung der Strafsache gegen den Taglöhner Jobs. S. von Alsfeld wegen Inanspruchnahme öffentlicher Hilfe. S. hatte im Frühjahr d. Js. eine Wohnung in Alsfeld nicht finden tonnen, als er eine solche mieten wollte, wodurch das (Eingreifen der Gemeinde erforderlich wurde. Die Bürgermeisterei Msseld Ivies der aus acht Köpfen bestehenden Familie des An geklagten nur ein mäßig großes Zimmer in dem städtischen Hospital gegen eine Jahres miete von 80 M k. an. Beim Fälligwerden der ersten Rate verweigerte der Angeklagte die Zahlung der Miete und erklärte, er werde nicht eher zahlen, bis ihm noch ein weiteres Zimmer zur Verfügung gestellt werde. Ein solches wurde ihm indessen nicht gewährt, obwohl es an Räumlichkeiten nicht fehlte und obwohl das Gr. K r e i s g e s n n d h e i t sa m t sich mit dem Antrag an die Bürgermeisterei gewandt hatte, bem An geklagten und seiner Familie eine andere Wohnung zu über­lassen, da die jetzige den Anforderungen der Gesundheit und Sittlichkeit nicht entspreche. Statt dessen wurde Anzeige w e g e n I ii a n s p r u ch n a h m e öffentlicher H i l f e g e g e n i h n erstattet, und es erging Strafbefehl, der eine Haftfirafe von acht Tagen aussprach. Auf seinen Einspruch sprach das Schöffengericht den Angeklagten von Strafe und Kosten frei. Zu dem gleichen Ergebnis gelangte auf die Berufung des Amtsanwalts die Strafkammer. Zur Begrün­dung des Urteils wurde ausgeführt, daß die Bürgermeisterei sich grundlos geweigert habe, dem Angeklagten eine menschen­würdige Wohnung zur Verfügung zu stellen, der Angeklagte da­her mit Recht die Zahlung des Mietzinses verweigert und sich sonnt auch nicht strafbar gemacht habe.

Berns ungsverwersung.

In der Privatklagesache des eand. med. Ernst K. in Gießen gegen die Ehefrau Martin A. hier wurde die Berufung der An­geklagten A. gegen das sie wegen Beleidigung bestrafende und ihre Widerklage abweisende Urteil des Schöffengerichts Gießen zurückgewiesen.

Zu einem Vergleich kam es in der Privatklagesache des Architekten Leonh. K. in Bad-Nauheim gegen den Fabrikanten Fr. K. in Baden-Baden, die beide von dem Schöffengericht der gegenseitigen Beleidigung für schuldig, aber für straffrei erklärt worden waren.

Berufungszu rückn ahme.

Der Fuhrmann Heinr. K. in Friedberg hatte vom Gr. Schöffengericht Friedberg wegen Tierquälerei eine Hast- ftrafe von 14 Tagen erl-alten. Seine Berufung gegen dieses Urteil zog er heute vor Eintritt in die Verhandlung zurück.

In der Privatklage s ach e des Peter F. in Lauterbach gegen die Ehefrau Heinr. V. ebenda verwarf die Kammer die Berusiing des Privatklägers gegen das die Angeklagte freifprechende Urteil des Schöffengerichts, da sie annahm, daß nicht zweifelsftei nachgewiefen sei, daß die An­geklagte die Ehefrau des Privatklägers habe beleidigen wollen.

Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung.

Um den größeren Anzeigen für die SamstagSnummer eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt es sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu. bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden.

Verlag der Gietzener Anzeigers.

Tie ,,-iehener Familienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seid fragen" erscheinen monatlich zweimal.

veretnrnachrichten.

Evangelischer Bund. Am nächsten Sonntag wirb der hiesige Zweigvercin seine Winterarbeit mit einem Familien- ab en d m EtetnS Garten aufnehmen. Aus vielseitigen Wunfcb ist Professor 1). Tr. Diehl vom Predigersemrnar in Friedberg, der irnhere Darmstädter Stadtpfarrer, als Redner gewonnen worben, von manchem Vortrag in vergangenen Jahren hier ivohl bekannt und hock) geschätzt. Sein Thema wirb lauten: ,W a <8 verdankt Hessen dem R e s o r m a t o r M a rt i n B u c e r?" und emc-Gelegenheit bieten, diesen Mann, der neben den anderen führenden Geistern der Reiormationszeit mit Ehren genannt zu werben verbient, genauer kennen zu lernen.

Grünberg, 10.Nov. Der hiesige Zweigverein des ev a n g e 1 i s ch e ii Bundes veranstaltete gestern abend in der Turn balle einen Familienabend mit einem Vortrage des Pfarrers Göbel von Büdingen über das Thema:Mensch und Affe, die Abstaimuungsfrage und die religiöse Weltanschauung". An Hand von zahlreichen Lichtbildern erläuterte der Redner die ptnnisck^n Unterschiede zwischen den fogenaunten Menschenaffen und den Men scheu. Nack, der neueren wissenschaftlichen Forsäuuig zeigte er die Unheilbarkeit dcx Haeckelschen Belwuvtuug von der Abstammung des Urmenschen vom Affen. Reicher Beifall der die ganze Turnhalle füllenden Zuhörer dankte dem Redner. Die beiden Männergesang vereine und der Kirchenchor verschönten den Abend durch Gesangs vorträge. Geh. Oberkonsistorialrat Dr. Petersen hielt eine Ansprache.

-- G r ü n b e r g, 10. Nov. Der T u r n v e rei n G r ü n b e r g, am 10. Nov. 1883 gegründet, blickt heute auf eine 30jährige Lebens dauer zurück. Von den Gründern gehören drei seit dieser Zeit ohne Unterbrechung noch heute dem Vorstande an. Es sind dies der Ehren­vorsitzende Rentier Karl Hermann Jöckel, der erste Sprecher Spenglernieister Friedrich Schröder und Zengwart Zigarren- sabrikant Heinrich M ö s c r. Im Vereinslokal feierte der Verein gestern nachmittag im engeren Streife sein Stiftungsfest.

Nov. Der Spar- und B o r s ch n ß f-

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

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Fleischverbrauch Deulschlandr und der Schweiz.

Bei den Erörterungen über Fleischkuappheit und iFleischteuerung im Teutsck-en Reich ist vielfach auf die Maßnahmen hingewiesen worden, die die Schweiz ergriffen 'Ict, um die Zufuhr von ausländischem Fleisch nach der 'Schweiz zu erleichtern. Bei dem Vergleich mit der Schweiz ; borf man nicht unbeachtet lassen, daß dort die Verhält- luufe in der Fleischversorgung ganz anders liegen als bei Mtts in Deutschland. Der Fleischbedarf des deutschen Volkes tinn durch die einheimische Produktion fast völlig gedeckt tzierden. Im Jahre 1911 stellte sich in Deutschlano der Lßleischverbrauch pro Kops der Bevölkerung auf durch- bnittlich 53,6 Kilogramm und mit Einrechnung von Vkchmalz auf rund 56 Kg. Davon sind nur etwa 5 Prozent durch die Einfuhr aus dem Auslande gedeckt worden: rund Prozent und in einzelnen Jahren noch mehr, liefert das . ii land Bei Schweinefleisch hat die Kopfziffer 32,1 Kg., bei ISiitib- (und Kalb-)fleisch 17,2 Kg. betragen, lieber den Fleischkonsum der Schweiz bringt jetzt ein Bericht des schweizerischen Bundesrats interessante Zahlen. Danach ist der Konsum von 154V» Mill. Kg. im Jahre 1911 auf 160 Mill. Kg. im Jahre 1912 gestiegen. Das sind für 1912 nur durchschnittlich 41,2 Kg. pro Slops.

In der Schweiz ist also der Fleischverbrauch viel geringer, als in Deutschland. Dabei muß aber mehr als ein Drittel des Bedarfs durch die Einfuhr gedeckt werden. Das Verhältnis zwischen in- und ausländischem Fleisch im Konsum der Schweiz stellt sich nämlich auf 01,6 Prozent Inlands- und 35,4 Prozent Auslandsliefe­rungen Von dem Gesaintverbrauch entfallen ebenfalls abweichend von Deutschland genau ein Drittel auf Schweinefleisch und 55,5 Prozent auf Rind- und Kalb­fleisch. Der Rest verteilt sich auf Pferde-, Schaf- und Zie- aeirfteisch, sowie auf die feinere Fleischnahrung und auf den vin part von Fleisch- und Wurstwaren. Die Mud- und Kalb- sleischversorgung der Schweiz erfolgt nur mit 63,6 Prozent durch die Fnlandsproduktion, und auch diese Ziffer wird liaiiptsächlich nur erreicht durch die große Zahl ausgedien- t>r Kühe, die in der Schweiz der Schlachtbank verfallen, in dem Ochsenfleischbedarf hat das Inland nur etwa den linsten Teil 20,5 Prozent) geliefert. Nur beim Schweine- leisch ist das Verhältnis etwas günstiger, denn das Jn- >uio liefert hier annähernd brcibiertel (74,6 Prozent).

Die Schweiz ist also in der Deckung ihres Fleischbedarfs durchaus auf das Ausland angewiesen, sie erhebt aber trotz­dem ziemlich hohe Fleischzölle.

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Gießen, 12. November 1913.

** Hessische B r a n d st a t ist i k 1912. Die Zahl der 1912 im Großherzogtum Vovgekommenen Brände hat gegen bic des Jahres 1911 eine b edou tende Abnahme er­leben, indem sie von 870 auf 732 sank. Es wurden I 02 durch Brände in Mitleidenschaft gezogen 487 Wohn- tiufer (1911 : 510), 65 (137) Scheuem, 24 (37) Ställe, 1)3 (90) Nebengebäude, 7 (26) Kirchen und Schulhäuser, l> (5) sonstige öffentlick)e Gebäude, 40 (65) gewerbliche Ge­bäude. Den ermittelten Ursachen nach entstanden die Brände durch Brandstiftungen 28 (17) mal, durch Fahrlässigkeit 234 (221) mal, durch spielende Kinder 50 (50) mal, durch mangelhafte Feuerungsanlage 90 (102), feuergefährliche Ge- süjäftsbetriebe 19 (29), zündende Blitzschläge 8 (44), Explo­sionen 48 (46), kalte Blitzschläge 95 (171), unbekannte Ur- flichen 156 (185) mal. Die bedeutendsten Brände waren die Don Bingen (Statt). VereinshauS), Rumpenheim (Dampf- fmxcineret), WormS (Dampfmühle), Hainstadt (Ziegel- roerPe) und Heuchelheim (Windhof). Die gesamte Brand- D.rficherungssumme betrug 146 690180 Mk. (141823 480). Ärandentschädigungen wurden 1068450 Mk. (1610 259) aus- uezahlt. Brandsteuer wurde erhoben 2333 839 (1363 477) Kork. Der i'luSschlag für 1912 beträgt von je 100 Mk. Um- Ivgekapital 8 Pfg. (1911: 10 Pfg.).

** Die Volksschulen der Stadt. Gießen hat rckanntlich eine Volksschule simultanen Charakters mit Schulklassen (31 Knaben, 31 Mädchen und 2 gemischte), drunter sind 2 einklassige, 1 vierllassige und 61 mehr- t iffige Schulklassen. An der Schule unterrichten 49 Lehrer lud 15 Lehrerinnen. Die Zahl der Schulkinder beträgt : ?93, und zwar 1421 Knaben und 1372 Mädchen. Dem Be mntnis nach sind es 2568 Evangelische, 201 Katholiken, |i Israeliten und 3 Andersgläubige. Tie erweiterte Volksschule umsaßt 10 Klassen mit 12 Lehrern und M Schülern. Tie P f l i ch No r t b i l d u n g s s ch u l e hat 1 allgemeine .Klassen mit 91 Schülern und 12 Berufsklassen litt 331 Schülern, zusammen 15 Klassen mit 422 Schülern.

** Die Leipziger Quarten- und Konzert- enger treten am Sonntag im Kolosseum (Cafe Leib) auf. an ihrer Wirksamkeit in Bielefeld wird uns geschrieben: welcher Beliebtheit sich die Truppe bei den Bielefeldern erfreut, zeigte der überaus starke Besuch. Die Truppe bot rtlich gute und auch neue Sachen. Insgesamt verlebte das iiblikuin bei den Leipzigern recht unterhaltende und ver­fügte Stunden."

** D e r V e r e i n d e r F r e u n d i n n e n j n n g e r !ädchen hat in Berlin sein Heim in der Kurfürsten- iaße 49 gegründet. Die jungen Mädchen zahlen alle eine ine Pension, wenn sie eben können, aber bei dem teuren kben in Berlin muß dem Heim geholfen werden, damit es o iir zu große Sorge weiterarbeiten kann. Zu dem Zweck be­sichtigt der Verein, eine Puppenschau zu veranstalten in nt Saal des Kultusministeriums, Unter den Linden 4. Die -iippen sollen verkauft werden und der Erlös dem Heim zn- foinineii. Die. Vorsitzende, Frau Fischer, und die ftellver- lickrnde Vorsitzende, Fran von Trott zu Solz, wenden sich Mit um Hilfe' an die Frauen und Mädchen Deutschlands lnd bitten, ihnen möglichst viele große und kleine Puppen Machen und für den wohltätigen Zweck schicken zu wollen, tie Redaktion der Deutschen Frau, Berlin W, Tauenzien- ftche 7a, hat sich als Sammelstelle erboten und im Jn- terefifc der guten Sache ein Preisausschreiben erlas­sen. Die Puppen sind bis zum 25. November an die Redak- iion derDeutschen Frau" einzusenden.