Ausgabe 
12.11.1913 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 26b

Zwenes Blatt

163. Jahrgang

scheint tttzlich mit Ausnahme deS Sonntags.

Die ^Sietzener ZamtliendlStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigeleat, da» Nreirtzlatt fir den Kreis Siehe»" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen seit- frage»" erscheinen monatlich zweimal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesien

Mittwoch, |2. November 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:eE112. Tel.-Adr.:AnjelgerÄießen.

Milchhäuschen und Tbsteinsuhr.

Man schreibt uns:

In der Bekämpfung des Alkoholismus hat man neuerdings das Schlagwort geprägt: Trank gegen Trunk! also die leichte Erreichbarkeit und Herstellung von Getränken und durstlöschend den Nahrungsmitteln, welche sowohl billig genug sind, um das Vier zu ersetzen, als leicht genug erreichbar, um den gewohnten und lockenden Weg in die Kneipe zu ersetzen. Eine verhältnismäßig neue Einrichtung in diesem Kamps sind die Milch Häuschen und K a f f e c st u ben, eine Einrichtung, die von Vereinen und Gemeinden neuerdings immer mehr gepflegt wird. Eine Anfrage bei allen mehr als 5000 Einwohner zählenden Gemeinden hat, wie '^nKommunalen Jahrbuch" mitgeteilt wird, Antworten von 571 Städten gebracht, von denen 46 int Jahre 1911 Milchhäuschen der Kaffeestubcn errichtet haben. Diese Zahl bleibt aber, wie die Tinge gegenwärtig liegen, hinter der Wirklichkeit zurück. Es dürs­ten etwa 100 Gemeinden sein, in denen eine derartige segens­reiche Einrichtung bereits besteht, und namentlich ist es Rhein­land und Westfalen, wo dieser Aufgabe besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden ist. Ter Gedanke der Milchversorgung ging aus Don den Maßnahmen zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, und er kann auch ausgleichcnd wirken beim Versuch einseitiger Preissteigerung der Milchlieferanten. Daneben aber ist seine haupt- sächliche Ausgabe, durch Errichtung von städtischen Trinkhallen an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen dazu beizutragen, daß dieser Milchgenuß an Ort und Stelle den Biergenuß einschränkt. Tie Stadt Trier hat zum Beispiel die Versorgung mit Milch in eigene Verwaltung genommen. Köln und Mainz haben Versuche mit dem Bezug ausländischer Milch gemacht. Augsburg und Frankfurt n. M. unterstützen private Milchgenossenschaften, rind Mannheim hat sich an i»cr Begründung einer Molkerei aus wissenschaftlicher Grundlage mit Kapital beteiligt. In Berlin unterhielt der gemeinnützige Verein für Milchausschank <.J. 1912 16 Milchhäuschen und die schlesische Gesell- I schäftf. gemeinn.Milchausschank hat 1912 18 Milchhäusckcn betrieben rnb damit namentlich in Oberschlesien, wo die Bevölkerung der ^nduslricgegeirdcu die gebotene Einrichtung fleißig benutzte, gute ; Erfolge auszuweisen. Der schon genannte rheinische Verein hat ramcntlich neuerdings auch mit der Magermilch, die billiger ist ; und auch den Durst löscht, gute Erfolge aufzuweisen, und was Württemberg anlangt, so stellt dies in dieser Hinsicht dadurch besonders günstig da, daß cs hier im Gegensatz zu manchen an- , ö'rn Gegenden im Deutschen Reich wirklich noch fettreiche Milch I <nbt. So sind hier bei den Untersuchungen durch das Technologische | Institut in Hohenheim bei den Milchvroben fast gar keine solchen rargekommen, die weniger als zwei Prozent Fettgehatt auf­wiesen und sehr wenige nur hatten weniger als .drei Prozents t«il?ingegen hatten zwischen drei und vier Prozent etwa 56 v. H. Groben, und über vier Prozent Fett zeigten 40 v. H. aller Proben, ja sogar den hohen Fettgehalt von über 5 Proz. haben ekwa 2 v. H. erreicht. Wir sehen also, daß hier eine Bewegung im Gange ist, die schon allenthalben zu praktischen Ergebnissen führte und bei der cs mir einer folgerichtigen Fortführung und Rnsdchnuna auf andere Gebietsteile, in denen sie noch nicht ein­gebürgert ist, bedarf. Für die Gemeinden ist hier ein wichtiges» Aetätrgungsfeld geschaffen, welches aber noch weit mehr benutzt werden muß, als es gegenwärtig der Fall ist.

Aber mit der Milch allein kann das Bedürfnis nach guter flüssiger Nahrung und durststillenden Mitteln namentlich im Sommer nicht befriedigt werden. Im Sommer erklären ja viele Sorte, sowohl das Wasser wie auch die Milch nicht vertragen zu firmen, und wenn dies auch meistens nur auf Gewöhnung und Einbildung beruht, so mag man doch auch schon zum Zweck der Abwechselung noch auf ein anderes Mittel sinnen, und es bietet sich da der Obstgenuß, über dessen gesundheitliche Quali- iäten man ja einer Meinung ist. Aber mit dem deutschen Obst allein kann cm Volksnahrungsmittcl nicht erzielt werden.

1 Dazu reicht die Menge und um deswillen auch die Billigkeit nicht ewis, so daß gute Obstsorten heutzutage immer noch als ein Lurusgenuß für die Wohlhabenden angesehen werden müssen. Nun aber ist damit nich.1l gesagt, daß man auf dieses Mittel verzichten müsse. Vielmehr handelt cs sich nur darum, eine ge­eignete reichliche Obsteinfuhr zu schaffen, und auch da sind ge- rabc die Freunde des Milchausschankwcscns an der Arbeit, eine deutsche Obsteinfuhrgesellschast zu gründen, die pon Professor Dr. Kamp in Bonn ins Leben gerufen wurde und gern weitere Mitglieder aufnimmt. Diese Bestrebungen gehen dahin, an Stelle des nur zeitweisen, also unorganisiert austretenden Angebots von inländischem Obst eine ständige Obsteinruhr aus obstreichen über» sccischen Ländern zu verwirklichen, und wer etwa nicht glaubt, daß sich dies ermöglichen ließe, der mag nur einmal den Bericht lesen, der vr einiger Zeit in derKölnischen Zeitung" stand und fiter das brasilianische Obst geradezu seenhaste Nachrich­ten brachte. Es hieß da u. a.:Brasilien bildet eine unerschöpfliche Vorratskammer der verschiedensten, edelsten und wohlschmeckend- stcn Obstarten. Die Spielarten der Orangen und Bananen sind unzählig. Unter jenen findet man solche von der Größe eines .Kinderkopfes: von einer Süße, einem Aroma und einem Wohl­geschmack, die von keiner anderen Orange erreicht werden. Unter den Bananen gibt cs Arten, die in GesckMack und Aroma der Ananas gleichen: andere, die gebacken und gebraten werden. Sie liefern auf die denkbar einfachste Weise den besten und bekömm­lichsten Nachtisch. Die brasilianische Ananas ist unstreitig die edelste der Welt. Dabei kommen die drei genannten Obstarten in so großer Menge vor, daß sie, in Anbetracht der mangelnden Absatzmöglichkeiten, den Schweinen als Futter vorgeworfen wer- d n. Neben diesen, auch in Europa bekannten Obstarten, gibt es unzählige andere, die in Deutschland bisher ganz oder nahezu imbekannt sind. Sie hier mit Namen aufzusühren, ist unmöglich. Viele von ihnen wachsen wild, andere werden gezogen: aber nur ganz wenige hat man bisher zu veredeln gesucht. In ihrem jetzigen Zustand sind sie geeignet, jeder Fürstentafel zur Zierde zu ge­reichen, gepflegt und veredelt werden sie alles übertreffen, was bis jetzt aus die Tafel der Reichen kam. Brasilien ist fähig, die I Welt mit Obst zu versorgen und zwar in einer so vollkommenen I intb ausgiebigen Weise wie kein anderes Land der Erde."

Diese eine Tatsache mag genügen und cs sei nur erwähnt, daß mau in Frankreich dies bereits erkannt und die Obsteinfuhr für das Volk auszunutzen begonnen hat. Weitere überseeische Länder stehen als Reserven noch zur Verfügung und es handelt ! sich nur darum, energisch die Sache in die Hand zu nehmen, um | ein vorzügliches und billiges Genußmittel, weiches die schädlichen i fi? ebenroirfungen der alkoholischen Getränke nicht besitzt, für die Stiftung de:-deutschen Durstes" zu bekommen._________________

Die Vorfälle in Zabern.

Straßburg, 11. Nov. Das Generalkommando halt eine Untersuchung angeordnet über die in der Presse besprochenen Vorfälle beim Infanterie-Regiment ~)Er. 99 in Zabern, wobei sämtliche Zeugen gerichtlich ver- lentnten wurden. Die Untersuchung ergab, daß Leutnant Freiherr v. Forstner beim Exerzieren am 28. Oktober einen wegen unerlaubten Waffen tragens und groben Unfugs Dar seinem Diensteintritt bestraften Rekruten in Gegenwart ter Korpovalschaft ermahnte, Streitigkeiten mit Zivil- terforoen und Schlägereien zu vermeiden. Er sagte hierbei soilgendes: Nehmen Sie sich in Acht, wenn sie jetzt allein

durch die Stadt gehen. Sie scheinen zu Schlägereien zu neigen und können in Zabern leicht zu solchen kommen. Hemmen Sie ihren Tatendrang. Hieran knüpfte er die Belehrung, wie ein Rekrut fick dagegen zu verhalten habe, wenn er angegriffen wird und sagte ihm: Wenn Sie aber angegriffen werden, machen Sie von der Waffe Gebrauch. Wenn Sie dabei so einen Waches niedersteclwn, dann bc- Fonnncn Sie von mir noch 10 Mark. Der Korpvralschafts- führer fügte hinzu: von mir außerdem noch 3 Mark. Aus diesem Zusammenhang geht hervor, daß es ausgeschlossen ist, daß der Leutnant mit dem gebrauchten Aue-druck die elsässische B.'vöfterung allgemein bezeichnete, daß er viel­mehr mit dem Ausdruckso einen Wackes" nur streitsüchtige Persönlichkeiten und Raufbolde meinte.

2lu$ der russischen Duma.

Petersburg, 11. Nov. In der heutigen Sitzung ver­handelte die Reichsduma über den Antrag der Kadettenpartei, einen Ausschuß zu bilden zur Ausarbeitung eines I n i t i a- trv-Antrages auf staatsbürgerliche Gleich­berechtigung. Der Kadett Schingarew wies darauf hin, daß das Fehlen der Gleichberechtigung dem Staatsorganis­mus schade, deshalb sei es notwendig, daß die Rechtsbeschrän­kung der einzelnen Nationalitäten aufhöre. Der lüdische Ka­dett Friedmann begann die Beilis-Affäre zu be­sprechen. Der Präsident der Duma bat, das zu unterlassen, da die Sache noch nicht alle Instanzen passiert habe; da der Abgeordnete sich aber nicht fügte, wurde ihm das Wort ent­zogen. Der Kadett Roditschew drückte die Ansicht aus, daß Rußland ohne die Gleichberechtigung der Juden kein Rechts­staat werden könne. Prischkewisch (äußerste Rechte) sagte, heute dürfe man weniger denn je an die Gleichstellung der Juden denken, denn eine Vergrößerung der Rechte der Juden würde Uebclstände Hervorrufen und vor allem den bäuerlichen Land­besitz vernichten. Die Juden beherrschen die Advokatur und die Presse und griffen die Orthodoxie an. Man könne die Gleichberechtigung der Juden nicht mit der Gleichberechti­gung der übrigen Fremdvölker verbinden, geschehe dies, so würde das zum Untergang des Staats führen. Markaw (Rechte) meint, eine derartige Weltfrage werde noch vor dem Schluß der Sitzung eingebracht, um durch ein solches talmu- disch-jüdisches Mittel der Duma einen Beschluß zu stehlen. Auch Antonow iOktobrist) vertrat die Ansicht, daß die Frage der Gleichberechtigung der Juden angesichts der Verschär- fung des Nationalitätenstreites unzeitgemäß sei. Nachdem die Vorlage der Kadetten mit 152 gegen 92 Stimmen abgelehnt worden war, wurde die Sitzung geschlossen.

Gegen die Behauptungen vom Ritualmord.

Ofen pest, 11. Nov. Heute fand hier eine Massenversamm­lung gegen das Blutmärchen statt, an her zahlreiche politisch und gesellschaftlich hervorragende Persönlichkeiten teilnahmen. Graf Khucn Hcdcrvari schloß sich namens der Regierungspartei und Graf Michael Karolv namens der Unabhängigkeitspartei einer Entschließung an, welche besagt: Mit voller Kraft, welche wir aus der Einmütigkeit der ganzen zivilisierten Welt in dieser Frage schöpfen, schließen wir uns jenem Lager an, welches den gefährlichen Feind menschlichen Glückes, den Glaubens- und Rassen haß zurückschlagen will. Der Abgeordnete Vazsonhi betonte die innige Verschmelzung des ungarischen Judenttims mit der ungarischen Nationalfrage sowie die Dankbarkeit des Judentums für Ungarn, wo die konfessionelle Reaktion niemals Fuß gefaßt habe.

Arbeiterbewegung.

Kopenhagen, 11. Nov. Der dänische Arbeit­geberverein hat gestern beschlossen, alle der Arbeit­nehmer-Organisation angchörenden Arbeiter, das sind nahe­zu alle ungelernten Arbeiter, mit dem heutigen Tage aus- zujperren. Es handelt sich um etwa 25 000 Arbeiter. Es droht eine Stillegung fast der gesamten dä­nischen Industrie, ausschließlich des Baugewerbes.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 12. November 1913.

**KornblumentagimGroßherzogtum. Die KriegerkameradschaftHassia" feiert im Juni 1914 ihr 40jähriges Bestehen. Das Präsidium hat in seiner Sitzung am 2. November ds. Js. den Beschluß gefaßt, auf Pfingsten 1914 einen K o r n b 1 u m e n t a g im Großherzog- tum in die Wege zu leiten, dessen Ertrag für bedürftige Ve­teranen Verwendung finden soll. Im Hinblick auf die in letzter Zeit in Bayern und Sachsen erfolgreichen Veranstal­tungen gleicher Art, rechnet man auch hier auf einen er­heblichen Betrag.

** Die Zahl der Schweine hat sich in Hessen seit der Zählung am 2. Dezember 1912 bis zum 2. Juni 1913 von 336 124 aus 340 775 vermehrt. Hieran sind besonders Rheinhessen mit rund 6500 und Stärkenburg mit 78 be­teiligt. In Ob er Hessen sank die Zahl von 150 700 auf 148 798 Stück.

Kreis Büdingen.

n. Nidda, 11. Nov. Einen eigenartigen Boykott sucht man in Wallernhausen gegen den dort neu einge­zogenen Lehrer durchzuführen. Bon den Bewerbern um oic dort ausgeschriebene einzige Schulstt;lle hatte die Be­hörde den dienstältesten Lehrer, der bisher in Vilbel an- gestellt war, gegen den Willen der Gemeinde angestellt. Daher fand der Lehrer bei seinem Einzüge kaum die nötige Hilfe; im Gasthause verweigerte man ihm die Kost, Hano- roerfern wurde im Falle der Arbeitsleistung mit strengem Boykott gedroht, und als derGehaßte" ins Amt ein- geführt werden sollte, folgten nut ein halbes Dutzend Kinder dem Rufe der Schulglocke: alle übrigen mußten auf Geheiß der Eltern daheim bleiben. Auch das Ab­brennen des Freudenfeuers am 18. Oktober unterblieb ans Gründen der Renitenz. Indessen ist man fleißig an der Arbeit, die Behörde zu bestimmen, die Anstellungsurkunde wieder zurückzunehmen. Uebrigens ist der Grund nicht etwa der, daß man irgendwelche Bedenken gegen die Amtsfüh­rung des neuen Lehrers hat.

Kreis Lauterbach.

~ Hörgenau, 10. Nov. Die Schürfungen nach Eisenerzen in den Gemarkungen von Eichenrod, Hopf- mannSfeld und Wallenrod zeigen em recht gutes Er­

gebnis. Die Lager sind durchschnittlich 910 Meter stark und können durch Tagbau ouSqcbcutct werden.

Kreis Schotten.

n. Schotten, 11. Nov. Die Hauptversammlung deS Vogelsberger Höhenklubs (des Gesamtvereins) wurde bereits jetzt auf Sonntag, den 17. Mai, in Licy festgesetzt.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 11. Nov. Gestern abend fand im Saalbau die alljährliche Luthers ei er statt. Saal und Galerie waren bis auf den letzten Platz besetzt. Nach cm- leitendem Posaunenchor nnd dein Gesänge deS Seminaristen- SängerchorS eröffnete Prof. LampaS mit einer Ansprache die Versainmlnng. Die packende Festrede hielt Profeffor D. Dr. Diehl vom Predigersemiuar, Er gab ein Bild von der hessischen Reformation als soziale Tat. Er entwarf den Lebenslang Philipps deS Großmütigen, sein Wirken in Hessen als Beförderer der Reformation. Mnsikoorträge wechselten mit einer Ansprache deS Prof. Werner ab. Die Tetler- sammlung znrn Besten deS BaufondS für ein evangelisches VercinShanS ergab die Summe von 75 Mark.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 11. Nov. Ein nettes Geschichtchen erzählt man sich in Darmstadt, das den Vorzug haben soll, wahr zu sein. Im Anfang dieses Monats übte auf der aus den größeren und kleineren Nachbarstädten gut besuchten Auerbach er Kirchweihe ein fremder Leierkasten­mann feine wenig abwechslungsreiche Kunst aus. Als der mit einer hübschen Begleiterin auf der Kerb ebenfalls an­wesende f ü r st l. K a rn in e r s ä n g e r S p., durch seine mehr­jährige Tätigkeit am Gr. Hoftheater in weiten Kreisen be­kannt, des musikspendenden Mannes ansichtig wurde, er­faßte ihn die Macht der Musik derart, daß er seine Beglei­terin bat, die Leier zu ergreifen, während der Sänger nun­mehr seine gewaltige Stimme ertönen ließ. Nicht immer soll die Begleitung gestimmt haben, doch als das Paar in groß­herziger Weise das Beispiel gebend mit dem Hute in bei Hand den klingenden Lohn für die Vorträge erbat, soll die Einnahme nahezu vierzig Mark ertragen haben, die der dankbare Leierkastenmann froh überrascht an sich nehmen konnte.

Hcsfcn-Noffau.

X. Hanau, 11. Nov. In dem Dorfe Nieder- Rodenbach würbe der 72 Jahre alte Nachtwächter Georg Schaaf bei der Nachbirchweihe ans der Ortsstraße von bis jetzt noch unbekannten Burschen übe r fallen und so schwer mißhandelt, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird.

vüchertifch.

D as Badner Land im Winter". Hcrausgegeben vomBadischen Landesverband zur Hebung des Fremdenverkehrs" mit Sitz in Karlsruhe Rathaus. Unter diesem Titel hat der vorgenannte Verband eine sehr übersichtliche Winterbroschüre hev- ausgegeben, in welcher die sämtlichen Wintersportplätze Badens so geschildert sind, daß man an der Hand dieses Büchleins fröh^ liche Schneefahrtcn in den für den Wintersport so sehr geeigneten Gebieten des badischen Schwarzwaldes unternehmen kann. Abge­sehen von den in jedem Tourenführer enthaltenen Angaben über Wegbezcichmingen, Abfahrtsrouten, Schnccoerhältnisse und der- gleichen, sind in Der BroschüreDas Badner Land im Winter" auch einzelne besonders schöne Touren in ausführlicher Weise geschildert, sodaß dieses Büchlein, dessen Verfasser sich der dank­baren Aufgabe unterzogen hat, die Skigebictc Badens < Schwarz- wald-Feldberg usw. zu schildern, einen wertvollen Beitrag zu unserer Wintersportliteratur bildet, besonders bei dem in Baden so zunehmenden Wintersport. Das Büchlein, welches sehr gefällig ausgeslallet ist, kann kostenlos vom Badischen Landesverband zur Hebung des Fremdenverkehrs bezogen werden.

Tic Marktpreise für Biel) uitb Frucht «nd die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 10. November 1913.

Weizen 100 Kg. 19.5000.00 -IVf. Weißvrot 2 Ug. 62 P,g..

Roggen 100 Kg. 16.2516.50 Mk. Schwarzbrot 2 ^.g. 54 Mg.

Schlachtviehpreise in Frankfurt a. Di.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber

Schweine

60 Kg. Schlachtgewicht 8197 Alk.

'/, Kg. Schlachtgw. 85-110 Bi.

7, , , 75-78 ,

'/, Kg. 92-100 Pfg

/, . 9498 , 7, , 90-110 ,

Gelreidepreife in Mannhe im

Arotprcise in Gießen

Wirkung frappant!