Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten
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unter diesen wohl bald Anerkennende erheb-en, die
a ucfr wird den sich
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Amtsgericht.
13.
mtsgericht.
Fontaine geftattet. Auch diese zweite Beckenanlage ist mit bildhauerischem Schmuck umgeben, und in der Form, wie au allen an die Gesamtantage angeschtossenen Wegen behüben sich künstlerisch vollwertige Arbeiten der Plastit: Kindergruppen, Vlltmenkörper auf schlanken Säulen, breitgelagerte Ruhebänke, die sich kraftvoll in den harmonischen Plan ein fügen. Ein Stück italienischer Kunst ist der Stadt
cmerk ist am 5. gtfc ingetragen worden.
Zeit der Eintragungte dem Grundbch lifc spätestens im
Zur Ermordung Scheffel Paschas
Konstantinopel, 12. Juni. Rach einer Bekannt-* machnng des Militärgouverneurs starb der Großmesir eine Stunde nach dem Attentat. Auster dem Verhafteten Topal Tewsik werden weitere TcilnclMcr an dem Anschlag gesucht, die in dem bereitgehaltenen Automobil flohen. Wahrscheinlich wird der Marineminister M a h m u d P ascha zum Kriegsminister ernannt werden.
Tie Beisetzung Mahmud Schefket Paschas erfolgte heute nachmittag auf dem Freiheitshügel vor den Toren Peras, wo ein Denkmal zur Erinnerung an die Er-
schöpfer sind Ignatius T a s ch l e r, der die Märchengestalten bildete, Josef Rauch, der die Tierskulpturen ausführte, und Georg Wrba, bepen Mesen aus die Kinder besonderen Eindruck machen dürften. W. E. G.
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— Das Urbild von Dürers „Kirchdorf". Dürers berühmtes „Kirchdorf", die schöne Hanbzeichnung von 1510, ist wegen ihrer intimen Raturbeobachtung und ihres zarten Stimmungsdustes immer besonders hoch geschätzt worden. Rur aus der hingebenden Versenkung in eine bekannte liebvertraute Landschaft konnte das Werk entstanden fein, aber man wustte bisher nicht, wo dieser idvllischc Fleck Erde zu suchen sei. In einem Aufsatz der Monatshefte für Kunstwissenschaft weist nun £tto Mitius nach, daß der Marktflecken Heroldsberg, der etwa zwei'Wegstunden nördlich von Nürnberg entfernt liegt, dem Meister das Motiv geliefert hat. Alle Abweichungen, die der heutige Ort von den Gebäuden der Zeichnung zeigt, lassen sich durch geschichtlich nachweisbare Veränderungen erklären. Heroldsberg ward zu Dürers Zeiten ein Herrensitz der Nürnberger Patrizierfamilie Gcuder: das stattliche Haus auf der Zeichnung muß das Besitztum des Andreas Geuder gewesen sein; während Dürer selbst daS Blatt vom Fenster eines Zimmers im Hause des Martin Geuder aus gezeichnet hat. Der Maler stand zu den beiden damals in Heroldsberg ansässigen Häuptern
Die Antwort auf die Vorstellung des Zaren.
Sofia, 12. Juni. An zuständiger Stelle verlautet, das Telegramm des Kaisers von Rußland werde dahin beantwortet werden: Bulgarien verstelle den Vertrag dahin, daß das Schiedsgericht nur für die streitige Zone zuständig sei, daß mau jedoch die Räumung des linbcfiritten en bulgarischen Gebiets von den Serben ohne nxeilercv verlangen lönnc. Der Plan eines Ko a i i t i v n s k a b i- ncttes auf breiter Grundlage begegnet Schwierigkeiten, da Radoslawow seine Beteiligung verweigert.
Zu dem Appell des Zaren an den König von Bulgarien und den König von Serbieii, in dem diese aufgefordert werden, ihren Verpflichtungen treu zu bleiben, erfährt das Reutersche Bureau, bai; vor mehr als drei Wochen Bulgarien amtlich dem Minister Sasonow die dringende Notwendigkeii eines schleunigen Schiedsspruches seitens Rußlands dargelegt habe. Bulgarien habe dabei Rußland ausgefordert, sofort die von ihm in Artikel 2 und 4 des geheimen Zusatzvertrages zwischen Serbien und Bulgarien übernommene Aufgabe anszuführen. Obgleich die Intervention des Zaren als ein Schritt begrüßt ustrd, der darauf abzielt, zur Erhaltung des Friedens beizutragen, itrieb von bulgarischer Seite erklärt, daß die von Bulgarien bereits getroffenen militärischen Maßnahmen die beste Gewähr für den Nichtausbruch der Feindseligkeiten bieten.
Belgrad, 12. Juni. Die serbische Regierung hat an die bulgarische eine Note gerichtet, in der vor beschlagen wird, um die Streitigkeiten um die zukünftige Grenze und die strittigen Gebiete zu mildern, die gegenwärtigen Effektivbestände auf ein Viertel zu verringern. Tie Demobilisierung bedeute eine freundliche und friedliche Lösung der Streitfragen.
Belgrad, 12. Juni. Ter serbische Gesandte S p a l a i tw i t s ch ist nach Sofia abgereist.
Staatssekretär Greü über die Lage.
London, 12. Juni. In der Sitzung des Unterhauses teilte Sir Edward Gr eh in Beantwortung einer Frage betreffend die Balkanlage die vom Zaren an die Könige von Bulgarien und Serbien gerichtete Warnung und Aufforderung mit und erklärte:
Es ist aufs ernstlichste zu hoffen, daß der so gegebene Rat angenommen wird. Es ist unmöglich, die Gefühle der Enttäuschung und Mißbilligung scharf genug auszudrücken, mit denen der Ausbruch eines Krieges zwischen der unlängst verbündeten Ländern von der öffentlichen Meinung betrachtet würde. ES würde alle Sympathien in Europa ihnen entfremden, welche bisher den Faktor dar- ftelltcn, der zur Sicherung der Reurralität beitrug. Die Dal- kanstaaten müssen sich selbst 'dessen bewußt sein, daß,, .wenn.. sie niiteniander um die Früchte des Sieges kämpfen, Gefahr laufen würden, das zu verlieren, was sie bisher im Kriege mit der Türkei gewonnen haben.
Ter Liberale Byles fragte bei Churchill an, ob amtliche Nachrichten eingelaufen seien, daß die Beschleunigung des Baues dreier Dreadnoughts in Deutschland ungünstig ausgenommen wor- den fei, und ob irgendwelche Anzeichen deutscher Agitation für ein neues ^chisssbauprogramm vorhanden seien. Churchill ant- ir-ortetc, daß er keine Informationen erhalten habe.
Grundstücks.
Band 14 Blatt 674: । m Hosreite msgasse!2) M.2M Mgermtz ichnele Grundstück, k 1 Versteigerungsvernikß lvcenz Krack zu Gieß ene Lipp, dessen 6k ich eingetragen war, st 1913, vorm. 9 Hk
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Schöpfer, Ludwig Hchsmann, der unermüdlich zur Idee gehalten hat, und den .Künstlern Dank wissen, die ihm bei dem bis in alle Einzelheiten überaus trefflich gelungenen Werk zur Seite gestanden haben. Die Namen dieser Mit-
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Berlin Lu eigen gegeben, und sonnige Heiterkeit unb tiefer, seelenvoller, künstlerischer Ernst feiern in diesem Werke eine schöne Bruderschaft. Werden die Märchenfiguren schon zu den kleinsten Kindern sprechen, so es die ganze Schöpfung um so mehr zu großen unb den älteren, unb es werden
| der Genderschen Familie in persönlicher Beziehung. War doch Martin Geuder der Schwager von Dürers vertrautem Freunde I Willibald Pirkheimer, und da die beiden Familien einen regen verwandtschastlichen Verkehr unterhielten, io mifb auch Tür."- Martin Geuder nahegetreten sein. 1526 läßt ein Sohn Martins, Georg Geuder, in einem Brief an den Oheim Pirkheimer Albrecht Durer ausdrücklich grüßen. Dürer hat aller Wahrscheinlichkeit nach lern „Kirchdorf" bei einem Besuche in Heroldsb.rg im Sommer 1510 in einer müßigen Stunde aus seiner Gaststube im obersten ^-tock des Geuderschen Hauses, in der ihn sein Freund Martin untergebracht hatte, gezeichnet.
— Ein Riefenpreis für einen Truck Benjamin Franklins. Der Roman eines unicheiitbaren Büchleins erreiche dieser Tage auf einer Londoner Auktion seinen Höhepunkt Als Benjamin Franklin, noch fast ein Knabe, 1724, von London nach Philadelphia kam, fand er Beschäftigung als Hetzer in einer Druckerei. Während er Wollastons ' „Naturreligion" druckte, stiegen in ihm so mächiige Gegengrunde gegen dies Buch auf, daß er daraufhin feine eigene „Dissertation über Freiheit und Notwendigkeit, Freude und Schmerz" schrieb. Ter Neunzehnjährige druckte seine Abhandlung selber, und fo entstand ent unscheinbares Büchlein, von dem der später berühmt gewordene Franklin nichts mehr wissen wollte und das er daher aus dem Handel zurückzog und vernichtete. Von den 100 Exemplaren, in denen er das Buch damals gedruckt, sind fo weit bekannt, nur nod) zwei übrig geblieben, und eins von diesen kam auf der Huth-Auktion bei Sotheby -zur Versteigerung. Aber noch ein anderer Roman, der einer beisviellosen Preissteigerung, hastete an dem Werkchen. Um 1850 kaufte der Buchhändler Henry Stevens dies Büchlein für 2.50 Mark Er bot es dem Britischen Museum für 20 Mark an: dock) dieses lehnt- aft. Später erwarb es dann .Hotten für 390 Mark, und aus feinem Besitz ging es für 450 Mark in den von Huth über Bet der Auktion am vorigen Mittwoch war der Sohn des ersten Befitzers anwesend, und in Erinnerung an den Preis, den sein Vater dereinft bezahlt, eröffnete er das Bieten mit „2,50 Mark", was überall verständnisvolles Lächeln erregte. Dann schnellte das Gebot sogleich auf 6400 Mark empor, und dann erftanb es 'rShcH’uh junge Stevens für 20 100 M a r k. Das andere Exemplar des kostbaren Buches har sich übrigens auch einmal des Buchhändlers Stevens befunden und wurde 1881 für 2000 Mark an die Regierung der Vereinigten Staate« verlaust.
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xie Richter werden also durchschnittlich sechs c a ft r_e älter im Amt a l s die Oberlehrer. Diese Tal fache ist denn auch allgemein bekannt. Noch amtierende Richter in hohem Alter gibt es immer, in der Oberlehrerschaft gibt es wlckfe nicht oder höchst selten. Gegenwärtig gibt es unter samt- heften hessischen Oberlehrern — ungefähr 500 an ZE — nicht einen^einzigen, der 65 Jahre oder darüber alt wäre. Auch unier den Schuldirektoren befindet sich mir einer, der gerade 65 Jahre alt ist, die andern sind alle jünger.
In dem Artikel wird auch auf bic N eb e n e i n kü n f t e, die die Oberlehrer durch C-pteilen von Privatflunden haben könnten, hingewieseii. Demgegenüber ist festzustellen: Es iväve doch eine ungeheuerliche Ungerechtigkeit, deswegen, weil einige Ober ftchrer einen solchen Nebenerfverb haben lönnen, etwa aiick diejenigen im Gehalt zurückzusetzen, die Privatstunden nicht halten lönnen oder wollen. Zudem ist ja erst kürzlich in der Kammer seitgeftellt worden, daß dieser Nebenerwerb belanglos sei.
Auch hin schweigt der Artikel schreib er ganz von dem aus der amtlichen, nicht aus privater Tätigkeit den Richtern zusließenden Nebenerwerbs in Gestalt der Tagegelder. Man soll dock einmal die Höhe dieses NebeirerwerbS mit der Höhe des durch Privatunterricht von Oberlehrern Erworbenen vergleichen. Man dürfte auf, das Ergebnis gespannt sein. Tie Ridstar selbst schlagen diesen Nebenerwerb keineswegs gering an. Tas sieht man auS ihrer an die .stammet: gerichteten Eingabe, in der |ic sich gegen eine Schmälerung der Tagesgelder entschieden verwahren.
Was die Dien st zulagen anlangt, so ist es unrichtig, daß die Denkschrift sie grundsätzlich verwirft. Sie weist nur darauf bin, daß diese in ziemlich einseitiger Weise den juristisch vorgebildeten Beamten zugute kommen. Tiettstzulagen erhält z. B. von allen richterlichen Beamten unterster Instanz fast ein Drittel. Ist. das etwa in einem anderen Fach auch nur annähernd so? Freilich wäre es besser, wenn mit dem ganzen Sv stein der Tienst- znlageit aufgeräumt würde, weil das nur zu Unzuträglichkeiten und Mißstimmungen in den Beamtengruppen führt.
Zur Begründung der 500-M a r k- Z u l a g e der- Oberamtsrichter und Landrich-ter wird anderes vorgebracht, als was in den Begründungen zum RegieritngseMwurt stehl. Bei den Oberamtsrichtern wird von der höheren Verantwortlichkeit gesprochen gegenüber den Amtsrichtern. Tie-5 wurde aber höchstens den Amtsrichtern gegenüber eine höhere Besoldung, nicht aber allen anderen afab. gebildeten Beamten gegenüber rechtfertigen. Auch in den anderen Beamtengnwpen ist das Maß der Veränt- wortlichkeit in mannigfacher Weise abgestuft, ohne daß man das in dem Maße zum Grund einer verschiedenen Besoldung nähme. In Preußen und den meisten anderen deutsckien Bundesstaaten geschieht, das bei den Amtsrichtern doch auch nicht. Warum also in Hessen? Zudem ist die Hervorhebung der Oberamtsrichterstellen, wie es in der Regierungsvorlage geschieh , ein Unikum in ganz Deutschland. Bei uns sotten alle Oberamtsrichter Dienstzulagen und höheren Endgehalt erhalten unb außerdem noch die Oberamtsrichterftellen an den 5 größeren Amtsgerichten zu Amtsgerichts- direktorenstellen imigeivanbelt werden! Die Landrichter sollen die 500-Mark-Zulage bekommen, fpeil sie feine Lvkalbeamte sind. Mit dieser Begründung ist gar nichts anzufangen. Ms ob es nicht auch Lotälbeamte gäbe, denen mehr Gehalt Msteht als den Landrichtern, und Zentralbeamte mit geringerem Gehalt als die Lokalbeamten !
Zum Schluß heißt es, es sei irreführend, wenn man sage, das Gehalt der SoTafbcänttcn sei auf 3000 bis 6500 Mark, das der Oberamtsrichter und Landgerichtsräte auf 3000 bis 7000 Mark bemessen. Tas ist Tatsache. Wie sollte es also irrcfüfrrenb fein? In Wirklichkeit irreführend, weil nicht in dieser Allgemeinheit den Tatsachen entsprechend, ist die Behauptung an ber gleichen Stelle, die Zulage (b. h. der höhere Endgebalt-, die erst 25 Jahre nach der Anstellung erworben werde, gleiche nicht entfernt den Vorsprung aus, den die Oberlehrer durck bic frühere Anstellung unb bic frühere Erlangung tos Endgehalts hätten. Tenn hier wird der Schein erweckt, als ob alle Oberlehrer einen solchen Vorsprung hätten, was doch tatsächlich keineswegs der Fall ist, und der Ausgleich, den, selbst wenn das in dieser Allgemeinheit so wäre, das durchschnittlich viel kürzere Verblechen int Amt enthält, ganz und gor verschwiegen.
Der MarchenbruMen in Berlin.
Aus Berlin wirb uns geschriebenNach fünßzehn- sährigem Hin und Her ist bic Errichtung und Fertigstellung oes Berliner Märchen brunnens nun Tatsache geworben. In einigen Tagen wird bic int Friedrichshain entstandene Anlage ben Stadtverordneten von Berlin gezeigt und der Oessentlichkeit übergeben werden In der Erinnerung tauchen damit nod einmal all die unliebsamen Erörte- nmgen, all die harten, im Stadtparlamcnt entbrannten Kämpfe auf, die um das zu errichtende Kunstwerk viel Köpfe heiß gemacht haben. Zwischen dem Berliner Königsschloß und dem Nathans kam cs .zu offenkundigen Mißhelligkeiten, nnb die „Brunnenaffoire" z-citigte einen spitzgeführten Schriftwechsel, an dem der Magistrat unb das Pollzcipräsi Hunt gleich beteiligt waren. Doch all das, eben noch auf- tauchend, sei auch schnell vergessen, denn nun steht man vor dem vollendeten Werk unb darf erkennen, baß i etwas Großes, ja einzig Schönes, entstanden ist.
Um den neuen Brunnen Berlins zu sehen, werden wohl in ber kommenden Zeit bie Menschen aus allen Stadtteilen rach bem kinderreichen, tm Norden gelegenen Friedrichshain pilgern. Geh. Rat Ludwig Hoffmann, der verdienstvolle Berliner Stadtbaumeister, dem die Reichshaupt jiabt nun schon das Märkische Museum und das neue groß- »ügige Stadthaus verdankt, hat beit Märchenbrunnen ge- Icxrffen. Inmitten des hoch gewachsenen Friedrichshains, mit einem Hauptzugang vom Königstor, liegt die wirklich monu- inentale Anlage. Von hohen Rüsternhecken umsäumt, breitet jich ein gestuftes Wasserbecken aus, dessen Einfassung mit iioftvollen und eindrucksstarken Märchengestalten aus- geschmückt ist. Durchaus originell, schlicht unb humorvoll Serben bic verkörperten Märchen sicher gut auf die immer kcbendige Pl-antasic der Kinder wirken. Im Zusammenschluß mit ber ganzen künstlerischen Anlage werden sic aber »utf) unwillkürlich einen erzieherischen Einfluß auf die her- «lirivackstcnde, schon etwas reifere Jugend ausüben Das . dfA neun Strudeln belebte große Wasserbecken wird im hiAtergrnnd von einer hohen Anlage abgeschlossen, einem bLulenban, der herrliche Durchblicke in bett Hinteren Park x Hub auf bie dort in einem zweiten Becken hochaufschießende
Richter unö Oberlehrer.
Vom hessischen Oberlehrerverein gehen uns folgende Ausführungen zu:
Ter in ber Mittwochsnummer unter bem Titel „Lokalbeamw imb Richter" roicbcrgcgcbene Artikel aus Kreisen des Hessischen Rtchterver eins, ber sich Haupt sä Mich gegen bic Oberlehrer menbet, enthält eine Reihe von Begründungen der tm Besolbungscntwurf enthaltenen Bevorzugung ber richter Iidjen Beamten, bic ohne Ausnahme sachlich burdynis ungered-t fertigt finb.
. .Von einem Unterschieb in ber Ausbildungszeit der Richter unb Oberlehrer kann man nicht sprechen. Nach den gesetzlichen Beßimmuugen über bic geringste Zeitbaucr bcs Stubiums und ber Porbcreitungszeit auf daS Amt bis zur Erlangung der AnftellungSfähigckeit, b. h. bis zur Assessorernennung, könnte zwar ein Üanbibat bc«5 Lehramts etwas früher zum „Assessor" kommen als ein Jurist, aber tatsächlick» bauert baS Stubium ber Philologen durchschnittlich um so viel länger als das der Juristen, baß dieser Unterschieo völlig ausgeglichen wird. In den Jahren 1885—1894 haben in Gießen die Kandidaten des froheren Lehr amtS bis zum Falultätseramcn rund 11 Semester gebraucht, die Juristen rund 7> . Semester. Die Vorbereitungszcit als Referendar beträgt bei den Philologen 4, bei den Juristen höchstens 7 £>cmcftcr. Das ^gifrt zusammen für die Philologen 15, für bic Juristen.14' Semester. Dies Verhältnis wird sich sei'dcm fcfriüerlid) wesentlich geändert haben Rack) neuerlichen statistischen Erhebungen haben in Preußen int Jahre 1911 1912 die^ Philologen bis zum Fakultätseramen eine durchschnittliche Studiendauer von 11,6 Semestern geleibt.
Die Wartezeit war für die Juristen in beit letzten Jahren allerdings sehr ungünstig unb ist auch gegenwärtig nod? sehr ungünstig. Aber cs wäre durck^iuS ungerecht, deshalb etwa Richter und Oberlehrer in ihrem Gehalt verschieden zu befraubetn. Denn d i e W a r t e z e i t i st ci n c du r dau s s ck) wan kend e G r ö ß, e. Das muß betont wei'den, treil das von ben Richtern in ihren Vorstellungen zur Besolbungsordnung geflissentlid) verschtostgen wirb. Es ist imfüfrrcnb, um biesen Ausdrulk dem Verfasser des Artikels „Lokalbeamtc unb Richter" nachtzugebrauchen, wenn die Richter zur Herstellung eines Vergleichs der Wartezeit bei Richtern unb Oberlehrern eine Zeit auswählen, bic in biefer Hinsicht für bic Oberlehrer gerabc einmal sehr günstig und für die Richter ungünstig nxrr, und bic so gewonnenen Ergebnisse vorbehaltlos verallgemeinern. Sic wissen dock> ganz genau, baß es in ben neunziger Jahren umgekehrt war, baß dort bic Rickstcr seh.- früh angestellt wurden, vielfach beträchtlich sruher als bic Oberlehrer. Die Wartezeit ist abhängig von Angebot unb Nachfrage, ist verschieden zu gleicher Zeit in ben verschiedenen Bcamten- grupven imb auch in benselben Beamtengruppen zu verschiedenen Seitcn._ Die Oberlehrer stehen jetzt grabe am Anfang einer in dieser Hinsidst anßerordcutlich ungünftigen Periode, bie wohl bic nächsten zehn Jahre anhalten wird. Unstimmigkeiten und Härten, bic sich aus dieser schwankenden Ungleichheit der Wartezeit ent- Ivickeln, können geredeter Weise nur durch eine entsprechende Handhabung ber Anrechnung ber Besoldungsvorbicnstzcit gemilbert werben.
Verschwiegen wird ferner von den Richtern, daß sic in ber durchschnittlichen Dauer ihrer Dienstzeit viel besser gestellt finb als die Oberlehrer. Tas A u s s ck; e i d e a l t e r ber Oberlehrer aus bem Dienst — errechnet bureft Zusammenfassung der Lebensjahre aller durch Tod ober Pensionierung abgeganaenen Oberlehrer — beträgt nach alten Erhebungen rund 53 Jahre, bei ben Richtern 5lU _> Jahre. Wir haben cs frier nickst etwa wie bei der Wartezeit mit einer ocränbcrlidjen, sondern mit einer im wesentlichen gleidbleibenden Größe zu tun. Das mögen die Zu- 'Lmmenstellungen des Herrn Direktor Karg aus bem Jahre 1910 beweisen. Es betrug das Ausfck, .'idealter der Oberlehrer in Hessen
von 1885—188') 52 Jahre 9 Mon. 25 Tage
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fur bie Tagesnnnnner «otationsörutf unb Verlag Oer Vruhl scyen Unio.-Vuch- und Stembruderei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchulttrahe 7. ^lli.fürStadt und b>- « Uhr. S«schSft5ftelle Büdingen, Behnl>°sftr-tze >6a.


