Ausgabe 
11.11.1913 Zweites Blatt
 
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verlad nach einer kurzen Bause der Setter der Versammlung, Heinrich Riegel. Es sind folgende:

Richard Andreä, Geschäftsführer; Georg B^ckrnann, Kontrolleur: Ivh. Tie hl, Schneidermeister: Dcb. Fourier, Geschäftsführer: Adam fco bmeier, Gasuvitt: Albert Le O, Rechner: Heinrich Männche, Lagerhalter: Josef MaiBr, Glaser: Heinrich Roll, Geschäftes uhrer; Adam Bolz, Schneider.

In der nun folgenden Aussprache ergriff nochmals Stadt­verordneter Vetters das Wort zu einigen Erklärungen über die Stellungnahme der sozialdemokratischen Abgeordneten zur Rathausfrage und zur Verlängerung desStraßenbahn netzes bis Wieseck. Er hob hervor:

In den letzten Wochen ist ein lebhafter Streit um die Rathaus frage ausgebrochen Wir erklären offen, ^ wir für die Verlegung in die alte Klinik gestimmt haben. Tod) der Bau drängt noch nicht: das; er ausgeführt wurde, haben wir auch nid* vorausgesetzt. Seit Jahren wird schon über die Frage verhandelt, und früher haben die Sachverständigen ausgesprochen, daß Tid) die Klinik sehr wohl zum Rathaus umbauen lasse. Jetzt mit einem Male erklären sie wir find keine Sachverstän digen und konnten das nicht beurteilen, die Kosten würden beim Umbau größer sein als bei einem Reubau. Was die Ent fernung von der Mitte der Stadt anlangt, so ist der eigen! siche Mittelpunkt der Stadt etwa das -HotelGroßherzog von Hessen": dodi kommt nichts darauf an, die Entfernungen sind in Gießen nidit gros;. und Verwendbarkeit und Braudcharkeit des Gebäudes ist die Hauptsache. Wenn dafür gesorgt wird, bin ich keinesfalls der Meinung, das der Umbau durch­aus durchgeführt werden must: wenn die Sachverständigen die Klinik für einen alten Kasten erklären, habe ich keine Ursache, auf den Umbau zu dringen. In der Hauptsache hatte uns der Umstand zu unserer früheren Meinung geraten, dast wir ein immer­hin wertvolles Gelände, das die Stadt teuer hat. kargen müssen, nicht unbenutzt lasse« wollten. Das Gerücht, dast ein Wetzlarer Industrieller sich um den Kauf des Geländes beworben habe, sich aber an dem geforderten, zu hohen Preise gestoßen habe, trifft nicht zu. Wir haben alle Interesse daran, Industrie in unsere Stadt zu ziehen."

In weiteren kurzen Worten trat der Redner für den projek­tierten Strastenbahnbau nach Wieseck ein.

Da fid) niemand weiter zum Worte meldete, schloß der 23 er» handlungslciter die Sitzung gegen 11 Uhr mit dem Wunsche, die Anwesenden möchten, da sie sich durch ihr Schweigen mit den vor geschlagenen Kandidaten einverstanden erklärt hatten, nun­mehr nm Wahltage die Kandidaten wählen und auch vorher unter der Bürgerschaft dafür agitieren.

Krausmüller, Herr Lvenzel werde fest bleiben, um nicht den Schein auf sich zu laden, als sei er doch Antisemit. Rach weiterer Unterstützung der Kandidatur Wenzel durch die Herren Müller, Fix, Petri, Lerch und Klingsvor der letztere fände allerdings nichts dabei, wenn Herr Wenzel förm- Hdj in die Partei träte stimmt die Versammlung ihr voll­zählig zu. Ohne Aussprad)e wird die Kandidatur Kl in g - spor angenommen. An dritter Stelle wird Herr Landgerichts- bireftor Schmeckenbccher gewählt, an pierter durchZettel- abstimmung Herr Gymnasiallehrer Haggenmüllcr.

Ium Schlüsse des ersten Teils macht der Vorsitzende Mit­teilung von einer Strömung im Bürgerverein, bei den Wahlen mit den Sozialdemokraten zusammenzugehen. Er schliestt daran öie Bitte, sich an den Verhandlungen im genannten Ver­ein zahlreich $u beteiligen, um etwaige Quertreibereien zu ver­hindern.

Es folgt die Borstandswahl. Herr Prof. Körte er­klärt, es nicht für richtig zu halten, dast er während der Zeit seines Rektorates Vorsitzender einer politischen Organisation bleibe. Doch sei er bereit, dem Vorstand auf sonstigem Pouen anzugehören. Aus Vorschlag Krausmüller wird darum Herr Morn- merzienrat Klingspor als erster, Herr Professor K örtern zweiter Vorsitzender gewählt. Tie Zusammensetzung des übriger Vorstandes bleibt die gleiche. Die Regelung sich etwa noch er gebender Schwierigkeiten wegen >er Wahllisten soll ^adi- des Vorstandes sein. Herr Architekt P M ü l l e r erstattet bin K assenbericht, und es wird il m Entlastung erteilt. End­lich macht Herr Pros. Korte noch Mitteilung von den in Aus sicht genommenen Vortragen Moldenhauer, Stresemann Fleischer im Lause des Winters und drückt seine Freude über den friedlichen Verlauf der Hauptversammlung aus. Herr Prof. K r a u s m ü l l e r dankt, dem Vorstande, insbesondere Herrn Prof. Körte, für seine aufopfernde Tätigkeit. Ende 11 Uhr

Oefstntliche Wählerversammlung der Sozialdemokraten.

bt. Giesten, 10. Rov.

Eine öffentliche Wählerversammlung hatte das sozialdemo­kratische Wahlkomitee zum Montag abend im nvlosseum einbe- rufen, die sich eines guten Besuches zu erfreuen hatte. Zu der dem Referat gemäß der Tages­ordnung folgenden Aussprache meldete hd) niemand zum Wort, nur der Referent selbst gab nod) einige^ Er klärungen ab. And) bi-' Ausfüllungen des Referenten, des Stadt verordneten Vetters, waren mfi-i und sachgemäß und hatten nicht das mindeste mit einer Wahllltze zu tun. Und ebenso wurden sie ausgenommen. Der Redner führte etwa folgendes aus:

In der letzten Zeit kann man bei Gemeinderatswahlen leb­haftere Beteiligung beobachten, als das früher der Fall war. Manchmal werden die Kämpfe sogar sehr hitzig und man darf sich darüber freuen, wenn dabei um Grundsätze gestritten würde, >vas leider meist nid)t der Fall ist. Ohne Zweifel hat die ^Sozialdemokratie das Verdienst, durch ihre Beteiligung an beir6®nb(eu und die Ausrottung ihrer Forderungen das Inter­esse an den Gemeindewahlen und der Gemeindepolitik gesteigert zu haben. Sie mieüe auch Erfolge: in Hessen zählten wir im fehlen Zähre 447 sozialdem. Gemeindevertreter, die fid) auf 151 Orw verteilten. Es müßten deren viel mehr fein: allein das veraltete und ungerechte Wahlrecht, das trotzdem wieder in die neuen Gemein^egesetze ausgenommen wurde, wirkt zu un- ftunsten der minderbemittelten Bürger und Wähler. Daß die Hälfte der Gemeindeeertreter dem höchstbesteuerten Drittel der höchstbesteuert, i) Wählbaren angehören muß, wird selbst von Geg­nern al" eine ungerechte sZevorzugung der Besitzenden erklärt. Ungerecht wirkt auch die Bestimmung, daß die relative Mehr- beit der Stimmen entscheidet: nach Ausfall der Offenbacher Wahl befduverten sich die unterlegenen Gegner darüber Sachlid) haben sie bnmil recht: aber warum haben ihre Vertreter im Landtage bett sozialdemokratischen Anträgen auf 6infü(yrimg des Pro­tz o r t i o n a l w a l, l r e ch t s nicht zuaestimmt9 Solange die zialdemokratie unter einem ungerechten Wahlrecht leidet, regen sich die Herren nicht aus: erst wenn sie es selber zu ftihlcn be­kommen, schreien sie. Hier führt der Redner noch weitere soziald. WalXrechtSforderungen an.

Den Stadlgemeiuden liegen henke weitere, größere Aufgaben ob, Ausgaben, an die man vor wenigen Jahrzehnten nicht dachte. Eingel end bat sich die Sozialdemokratie mit diesen beschäftigt und die gewonnene Erkenntnis in ihrem Kommunalvrogramm niedergelegt, das für ihre Vertreter zur Richtschnur dient. In ihrer Gesamtheit lausen diese Programmfordentugen daraus hin­aus : das (Gemeinwesen in kultureller, wirtschaft­licher und sozialer Hinsicht vorwärts zu bringen.

Die hauptsächlichsten Forderungen sind: In Bezug auf die Selb'ipern altung größere Selbständigkeit gegenüber den staat­lichen Behörden: Erweiterung des städt. Enteignungsrechts: Be­seitigung der Verpflichtiing, Gcmeindemittel für kirchliche Zwecke aufzmvenden. Ferner direkte, tzrogressive Einkommensteuer: Beseitigung indirekter. Verbi m ' t uent, Uebernahime der Schul­lasten aus den Staat: Deckung des Gemeindebedarfs aus den Erträgnissen der städtischen Betriebe. Aufwendungen für mili­tärische und dvnaslische Ztvecke dürfen nickst gemacht werden. Auf ist noch zu tun; in erster Linie ist die Einheitsschule anzustreben. And, für die Gesundheit der Schulkinder muß nod) mehr gesorgt werden, Schulspeisungen sind vorzunehmen. Allerdings wollen wir nicht verhehlen, daß in Gießen schon viel in dieser Beziehung getan worden ist. And) Fürsorgeanstalten für nod) nicht schulpflichtige Kinder sind aus Genieindekosten zu erridsten oder weiter auszu­bauen. Die Sozialdemokratie tritt ferner stets für entsprechend hohe Gehälter der Lehrer ein, muß es allerdings dann aber auch fordern, daß die Volkssd)ull>ild)lng den modernen Ansprüchen in jeder Beziehung genügt, was bisher nicht immer der Fall ist. DaS B e ß a t t u n g s w e s e n bedarf and) in Gießen einer Besse­rung, besonders da zu hohe Gebühren gefordert werden.

In der Bodenpolitik muß auf Vermehrung des städti­schen Grund und Bodens hingearbeitet werden: .ein großer Teil des Gelände- gehört jetzt wenigen privaten Besitzern. Hierbei bezeichnete der Redner den Erwerb des Aktienbrauerei-' g e I ä n d e s keineswegs als einen Fehler, wie von verschiedenen Seiten behauptet werde. Die Stadt hat dafür zu sorgen, daß genügend Heine und gesunde Wohnungen gesdwffen werden.

In den Arbeiterverhältnisfen bleibt viel zu wün­schen übrig. Hier muß die Anerkennung der gewerkschaftlichen Organisationen verlangt werden: auch Ferien und Ruhegehälter find zu erstreben, wobei Invalidenrente nicht angerechnet werdni dürfe. Weitere Aufgaben sind Arbeitslosenfürsorge und Lebensmittelbeschaffung.

Tao sind die Forderungen, die wir stellen und die auch die neuen Stadtverordneten zu vertreten haben. Bei den bevorsleben den Wahlen sind 17 Vertreter zu wählen, mein1 als die Hälfte der Stadtverordneten Rach dem Stimmenverhältnis gebühre» uns mindestens zwölf Sipe. Es mären Verhandlungen »vegen einer gemcifnmcn Liste mit der Fortschrittlichen Volks Partei im Gange, die ihrerseits mit den Rationalliberalen verbunden ist. Unsere Partei wäre soweit, wie nur möglich, entaegenackommen: allein das nnS gemachte Angebot war zu genug ES sollten danach nur zwei Plaue der Sozialdemokratie überlassen bleiben: and) würde sich kein Sozialdemokrat dazu Dcrftclnm. einen Rationalliberalen zu wählen "

311 in Schluß empfahl der Reserenl der Versammlung die brngtldüagcnen zehn Kandidaten, die alle au>5 Arbeiter- kreisrn stamniten, zur Wahl. Die Namen dieser zehn Kandidaten

Aus Stadt und Land.

Gieße n, 11. November 1913.

** Das Aktienbrauerei-Gelände ist in neuerer Zeit wieder zum Gesprächsstoff geworden. Tie Stadt hat das 83 234 Quadratmeter umfassende Gelände für 600 000 Mk. erworben. Tie Gebäude haben einen Brand­versicherungswert (nicht etwa zu verwechseln mit der orts­gerichtlichen Taxe) von 260000 Mk., so daß für den Ge- iändewert 340000 Mk. in Rechnung kommen oder für den Quadratmeter rund 4 Mk. Einkaufswert. Die Stadt hat nun bereits Gelände von dem ehemaligen Besitz der Aktien­brauerei zur Bebauung verkauft und -ba für für den Quadrat­meter 15 biv 16 Mk erhalten. Weiter aber gehen jährlich an Mieten für das Brauereigrundstück rund 5000 Mk. ein, ein Betrag, der sich bei dem demnächstigen Ablauf der Verträge zweifellos steigern wird. Durch die Erwerbung des ehemaligen Brauereibesitzes aber ist es der Stadt möglich geworden, ohne Schwierigkeiten in jener Gegend ßtraßen anzulegen, ohne gezwungen zu sein, mit einer Reihe von Eigentümern, die Phantasiepreise für das Straßengelände fordern könnten, ergebnislos zu verhandeln.

* Beim Arbeitsnachweis waren im Oktober 138 offene Stellen gemeldet worden, von denen 135 besetzt wurden. Von den Arbeitsuchenden fanden 55 nach außer­halb und 77 in Gießen Arbeit. Von den plazierten Arbeits­kräften waren 45 Handwerker und 90 ungelernte Arbeiter. An Arbeitskräften in jeder Branche ist zurzeit ein gewisser Ueberfluß vorhanden, doch gelingt cS meist, durch den orga- nisieiK'n Arbeitsnachweis die Leute unterzubringen.

3 n der Herberge zur Heimat kehrten im Oktober 1275 Gälte (gegen 1150 im gleichen Monat bcS Vorjahres) em. Unter diesen waren 391 Wanderer (259), die gegen Arbeitsleistung da? Obdach und die Verpflegung annahmen. 884 Gäste (891) waren Selbstzahler.

Kriegs marine-AuS st ellung. Das imposanteste Stück der Kriegsmarine-Ausstellung in der alten Klinik ist die 30,5-Ztrn. - Sichnel l adekan one, das größte Geschütz der deutschen Marine, die Hauptwaffe der neuesten Linienschiffe, daS als Modell auS Holz in natürlicher Größe vertreten ist. Das Modell ist 17 Meter lang und ist von der Finna Dietlein in Magdeburg nach Zeichnungen der Gußstahl- sabrik Friedr. Krupp naturgetreu angefertigt worden. Ein modernes Linienschiff hat 10 solcher Riesengeschütze, die paar- ivcise in einem Panzerturm stehen. Die Kanone feuert zwei Schuß in einer Minute, schleudert Geschosse von 900 Pfund 30 Kilometer weit und zerschlägt aus Entfernungen voii 7000 Metern jeden vorhandenen SchiffSpanzer, d. h. etwa 30 Zentimeter. Die Eröffnung des Feuers wird auf etwa 10 000 Meter stattfinden. Es ist das erste Mal, daß eine solche Kanone in einer Ausstellung gezeigt wird.

Landkreis Giefien.

s. Burkhardsfelden, 9. Nov. Der SchulhauS- anbau ist jetzt im Rohbau vollendet. Er umfaßt cinm Schulsaal nebst Lehrerwohnung. Der innere AuSbau wird im Laufe deS nächsten Sommers erfolgen, so daß mit der Vollendung im Herbst die Errichtung einer dritten Schul- klaffe erfolgen dürfte. Die hiesige Zi garrenfa brik der Firma Noll-Gießen hat sich als zu klein erwiesen. Sie umfaßt daS frühere Anwesen der Herren v. Grolrnann. In diesem Jahr hat die Firma einen stattlichen Neubau errichten laffcn, der noch im laufenden Jahr in Betrieb genommen . werden soll.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 9. Nov. Interessante G rabste ine eines alten Alsfelder Geschlechtes hat man bei der WieberhersteNung der Wa lp ur g 18 k i rche aufgefundeu. E aandelt sich um die 1628 erloschene adelige Familie vou

Liederbach und van Haun. Viele der künstlerischen Denkmäler der Familie find in früherer Zeit gerftört oder verschüttet worden.

Kreis Lauterbach.

I. AngerSbach, 9. Nov. Lehrer Gockel, der seit 20 Jahren hier als VolkSschullehrcr wirkt, blickt auf eine Amtstätigkeit van 47 Jahren zurück. Am vorigen Mittwoch erschienen auS diesem Anlaß da? Lehrerkollegium mit dem Pfarrer, der Bürgermeister und der Schulvorstand im Hause deS Jubilars, um ihn zu beglückwünschen. Bürgermeister Rodatner sprach den Dank der Gemeinde auS. Lehrer Mauer sprach int Namen des Lehrerkollegiums. Lehrer Gockel gab einen kurzen Ueberblick über die SchulverhÄt- niffe vor 47 Jahren.

Kreis Friedberg.

(h) Friedberg, 10. Nov. Die Stadtverordn e- ten wählen sind auf den 18. November angesetzt worden; sie finden zum erstenmal nach der neuen hessischen Städto- ordniing statt. Bisher gehörten dem Kollegium 15 Stadtver­ordnete an, eine solche Zahl sieht auck) die Ausschreibung der neuen Wahl von fünf ausscheidcnden Mitgliedern wieder vor. Da aber Friedberg als neugebackene Garnisonstadt und durch weiteren Zuzug jetzt mehr als 10000 Einwohner er­reicht haben dürfte, muß auch nut Rücksicht auf die neue Städteordnung die Zahl der Stadtverordneten auf 18 er­höht werden.

? Friedberg, 10. Rov Der Bezirks-Lehrer« verein Friedberg-Bad-Rau beim bat einen zusammen­hängenden Vortragszyklus eröffnet Seminaroberlehrer Dr. Vogel wird eine Reihe von Vorträgen über Psychologie, besonders über Tierpsychologie halten.

0 Butzbach, 10. Rov. Im Anschluß cm den gestrigen Kolonialvortrag des Hauptmanns Leszner wurde, wie berichtet, die jüngste Abteilung der Deutschen K o l o - nialgesellschäft gegründet, Der sofort 37 ordentliche und 18 außerordentliche Räitgliedc r beitraten. Die beute erfolgte Vorstandswahl hatte das folgende Ergebnis: 1. Bors Direktor K l erneut, 2. Bors Major Stempel, 1. Schriftführer Ass. Riedel, 2. Schritts Karl Seippel, 1. Kassenwart Dr. Rumpf, 2. Kassenwart Fabrikant Tröster, Beisitzer Hauptmann Leszner.

Starkenburg und Rheinheffen.

d. Mainz, 11. Rov. Zu dem Revolverattentat >es Oberrealschülers Kaufmann auf den Lehramts- assessor Wittig wird behauptet, daß die gesamten Schüler der Klasse schon seit einigen Tagen davon wußten, da» Kaufmann den Revolver trug und das Attentat auf den Lehrer beabsichtigte. Leider hat keiner der Schüler eine Anzeige gemacht.

Heffen-Raffau.

h. Weilburg, 10. Rov. In den heutigen Wahlen zur dritten Klasse der Stadtverorbnetensitzung wurden die bisherigen bürgerlichen Übertreter Kaufmann Nathan Reifenberg und tfriebrid) W. Weber wieder- und als Ersatzmann Postsekretär Seelbach neugewählt.

Candwtrffdxtff,

§ Aus der nordöstlichen Wette rau, 10. Nov. Ein Obstbaumbesitzer in Bloteld zählte dieser Tage an dem .Nlebgürkel eines Apkeldaumes etwa 170 Schädlinge, meist Männchen de« ZrostspannerS. Dieser Schädling tritt in manchen Gemarkungen überaus zahlreich, in andern wieder weniger stark auf. Kem Land­wirt sollte daher Zeit und Ausgabe scheuen, diesem Infekt durch Anlage von Fauggürieln zu Leide zu gehen.

? Frauken dach am Dünsberg, den 10. Rov. Das Jahr 1913 war hinter dem Dünsberg dem Landmanne recht günstig; denn der Ertrag von Feld und Wiefc war ausgezeichnet, wenn auch daS Erntewetter im allgemeinen zu wünschen übrig ließ. Die Winter- ausfaat ist jetzt überall glücklich zu Eude geführt worden, dazu wird von Jahr zu Jahr immer mehr künstlicher Dünger in der Landwirtschaft eingeführt.

Der Zuckerrübenbau in der Provinz Hesien-Raffau bat eine ganz e»hebliche Steigerung erfahren. Die An- lieferungen in diesem I.ihre von Zuckerrüben an die Zuckerfabriken, die nunmehr abgesd;lossen sind, betrugen insgesamt in Hesfen-Nasfau 145 188 Kilogramm trotz des kalten Somine,-:-. Angedaut waren in diesem Jahre 5313 Hektar gegen 5158 Hektar in 1912 und 4467 in 1911.

Wie Scotts Emulsion hilft!

Von meinen ZwillingSkindern Plülomina und Anna machte mir letztere infolge ihrer Schwädftidffeil große Sorge. ÜDährend ihre Schwester ein kräftiges Mädchen war, blieb Anna mehr uhi> mehr zurück, und man konnte selbst mit 19 Monaten bei ihr an Gehversuche noch nicht denken. Als id) ihr aber auf Anraten ber Hebamme eine Zeitlang Scotts Eniulsion gab, konnte ich cs beinahe selbst nicht glauben, daß ein sold-cr Umschwung, rote der sich nun zeigende, möglich sei. Denn nach einigen Flaschen stellte sich Anna auf ihre Beinchen, ihre Gesichtsfarbe wurde rosiger und ihre ganze Entwickelung machte so schnelle Fottschritte, daß sie ihr Schwesterchen bald einholte. Heute gebt sie so gut wie diese, ist ein munteres Gcschöpfchen, daS uns durch seinen guten Appetit, seine roten Bäckchen und sein frisches Aussehen viele Freude macht.

lge» ) Frau Magdalene vuchschufter. Druidbrlm in SS>waben, den 6. Jan. 1918.

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