Ausgabe 
11.7.1913 Erstes Blatt
 
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S>htMt tefaefctgenb, auch dir- erreichte Punktczahl in den ein ^Incn-1'to3ylWrcn^t Tft als sehr gut zu bezeichnen. Nachfolgend ß4?r9?,l% Bundesvereine, T. R-B.: Dauerfahrt, ^ßccis NadklubGermania" Gießm l?- ®icficncr Radfahrer-Verein 1885 6,700 Pkt., (Ehrengave) Nadfahrer-Verein Marburg 2,400 Pkt. Nicht c.^efwJ?'exnr' 9^ru^c 6: 1. Preis Radfahrer-VereinEdel- werst EldrtLhausen 5,31 Pkt., 2. Nadfahre. Verein Steinbach ? m3-7 Radfahrer-VereinMl Heit"-Gisfclberg 3,58 Plt. 4. Radfahrer-VereinHeber Berg und Tal" Neustadt 3,03 Pkt. ^7". r re'£r r l®' Gruppe A, Bundes-Vereine: 1. Preis G'eßener Radfahrer-Verein 1885 10,96 Pkt., Gruppe B, Bundes- Breis RadklubGcrmania"-Gießen 10,10 Pkt., n 1. Preis RadklubTcutonia"-Krofdors

Radfahrer-VereinHeber Berg und Tal"-Neustadt 8M> PL., 3. Radfahrer-Verein Steinbach 7,71 Pkt., 4. Radfahrer- Vereen ,« Heil"-Giffelberg 7,59 Pkt. Sechser-Schulreigen: 1- Preis Osießiener Radfahrer-Verein 1885. Radballspiel, Ent scheümngsspuL: Radfahrer-Verein 1885 Gießen gegen Herborn mrt 12:4. Großen Beifall fand das Zweier-Kunstfahren von SchörchalS-Wagner vom Radfahrer-Verein 1885.

Gerrchtrsaal.

X Hanan, 10. Juli. Auf abschüssige Bahn mar der Kreis- vollziehungsbeamle Krause in Hanau geraten, der heute vor dem Schwurgericht stand. Nachdem er 12 Jahre beim 88. Jnf.- Regt. gedient hatte, war es ihm gelungen, die Stelle als Kreis- vollziehungsbeamtec im Landkreise Hanau zu erhalten. Nach sechs- monatlichen! Probedienst wurde er am 15. November v. I. fest angestelli mit 1500 Mark Gehalt, 240 Mark Wohnungsgeld und 400 Mark Reisekosten-Entschädigung. Anfangs pflichtgctreu, verna<A<issigte er jedoch bald den Dienst, so daß Ermahnungen folgen muUen. Der Grund für diese Lässigkeit war der, daß er Geschmack an bent Verkehr in Wirtschaften mit weiblicher Bedienung gesunden hatte und dort, Frau und Kinder vergessend, in amt­licher Eigenschaft vereinnahmte Gelder verjubelte. Zu Fastnacht brach das Verhängnis über ihn herein. Seine Vergehen kamen an den Tag, er wurde entlassen. Die nach und nach veruntreute Sunmre war auf 2037 Mark festgestcllt worden, doch leisteten feine Angehörigen Ersatz. Das Schwurgericht verurteilte ihn zu 4'Monaten Gefängnis.

L-eipzig, 9. Juli. Das Gesetz erklärt nur die öffent- l i ch-e G o t t e s 1 ä st e r u n g für strafbar, so daß es fraglich 'er­scheinen könnte, ob man auch in feiner Privatwohnung eine Gotteslästerung begehen kann. Von dem Falle wäre natürlich abzusehen, wenn jemand z. B. in seinem Hause einen Vortrag hält, zu dem jedermann Zutritt hat, und sich dann durch eine Lästerung der Verletzung des religiösen Gefühls seiner Zuhörer- schuldig macht. Anders ist die Sachlage in einem jetzt vom Reichsgericht in höchster Instanz entschiedenen Falle, in dem der Maurer Franz Sch. in Köln beim Nachhausekommen ein in seiner Wohnung an der Wand hängendes Christusbild zu Boden geworfen und sich dabei in unziemlichen Ausdrücken ergangen hatte. Bei diesem Vorfall war zwar nur seine Ehefrau zugegen gewesen: aber unglücklicherweise hatte das Fenster offen- gestanden und eine im gleichen Hause wohnende Frau die Acußerungen des Sch. gehört. .Da sie sich in ihrem religiösen Gefühl verletzt sah, kam es zu einem Strafverfahren gegen Sck>., und er wurde vom Landgericht Köln zu einem Monat Gefängnis verurteilt. In seiner Revision beim Reichsgericht rügte Sch.

Verletzung des materiellen Rechts und meinte, .. unrrrc tn letner eigenen Wohnung sagen, was er wolle. Tas Reichsgericht war indessen der Ansicht, daß unter den obwaltenden. Verhältnissen! mit Recht eine öffentliche Gotteslästerung vom Landgericht angenommen sei und bestätigte das erstinstanzliche Ürteil.

Vermisstes,

* Bei einer Hebung im Saar gebiet kivpten zwei zu einem Floß verbundene Kähne um. 22 Mann vom Infanterie­regiment Nr. 30 fielen ins Wasser; vier davon er trau len.

* Vier Soldaten ertrunfen. Aus Graz wird ge­meldet: In der Drau schlug gestern bei einer Pionierübung ein Boot mit fünf Mann um. Vier davon ertranken. Ein Leutnant wurde lebend, doch mit tödlichen Verletzungen ge­borgen.

* Ein 12jähriger Junge als Lebensretter. In Brest rettete ein 12jährigcr Gymnasiast mit eigener Lebens­gefahr einen Hauptmann, der beim Baden einen Schwäche­anfall erlitten hatte, vom Tode des Ertrinkens.

* Bei einer kinematographischcn Aufnahme in Paris erlitt die Sängerin Mistinguettc schwere Verletzungen am Kopf, da der Hammer, mit dem der Todschlag markiert werden sollte, nicht genügend umwickelt war.

* Merkwürdig er Todesfall. Aus London wird ge­meldet: Lebhaftes Aussehen erregt der Tod der 16jährigen Tochter Emilie des reichen Farmers Er ispe l in Wileaßlmrg iNew Dort), deren Leiche aus dem See gezogen wurde. Man glaubt, daß es sich um den Racheakt eines ihrer Verehrer handelt. Tas junge Mädck>cn hatte zwei Verehrer, deren Bewerbung durch einen Wettkampf entschieden werden sollte. Beide durchschwammen den sehr breiten See. Tas junge Mädchen erklärte, den Sieger nicht heiraten zu wollen, sondern den Gegner. Vier Tage später sand man die Leiche des Mädchens. Beide Rivalen erklären^ unschuldig zu fein.

* Für 250 000 Mark Juwelen gestohlen. Einer reichen Amerikanerin wurden in einem Pariser Hotel beim Wechseln ihrer Zimmer Juwelen im Werte von 250 000 Mk. gestohlen. Von dem Dieb fehlt jede .Spur.

* Auf der Jagd erschossen. In Vesaignes bei Chaumont wurden bei einer Wildschweinjagd zwei Land­wirte durch einen unglücklichen Zufall von mehreren, einer an­deren Jagdgesellschaft angehörigen Jägern erschossen, die bisher nicht ermittelt werden konnten.

* Unaufgeklärter Todesfall. In der Nacht zum Mittwoch wurde auf dem Gleise der Landbahn in der Nähe des Ehamp de Mjarsl-Bahnhofs bei Paris der furchtbar ver­stümmelte Leichnam eines elegant gefleibeten jungen Mannes aufgefunden. In feinen Kleidern wurden 'eine Hamburger Bahn­steigkarte, mehrere Adressen in deutscher und englischer Sprache, unter ihnen die des französischen Kriegsministeriums, sowie ein sil­bernes Reisebesteck ausgefunden. Die Persönlichkeit des Toten konnte bisher nicht festgestellt werden.

* Feuer in einer Kirche. Aus Petersburg, 9. Juli, wird gemeldet: In der Isaaks-Kathedrale brach gestern während des Mendgottesdienstes infolge Hn- vorsichtigkeit in dem in Ausbesserung begriffenen Ätppel- raum Feuer aus. Sämtliche Feuerwehren wurden alar­miert^ denen es in kurzer Zeit gelang, den Brand zu löschen.

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Frankfurt a. M'.- 10. Juli. Der Mirkk ioirenkon» k u r s Plaut, H e ß u. C o. Eine Vorläufige Prüfung der Ak­tiva und Passiva des zusanrmcngebrochcnen Bankhauses Plant, Hcß n. Eo. durch den Konkursverwalter ergab, daß die Verbindlich­keiten weit erheblicher sind, als «man bislang annahm. Sie betragen ru.rd 1 112 000 Mk., 200 000 Mk. davon entfallen auf Forde­rungen englischer Häuser, der Rest Verteilt sich auf die vielen Sparer und Kapitalisten, die ihr Geld^dem Üiankhansc anvertrauten. Ter großen Schuldenlast stehen knapp 60 000 Mk Aktiva gegen» über. Die Konkursguote wird auf 5 Prozent geschätzt.

§ Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesell­schaft Hamburg. Diese Gesellschaft, die bekanntlich zur Stan- dakd Lil Co. gehört, erzielte im Gefchäftsjahr 1912 einen Ge­schäftsgewinn der Reederei und Werkstatt nach Llbzug der Un­taften usw. von 3010921 Mark (i. V. 2 517 765 Mack), wozu noch 803 792 Mark < 1 190 013 Mark) Gewinne aus der Be­teiligung an anderen Gesellschaften, aus dem ausländischen Pc- troleumgeschäst abzüglich Unkosten und 1909 823 Mark tl 807 890 Mark!, Gewinn aus dem inländischen Petroleumgeschäft abzüg. lieb Unkosten usw. sonne 32 653 Mark (17 407 Mark! Vortrag treten. Tic Mschreibungen belaufen sich auf 2 766 349 Mark (3 070 422 Mark!, so bafc ein Rcingcnnnn von 2 990 849 Mark (2 462 653 Mark) verbleibt, über dessen Verwendung nichts mit- geteilt wird.

8 Kleine Finanz chronik. Tie in der letzten Ge­neralversammlung der Maschinen- und Annaturenfabrik Dorrn. H. Breuer u. )Co. in Höchst a. M. beschlossenen Rekonstruktions­vorschläge gelangen nunmehr zur Durchführung. Die Julius Sichel u. Eo. Kommanditgesellschaft auf Aktien in Mainz beruft nun eine neue Generalversammlung auf den 2. August ein, um über die Erhöhung des Akttenkavitals um 500 000 Mark auf l3/d Millionen Mark beschließen zu können.

Märkte.

11 Marburg, 10. Juli. Der heutige Schweinemarkt brachte bei hohen Preisen flotten Handel. Es kosteten 46 Wochen alte Ferkel 3545 Mk., Säufer 60 110 Mk. und gröbere Einleg- fchweine 120160 Mk. per Paar. Tie Zufuhr belief sich aus siber 1000 Stück.

le. Wiesbaden, 10. Juli. Heu- und Stroh markt. Angesahren waren 16 Wagen mit Heu und Sttoh. Dion notierte: H e u, altes, 6.407.60 Mk., neues 6,00 6,60 Mk. Stroh (Nichtstroh) 0,000,00 Mk., Krummstroh 2,403,00 Mk. Fruchtmarkt. Hafer 18,0019,00 Mk. Alles für 100 Kilo.

Wetterausfichten in Hessen für Samstag, den 12. Juli 1913: Unbeständig, zeitweise Negcnfälle, Temperatur wenig geändert, meist westliche Winde.

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Gestern entschlief sanft nach längerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwie­gervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Ludwig Hankel im Alter von 50 Jahren.

Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:

Elisabethe Hankel und Kinder.

Grossen-Linden, 11. Juli 1913. 4549

Die Beerdigung findet Sonntag mittag 1 Uhr statt.

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Seit Jahren war ich müde und matt, hatte häufig wahn- imnifle Kopfschmerzen u. jede Lust zum Arbeiten und zum Leben verloren. Der Arzt sagte, es sei ein veraltetes Nieren «-Blasenleiden, daneben Darmträgheit in­folge sitzender Lebensweise. Auf ärztl. Rat trank ich Alfbuchhorster Mark- Sprudel Starkquelle <Jod - Eisen - Mangan - Koch- salzaueUe). Schon nach eini­gen Flaschen suhlte ick imch als ganz anderer Mensch. Die Urinabsonderung wurde leb­haft und schmerzlos und blieb es seitdem. Ick trinke den Marksprudel jetzt täglich,habe .mich nie so wohl und gesund .gefühlt wie heute. H- B.

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