Ausgabe 
11.10.1913 Erstes Blatt
 
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f ernte das teilte Hindernis, doch bedarf es noch starker Bagger­arbeiten, ehe ein interozeanischer Schiffsverkehr möglich ist.

Die Amtseinführung des Präsidenten Puanschikai

ging im Taiho-Palast in Peking vor sich. In seiner Antritts- .rede hob der Präsident hervor, daß er eine feste und üetige Politik führen werde. Er erklärte dann, das erste Prinzip der Regierung sei, eine klare Difinition der Bekanntmaclmngcn und Rechtsgrundsätze herzustellen und die Erhaltung der öffentlichen «Ordnung nnd danach einzugehen auf die Erfordernisse der Zeit und der Umstände. Er trete für den Fortschritt ein, extreme radikale Methoden begünstige er nicht, sei jedoch zu einer Politik ^schrittweiser Reformen entschlossen. Kapital und Unter- fricbt, besonders aus technischem Gebiete sei für die Erschließung ^Chinas von Wichtigkeit.

ScitHcbe Kolonien»

München, 10. Okt. Prinz Leopold von Bay- ex n hat mit seinem Sohn dem Prinzen Konrad heute abend mit deut Bremer Schnellzug eine mehrmonatige Reise nach D e u t s ch - O st a f r i k a angetreten.

Eine Reich§tag5erfatzwahl.

Dresden, 10. Okt. Bei der Reichstagsersatzwahl im vierten sächsischen Reichstagswahlkreis Dresden Neustadt erhielten 2r. Hertmann (Kon.) 14 190, Dr. Klöppel (Fortschr. Vv.i '11 024 und Buck (Soz.) 31150 Stimmen. Buck i st gewählt.

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 11. Oktober 1913.

** Tageskalender für Sonntag, den 12. Okt.: Stadt- t h e a t e r: Nachmittags 31/, Uhr:D i e fünf Frankfurter"; .abends 71/, Uhr:P u p p ch e u".

BakofsKam mer-Lichtsviele: Täglich Vorstellung.

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

O b e r b e s s i s rb e s M u s e u nt n n d G a i l' s ch e S a m m - lunaen. Geöffnet Sonntag vormittags 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 111 Uhr unentgeltlich.

Ober hessisch er K u n st v e r e i n. Tie Ausstellung ist täglich mit Ausnahme Samstags von 111 nnd von von 35 Uhr geöffnet. Sonntags 'rmunterbrochen von 113 Uhr.

Die Anlagemusik findet am Montag, den 13. Oktober, nachmittags Uhr in der Süd-Anlage statt (mir bei gutem Wetter). Spielvlan: 1. Vorspiel zum Bi'chnenweih'enspielParsisal", von R Wagner. 2. Anläßlich der nm 9. Oktober stattqchabten llwjä'h- rigen Geburtstagsfeier G. Verdi's: Große Fantasie aus G. Verdi's OperTrouvadonre", bearbeitet von W. Löter. 3 Hymne und Triumphmarsch aus der OperSliba". 4, Triumph-Fanfare, von Bohm.

** Unser Stadtparlament zählt, wenn man die Stadtverordneten, die eine Wiederwahl ablehncn, außer Betracht läßt, zurzeit 23 Mitglieder. Davon sind 6 Gelehrte, 5 Kaufleute (dar'. 2 Rentnerh, 1 Falbrit'amt, 2 Bauunterneh­mer, 5 Handwerker, 1 Landwirt und 3 angestellte Beamte. Im ganzen sind unter den 23 Mitgliedern der Stadtverord- neten-Versammlung 9 Beamte und 6 Mitglieder, die als Rentner zu bezeichnen sind. Von den jetzigen Stadtvätern sind 16 Hausbesitzer und 7 Mieter. Ihrer politischen Partei­zugehörigkeit nach ist die Freisinnige Volkspartei mit 11 Mitgliedern, die nationalliberale Partei mit 8 Mitgliedern, die Sozialdemokratie mit 2 Mitgliedern vertreten. Außer­dem ist noch 1 Mitglied parteilos, während 1 Mitglied die agrarische Richtung vertritt.

** Stadtverordneter Karl Loos, der im März d. Js. sein 66. Lebensjahr zurücklegte, hat sein Man­dat als Stadtverordneter wegen seines vorgerückten Alters n i e d e r g e leg t, es ist damit das 13 Mandat zur Neu­besetzung frei geworden. Kaufmann Karl Loos, der 17 Jahre Der Stadtverwaltung angehörte, steht politisch aus dem Bo­den der Fortschritt!. Volkspartei, er ist rednerisch in der Stadtv.-Vers-antmlung selten hervorgetreten. Für ihn war | stets das Gemeinwohl maßgebend, dabei deckte sich seine Stimmenabgabe stets mit seinen liberalen Grundsätzen. Karl Loos, der in Gießen geboren, ist gelernter Kaufmann und hatte als früherer Inhaber eines Mamtfakturwaren- geschäfts mit allen Kreisen unserer Bevölkerung Fühlung. Er war mit den Verhältnissen feiner Vaterstadt von früher Jugend an vertraut. Diese Umstände waren es besonders, die die Mitarbeit des Mannes in der städtischen Verwal­tung, in den langen Jahren, in denen er ihr an gehörte, äußerst wertvoll machte.

* Stadttheater. Tie morgige Aufführung der Gilbert'schen GesangspossePüppchen" verspricht unter der -Regie von Herrn Goll sehr flott zu werden, namentlich da innsere Bühne in Herrn Grosser und Frl. Martini zwej

läßt sich ja streiten. Die moderne Tanzkunst hat den Sinn für den Rhythmus wieder lebendig gemacht, und dieses Verdienst ist so groß, daß man dieVerkörperung der Musik" im gewissen Sinne gelten Kassen kann. Die Leistungen der Wiesenthals wurden start beein­trächtigt durch die begleitende Militrkapelle, deren Dirigent seiner Aufgabe in keiner Weise gewackyen war. War es denn nicht mög­lich, eine intimere Musik zu bestellen? Mußte es gleich eine Re- gimentskapelle sein?

Nach den Ankündigungen erwartet Darmstadt eine reichbelebte und anregende Saison. B r u n o S t ü m k e.

*

DieharteScholle, ausgewählte Romane und Novellen von Alfred B o ck. Vor einiger Zeit hatte der Kunstwort gelegent­lich der Besprechung von Alfred Bocks Roman Die Pariser den Wunsch nach einer Volksausgabe von Bocks Werken ausgesprochen, und nachdem im vergangenen Jahr die Reelamsche Universal­bibliothek unter dem Titel Die Meßfahrt eine kleine Novellen- .sammlung verösfeutlicht hat, tritt auch der Verlag Alfred Bocks mit einer Volksausgabe heraus. In einem von Rudolf Krauß eingeleiteten hübschen Bande ist eine Auswahl aus Bocks Werken vereinigt, die nicht nur einen vorzüglichen Neberblick über das Schaffen unseres oberhesiischen Dichters gibt, sondern auch dazu 'anregen tvird, sich mit seinen übrigen Büchern bekannt zu machen. DaS Buch enthält Bocks beste Romane: Die P f l a st e r m c i st c - rin, den Kuppel Hof und die Pariser, die Novellen Der alte Barbari no. Das Schmerzenskind, und den T eu- felsmüller, der zuerst in der Hessen-Nummer der Illustrierten Zeitung erschienen ist. Tie Auswahl ist gut und klug, aber ich hätte gern noch eine der köstlichen lmmorvvUen Novellen in dem Buch gesehen, z. B. die treffliche Geschilpte Der neue Pfarrer, 'bic bisher nur in einer Zeitung veröffentlicht wurde. Aber auch so bietet der Band, der nur 4 Mark kostet, ein gutes Bild von Boek, so daß es auch dem Minderbemittelten möglich ist, Bocks beste Schriften, die bislang mel/r als das Dreifache kosteten, zu einem sehr billigen Preis zu erwerben. N.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schäft. Herbert Eulenbergs neuestes Drama Zeit wende erlebte bet seiner Uraufführung im Bremer Schauspiel Haars einen starken Erfolg. Eine der tüchtigsten Künstlerinnen des Frankfurter Schauspielhauses, Fräulein Marianne W u l f, hat um ihre Entlassung zum 1. September 1914 gebeten. Ber anlassung zu diesem Schritt ist die seit Monaten andauernde Bc schäftissuugslosigkeit der Dame.

vorzügliche Vertreter für die Hauptpartien besitzt. Fräulein Martini hat die Rolle der Lore bereits im Sommer mit großem Beifall gespielt. Auch für die Nachmittags-Bor- Uellung vonDie fünf Frankfurter" zeigt sich lebhaftes Interesse. Diese Vorstellung wird bei kleinen Preisen gegeben.

** Sanitätskursus. Am Mittwoch abend 9 Uhr beginnt in der Turnhalle in der West-Anlage unter Leitung von Tr. Schäffer ein Ausbildungskursus in erster Hilfe- leistung bei Unglücksfällen und zur Ausbildung von Sani­tätskolonnenmitgliedern. Am kommenden Montag be­ginnt ein solcher in Heuchelheim abends 8y2 Uhr im Treppchen" unter Leitung von Tr. Hofmann. Noch nicht angcmeldete Teilnehmer können sich noch an diesen Abenden cmmelden.

Landkreis Gießen.

= Allendorf a. d. Lahn, 10. Okt. Bei der am 8. Oktaler staltgefundeneu G e m e i n d e r a t s w cr h l genügten 115 Wähler ihrer Wahlpflicht. Gewählt wurden folgende Kandidaten: 1. Land­wirt Ludwig Stein müHer II. mit 76 Stimmen, 2. Land­wirt Jakob V o l k VII. mit 66 Stimmen, 3. Landwirt Ludwig Volk I. mit 56 Stimmen. Außerdem erhielten noch Wilhelm Stengel 46 Stimmen, Ludwig Wagner III. 34 Stimmen, Ludwig Viehmann II. 23 Stimmen, Maurermstr. Ldw. Möglich 21 Stim­men, Schrcinermeister Johannes Volk II. 19 Stimmen, Schneider­meister Wilhelm Volk VIII. 2 Stimmen, Jakob Rinn und Hein- reich Müller je 1 Stimme.

Kreis Alsfeld.

= Grebenau, 9. Okt. Die Arbeiten an dem neuen Bahnbau schreiten hier rüftiq vorwärts und fortwährend treffen neue Arbeitskräfte ein. Lastautos befördern die Bau­materialien von Breiten'bach und Rieder-Aula hierher. An der Straße nach Udenhausen wird eine Brücke gebaut, an die sich durch die Wiesen ein gewaltiger Damm anschließt. Wie verlautet, soll bis 1. Oktober 1914 die Straße bis Rieder-Aula dem Verkehr übergeben werden.

Kreis Lauterbach.

= Maar, 10. Okt. Ein junger Mensch, der von Lau­terbach neben einer Gruppe heiml'ehrender Arbeiter ruhig seines Weges ging, wurde vou einem seiner Begleiter, der anscheinend betrunken war, mit einem Stock mehrerema. über den Kopf geschlagen. Allerlei Unfug verübten vier junge Burschen, indem sie einem Bauern den Pflug voll­ständig auseinandernahmen und ihm die Teile vor die Haus- tiir legten. Einer heimk'ehrenden Frau leuchteten sie fo jäh ins Gesicht, daß diese geblendet nicht weiter gehen konnte und vor Schreck ohnmächtig niedersank.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 10. Okt. Geh. Oberschulrat Scheue r- mann vou Darmstadt besuchte heute den ganzen Tag über den biologischen Kursus der Lehrer Oberhessens. Unser Bataillo n wird nächsten Mittwoch im Residenzschlosse zu Darmstadt seine neue Fahne erhalten. Die Uebergabe ersolgt durch deu G r o ß h e r z o g.

L. Friedberg, 10. Okt. Heute morgen trug sich auf dem hiesigen Rangier-Bahnhof ein Unglück zu. Ein Bremser der Hanauer Bahn geriet zwischen die Puffer eines Zuges und wurde verletzt. Er wurde von Bahnarbeitern in das hie­sige Krankenhaus gebracht. Dort stellte sich heraus, daß ihm der Brustkorb eingedrückt worden war. Der Verun­glückte ist aus Marköbel bei Hanau. Im hiesigen Saal­bau ist heute eine Obst- u u d G e m ü s e a u s st e l l u n g eröffnet worden. Tie Stadt Friedberg ist auf der heutigen Obstausstellung vertreten, sie hat 6000 Mk. für Obst gelöst.

h. Kirchgöns, 10. Okt. Zum Bürgermeister der Gemeinde wurde der bisherige Beigeordnete A. Banack III. gewählt.

Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach, 11. Okt. Die katholische Gemeinde plant die Gründung eines Gesellenhospizes, wozu ber Ver­waltungsrat beö katholischen VereinshauscsSchützenlws" nun­mehr nach langen Verhanblungen das neben dem Schützenhof be­findliche Kniteliussche Anwesen käuflich erworben hat. Nach dem auf-gestellten Bebauungsplan sollen die beiden an der Herrenstraße liegenden Häuser abgerissen und auf diesem Terrain ein moderner dreistöckiger Bau »weichtet werden. Das Erdgeschoß wird ein neu­zeitlich eingerichtetes Restaurant mit Nebcnräumen, ferner ein Musitübungszimmer sowie drei Läden enthalten. Im ersten Stock­werk sind die Gesell schafts- und Vereinsräume unteraebracht, wäh­rend ber übrige Teil bes Gebäubes bic Wohuräume oes Kastellans und Hausmeisters, sowie bic Logierräume des Hospizes enthält.

Hessen-Ntissau.

0 M ar bürg, 10. Okt. Heute fanden Spaziergänger im Walde hinter dem Bahnhof int Gestrüpp ein Skelett. Es handelt sich um einen unbekannten Mann, der vielleicht schon vor einem halben Jahr hier seinem Leben ein Ende bereitete.

0 Gladenbach, 10. Okt. Wie jetzt gemeldet wird, ist bei dem Brande in Diedenshausen die etwa dreißig Jahre alte Schwester des Landwirts G e h r h a r d t, in dessen Stallung das Feuer ausbrach, verbrannt. Mau fand ihre verkohlten Reste. Der Brand soll durch eine umgefallene La­terne entstanden sein.

X. Bad Orb, 10. Okt. In bet letzten Stadtverorb- netensitzung ist bas Obergutachtcn des Forstrats M u d r a über ben Wert des von ber Stabt Orb an bic Militärverwaltung für den Truppenübungsplatz des 18. Armeekorps abzutrc- tcnbcn Walbgebicts bekannt gegeben worben. Der Gesamtwert ist auf 2 581819 Mk. geschätzt worben. Der Wert des Waldes ist aus 2 064 537 Mk. bemessen, während bic Nebenentsckstibigungcn auf 517 282 Mk. geschätzt worden sind. In ben Nebencntschäbignngen finb u. a. enthalten 200000 Mk. für Jagdpacht, 100 000 Mk. fär­ben Basaltsteinbruch. Der für ben Truppenübungsplatz abzutretende Walbtcil besitzt eine Groß? von 1040 Hektar 6 Ar 29 Quadrat­meter. Die frühere Vereinbarung über ben Wert des abzutreten- ben Walbgebicts betrug 2 800000 Mi'., hoch wurde diese Summe vom Kriegsminiftcrium nicht aneriännt, so daß von beiden Seiten Obergutachter ernannt worden sind, die sich nun in ihren Schät­zungen geeinigt haben.

fc. Frankfurt ci. M., 10. Okt. Tic sozialdemokratische Fraktion hat in der Stadtverorbnctcnversammlung einen Dring- lichkeit San trag gestellt, in dem der Magistrat ersucht werden soll, zur Linderung der Arbeitslosigkeit Röt­st a n ds a rb c i't e n in größerem Umfange vornehmen zu lassen. Wärmestuben und Asyle vorzubereiten, und einen Entwurf für eine Arbeitslosenversicherung auszuarbeiten.

h. Flörsheim, 10. Okt. Die Gemeindevertretung lehnte ein Gesuch der Lehrerschaft um Gewährung einer Ortszulage von 300 Mk. für Lehrer und 200 Mk. für Lehrerinnen einstimmig ab. Die Ablchnimg wird damit be­gründet, daß feine Gemeinde des Kreises ihren Lehrern eine Ortszulage bisher geivährt.

X Hanau, 10. Okt. Die Hanauer Handels­kammer bat in ibrer Plenarsitzung beschlossen, wegen gemein» fomer Beteiligung an ben Bestrebungen zur Abwehr des amerikanischen Tabaktrustes au diejenigen Handels­kammern, in deren Bezirk bic Tabakindustric mit ihren Hilfs­gewerben vertreten ist, eine Anregung gelangen zu lasten.

F.E. Wiesbaben, 10. Okl. Die Stabtverorbneten bewilligten in ihrer heutigen Sitzung 2.500 Mark zur Feier der hundettjährigen Wiederkehr des Tages der Völker-

ichlacht bet Leipzig. In geheimer Sitzung tourbcbefehloffen, die Beigeordneten stelle, die durch die Wahl des Beigeordneten Tra­vers zum Bürgermeister freigelvorden, auszuichrciben. Es wurde bes weiteren eine neue mit 10 000 Mk. Gehalt dotierte Bei­geordnetenstelle gefchaffen. Für diesen Posten würbe der Ober- ingcnieur Schulte vom hiesigen Elektrizitätswerk mit 28 Stim­men gewählt. 4 Zettel waren unbeschrieben.

Ber 18. Gkiober.

Der 18. Oktober ist ein hoher Festtag für ganz Deutsch lanb. Ein Jahrhunbert ist bahingezogen seit der gewal­tigen Völkerschlacht, für die jetzt ein Denkmal in die Lüste ragt. In ganz Deutschland werden bamt die Flammen- zeichen am Abenb leuchten, als Mahner der Jugend, daß sie das heilige Feuer der Vatcrlandslielw in sich enfo zünde. Llber an allen Häusern sollten dann auch die Fahnen wehen, die Glocken müßten läuten, die Bureaus sollten ge­schlossen werden, damit jeder an den Tag so großer Opfer der Vorfahren denke Von überall her hören wir, daß der 18. Oktober ein Feiertag sein wird. Es ist doch wohl zu hofsen, daß er es auch in Gießen sein werde. Darum. Ihr Behördeu und Geschäfte, gebt Euern Angestellten frei, die Kirchen mögen die Glocken läuten, und Ihr Bürger, beflaggt Eure Häuser. Mr.

r. Orten berg, 10. Okt. Das Programm zu der Jahrhundertfeier in unserer Stadt ist nunmehr end- gültig festgelegt worden. Am 18. Oktober findet abends 7-/. Uhr vom Marktplatz aus ein Fackelzug der ge­samten Bürgerschaft nach derPlatte" statt, wo ein großes Freudenfeuer abgebrannt wird. Eine Ansprache des Orts­geistlichen, Liedervorträge des GesangvereinsFrohsinn" und der Schulkinder werben bic Feier verschönern. Am Sonntag, den 19. Oktober, fiubct Kirchen Parade sämt­licher Vereine statt. Eine Musikkapelle wird bei den feiern mitwirken.

Lißberg, 10. Okt. Auch unser Städtchen wird die hundertjährige Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Leip­zig festlich begehen. Im Mittelpunkt der Feier steht das Abbrennen eines F r e u d en f eue r s im Burghof am Abend des 18. Oktober. Ter Festgottesdienst findet unter Mitwirkung einer Musikkapelle am 19. Oktober um 1 Uhr statt.

R. Vilbel, 10. Okt. Am 18. Oktober wird der 100* * jährige Gedenktag der Völkerschlacht bei Leipzig auch in unserer Stadt festlich begangen werden. Zur Feier des Tages sind folgende Festlichkeiten geplant: Samstag, den 18. Oktober, findet abends unter Mitbeteiligung des Krie­gervereins und des Turnvereins unter Vorantritt einer Militärkapelle ein Zug nach dem sogenanntenstiußland" einer Anhöhe vor dem Exerzierplatz statt. Dort wird ein großes Freudenfeuer ahgebrauut werdcu, Ansprachen und Gesangsvorträge der Gesangsabteilung des Krieger­vereins werden sich anreihen. Darauf werden in dem Saale Zum Taunus" Gesangsvorträge und turnerische Vorfüh­rungen dargeboten. Am Sonntagmorgen findet Kirchen* Parade des Kriegervereins statt.

Am 18. Oktober wird in allen preußischen Schulen der Unterricht ausfallen.

Mainz 10. Okt. (Priv.-Telegr.) Der Leutnant Pauk Vogt vorn thür. Fußartillerieregiment Nr. 18 wurde vom Kriegs­gericht der 21. Division wegen eines im Juli d. I. in der Hasen- Heide bei Berlin mit dem Rcchtsanwalr Nougcr Berlin ftQttgchibteu Duells zu drei Monaten Festungsdast verurteilt. Die y?rl>aiiblunp fand unter Ausschluß ber Oesfeutlichteit statt._____________________

CitificbiffabrL

Mailand, 10. Okt. Die Wettflüge der Wasterslugzeuge bei E v m o wurden gestern mit ben Proben des höchsten Fluges, i>e3 schnellsten Abfluges vorn Wasser und das gemischte Aufsteigen von Wasser und vom Land beendet. Bei der letzten Probe, an derHirth allein beteiligt war, versanken die Räber des Apparats in beut vom Regen cmfgeweichtcii Boden. Der Apparat kippte um und wurde schwer beschädigt. Der erste GesarntpreiS in Höbe von 10000 Lire wurde Garros zugesprochen, der zweite mit 5000 Lire fiel an Fischer, der dritte mit 3000 Lire an Elxrrnent. Hirth er­hielt zwei Nebcnprcisc, einen ersten von 2500 Lire und einen zweiten von 1500 Lire.

Kopenhagen, 10. Okt. Der dänische Marineflieger Birck, der in der vorigen Woche auf dem hiesigen Flugplatz abstürzte und schwer verletzt wurde, ist seinen Verletzungen erlegen.

Vermischtes.

2 i c Große Goldene Medaille für Kunst verlieb ber Kaiser anläßlich ber Großen Berliner Kunstaus­stellung bem Maler Professor Hans v. Bartels in München, bem Bildhauer Professor Wilhelm Haverkamp in Berlin, dem Maler Prosessor Julius Jakob in Berlin, bem Architekten Stabtbaurat Professor Hans Grässcl in München unb bem Architekten Wirk­lichen Geheimen Oberhofbanrat Ernst v. Ihne in Berlin, bic Golbcnc Medaille für Kunst bem Bilbhauer Hermann Pagels, bem Bilbhaucr Professor August Vogel, bem Maler William Page unb bem Maler Kurth Agthe, sämtlich in Berlin, bem Bildhauer Ed­mund Möller in Dresden, dem Architekten Hans Erlwcin in Dresden, dem Architekten Paul Baumgarten in Berlin nnd dem Architekten Prosessor Bodo Ebhardt in Berlin-Gruncwald, sowie dem ordentlichen Lehrer an ber Kunstakademie in Kassel, Archi­tekten Professor Wilhelm Freilierrn v. Tcttau:

* Feuer im Residenzschloß in Oldenburg. AuS Oldenburg, 10. Okt., wird gemeldet: Heute abend entstand in einem Küchcnslügcl des alten Residenzschlosses ein Brand. Der Feuerwehr gelang es, gegen 10 Uhr das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Großherzoglichc Bibliothek ist gerettet worden. Bei dem Feuer im alten oldenburgischen Residenzschloß gestern abend konnte außer der Bibliothek die wertvolle Kupfcrstichfamm- lung des Großherzogs gerettet werden. Auch die Silberkammer wurde durch das Militär geräumt und erlitt keinen Schaden. Ter Großherzog, ber mit seinen Kinbern aus seinem Wut Lensahn weilt, wurde telegraphisch benachrichtigt. In der Bibliotl>ek bc* indet sich das einzige Exemplar einer niederdeutschen Abschrift dcS Sachsenspiegels, das von unschätzbarem Wert ist.

* Generaldirektor Lindner verhaftet. Aus New Bork, 10. Okt., wird gemeldet: Paul Richard Lind­ner, ber frühere Generalbirektor ber Laud- unb Jnbustricbank Aktiengesellschaft in Berlin, ber nach Verübung von Unterschla­gungen in Höhe von 300000 Mark, bic er burch gefälschte Buchungen unb Bilanzen verbeckte unb Anfang 1913 geflüchtet war, ist auf Veranlassung des deutschen Konsuls hier verhaftet worben. Linbncr, ber am 22. Februar 1913 in New Pork ein* getroffen war, soll kürzlich bei einer (Snquette über landwirtschaft­liche Kredite als Sachverständiger ausgesagt haben, dabei wurde er erkannt und verhaftet.

* Seltsamer Todesfall. In Ofen pest vergaß ber Stellenvermittler Arwai vor dem Schlasengel-en eine auf bem Nachttisch stehende Kerze auszulösckren. Die Kerze siel aus einen dancbculiegenden Revolver. Dieser entlud sich und die Kugel drang Arwai ins Herz, so daß er sofort tot war.

* I m Dampfbad verbrüht. Im städtischen ^Kranken­haus in Görlitz wurde einer 19jährigen Patientin ein Dampfbad verordnet, das so heiß war, daß die Kranke verbrüht rourbe। und eine Stunde später starb. Die SlaatSanwaltschast, beschlagnahmte die Lcick)e. Eine Wärterin wurde vom 2icnft suspendiert. *

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