Ausgabe 
11.10.1913 Erstes Blatt
 
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'Pie heutige Nummer umfaßt 22 Seiten.

sprechen!) vertreten.

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am Ende auch finanzielle Unterstützung- zu leihen. Rechts­schutz- und Auskunftsstellen für Frauen sind schon geschaffen, und sie sollten tatkräftig weiter gefördert werden. Solche Einrichtungen, diskret und weitherzig geführt, können über­

ber t als Drchermeister und Herr V o l ck als Briefträger Ulbrich, beides gut in sich ausgeglichene Charaktere. Herr Vruchwitz als Gendarm bot ebenfalls eine hervorragende Leistung, nur

Deutsches Reiche

Der Reichskanzler

ist Freitag abend in Begleitung des Unterstaatssekrctärs Wahn­schaffe von Linderhof in München eingetroffcn und um 10 Uhr 20 nach Berlin abgereift.

Serbiens Vorgehen gegen Albanien.

B e l g r a d, 11. Oft. Die serbischen Truppen haben alle wichtigen Stellungen an der Wasserscheide zwischen dem Drinsluß und dem Adriatischen Meer besetzt und sofort befestigt. Aus einem von Paschitsch im Klub der Radikalen gehaltenen Expose will man ersehen, daß Serbien im Ein­vernehmen mit den Großmächten die besetzten Punkte in Albanien behalten wird.

Nach Berichten aus Monastir ziehen sich die Arnau- ten zwar auf der ganzen Linie zurück,,doch dürfte die Unter­drückung des ganzen albancsischen Aufstandes gegen Serbien noch etwa eine Woche beanspruchen.

Neues von Schukri Pascha.

Sofia, 10. Oft. Die Pfortc beauftragte den frühe­ren Kommandanten von Adrianopel, Schukri Pascha, aus den kriegsgefangenen türkischen Offizieren Ausschüsse zu bilden, um die in Burgas und Warna internierten Kriegsgefangenen zu empfangen. Der bulgarische Kriegs­minister stimmte dieser Verfügung zu. ___________

Rumäniens Verluste im Zelde.

Wir erhalten folgende Zuschrift eines Herrn, der mit maßgebenden rumänischen Kreisen gute Fühlung hat:

Weite Kreise, und nicht zum wenigsten die Finanzleute, haben sich darüber aufgehalten, daß Rumänien zur Besetzung

aus segensreich wirken.

In weiter Ferne liegen sodann noch die Ziele politischer Rechte, besonders des Frauenstimmrechtes. Tie Art, wie Frl. Helene Lange als Fürsprecherin dieser Forderung' in öffentlicher Versammlung gesprochen .hat, war sym­pathisch und weise zugleich. Sie ist sich dessen bewußt, daß die Mehrzahl der heutigen Frauen zur aktiven Teilnahme am politischen Leben erst erzogen werden müßte. Als die Eingeschlossene^ auf Tauris vom Manne klagend sagte: ihn freuet der Besitz, ihn krönt der Sieg", so hätte sie/ auch wenn ihr als Priesterin und Seherin der Blick in unsere Zeit verstattet gewesen wäre, das Beglückende des Stimmrechts nicht zu hoch eingeschätzt. Wenn die großen Treibjagden der politischen Parteien auch auf das edle Wild der Frauen losgelassen würden, könnte man sich davon eine große Förderung der .Kultur versprechen? Würden die friedlichen Gärten und Gefilde, wo weibliche Eigenart wal­tet, nicht versteint und verödet werden? Tas radikale Heer unter Führung von Rosa Luxemburg würde keinen Grashalm von Gefühlsseligkeit stehen lassen, und, die schwarze Zentrumspartei würde den Himmel in geschäftige Bewegung setzen. In Frankfurt, wo jetzt eine neue Vor­sitzende der Zentralstelle für Gemeindeämter der Fran ein- gezogen ist, hat Frau Rat Goethe, eine der verehrungs'-» würdigsten und herrlichsten Frauengestalten des 18. Jahr­hunderts, einmal folgendes Bekenntnis gemacht:Gott hat mir die Gnade getan, daß meine Seele von Jugend auf keine Scknürbrust angekriegt hat, sondern daß sie nach Herzenslust hat wachsen und gedeihen, ihre Aefte weit aus- breiten können und nicht wie die Bäume in den lang-i welligen Ziergärten, zum Sonnenfächer ist verschnitten und verstümmelt worden." Frau Rat wäre im Sinne der heuti­gen Frauenbewegung vielleicht keinegebildete" Frau ge­wesen, denn mit ihrer Wissenschaft und sogar mit ihrer ortho­graphischen Schreibekunst war es nicht weil her. Und doch hat sie herrliche, inhaltreiche Briefe geschrieben, mit den Wei­marer fürstlichen Persönlichkeiten auf vertrautem Fuß ge­standen und sich überall die höchste Achtung und Liebe er­worben. Ihre oben angeführten eigenen Worte sagen, woran das lag. Würde die politische Schnürbrust dem frischen Wachstum der eigen gearteten Frauenseele etwa besonders förderlich sein? Haben bi*1 grcßen Frauen in der Geschichte ihren weitreichenden Einfluß, auch in politischer Beziehung, nicht auf ihre eigne Weise ausüben können, viel bedeut­samer als durch einen Stimmzettel? Eine der Führerinnen bei der Gießener. Frauentagung hat im Verlauf der Erörte­rungen selbst einmal angedeutet, daß Vorträge und Ver­sammlungen kein Allheilmittel im Leben der Frau bedeut teten. Es sind intimere Kreise, in denen die Fran ihre Bo- gabung und Fähigkeit ausbildet und entfaltet. Das sind auch keine Ziergärten mit verstümmelten Aesten und Zweigen. Wohl uns, daß der Gießener Kongreß auch nicht entfernt eine Aehnlichkeit mit Luxemburgischen Pflanzstätten hatte; dort geht cs zu urwüchsig zu!

ArrsLattv.

Die Organisation des serbischen Po st wese ns mit deutscher Hilfe.

In der serbischen S k u p s ch t i n a erklärte in Beantwortun( einer Anfrage der Minister des Aeußeren, daß die Regierung,ihn ganze Aufmerksamkeit der Frage der Organisation des Postwesens, besonders in den neuerworbenen Gebieten, zuwende und deshalb an die deutsche Regierung das Ersuchen gerichtet habe, einen höheren Postbeamten nach Serbien zu sen­den, der das serbische Pöstwesen eingehend zu studieren und der serbischen Regierung geeignete Vorschläge zu unterbreiten hätte.

Vom Panamakanal.

Aus Panama wird vom 10. Oktober gemeldet: Die Spren­gung des Gamboadammes, der letzten die beiden Meere trennenden Schranke des Panamakanals, durch den Präsidenten Wilson ist heute glücklich erfolgt. Präsident Wilson sprengte den Gamboadamm des Pananamkanals vom Weißen Haus aus durch einen Druck auf den Knopf einer elektrischen Leitung. Zu diesem Zweck waren Drähte und Kabel auf eine Entfernung von über 4000 Meilen miteinander verbunden worden. Die Sprengung, die das Wasser des Gatunsees und des Culebra vereinigt, ent-

hätte ick ihn mir am Schluß etwas weniger unklar gewünscht man hätte schon mehr merken können, daß seine Zerknirschung nur äußerlich ist. Ms Frau Schönherr bot Frl. S t e 11 n er eine schöne, kernhafte Natur, während Frl. Nathusius die tiefe Charakteristik der Frau Seifert nicht völlig auszuschöpfen vermochte. Herr Tworkowski lieh dem Spielwcrrenverleger Reubert eine charakteristische Rvte. .Zu erwähnen sind noch Frl. F r e n z e l als Frau Ermischer, Frl. W e b e r als Magd und Frl. Dagny als Frau Reubert. Die Kinders Sck)önherrs waren durch Frl. Rabe und die beiden kleinen Steuerwalds sinneiit-

I Tageskalender aus dem Jahre 1813»

OTtobe r. Gefechte bei Roslau und Coswig in Anhalt, in denen sich 1400 Mann Preußen gegen 15 000 Franzosen ruhmvoll behauchten.

R o w a k inszeniert worden war, und die als Festvorstellung zum Geburtstage der Großherzogin gegeben worden war. Was Nowal auszeichnet, ist der Sinn für das Gesamtbühnenbild, das besonders in derWeißen Dame" von großem Reiz war. Im Gegensatz zu seiner Tannhäuser-Inszenierung schuf er hier belebte Bühnen­bilder. Gleich gut gelang ihm derZigeunerbaron". Hier zeigte er auch, daß er in die Details gehen kann. So gelang ihm eine Kinderszene im zweiten Akte geradezu glänzend. Der Rundhorizont, der jetzt fast ausschließlich zur Verwendung kommt, könnte eine Auffrischung vertragen.

Ein anderer neuer Regisseur des Hoftheaters ist Bruno H a r p r e ch t. Gleich sein erstes Schaffen: die Inszenierung von ApelsHans Sonnenstößers Höllenfahrt" bewies, daß Darmstadl in Harprecht eine überaus tüchtige Kraft gewonnen hat. Seine Sorgfalt erstreckt sich nicht allein auf die charakteristische Kostü-, mierung und die Maske der einzelnen Darsteller, sondern vor allem auf die Einheitlichkeit der Aufführung. Steht er als Spielleiter auf dem Zettel, hat man Gewähr dafür, daß man eine flotte Vorstellung' zu sehen bekommt. Harprecht wird aber nicht nur dem Theater als Spielleiter große Dienste leisten, sondern auch als Schau­spieler. Leider hatte der Künstler bis jetzt nur wenig Gelegen­heit dazu. Für seine Vielseitigkeit spricht auch die Tatsache, daß er auch als Operettenfänger tätig ist. Das heißt alsSänger" eigentlich nicht, denn seine Stimme erfreut nicht des Menschen Herz.

Der neue Kapellmeister Paul Ottenheimer, der an? Prag zu uns kam, hat viel Temperament, dem aber noch ein wenig künstlerische Zügelung zu wünschen wäre. Diesen Mangel empfand man besonders inAida". Selbst einem Stimmriesen wie Slezak machte Ottenheimer das Leben sauer. Und da ich gerade von derAida" spreche, muß ich der Sängerin dieser Partie, dem Frl. Geyersbach hohe Anerkennung zollen. Sic bestand" nicht nur neben Slezak, wie man zu jagen pflegt, sondern übertraf den berühmten Gast an Gesangskunst und stimm­lichem Wohllaut. Wie schade, daßdie Gey erste ck", wie sie all­gemein nur genannt ivird, nach Wien geht. Mit ihr geht die Zierde des Darmstädter Opernpersonals.

Reben dem Hoftheater hat zu Beginn dieses Theaterwinters nur die Literarische Gesellschaft den Darmstädtern einen Kunst­genuß bereitet. Tie beiden Wiese nth als, Elsa uiw Bertha, tanzten am letzten Donnerstag in dem schauderhaften tpaale der Turngemeinde, der wohl für Schauturnen, aber nicht für. intime künstlerische Darbietungen geeignet iit. Es ist ein eigen -Ling um diese neue Tanzkunst. Sie hat viel Freunde und wohl kaum ernste Feinde. Tanz ist etwas Dionpsisches, etwas, das fortrcipcn loH, also gewissermaßen ein Zustand der Ckstaie. Tritt zu viel Bedacht in diese Kunst, so gibt sie etwas von ihrem Wesen. außMuirt läßt sich letzten Endes nicht sichtbar marfjen. Wer darüber laßt

Vom Darmstädter Umchleben.

Für eine Stadt von der Größe Darmstadts sind ein Theater, zwei große Vereine^ literarischer und musikalischer, einige Chöre von künstlerischer Bedeutung, sechs Symphoniekonzerte der Hof- kapelle und eine ganze Reihe von Privatveranstaltungen künst- lerischer ?(rt eigentlich etwas viel. Cs spricht aber für die Au s- nahmesähigkeit der Darmstädter, wenn trotzdem alle diese Kunst­abende Besucher finden. Roch nie sah ich bei den Köderten des Wagner-Vereins ein Plätzchen leer. Fast das Gleiche iit der Fall bei der literarischen Gesellschaft, die es als ihre besondere Aufgabe ansieht, dem Darmstädter Publikum auch die Leckerbissen der Literatur zu verschaffen. Wagner-Verein wie Literarische Gesell­schaft erwerben sich jahraus jahrein um die künstlerisch-gesellige Belebung der Stadt immer neue und große Verdienste.

Die Führung "auf diesem Gebiete aber will und darf sich das Hostheater nicht entreißen lassen. Da es aber nicht, wie die beiden genannten Vereine, mit einem sicheren Publikum zu rechnen hat, muß es danach streben, auch dem weniger ausgewählten Geschmack zu dienen. Von dieser Freil>eit hat das Theater in der neuen Spielzeit allerdings einen recht ausgedehnten Gebrauch gemacht. Die leichte Kost ist bis jetzt etwas viel verabreicht worden, und deshalb hungert man nun förmlich nach etwas festerer Nahrung.

Die beiden Gastspiele des berühmten Tenoristen LeoSlezak, der den Nhadames in Aida und den Stolzing sang, waren inter­essant, aber kaum mehr. Slezak besitzt, was man so nennt, eine Bombenstimme, die aber in gesangtechnischer Hinsicht nickst voll befriedigt. Aber man soll nicht undankbar sein. Die Neueinstu­dierung oder richtiger die Neuinszenierung desTannhäuser", mit der sich der neue Opernregisseur Otto Nowak in Darm­stadt einführte, verdient zwar Anerkennung, war aber nicht in allen Teilen vollendet. Sehr zufrieden dagegen konnte man mit 1 der Aufführung derWeißen Dame" sein, die ebensalls von

politische Wochenschau.

ff., Gießen, 11. Oft.

f:~ic Tagung des deutschen Frauenkongresses ist so ver­söhnlich und angenehm verlaufen wie der Begrüßungsabend, der ihn eröffnete. Kein Waffenlärm ist in die Welt hinaus- d^j.pugen, und die Männer, die Staat, Gemeinde und Oef- scntlichteit gewissermaßen als Friedensunterhändlcr n die Tagung entsandt hatten, haben dem Gebote sich gebeugt, mit dem tc des Thoas Sinn bezwungen hat: es ziemt dem edlen JJmnn, der Frauen Wort zu achten. Die Frauen, die in Gießen versammelt waren, haben von dem Worte, das auch heute noch die einzige Waffe ihres Geschlechtes ist, ; kiircn maßvollen und klugen Gebrauch gemacht. Es darf freu­dig anerkannt werden, daß keine Kampfparole- ausgegcben Llvurde: alle Teilnehmerinnen schienen in der beruhigenden »Gewißheit zu leben, daß die Frauenbewegung int sicheren L portschreltcn begriffen sei und daß man der Zukunft ver-i i kürfc. In der Tat, die Grundsteine sind gelegt, und . nützliche Arbeit ist schon geleistet worden. Wir haben aus dem Jahresbericht Helene Langes entnommen, daß die Zahl der Mitglieder des allgemeinen Frauenvereins wiederum ge­wachsen ist und daß die praktischen Arbeiten innerhalb einer verbesserten Organisation noch intensiver angcfaßt werden sollen. Es ist anzunehmen, daß es der neu ausgcbauten und vervollständigtenZentralstelle für Gemeindeämter der Frau", die ihren Sitz in Frankfurt hat, gelingen wird, die f Mitarbeit der Frauen in engeren Verwaltungskreisen mehr und mehr zu nützlicher Geltung zu bringen. Nicht nur auf die Heranziehung geeigneter Frauen zu kommunalen Hilfe­leistungen braucht sich dieses Streben zu erstrecken. Wir dür­fen nach den vorliegenden Erfahrungen hoffen, daß auch auf dem Gebiete der Wohnungspflegc, Fabrikinspektion, Sitten- ' Überwachung, die weibliche Wirksamkeit weitere Erfolge er­zielen wird, namentlich wenn es gelingt, zur Ausbildung ! der erforderlichen Kräfte die entsprechenden Ausbildungsein- hAchtungen zu schaffen; in diesem Punkte haben die diesmali- [ gen Verhandlungen noch keine völlige Klarheit und einhellige i chelbewußtheit erreicht. Dem Streben nach erweitertem weib­lichen Einfluß in der Mädchenbildung werden sich nur ' Wenige cntgegenstellen wollen, und so darf man hoffen, daß Mi: Wünsche, die in dieser Beziehung ausgesprochen worden ; sind, sich verwirklichen lassen.

Ein Punkt der Tagesordnung war für weitere Kreise von ganz besonderem Interesse: die Beschäftigung mit den «o'iaicn Konsumtionsproblemen. Frau Irma Wolsf, die über Rilses Thema sprach, konnte naturgemäß nur skizzenhaft das /Mite Gebiet berühren, aber es leuchtet doch allgemein ein, wie zweckmäßig es wäre, wenn verständige Frauen sich zu- sainmenschlössen, um nützliche Erkenntnis, Erfahrung und Geschmack auch in die Kreise zu tragen, wo Ratlosigkeit und Unkenntnis herrscht. Welche Perspektive eröffnet sich für er­folgreiche Feldzüge gegen Modenarrheiten und üoerg'-oße blitzsucht! Hier bietet sich der Frauenarbeit ein weites Feld; die Staats- und Gemeindebehörden würden nach ersprieß­lichen Anfängen sicherlich nicht zögern, solcher Frauenarbeit

Nr. 259

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s- dcr beanspruchten bulgarischen Gebiete 620000 Mann mobil gemacht hatte und über die Donau setzte. Die Mobilisierung derGesamtstreitträfte war aber unbedingt notwendig, daBnl- garten nur auf einen größeren Erfolg im Süden gegen Ser­ben und Griechen wartete, um sich mit seinen früheren Ver­bündeten wieder zu vertragen und alle Streitkräfte der rumä­nischen Invasion entgegenzuwerfen. 100 000 Ruinänen so­viel hatten die Theoretiker für hinreichend erklärt! waren dann rettungslos geschlagen worden. Gegen die rumänische Gesamtmacht konnte Bulgarien natürlich nichts ausrich­ten, zumal wo es im Süden nur Niederlagen erlitt.

Daß Bulgarien im Anfgnge nicht daran dachte, Selr- stria ohne Schwertstreich auszugeben, geht daraus hervor, daß blutige Zusammenstöße stattgcfunden haben. Rach authentischen Mitteilungen betrugen die Verluste der Rumänen im Felde (also nicht durch die Cholera): 40 Tote und mehrere Hundert zum Teil schwer Verletzte.

Emanuel Kremnitz.

Greszenev Stadttheatev.

Kater Lampe.

Komödie von Emil R o s e n o >v.

Gießen, 11. Okt.

Von Cmil Rosenow, dem früh verstorbenen Dichter und inialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, haben wir nur zwei Vrtwrragenbc Werke, das Trauerspiel , D i e i m S ch a t t e n lebe n" und das ungleich bedeutendere Lust,Piel Ka ter L a m pe. in beiden schildert er mit nicht gewöhnlicher Charakterisierungs- hmft die soziale Rot und noch mehr das moralische Elend der icöeren Volksschichten, und wen; mit Ncherein Blick treffliche Ttrtwm in reickmen und eine besondere Handlung lebendig und lielnd durchiuführen. Mit seinem .Kater Lampe ist es Rosenow Fungen, ewes unserer besten Lustspiele zu schaffen, dem in der tuerm deutschen Literatur nur Hauptmanns Bieberpelz an die fi Ät werben kann. Auch in ihren Grundlagen und olaerungen haben beide manches gemeinsam.

^n Kater Lampe erregt der Kater eines armen Drehergeiellen Qorn der Nachbarn, weil er ihnen die)che verschmutzt und innerKatzenfröhlichkeit auch sonst noch allerhand Unfug treibt, lier Spielwarenhändler Reubert, ein reizbarer und heftiger Herr, Mmt nun in den großmäuligen Gemeindevorstaiid, den Geiellen

Amts weaen zur Entfernung der Katze zu veranlaften, und Wer weiß sich keine andere Hilfe, als den Kater einzmiehen und

Gemeindediener in Verwahr zu geben. Hier beichlieyt der Mer als Sonntagsbrateii sein sündhaftes Leben und als ber Melle der eine Erbschaft gemacht hat, sein Eigentum unter Er- Sa tima ter Unkosten vergeblich zurück,ordert, muß ihm der Ge- Lmte?at nicht nur die Unkosten vergüten, sondern auch den !Schaden ^tzen üon Herrn Dworkowski gut vor-

Litef ivar hatte den Stil des Werkes glücklich getroffen und in hru anotroHcn über Darsteller, die ihre Ausgaben txft?n <Brr Goll als Gemeindevorstand schuf ein Ka- 'exfmif ein formvolles, echtes Menschenbild, das 4°M^skintt"ho/mÜtigcn Bcschriinktkeit doch s»Mythisch- SS«

ft Mr fein unb tabelto», »ur der W S°tz rambe etwas fcal gegeben. Eine prächtige .Gestalt schuf auch Herr <L>wu