Ausgabe 
10.7.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. (59

Zweites Blatt

163. Jahrgang

Erscheint täglich rrm Ausnahme des SonntagS.

M°rD£ ßetW ^zeichneten glaubt i«b'g« b^rSEd«!

Fällen hat bet Vorstand, dank arbeiten können, und es haben Menschen gesunden, die diesen, Unterkommen verschafften, so daß anständig ernähren konnten. Im

seiner Verbindungen, wirksam sich bisher immer edeldenkende sogenannten Kopfarbeitern ein sie sich und die I langen wieder Jahre 1912 wurden durch den

hervor, daß

Stadt und

erheben, weil ein in die Straße fallendes Grundstück derart mit Hypotheken belastet war, daß cs von der Stadt nicht erworben werden konnte. Auf Anregung eines Anliegers schlug sie neuer­dings die Kosten doch aus und ließ dabei einen Teil der Straße Salzmaun, der 455,96 Mk. beitragen

Aus dieser Zusammenstellung geht deutlich die NatziowaLliberale Partei ihre Anhänger in

vermerk ist am 11. Juni 191.3 etraqen ivorden.

ui Zeit der Eintragung des aus dem Grundbuche nicht Wellens im Versteigerung?» erung zur Abgabe von Ge- lchncten Gericht anzumelden gqt widerspricht, glaubhaft zu sie bei der Feststellung des ht beruäsichtigt und bei ber gerungserlöses dem Ansprüche en übrigen Rechten nachgesetz!

Donnerstag, lO.Iuli 1913

Rotationsdruck und Dc-rlaq der Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Deuösche Kolonien.

Dien eju.ie/r tno ebenen Teile von Kam erun, die Frankreich an Deutschland abgetreten hat, sind setzt vollständig von Deutschland übernommen worden. Die einzelnen Distrikte sind teilweise an vier verschiedenen Ter­minen in deutschen Besitz übergegangen, 2/3 des neuen Ge­bietes erhielt Deutschland am 1. Oktober 1912, andere Teile am 1. Februar und 1. ?lpril d.J., den letzten Rest zwischen dem östlichen Logone und dem Oua und den Distrikt Bajanga im Juni. Auch Frankreich hat die letzten 2/3 des bisher deut­schen Gebietes zwischen Logone und Limnia erst im Juni übernommen. Der Gebietsaustausch ist somit vollständig beendet. Mit Ausnahme der Gebiete, die erst kürzlich über­nommen sind, ist in allen Gebieten eine provisorische Ver­waltung eingerichtet worden, auch erfolgte die Verlegung von .Kompagnien der Schutztruppe in die neuen Gebiete. Es handelt sich zunächst nur um eine schwache Besatzung in den Grenzdistrikten nahe den alten Gebieten, da zu­nächst die neuen Gebiete erforscht werden sollen. Iw ganzen werden sich brs jetzt 500 Polizeisoldaten und 100 Mann weißes Personal (Schutztruppe und ^Zivilpersonal) in den neuerworbenen Gebieten befinden. Im allgemeinen ist die Besetzung ohne Schwierigkeiten erfolgt, doch muß bei der weiteren Inangriffnahme der Pazifierung mit Schwierig­keiten gerechnet werden, da in einzelnen Teilen die Ein- gebxneiien verhetzt zu sein scheinen, teilweise auch Weiße nur selten gesehen haben, da Frankreich nur eine nominelle Besitzergreifung früher durchgesührt hatte. Die Grenzexpe­ditionen können ihre Arbeiten nur langsam abwickeln, da sie Gebiete ohne Wege, teilweise im Sumpf und Urwald, zu erforschen haben. Die- Expeditionen beider Staaten arbeiten .Hand in Hand, Mißhelligkeiten besonderer Art sind bisher, nicht voraekommen. Ihre Arbeiten werden aber längere Zeit in Anspruch nehmen als vorgesehen war. Die Organi­sationspläne für die Verwaltung und die Schutztruppe in den neuen Gebieten werden jetzt vom Gouvernement be­arbeitet, im nächsteii Kolonialetat wird in einer Denk­schrift hierüber Aufschluß gegeben werden und über die Arbeiten in Neukämerun Bericht erstattet werden.______

tigten Arbeiter suhlen läßt, daß er schon einmal vorbestraft ist. Wer dies tue, handle unsozial und lieblos und stoße gar häufig einen Menschen, der mit den besten Vorsätzen aus dem Gesängnis geschieden, wieder in das Elend zurück. Eingelzend zeigte er dann an Hand der Vereinsakten, dabei aus einzelne Fälle eingehend, wie der Schutzverein arbeitet, um entlassenen Gefangenen zu helfen, wie er über eine vorzüglich Organisation verfügt, um die besse­rungsfähigen Elemente unter den Gefangenen zu ermitteln. Der Verein trage zwar einen gewissen behördlichen Charaller, merk­würdig sei sicher, daß der Vorstand nach einem alten Herkommen vom Landesherrn ernannt werde, trotzdem aber handelt es sich um einen privaten Verein, der eine soziale Fürsorge entfalte im Jnterefse der Allgemeinheit. Der Schutzverein habe sich von Jahr zu Jahr mehr entwickelt, die Beiträge seien größer geword n, aber auch die Ansprüche an die Vereinsmittel seien gewachs n. Es sei erfreulich) daß von den Pfleglingen, die mit Unterstützung des Vereins wieder ins bürgerliche Leben zurückgekehrt seien, 60 Proz. nicht wieder straffällig geworden seien und als nütz­liche Mitglieder der Gesellschaft eine Existenz gefunden haben. Geheimrat Dr. Preetorius bemerkt, daß es für den Arbeiter und den Handwerker verhältnismäßig leicht ist, durch den Verein Arbeit zu bekommen. Aber doppelt schwierig sei es für den Kauf­mann, den Schreiber, den Beamten, na(n beendeter Strafver­büßung eine passende Stellung zu finden, besonders wenn es sich um den Ernährer einer Familie bandelt. Aber auch in solchen

Redaktion, Expedition und Druckerei: Scknl- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:S-EH2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

DieHieheuer Zamilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Krcisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Di»Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

heim behauptete dagegen, daß die Kosten erst geltend gemacht werden könnten, wenn die Berechnung ausgemacht sei. Ties sei zur Zeit der Zwangsversteigerung noch nicht der Fall gewesen, mithin habe die Forderung aud. nicht geltend gemacht werden können Ter Provinzialausschuß wies die Klage als unbegründet kostensällig ab.

2. Gesuch des Arbeiters I. T. zu Gießen um Er­teilung eines W a n b e r g c w e r b e s ch e i n s. T. will Han­del mit altem Eisen, Knochen und Lumpen betreiben und bat um den dazu erforderlichen Wandergewerbejchein ersucht. Tas Polizei- amt sprach sich gegen die Erteilung aus, weil T. arbeitsscheu und dem Trunk ergeben ist. Aus den gleichen Gründen wies der Pro­vinzialausschuß die Mlage des D. auf Erteilung des Wander­gewerbescheins kostensällig ab.

3. Beschwerde des Adam K r o m m II. zu Schotten gegen die Heranziehung zu den FaselunterHal­tungskosten. Das mit der Aufnahme des Viehbestandes in der Stadt Schotten beauftragte Gemeinderatsmitglied fand bei Kromm 4 Stück Vieh vor, von denen es zwei als Schlachtvieh außer Betracht ließ, die anderen beiden aber als fprungsähig in die Liste aufnahm. Kromm erklärte ihm zwar, das Tier komme nicht zum Bullen, gab aber einen Grund hierfür nicht an. Er wurde mit 2mal2Mk. zu den Faselunterhaltungskosteit heran- gezogen. Hiergegen reklamierte er und gab an, die eine Kuh habe seit längerer Zeit Scheidevorsall und solle aus ärztliche An­ordnung nicht zum Bullen, so daß er für diese nichts zu zahlen habe. Der Kreisausschuß des Kreises Schotten wies die Beschwerde des Kromm als unbegründet ab. Kromm legte gegen diese Ent­scheidung Berufung ein, jedoch ohne Erfolg, denn der Provinzial- ausschuß verwarf sie als unbegründet kostenpflichtig.

4. Gesuch des Georg Gröninger X. z u Ockstadt um Erlaubnis z u m Betrieb einer Gastwirtschaft. Die Bedürsnisfrage für die gevlante Wirtschaft war von dem Ge­meinderat verneint worden, weil Ockstadt bei 1400 Einwohnern schon 7 Wirtschaften besitzt. Der Kreisansschuß des Kreises Fried­berg wies deshalb das Gesuch ab. Auf die Berufung des_Gröninger bestätigte der Provinzialausschuß in seiner heutigen Sitzung das Erkenntnis des Kreisausschusses.

Arbeiterbewegung.

Lodz, 9. Juli, lieber tausend Arbeiter der Baum­wollspinnereien Jakob fieftenberg, Gesellschaft Grohmann, Leinenmanufaktur Bennich-Aktiengesellschast, sonne drerhun- b e r t der Gießerei-Gesellschaft Jona und der Maschinenfabrik Borgt stellten die Arbeit ein. Die Baumwollspinnerei Julius Kindermann, die 800 Arbeiter beschäftigt, wurde wegen des Streikes geschlossen.

i? ein der Versteigerung end haben, werden ausgeforderl, >§ Zuschlags die Aufhebung Dung des Verfahrens herbei-

für das $cd)f der Ve» ü UM ncheitzeckn

Ans Stadt nnS Candr

Gießen, 10. Juli 1913.

** Le h r a m t s p e r s v n a l i e n. Der Großherzog Imt den Lehramlsassessor Dr. Karl Brück aus Nieder-Jngel- heim zum Oberlehrer au der Realschule und dem Pro­gymnasium zu Bingen ernannt.

* L e h r e r p e r s o n a l i e n. Dem Lehrer Gg. Roth zu .Hörgenau wurde eine Lehrerstelle zu Annerod und dem Schulamisaspiranten Max H albe r st a d t aus Schupbach (Preußens eine Lehrerstellc zu Büdingen übertragen. Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stadecken, mit der Organistendienst verbunden ist.

** A r b e i t e r u r la u b s r e i s e. Der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung veranstaltet im .Herbst d. I., voraussichtlich am 14. September beginnend, eine Är- beiterurlaubsreise durch das Reckartal, die so ge­dacht ist, daß die Teilnehmer sich aus die Dauer von vier oder acht Tagen anschließen können. T-ie Reise soll mit körperlicher Erholung, mir den Genüssen der schönen Land­schaft auch geistige Förderung verbinden. Tie Znsaminen- setzung der Reisegesellschaft wird, wie bei den Boltsaka- demie'n, so sein, daß Leute aus den verschiedensten gesell­schaftlichen Schichten teilnehinen. Auch die Teilnahme einiger Herren, die für geistige Belebung der Reise während der Wanderungen und der abendlichen Ruhepausen sorgen, ist gesichert. Dank der Verbinduttgen, die der Rhein- Mainische Verband in seinen örtlichen Organisationen im Neckargebiet besitzt, ist es möglich, die Reisekosten so zu beschränken, daß sie sich, einschließlich der Eisenbahnfahrten, mir 5.50 Mk. durchschnittlich im Tage bestreiten lassen. Berührt werden: Heidelberg, Neckarsteinach, Hirschhorn, Eberbach, Mosbach, Gundelsheim, Jagstseld, Wimpfen, Heil­bronn, Weinsberg, Marbach, Stuttgart, Wildbad und Karls­ruhe. An den meisten Abenden sind gesellige Berat - staltungen mit rednerischen und musikalischen Darbietungen im Kreise der Volksbildungsfreunde der einzelnen Orte vor gesehen. In Marbach wird den Teilnehmern das Schiller- Museum .geöffnet, und in Stuttgart wird ihnen durch be­sonderes Entgegenkommen eine Vorstellung int Hoftheater unentgeltlich zugänglich gemacht werden. Ein Reiseplan wird noch ausgearbeitet und den Teilnehmern seinerzeit zu­gestellt werden. Teilnahmslustige Personen werden gebeten, sich bei den Vorständen der Ortsgruppen des Rheiy- Mainischen Verbandes ihrer Wohnorte melden zu wollen Wo solche nicht bestehen, wolle man seine Meldung direkt an die Geschäftsstelle des Rhein-Mainischen Verbandes Frankfurt richten. Auch Arbeitgeber, die Leute ihres Be­triebes anmelden wollen, werden gebeten, sich an die gleicht Stelle zu wenden.

Landkreis Gießen.

g. Mnschenheim, 9. Juni. Dte Eheleute Johannes Reif I. feierten vor einiger Zeit ihre goldene Hochzeit Jetzt wurde ihnen eine Ueberraschung zu teil, indem sie von Großherzog dessen Bild mit eigener Unterschrift erhielten.

Grünberg, 9. Juli. Die Kinder aus der Umgegent beschäftigen sich gerne mit dem Pflücken von Erdbeeren u bat Wäldern. Die Erdbeeren bringen fic hierher zum Verkauf Der Tops wurde seither mit 30 Psenuig bezahlt, jetzt erhalten si dasür den doppelten Betrag. Dabei sind die Erdbeeren gering wertig, weil sie durch den Wintersommer klein und unentroitfcl geblieben sind. Ueberhaupt ist die Beerenerute recht mäßig.

Kreis Alsfeld.

0 Niedcr-Ohmen, 8. Juli Ein Ti ebstahl wurd hier "bei Gastwirt Langohr II. ausgeführt. Ter Dieb stieg nad Mitternacht auf eine Fensterbank, grrf durch das Oberlicht hin durch uub holte mehrere Kistchen Zigarren heraus. Ein Eisen bahnbeamtcr überraschte den Tieb und zog ihn am Hosen bein herunter. Aus dem Heimweg verlor ber Liebhaber billiger aber guter Zigarren 23 Stück. Tie hiesige Gendarmerie ion bei ihm noch 27 Stück derselben Sorte vor. Tie anderen Miurbe waren beseitigt. In derselben Nacht wurden einigen Be wohnern die Fenster eingeworseu.

O Ruppertenrod, 9. Juli. Eiuem hiesigen Manineben züchtcr wurden am Hellen Mittag drei junge Tiere von einer sremden Jungen aus dem auf dem Hofe beftnblirixnt .Maite gestohlen. Der Eigentümer war mit seiner Familie tu de Heuernte, der Junge wurde aber von einemMachbarkinde bemerk

Kreis Schotten.

8 Bobenhausen, 9. Juli. Unser neuerbautes schul Haus geht seiner Vollendung entgegen;, man 0* ber Inneneinrichtung beschönigt. Tie Einweihung des Neubaues, t

Die Rerchrtagswahlergebniffe nach Ortsgröhenklaffen.

Das Kais. Statistische Amt hat das dritte Heft zu den Reichstagswahlen 1912 herausgegeben. Tas erste Heft ent­hält Wahlergebnisse nach den einzelnen Wahlkreisen, Staaten und Landesreilen, das zweite Heft die abgegebenen Stim­men, die Bestandteile der Wahlkreise und ihrer Bevölkerung sowie ein Verzeichnis der Abgeordneten. Tas nunmehr vor­liegende dritte .Heft bringt eine Zusammenstellung nach Ortsarößen klassen.

Zusammengefaßt ergibt sich folgende Tabelle:________

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhefien

&'***

iden s-»si

Land am gleichmäßigsten von allen großen Parteien ver­teilt hat. Lhr Anteil an allen drei Ortsgrößenklaffen ist fast derselbe; er schwankt nur zwischen 12,8 und ^15 Prozent, also um 2,2 Prozent. Demgegenüber beträgt die Schwankung bei der Bvlkspartei 6,8, beim Zentrum 9,6, bei den Konser­vativen 14,5 und bei den Sozialdemokraten gar 30,3 Proz. Bei den kleineren Parteien ist die Schwankung natürlich niedriger.

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9S.W.

.uberM^.KtznSbrrich,z -WLZSs !wtÄw;s.

w Kesselbach

«Ä ksteigerung. *lc" Srunbftücfe, bicjur ! -cr'ttigerungsvemelks auf dm Ml in Gietzeu im waren, sollen juft 1913, vorm. 93/j Uhr, e ®trW M ^uftijgebäubt veritrignt werden.

erfolgt im Wege der Zwangs -

eiqerungs- "schien

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ist am 20- * jngjöectnt i

zur 3elt Wffitnb6ud)C ».* , aus dem ® . <jtrjW9l d st-

nordirM L allitnn*ri

Verein 200 Psleglinge neu ausgenommen, von denen bisher s'chs wieder gestrichen werden mußten. Von den verbleibenden 194 Pfleglingen (1911: 236 >, waren 42 weibliche Gefangene (1911: 39). Dem Familienstand nach waren 57 i62> Pfleglinge noch ledig, 135 (163) verheiratet, 5 verwitwet oder geschieden dl). Zum erstenmal bestrast waren 73 <80121 waren bereits vor­bestraft (156).

Dem Wohnsitz nach entsallen von den Pfleglingen auf Star­kenburg 100 54 Proz., auf Rheinhessen 69 36 Proz., aut I Oberhessen 20 = 10 Proz: im ganzen also 189 in Hessen, wozu noch 5 Auswärtige kommen. Tie Kreise mit vorwiegend In­dustrie, mit größeren Städten, in denen die Kriminalität erfah­rungsgemäß eine größere Ziffer aufweist als in ländlichen Be­zirken, weilen auch viel Pfleglinge auf, so die Kreise Tarm- stadt 44, Ossenbaw 32, Mainz 40 und Worms 20. Von beit Pfleglingen haben ihre Strafe verbüßt in der Zellenstrafanstüt Butzbach 123, Landeszuchthaus Mariensckloß 6, Arresthaus Tarm- ftabt 15, Arresthaus Mainz 36, Arbeitshaus Tieburg 6 und in nichthessischen Anstalten 8. Ter Religion nach waren 123 evangelisch (63,4 Proz.), katholisch 70 36,1 Proz. > und 1 israe­lisch (0,5 Proz.). Dem Lebensalter nach waren unter 20 Jahren: 20, zwischen 2030 Jahren: 76, zwischen 3040 Jahren: 69, zwischen 4050 Jahren: 23, zwischen 5060 Jahren: 3, über 60 Jahre: 3 Psleglinge.

An Unterstützung wurden im ganzen aufgewendet: 8232 Mk., und zwar für die Provinz Starkenburg 4915 Mf., für die Provinz Rheinhessen 2596 Mk. und für Oberhessen 1522 Mk., wozu noch 122 Mk. Unterstützungen für Leucke kommen, die keine Pfleglinge sind. Die Einnahmen des Vereins betrugen im abgelauseuen Jahr 12 663 Mk., darunter Beitrage der Mitglieder 7201 Mk. und besondere Geschenke 1215 Mk. Das verzinslich angelegte Vereinsvermögen beläuft sich auf 56 556 Mk., so daß an Kapital- zinsen zur Einnahme flössen 1919 Mk. Ein unverzinsliches Ver­mögen von 4201 Mk. ist an Pfleglinge airsgeliehen, die im ab­gelaufenen Jahre davon* 221 Mk. zurückgezahlt haben.

Bon den Pfleglingen find 58 wegen Diebstahl und Unter­schlagung, 28 wegen Betrug und Untreue, 24 wegen Körper­verletzung, 21 wegen Verbrechen und Vergehen wider die Sitt­lichkeit, 12 wegen Verbrechen und Vergehen Mder das L'ben, 8 wegen Urkundenfälschung, 9 wegen Begünstigung und Hehlerei, je 6 wegen Verbrechen und Vergehen gegen die öffentliche Ord­nung und wegen Landstreicherei, Bettelns, mangelnden Unter­kommens, 5 wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidi­gung und Bedrohung, je 4 wegen Verbrechen im Amte und wegen Meineid und Falscheid, 3 wegen Verbrechen und Vergehen wider die persönliche Freiheit und je 2 wegen Raub und Erpressung, wegen Sachbeschädigung und wegen gemeingesährlicher Verbrechen und Vergehen bestraft.

In der Aussprache fragte Kirchenrat Pfarrer Schlosser an, woran es liege, daß für die Provinz Oberhessen im Verhältnis zu den beiden anderen Provinzen verhältnismäßig nur ein ge­ringer Betrag für die Fürsorge an Gefangenen aufgewendet werde. Der Vorsitzende, Geheimrat Tr. Preetorius, verwies daraus, daß Oberhessen mit seiner überwiegend landwirtschaftlichen Bevölke­rung der Fürsorge weniger bedürfe, als die anderen beiden Pro­vinzen, wo starke Industrie sei und die Bevölkerung auch dichter wohne. In Oberhessen beschränke sich die Kriminalität mehr aus Vergehen und leichtere Verbrechen, weshalb hier die Hilfe des Vereins iveniger in Anspruch genommen werde.

Direktor Clement von der Zellenstrafanstalt Butzbach wies daraus hin, daß die aus der Strasanstalt entlassenen Menschen sehr der Bekleidung bedürften, um wieder in das bürgerliche Leben zurückkebren zu können. Ein zerlumpt einhergehender Mensch sindet gewöhnlich keine Arbeit. Es sei Menschenpslickt, hier mit abgelegten Kleidern, Kopfbedeckungen, Stiefeln, Strümpfen usw. zu helfen. In den Städten seien zu diesem Zweck überall Kleidersammel­stellen eingerichtet. Man möge die Schränke nachsehen, und was abkömmliih, abliesern. Oberstaatsanwalt Hoffmann verwies dar­auf, daß in Gießen im Provinzialarresthaus eine solche Sammel- stclle für Kleider bestehe, doch werde ihr neuerdings durch die Brockensammelstelle Abdruck getan. Er bäte aber doch, sich vor­kommenden Falls an die Arresthausverwaltung zu wenden und dahin Kleider abzuliefern.

Mit der Genehmigung der Rechimng des Voranschlags für 1913 und der Wiederwahl der Ausschußmitglieder sand die Tagung ihr Ende.

Provinzial-Ausschutz der Pvovinz Oberhessen.

Gießen, 9. Juli.

Anwesend: Regierungsrat Welcker als Vorsitzender und sechs Mitglieder. Beginn 9 Uhr, Ende 12 Uhr.

1. Klage de s H. Salzmaun zu Bad-Nauheim gegen die Stadt Bad--f)rauheim wegen Heran­ziehung zu den Ge l ä n d ec r w e r bsko st eu für d i_c 111 i n g e r Straßezu Bad-Nauheim. JDic Usinger Straße ist schon seit dem Jahre 1899 ausgebaut, die Stabt Bab Nauheim konnte aber die Gcländeerwerbskosteu nicht von den Anliegern

ßefiitoer Lchutzverein für entlassene (Befangene.

* th. Gießen, 9. Juli.

Gestern ^nachmittag sand im Sitzungssaal des Regierungs-' aeböudes auf dem Landgraf-Philipp-Platz die a^itzeroröentlich zahl­reich besuchte ordentliche Mitgliederversammlung des Jochutzverems

rl1bn er al ftnatanroa11 Geheimrat Dr. Prcc -

>nrius begrüßte die Vertreter des Mimstermms, oes Ober, konsistoriums, der Provinz Oberhessen der Justiz und drc, fonft «Eenen zahlreichen Herren und Damen. Er lotete feinen Äre-bericht mit dem Hinweise ein, dre ^ckmtzlinge des Vereins ^ayrevv / trüber daß ihnen von ihren ArbeitSgenonoi

Mten mit Mißachtung begegnet iverdc, unb daß man sie vorläusig unberücksichtigt. Salzmann der 455,96 beitragen

r-SL Ynffe daß "stc |ckwn einmal bestraft seien. Es sei dies ia soll, erhob gegen die Anforderung diefes Betrages Widerfpruch.

bebSid, K doch auch menschlich begreiflich, denn Er stützte ihn daraus, daN er das thm gehörige Grundstück iM >Meni'ckeii so' man be-gegrrei jedem, ber schon Zwangsveritergerungsverfabren erworben und die Stadt in diesem

gehe den mosten -'-^Mckm w. Vorurteil. Aber sehr 1 eine Forderung an Geländeerwerbskosten nicht geltend gemacht

bäuerlich ist^es, wenn ein ArL?M!er. den von ihm beschös- habe. Mithin sei er nicht zahlungspflichtig. Die Stadt Bad-Nau-

Jum 1913.

Amisgericht. (B'S

s -er Grundstücke.

legen, 3Mb 21 Statt 948:

qm Hosteite am tauge»19) 61336

i qw Grabgarten J Hk. 660N

DaS Reich

Die Ort« sck allen mit weniger als 2(0) Einw. üoer- 1 o/ Haupt I /o

Die Ort- schäften mit 2000 bis unt. 10000 (Sinn).

Dte Ortfch ft. mit mindest. 10000 Einw. und darüber

über- n,

über­haupt

0- 0

über­haupt

7o

bauet n

Bevölkerulig Wahlbereckt. Wahlbetelli- gimg -

64925993j

14442387

12260731|84,9

25872183

5731070

4866422

84,9

12273206

2672426

2247044

84,1

26770059

6038891

5147265

85,2

abg. gültige

Stimmen.

Teutsch-

Konservat

12207632,

1126270 9,2

4845438

845760

17,5

2237361

127617

5,7

5124833

152893

3,0

Reichspartei

367156 3,0

223600

4,6

58507

2,6

85049

1,7

Tt. Reform- Partei . .

51898 0,4

29790

0,6

10429

0,5

11679

0,3

Wirtsch.Ver- einignnq

304557 2,5

196032

4,1

50179

2,2

58346

1,1

Nationallib.

1662670 13,6

622008

12,8

335425115,0

705237

13,8

Forlschrittl. Volksp.

1497041 12,3

427739

8,8

269968

12,1

799334

15,6

Zentrum ..

1996848116,4

991778

20,5

442794

19,8

559276

10,9

Polen . . .

441744 3,6

280075

5,8

70895

3,2

90774

1,8

Sozialdem.

4250399)34,8

920505

19,0

802172

35.8

2527722

49,3

Andere Par­teien . . .

387359 3,2

267752

5,6

53043

2,4

66564

1,3

Unbestimmt Zersplittert

112198 0,9

32706

0,7

14095

0,6

65397

1,3

9492 0,1

4693

0,1

2237

0,1

2562

0,0