Ausgabe 
8.3.1913 Viertes Blatt
 
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viertes Blatt

M- Jahrgang

Nr. 57

Erscheint tii glich mit Ausnahme des Sonntags.

cs

Vermncbtes

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regeln.

Ter Wahlpriifungsausschuß

7'.

Ein Stand bild für Präsident Paul Krüger. 3m Prinzessinnenpark in Prätoria, gegenüber denn alten Kirchhof, auf welchem Präsident Paul Kri'iger begraben liegt, ilt letzt jein Standbild ausgestellt wordeit, das bereits vor dein Untergange der Unabhängigkeit von Transvaal durch den in Rom lebenden Bildhauer A. van Wonw gesckmffen war. Es stellt die mächtige Erscheiming Paul Krügers im geschlossenen Gebrock, die Prass- dentenschärpe darüber >und den Zylinder auf dem! Haupt, die rechte Hand auf einen Stock gestützt, in der linken eine Papierrolle mit der Verfassung von Transvaal dar.

Redaktion, Expedition und 3)ruderet: Schul« strafte 7. Expedition und Verlag: e=^)51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

m. B a d - N a u h e i m , 5. März. Der Vortragsvereiii hielt gestern abend seine Mitgliederversammlung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. K a y s e r ab. Der Jahres­bericht stellte ein weiteres erfolgreiches Fortschreiten fest. Im abgelaufenen Jahre fanden 6 Veranstaltungen statt, 2 Kon­zerte und -1 Vorträge. Der hohen Kosten wegeii mußte von einem Backhaus-Abend abgcseheii werden, doch ist der Künstler für das nächste Winterhalbjahr gewonnen worden. Die Mitgliederzahl ist gestiegen und beträgt jetzt 262. Stadtrechner Stamm er erstattete den Geschäfts- und Kassenbericht. Die Rechnung beträgt in Einnahme 1834,48 Mark und in Ausgabe 1547,28 Mark. Notar Stahl fragte hierbei wegen der Stempelabgabe bei Ver­anstaltungen des Vereins an, wozu der Vorsitzende bemerkt, datz mit dem Kreisamt für die Höhe der Stempelabgabe eine.Einigung stattgefunden habe. Der aus 42 Mitgliedern bestehende Ausschuß wurde iviedergewählt. Zu einer Ergänzung des Ausschusses wur­den gewählt: Lehrer Fleischhauer-Rödgen, Pfarrer Weck-Stem- surth, Baurat Gombel-Friedberg, Pfarrer Hemmes, Friedrich Kuieriem I., Emil Rosenthal und Lehrer Welnheim-Bad-Nau- heim. Durch Zuruf wurden der 1. Vorsitzende Bürgermeister Dr. Kayser, der 2. Vorsitzende Sanitätsrat Dr. Baur, als Bei­sitzer Dr. Häberlein und Lehrer Hofmann und als Geschäftsführer Stadtrechner Stamm wiedergewählt. Ans der Versammlung wurde dem Wunsch Ausdruck gegeben, daß die Veranstaltungen nickst immer mit denen des Friedberger Musikvereins zusammenfallen möchten.

Ter Bnbqetausschnß und die Kolonien.

Der Budgetausschuß kommt in der Vorberatung des Kolonialvoranschlags dem Plenum kaum nach. Nachdem beim Gehalt des Staatssekretärs im Plenum über Neu- Guinea und Samoa schon eingehend gesprochen ist, stehen diese Voranschläge heute im Ausschuß zur Beratung. Bet Neu-Guinea gab der Schutz der Paradiesvögel erneut An­laß zu dringenden Vorstellungen. Es wird schließlich eine von den Sozialdemokraten eingebrachte Entschließung über das Verbot des Abschusses einstimmig angenommen. Ein Zentrumsmitglied spricht für den Plan einer weiteren Erforschung Neu-Guineas durch Luftschiffe. Es scheint viel tärker bevölkert zu sein, als man annahm.

Der Voranschlag für Neu--Guinea wird erledigt und der iir Samoa en bloc angenommen.

K i a u t s ch o u.

Der Voranschlag für Kiautfchou und das Ostasiatische Märinedetachemcnt enthält einen einmaligen Ausgäbdtitel von 340140 Mk. zur Beschaffung von Ausrüstungsgegen­ständen für das verstärkte ostasiatischc Marinedetachement. Die Berichterstatter Nacken (Ztr.) und Dr. P a a s ch e (nl.) beantragen, statt dieses Postens und statt der Fassung der Zweckbestimmung 1 734 919 Mk. zu setzen für Maß- nahinen zum Schutze deutscher Interessen anläßlich der politischen Unruhen.. Staatssekretär v. Tirprtz ist mit diesem Antrag einverstanden.

Eiii Vertreter des Auswärtigen Amts macht vertrau­liche Mitteilungen über die politischen Verhältnisse in China und befürwortet zum Schluß daran anschließend die Verstärkung der Schutztruppe um 500 Mairn. Ein Sozial­demokrat spricht dagegen. Gegen ihre Stimmen wird der Antrag der Berichterstatter angenommen.

Auch der Voranschlag für Kiautfchou wird bewilligt. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung nach Ostern am 3. April steht der Voranschlag des Auswärtigen Amts.

Sport«

Fußball. Am Donnerstag traten sich die Schülermann' schalten Oes V. f. B. und Spv. von 1900 im Privatspiel. Das Spiel endete 1:1 unentschieden.

HatzsSel.

g. Staufen b'erg, 7. März. Mau hat allenthalben viel von hohen Brennholz preisen in diesem Winter be­richtet. So war es auch hier bei der heutigen Brennholz­versteigerung. Es wurden so hohe Preise erzielt, wie sie hier noch niemals zu verzeichnen waren.

X Nidda, 7a. März. Bei der von der Oberförsterei heute abgehaltenen H o l'z v e r st e i g e r u n g wurden mäßig hohe Preise erzielt. Es kostete 1 Rm. buchen Scheitholz 79 Mk., buchen Knüppel 45 Mk. und Stöcke 34 Mk. Der größte Teil des ausgebotenen Holzes bestand aus Scheitern 1. Klasse.

DieGießener Smnilknblätter werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Straßburg, 6. März. Vor dem Schöffengericht Straft- burg-Schiltigheim begann heute unter ungeheurem Andrang des Publikums ein sensationeller Kn r p f u sch er p r o z e ß , zu dem 13 Belastungs- und 35 Entlastungszeugen aufgeboten sind. Die Verhandlung wird zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen. Unter der Anklage des Betrugs hat sich die 24 jährige ehemalige Näherin Marie Mathis, weit bekannt unter dem Namen die Schläfere von Schille" ldie Schäferin von Schiltigheim), und ihr Bruder Julius Mathis von Schiltigheim zu verant­worten. Die Mathis genoß beit Ruf, daß sie mit besondrer hypnotischer Kraft ausgestattet sei unb in der Hypnose die wunder­barsten Krankenheilungen vornehmen könne. Ihr Kundenkreis war sehr groß. Vor mehreren Monaten wurden aber von ver­schiedenen Seiten Zweifel an ihrer hypnotisck-en Begabung laut, und man warf ihr vor, daß sie mit einem und demselben Medi tarn ent alle Krankheiten heilen wolle.

Die Geschwister M athis-Schiltigheim wurden von der Anklage wegen Betrugs freigesprochen, dagegen wegen verbotenen Wahrsagens tu ie 10 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Entlastungszeugen, die sich aus den verschiedensten Ständen znsammensetzten behaupteten, daß ihnen die Kunst der Aerzte nickst geholfen habe, wohl aber dieSchlofere".

Landwirtschaft.

Wallenrod, 7. März. Am Mitttooch hielt Dr. Lug­ger aus Kassel einen Vortrag über Anwendung der künst- lich en Düngemittel. Der Vortragende ging von den zur Ernährung der Pflanzen nötigen Nährstoffen aus und erklärte die ''Anwendung der künstlichen Dungmittel für die verschiedenen Fruchtarten unter Berücksichtigung der Bodenverhältnisse. Von Stickstoffmitteln empfahl er besonders das schwefelsaure Ammo­niak, das hinsichtlich der Wirkung den Chilisalpeter vielfach über­treffe und auch weg eit seines niedrigen Preises letzterem vorzu- ziehen sei. Von der Verwendung des Peruguanos riet er wegen des zu hohen Preises ab.

Q Kirchhain, 7. März. Unter dem Vorsitze des Land­rats v. Löwenstein tagte im Bahnhofshotel die Herdbuch­gesellschaft der Kreise Marburg und Kirchhain für das Vogelsberger Rind. Aus dem Jahresbericht ist zu er- wähnen, daß die Mitgliederzahl von 101 auf 109 gestiegen ist. Man besprach die erste Verbandsausstellung in Biedenkopf, wo eine Anzahl Mitglieder so gut absckyritt uni) beschloß schließ­lich, von einer Beschickung der Ausstellung der deutschen Land- tvirtschafts-Ausstellung in Straßburg Abstand zu nehmen.

Samstag, 8. !Närz W3

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerer.

R. Lange, Gießen.

t)-Konfekt

Das

Nur den MiHrtagraurschüssen.

Berlin, 7. März«.

Der Leuchtölausschnß

ging heute in die Osterferien. Er führte die Beratung des tz 4 Organisation der Vertriebsgesellfchaften zu Ende durch Annahme eines die Abschreibungen regelnden Antrags und Armahme des § 5, in dem der Bundesrat ermächtigt tötrb, besondere Bestimnrungen über die Beschaffenheit des Leucht- oV- zu treffen, die Art der Zufuhr des Leuchtols an den Kleinhandel mit Leuchtöl bezüglich der Preisordnung 'zu

es, die Stimmung zu heben. A

Gegen 9 Uhr abends kamen wir endlich in Bewegung. Wah­rend in der Westfront die Scheinwerferreflektoren fortwährend spielten und ihr weißes Licht über das nächtliche Gefilde .sandten, marfchierten wir, durch tiefes Dunkel gedeckt, dahin. Nach einer Stunde stießen wir auf die bulgarischen Vorposten. Borne, rechts, links fielen vorerst einzelne Schüsse, knatterte es aus Gräben aut. Daim plötzlich, als ob diese Schüsse eine große Explosion ent­zündet hätten, sehen wir uns einer langen Feuerlinie gegen­über und schon griff auch die bulgarische Artillerie wie ein brüllendes Ungetüm ein. Gleich die ersten Schüsse fielen in.unsere Reihen. Dieser nächtliche Kampf wurde entsetzlich. Es rasten die Maschinengewehre, dröhnend polterten die Kanonen.

Da wir über die Stärke und Richtung des feindlichen Vor­gehens vollständig im unklaren waren, verloren in der Dunkel­heit in diesem umvegsamen, von Gräben durchzogenen Terrain einzelne Abteilungen jede Verbindung und Direktion. Unsere Re­serven gelangten nach vorne, und ohne eigentlich zu nullen, wo der Feind sei, erhielten sie Befehl zum Vorwärtsgehen rn dieser ungewissen, von grellen Feuerblitzen dyrchrissenen Finsternis. Wir wußten nicht, ob wir den Feind oder die Unsrigen beschollen. Unbarmherzig warfen die bulgarischen Batterien ihren tödlichen Geschoßhagel über uns . . . Nack weiteren zwei otunbeu be­fanden wir uns in einem' wirren Knäuel auf dem Rückzüge, als plötzlich daS Urra-Gebrüll stürmender Bulgaren rechts und links vor uns ausgellte. Und nun begannen schreckliche Minuten. Es mar alS ob alle bösen Geister aus- und losgegangeii waren. Ich befand mich mitten in einem Haufen auf engem Flußwege, als Granaten über uns einschlugen. Ich fühlte etwas Heches an der Brust, machte noch einige Schritte, dann weiß ich Nichts mehr Ich erwachte aus meiner Bewußtlosigkeit in bulga­rischer' Gefangenschaft. Man respektierte meinen Offiziersrang " Der Major sprach sich über die Lage inlAdrianopel sehr zurück­haltend aus Als ich ihm auf der Karte das siegreiche Vordringen der Bulgaren erklärte, erwiderte er erstaunt: SR an hat uns in Adrianovtt das Gegenteil geiagt. Man berichtete unv Offi­zieren, 5aß Mukhtar Pascha siegreich auf Kirk Kckisie tro-rbrmge und daß wir baldiaen Entsatz zu erwarten haben, dann irmrben wir einen großen Vorstoß auf Philippovel unternehmen Wie unsere Katastrophen kamen, kann ich nicht begreifen. Allah hat uns verlassen. Es ist die Strafe Allahs für unsere Sunden.

Die neuesten Ausgrabungen in Paestum'. Cumae und Pompeji. Seit einigen Jahren werden in Paestum, Cumae und Pompeji von Prof. Spinaz- zola nach ganz neuen Systemen Ausgrabungen unternommen, die zu sehr bebeutfamnt Ergebnissen geführt haben. Auf Grund von Mitteilungen des Leiter'-, dieser Arbeiten faßt Federigo »fr m an in in der Kunstchronik' diese Ergebnisse zusammen. Von Paestum glaubte man bisher, daß mit Ausnahme der großen Temvelbauten alles von der alten Stadt gänzlich zerstört und verschwunden sei. Es gelang jedoch Spinazzola nach metem Suchen, die zwei Achsen des altgriechischen Ortes wiederzufinden und dann an den Seiten der zwei großen 'Straften die Reste der Bürgersteige, der Lauben und vieler großer Gebäude aufzudecken. Außerdem nmrde die gelbrote Terrakotta-Dekoration der Dachtraufe und Rinne des archaischen Tempels in einer Länge von 21 cm gefunden. Damit war das Problem der' ursprünglichen Aus­schmückung gelöst: als ein leuckstender Kranz bekrönte die bunte Dachrinne den ersten TeMpelban. Auch der Name des Gottes, dem der Tempel geweiht war, der des Neptun, ist durch die neuen Ausgrabungen festgestellt. Aus der römischen Zett traten das Forum, die Basilika und vieles andere, so eine große Statue des Kaisers Claudius, ans Licht. Während in Paestum' noch der Tempel als ein Zeichen uralter Kultur ragte, schienen an Cumae seit Jahrhunderten nur noch die Gesänge Homers und Virgils zu erinnern, die von der geheimnisvollen -ibylle und dem dunklen Hadestor verkündeten. Nun ist der emp e l o l- los. zu dem AeucaS hinaufstieg, bevor er'sich in die Hohle der Seherin wagte, auf einem Hügel entdeckt worden. Wenigsten» die Säulen erzählen nun noch von ihm' mit ihren ionischen Kapitalen und Bruchstücke des Frieses, die das Symbol Avolls, die KAthara, zeigen. ' Die Basis eines dem' Dionysos geweihten Rundtempels und'Statuen sind aus römischer Zeit freigelegt. Frei und eindrucks- voll 'stehen jetzt, von Schutt und Pflanzengerank besreit, die großen Befestigungen der Stadt da. Die Wichtigkeit der neuen A n s g r a b ii n g s a r t, die Spinazzola anwendet, pat ssch am deutlichsten bei den Ausgrabungen in P o m p e i i gezeigt. DieVia abundantiae" ist jetzt ganz freigelegt, indem man mit den Grabungen von oben begann und scnickstenweise vorging, womit die Erneuerung der aufgedeckten Ban stelle^Hand in Hand ging. Zu ml erstenmal sehen mir jo die wacher, die Logen, Fenster und Lauben eines antiien ^traßeuzuges ut ihr ei' ursvrüliglicken Fönst erhalten. Einen lebendigenBlick in das städtische Leben des alten Pompeji vermitteln die Malereien an den Außenwänden der Häuser, wo man u. a. ahlPro­gramme entwickelt und Kandidaten empfiehlt. Da auch Frauen diesen oder jenen Kandidaten rühmen, so begegnen wir hier an­tiken Suffragetten. In einem Zimmer steht noch ein Bett mit Elfenbeinornamenten, und eine E rfri s chungsstube ist mit ihren ganzen erhaltenen Gerätschaften ausgedeckt worden.

*c»enigQaann»6°

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vereinrrmchrichten.

= Steinberg, G. März. Der Gesangverein Jugend­freund, der am 15. Juni d. Js. sein 2 5 j ä h r i g es I u b i - l ä u m mit einem nationalen G es ängwettstrert feiert, ist mit den Vorarbeiten beschäftigt. Der Vertretertag findet Sonntag, 16. März, statt. *

ch Watzenborn-Steinberg, 6. März. Eine lose Vereinigung ehemaliger 116er hat sich gestern abend hier gebildet: 50 Mitglieder traten ihr sofort bei. ^ic Ver­einigung trat aus dem Wetterauer Verein aus und beschloß, der Jubiläumsvereinigung für den Bezirk Gießen beizutteten.

Ulit den siegreichen Bulgaren.

Der bekannte Kriegskorrespondent der WienerReichs- Po^, Leutnant d. R. H. Wagner, hat seine Eindrücke vöm türkisch-bulgarischen Kriege in Buchform erscheinen lassen. (Verlag von Gerh. Stalling, Oldenburg i. Gr.) Aus persönlicher Anschanng hat auch dieser erfolgreiche Journalist nur wenig Schlachtenbilder kennen gelernt, ob­gleich es ihm bekanntlich gelungen war, der bulgarischen Beaufsichtigung sich $u entziehen und in die Kampflinie vor^udringen. So hat er die ersten Stürme auf Adrianopel miterlebt, und spin Herz pocht heute noch, schreibt er, in der Erinnerung an die tollkühnen bulgarischen Bajonettstürmer. Mehrere Kapitel des Buches sind der Vorgeschichte des Krieges, Schilderung von Land und Leuten und der politischen Verhältnisse gewidmet. Bezeichnend ist eS, daß der bulgarische Ministerpräsident Geschoss ein kurzes Vorwort zu dem Buche geschrieben hat, das von Sym­pathie für Bulgarien zeugt, dabei aber doch auch der grau­samen Komitadschis gedenkt.

Wir geben aus dem Buche eine Episode von der Belager­ung Adrianopels wieder, die Schilderung eines Ausfalles der Türken, wie ein gefangener türkischer Major sic später dem Leutnant Wagner erzählt.hat:

Der türkische Major Nahil Bey, der bei einem dieser Aus­fälle gefangen genommen wurde, michdem er durch einen Granat­splitter in der linken Brust verwundet worden war, erzählt ihm:

Ich war bei dem letzten Ausfälle aus dem FortiKaragjustabja auf die bulgarischen Artilleriepositionen vor Tschistlik-Ekmek- tschiköj Kommandant der Reserve. Tas Feuer der schweren bul­garischen .iiruppgeschütze war in Lldriauopel in den letzten Tagen unerträglich geworden. Unaufhörlich erscholl, das dumpfe Krachen der einschlagenden schweren Geschosse in unserer Nähe; vor un­seren Schanzen war weithin die Erde metertief aufgewühlt wie ein Ackerfeld durch einen Riesenpflug. Unserer Arttllerie aber gelang es nicht, gegenüber dem Feinde die Feuerüberlegenheit zu erlangen, wir mußten dem Wüten der feindlichen Artillerie gewissermaßen ohne eine Waffe in unserer Hand von unserem Werke zusehen. So beschlossen wir einen Nachtangriff.

Am Nachmittag leiteten wir eine Demonstration bei Maras ein, die bis in das Nachtdunkel unter heftigen Kämpfen dauerte, indes sich 14 Bataillone von Karagjus aus zum Angriff gegen die bulgarische Stellung fertig machten. ~ r , .

Es war eine düstere, unfreundliche Nacht, der Sturm fuhr m heulenden Stößen über das Werk. Es war ein grauer, regne­rischer Tag gewesen, und schon den ganzen ytachmittag lag uu|ere 9Aamischaft in Nässe und Kot in den Gräben, den Befehl zum Vorgehen erwartend. Zweimal war schon das Kommando zum Avaneieren gekommen und zweimal erfolgte wieder Gegenbefehl. Es war eine entsetzliche Nervenprobe für die Offiziere, immer wieder der murrenden Mannschaft, die seit zwei Tagen nordoftttch detachiert war und nur Biskuits mit heißem Wasser genauen hatte, die Rücknahme der Befehle, die Notwendigkeit des ruhigen Ausharrens klar zu machen. Als endlich zum dritten Male der X Befehl zum Vorrücken kam, da war die Mannschaft ermattet und - stumpf, und ich sah ganze Kompagnien, gleichgültig und taub gegen die Befehle ihrer Offiziere, liegen bleiben. Erst dem Em- roirfen zweier Militär-Jmame (türkische Militärgeistliche) gelang

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Genersl-Ayzeiger für Gberheffr«

Spielplan der vereiniaten Srantiurter Stadttheater.

Gpcrnhaus.

Sonntag, den 9. März, nachmittags */,4 Uhr:Die luftige Witwe." Abends 7 Uhr:Garmen." Montag, den 10. März, aescblossen. Dienstag, 11. März*):Der Widerfvensligen Zähmung." lüittmoch, den 12. März, abends 7,8 Uhr:Der hebe Augustin." Donnerstag, den 13. Atärz:Die uerfaufte Braut." Freitag, den 14. März: Gastspiel des Herrn Kammersänger Ejnar Forch- h a m mer:Tannhäuser." Samstag, den 15. März: Zum ersten Male (Uraufführung):Das Spielwerk und die Prinzeslin." Ein dramatisches Märchen in einem Voripiel und zwei Auszügen von Franz Schreker. Sonntag, den 16. März, nachmittags */24 Uhr: Ter Waffenschmied " 'Abends 7 Uhr: Zum ersten Male:Der Franensrefser." Dperette in 3 Akten von Leo Stein und Karl Lindau. Musik von Edinmid Eysler. Montag, den 17. März, abends y,K Uhr:Carmen" Dienstag, den 18. März:Das Spieliverk und die Prinzessin." Mittwoch, den 19. März, abends 728 Uhr: Der liebe Augustin."

Schauspielhaus.

Sonntag, den 9. März, nachmittags 7,4 Uhr:Alt-Heidelberg." Abends 7 Uhr:König Heinrich der Vierte." Erster Teil. Mon­tag, den 10. März')Die Zarin". Dienstag, den 11. März: Pnvpchen." Miltiooch, den 12. März:Romeo uub Julia." Donnerstag, den 13. März, abends 7,8 Uhr:Ter gute Rui." Frei­tag, den 14. März, abends 7a8 Uhr:Püppchen." Samstag, den 15. März:König Heinrich der Vierte." Erster Teil. Sonntag, den 16. Atärz, nachmittags 734 Uhr:Gras Pevi." Abends 7 Uhr: Püppchen." Montag, den 17. März:König Heinrich der Vierte." Erster Teil. Dienstag, den 18. Marz:Herodes und Mariamne." .i litt io och, den 19. März:Gras Pepi."

*) Anfang, wenn nicht anders beinertt, abends utrt 7 Uhr.

tox»

führte auch heute noch nicht die Prusttng der Wahl be» Abg. v. Halent (Rp., Schweiz) zu Ende. Der Hauptprotest der Polen, daß die seinerzeit für ungültig erklärte Wahl des Herrn v. Saß-Jaworski tatsächlich gültig gewesen und daher die Nachwahl des Herrn v. Halem ungilltig und Herr v. Saßi-Jaworski der rechtmäßige Besitzer des Mandats sei, ist bereits 'gestern vom Ausschuß, negativ entschreden worden; mit 8 gegen 6 Stimmen hatte er den Beschluß gefaßt, daß die Vornahme der Nachwahl zu Recht erfolgt sei.