Aurlanv.
Der deutscheDotschaster inParis, Freiherr von Schön hat einen schon seit längerer Zeit geplanten Urlaub an getreten und sich in Privatangelegenheiten nach Berlin begeben.
DieReformenin Finnland. Aus die Vorstellung des finnischen Senats lehnte der Kaiser das Gesuch des finnischen Landtages vom Jahre 1910 über die Einführung des allgemeinen Unterrichtes ab mit der Begründung, daß die betreffende Vorlage erst einzubringen sei, wenn dies die wirtschaftliche Lage des Landes sowie der Bestand der Staatslasse gestatten. Auch sollen die Ausgaben nicht aus den zur Verfügung des Kaisers stehenden Etats- sonds, sondern durch Geldanweisungen des finnischen Landtages bestritten werden.
Aus Ocflett.
— Lollar, 7. Dez. In der VertrauenSinanner-Vcr- sammlung der Fortschrittlichen Volkspartei des LondtagSwablkreiseS Grünberq am Sonntag wurde als Kan. didat zu den nächstjährigen Landtagswahlen Gemeinderechner DH. Berlin zu Londorf ausgestellt. — Am 9. Dezember spricht Herr A. Erkelenz-Berlin in Odenhausen a. d. Lda. in einer fortschrittlichen Versammlung.
Provinzial-Ausschuß der Provinz Lberhesien.
Gießen 6. Dezember.
Anwesend: Provinzialdirektor Gcheimerat Dr. Usinger, als Vorsitzender und 6 Mitglieder. Beginn 9 Uhr, Ende 12> \ Uhr.
1. Klage des August Schäfer zu Hungen gegen L>e n Kreis aus schuß des Kreises Gießen wegen Anlage einer Abfahrt. Dem Kläger war im Jahre 1906 von dem Großh. KreiSbaninspektor des Kreises Gießen die Erlaubnis zur Anlage einer Abfahrt in Gemarkung Hungen unter den üblichen Bedingungen erteilt worden. Da diese Abfahrt mit schweren Holzfuhrwerken stark benutzt wurde und für ihre Unterhaltung nichts geschah, so war sie stets mit tiefem Schlanim und Schmutz freberit. Kläger wurde deshalb gemäß Beschluß des Kreisausschusses aufgefordert, die Abfahrt, soweit sie auf Kreiseigentum liegt, binnen bestimmter Frist mit Schichtenpflaster ordnungsmäßig zu versehen, andernfalls das Erforderliche auf seine Kosten durch die Kreisstraßenverwaltung an- geordnet werde. Ter Vertreter des Schäfer erhob hierauf Klage bei dem Provinzialausschuß Mit der Behauptung, die .Herstellung der Abfahrt sei s. Jt. von der Kreisstraßenverwaltung so gewünscht worden, daß die Abfahrt tiefer wie die Kreisstraße zu liegen komme. Kläger fühle sich zur Beseitigung der hierdurch entstandenen Mißstände nicht verpflichtet. Der Provinzialausschuß beschloß heute zunächst, durch eine Kommission an Ort und Stelle Augenschein einnehmen zu lassen.
2. Klage der Gemeindehebarüme Prang zu Bannerod gegen die Fürsorgekasse für Ko mm u - nalbeamte wegen Aufnahme. Klägerin versieht den Dienst einer Gemeindehebamme bei den Gtemcinbcn Bannerod, Nösberts, Wöidinoos, Vaitshain und Steinfurth. Sie hat insgc samt ein Durchschnittseinkommen von über 400 Mk Der V?r- waltungsrat der Fürsorgekasse verfügte deshalb ihre Aufnahme in diese. .Hiergegen klagte die Hebannnle bei dem Provinzialaus schuß. Der Dienst als .HebamMe sei nur' Nebenberuf, da sie hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig sei. Ihr Einkommen habe in diesem Jahr bloß etwa 300 Mark betragen. Es könne ihr auch jederzeit gekündigt werden. Der Provinzialausschuß wies die Klage kostenfällig ab.
3. Klage des Bäckers .Heinrich Neun zu Usenborn wegen Aufnahme in die B ä ckc r z w a n g s i n- nung für den Kreis Büdingen. Der Sachverhalt erschien noch nickst genügend geklärt, weshalb zunächst weitere Erhebungen ftattfinben sollen.
Aus Shifcf und Canbe
Gießen. 8. Dezember 1913.
Von der Universität.
Während im Sommersemester ds. Js. 1444 Studierende immatrikuliert waren, beläuft sich die Zahl der Immatrikulierten im gegenwärtigen Halbjahr auf nur 1340; darunter Hessen 787 (früher 843), Nichthessen 553 (601). Neu hinzugekommen sind 229, abgegangen 333 Studierende. Zu den 1340 Studierenden zählen 30 Studentinnen; hinzu kommen noch 5 aufgenommene Hospitantinnen, 71 Hörer und 98 Hörerinnen, so daß die Gesamtzahl 1514 beträgt.
Nach Fächern geordnet studieren von den Immatrikulierte-, i 90'Theologie, 118 Rechtswissenschaft, 322 Medizin, 203 Tierheilkunde, 38 Philosophie, 13 Pädagogik, 57 Mathematik, 66 Naturwissenschaften, 39 Chemie, 26 Pharmazie,
der Phantasie Schwungkraft und Spannung, und machen das Museum im besten Sinne zu einem Volksbildungsinstitut höchsten Ranges.
— Walderseedenkmal. Aus Hannover, 4. Dez., wird uns geschrieben: Tie erste Fassung der „Cloches de Genöve" Denkmals ‘ beick.loß in seiner heutigen Sitzung die Ausführung des Tenimals, für welches die Mittel durch Sammlungen auf* gebrach: wurden, dem Professor Hötger-Tarmstabt zu übertragen. Da- Denkmal soll seinen Platz in der Hohen zollernstraße in der Nähe b.'.r Walderseeschen Villa erhalten.
— Internationale Kunstausstellungen in Paris. Tas französische Ministerium der schönen Künste tritt jetzt, wie in der Kunstchronik berichtet wird, einem Plane naher, der auf daS Pariser Kunsileben von größtem Einfluß sein dürfte. Es sollen in der Seinestadt alle vier Jahre große internationale Kunstausstellungen flattfinben, für die das ganze Grand Palais zur Verfügung gestellt wird. Tie eine Hälfte wird den Franzosen, die andere der Gesamtheit der Ausländer eingeräumt, und es sollen in diesem weitgespannten Rahmen nickt nur Werke >er hohen Kunst, sondern auck kunstgewerbliche Arbeiten aller Art emgefügt werden. Bei b<r Durchfülmnm ''^es Manes würde die Kunst de? A Standes Paris um er'enmal in ihre - w h en Ge al v r geführt werden. Da die auswär.igen Narumen einer eigenen Jurv unterstellt sein werden, würden nicht mehr wie bisher Nach- ahmungm französischer Kunst bevorzugt weiden. Von besonderer B-cheutung ist dieser Plan, der der Initiative des Inspektors der fdlöncn Künste, Armand Dapot, seine Entstehung verdankt, für Teutschta ', denn die Franzosen könnten dadurch einen tieferen Einllil m unser hochentwickeltes Kunstgewerbe gewinnen.
— Aerologiscke Station auf Spitzbergen. Tie Reichsregierung beabsichtigt, mit Rücksicht auf die int nächsten Jahre beginnende arktische Sckiffserpedition Amundsens und eine kanadisch? Expedition, die Unterhaltung der aeroloaischett Station auf Spitzbergen durch Beiträge zu unterstützen. Wie die „Umschau" mitteilt. haben auf dieser im Jahre 1911 ins Leben gerufenen Station deutsche Gelehrte bereits zweimal überwintert und gerade im artiifcfen Winter besonders interessante wissensckwftliche Er gebnisse erzielt. Angeregt durch das deutsche Beispiel, haben auch andere Völker die Muckst, sich mehrere Jahre an der aerologischen Untersuchung des aktischen Beckens zu beteiligen. Insbesondere ist ein? Zusammmarbeit mit den beiden Schiffserpeditionen verabrede: wor'en. Amundsen bringt int Jahre 1914 in die Behringstraße ein. um sich mit seinem Schiffe durch das arktische Serien treiben zu lassen. Während dieser Trist wird das Schiff ebenfalls aerologische Deobach-tungen anstellen. Da die Drift Amundsens imndeitens drei Jahre dauern soll, ist in Aussicht genommen, die Station mindestens bis zum Frühjahr 1916 bestehen zu lassen.
33 Forstwissenschaft, £8 Landwirtschaft, 21 Geschichte, 62 klassische Philologie und 164 neuere Philologie.
Von den Studierenden besitzen das Reifezeugnis eines Gymnasiums 719 (darunter 128 neu Immatrikulierte), eines Realgymnasiums 241 t40j, einer Ober-Realschule 302 (44), mit Zeugnis für das Fach 41 (5 und mit sonstigen Zeugnissen 3/ (12).
Nach der Staatsangehörigkeit studieren Theo logie: 80 Hessen, 7 Preußen, 1 Bremen, 1 Hamburg, 1 Schweiz; Rechtswissenschaft:^ Hessen, 24 Preußen, 1 Baden, 1 Waldeck, 1 Reuß ä L, 1 Bremen, 2 Elfaß-Loth- ringen, 1 Rußland; Medizin: 203 Hessen, 203 Preußen 48 Bayern, 5 Dachsen, 8 Württemberg, 17 Baden 4 Mecklenburg-Schwerin, 1 Sachsen-Weimar, 1 Oldenburg) 2 Sachsen Koburg-Gothar, 4 Anhalt, 1 Schaumburg-Lippe, 1 Hamburg 6 Elsaß-Lothringen, 1 Italien, 1 Belgien. 16 Rußland 1 Finnland, 1 Japan, 1 Türkei; Philosophie: 417 Hessen^ 126 Preußen, 8 Bayern, 2 Sachsen, 1 Württemberg, 7 Bade.l,^! Mecklenburg-Schwerin. 2 Sachsen-Weimar, 6 Oldenburg, 1 Sachscn-Mein ngen, 7 Sachsen Koburg-Gotha, 1 Anhalt, 1 Schwarzburg-Sondershausen, 1 Reuß j. L., 1 Lippe-Detmold, 4 Hamburg, 3 Oestem.üch-Ung'ari'i 2 Groß britannien, 11 Rußland, 1 Norwegen, 2 Serbien, 1 Luxemburg, 1 Nord-Amerika.
Im ganzen ihrer Staatsangehörigkeit nach: aus Hessen 787, darunter 11 Studentinnen: ans anderen deutschen Staaten: Preußen 360 (6 Studentinnen^ Bayern 56, Sachsen 7, Württeptberg 9, Baden 25, Mecklenburg-Schwerin 5, Sachsen-Weimar 3„ Oldenburg 7, Sachsen- Meiningen 1, Sachsen-Koburg-Gotha 9, Anhalt 5, Schwarzburg-Sondershausen 1, Waldeck 1, Reuß ä. L. 1, Reuß j. L. 1, Lippe-Detmold 1, Schaumburg-Lippe 1, Bremen 2, Hamburg 6 (1 Stildentin), Elsaß-Lothringen 8; aus anderen europäischcnStaaten: Oesterreich-Ungarn 3, Schwerz 1, Großbritannien 2, Italien 1, Belgien i, Rußland 28 (10 Studentinnen), Norwegen 1, Serbien 2 (1 Studentin', Finnland 1, Luxemburg 1; aus außereuropäischen Staaten: Nord-Amerika (Ber. Staaten) 1 Studentin, Japan 1, Türkei 1. ' K. B.
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** Tageskalender für Montag, den 8. Dezember. 5» e j f i f d) e Vereinigung für Volkskunde. Vortrag von Dr. Martin- Bad-Nauheim: „Tie Tanzwut in Deutsch' taiib“. Gastivirtlchait „Metrovol*, abends 8 Uhr.
N i k o l a u s l o st der Seminaristinnen des Frobel-Seminars in Steins Garten nachmittags 41 Uhr.
T r i n k e ri ü rs o rg e st e l l e für Stadt und Landkreis Gießeii, Gießen, 9literiueg 9. Sprechstunde: Jeden Dienstag abend von 67,-8 Uhr.
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" Der Großherzog empfing am 6. Dezember den Kanzleirat Geisler von Dieburg, den Lehrer Räber von Dieburg, den Oekonomen Lein an der Strafanstalt in Butzbach und den Oberlehrer Professor Bilxinann von Zaubach.
*" AnS dem Schuldienste. Uebertragen wurde dem Lehrer Wilhelm Kantz zu Bingenheim, Kreis Büdingen, eine Lehrerstetle zu Beienheim, Kreis Friedberg; dein Schul- amtSaspiranten Albert Euler au§ Butzbach eine Lehrerstclle zu Nieder-Florsiadt, KreiS Friedberg.
*^DerlupserneSonntag hatte, begünstigt, durch das schöne, trodene Wetter, einen Zitstrom von Käufern in unsere Stadt geführt, der das Geschäftsleben in allen Branchen außergewöhnlich belebte. Wahrend im Zuge der Bahnhofstraße, der Neustadt, Marktstraße und der Schul- straße sich mehr die ländliche Bevölkerung aus der nächsten Umgebung in den Geschäften drängte und Weihnachts-- aeschenle einkaufte, bestand die zahlreiche Ztzundschast -stuf dem Selterswea, Kreuzplatz, Mäusburg und Marktplatz mehr aus der Bevölkerung der kleineren Provinzstädte, die ihre Bedürfnisse bei den Kaufleuten deckte. Das Geschäft war im allgemeinen «gut. Die (Rieftener Geschäftsleute hoffen, daß die Wochentage vor Weihnachten und der silberne und der goldene Sonntag ein noch glänzenderes (^schüft bringen werden, das den Ausfall des Jahres teilweise wieder wettmachen soll.
** Ortskrankenkasse Gießen. Die am Sonntag vormittag ovn Arbeitgebern und Kassemnitgliedern stark besuchte Hauptversammlung faßte angesicksts des drohenden Aerztestreiks, und da außerdem die gestellten Forderungen der Aerzte sehr große Anforderungen an die Kassenmittel stellen, die mit einem Beitragssätze von 4 Prozent bei weitem nicht be stritten werden können, einmütig den Beschluß, daß, falls es nickst zur Einigung bis zum 31. l. M. kommen sollte, der § 27 deS Statuts, der freie ärztliche Behandlung der Familienangehörigen der Kassenmitglieder gewährleistet, aufgehoben werde. Von allen Seiten wurde bedauert, daß diese Vergünstigung der Mitglieder, die seit mehr als 25 Jahren eingeführt ist, auf diese Art und Weise aufgehoben werden müsse, allein die Aussprache zeigtet auch, daß dieser Schritt getan toerden müsse, soll der Ruin der Kasse nicht gewaltsam herbeigeführt werden. Vorstand und Ms- schnß werden jedoch bemüht sein, den Mitgliedern an Stelle der aufgehobenen Vergünstigungen nach dem 1. Januar solche anderer Art zu gewähren. Im übrigen wurde beschlossen, falls eine Einigung in aller Kürze nickst stattfindet, beim Oberversicherungsamte zu beantragen, daß der § 370 ber RVO. zur Anwendung komm.'n kann, das heißt, daß den Mitgliedern anstelle von Arzt und Motheke ein bestimmter Prozentsatz in bar zur Bestreitung der erforderlichen Arzt- und Apothekerkdsten ausgezahlt tvird.
** Bezirksverband Gießen des Landesgewerbevereins. Die gestrige Sitzung des Bezirksverbandes war von Vertretern aller dem Verband angehörenden Vereine lAllendorf a. d. L., Gießen, Großen-Buseck, Grünberg, Lich Lollar und Londorf) besucht. Bei der Besprechung der gewerblichen Schulen wurde u. a. auf die sehr befriedigenden Erfolge der Verlegung des Sonntagszeichenunterrichts auf den Werktag hingewiesen und den Vereinen, die diese Verlegung noch nickst vollzogen haben, empfohlen, in den Wintersitzungen diese Verlegung zum Gegenstand eingehender Beratungen zu machen. Ta die G e n o s t e n s ck a f t s f r a g e in diesen Tagen für das Gebiet des Bezirksverbairds in den Vordergrund des Interesses getreten ist, wurde beschlossen, in diesem Winter durch Rechtsanwalt Kaufmann zwei Vorträge über das Genossenschaftswesen in zwei verscknedenen Getoerbevereinen hallen zu lassen und dadurch die Handwerker auf ihre Rechte und Pflichten als Genossenschaftsmitglieder aufmerksam zu machen und auf» zi.klaren. Ter erste Vortrag soll Sonntag, 11. Januar, in Allen darf a. d. L., der zweite im Februar in Lich start finden. Die Wahlen zum Bezirksverband sollen von den Verbandsvereinen noch im Dezember erfolgen, damit in der ersten Sitzung des Bezirksverbands die Wahl des Verbandsvorstandes bann erfolgen kann. Der Vorsitzende, Herr L. Petri II., macht sodann noch Mitteilung von der. Einrichtung einer Hauprstelle für das Der dingungswesen durch die beutfd?cn Handwerks- und Gewerbekammern, die eine Gesundung des Snbmissionswesens her beiführen soll. Ebenso hat die neuerrichtete Einziehungsstelle der hessischen Gewerbekammer bis jetzt gut gewirkt Eine Besprechung verscknedener, das Handwerk besonders interessierender Fragen, beschloß die anregende Beratung.
** Tie Greßener freim. Feuerwehr beging am Samstag abend im Gafe Leib ihre Weihnachtsfeier. Bei dieser Gelegenlstit wurde vom Regiemngsrar Lanaermam den beiden Kameraden Karl Bender und Adolf Vogt ba-r vom Großherzog verliehene Ehrenzeichen für 25jährige Mit gliedschaft unter Worten ber Anerkennung und des Dankes über
reicht. Tas sehr schöne und reickhaltig ausgestellte Programm tvurbe von Mitgliedern ber <5?ehr flott zur Geltung gebracht >o daß es bei der sehr großen Anzahl der Festteilnehmer eine gute Aufnahme fand.
** Tie in Gießen bekannte Pianistin Fran Aenne Brunöhler spielte, wie man uns schreibt, in Düsseldorf das L8-ckur-Konzert von Beethoven und Werke von Chopin und R. Strauß. Daraufhin wurde sie als Lehrerin an die Düsseldorfer Musikakademic berufen.
** Pistolen - Duell. Gestern vormittag in aller Frühe wurde die sonntägliche Ruhe des Schiffcnberger Waldes durch sechs Pistolenschüsse gestört. Es fand ein Pistolenduell mit dreimaligem Kugeltvechsel zwischen zwei Akademikern statt, von denen der eine Schütze Reserveoffizier ist. Die Angelegenheit verlies unblutig, und unverletzt, wie die.Herren gekommen waren, verließen sie im Auto wieder den Wald. Tas Duell soll durch einen Wirtshausstreit veranlaßt worden sein.
"Das Gauturnsest des Gaue? Hessen findet für 1914 in Kirchhain statt. Der Ganvorstand hat das Fest auf den 12., 13. und 14. Juki sestgelegt.
** Die Ziehung der Hassia-Lotterie findet am 8. und 9. Dezember aus dem Rathaus zu B u tz b a ch statt.
** I n d e r H e r b e r g e z u r H e i m a t kehrten im November 1297 Gäste (gegen 1307 im gleichen Monat des Vorjahrs) ein. Unter den Unterkunst suchenden Wanderern waren 564 (397), die gegen Arbeitsleistung ausgenommen wurden, und 733 (810) Selbstzahler. — Im Arbeitsnachweis der Herberge waren 87 ossene Stellen angemeldet worden, von denen 84 besetzt wurden. Bon den untergebrachten Arbeitskräften gingen 21 nach außerhalb, 63 blieben in Gießen. Untergebracht wurden 38 gelernte Hand^ wcrker und 46 Arbeiter. Sehr gesucht sind Schreiner und Schuhmacher.
Landkreis Gieften.
kh. Watzenborn-Steinberg, 8. Dez. Gestern abend hielt Missionar Meyer von der Baseler Mission, der 15 Jahre lang in Kamerun gewirkt hat, einen Lichte bilder-Vortrag. Schon im Nachmittagsgottesdienst gab der Redner eine wirkungsvolle Schilderung seiner Erlebnisse in Kamerun.
= Harbach, 7. Dez. DaS Elektrizitätswerk zu Harbach (Schnckertwerk) ist jetzt in Arbeit genommen worden, Man hofft, daß die Bauarbeilen zum 1. Febrnar beendet fein werden, und daß das Werk dann 'in Tätigkeit treten kann.
Kreis Büdingen. I 1
1. Höchst a. d. N., 6. Dez. Zn den Gemeinderai wurden gewählt: Friedrich Schwarz mit 84, Johannes Schwarz mit 61, Wilhelm Mädrich mit 53 und Philipp Elariu§ mit 49 Stimmen. Von den Wahlberechtigten machten etwa 67 Prozent von ihrem Wahlrechte Gebrauch.
Kreis Friedberg.
? Friedberg, 7.Dez. Dieser Tage kommt ein 15 Jahre altes Mädchen aus Bad-Nauheim, das hier in einem Geschäfte in der Lehre ist, abends aus das Polizeiamt in Bad-Nauheim und meldet, es sei in Friedberg von einem unbekannten M an ne angehalten und zum Mitgehen aufgefordert worden. Da es seiner Einladung nicht gefolgt sei, habe er ihr rasch die Uhr entrissen und sei'davon gelaufen. Am nächsten Morgen machte das Mädchen mit feinem Vater vor dem Friedberger Polizeiamt die gleichen Angaben. Aber schon am Nachmittag gestand es in Bad- Nauheim, nachdem, es gehörig in ein Kreuzverhör ge- nvmmen worden war und auch der Vater es streng verhört und ermahnt hatte, daß es den ganzen Vorfall erfunden habe. Die Angäben waren sofort dadurch fraglich geworden, daß das Mädchen vor noch nicht langer Zeit bei bei Polizei gemeldet hatte, es habe die U h r v e r l o r e n. Es ist möglich, daß das Mädchen aus Angst vor Strafe ^u Hause nichts von dem Verlust der Uhr gesagt und deshalb zu der Lüge gegriffen hat.
L. Friedberg, 7. Dez. Heute nachmittag veranstaltet- der Musikverein fein zweites Winterkonzert. Saal, Galerir und Nebensaal waren bis aus den letzten Platz besetzt. Gegeben wurde Haydns „Schöpfung^. Der Chor saug tadellos; die Solisten, Frl. Seng- .Heidelberg, Her Brei- ding- Frankfurt und Herr S ch l a 11 c r-Heidelberg tour den ihrer Aufgabe volllommen glerecht. Ebenso D. K. Schmidt, welcher das Oratorium auf dem Klavier begleitete. Mit großer Geschicklichkeit leitete Fr. Ufinget das Ganze.
Butzbach, 6. Dez. Das Ergebnis der V i e h z ä h l u n q am 1. Dezember ist folgendes: 175 Stück Rindvieh, 1 Schaf, 230 Schweine, 101 Ziegen, 829 Kaninck>en. Tie Schafe sind im Herbste d. Js. abgeschafft worden. Es schweben jedoch zurzeit wieder Verhandlungen um Beibehaltung der Schäferei in der bisherigen Weise. Die hiesigen Landwirte haben eine Eingabe an den Stadtvorstand gerichtet, die Hutgerechtigkeit der Gemeinde aufrechtzuerhalten, und haben alsdann die Zahl der Schafe, die von ihnen gehalten werden soll, bei oer Bürgermeisterei angemeldet. Da nun auch günstige Angebote megen Pachtung der Schäferei vor- liegen, so ist vom Gemeinderat noch nicht entschieden, ob die Schäferei in der bisherigen Weise beibehalteri oder ob sie verpachtet werden soll. Die hiesige Schafweide ist sehr- gut, da hierzu der große Exerzierplatz — 151 Morgen —i gehört und der noch um 12,5 Hektar in nächster Zeit vergrößert wird.
lr. Kirch-GönS, 6. Dez. Bei der heutigen Bei- geordneten-Stichwahl siegte W. Müller IIL mit 87 Stimmen über Joys. Röhrig II., auf den 80 Stimmen entfielen. Etwa 92 Proz. der Stimmberechtigten lvählten.
ll. R o d h e i in v. d. Höhe, 7. Dez. Bei einer Treibjagd wurden ^80 Haien erlegt. Ter Preis der Pelze und Felle ist in diesem Herbüe sehr heiabgegangeu
L Olt b eim (Rr. Jriedberg), 7. Dez. Tie Kirche ist wieder ichon hergestellt werden und hat eine neue Orgel erhalten. Lonntag wurde sie eingeweiht.
Krcis Schotten.
z H e r ch e n h a i n, 6. Dez. Tie Firma Heinr. K r o m m jun. hat die geplante Ma schin enftrickerei zur Ausführung gebracht. Nachdem im Laufe des Sontmers schon einige Strickerinnen in ihren Wohnungen beschäftigt waren und sich immer mehr Peiffonen um diese Beschäftigung bewarben, hat die Firma die vakanten Gebäude dos Gastwirts Heinrich Alt bezogen. In Tätigkeit gesetzt sind zurzeit sieben iLtrickmaschinen, und wie verlautet, soll bis Gmbc nächsten Jahres sich ihre Zahl bis auf zwanzig steigern.
§ Ober-Schmitten, 6. Dez. Die Monfangj che ßnoterfabrif ist in eine Aktiengesellschaft um- leivanbclt worden.
Starkenburg und Rheinheffen.
rm. Darmstadt, 18. Dez. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat einen Steckbrief hinter dem Taglöhner Foh. Tomsie, geb. 19. Oktober 1879 in Litei (Krain) er- affen, der am Freitag aus dem Gesängniswagen durch ein Oberlicht während der Fahrt nach Butzbach verschwunden


