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Drittes Blatt
163. Jahrgang
Gießener Anzeiger
Erscheint ttz-Nch mrx Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Gberheffen
Die „Gießener Fnmilienblätter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Did „Landwirtschaftlichen Seit- frageu" erscheinen monatlich zweimal.
MmsW, 8. März 1913
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^Sl. Redaktion:e^112. Tel.-Ad r.:AnzeigerGießen.
Der Prinzregent von Bayern in Berlin.
Eine Ansprache des Oberbürgermeisters.
Berlin, 7. März. Der Prinzregent von Bayern folgte heute vormittag einer Einladung der Stadt Berlin in das festlich geschmückte Rathaus. Oberbürgermeister Wermuth begrüßte den hohen Gast mit folgender Ansprache:
„Eure Königliche Hoheit bereiten der Bürgerschaft Berlins mit Ihrem Besuch in unserem Rathaus nut der hohen Ehre auch große, aufrichtige Freude, und ihr herzlichsten Ausdruck zu verleihen, ist das Vorrecht meines Amtes. Auf diesem Boden haften uralte Erinnerungen, die auf das wi 11 cls b a chs ch c Für st eng eschlecht Hinweisen. Vielhundertjährige Urkunden bayerischer Herrscher mit wertvollen Stadtprivilegien ruhen in unseren Archiven. Tie Sieges- allec schmücken drei Bildnisse von 'Angehörigen des Hauses Eurer Königlichen Hoheit, die die Geschichte und Romantik wachhalten und uns gedenken lassen jener unruhigen aber bedeutsamen Zeit. Auch sic war bestimmt, auf dem Wege zur Einheit des Vaterlandes vorlvärtszuführen, seitdem sie sich heraushob aus den wechsel- vollcn Geschehnissen von mehr als einem halben Jahrtausend, was uns Deutsche unwandelbar zusammenhält. Run sind in dem festen Gefüge des Reiches die Fürstenhäuser, die Stämme des Nordens und Südens zu Ehr und Wehr vereint und wie die schwerstcrlich befreundeten Hauptstädte Berlin und Münckwn zu freudiger Arbeit zum Wohle des Ganzen verbunden. Ten Beziehungen aus ferner Vergangenheit stellen wir die frische Anhänglichkeit zur Seite, welche wir für die verklärte^Gcstalt des würdigen Prinzregenten Luitpold empfinden. Unsere Stadt hat in dieser festlichen Stunde keinen wärmeren Wunsch, als der Königlichen Hoheit möge das schönste Erbe, jene Fülle von Liebe und Verehrung zuströmen, die Ihrem erlauchten Vater sein Volk und alle Deutschen im Lande dargebracht haben. 'Der Erfüllung dieses Wunsches sicher begrüßen wir in der Königlichen Hoheit einen Bundesgenossen unseres Kaisers und Königs, einen Förderer wirt- schaftlick>er, ideeller Interessen des deutschen Volkes, und bitten als Symbol der gastlichen Freude der Stadt Berlin nach altem Brauch den Ehrentrunk entgegen zu nehmen.
Der Prinzregent vonÄayern erwiderte auf die Rede des Oberbürgermeisters, indem er zunächst seinen herzlichsten Dank aussprach für die Einladung und den schönen und türmen Empfang, der ihm' zuteil geworden sei. Es sei ment zum ersten Male, daß er in Berlin weile, aber einen so herzlichen Empfang wie diesmal, hätte er noch nicht gefunden. Er sprach sodann von dem Zusammenwirken der Bundesstaaten und Fürsten, durch welche allein das Reich erstarken und blühen könne. Nicht das Wort von der Reichs Müdigkeit, sondern das Wort von der Reichsfreudigkeit wolle er hören. (Lebhafte Bravorufe.) Der Regent sprach dann von dem Verhältnis der Städte zum Lande. Er betonte, wie sehr er stets für die Interessen von Handel und Industrie gesorgt habe, wie er aber auch immer dafür eingetreten sei, daß hinter diesen die Landwirtschaft nicht zurückgedrängt werden dürfe. Denn gerade der Landwirtschaft erwüchsen in den Städten immer neue Kräfte. Zum Schluß dankte der Prinzregent nochmals für den schönen Empfang, den ihm die Bevölkerung gestern auf den Straßen und die. Vertretung der Stadt heute hier bereitet habe. Er schloß mit einem Hoch auf die Stadt Berlin unter denk Beifall der Anwesenden.
Der Prinzregent wurde über die Freitreppe durch die Bibliothek und den Märchensaal in den Festsaal geführt. Es folgte die Vorstellung von Persönlichkeiten aus den Kreisen der städtischen Behörden, wobei der Prinzregent in großer Liebenswürdigkeit sich mit den vorgestellten Herren unterhielt. Ein in dem Städtverordnetensaal aufgestellter Chor von 500 Knaben und Mädchen trug darauf mehrere Lieder vor, zuerst: „Rauscht ihr Eichen", von Konradin Kreutzer, sodann den Vespergesang von Fanden und zum Schluß: „MM, flink auf den Kranz" von Nagler. Die Mädchen waren mit Blumenkränzen geschmückt und trugen einen blühenden Zweig in den Händen. Hierauf trug sich der Prinzregent in das Goldene Büch der Stadt ein und nahm sodann die übrigen Räume des Rathauses in Augenschein. In dem Vestibül sangen zuletzt, als der Prinzregent die Treppe hinäbstieg, die Kinder, die inzwischen hier aufgestellt waren, Silchers: „Morgen muß ich fort von hier". Unter Hochrufen des Publikums verließ der Prinzregent das Rathaus.
Zn der Versuchsanstalt für Luftschiffahrt.
Johannisthal, 7. März. Der Prinz reg ent mit Gefolge und Ehrendienst erschien nachmittags um 3 Uhr in Adlershof und b e s i ch t i g t e d i e D e u t s ch e V ersuch s a n st a l t f ü r Lu f t s chi s s a h r t. Nach 31/2 Uhr erschien der Prinzregent auf dem Flugplatz Johannistal, wo eine Reihe von Flugzeugen in Tätigkeit war. Der Prinzregent besichtigte unter Führung des Leiters der Flug- Platzgesellschaft, Major v. Tschudi, zahlreiche Flugmaschinen, welche aus ihren Hallen herausgezogen wurden. An der Marinelnftlchiffhalle erwarteten den Prinzregenten Staatssekretär v. Tirpitz und Vizeadmiral Dick. In der Begleitung des Prinzregenten befanden sich auch Staatssekretär Delbrück und die Gesandten Graf üon und zu Lerchenfeld und von Treukler. Die Gesellschaft betrat die Marineluftschiff Halle, worin über das Marineluflschiff „L I" dem Prinzregenten eingehende Erklärungen gegeben wurden. Der Prinzregent bestieg zunächst die Führergondel, kletterte über die provisorische Treppe in den Mannschaftsund Offiziersraum wo er längere Zeit verweilte und besichtigte zum Schluß die Hintere Gondel. Nach einer längeren Unterhaltung mit Staatssekretär v. Tirpitz verließ Prinz Ludwig um 5 Uhr den Flugplatz und kehrte im Automobil zum Schloß -zurück.
Auszeichuungen des Prinzregenteu.
Der Prinzregent hat heute vormittag dem Reichskanzler v. Bethmann Hollweg einen Besuch abgestattet und ihm sein Porträt in einem kostbaren Rahmen mit seinen Initialen und dem bayerischen Wappen überreicht. Dieselbe Auszeichnung hat der Chef des Kaiserlichen Hauptquartiers, Generaloberst von Plessen erhalten. Außerdem hat der Prinzregent verliehen: den Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, August Wilhelm, Oskar und Joachim den Hubertusorden, dem Chef des Militärkabinetts General der Infanterie Frhr. v. Lyncker das Großkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone. Ferner haben erhalten das Großkreuz des Verdienstordens vom Heiligen Michael der Staatssekretär des Auswärtigen Amts v. Jagow, der Generalintendant der Königlichen Schauspiele Gras v. Hülsen-Häseler, der HauAnarschall Frhr. v. Lyncker, der .Chef des. Zivilkabinetts von
Aus Oesfen.
Vom Finanzausschuß der Ersten Kammer.
(rnt.) Darmstadt, 7. März. Der Finanzausschuß der Ersten Ständekammer ist heute zusammengetreten, um sich mit dem Voranschlag für das Jahr 1913/14 zu befassen. Wie wir erfahren, sind hierzu eine Reihe wichtiger Anträge seitens der Mitglieder der 1. Kammer eingereicht worden. Die Verhandlungen dauern noch an, dürsten aber so beschleunigt werden, daß das Plenum des Hauses sich in allernächster Zeit mit der Materie befassen kann.
Verwaltung des Vermögens des Großh. Landeseigentüms.
Abg. Jo atz hat zur Verwaltung des Vermögens des Großh. Landeseigentums und des Großh. Fa- milicneigentums beantragt, ein Verzeichnis des Besitzes aufzustellen.
Arbeiterb-meguna.
Ludwigshafen, 7. März. Tie Vereinigung der Maler - und Tünchermeister von Ludwigshafen am Rhein hat gestern beschlossen, am 8. März sämtliche Malerund Tünchergehilfen auszusperren.
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, 8. März 1913.
Die schlechte Zeit.
„Ach, wissen Sie . . . das liebe Geld! Die Zeit ist schlecht . . . schlecht ist die Zeit!" — Wohin man kommt, wohin man lauscht, die Klage hört man weit und breit. — So mancher Mensch wird'schlecht gemacht, das ist nun so ein Zug der Welt — jedoch am übelsten ergeht's der schlechten Zeit, dem bösen Geld! — Fast schmerzend ging mir's durch den Sinn: die Menschen geh'n gewiß zugrund: wohin man kommt: kein Geld! kein Geld! da kömmt der Klügste auf den Hund! — Kopfschüttelnd ging ich durch die Stadt; der Mond stieg ans dem Tal empor. — Bekümmert sah ich zu ihm auf. Kein Geld! kein Geld! rief's mir ins Ohr. — Die schlechte Zeit! die schlechte Zeit! wie ein Gespenst fchrie's auf mich ein. — Verhungern wir? Gewiß, sehr bald! Was anderes kann kaum möglich sein. —
Da blieb ich plötzlich lauschend steh'n. Was war das? Helle Tanzmusik! — Heidi . . . heida. Ans Fenster schnell. Nur einen scheuen, kurzen Blick! -1- Der große Saal ist sicher leer, so lustig auch die Fiedel schreit. — Frau! Musika spielt nur für sich: wir leben ja in schlechter Zeit! —
Doch als ich durch das Fenster sah, da überkam's mich wie ein Schreck. — Ja, träumt' ich denn? Der ganze Saal war vollgepfropft von Eck' zu Eck'. — Und was das wundersamste war: ich sah Gestalten altbekannt, — die jammernd diese Zeit verflucht, ja, die sie höllisch schlecht genannt! — Dort, nrit der weißen Weste, war der L., den ich erst gestern frag, — ob er mich nun bezahlen könnt' ? (Weil er die Uhr auf's Leihhaus trug.) — Und dort die kinderreiche Frau, die mir erst heute noch erklärt', — daß Montags sie nur Brot und Fett und Dienstags Fett und Brot verzehrt. — Hilf Himmel, war das ein Gespenst, was sich da meinen Blicken bot? — Träumt ich vielleicht? Das wär' die Zeit... die .böse Zeit der schweren Not?! — Ich,
Valentin, der Ober stallmeister Frhr. v. Reischach und der Vize oberzeremonienmeister Graf v. Kanch. Den Verdienstorden vom Heiligen Michael 1. Klasse haben erhalten, der preußische Gesandte in München v. Treukler, Vizeoberstallmeister Frhr. von Esebeck, der Vizeoberzeremonienmeister v. Röder, das Großkomturkreuz des Ordens der bayerischen Krone der Unterstaats- fefretär Zimmermann, den Verdienstorden vom Heiligen Michael 2. Klasse der Professor Dr. Seidel, der Dirigent der Kunstsammlungen in den Königlichen Schlössern.
Trinksprüche.
Die Galatafel im Weißen Saale des Königlichen Schlosses fand heute abend 8 Uhr statt. Gegenüber dem Kaiser und dem Prinzregenten saß der Reichskanzler, rechts von ihm zunächst Staatsminister Freiherr v. Her t- ling. Im Verfolg des Mahles erhob sich der Kaiser zu einem Trinkspruch, in dem er sagte:
Von panzern Herzen heiße ich Eure K. Hoh. in meinem nnd der Kaiserin Namen in unserer Mitte willkommen. Eure K. Hoh. werden es empfunden haben, daß dieser Willkommgruß nicht air den Mauern dieses Schlosses verhallt. Mit mir begrüßt meine Haupt- und Residenzstadt, begrüßt mein ganzes Volk den Prrnz- regenten des schönen Bayernlandes als hohen, willkommenen Gast, denn außer den herzlichen persönlichen Beziehungen oer- knüpsen uns und unsere Väter die starken Bande deutscher Einheit und Einigkeit, die einst in heißem Ringen geschmiedet wurden. Dankbar dürfen wir zurücksehen auf die langen Jahre, in denen es den deutschen Fürsten gegeben war, das damals Errungene in friedlicher Entwickelung zu fördern nnd zu pflegen. Der Hausritterorden vom Heiligen Hubertus, durch dessen Verleihung Eure Königliche Hoheit jetzt die Gnade gehabt haben, fünf meiner Söhne auszuzeichnen, trägt die Devise: „I n Trau v a st". Möge dieser Wahlspruck ein Symbol fein und bleiben für das Znsammenstehen der Häuser Wittelsbach und Hohenzollern für alle Zeit.
Prinzregent Ludwig antwortete mit Dankesworten und fuhr fort:
Der erste meiner Besuche gilt dem Schirmhcrrn des Deutschen Reiches. Die Wärme des Empfanges, die wir bei Euren Majestäten gefunden haben und die uns auch von der Reichshaupt- ftadt entgegengebracht worden ist, entspringt den Gefühlen unserer unauflösbaren Zusammengehörigkeit, bic, deutsche Fürsten und Völker in Deutschland eint. Eure Majestät dürfen gewiß sein, daß ich die von meinen Vorgängern in der Regierung Bayerns dem Teutschen Reiche erwiesene Treue stets bewahren luerbc. Ich betrachte es als meine heilige Pflicht, in engstem Zusammenstehen mit Churer Majestät unb der übrigen deutschen Fürsten an den hohen Aufgaben und der Entwicklung' des Reiches in guten und bösen Tagen mitzuwirken. Mit aufrichtiger Genugtuung erfüllt es mich, daß der Kronprinz des Deutschen Reiches ß la suite des G. Infanterieregiments, dessen Inhaber Eure Majestät sind und das den Namen Euer Majestät unvergeßlichen Herrn Großvaters führt, in noch nähere Beziehung zur bayerischen Armee getreten ist. Ich freue mich auch. Eurer Majestät Söhne als Mitglieder des bayerischen Hausritterordens vom Heiligen Hubertus begrüßen zu können. Für die hohe Auszeichnung, die Eure Majestät mir dadurch erwiesen haben, daß das 2. Niederscklesische Infanterie-Regiment Nr. 47 fortan meinen Namen trägt, bitte ich meinen ganz besonderen Dank entgegen* zunehmen.
selber, der kaum noch lgewußt, wie man sich amüsiert und tollt — und doch die Zeit nie schlecht genannt, satz'solch ein Bildchen aufgerollt? — „Genug!" sprach ich, „nun weiß ich wohl, daß sich die Welt noch gern vergnügt — und gönne ihr's. — Nur eins steht fest: Die Zeit ist! gut!":
X *
** Neue Regierungsbaumeister. Ernannt wurden die Negierungsbauführer Hans Ehr mann aus Gernsheim, Karl Rumps aus Darmstadt, Jak. Schwarz aus Leeheim, Karl Vollert aus Darmstadt und Hch. Wagner aus Wiesbaden zu, Negierungsbaumeistern.
** Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zn Würz- b e r g. Das Präsentationsrecht steht dem Grafen zu Erbach-Erbach zu. Mit der Stelle ist Organistendien stverbunden. Dem Inhaber der Stelle kann eine besondere Ortszulage gewährt werden.
** Der Vorstand der La n dwir t scha f ts- kämm er ist gestern nochmals zusammengetreten, um die Tagesordnung für die am Montag beginnenden Verhandlungen fertig zu stellen. Außer dem Voranschlag, einigen Waylprüfungen und Anträgen hat sich diesmal die .Kammer auch mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden zu befassen. Die meiste Aussicht durfte der Vorsitzende des Provinzialausschusses für Starkenburg Oekonomierat Walther-Lengfeld haben.
** Der Niederrheinische Geologische V e r - e i n hält seine Versammlung vom 29. März bis 2. April hier ab. Die mit der Tagung vertnüpften Ausflüge sollen in erster Linie einen Ueberblick über den Aufbau des Vogelsberges geben und führen am 29. März nach Steinbachs Ganseburg, Annerod, Großen-Buseck, am 30. März nach Fronhausen, Altenburg und Friedelhausen, am 31. nach Schifsenbcrg, Leihgestern, Watzenborn, Garbenteich, Dorf Güll, Münzenberg, Arnsburg, Lich, Büdingen, am 1. April nach Büdingens Umgebung, Mittelgründau, Stockheim und Lauterbach, am 2. April von Lauterbach nach Angersbach, Landenhausen, Muß, Weinberg, Salzschlirf, den Fuldaer Graben und zurück nach Gießen. Mit der Tagung sind zahlreiche Vorträge verbunden.
** Die 21 u§ Heilung des Oberhessischen Kunst- Vereins ist vollständig neu. Ausgestellt ist eine Sammlung des Bildhauers unb Malers Daniel Greiner, der die Ausstellung mit Gemälden, Graphiken, Arbeiten und P l a st i k e n beschickt hat. Auch von unserem einheimischen Künstler Karl Fries sind etwa 50 seiner Arbeiten, Oel- gemälde und Zeichnungen ausgestellt. Da die beiden Künstler zum erstenmal im Kunstverein sich zeigen, werden die ausgestellten Kunstwerke sicher allgemeines Interesse finben.
** Keine Hehlerei. Vorn Rechtsbeistand der Frau- die bei dem am 3. März gemeldeten Einbruch der Hehlerei beschuldigt wurde, geht uns die Mitteilung zu, daß die Frau nicht im geringsten habe ahnen können, daß der Verkäufer die Lumpen auf unredliche Weise erworben habe. Von Hehlerei könne sonach keine Rede sein.
Landkreis Gießen.
gQneckborn,7. März. Unter zahlreicher Beteiligung von hier und auswärts wurde heute der Veteran Luawig G ö r 11 e r t X. zu Grabe getragen. Er hatte den Feldzug 1870/71 bei der 2. Kompagnie Jnfant.-Reg. Nr. 116 mitgemacht. Am 16. und am 18. August und später bei den Kämpfen gegen die Loire-Armee bei Blois und Briare hat er Anteil genommen.
Kreis Lauterbach.
~ Angersbach, 7. März. Jnr Mai läuft die neunjährige Amtsperiode unseres Bürgermeisters R 0 d e m e r ab. Da es Rodemer während seiner neunjährigen Tätigkeit verstanden hat, durch Eifer und Pflichttreue sich die Zufriedenheit aller Einwohner zu erwerben, so wird seine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten als sicher angenommen.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 7. März. Gestern unb heute fanden in der Augustinerschule die Abgangsprüfun-gen der Realschule statt. 16 Schüler unterzogen sich der Prüfung und vier wurden vom mündlichen befreit; einer bestand nicht. — Gestern abend sand die Hauptversammlung des V 0 r s ch u ß- und Kr ed itv er ein s statt. Txr Verein zählt zurzeit 1338 Mitglieder. Der Gesamtumsatz betrug 32 316 646 Mark und zahlt 7°/o Dividenten aus.
Hessen-Nassau.
b. Biedenkopf, 7. März. In diesen Tagen wurden zwei Bullen und ein Rind Vogelsberger Rasse im Grunde Breidenbach angekauft, die mit zwei anderen Bullen und neun Rindern nach Teutsch-Südwestafrika kommen.
[1 Marburg, 7. März. In einer heute abend abgehal- teneu Versammlung der Stadtverordneten wurde beschlossen, am nächsten Montag abends zwischen 8 und 9 Uhr auf dem Marktplatze eine patriotische Gedenkfeier abzuhalten. Der Abmarsch des Kreiskriegerverbandes, der an der Feier teilnimmt, erfolgt morgens um 9 Uhr vom Hauptbahnhof aus. Später schließt sich ein Festakt in den Stadtsälen an, wo auch die Fahnenweihe des Kriegervereins Damm stattsinden soll.
Starkenburg und Rheinhessen.
M. Offenbach, 7. März. Im Alter von 67 Jahren ist nach kurzem Krankenlager der Reallehrer a. D. Ludwig Stahl nach kurzem Krankenlager verstorben. Stahl Hai sich namentlich um die Förderung des Turn wesens erfolgreich bemüht. Er war der Begründer des Gaues Offenbach-Hanau, 21 Jahre lang war er Gauvertreter. Der Turnverein, dessen langjähriger Vorsitzender er war, ernannte ihn 1898 zu seinem Ehrenvorsitzenden.
Das Srantfurtcr Möbel- und Bettenhaus )oh. heinr. Helberger weist seine oberhessische Kundschaft auch an dieser Stelle auf die heutige Ankündigung über neue Modelle 1913 im Anzeigenteil hin. Jin Jahre 1829 gegründet, hat sich die Firma während der letzten zehn bis fünfzehn Jahre besonders rasch entwickelt, so daß sie heute zu den größten ihrer Branche in Süd- und Mitteldeutschland zählt. Die ftänbige Unterhaltung enter außergewöhnlichen Auswahl von Wohnzirninereinrichtungen int einfachen, rnitt- leren und besseren Genre, sowie das Bestreben, dem Lager stets die neueften und praktischsten Modelle der deutschen Möbelindustrie einzureihen, gestalten einen Besuch des Lagers anregend und lohnend. Dazu kommt, daß durch beit enormen Umsatz beim Einkauf große Vorteile erzielt werden, die wiederum' die billigsten Verkaufspreise ermöglichen. Die Firma Helberger unterhält eine bedeutende Spezialabteilung in Betten und Bettwaren und liefert ständig an städtische und staatliche Behörden, sowie an Krankenhäuser. Die ständige Ausstellung umfaßt etwa 100 Muster- zimmer und die Geschäftsräume haben in sechs Etagen euren, Flächenraum von 30000 Quad rat fuß. [0% j


