Ausgabe 
11.6.1913 Erstes Blatt
 
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statt.

11 dm Konkur e übn Nachlaß des Jakos >ld II. in Gießen soll Schlußverteilung er.- :n- Nach Berichtigung bevorrechtigten h che und der Mqsse- n sind 6428,39 U Verfügung, denen bevorrechtigte Forde­ren mit 21717,56 M nüberstehen od. 29,6«

Schlußverzeichni- auf der Gerichts­iberei Großh. te hts Gießen zur Ein- der Beteiligten aus. eßm,denlll.JuniI91 >

L. Althoss, dj Konkursvemalter.

Wich n dem Konkuch.' Vermögen derM old II. 'n ßen soll dir Wuß- eilung erfchn. M ichtigung kt bm ioten Snsplch md

MassekoD D ! 99 M zur tg, betten mchkbevoi- ite Forderungen mit 169 gegenüber- ober 33,3%. -d- verzeichnisliegtaus Gerichtsschrelberer .-oalAmtsgerrchts zur Einsicht der itn aus.

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Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten

die Regierung nicht ohne erlftbliche Bedenken dem Antrag gegenüber steht und die von der Zweiten .Kammer ver­langte Vorlage darüber .jedenfalls mit einer Reihe von Bedingungen beschweren wird, die neben der unbedingten Sicherstellung auch die ^tagc der Staatskontrolle oder Staatsaufsicht eine solche im eigentlichen Sinne ist nach dem Reichsgenossenschaftsgesetz bekanntlich überhaupt aus- geschlossen behandeln werden Ganz ähnliche Bedenken, wie von der Regierung, find auch im Finanzausschuß der Erstell Karniner geäußert worden, und wenn auch der An­trag Dr. Osann und Genossen demnächst in der Ersten Ma mm er mit dein Zusatz ihres Ausschusses Annahme finden wird, so erscheint doch jetzt schon als )icfyer, daß, die den Antrag durchführende Regierungsvorlage im kommenden Herbst recht viele Schwierigkeiten zu passieren haben wird.

Schatzgräber im alten Rom;

Zur Geschichte der Ausgrabungen.

Auf die Frage, wer die ersten Ausgrabungen mehr oder weniger archäologischen Eharaltcrs unternommen habe, antwortet Professor Christian Hülsen in einem interessanten Aufsatz, der, un FlorentinerMarzoeeo" erschienen, eine kurz gefaßte Ge schicht Der Ausgrabungen bietet. Tie ersten Ausgrabungen haben un­bedingt die Christen Roms gemacht, als sie, um ihre Katakomben zu graben, den Boden der eitrigen Stadt durchwühlten, unb dabei nuf die verschiedensten Reste heidnischer Zeit, vor allem auf Gräber stießen. Was von diesen Funden brauchbar )var in erfter Linie Marmormaterial wurde zur Ausschmückung der Katakomben und Basiliken verwandt.

Zweckmäßiger begann man erst nach brm Jahre 1000 zu graben; damals wurhen die Fora und die Kaiserpalaste ihrer Marmorbekleidung beraubt, aus der dann Kalk bereitet wurde. 2aß diese Beraubung der Mhiinen nicht ungefährlich war, beweist eine ganz neue Entdeckung in den Caracallath.-rmen; in einem jnriilf Meter unter der Erde gelegenen Raum fand man hier im vergangenen Sommer ein znsammengestürztes Gewölbe und dar­unter die Skelette von acht Menschen, die es uwer sich begraben hatte. Es waren das Schatzgräber des Mittelalters gewesen, die in so großer Tiefe wo bl etwas besonderes Kostbares zu finden hofften.

Besondere Anziehungskraft übten seit dem frühen Mittel­alter die Gräber der Kaiserzeit aus, an denen die Umgebung Roms so reich ist man denke nur an Bia Avvia und Bia Latina. Während in den Gräbern aus republikanischer Zeit dank dem Zwölftafelgesetz keine großen Schätze zu finden maren, wurden solche später in den Grabkammern geradezu aufgestapelt. Ten größten Fund dieser Art machte man unter dem Pontifikat Pauls III., als anläßlich von Bauarbeiten für die Petersttickw Arbeiter ans den Sarkophag der Kaiserin Maria, Gemahlin des Honorius, stießen. Ihr letzter Wunssch war es gewesen, in der ^ähe des Apostelfürsten begraben zu werden; ^tausend Jahre lag sie in ungestörter Ruhe inmitten fabelhafter Schatze. Bon ihnen ntblenbct, warfen sich die Finder darauf, rissen alles auseinander und zogen der Kaiserin das kostbare Gewand aus. Es war aus einem Goldstoff gewebt, aus dem man, nachdem man ihn verbrannt Wte, vierzig Pfund Gold gewann. Mehr als vierzig goldene swinge stäken an den Fingern der Kaiserin: der schönste Ring 'ttnstßte einen großen Smaragd mit dem Bild des Honorius. Ohrgehänge und Goldketten lagen haufenweise umher, und ein fan gearbeitetes, silbernes Schmuckkästchen, das einen halben Meter feng »var, enthielt eine Unzahl köstlichster Bibelots, darunter ewc Lampe aus Bcrgkristall. Von all diesen Kostbarkeiten exi-

gegenüber den Gleichstellungsbestrebungen, wenn es auch von den Lolalbeaintcn nicht als solch? anerkannt wiO. Ten Richtern war die darin liegende Benachteiligung der Anusgerichtsräte keines­wegs erwünscht, sie nehmen sie aber mit in Kauf, weil über­wiegende Gründe für diese Maßnahme sprechen, denn es Fann ooä) ntcht ernstlich bestritten werden, daß der Oberamtsrichter gegenüber dem Amtsrichter eine verantwortungsvollere Stellung emmmmt und daß der Landgerichtsrat in der Tat kein Lokal- beainter ist. Daß die Zulage nicht mehr auf die 20 Aeltesten beschränkt werden soll, ist für absehbare Zeit keine Begünsttgung. Aach dem heutigen Stand hätten nur 11 Oberamtsrickler und ^Landlrerichlsräte Anspruch darauf. Diese Zulage, die erst

Jahre nach der Anstellung erworben wird, gtcidrt nicht entfernt oen Voriprung aus, den die Oberlehrer durch die frühere An­stellung und die frühere Erlangrmg des Endgchalts haben. Ter Richter erreicht den Endgehall erst einige Jahre nach dem Ober Iebrcr_ und muß dann muh 4 Jahre auf die Zulage warten. « - I? deshalb irrefüfrrenb, wenn man sagt, der Gehalt der Lokalbeamten sei auf 3000 bis 6500 Mark, der der Oberamts- richter und Landgerichtsräte auf 3000 bis 7000 Mark bemessen.

vulaansche Grausamkeiten?

Saloniki, 10. Juni. (Agenee d'Ath«nes. > DieLi- derts" veröffentlicht einen Artikel mit der Ueberschrift Bulgarische Grausamkeiten", in dem es u. a. heißt: Wir haben es bisher vermieden, von diesen Dingen zu sprechen, aber die Häufigkeit der schweren Vorkommnisse macht es unmöglich, länger davon zu schweigen. Ein Strieg Zeigt immer schlimme Begleiterscheinungen, aber nichts er­klärt und entschuldigt die Mißachtung der elemen­tarsten Gesetze der Menschlichkeit. Die bulga­rische Regierung sollte wissen, welchen schmerzlichen Wider­hall die aus Drama, Serres nnb Dedeagatsch kommenden Berichte in Europa finden. Diese Vorkommnisse bilden trübe Seiten in der Geschichte des gegenwärtigen Krieges, der von einem schönen Ideal ein gegeben wurde, das nun durch so viele unnütze Grausamkeiten besudelt ist.

VczugSvrc. . monatlich 75 viertd- jälulich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Ziveigflellen monatlich 6o Pf.; durch die Post '2)11.2. iricvtel- jährl. ausichl. Besteilg. Zeileuprcis: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pfennig. C liesredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: 9luanft Goetz; für .Feuille­ton", .Vermischtes* und Geiickstssaal": K. Neu­

recht elenden Zustr»d. Eine nun aufirctcnbc heftige Entzündung der Mundschlcimhaut lenkt den Verdacht auf Bleivergiftung. Aus der Umgebung des Kindes wurde nun von allem, was irgcnbnric Bleigehalt haben konnte, eine Probe entnommen und ckiemisch untenucht. Es zeigte sich, daß das Gummituch, welches als wasserdichte Betteinlage diente, bleihaltig war. Nach Entfernung des verhängnisvollen Gummituches trat nach wenigen Wochen völlige Genesung ein.

Ein Gipfeljubilar in den Zillertaler- a l pen. Am^ 22. August 1913 werden es fünfzig Jahre seiNa das; der Große Greiner (3203 Meter) zum erstenmal erstiegen worden ist. Man wird diesen Gedenktag in der Berliner Hütte der um die Erschließung der Zillertaler Eiswelt so hochverdienten .'llpenvereins-L-ettlon Berlin um so freudiger begehen, als es zwei Reick sdeutscke, die Herren Professor Tr. Karl Zöpvritz a u s G lercn und dessen Bruder Emil waren, die unter Führung des Zillertaler Steinklaubers Georg Samer, genannt Josele, der ungezügelten Gratschneide des Greiner oen Nimbus der Unnah­barkeit raubten. Seither ist der Greiner auf verschiedenen Routeit ost und OTt beitiegen und seiner ursprünglichen Schrecken und Gefahren entkleidet worden. Und dach kann sich keiner seiner Bezwinger des nachhaltigen Eindruckes entziehen, den die lieber» laircitung desstackettenzaunartigen Grates", der zur Spitze führt, ausübt. Ter Greiner bildet noch heute eine der vornehmsten Gipseltouren, die von der inmitten der Firnpracht des Zemm- grundes gelegenen Berliner-Hütte unternommen werden Tas kutzuckendste an der interessanten Bergfahrt ist natürlich der Rundblick von der Gipfelschneioe. Glanzpuiikte sind der Nieder­blick aut das dreigeteille Cisamphitheater des Schwarzensteingrundes und der Zirkus des Schlegeisgletschers, dem die steile, glatte Wand des Hochseilers, des Beherrschers der ganzen Gruppe, in einer Flucht entragt, ferner die prachwolle Uebersicht des Tuxer Hauptkammes.

, ks. Tie Indianer Amerikas sibirischer Ab- der nordamerikanischen Indianer glaubt ^rrv- ^^dlicka vom amerikanischen Nationalmuseum jetzt Nord- oNsibirlen nackig ewiesen zu haberi. Er hat nämlich, wie derScien-

^"ateriean berichtet, auf seiner eben abgeschlossenen For- ,chungsrei,e im Stromgebiete des Yenissei, des Selenga unt> des «eruiert archaolognche Beweise und unter den lebenden Bewohnern ^ibtnenS stchere Anhaltspunkte für seine Behauptung gefunden, cn benKurgans", Grabstätten, die zu Tausenoen in Sibirien Vorhandeii und, hat er indianerarttge altsibirisch' Echädel und aiifgefnnden, ferner Gold- unb andere Metal la rbeiten, bie zu der ^ndianerkultur in engster Beziehung ftefren.

Ans Hessen.

Die Besoldungsordnung im Ausschuß.

(bs) Darmstadt, 10. Juni. Der Finanzaus­schuß, der, wie wir berichteten, sich mit der Beratung über die neue B es o l dun gsv rb n u n g befaßt, wird über seine Sitzungen für die nächste Zukunft keine Mittei­lungen mehr ma chen. Nachdem die allgemeine Er­örterung nunmehr erledigt ist, haben heute die Einzel­beratungen über den Tirif selbst begonnen. Man hält cs snr richtiger, über diesen Teil der Aussprache nicht zu berichten. 0

Da8 Millionanlehen an die Zentralkaffe

der ländli en Genossenschaften.

(rb. > Darmstadt, 10. Juni. Während die Zweite Kammer dein Antrag Tr. Osann und 34 Genossen auf Gewährung eines Darlehens bis zu einer Million Mark an die neugegründete Zentralkasse einstimmig und ohne Aussprache zugestimmt hat, ist dieser Antrag im Finanzausschuß der Ersten Kammer Gegenstand einer sehr lebhaften Erörterung gewesen. Ter Ausschuß hat schließlich dem Antrag der Zweiten Kammer nur unter dem ausdrücklichenVorbehalt" zuge­stimmt,daß die in der zu erwartenden Vorlage dem­nächst gewährten Garantien für die Sicherstellung und Rück­zahlung dieser Summe der hohen Ersten Kammer bei Be­ratung dieser Vorlage genügend erscheinen". Es darf wohl als ein offenes Geheimnis bezeichnet werden, daß

£ofolbeamte und Richter.

^Tu3 den Kreisen des hessischen Richtervereins er halten wir eine Zuschrift, die sich mit der.Denkschrift des Ver­bandes akademisch^ gebildeter Lokalbeamten beschäftigt unb aus der wir folgende Stellen entnehmen:

Man soll doch nicht glauben, daß durch die gleiche Bemessung des Anfangs- unb Endgehalts eine wirkliche Gleichstellung der verschiedenen Beamtenklassen erreicht würde. Zunächst ist die /Ausbildungszeit schon nicht gleich lang. Die Wartezeit, d. b, chie Zeit von der Erlangung der Anstellungsfähigkett bis zilr ^Anstellung, ist durchaus verschieden. Es sind z. B. in den letzten S<Hn Jahren die Oberlehrer rund 6 Jahre früher angestellt wor­den wie die Richter und in der letzten Zeit hat sich der Unteridnti) noch vergrößert. Oberlehrer, die tu diesem Frühjahr zu Pro­fessoren ernannt wurden, also bereits neun Jahre an gestellt sind, haben glrichzeitig die Hochschule bezogen mit Juristen, die trotz regelmäßigen Bildungsganges unb obwohl sie bereite zehn Jahre dem Staate Dienste leisten, immer nod) Assessoren sind und noch Jahre auf Anstellung warten müssen. Ter Untertoieb im Dienst einlommen dieser Altersgenossen beträgt über 2000 Mar! Durch Anrechnung der Besoldüngsoor dienstzcit lassen sich diese Ver schiedenheiten nur sehr unvollkommen ausgleicheit. Währeiib der Mebizinalbeamte ans seiner Gutachtertätigleit und aus seiner Privatpraxis erheblick, Nebeneinkünfte bezieh! unb während wenn anders die dieser Tage int Finanzausschuß gemachten Mit­teilungen richttg sind fast jeder dritte Oberlehrer Privatstuiiden erteilt, ist bem Richter der Nebenerwerb durch daS Eses-.-tz fast völlig untersagt. Dabei kann sich, wie der Abg. Tr. Sck>mitt im Jahre 1898 sehr richttg bemerkte, tri» anderer Stand, er ntöge heißen wie er will, int Entferntesten mit dem Richterstand nach der Seite hin messen, daß der Richterstand mit seinem Vermögen unter Umständen für seine Handlungen eintreten muß. Solange man diese Untcrfdriebc nickst beseitigen Fann, wirb burch die Ve'r leihung eines gleichen Anfangs- unb Endgehalts eine wahrhafte Gleichstellung nicht lstrbeigefiihrt.

Bei der großen Gleichstellung im Jahre 1898 haben, wie der Justlzminister Tr. Tiltmar betont, und der Abg. Tr Glässing ausdrücklich anerkmrnt hat, die Richter denkbar schlecht abgeschnitten. Nur zwei Heine Vorzüge haben sie gerettet: Die Fnuktions- Anlagen der Oberamtsrichter und die 500-Mark-Zulage für die 20 ältesten Richter erster Instanz nach 25jähriger Dienstzeit.

Diese nnhtpensionsfähigen F u n k t i o n s zu l a g e n, die die Vorlage erhalten will, sind ein weiterer Stein des Anstoßes Sre werden m derTenkschrift" bekämpft. Nwi sollen nach der Besoldungsvorlage die Oberärzte an den J-rreiranstalten pen- sivnsfähige Zulagen von 500 Mark, die sämtlichen Ober- steucruispettoren^Zulagen von 600 Atark, 900 Marl und 1200 Mark, von den Finanzamtsvorständen 5 Zulagen von 300 Mark l£°n609 Mark und 3 von 900 Mark erhalten, die bis zu oMNtark penftonsfälstg sind. Auch diese Zulagen stehen im Widerspruch mit der von den Lokalbeamten verlangten Gleich­stellung. Was sagt dazu der Verein der Medizinalbeamten^ was der Verein der Finanz beamten? Die Denkschrift, die auch m ihrem Namen herausgegeben ist, gibt hierüber keine Auskunft Dies besorgt derNichtjurist", der auf die Mitglieder des Vnckandes keine Rücksicht nehmen zu müssen glaubt. Aber auch er sagt nichts davon, daß Funltionszulagen im Lehrsack schon lange riteben, daß Leiter höherer Bürgerschulen solche in Höhe von 200 Mark, 300 Mark und 500 Mark, daß Direktoren höherer Lehranstalten, wenn mit ihnen ein pädagogisches Seminar ver­bunden ist, 900 Mark ünb wenn eine Vorsckstcke besteht, 600 Mark Funkttonszulage erhalten

Wir sind der Ansicht, daß die Funktionszulagen nickst nur nn Lehr- und 'Finanzlfach, sondern auch in der Justiz ihre Be- rechtigung haben.

. Die Vorlage will die 500-Mark-Zulage nach 25jähriger Dienst­zeit für die Landgerichtsräte unb Obcramtsrichter erlmlten, nicht aber für die AmtSgerichtsräre. ES bedeutet dies eine Nachgabe

Deutsches Usich.

Die Nationalspende für das Kaiseriubiläum zum Besten der christlichen M^i s s i o n e n soll bekanntlich am 16. d. M. durch eine Deputation beider Konfessionen dem Kaiser überreicht werden, lieber das Ergebnis läßt sich, so schreibt man uns, jetzt noch nichts genaues mittrilcrt, da wenigstens die Erträge der evangelischen Sammluntz erst gegenwärtig in der Hauptsammelstelle zusammenfließen. Auf evangelischer Seite ist der Endtermin siir die Sammlung bis auf den 1. Juli verschoben worden, da besonders die eigentlichen Jubiläumstage, der 15. und 16. d. M., nod) eine vorzügliche Gelegenheit zur Propaganda für das kultu- rell und national hochbedeutsame Werk bieten. Bekannt­lich ist die am nächsten Sonntag, 15. Juni, bei Gelegenheit des Festgottesdienstes in allen evangelischen Kirchen Preu­ßens und auch der allermeisten Bundesstaaten einzusam­melnde Kollekte für die Nationalspende bestimmt.

Der Wahlprüfuttgsausschuß des Reick) stags

verhandelte am Dienstag über die Wahl des Abgeordneten Ro ga'l la v o n Bieb e rste in (kons., Bosemb., Bezirk Kö­nigsberg). Zu einer Entscheidung kam es noch nicht.

Das K'i n de rsau g fl a s ch en g e se tz wurde von dem dafiir im Reichstag eingesetzten Ausschuß! in der Sitzung vom Dienstag a b g e l e h n t.

Die argentiiiische Sondermission hat, so teilt hie amtlicheNordd. Allg. Ztg." mit, nach glänzender Erfüllung ihrer .Aufgabe die Weiterreise an­getreten. Die Mission nimmt die lieber,^eugung mit sich, daß ihr Besuch in Deutschland sehr willkommen war. Der Sonderbotschafter bekundete dies in einem außerordent­lich herzlichen Telegramm an den Kaiser, das folgender­maßen lautet:Beim Verlassen des gastlichen Bodens Deutschlands danke ich Eurer Majestät für das lebhafte Interesse, das Eure Majestät an meinem Vaterlande zu nehmen geruhten. Die Botsckwft und die argentinische Narioii werden niemals die Aufnahme vergessen, die Eure Majestät und das deutsche Völk mir gewährten. Ich darf den Wunsch aussprechen, daß mein Aufenthalt in Deutsch­land dazu beitrug, die schon bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland noch enger zu gestalten".

Ausland.

Das Homerule-Gesctz im englischen Unterhaus.

London, 11. Juni. Im Unterhaus wurde die zweite Lelung des H o m c r u l c - G e s c tz e s gestern nach zweitägiger Aussprache mit 368 gegen 270 Stimmen angenommen.

skiert nichis mehr: Paul III. nahm cs den Findern ab, schickte dad Gold in die Münze und schmückte mit den Juwelen Mitren und .mrchengeräte.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das Ausgraben zu Rom geradezu eine Art von Spekulation geworden, oic ovn allen GeiellKhausichichten, vom Kardinal bis zum Vorstadtbewohner, fieberhaft betrieben wurde. Man assoziierte sich zu diesem Zwecke, man gründete Gesellschaften, man lief zu Wahrsagerinnen, um besonders ergiebige Plätze herausmftnden. Es gab natürlich ganz unfehlbare Methodeii, wie beim Lotto, und Ende des 17. Jahr­hunderts erschien ein V.wzeick-nis von über vierhundert Plätzen, an denen sich Sckstitze befinden sollten. Merkwürdigerweise hat der wissende Herausgeber selbst keinen Versuch zu ihrer Hebung gemackst.

Das Zeitalter der großen künstlerischen Funde begann, als das Rom der- Renaissance aus den Ruinen der alten Stadt er­wuchs, als neue Straßen angelegt, Kirchen und Paläste in allen Stadtteilen gebaut wurden. Tie zahllosen Funde dieser Zeit legten den Grund zu den römischen, Sammlungen. Man grub, leit Künstler wie Bramant und Raffael sich dessen angenommen hatten nick t mehr zufällig, sondern planmäßig, und damit hatte das Zeitalter der Schatzgräber aufgehört, das der Archäologen aber begonnen. Ten größten Plan trug Raffael in sich: er wollte die bedeutendüeii Bauwerke des alten Rom, Kaiserpaläste, Fora, Theater, Amphitheater und Thermen ausgraben und hieraus, nachdem man dies alles wieder gefunden, einen Plan der Kaiser- stadt entwerfen, der dem Beschauer il>re Schönheit vor Augen führen sollte,als wenn fr wirklich vor ihr stünde". Enthu­siastische Stimmen erhoben sich für diesen Plan, der mit dem frühen Tod des Urbinaten fiel, aber noch den späteren Geschlechtern genügend Anregung bot. £). K.

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l . Mo be r ne K u n st in Köln. Ter Kölner Kunswerein, der leit 1843 besteht, wird neu organisiert werden ?r bat die Ausstellungsräume int Wallraf Richartz-Nriiscum auf- gegebeii, daft'ir werden neue Ausstellungsräume gegen­über dem xom eingerichtet. Paul Cassierer wurde zum künmerischen Leiter der Ausstellungen ernannt. Cassierer der un übrigen m Berlin bleibt, hat sich verpflichtet, acht Aus­stellungen lahrlich zu veranstalten. Geschäftlicher Letter ist Walter Klug, der Geschäftsführer der letzten Sonderbund-Ausstellung.

~ ^^/^brgiftuiig eines Säuglings durch eine Gummi tu ch-Bett einlag e. interessante Mitteilung aus der Praxis macht Tr. F r a n k - Tudweiler in derMün- cbener Medtztniichen Wochenschrift". Em gesunder, kräftiger Säug­ling nimmt plötzlich ab und kommt nach drei Wochen in einen

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erscheint täglich, mifecu&

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>ür di- Roiatlonsirui und Verlag der vrühl'Ichen Uni».-8lich- und Steindru-Ierei R. Lange, «edattion. Lrpcdilion und Druckerei: kchulftraii- 7.nb

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