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10.5.1913 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

165. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Zamrlienbiätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Kchmer Anzeiger General-Anzeiger für Vbecheftr»

Samstag, W. liiai tzftZ

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Unioersitäis - Blich- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schilt- strasze 7. Expedition und Verlag: Redaktion:e-^112. Tel.-Adr» AnzeigerGießen.

Zur hessischen Genossenschaftrkrisis.

Der Zuscrman an b ruch ü o n Ober-Mock st a. d t.

Nachdem wir kürzlich die Ausführungen des An­walts der auf Selbsthilfe beruhenden Erwerbs- und Wirt schaftsgenvssenschaften, Prof. Dr. Crüg er, wiedergegeben herben, sind wir heute in der Lage, auch die Erfahrungen imb die Meinung eines hessischen Sachkenners mitzu­teilen, der einem unserer Vertreter hauptsächlich die Ver­hältnisse erörterte, die zur Katastrophe von Ober-Mockstadt geführt haben. Der Sachverständige führte folgende Ge dankengäuge aus:

Die Geschäftsfiihruttg und der schließliche Zusammen - bruch der Spar- und Darlehenskasse zu ^Ober-Mockstadt bietet ein so ttchifches Bild, auf welche Art derartige Kassen nach und nach dem Konkurs zutreiben. Mit einer zusammen­hängenden Schilderung der Vorgänge, die zum Zusammen­bruch der Kasse geführt haben, sei fiir manche andere Ge- nossensck>aft, die sich in ähnlichen Bahneir bewegt, eine War­nung gegeben, damit sie nicht auf der schiefen Bahn weiter arbeitet.

Der Vorsckmß- und Kreditverein Ober-Mockstadt, der 1874 ge gründet wurde, nxir anfangs gut geleitet und hat in den ersten Jahrzehnten Ersprießliches geleistet. Er hat die Bauern, aus dm Handelt der Wucherer befreit. Dem Personalkredit Vorschub ge­leistet und den einheimischen Handwerkern geholfen, ohne damit ein besonderes Risiko einzugehen. Tie Kasse beruhte auf denk Schulze-TelrtzsMchen Grundsatz der unbeschränkten Haftpflicht. Sie bot infolge der zuverlässigen Geschäftsführung eine große Sieherheit.

Tie solide Wirtschaft dauerte so lange, als die Leute im Dorf >und der Umgebung blieben. Dann begann man den Leicht­sinn zu unterstützen, leistete sich gegenseitig Bürgschaft A. bürgte dem B. und umgekehrt B. dem A. -, so daß tn Wirk- licksteit überhaupt keine Sickcrheit vorhanden war.

Aber auch das hätte die Kasse nod* ertragen können. Man begann, sich über die nähere Umgebung von Ober-Mockstadt hinaus auszudehnen. Man machte gute Geschäfte, hatte aber auch Verluste zu verzeichnen Besonders glaubte man, vorteilhafte (MefcDäfte zu machen, als man fiel;, zur Beleihung von Nachhypo thelen entschloß, die sonst nicht zu haben waren. Selbstverständlich entstanden aus diesen Geschäften erhebliche Verluste und die Kasse geriet immer mehr in Schwierig leiten. Tie Revision, dft regel­mäßig erfolgte, tonnte die eigentliche Ursache des schlechten Standes der Kasse nicht ermitteln, sie warnte vor der großen ^lusdehnung der Geschäfte und vor Dem ausgedehnten Wechselgeschäft.

Tie Sache war um so schlimmer, als der Aufsichtsrat so­zusagen überhaupt nicht entwickelt war und der Vorstand nach WÄllür schaltete und waltete. Dieser versah lange Zeit sein Awt als Nebenbeschäftigung und wurde anfangs unzureichend be­zahlt, trotzdem die verworreneit Verhältitisse die ganze Arbefts- ckrast eines tüchtigen Mannes erfordert hätten. In Hanau und Umgegend erlitt die Kasse große Verluste, da man, nm nicht alles zu verlieren, eine Anzahl Häuser übernehmen mußte. Tie Kasse arbeitete damals mit der Dresdener Bank und diese hielt sehr auf geschäftliche Korrektheit. Als ober wiederholt .Wechsel zu Protest tarnen, löste die Bant die Verbindung.

Atm bot .Hoirat Rothschild-Büdingen, der damals noch großes Ansehen besaß, der Kasse an, mit ihm in Verbindung zu treten. Die Kreditbeschasfung würde dadurcl. einfacher und leichter und da er ja selbst Mitglied bei der Kasse sei, habe er großes Interesse daran, daß sie gute Geschäfte mache. Im Anfang war Die Bantverbindimg zwischen Rothschild tmD der Kasse regulär. Aber nach einigen Monaten schon wurde die Sache airders. Rothschild hatte durch Spekulationen ungeheuere Summen ver­loren, und er benutzte nun die Ober-Mockstädter Kasse, um sich selbst über Wasser zu halten. Unbegreiflicherweise ließ sich der Bank- Vorstand darauf ein, Rothschild Blankowechsel zu geben. Anfänglich ging es auch mit diesen gut, aber schließlich ließ sich Rothschild wiÄrer auf Spelülationeu ein und setzte große Summen um. Er benutzte die Blanlowechsel, um sich wiederholt Summen von 10 000 bis 50 000 Mark zu verschaffen. Da er für deren Einlösung oder Prolongierung anfangs rechtzeitig sorgte, ging die Sache eine Zeitlaitg gut, doch wurden die Banken, bei denen man die Wechsel diskontierte, über das große GeldbeDürfnis der immerhin kleinen Ober-Mockstädter Kasse stutzig. Das meiste Geld floß aber in die Tasche Rothschilds, der nur kleine Be­träge an die Kasse äbgab. Auch Privatleute wußte Rothschild in seine Spekulationen hineinzuziehen und zwar mit dem Erfolg, daß sie ihr gesamtes Vermögen verloren.

Die Banken verlangten Sicherheit und deshalb ging Roth­schild nach Ober-Mockstadt, um ficf vorn Direktor der Kasse Rest- kaufschillinge. und Hvpotheken blanko zedieren zu lassen. Auf Grund einer vom Direktor von Den anderen Vorstandsmitgliedern erlangten Vollmacht, von deren Inhalt diese nichts wußtett, konnte Rothschild den Banken die verlangten Sicherheiten geben.

1908 kam es zur Katastrophe. Rothschild flüchtete mtt Htnter- lafifung beträchtlicher Schulden: über sein Vermögen brach Konkurs aus und auch die Ober-Mockstädter Kasse nrußie ihren Konkurs amnelden, da sie für 600 090 bis 700 000 Mark Wechselver­pflichtungen hatte, ohite dafür Deckungsmittel zu haben.

Die Forderungen, die beim Konkursverwalter angemeldet wur­den, betrugen über 2 Millionen, denen em buchmäßiges Vermögen von etwa V Millionen gegerrüberstand, so daß ein Fehlbetrag von etwa 600 000 Mark auszubringen war.

Der Ausbruch des Konkurses zog die Vernichtung zahlreicher Eriftenzen nach sich. Bon den Mitgliedern der Kasse wurde zu­nächst ein Zuschuß von 2300 Mark angeforbert. Man hoffte mit diesem Betrag ausztckommeu. Man rechnete mit 20 Proz. Ausfall bei den Ausständen und 25 Prozent Ausfall auS den bezahlten Vorschüssen. Ter Ausfall an Ausständen belief sich aber auf 40 Prozent und der aus Den Vorschüssen auf 44 Prozent. Man tarn deshalb mit Den 2300 Ml'., die die einzelnen Mitglieder, gegeben hatten, nickst uns, so daß im Jahre 1912 ein weiterer Vor- sArß von je 2700 Mk. angejordert wurde. Die Kmtkursverwal- tung hofft, mit diesem Betrag auszukommen und von der For- berimg eines Nachschusses absehen zu können. Der Unterschied zwischen dem Zusammenbruch der Ober-Mockstädter Kasse und dem in Nieder-Mvdau ist, daß das Vermögen der Ober-Mock städter Genossenschaftler zur Deckung der Verbindlichkeiten mehr als .ausreicht, während in Nieder-MoDan das Vermögen der Mit glichet die Verbindlichkeiten bei weitem nicht decken kann.

9Eu5 diesem Grunde konnte die Konkursverwaltung für Ober- Mockstadt von der Beschlagnahnre des Vermögens aller Kassen- mitgiteber ab sehen.

Da die Kasse die unbcckchränkte Haftpflicht eingeft'ihrt hatte, so konnte die Konkursverwaltung Die Mitglieder mit diesen hohen Bor- und Nachschüssen heranziehen, mit denen der ganze Fehl­betrag gedeckt werden konnte. Wennchic Kasse beschränkte Haft- psticA eingeführt hätte, so wären Spareinleger und Gläubiger um einen großen Teil ihres Geldes gefommen. Das sollten alle Beteiligten bei der jetzt vielfach erfolgenden Uinwandlrlng der ländlichen Kassen in solche mit beschränkter Haftpflicht bedenken!

Die Reichsbankstelle in Fulda und andere Banken verlangten die Herausgabe der Hypotlstten, die sie zur Sicherheit erhalten hatten und Die die Kasse anderweitig verwertet hatte. Es entstand

darüber ein Prozeß, der bis an das Reichsgericht ging, daS die Sache an das Landgericht zurück verwies. Kürzlich siel die Ent­scheidung wieder zugunsten der Konkursoerwaltung und wenn dies auch in 'der Berufungsinstanz- geschieht, mirS es möglich sein, auch noch andere Hypotheken zu retten.

Bon den Forderungen der Gläubiger hat die Konkursver­waltung bis jetzt 40 Prozent bezahlt und 500 000600 000 Mk. liegen zurzeit in der Konkursmasse. 55 laun mit Bestimmtheit gesagt werden, daß die Gläubiger vollbefriedigt werden können, wenn auch der Konkurs her zu führenden Prozesse wegen sich noch mehrere Jahre hinziehen. Jvird. Tas in der Konkursmasse liegende Geld war an den Sparkassen zu Nidda, Büdingen, Ortenberg und Gießen, sowie an der Mitteldeutschen Kreditbank angelegt. In neuerer Zeit fand es eine andere Verwendung. Der Hilfsverein Ober-Mockstadt, der sich unter dem Vorsitz des Bürger> nleislers Birkenstock von Ranstadt gebildet hat, hat die Bestim­mung, die Forderungen der Konkursgläubiger gegen ent sprechende von den Gläubigern zu gewährende Nachlässe gegen Barzahlung anzulaufen. Dem Verein standen aber hierfür keine ausreichenden Mittel zur Verfügung. Man half sich deshalb so, daß die Konkursverwaltung mit Zustimmung der Gläubigerver- fammlung deut Hilfsverein, der durch einen Staatsakt juristische Person ist, von der in der Masse liegenden Summe die benötigten Beträge als Darlehen überläßt. Zur Sicherheit verpfändet hagegen der Lnlfsverein die angekauften Forderungen. Außer­dem wird ein Betrag für die Zinsen angelegt, der so reichlich bemessen ist, d er bei der voraussichtlich längsten Dauer des Konkurses ausreichi. Auf diese Weise konnte der Hilfsverein bis jetzt Forderungen im Werte von 500 000600000 Marl anfairfcn. Er erzielte Nachlässe von 1025 Prozent. Neben hem Hilfsverein besteht noch ein Hilfsfonds, der aus freiwilligen Beiträgen entftanhtm ist und bedürftigen Mitgliedern der Ge­nossenschaft erforderlichenfalls Unterstützungen gewährt._________

Aus Äeffsu.

Zur Feldbereinigung im Kreise Alsfeld.

Abgeordneter Reh hat in der Zweiten Kammer folg en­den Antrag eingebracht:

Großh. Regierung wolle den Amtssitz des für die Feld­bereinigung im Kreise Alsseld zuständigen Großherzoglichen FeldbereinigungSkontmissärs und Feldbereinigungsgeometers nach Alsfeld v erlegen."

In der Begründung heißt cs:

In Friedberg haben zurzeit, wenn ich recht unterrichtet bin, 2 Feldbereinigungskommissäre ihren Amtssitz. Tie Felü- bereinigungen des für Alsfeld und Umgebung zuständigen Feld- bereinigungskonrmissärs im Kreise F rieb b e r g sind nahezu beendet, während die Feldbrreinigung für die Gemarkung Alsfeld und folgende Gemarlüngen des Kreises Msfeld: Altenburg, Eifa, Rainrod, Grebenau, Scknvarz, Eulersdorf, Waltersdorf, Reinien- rod, Ober-Sorg, Unter-Sorg, Brauerschwend, Hopsgarten, Storm darf in vollem Gange ist. Hinzu lammen noch eine Reihe an den Kreis Alsfeld angrenzender Orte des Kreises Lautcrba ch. _

Hiernach ist es eigentlich selbstverständlich, daß die betreffen­den Beamten im Mittelpunkt ihres Bereinigungsgebiets ihren dienstlichen Wohnsitz haben. Zurzeit muffen dieselben von Fried­berg nach Alsfeld bel)nfs Erledigung ihrer Tienstgeschäfte reifen. Ganz abgesehen von den dadurch enlstehmden Kosten, deren Er­sparung wohl auch im Interesse des Staats liegt, geht auch er heb lick, viel Zeit drtrck die Fahrten verloren. Sind die Beamten mit der Bahn in Alsfeld angelangt, so müssen sie in den meisten Fällen nock) ein Fuhrwerk haben, um an den Ort ihrer Tätigkeit zu kommen. Es wird daher geklagt, daß die Verhandlungen selbst unter der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit leiden.

Großh. Kreisamt Msfeld tv.it sich gleichfalls berickülich für eine Verlegung ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag der Stadt Msfeld wurde mit der kurzen Begründung ablehnend b e s ch i e b e n, daß and er weite dienstlich? B'.Benken zurzeit einer Veränderung des Amtssitzes im Wege stehen.

Ich glaube an nehm en zu dürfen, daß diese dienstlichen Be­denken nicht so schwerwiegende sein tonnen int Vergleich zu den Vorteilen, welche für alle Beieiligten daraus erwachsen, daß die betreffenden Beamten ihren Amtssitz am Mittcstpunll ihrer aus gedehnten dienstlichen Arbeiten haben.

Ans dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer.

bs. Darmstadt, 9. Kai. In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses, der von der Regierung der Minister von 5) o m b e r g k und Geheimrat Puffert bei­wohnten, wurden die Anträge Henrich besprochen, die eine Entlastung der Beiträge der Gemeinden und Städte mit höheren Lehranstalten vorsehen. Die Regierung wird hierzu noch einige rechnerische Unterlag-en geben, auch wurde von anderer Seite eine Aufstellung der jetzigen Schul­gelder in den höheren Bürgerschulen verlangt, da dieses nach der Regierungsvorlage'auf den Betrag von 130 Mk. durchgängig gebracht werden soll.

Der Äuchchuß vertagte sich dann auf unbestimmte Zeit und wird wahrscheinlich erst Anfang Juni seine Sitzungen wieder aufnehmen.

PolStSfche Tagesschau.

Tie Vorgeschichte desFalles Krupp" glaubt dasHamburger Fremdcnblatt" klarlegen zu können. Das Blatt teilt mit, daß der Abgeordnete Erz berg er ursprünglich Inhaber der peinlichen Dokumente gewesen sei, es aber für opportun gehalten habe, die Rolle des Enthüllers" der Sozialdemokratie zuzuschanzcu. Herr Erz­berger soll das Material angeblich von der Kruppschen Konkurrenz, nämlich dem bekannten rheinischen Großindu­striellen August Thyssen erhalten haben. Es heißt dann weiter:

Der rheinische Großindustrielle August T'hp sf en provuziert auch Panzerplatten. Er trug sich auch mit dem Projekt einer Waffenfabrik. Die Thyssenschen Werke suchten für ihre Panzerplatten die Kundschaft der deutschen Webrmacht. Sei es nun, daß diese mit dem Thyssensck>en Material nicht zufrieden war, oder das; andere Umstande mitspielten, jedenfalls tonnte die Firma hier nicht recht ins Geschäft kommen. Sie muß dabei die offenbar auf Beweisen fußende Ueberzeugiing gehabt haben, daß darin ihre Konkurrenz Krupp einflußbeteiligt sei. Sie besaß Ma­terial gegen K rupp, und dieses Material übergab Herr August Thyssen Jen. dem Reichstagsabgeordneten Erzberger. Dessen Bekanntsckwft hatte ihm sein Sohn, mit dem er damals noch in friedlicheren Studien lebte, vermittelt. Es liegt ein Brief vor, in dem Herr Thyssen Jen. Herrn Thyssen hin. für die Vermittlung der Bekanntschaft des Herrn Erzberger dankt, die der Firmain der Panzerplattenfrage Von I) öd) ft em Wert gewesen fei." Herr Crzbergei hat nun die Beschwer­den der Firma Thyssen an den Reichsstellen uachdr ü ck (i ch st unterstützt. Und zwar mit Erfolg. Und diese Berück- sichttgung seiner Beschwerden veranlaßte ihn dann wohl, auf die Vorbringung weiteren Materials gegen Krupp im Reichs­tage tzu verzichten. So ttmrdc das Material gegen Kvupp von der

Zentrumsparteß die keinen Grund hatte, gegen die Maßgebenden undankbar zu fein, an öic Sozialdemokratie weiter- geschoben. Hier wurde es Herrn Liebknecht zurBearbeitung" übergeben.

Herr Erzberger.wird sich daraufhin.ja wvhl hören lassen.

DcntjdH* Kolonien.

Das Internationale Kolonialinstitut setzte in der Schlußjitzung die Aussprache über die Stellung der Regierungen zu den Missionen fort. Es sprachen die früheren deutschen Staatssekretäre v. L in de q ui st und Ternburg, Oberst T hy s - Brüssel und Lord Reny. Zum Schluß berühtete '.Abendanou Holland über die ge­eigneten Maßnahmen, um «die Mitarbeit der Häuptlinge an der Verwaltung tropischer- Kolonien zu erreichen. Tas Schlußwort hatte Konsul B o hs e n -Berlin.

Die Nicder-Modauer Genoikenschastskrise.

bs. Dar m nabt, 9, Mai.

In dem Prozeß gegen Adam und Genossen konnte heute nur eine kurze Sitzung abgelialtcn werden, da der k)lngekkagte Isaak .wegen Ersclwpfnng ucrnc()mung§uniabtg wurde. Zu Beginn der Sitzung wurde Landgerichtsrat Schmidt vernommen, der in dieser Sache als Untersuchungsrichter tätig war. Er macht einige An­gaben über die Vorunterslichung gegen Beck. Alsdann wird gegen ch'aak weiter verhandelt. Es kommt ein Kassiber zur Sprache, den Isaak, m hebräischer Sprache geschrieben, aus bem Untersuchungs­gefängnis nach außen gelangen lassen wollte. Fsaak bestreitet das aber. Immer mehr und mehr verdichtet sich laber das Neb, das die 'Jlnttage über Isaak geworfen bat. Isaak kennt sich nicht mehr aus und macht allerhand umständliche Erklärungen selbst für die eiusachste Sache. Er erklärt schließlich, nicht mehr vernehmungs­fähig zu sein. Tie Sitzung >vird dann um 11 Uhr abgebrochen, Auch morgen soll nur eine möglichst kurze Sitzung abgehaltei' werden.

vemnznachrichte«.

Hattenrod, 8. Mai. Bei dec letzten Vorstandssitzung des hiesigen Z i e g e n z u ch t v e r e i u s wurde beschlosseic: Bei der öffentlichen Verlosung am 18. Ala: 1913 soll nachmittags 2 Uhr ein Fe st zu g von der Almwirtschaft Rock nach der Ziegenweide gehen. Auf bem Festvlatze wird von einem Fachmaune ein Vortrag über Ziegenzucht und Zweck der Zuchtvereine gehalten. Ihn 3 Uhr wird unter polizeilicher Aussicht die Verlosung natlfinden. Tie Feuerwehr­kapelle Hlsgen-ilich ivird mit Attisikvortragen das Fest verschönern. 9lad) Beendigung der Feier soll bei Gaßwirt l'iock ein Tanz ab- gehalten werden.

Spielplan Per vereinigten frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Sonntag, den 11. Mai*):Mignon.* Montag, ben 12. Mai: ^Tannhäuser." Dienstag, den 13. Mai:Ariadne aus Naxos." Mittwoch, den 14. Mai, abends 7,8 Uhr:Der liebe Augustm." Donnerstag, den 15. Mai:Der Barbier von Sevilla." Freitag, den 16. Mai, abeirds'/.,8 Uhr:Alartha." Samstag, den 17. 'Dia-, abends/,8 Uhr: Erstes Gastspiel des Deutschen Theaters zu Berlin unter Leitung von Pros 'Max Reinhardt. Zum ersten Male :Der blaue 2<ogel." Alärchcnspicl in 5 Akten und 9 Bildern von Maurice Maeterlinck. Musik von Engelbert Humperdinck. Sonntag, beit lo. Mai, abenbS 1/.,8 Uhr: Zweites und letztes Gastspiel des Deutschen Theaters zu Berlin:Der blaue Vogel." Dlontag, den 19. 'Diai :Das Glöckchen des'Eremiten." Dienstag, den 20. Mai, abends %8 Uhr: Gastspiel des Kammersängers John F o r s e l l von der Kgl. Oper m Stockholm:Ter fliegende Holländer." Alitt- woch, deii 21. Mai, gestblossen. Donnerstag, den 22. Rlai, abends 6 Uhr: Zum 100. Geburtstage Richard Wagners:Die Aleistec- fingcr von Nürnberg."

Schauspielhaus.

Sonntag, den 11. Mat, nachmittags/24 Uhr:Prtppchen." Abends 7 Uhr:Iettchen Gebert." Alontag, den 12. Mai, nach- mittags l/a4 Uhr:Püppchen." Llbends 7 Uhr:Liliom." Ttens- tag, den 13. 'Mai*):Iettwen Gebert." Alutwoch, den 14. Mai: Iettchen Gebert." Donnerstag, den 15. 'Mai, abends 8 Uhr: Pupvchen." Freitag, den 16. Alai, abends 8 Uhr :Viliom." Sams­tag, den 17. Mai:Gras Pepi." Vorher:Wann wir altern." Sonntag, den 18. Mai, nachmittags 2*/._» Uhr:König Heinrich der Vierte " Zweiter Teil. Abends 7 Uhr:Der Herr Senator." Montag, den 19. Mai:Ter Herr Senator." Tienstag, den 20. Mai: Minna von Barnhelm." Aiittwoch, den 21. Mai: Zum ersten 'Male:Und das Licht leuchtet in der Finsternis." Srama in vier Auszügen voll Graf Leo 9iikolajewiisch Tolstoi. Teutsche Bühnen- beaibcitung von Heinrich Stümcke. Toimerstag, den 22. Mai, abends 8 Uhr:Liliom."

*) Anfang, wenn nickt airders bemerkt, abends nm 7 Ubr.

Spielplan des UuNMs Theaters Bad Nauheim.

Sonntag, den 11. Mai (1. Pfiugst'eierta.r):Son Wind­hund " Montag, den 12. 'Mai (2. PfwgMciertag):Die üinf Frankfurter." iDiittrood), ben 14. 'Dia::Hinter Mauern." Freitag, ben 16. Mai: Gastspiel des Neuen Theaters, Frankfurt a. M. : Gesinnung." Drei Einakter von Hans 'Müller. Sonntag, den 18. Mai:Der Bibliothekar."

DRESDEN

Grösste deutsche Ci<gerettenfäbn'K

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