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Nr. 9
Zweites Blatt
163. Zahrgang
Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die Lietzener Zamilienblötter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für ben Kreis Giehen" zweiinal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
Seneral-Anzeiger für ©berufen
Samstag, U. Januar itzjZ
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion:^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen»
vesoldungrresorm und Steuerzahler,
ii.
In dem ersten Artikel unter vorstehender Ueberschrift wurden einige allgemeine Gesichtspunkte für die Herbei- führmng von durchgreifenden Ersparnissen im Staatshaushalt zur Sprache gebracht. Im Anschluß daran sei heute zunächst erwähnt, daß der erste Schritt zur Herbeiführung von Vereinfachungen nicht von der Regierung, sondern von den Kammern ausging, indem sie einige überflüssige Dekorativ ns stell en im staatlichen Beamtenkörper nur auf den Inhaber bewilligten. Aber das war so ziemlich auch alles, was seither in dieser Frage geschehen ist. Und was nützt schließlich die damals so frcitoic) begrüßte Maßnahme, wenn jetzt nach drei Jahren die meisten dieser Stellen noch im Budget erscheinen, lediglich mit dem Vermerk der Jnhaberbewilligung. Konnten nicht durch Versetzungen, Pensionierungen usw. die damals erstrebten Verbilligungen inzwischen längst zur Wahrheit gemacht werden? In Verbindung mit dieser Frage sei auch das Netz e n st e l l e n - U n w e sen in Hessen berührt, das schon so oft in Parlament und Presse scharf gegeißelt wurde, aber trotzdem bei uns noch immer in vollster Blüte steht. Hier müßte umso gründlicher aufgeräumt werden, als es sich meist um staatliche Beschäftigungen handelt, die der Beamte doch ausübt in der Zeit, die ihm sein Hauptamt dafür freiläßt. Da hätte gerade die jetzige Besoldungsreform eine vortreffliche Gelegenheit geboten, mit dem Unfug der Nebenpöstchen scharf ins Gericht zu. gehen und den Beamten gleichzeitig mit den Gehaltserhöhungen auch erweiterte DienslMveige zuzuweisen! Aber man befolgt auch hier wieder den jetzt in Hessen so sehr beliebten Grundsatz: Quieta non movere!
Wie leicht es wäre, Ersparnisse zu erzielen, zeigt im neuen Staatsvoranschlag z. B. das 5iapitel Denkmalspflege, ein Thema, in welchem unser Land gesetzgeberisch bahnbrechend vorangegangen ist, wobei aber auch schon mitunter recht stark über das Ziel hinausgeschossen wurde. Der neue Voranschlag verlangt für dies Kapitel eine Ausgabe von 28 200 Mk., 2000 Mk.-, mehr als im Vorjahr. Von diesem Betrag sind für Wiederherstellung und Erhaltung von Baudenkmälern im ganzen 14 000 Mk. vorgesehen, also noch nicht die Hälfte des Gesamtbetrages: der ganze Restbetrag wird für persönliche Kosten verausgabt, darunter eine Vergütung von 6000 Mk. für den Denkmals- pfleger im Nebenamt. Da muß man docl) einmal die Frage aufwersen: Warum bildet man unsere staatlichen Bau- tzeamten nicht so aus, daß. sie in der Lage sind, zu ermessen, ob dieses oder jenes Baudenkmal erhaltenswert ist? Wäre dies der Fall, so brauchte doch die Tätigkeit von Kapazitäten nur in besonderen Fälleir einzugreifen. Weiter werden hier noch 1500 Mk. verlangt für einen besonderen „Dentmalspfleger für Altertümer" und 1000 Mk. Extravergütung für den Landesurkundenpfleger des Großh. Staatsarchivs. Die beiden letzteren Funktionäre sind Oberlehrer; der erstere ist aus seinem Hauptberuf beurlaubt und widmet sich völlig dieser Denkmalspflegetätigleit. Es ist an sich schon einigermaßen merkwürdig, daß ein Beamter für solch andere Funktionen abkommändiert wird und es bleibt jedenfalls sehr fraglich, ob diese Tättg- Icit, sofern sie nicht durch die Beamten des Staatsarchivs selber versehen werden kann, nicht besser durch einen Pensionär aus geübt würde, dem außer seiner Pension nur noch eine geringe Vergütung gewährt zu werden brauchte. Es nst durchaus nicht rationell unb budgetrechtlich geradezu bedenklich, dem Beamten außer seinem Gehalt noch eine solche Vergütung zu zahlen. Dasselbe gilt von dem Landesurkundenpfleger, der für seine Betätigung in der freien Zeit seines Berufs noch die Sondervergütung von 1000 Mk. erhält. Es sollte nach unserem Dafürhalten auf diesem Gebiet überhaupt etwas weniger staatliche Tätigkeit entwickelt werden, dann könnte erheblich an Personal und an Personalkosten gespart werden. Gerade hierüber pfeifen sich die Spatzen auf den Dächern schon manch Liedchen, nur an der maßgebenden Stelle ist das alles unbekannt!
Eine oft erhobene, aber mit Achselzucken abgelehnte Forderung bildet die Abschaffung der Stempelprovision für die Stempelmarkenempfänger, die indessen ebenfalls nicht zur Wahrheit werden will. Der hessische Staat zaylt zum Dank dafür, daß Die betreffenden Beamten, die mit der Ausgabe der Stempelmarken dienstlich beauftragt sind, eine besondere Bonifikation, die im neuen Voranschlag noch um 7600 Mk. höher, nämlich auf das nette Sümmchen von 43 600 Mk., festgesetzt ist. Man hat int Sommer 1912 besondere Gesetze gemacht, um die Mittel für die Besoldungsresorm zu erhalten, man erhöht den Urkundenstempel und belastet dadurch den Steuerzahler, insbesondere auch durch bat Stempel auf die verschiedenen Versichernngspolizen, und ein kleiner Kreis von Beamten hat einen doppelten Vorteil, indem ihnt noch die erhöhte Provision zufällt. Der beliebte Hinweis der Regierung, der kleine Anteil von Stempelerlös veranlasse den Beamten zur Anspannung des Stempels, ist eine Behauptung, die für die Betreffenden nicht gerade schmeichelhaft sein kann. Der Beamte muß nach unserem Dafürhalten, auch ohüe daß er ein Interesse an der Höhe des Stempeleinganges hat, pflichtgemäß den r i ch t i g e n Stempel erheben und das Publikum ist — besonders bei den jetzt so hohen Stempelsätzen — gegebenenfalls vor einer Ueberforderung provisionslüsterner Beamter zu schützen! Tie jetzige Befoldnngsreform bietet die günstigste Gelegen heit, eine Aendernng int Stempelverteilungsmodus hertzei- zuführen und die ungerechtfertigte Provision an die Beamten zu beseitigen. Erfreulicherweise hat auch, wie wir erfahren, jetzt der Finanzausschuß der Zweiten Kammer sich der Sache angenommen; sein Vorsitzender, Abg. Dr. Osann, hat dieser Tage an die Regierung das Ersuchen gerichtet, sie möge dem Ausschuß einmal ein genaues Verzeichnis Mer die Verteilung dieser Provisionen vorlegen.
Und nun die Steuerbehörden! Als ein besonderer Luxus des hessischen Staates muß es bezeichnet werden, beit er sich leistet, indem er die oft nur mit einfachem Schreibwerk beschäftigten Steuerveranlagungsbehör
den durchgängig mit akademisch vorgebildeten Beamten besetzt. Mag ja wohl eine gründlichere Vorbildung vielleicht bei größeren städtischen Steuerämtern notwendig sein, bei denen der Beränlagungsbeamte schwierige Bilanzen zu prüfen hat und Einsicht in kaufmännische Geschäftsbücher nehmen muß ober bergleichen. Auf bem Laube, wo man es mit ganz einfadjat Verhältnissen unb mit ganz wenig Steuerzahlern ber ersten Klasse (über 2600 Mark Einkommen) zu tun hat, ist ein solch kostspieliger Beamtenapparat nicht notwendig. Man besetze deshalb diese Stellen mit geeigneten mittleren Beamten, die sich mit diesem Dienstzweig vertraut gemacht haben. Die Regierung scheint übrigens beim Steuerwesen bereits selber eingesehen zu haben, daß auch mittlere Beamte oft dieselben Funktionen ausüben können, wie akademische Beamte; das beweist die Tatsache, daß man damit umgeht, zu Steuerkontrolleuren jetzt nach und nach nur noch mittlere Beamte einzustellen.
In der zweiten Ständekammer und in per Presse ist schon wiederholt auch die Frage der Unter erhebet diskutiert worden, für die der neue Voranschlag wieder das hübsche Sümmchen von 188 000 Mark Gebühren vorsieh.t. Es ist doch wahrlich zu bequem, wenn jedem Steuerzahler auch die Kasse zur Abgabe seiner Steuer direkt vor die Tür gesetzt wird! Ist es denn wirklich notwendig, daß jedes kleine Oertchen seine eigene Steuerkasse hat? Wäre es nicht einfacher, wenn die Bezirkskassenbeamtat, wie früher die Distriktseinnehmer, bestimmte Kassetage abhalten würden, an denat jeder seine Schuld entrichten könnte? Wenn er diese Gelegenheit nicht benutzt, so könnte er getrost auch seinen Steuerbetrag zur Bezirkskasse besorgen. — Das Budget führt endlich auch noch eine geradezu unglaubliche Zahl von kleinen Rechner- und Kassestellen auf. Jede höhere Lehranstalt hat ihren besonderat Rechner, der für seine Arbeit natürlich auch eine besondere Vergütung erhält. Warum überträgt man dieses ganze Kassenwesen nicht direkt der Staatskasse und den dieser unterstellten Bezirkskassen? Man findet bei genauem Studium des Staatsvoranschlags auch sonst noch eine ganze Anzahl kleiner „Kätzchen", wie z. B. die der landwirtschaftlichen Versuchsstation, die lediglich als Pfründe einiger Beamten für Nebeneinnahmen dienen. Hier sollte wirtlich einmä't gründlich aufgeräumt werden!
Mit besonderer Nachdrücklichkeit ist schon seit längerer Zeit das noch völlig der Neuordnung harrende staatliche Bauwesen in der OÖffentlichkeit behandelt worden, unb auch der Finanzausschuß der Ersten Kammer Hal der Regierung direkt die Mitteilung gemacht, daß er vor Regelung dieser Frage nicht an die Beratung der Besoldungsreform herantreten könne. Es könnte nach dem Vorschlag der Beamten selber durch Organisationsveränderung so manche überflüssige Stelle gespart werden, aber andererseits er- ftretien die Beamten mit Recht eine selbständigere Stellung, wie sie ihnen gebührt. Doch das ist gerade der Grund, daß man regierungsseitig der von allen Seiten verlangten Reorganisation Widerstand entgegensetzt. Das Verlangen der Baubeamten nach Selbständigmachung ihrer Aemter ist nach dem Urteil bekannter Verwaltungsmänner durchaus berechtigt, denn die Zeiten sind längst vorbei, in denen zum .staatlichen Baufach nur derjenige übertrat, .der .zu einer Betätigung int freien Beruf nichts taugte. Man übertrage ihnen deshalb die Befugnis zur Erteilung der Bau- erlaubnis, anstatt dem Kreisamt, das doch ohne die gutachtliche Anhörung des Bausachverständigen kein Urteil fällen konnte. Eine solche Aenderung wäre nicht allein eine wesentliche Vereinfachung der Kreisamtsgeschäfte, da der betreffende Verwaltungsbeamte von entern erheblichen Teil seiner Dienstgeschäfte entlastet oder gar ganz entbehrlich würde, sondern sie läge auch im Interesse der Allgemeinheit und ersparte erhebliche Kosten.
Aus dem Lisenbahrivora: schlag 1915 für die preußisch-hessischen Staatsbahnen.
An etatsmäßigen Beamtenstellen tritt gegen das Jahr 1912 eine Vermehrung von 10168 Stellen ein. Das Mehr verteilt sich auf die verschiedenen Beamtenklassen wie folgt: Direktionsmitglieder, Amtsvorstände und sonstige Oberbeamte 18, Landmesser und Ingenieure 30, technische Eisenbahnsekretäre 415, Ob erb ah um elfter 10, Werkstättenvorsteher 15, nichttechnische Eisenbahnsekretäre 101, Bahnmeister 1. Kl. 120, Werkmeister 50, technische Bureauassistenten und Bahnmeister 316, Eisenbahnass ist ent en 287, Lokomotivführer und Heizer je 920, Maschinisten 11, Zugführer, Weichensteller 1. Klasse und Weichensteller je 800, Werkführer 300, Wagen- meister 100, Rangiermeister 250, Unterassistenten 928, Maschinenwärter 30, Magazinaufseher 10, Bureaudiener 50, Wagenwärter 100, Rottenführer 163, Eisenbahngehilfinnen 200, Stationsschaffner 100, Rangierführer 250, Schaffner 2148, Bahnwärter und Nachtwächter 500.
Es kommen in Fortfall 97 Stellen für Bahnhofs-, Güter- und Kassenvorsteher, 132 Stellen für Betricbssekre- täre, 78 Stellen für Telegraphisten, 155 Stellen für Lade- meister, 138 Stellen für Packmeister.
Ans Hessen.
Zu den letzten Konflikten in der Zweiten Kammer sendet uns der Abg. Dr. Winkler noch eine längere Erklärung, die aber nichts wesentlich Neues enthält und bereit Abdruck wir uns daher versagen müssen. Von Bedeutung ist nur, daß Dr. Winkler jetzt in der Presse festgestellt haben will, er habe bett Abg. Grünewald auffordern lassen, wegen der bekannten Beleidigung sich zu entschuldigen. Abg. Grünewald habe sich darauf nicht eingelassen, und er, Dr. Winkler, habe ihm eine schwere Forderung überbringen lassen. Abg. Grünewald habe die Annahme der Forderung abgelehnt.
Nun wird es wohl noch ein gerichtliches Nachspiel geben.
Deutsches Ucid>.
Der Aeltestenrat des Reichstags beschloß als sitzungsfreie Tage den 18. uttb 20. Januar, den 1. und 3., sowie den 22. und 24. Februar, das sind je ein Sonnabend und Montag, festzusetzen. Danach wären bis zum Beginn der Ost er pause, die am 14. Akärz entsetzen wird, noch 47 Sitznngstage vom Beginn der nächsten Woche an gerechnet zur Verfügung. Nach einem vom Bureau des Reichstags vorgelegten Plan, wäre, wenn man den Etat rechtzeitig fertig-
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Hellen will, 39 Tage für die zweite Lesung und drei Tage für die dritte Lesung zu verwenden, so daß noch fünf Tage für Unvorhergesehenes übrig blieben.
Ein Sozialdemokrat als Ausschußvorsitzender im preußischen Landtage.
Seit Bestehen des preußischen Landtags wird in nächster Zeit zum erstenmal der Fall eintreten, daß ein Sozialdemokrat zur Leitung von Ausschußsitzungen berufen werden wird. Im Abgeordnetenhause werden die Zahl der Ausschußsitze für die einzelnen Fraktionen und das Recht auf Präsentation des Vorsitzenden nach der Stärke der Fraktionett für die einzelnen Kategorien von Ausschüssen genau berechnet. Auf Grund dieser Berechnung steht in einer der nächsten zu bildenden Ausschüsse das Recht, den Vorsitzenden zu präsentieren, der sozialdemokratischen Fraktion zu. Die nächste größere Vorlage, die eingehen wird, ist diesem Ausschuß zu überweisen. Es wird interessant sein, alsdann zu beobachten, wie Herr Hoffmann oder Herr Borchardt als Ansschußvorfitzenver mit der Ausschußmehrheit zusammen arbeiten wird.
D i e w ü r t t em b erg i s ch e Zweite Kammer hat den konservativen Abgeordneten v. Kraut mit 45 Stimmen zum Präsidenten gewählt. Haußmann (sortschrittl. Volkspartei) erhielt 32 Stimmen, die übrigen Stimmen waren zersplittert.
Ausland.
Zur Präsidentenwahl in Frankreich.
Eine Pariser halbamtliche Note bezeichnet das Gerücht, daß das Ministerium vor der Wahl des Präsidenten der Republik zurücktreten wolle, für durchaus unbegründet. Tas Ministerium sei fest entschlossen, bis zum 18. Februar, dem Tage der Amtsübergabe an den neuen Präsidenten an ber Spitze der Geschäfte zu bleiben.
Heer und Flotte.
Der Deutsche Flottenverein zum Marinevoranschlag.
Den vorliegenben Voranschlag bes Reichsmarineamt? für bas Jahr 1913 begleitet bas Organ des Deutschen Flottenvereins „Die Flotte" mit solgenben Bemerkungen:
„Der neue Warineetat fordert die in der Flottennovclle von 1912 vorgesehene Neubauten und außerdem die erste Rate für den Ersatz der Kaiserlichen Jacht „Hohenzollern". Erstere setzen sich zusammen aus dein Ersatz für bas letzte der Schiffe der Brandenburgklasse „Wörth", dem ersten Neubau (T), der drei neu geforderten Linienschiffe, den Ersatzschiffen für den großen Kreuzer „Hertha" und für die beiden kleinen Kreuzer „Gesion" und „Hela", dem Neubau eines Kanonenbootes C und einer Torpedobootsflottille. Für Unterseeboote sind wie int vorigen Jahre 20 Millionen Mark angefordert. Zu diesem Bauplan ist nur das eine zu sagen: daß er hoffentlich in bezug aus die Großkampfschifse nunmehr die Periode des Treitempos einleitet, d. h. jenes Bautempos, das nach den Grundsätzen unseres Flottengesetzes allein das dauernde, zur Erhaltung eines leistungsfähigen Schiffsbestandes ausreichende sein fentn. Wenn auch der letzte Bauplan den Eintritt dieses Tempos erst für das Jahr 1918 vor sieht, so sind doch die schwerwiegendsten Gründe vorhanden, schon jetzt dauernd zu ihm überzugehen. Formell steht in erster Reihe die Notwendigkeit, die drei Linienschiffsbauten der Novelle von 1912 herzustellen. Dazu kommt aber das weit wichtigere Bedürfnis, unseren soweit int Rückstände befindlichen Bau von Panzerkreuzern zu fördern. Unseren Lesern ist bekannt, wie langsam die AusrüsMng der Hochseeflotte mit den für sie erforderlichen Schlachtkreuzern vor sich geht, und daß frühestens 1917 die gesetzliche Zahl von 8 erreicht sein wird. Sie wissen auch, daß an der Zahl der großen Auslandskreuzer auch dann noch fünf Einheiten fehlen werden. Diese Umstände haben dazu geführt, daß unser bester Panzerkreuzer, „Gäben" und der Heine Kreuzer „Breslau" der Hochseeflotte entzogen werden mußten, um den ällernotwendigsten und leider nicht ausreichenden Schutz unseren Landsleuten in der Levante angedeihen zu lassen, wo die „schwimmenden Gymnasien" „Hertha" und „Vineta" im Verein mit dem kleinen Kreuzer „Geier" und der winzigen Stationsjacht „Loreley" kaum den Schein einer wirksamen Hilfe zu gewähren vermochten. Nicht anders liegen die Verhältnisse jenseits des Atlantischen Ozeans, wo trotz dauernder Bedrohung unterer Landsleute in Mexiko ein einziger Heiner Kreuzer den gesamten Schutz der Ost- und Westküste des riesigen Kontinents darstellt.
märftc.
le. Frankfurt a. M., 10. Ian. Heu- und St roh markt. Angefahren waren 13 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für reu 3,2" —3,50 Mk., Stroh lKorulangslrolü 0.00 0.00 Mk^ Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft ruhig. Die Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Dieburg und Han au.
Wiedergewinn verlorener Schönheit
Bon einer Sachverständigen.
Wenn die Frauenwelt nur aufhören würde, kosmetische Mittel zu gebrauchen und statt dessen ein wenig mehr gesunde Vernunft anwendete, so könnten .alle Frauen ihren jugendlichen Teint wiedergewinnen und für immer behalten. Schlechter Teint wird gewöhnlich dadurch hervorgerufen, daß die Haut nicht mehr die Kraft hat, ihre äußere Schicht, so wie die Natur es will, abzuwerfen. Das Resultat ist, daß die halb abgestorbene äußere Hülle aufliegen bleibt, bis sie hoffnungslos verunstaltet ist.
Das Vernünftigste, das in einer solchen Loge zu tun ist, ist, die häßliche äußere Teintfchicht gänzlich zu entfernen. Dies wird in vielen Fällen durch Anwendung von etwas halbstarkem Eleminit erreicht werden. Diese Substanz, deren Anwendung durchaus nicht unangenehm ist, scheint die leblose äußere Schicht zu entfernen und die junge, feste, schöne Haut darunter zu befreien.
Wenn es Ihre Absicht ist, diese einfache Methode zu versuchen, brauchen Sie mir ungefähr fünfunddreißig Gramm halb- starkes Eleminit in Ihrer Apotheke zu bestellen und es einig!" Nächte vor dem Schlafengehen wie Goldcream aufzulegeii. Mit einem jungen und hübschen Gesicht, seien Sie versichert, fühlt man sich ohne Zweifel wobler.ss24/i2
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