Ausgabe 
8.11.1913 Drittes Blatt
 
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General-Anzeiger für Oberhessen

Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags.

Di«6ie^eiter Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Drittes Blatt (65. Jahrgang

Eichener Anzeiger

Samstag, 8. November MZ

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Dietzen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag- 51.

Redaltion:e^^ll2. Tel.-Adr.: AnzelgerDietzen.

Die AnLsührungrbeftimmungen

zum wehrbeitragsgesetz.

m Sitzung dos Bundesrats am Donnerstag würben die

A.us f ühru ng sbest i m m u n g e n zum Wehrbeitrags- ttesetz beraten; danach beträgt die ^rrift für die Abgabe der Er narung nnndestrns zwei Wochen im Monat Januar 1914. Min eine Woche vor Beginn der Frist wird die Beranlagungs veyorde eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Vermögens- erklarungen erlassen und gleichzeitig die besonderen Aufforderun an alle in die Wehrbeitragsliste ausgenommenen Personen Der lenöen. Tie Frist zur Abgabe der Bermögenserklärung kann Derlangert werden. Die Bermögenserklärung des Ehemanns soll das Vermögen der Ehefrau mittimfassen. Tie Abgabe der Er­klärung wird nötigenfalls durch Geldstrafen bis 500 Mark, die immer wiederholt werden können, erzwungen. Der gemeine Wert der einzelnen Bermögensbestandteile wird durch den Preis be­stimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr ohne Rücksicht auf ""öewohnliche ober lediglich persönliche Verhältnisse zu erzielen ist. Mit ihrem Einkommen beitragspflichtig sind dieje­nigen natürlichen Personen, welche die Voraussetzungen der sub- lektiven Veitragspflicht nach § 10 des Gesetzes erfüllen!, sofern sie auf Grund der Landeseinkominensteuergesetze oder Bestimmun-- gen der Landesregierung mit einem steuerpflichtigen Einkommen bon zusammen mehr als 5000 Mark veranlagt oder zu veran­lagen sind. Zn den wirklichen Reservekontenbeträgen, wovon °lCor nbifeben Aktiengesellschaften und Kommanditgeiellschasten auf Aktien den Wehrbeitrag zu entrichten heben, gehören nur solche Bilanzposten, die ausweislich der Bilanz eine Kapitals- ansanrmlung über den Betrag des Grnndkapitals hinaus darzn- stellen bestimmt sind. Als Einkommen im Sinne des § 12 Abs 2 des Gesetzes gilt das gesamte Einkommen einer Person, gleichviel, ob es in einem Bundesstaat steuerpflichtig ist oder nicht.

Ein Anschlag auf Lelix Diaz.

Havanna, 7. Nov. Gegen Felix Tiaz, der aus Veracruz hier eintraf, wurde gestern abend ein Anschlag verübt. Tiaz erhielt einen Stich hinter dem Ohre und mehrere Schläge mit einem Stock. Der Täter wurde verhaftet und Tiaz in das Hospital gebracht.

Heber den Vorfall wird weiter gemeldet: Tiaz hörte mit an deren mexikanischen Flüchtlingen und einem Kubaner auf der Pro­menade der Musik zu, als eine Gruppe von Mexikanern vorüber- giug. Tiaz soll eine verletzende Bemerkung über die Anhänger Carranzas gemacht haben, worauf er mit einem gewissen s® iterr er o in einen heftigen Wortwechsel geriet. Guerrero stürzte sich mit einem Messer auf Tiaz und beide rangen mit­einander, bis ein Polizeibeamter Guerrero festnahm. Guerrero wurde durch einen Unbekannten durch einen Revolverschuß schwer Verletzt. Tiaz wurde bei dem Kampfe leicht verwundet. Er wurde verhaftet unter der Beschuldigung, auf Guerrero geschossen ,zu haben.

2!its Hessen.

Parlamentarische?.

rb. Darmstadt, 7. Nov. Die Erste Kamener der Stände wird am Samstag, den 15. November, vormittags 10 Uhr zu einer Plenarberatung zusammentreten. Auf der Tagesordnung steht neben einer Anzahl kleinerer Beratungs­gegenstände auch die Regierungsvorlage, betr. die Erhöhung der Zivillist »-des Großherzogs, ferner die bekannten An­träge Ulrich und Genossen über Kirche und Schule, die Vor­stellung der hessischen Bauaspiranten, betr. ihre Verwen- dungs- und Anstellungsverhältnisse. Tie beiden letzten Beratungs­gegenstände betreffen den Antrag der Herren Exzellenz Frhr. H ev l zu Herrnsheim, Graf Kuno zu St olber g-Roßla und Fürst zu Jsenburg-Birstein über die Errichtung einer hes­sischen Zen tralgenossenschafts st ati st ik und die Au­slage des Mitglieds Exzellenz Hehl zu Herrnsheim, betr. die geplante Einführung eines Stauwehrs im Rhein bei Gernsheim.

Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer setzte ge­stern und heute seine Beratungen mit der Regierung über die Neuordnung der Gehaltsskala fort: es nahmen wieder die drei Minister und die Geheimräte Tr. Becker, Best, Süf- fert u. a. teil. Die Subkommission zur Beratung des Gehalts- tariss wird auf morgen, Samstag, wieder eine Sitzung abhalten.

Lätzl sich der Polizeihund irreführen?

Von Dr. Th. Zell, Berlin.

Ta ich bereits seit vielen Jahren für die Einführung des Polizeihundes eingetreten bin, auch ein Buch zum besseren Ver­ständnis seiner Leistungen geschrieben habe, so wird mir niemanb Voreingenommenheit gegen diesen neuen Gehilfen der SriminaP pMzei zutrauen. Ta jedoch Sachlichkeit die oberste Pflicht eines jeden Forschers ist, so habe ich aus diesem Grunde darauf hin- gewiesen, daß auch die Nase des Hundes einet Täuschung unter­liegen kann. Diese Behauptung von der Möglichkeit der Jrre- fiihrung eines Polizeihundes wird von manchen als großer Irrtum angesehen. Ta das große Publikum zu wenig von den Leistungen ber Hundenase versteht, so ist es zweckmäßig, den Streitpunkt etwas näher zu beleuchten.

Daß der Polizeihund einer Verbrecherfährte folgt, beruht darauf, das; jeder Mensch und jedes Kleidungsstück von ihm fortwährend Duftstrahlen aussendet, die unserer Nase meistens entgehen, von der feinen Hundenase jedoch noch nach Tagen wahrgenommen werden. Begeht demnach ein Knecht A. in der Nacht ein Verbrechen und zieht sich zu diesem Zwecke die Stiesel des .Knechtes B., mit dem er zusammen schläft, an, so wird ber Hund fast ausnahmslos den völlig unschuldigen .Biecht B. anbellen. Tenn vor 24 Stunden tritt ein Polizeibund fast niemals in Tätigkeit, und bi* dahin ist in unserm Klima die Ausdünstung deS Körpers durch den Wind und andere Umstände völlig beseitigt. Es bleibt also nur die Stiefelausdünstung. Hat der Verbrecher nur einen kurzen Weg gemacht, war keine glü­hende Hitze besaß er keinen Schweißfuß u. dgl., so kann kein Polizeihund merken, daß ein Fremder in den Stiefeln gesteckt hat.

Wie sehr der Hund vom Kleidungsstück beeinflußt wird, dafür möchte ich folgenden Fall anführen. Ein Herr, der stets blaue Anzüge trägt läßt sich einen neuen machen und betritt mit ihm woälos das Wohnzimmer in dem sich sein Hund befindet Tiefer beißt ihn nicht unerheblich in das Beim und zwar nur deshalb, weil er ihn für einen Fremden hielt. Die neue Hose hatte noch nicht die Ausdünstung seines Herrn angenommen. .

<^ic Sachlage ist also vollkommen klar und um so emleucb- vr&ex als ja auch der klügste Kriminalkommissar, der die Fährte niiA und abdrucken läßt, durch die fremden Stiefel getauscht wer- °ert Wie^wird nun der Gegenbeweis geliefert, daß der Polizeihund sich nicht irreführen läßt? Höchst einfach in folgender Weise. Nau läßt einen Polizeihund einen Verbrecher verfolgen. Dieser iS unterwegs andere Stiefel anziehen. Ta der Hund trotzdem »ach einigem Stutzen ihm weiter folgt, so ist er also nicht 11 ^Ti§e"Beweisführung ist köstlich. Die alte Fährte hört plötz­lich auf. ©oft da der .Hund umkehren.? Soll er crnneymen,

der Verbrecher ist in die Lust geflogen?

Denkt denn der Hund daran, roenn, er Wild verfolgt, die Fährte au fsu geben, falls sich die Ausdünstung verändert ? Nein, niemals. Der Hirsch mag durch Wasser sclpvimmen, durch Lehm laufen, 'durch eine andere Herde rennen, wodurch seine Fährte sehr beeinflußt wird, so wird fein guter Hund sich dadurch irreführeii lassen. Ter Gegenbeweis ist also vollkommen miß hingen.

Dagegen seien zur Unterstützung meiner Ansicht noch fol­gende Umstände angeführt.

Seit Jahrhunderten wissen alle Jäger, daß. sich die feine Nase der Füchse, Wölfe usw. durch Verwittern irreführen läßt. Um den Menschenduft zu unterdrücken, reibt man die Fallen mit Roßäpfeln u. dgl. ab.

Beim Anstand auf Wildschw.'ine hängt man sich eine Pferde­decke um und täuscht dadurch die feine Naje der Schwarzkittel

Eine besonders feine Nase hat der Maulwurf, ülber auch er wird dadurch getäuscht, daß der Maulwurfsjäger die Falle mit einem toten Maulwurf abreibt.

In der Lanbwirisdwft sind folgende Maßnahmen üblich:

Um einer Sau fremde Ferkel nnterzuschieben, reibt man ihre eigenen und die fremden mit derselben Salbe ein.

Bei Schafen und Kamelen fdjert man das eigene und fremde Junge.

Für Hunde möchte ich noch folgendes unwiderlegliche Bei­spiel anführen:

In Zoologischen Gärten zieht man bekanntlich junge Löwen und Tiger durch Hunüeammen groß. Wie veranlaßt man nun den Hund zum Anlegenlassen ihm so unangenehm duftender Ge­schöpfe? Selbstverständlich dadurch, daß man seine Nase täuscht, indem man die jungen Katzen vorher mit den wässrigen Aus­scheidungen eines Hundes einreibt.

Also seit Jahrhunderten ist es bei der Jagd und in der Landwirtschaft üblich, durch allerlei Kunstgriffe die feine Nase mancher Tiere zu täuschen. Ta wirkt es direkt komisch, wenn man behauptet, so etwas sei überhaupt nicht möglich.

Nachträglich lese ich in der Zeitung, daß in Stuttgart bei einem Mordprozeß der Sachverständige erklärt hat, ein Polizei­hund könne nickt die Fährten zweier Menschen unterscheiden. Ich kann unmöglich glauben, daß ein Sachverständiger sich so ge­äußert hat. So sehr ich der Ueberschätzung des Polizeihundes entgegentreten muß. so kann ich dieser Unterschätzung unmöglich beipflichten. Tas Gegenteil ist richtig. Jeder Hund findet die Spur seines Herrn unter Dutzenden heraus, und jeder Jagd­hund die Fährte eines bestimmten Hirsches unter einem Rudel.

vermischtes.

* Eine Hochzeitsgesellschaft an Vergiftung erkrankt Aus Varis, 7. Nov., wird gemeldet: Zn C h o l e t, Departement Mame-et-Lone, erkrankte eine aus 50 Personen be­stehende Hochzeitsgesellschaft «ach dem Festmahl unter schweren Vergistungserscheinungen. Zwei Hochzeitsgäste sind der Vergiftung bereits erlegen. Tie Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung an- geordnet.

* Ein Notar als Mörder. Aus Haag wird ge­meldet: Der Notar gerbt) drang in die Wohnung seiner Schwiegermutter und tötete diese und seine Frau durch Beilhiebe. Er hatte gegen seine Frau die Scheidungs­klage wegen Untreue eingeleitet. Nach der Tat ließ sich- gerdp ohne Widerstand verhaften.

* Aus st and an der technischen Hochschule in Prag. Aus Prag, 7. Nov., meldet ein Privattelegramm: Zweitausend Hörer der tschechischen technischen H o ch schule beschlossen, bis Mit woch den Vorlesungen fern zu bleiben und verlangten telegraphisch von der Negierung, daß den baulichen Mißständen in der Hochschule, in der kürzlich die Decke eines Hörsaales eingenürzt luar, abgehoben werde. Nach der Ver­sammlung zogen die Teilnehmer zur Hochschule, ivo sie lärmende Kundgebungen veranstalteten. Aus den Hörsälen wurden kleine Gegenstände auf die Wache geworfen, durch welche zwei Wachleute verletzt wurden. Ein Student erlitt beim Gedränge innere Per­le ungen. Die Polizei trieb die Demonstranten auseinander. Schließlich wurden drei Studenten verhaftet, spater aber wieder sreigelasfen

* I st das Tier unvernünftig? Eine vielumstrib- tcnc Frage, auf die uns die Tiere selbst durch ihr Verhalten die beste Antwort geben. In ihrer Lebensfürsorge entwickeln viele Tiere, und unter ihnen gerade die Vertteter der niederen Ordnungen, eine staunenswerte Voraussicht, die manchen Men­schen beschämen kann. Zahlreich sind die Tiergattungen, die sich Vorräte von Nahriingsmittcln für die schled-ten Zeiten anlegen. Wir kennen sogar Ackerbau und Tierzucht betteibende Tiere. So ist von den Ameisen bekannt, daß sie sich Blattläuse als Haus­tiere zur Honiggewinnuiig halten und ihnen sogar Ställe bauen; Blattschneider-Ameisen legen sich Pilzgärten an, die eine ebenso aufmerksame Pflege erfordern als unsere menschlichen Gemüse­gärten. Besonders interessant ist aber das Tun und Treiben der Raubwespe. Tie beiden Forscher G. und E. Peckham be­obachteten nach einer Mitteilung derMußestunden" (Stuttgart) eine Raubwespe, wie sie die Larven von Sdpnctterlingeir, Grillen, Heuschrecken und dergleichen durch einen oder mehrere Stiche ins Nervensystem lähmte, um sie alsdann in einer in die Erde gegrabenen Höhle für den eigenen Nachwuchs auszubewahren. Um ihren Vorrat gegen fremde Tiebesgelüste zu schützen, verkeilte sie gewöhnlich die -Deffnung der Höhle mit einem ©teindxn und darauf gescharrtem Sand, den sie mit dem Kops noch sorg­sam glättete. In einem besonderen Falle jedod) konnten die beiden Forscher beobachten, wie die Raubwespe dieses Glätten des Sandes nid>t mit dem Kopfe besorgte, sondern fid; dazu eines Kiesel­steinchens bediente, das sie zwischen die Kiefer nahm, um es in fd)nelien Bewegungen als Stampfer zu benutzen. Darnach legte sie den Stein abseits, scharrte andere Erde herbei, ergriff den Stein von neuem und pflasterte mit ihm auf gleiche Weise weiter. Dreimal hat dasunvernünftige" Tierchen diese merkwürdige Tätigkeit ausgeübt. Solche Beobachtungen sind auf jeden Fall eine starke Stütze für die Annahme einer tierischen Vernunft, denn das Verhalten der Raubwespe allein durch einenTrieb" erklären zu wollen, erscheint doch sehr anfechtbar, denn wo liegt dann die Grenze zwischen Trieb und Vernunft?

* Ter Unentwegte. Ein alter Gentleman, der stets galant gegen Tarnen war, versicherte eines Tages, er habe noch nie eine häßliche Frau gesehen. Eine Dame mit einer Stumpfnase stellte sich vor ihm hin:Sehen Sie mich an und gestehen Sie, daß id) wirklich häßlich bin."Madame," antwortete er:Wie alle Ihres Geschlechts, sind auch Sie ein Engel, der vom Himmel gefallen ist: nur war es Ihr Mißgeschick wahrlich, nicht Ihr Fehler! daß Sie zufällig gerade auf djte Nase fielen."

Börsen-Wochenbericht.

= Frankfurt a. M., 7. November.

Ter Liguidationsprozeß, der schon seit einiger Zeit an ber Börse sich vollzieht, ist auch in dieser Woche noch nicht zum Sttllstand gekommen. Das Angebot hat flch zwar etwas verringert, wodurch der rückläufigen Bewegung ber Kurse ein gewisser Einhalt

geboten wurde, von neuer Unternehmungslust war jedoch bis jetzt nod) wenig zu verspüren. Spekulation und Kapitalistenkreise beobachten vielmehr infolge der in den letzten Monaten erlittenen Verluste nach wie vor große 3urüdhaltung und man hat sich seither nur ganz vereinzelt zu Slüdfäufcn veranlaßt gesehen, ob­wohl man in Bank- und Börsenkreisen verschiedentlich fdunt von unter werteten Kursen zu sprechen wagte. Ob tatiädjlid) der Tief­punkt der Kurse schon erreicht ist, wer vermöchte das zu sagen? Zweifellos hat ja die Börse in den meisten Jndustriewerten einem Dividendenrückgang bereits reichlich Redmung getragen, denn durch den Niedergang der Konjunktur ist das allgemeine Kursniveau schon beträchtlich gesunken, solange aber die Nach­richten aus der Industrie nod) täglich schlechter lauten, dürsten sich die Spekulation und das kapitalkräftige Publikum kaum ent­schließen, neue Käufe in Dividendenpapieren in größerem Um­fange vorznnehmen. Andererseits läßt die Börse aber doch auch die industriellen Nachrichten ungünstiger Art mit einer gewissen Ge­lassenheit über sich ergehen, man hat sich mit einer weiteren Abschwächung der Konjunktur abgefunden und in den Erfolgen mancher Verbandsbestrebungen, wie im Berliner Stabeisenhandel und zum Teil in der Röhren-Jndustrie wird lediglick) ein Beweis für die Not der Zeit erblickt, die den Zusammenschluß begünstigt. Von den Auslandsmärkten erhielt die Börse in der letzten Zeit keine Anregungen, dock) blieb die schwankende und oormiegenb nod) immer zur Schwäche neigende Haltung New Aorks insofern nicht ohne ungünstigen Einfluß auf den hiesigen Markt, als die Ursache der New Porker Verstimmung hauptfächlid) in den un­sicheren politischen Verhältnissen Mexikos zu suchen war. Die in­ländischen G e l d m a r k t v e r h ä 11 n i s se können für die matte und lustlose Haltung der Börse jetzt weniger verantwortlich gemacht werden, da in letzten Zeit infolge der merklichen Zurücklxrltung von Handel und Industrie Geld etwas flüssiger geworden ist, wenn aud) der Privatdiskont eine wesentliche Erleichterung bis jetzt nod) nicht erfahren hat. Es liegt dies aber in ber Notwendig- keit, ihn bem höheren Londoner Satze anznpassen. Aud) macht fid) das Bestreben geltend, beizeiten Vorbereitungen für die An­sprüche zum Jahreswechsel ins Auge zu fassen. Unsicher bleibt nod) immer die Lage des englischen Geldmarktes, zumal aud) New Dork wieder von London Gelder an fid) zieht. Am M ontan- markt konnten sich die Kurse in dieser Woche ziemlich behaupten nur Harpen er, Riebed-Montan und Concordia lagen schwächer. Bes­sere Widerstandsfähigkeit zeigten aud) Kassa-Zn du st riepa- pierc, wenigstens konnten die anfangs der Woche erfolgten Rück­gänge später meist wieder eingeholt werden. Begünstigt waren namentlich Elektrizitätsaktien und Autowerte. Die Aktien chemi- fd)cr Fabriken lagen schwach, Albert verloren 11 Proz. Ebensoviel konnten dagegen Scheideanstalt anziehen. Am Banken m a r Ft sind wieder meist Kursrückgänge zu verzeichnen, ebenso bei Bah­nen und Schifsahrts werten. Auch heimische und fremde Fonds lagen gedrückt. Privatdiskont 413/ig Proz.

Markte.

Gießen, 8. Nov. Marktbericht, 9htf heutigem Wochen­markte loftete: Putter das Pfund 1,051.15 9Jif Hühnereier 1 Stück 10-11 Pfg^ 2 Stück 0 Psg^ Käse das Stück 68 Pfg., Käsematte 2 Stück 66 Pfg., Tauben daS Paar

0,80-1,00 Hühner per Stück 1,001,60 Mk., Hahnen pr. Stück 1,502,50 Mk^ Enten vr. St. 2,00-3,00 Alk.,

Gänse das Pfd. 7080 Pfg* Ocbfenfleifch pr. Vfd. 92100»

Rindfleisch pr. Piund 9094 Pfg^ Kuhfleisch 80 Psg^ Schweine­

fleisch pr. Pfund 90110 Psg^ Kalbfleisch pr. Pfd. 94 98 Pfg., Hammelfleisch pr. Md. 7096 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kg, 4.25 bis 4»50 9)1 r., Weißkraut das Stück 10 bis 2o Psg., Zwiebeln per Ztr. 4,00,;,00 Mk.. Milch das f iter 22 Pfg., Nüsse 100 Stück 5060 Pfg,, per Ztr. 000 Mk^ Birnen das Mund 10 bis 22 Pfg., Aepfel der Zentner 14 bis 22 'Ulf. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.

Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.

(Dpern^aus.

Sonntag, den 9 Novemver. nachmittags/24 Uhr:Martha.' Abends V,8 Uhr:Die Studeiitengrästn." Montag, den 10. Nov., abends '/,8 Uhr:La Boheme." Dienstag, den 11. November, abends 8 Uhr:Fidelio " 'Mittwoch, den 12. Noveinber, abends */28 Uhr:Cosi fan tutte. Donnerstag, den 13. November, abends 0,8 Uhr:Die Zauberflöte." Freitag, den 14. November, abends 7,8 Uhr:Colberg." Samstag, den 15. November, abends 7 Uhr: öohenarin." Sonntag, den 16. Olovember, nach-nittags 7,4 Uhr: Hänsel und Gretel" Abends 7,8 Uhr:Ariadne aut Naxos." Montag, den 17. November, abends8 Uhr: Slrindberg-Abend: Wetterleuchten." Hieraus: .Mit dem' Feuer spielen " Dienstag, den 18. November, abends */28 Uhr:Die etubentengräfin " Mitt­woch, den 19. November, geschlossen lBußtag). Donnerstag, den 20. November, abends 6 Uhr =Die Meistersinger von Nürnberg."

Schauspielhaus.

Sonntag, den 9. November, nachmittags 7,4 Uhr:DaS Be­schwerdebuch." ^ibeuds Uhr:Wilhelm Dell." Montag, den 10. November, abends 8 Uhr: Zn Schillers Geburtstag:Di« Braut von Messina." Dienstag, den 11. November, abends Uhr: Zum ersten AlalePygmalton." Komödie in 5 'Jifteit von Bernhard Shaw. Alittwoch, den 12. November, abends 8 Uhr:Pygmalion." Donnerstag, den 13. November, abends 8 Uhr :Eolberg." Freitag, den 14, November, abends 8 Uhr: Anatol-Zyklus. Samstag; den 15. November, abends 8 Uhr:Pygmalion." Sonntag, den 16. November, nachmittags 7,4 Uhr:Eolberg." Abends 8 Uhr: Pygmalion." Montag, den 17. November, abends 8 Uhr:Der Meineidbauer." Dienstag, den 18. November, abends 8 Ubr:Tie Braut von Alessina." Dlittwoch, den >9. Olouember, geschlossen.

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