Ausgabe 
6.12.1913 Viertes Blatt
 
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Nr. 287 / viertes Blatt

165. Jahrgang

Samstag, t. vezcmber 19(3

iddKtnl Wfli* mit Ausnahme des Etnntagl.

TkStetzkner SerUiteHllttr werden dem .Umeipei* nermel roödienthd) beige! egt. ba« Kreiiblatf ftr kl Mrtit Aietzen wödimthd). TietiidWirNchistUchei Leu- slußti' rdct:neu moneiltd) zioeiuuit.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Rotationfbni'f und Ferlag der Brüdl'lche» Unioerfufiti Buch» und Stembnidereu 9t. ränge. Sifiifit

Redaktion. Expedition und Dnickerett kchul« (rrctw 7. (hvebmou und Vertag **W Sl* Kfbaftn'n:ee» 112. Lel..Abr.Anieigeritziebew

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Vi? die !H?ritaner Krieg führen.

Werin der Gunwaer. der bi? Nachrichten über tne Sirren und flämp{e in 5Krri?o lieft, zu diesem oder jenem statistisch*n .bcnbbud) grci.t, um sich über die MiUtärverhältnisse de- Landes ;u untrer- ^ten, so findet er gar stattliche Änqabcn über die Her torganisation, lieft von Bataillonen und Ta- vallcrieregim. ntern, von ^elbortilierie, l ichter flrtidrne, <^ebirgv?rti.! - :?. Pionieren und ?fVflrnrhn'tr:- seich: -u der Borstellnng, das, ft sich hierbei um ein? kleine, aber iorglich organisierte und tr* q#mäf?iq ausgebildete Ar- mee handeln müsse Aber Organisation im Grunde nicht die Stärke bc<» m rikanischen Natgonalcharakier- und die Schlachten, über die ans dem Revolution^gebiete berichtet wird, ipielen sich in einer ,1orm ab, die dem an furopäiid* Kriegskunst gewöhnten Beobachter vielleicht em Cädirln, ganz q tvts- aber ein verwunderte- Staunen entlalten nnrrde. (so ergeht eS auch dein bekannten englisdien stneg-korresm'n- deuten x'imilton v3-tlfe, dem es nach llederwindun.g von aller­lei nicht geringen Schwi riflketken gelungen tft, den Trieg-- schauplap der gegenwärtigen «1 (impfe zwischen Regie- rung-truppen und Aufftändifchen zu erreichen und bei in der Daily Mail einen onsklzaulichen Bericht seine» Gittbrüdc über die ilampfe-weise der Mexikaner ver­öffentlicht.

Nach mannigfachen Irrfahrten erreichte Lamilton Hufe die Stadt Monteren, die malerisch von drei 3*ittn von Berg­retten umschlossen liegt, er wollte am nächsten Tage noch Saltillo weite, und legte sich nm Abend zufrieden schlafen Aber Mexiko ist ein Land der Ueberraschungen.Am frühen Morgen träumte mir, do ft ich Teppich, auflfiopfte; ich wachse auf, und richtete mich empor und lauschte: bann stürmte ich zum Fenster Aus den Borortrni üang der Widerhall heftigen ii>ewedrfeuers herüber, und bald wußte die ganze Stabt, daß die Aufständischen, die ..Konstitutionalisten , bi.* Stabt angriffen". Allein man darf bei diesem .Kampfe nicht etwa an einen Zusammenftos' gegnerischer europäischer Truppen massen denlen Mass nsührung und Massenbewegung kennt die eigentümlich.' mexilanifche Strategie uberhaupl nicht, ja dem europäischen Beobachter will e6 erscheinen, als gibe t - nur sehr wenig Strategie und Taktik tu diesen Kämpfen. Ich will versuchen." so berichtet der enqlifdr? zdriegdforr?- spondent,ein Bild dessen zu geben, mn* rch während dieses zweitägigen Kampfe =? um Mont, rucn sah. Tic Schlacht wurde zwischen IGOii oder .'>000 Ausftändtschen und einer Okirnifon von KOO- -900 Mann geschlagen (Ein paar Freiwillige ver­stärkten die Heine Berteidigungöarmee. Diese Freiwilligen hielten sich schlreftlich ganz mocf.*r: anfangs aber waren sie der Schrecken der Bürger, denn die meisten von ihnen hielten zum erstenmal in ihrem Leben ein (Gewehr in den Händen. ÄlS ich nn jenem Morgen einen Hügel erklommen hotte infb die Situation überblickte, war es mir klar, daft die Aufständischen innerljalb 24 Stunden die Stadt genommen lzaben würden: ich sprach bann auch einen Deutschen, der durchaus meine Ansicht teilte und meinte, das; die Bundes truppen während der Nacht heimlich ausmarschieren und die Stadt dein Acinbe überlassen wurden Aber etz fam an­der- Im Anfang wunderte ich mich, baf* ,ch immer nur ganz vereinzelte Heine Sonderplänkeleien sah: später muhte ich entdecken, daft dies? meri^am eben Schlachten nicht- an­dere- sind, al-.- l.ctn? Scharmützel zwi eben einzelnen Schupengruppen. Lin allgemeiner Vormarsch hätte nicht auf- flchiüen werd7ii lönnen. selbst nicht durch die Masänucn- gewehre, die eifrig feuerten: aber e- gab keinen allgemeinen Vormarsch < -eine. Gruppei', von 13 oder 20 L uten arbeiteten selbständig für sich und, so weit ich da- ilberbucken konnte, ohne icben gemeinsamen Plan. Ti? Rebelten sind beinahe wie die Buren kn Hein?Kommandos" geteilt. Ein .<?anpt- mann hatte al» Fahnenträgerin ein* ntan ein hübsche- aiiiiiutiges Mädchen, die eine militärische fiopfbebetfung trug, trefflich zu Pferde foft, Revolver am OMirtcl und da- O'-ewehr vor sich am Sattel. Zwei Tage nach ber Schlacht war sie mit ihrem Kommando auf einer fvarm vor der Stadt Plöpllch geb r? 21 rrm, Dundeekavallerie war gesichtet, und in der Aufregung konnte sie ihr Pserd nicht finden. So

galoppierten die anderen ebne sie davon Si* rannt, ben Lol, versteckte ihre Mune und ihren Revolver und trat vor das $aii-J, wo die feinblirtien Aopcllmfien an ihr vor- über ritt er .Nur ein-? Ärau 10 Minuten später galoppiert? he ungehindert ihren Gefährten nach." Inzwischen geh: br Schlecht von Monterey weiter Di? Leute kämpfen am lieb­sten in der Strafte, b.nn hier ist Tetfung, man feuert von den Dächern aber seltsam, keiner brr Soldaten zieh Und wirklich, trotz einer S-ample-wei'e. bei brr der gut? S chuye entscheidet, tft es Tatsache, daft den Soldaten nicht einmal da» .fielen gelehrt wird ES fehlt den Offizieren nicht an Mnt und Tatkraft, aber fie erdalten keine (Gelegenheit, ihre Truppe zu erziehen oder auSzudilden

Seshft dir Maschineng^oebre tmrden unrüp verwendet, eines von ihnen f*u-r!r beispiel-weise mmuienfang mit voller krast aus vier Soldaten, die jeusei!- de- filuss*- vollkomm-n aufer Schußweite waren Jn der Rächt zogen dann Verstärkungen in die Stadt. Darum verlegte der über­legene Angreifer dieser EntsaPtruppe nicht ben Deg? Und warum zog die Tnippe in die Stadt, statt brausen den An- greiser in den Rucken zu soffen^ Da- wäre nicht meri?a- nisch und niditmcplani che Kriegskunst miftfällt dem Reue­rungen abholden AVift diese- Lande- #ein Vunder. daft bei otefen .dampfen bi? 3ah( der Lpser sehr gering :ft, viel, viel geringer, al- bie jpätcr erscheinenden Siege-meldungen br.» behaupten wollenAI- ich am Morgen, nachdem die Angreifer endgültio abgeschlagen waren, hinaus ging und die jttimprpfahc besichtigte, sah ich ganz wunderbar wenig I Tote," schreibt ber engh che sfrieg-berichterftatter. ber nach einer zweitägigen Schlacht, in der gegen 1000 Soldaten £»un- berttanfenbe von Patronen verschossen, gefürchtet hatte, ein schlimme- Veidicnfelb zu linden Aber die Erk.ärung ist nicht schwer, und Lamilton cofe selbst gesteht:Ich sah während der «kämpfe nicht einen Soldaten zielen, sie schossen einfach in die Luft, und überall war e- dasselbe."

Catitwirtfcbaff.

8. Seihaefterii, k» Dez. Metern abenb taub in ber Venbrrlthni 7>'irPwa«k eine flnrf besuchte Versaininl ng ber hierncn CrKflniroe dev Q r e i « C b !i- n n b finrten bau -Herein» firn. Tr. bollmnnn ans Hriebbera nnb nrci«-Cbffbaiiir-l-iiifcr Gnnel hielten Vorträae über b<it Vstanzen nnb Veb-inbeNi ber Cbhbfiiur.e ngb ble ^rfämphnia ber ediäoihige ber Cbft'ulturen. Tlan be'rtiloH, bie Hefige Crttanipre in einen Cb ft- unb Garten da >i »Verein umginuanbeln 9llS I. Vornyenber ivurbc Vehr er V n ft, al> Eiellnerireter Uhnr.orf'er Onn i. zim Sri riftilf ret ^inanzaint>g«hit e e di ä f e r gewällt ?II4 Veifitz^r fmialeren : -üraernielftei v e ß. Aiärnier R. Lnur unb =trnf;rn- ivait 2 e i r p. Tie Za> l bet Tlita teber beiränt eieils 50, unb e« ficht zu erwarte", daft weitere cibebhdie Beit»in-e flnrunnen erlolflrn, zumal utv nerfa binAaeübiter e I b b e r ej n i a un a bie Vanbroiite beaonwn haben, in ben Cbftboini'onl '(ien nilt bni fiten eiirnafrlclen bäumen au zu äumen und Snfunnnflnnvmeii uorumelnnen nnb ihnen A'elenen 'dt neboten ift, aerobe bnrd) unb ui Pent Verein praftiLhe infe und Anweisnn >e» zu eibalicn Ten Lchluft Mbetc eine 'Peilofunn von Cbftbäumen nlw. Ten Tor- tränen irobuien auch Tluglieber be3 Cbft- unb Garteubau-Ve eins von Vanvt-iÄön« bei.

Dcrttnsnflihdtftfn.

i. Vurkhard-felden, 5. Tez Der Dolkasäiuierbnnb I) n 11 i n*, bem oeacuniärtii 0 Vereine anaebBi en, hteü bi lei InQe leinen 0. 6 ändert na in Vutkbarb-Ielben ab. .'Ins bem 3nhrecberid't i'iolgenPe» zu enmeainen: Ter iunb hat einen Tlnfie l euanb von 180,?9 -Dir. 3m verflogenen 3ahre in tminhin bei nnb eine 5änaerfobrt n a di B 11 c r » b a i n, bie in nbeiiachi ber 3ahrhunb.nseier den (Sh ratter einer nationalen Punboe ima tum - Tie eänaeriabri 19 14 geht nach £» a 11 e n r o b. Da« nädfie ' Uli e»efi wiib 1915 (,e<eieit, ver» dnnden nut bem 25|öbiigeu Sli'tnnabfe't bea bie'anuver.' ne ,1'ie'er- bli te"-Vnrtbaid^le den. ii bem .'«ehe irtr ein TJerfnn i ' n \cn veibiniben. Vei ber nochoLienbenIialil wurde ber bifihe tqe 1'oruaiib wiebergewiv It. l'r befiehl an- den Venen i'J o -Per»- reb, VorfiA-*udei, Jl e e b-irnttei roh, Rechner. Petr i-Vetter-baui, SkfriH'i'iHrer, C p p e r (Hnnflebaufcn nnb Schmidt- Saalen 5$ei'irer.

$ n a b - R a u h e i ni. 6. Dez. Radide n em ehe >aliner reinbenlegiondr in den le :e» Tagen in den Hiesigen dnilen den ä:ieren Sdiütern bie Greuel ber Fremdenlegion m vnJcnben

I --

i I ei ii 'gen rc n oei. l ri I al i mm a ber teilen Ceheiiilidifrii bie »'e r e- bei: v? t u, mit b n E »e nl en ber Vcflüii bef.mnt i i e P . r . e 11 - I e t n - V i n b e i wirb mi ftrieflei- und I ärveretr morgen at eub einen oftentlicheii VoNragaber baS je;-.i Io a tuelle I bema ballen

OcrirbtpfaaL

. idi, 8. De, ch '' e i 1 ch 1.) Der Out'cher id. «ruber auf dem ro* l a b l c ; ähiflU würbe wegen Verrohung imb Veletbi ung seines Di- ' errn i einer '"eamt'jra'e um «ünl 2a en verurteilt bie bi rch die eilitie. e llnterlndnina**

i a«t al* peichiift: ,u deirächten ' uh. De n thebWiu'ler V. R von d'ainbadi war ein 6tra'be«eHt zugelieNt werben, weil er am omil g, dem A 3hM b. 3», ccien b Uhr abenM. em Halb vei loben unb f.d' so u ber llebeitieti.ua ber Loi.n,.ig-iiit>e schuldig gemacht hatte, x'-'.erneie i hai Pt. Oi 'si'Nich eVi .ele.it und s ichle bie'en : eilte bau i! III ear.inbe 1. boft 'al Bei laben des N.'li eS noch G mu erhöht, wie bleie» durch '"rofih Rieiiamt © eben and) seflattet lei fri wurde i.bodi durch ,^eu en leüneflelli boft das galb latibchlich früher verlaben wenben dt, nnb do» ''"eildit ei- fnnnte ans eine ®elb<trole von 3 Plf a-er 1 T<ia V '«t unb xur Iiaaimg der Po'iev. Ter Tagtähurr g SB. von 111> Ii tte lj® welen vaus«rieben-dmch- unb 'iubehörimo in verautwollen, ut h.-t c au« der vidier Rachk rthne e g^ e.i Tlor en le*n Tt ibdieu n i ii vnnle begleitet Weil nun ba> Räbchen aii.vonfi redit un- vunftlidi beim kam, diesmal . e.en 1 Uhr. so balle bie Tienu- lierischa't tal Vans uerldiloOe i nui i le nun Rabon, so Poft dieJiafbbor1*a't in t ter Rübe ae'ibrt ivnrbe. Iron weberboiter .luPorretim hat ei ben i'o mit veil ssm. llrie-l : wtoen Vans» «iiebenebrud) 10 la e eiangiu«. tvegen Rubeftorimg 4 Tage i-ati.

DcrmifdHv».

Line gute Tat. kor tiu paar 7agen, fo wird auf Paris er.'ubh. hielt nn elegantes Automobil nn B^i. de Soulogne in her YRäbc b.r flaSfabe und Miti Tanten ftregen aut Die jüngere, bw gern; in ko'tbare P.lze gfbullt war. sah nn wenig bleich au- unb lehnte sich an ben Arm ihrer 2^-Yikttn.in, als sie einige Sck ritte bnrd) den h rbfiluhen Waid ging, um envas von brnt mii en Sonnen!.ch: d?4 Novinbertages zu kosten (Sin zerlumpter kleiner Junge fom bei ben bei? Tamm vorbei: er schleppte cm Baby in seinen Armen. haS mtieplitfi schrie.Ift da» d in kleiner Brueer?" fragte die u'ingere der beiben Damen teiliiabiinwoll ,^ia. Madame," war die Amworl.Und loarum schr it er denn fo?" ..Wei! er Avuchhusten hat, Madame "Leudhaften! Unb fn trägst bu ibn bet dem kalten fetter mit dir brrun?"3d) saun .nn bpd) md;l alpin ui Hause laffui. Madame.'^ sagte brr Junge Noä) diesem turicii Zwiegespräch Sftnete die Tarnt rasch ihre golden - Vörie, nahm eine blaue Vankneie betau», brückte sie in die .van? des fruibcS und sagte in gutmütigem Vrfeblston: llnb nun rasch mit end) beiden nach vaufc!" Und während der Junge nodi mu offenem Munde dastand, zu erstaunt, umdanke schön" ui lagen, war die .ilönigin von Spanien (dwn wieder in tbr Auto gestiegen, gerade noch zur rechten Zeit, um den sie ständig verfolgenden Photographen ein Schnippchen zu schlagen, die nun mit dem reidibeschenkten flinbcTpaar vorliebnebmen muhten.

Sa nrlLLL Hunde 3" der Deutschen militarärUlichen Icitschrift fordert Tr Scheel iWilbelm-baorn zur llnimtüpung be. Vereine- für Züchtung von Santtät-bunden auf Die SanitätS- Hundi werd n so abgerichtet, das, fic auf ftommanbo auch die ver- steckleften Fcken und Winkel des Sckikachlfelde.i na einem leidenden Verwundeten aufsuchen, vom Ofefunb-nen Helm. Mühe ober andere Okflenilänbc ben Krankenträgern bringen und diese zur ftunbiidle führen i'ian, bewnderS deutsche Sd-äferbunbe leisten vorjüglich«.

Meteorologische veobachtungen der Station Giessen.

7 Tej.

161

Horometer Olli Ue reduziert ,

Leinveiatiir bei Luft ___Ii

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Relative 1 ßeurtiiiatei:

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"r*ne Tenweriiict am 4 bis k>. Dezember - -t 'tkbriqie . , 4. , 6 , 4-

L.ieoerschla, : 3.4 mm.

0,4 21C.

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Erinnerungen nn den yeil gen Hifoha?.

3um Nikolaustage, 6. TtymAer.

Tie rusfifch-or dodore Kirche verehrt nodi heute ben heiligen Nikolas aL- nn*n ihrer .vaur.bei.igcn, un) in vielen Weimtrn Teilt ckWn^ IX' sich noch h. t M d: Jrinnerung daran beroabn. baft d.e er Leilige einst auch in m,irrem öfsrntlichen Leben eine iKtVvrraarn.e Nolle ae> vielt bat freilich Hit auch hier der Ott an, bc? Weihnad re festes immer mehr den NikolauZtag in den Hinter- grund gebt ngt, aber ganz vt der llmuig des heiligen Nikolru5. Oer die Kutter brschrnkt und fic jun, 3lrift und Okbonam ermahnt, auch bei uns noch nicht v.ricftwunren. und oft erfd eint noch der Dtecbt iRuppred t als B.gleiter des veil,gen Audi m den vor roügtnb cuangelifchen L^egend^n unsere- Daierlan.es finden sich noch beut.- mändk* Spuren ber einzigen NilolauSoeredrung

M-il Prr Deilige vor seiner Ernennung zum Viichof von Mvra in Kleinasien dem Kaufmannsftande angehört hatte, war er im «nttnrifliir -K-r Schuppatron ber Kaufleute, unb da tüc Schis'abri feit jeher im Dienste der Kaufmannschaft stand, erkoren ihn auch die sduiftr iu ihrem Patron. Zbrem Deupiel folgten bann and bu- 3n'd r und io kam es, daft in den alten deut du-n vanb l üd en, d e dem trügen Nikolau? gewrdte Wirdr hie iiauPthrdK der Stadt wurde Das war beifpiel*ronie bei der Nikolau kuck ' ir Berlin und in Hamburg der null; nach der Srnfübning der NeformaNon behielten diese Kirchen ihre alten <namfn bf; d: vamburger Nikola,kirwe ist now deute btc evanae itidv va-infird . in fcamturg. und amb in Berlin ist es in ge- nm'ier Be -.ttimg ?ir N.kolailircbe Als beiipie[?mnfc ,m 'Nir; bicieS3atr s d.*r Berliner ^agiftra? nn: hrthlubc Rtier mt 3abrbunbert."r.nn.r:ing dev ..Aufrin an mein Dolk" vom 3obre 1813 »rranfta!tetr, 'and dieser spotte-dienst in der Nrkolaikirche ftatt 3n manchen Stücken hat sich die Erinnerung an den heiligen Nikolaus sreilich bi» fast zur Unkenntlichkeit verwi'cht -o ir^dx man m Eiienach von einer ^la>kirche von einem MaAtor. einem (Wctturm und einem ch|as.'runn-u Alle kn: BenennungeT, baden Pbrr mii d in Glase nicht da-5 gennafi- :u cha",n. ne deziel^n Hd> mdrn'hr auf die dortige Nikola-kirche ?.u Langen »al za gibt cm Klagetor' diefeS bat aber mit - gen" nichts tun,

sondern verdankt seinen ??amen dem ot. KlauS oder Klage-, dem Schutzbeiligen der ^tsht.

Deu mehr Erinnerungen an den heiligen N.kriouS nnven wir aber in unteren brütigen F a m i l i e n n a m e n vor. V-e bekannt, sind sehr vicle, ja die meinen unserer heutigen ^amillennamen

au*- Vornamen berrorgegangen In vielen Namen erfennen wir ebne wen re . ?cn Dorn am en Nikolaus wieder, wie in Nikolaus, Nicolai, N'.3as, Nicklan», Nickel, ^ungnickel, Müblnickel uiw, In Niedrrbmtfcklmb beton e man eintt den Namen Nik.'laus aus brr vorletzten Silbe, und diese Betonung führte zu ber uns am häu­figsten legcgnenben Abkür,ung dines 5?eiligennamens in Klaus, welche B er l nung sich als moderner Nusname zurzeit sogar einer le citer-Ti Belieb.beit erfreut (V.-ra>? bi de Kurzform de» ?famens Ni.olan komm! Üd-raus bxuha auch al? Familienname vor und zn'ar n-d-: nur in dieser norm, sond rn in ben verfchiedensten durch t e An- prr.d : b r jemeilmen Gegend l

Lei denen man vielfach ten Ursprung nicht au) den ersten Blick er- 'trrber gehören die Namen stlauft, Äkinflano, rd reif au. Se «rserNauS , ßiaufru, fllaufmg, Clauiing, ISlaufer, Klo e. Kloos. Kloft, fllauc-mann iXr Lui'atzmann" d. deutet im ')'.i ^erb utidrn viel fad; eine Verkleinerung in Berlin lagt man noch heuteSohnemann" fürSöhnchen" , Kluftmann, KloSrnann. f laft. Klaas, Poggenklas, filajm ncr, Claafen.. Klafing Durch ?.c Namensforschung ist ferner sestgestelli worben, daft Familien­namen nn- Klawe, Claw s, Clabs, Älag*-*, Stlaagc unb Klag-mann hierher g Heren.

Die grofte Aahl der heutigen Familiennamen, die ihren Ur­sprung auf den Namen Nikolaus oder auf dessen AbkürrungSformen uanffübren, beweist uns am besten, welcher Beliebtheit sich dieser Name in Deutschland zu erfreuen hatte Dr I St.

U) e !Ha?caani berühmt wurde.

Zu feinem 50. Ckburt4tage, 7. Dezember

Es war im )ahre 1889. Längst war Mascagm vom üonscr- ratortum in Mailand durchgebrannt und fristete kümmerlich s in Leben als Leiter einer reisenden Lverettrngesellschast 5 Lire tag- Uck'. das trat tue höchste Einnahme, jui der er es brachie. und fchlieftlich tarnen noch schlechtere Zeüen: er verlor feine Slellung, batte nichts au essen, als täglich einen Teller Makkaroni, und fo war er glücklich, als er sich in ffertgnoia aW Leiter her Stadt- kavelle und Kkar.erlehrer niederlassen lonmt Dwrt nun 'untand sein bedeittendstrs Derk.Cavalleria rufricana" Der römische Verleger Sonzogno bai;c nämlich ein PreisauSschre'dcn mr rnc Cper um rtne erhebliche Summe erlassen und Mascagn, der felsenfest an sich glaubte, dachte ru Geld und Nubm >ug!cich

kommen. Ls iwxrm nur noch wenige Soa, n bis «um Ablaui bet iSmienbefnft: Mascagni stiegen Hin und wieder doch Zweifel an I sich selbst auf, und eines Tages war er so mutlos, daft er sein

Manuskript ins Feuer warf, woran - seine urau es mühsam rettete. Auf deren Drängen sandte er schlieftlich am vorletzten Tage vor Ablauf der Frist sein Manuskript ab, ein Paket von Ätlo, wie er an seinen Bruder schrieb, dann folgten mehrere Wochen banaet Erwartung, und eines Ta,es stano Mascagm vor den Schieds­richtern, denen er seine ftompofition uorfpielen sollte.

CS waren deren fünf, darunter Sgambatt, unb Marchetti. Als Mascagni eintrat, trug er unter dem Arm die Partitur des Vorftnels und der Siziliana. tic rr nicht mit < weil er fie selbst für 4u gewagt hielt. Doch auch diese Stiidfc trollten die Rick) er hören, und fo setzte er fick» an- ftaoier unti spielte und sang, fo gut rr konnte Als ba? Spiel beendet war, fpradu, b t fiinf unietriiian??r, und Mooeagn, fing einige Wone des 'besprich auf; er strahlte förmlich vor 3rrube, glaubte, alles Gefährliche fei schon übertnunoc-n und wagte eine ? rage CS wirkte daher wie eine kalte Dusche auf ihn, altz die fünf Maestri nickt antworteten, sondern sagten, dir Prüfung sei beendet un) er könne gehen Berni Verlassen de» Saales iah er, wie ine fünf gestrengen Richter lächelten. ia March-tti begleitete ihn auf den 31ur. Da aber feine ^reunbe ihn cerfpottrten, io ichlost er fick ziemlich traurig im Gasthaus zur Sonne ein unb harrte der Tinge, '.ic di kommen sollten Ts dauerte nickt lange, bi# man ihm mit teilte, daft er wirklich den Preis baoongetragen habe, und nun geriet Maseagn, tn die auigrlaffrnfte Stimmung, wofür be onderS feine Briefe an seinen Vater sprechen 2r machte auch bei Son-ogno einen besuch, dieser leckte ihm mu. Die(jouallerw ruflicana" solle auf dem teatro Costanzi aufgefübrt werden, außer- soio tt - .1u?,ahlung e.ncö Vor'ck.usseS aut o n Pr; - an Was konme Ma.eagni mehr verlangen' Am 17. Mai 1890 erfolgte denn auch die Urauf­führung. Der Zuschauerraum war halb leer, denn niemand wuftte wer Maseagni sei, unb während der ganzen Vorstellung stand der ftomponiit bleich unb zitternd auf ber Bühn - und sah zu.

war em Erfolg, wie er im teatro Costanzi noch nie vorher bagewefen war, und am folgenden Tage war die gcicmic Kritik einmütig des höchsten Lobi*s für die neue Cper roll Tr zweite Vorstellung war ausierkauft, eben?o di- ohtte, die.irrte unb alle folgenden. unK r »Ikr Freude kann Maseagnt feinem Vater fckr'iben. endlich fei fein Stern aurgriangrn, r reroiene viele tau n*e Vtrc Nun war M:-.a" u r:.- mad: r 'kann. (£x- t aller n rusticana ging über all italienischen Cpernbühnen und aebene dann das -Ausland Xrui: feiner zahlreichen späteren Kompositionen reicht auch nur im entferntesten an fie heran.