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2.1.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. \

Ersheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Familienblätler" werden dem »Areiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Nrlrdlatt für den Kreis Gietzen" zweiinal wöc-enllich. Tid ..Landwirtschaftlichen Zeit­igen" erscheinen monatlich zwennal.

Zweites Blatt 163. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Donnerstag, 2. Januar t9|3

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universiiäls - Buch- und Sieiudruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51.

Redaktion:112. Tel.-Adr.:AuzeigerGießen.

Aus ricücn.

Das neue Besoldungsgesetz.

Der Dors des Verbandes von Vereinen a k a d. gebildeten amten im Großherzogturn Hessen hat einmütig beschn, angesichts der neuen Besoldungsgesetz- vorlcvge bei maßgebenden Instanzen erneut um Gleich stellt der nichtrichterlichen akad. gebildeten amten mit den Richtern auf der Grund­lage der Gehalze des Reichsbesoldungsgesetzes vorstellig zu werden.

*ecr und Flotte.

Aktärdien st-Jubiläen.

In der Prcchen Armee finden im Jahre 1913 fol­gende Militär stjubiläen statt: 1. April. General- Feldmarschall G». Schliessen, Genera/adjutant, ä la suite des Generaes der Arinee uitd des 1. Garde-Ulanen­regiments, das (ictge Militär-Dienstjubilaum. 26. April. General-Feldmail Graf v. Hacselcr, Chef des Ula- nen-Regiments i^haeseler (2 Brandenburgischen) Nr. 11, das 60jährige M-Diensljubiläum. 25. Oktober. Gene ral der Kavaller Scholl (aus Darmstadt), General-

poiitifcbe Tagesicbau.

Eine neue deutsche Millionenstadt.

Ai 1. Januar 1913 tritt nach Anordnung des Senats von Hmburg das Gesetz über den Anschluß einer Zahl von Lobgemeinden an das Stadtgebiet Hamburg in Kraft. Jnfolg)essen wird dieser Tag für die Stadt .Hamburg eine bvnders große Bedeutung erhalten. Denn an ihm wird d Stadt Hamburg die erste Million an Bewohnern übersch iten.

Na der letzten Personenaufnahme vom 1. Novem­ber beim die Bevölkerung der Stadt Hamburg an diesem Tage H6804, diejenige der eingemeindeten Ortschaften 20944, daß die Stadt Hamburg am 1. Januar 1007 748 Seelen ihlen wird. Tas Areal Der Stadt wird durch die Eingemndung von 7697.46 Hektar auf 12 354.81 Hektar steigen.

Ein Boykott deutscher Fabriken.

Diezrager Stadtgcmeinde hat nach den M. N. N. aialle Prager Geschäftsleute ein Rundschreiben ge­sandt, wnn sie ihnen mitteilt, daß die elektrischen Unter- nehmungr der Hauptstadt Prag am 1. Januar 1913 an den Anschlüßen Elektromotoren, Dynamomaschinen nebst Zu- behör vo i/10 ps. aufwärts, die nicht im Bereiche des zu- künftiaciGroßprag erzeugt worden sind, an das städtische elektrifchNetz nicht mehr gestatten wird. Auf allen Mo­toren, T>amos nebst Zubehör muß in Zukunft durch An­bringungen Tafeln der Prager Ursprung ersichtlich ge­macht sei Firmen, die sich diesen Bestimmungen nicht unterwers, uni) die gleichlautende, rechtsverbindliche An­ordnung icht unterfertigen oder in irgend einer Weise gegen die>Bestimmungen handeln sollten, wird vom Ver- waltungsre der elektrischen Unternehmungen der Haupt­stadt Prahas verliehene Recht für die Installation zum Anschlüssen das Prager Netz entzogen.

Tierchiese Verfügung werden die nicht in Prag her- aestelltrni. Maschinen nni) Maschinen-Bestandteile direkt voykottiertvodurch insbesondere r e i ch s d e u t s ch e Fa­briken swer getroffen werden, und es wird den drei tschecthen Fabriken ein ausschließl ches Vorrecht zur Lieferung ib Montierung solcher Maschinen erteilt und jede auswcige Konkurrenz ausgeschlossen.

Tiefe Ordnung ist wieder esn Glied im Kampfe gegen das Deutsctm, denn es ist klar, daß die städtischen Unter­suchungsorge nur jenen Maschinen den Anschluß gewäh­ren werdeidie in den drei von tschechischen Banken ab­hängigen Friken erzeugt werden.

*

Die bayeyenGenoffen" bei der Trauerfeier in München.

Bckannch haben bayerische Sozialdemokraten sich nicht von dm wen Ehrenbezeigungen der Kammer für den verstorleNerLrinzregenten ausgeschlossen; erst jetzt nimmt derV>rwäs" das Wort dazu:

F>ns enosscn aus der Fraktion hielten es denn auch Türnofmbig, sich an der Trauerfeier zu beteiligen, die unter bc g.zen Prunk und Pomp höfischer Zeremonien statt- fand, unchpzu einem Zuge zu drängen, an dessen Spitze Wil­bich. II:.nb>er österreichische Thronfolger schritten . . . Ebenso überflüssiger die Beteiligung mancher Sozialdemokraten an den eigev-leranstalteten Trauersitzungen der städtischen V ertre ^g-s körper. Wohin schließlich diese unklare Hal- tung der rüden Kreise geführt hat, zeigt das u n w ü r d t g e B e ne h n des sozialdemokratischen Bürger­in ei st er'ju in dem Weberstädtchen Lambrecht. Er be­raumte eiExtrasitzung des Stadtrats an und begründete das nach umviorocheiken Berichten mit den Worten:Als Bürger­meister teuer keine Partei, sondern nur die Pflichten, die ihm als Beamt des Staates (?) obliegen und die er in seinem Diensteide hworen haben."

Von nn besonderen Ketzergericht scheint mau aber doch ab seh zu wollen.

Die Neujai rrseier in Berlin.

Berl 1. Jan. Im Schloß faud die Feier des Neujahre st es in der üblichen Weise statt. Das Kaiserpc traf um 9V2 Uhr im Automobil von Pots­dam komm ein und wurde vom Publikum herzlich be­grüßt. Um. Uhr empfing der Kaiser den kommandieren­den Generaes 16. Armeekorps, General der Infanterie v. Prittvund Gaffron, sowie den des 8. Korps, General depfanterie v. Ploetz, und überreichte beiden den Sch w >en Adlerorden.

Um 12Uhr ging der Kaiser, der das Band des Schwarzen Nordens.über dem Mantel trug, gefolgt von seinen Söhr und den Herren des Hauptquartiers zu Fuß nach de; e u g h a u s , vom Publikum im Lustgarten und auf derstoßorücke mit Hochrufen empfangen. Am Schloß stände Abteilung Pfadfinder. Tas Zeppelin- luf t s ch i f f a n s a" überflog den Lustgarten. In der Ruhmeshalle^ Zeughauses wurde darauf die Nagelung der neuen Fm nach der Reihe der Truppenteile vor­genommen.

abjutant, Generalkapitän ber Schloß- und Leibgarde, ä 1. suite des 1. Garde-Ulanenregiments, Kommandeur der Leib gendarmeme, das 50jährige Militär-Dienstjubiläum.

In der Bayerischen Armee begehen: 6. April. Prin -eopold von Bayern, Bayerischer General-Feldmai, .chall und General-Inspekteur der 4. Armee-Inspektion ms 40jährige Jubiläum als Inhaber des Bayerischen 7. In [nnterrcregimentS. 27. April. Karl Graf Wolssskee v. Reichenberg, Generalleutnant ä la suite der Arnn> (mit der Uniform der Generaladjutanten), Königl. Obersl- stallmeister, das 50jährige Dienstjubitäum. 19. Mai. Kar ®raf v. Horn, Generaloberst der Infanterie, General abjutant, ä la suite des Jnfanterie-Leibreaiments, S.aats rat i. a. o. Dienste, das.50jährige Dienstjubiläum. 20. Mai Albrecht Graf v. Seins he im, Generalleutnant ä la suite der Armee (mit der Uniform des 1. (I^eoau^eger^= regiments), Obersthofmeister, das 50jährige Dienstjnbiläum.

Versammlung der hessischen BergtDerfsbctriebskifer

Gießen, 31. Dez.

. Die letzte B e t r i e b s l e i t e r k o n s e r e n z im alten Jahre, die am 28. b. Mts. im HotelViktoria" hier abgehalten würbe, erfreute sich trotz der wenig günstigen Zeitzwischen ben Jahren" eines recht guten Besuchs. Ein Vortrag aus ber Praxis für die Praxis, nämlich über bas Aus satteln von Ueber hauen burch Bctriebsführer Knautz (Nosbach v. b. H.> zeigte, mit welchen Schwierigkeiten und Gefahren diese zur Vorrichtung des Lagers biencnbe bergmännische Arbeit unter Tage gerabe im Eisenerzbergbau mit seinen schweren Gebirgsmassen verknüpft ist. ^.ic klaren, verständlichen Ausführungen fanden allgemein Jn- tercfse, es zeigte sich in der lebhaft einsetzenden Besprechung des -Themas, die manche beachtenswerte Anregung zur Vermin­derung der Gefallen brachte. Bergrat K öbri ch teilte sodann die wichtigsten Zahlen aus der K n a p p s ch a f t s st a t i st i t des Wahres 1911 und aus der L o h n st a t i st i k für das 3. Viertel­jahr 1912 mit. Die Anzahl der Knappschaftsvereine und der knappschaftlichen Krankenkassen ist die gleiche geblieben wie im Vorjahre. Tie Zahl der in der knappschaftlichen Versicherung Vcriichcrteii ist von 2683 aus 2743 gestiegen. Am Schluß des wahres 1611 stellte sich das schuldenfreie Vermögen sämtlicher Knappschaftsvereine und -küssen aus 618 566 Mark gegen 601 595 Mark im Vorjahre. Die Lohnstatistik zeigt, daß auch im.hessischen Bergbau die Löhne der Bergarbeiter im Laufe des ver­flossenen Jahres gestiegen sind, es betrug nämlich der durch- ichnittliche Nettolohn der unterirdisch beschäftigten eigentlichen Bergarbeiter für_ eine Schicht int Braunkohlenbergbau Anfang bes Jahres 4,15 Mark, im 3. Vierteljahr 4,25 Mark: im Eisenerzbau lauten die entsprechenden Zahlen 3,75 Mark und 3,95 Mark. Während der durchschnittliche Tagesnetwverdienst der im Eisenerzbergbau Beschäftigten in allen Arbeitsklassen (z. T. um 58 Psg.) größer geworden ist, hat er sich beim Braunkohlen­bergbau im großen und »ganzen aur derselben Höhe gehalten, so daß hier der Durchschnittslohn aller Arbeitsklassen mit 3,48 Mark für die Schicht in den ersten drei Vierteljahren des Berichts­jahres derselbe geblieben ist. Auf die Anregung einiger Ver­waltungen hin war auf die Tagesordnung eine Aussprache über die Regelung der Zeiten des Fortbildungs- schulunterrichts gesetzt worden. Ten Bericht hatte Berg- amtmanu Scheerer übernommen. Es stellte sich heraus, daß die Werke mit einer größeren Anzahl fortbildungsschulpslichtiger Ar­beiter darunter zu leiden haben, daß der von den Schulvorständen festgesetzte Unterricht in ben einzelnen Ortschaften an ganz ver­schiedenen Tagen und zu ganz verschiedenen Zeiten stattsindet, wodurch den Werken durch die häufige Unterbrechung der Arbeit und ben Arbeitern durch zu vermeidende Lohnaussälle Schaden erwächst. Die Bcfribehörde imtrde ersucht, bei der Schulabteilung int Ministerium oie einheitliche Regelung ber Un­terrichtszeiten u n b -tage anzuregen. Zum Schluß be­richtete ber letztgenannte Rechter noch über die 1913 in Kraft treten­den abgeänderten Formulare zur Montanstatistik.

Am Schluß des Jahres möge ein kurzer Rückblick über die in ben Betriebsleitertonferenzen des verflossenen Jahres ge­leistete Arbeit Platz finden. Im ganzen fanden 6 Versammlungen statt. In ihnen kamen die neuen Gesetze: die Reichsversicherungs- ordnung, das Versicherungsgesetz für Angestellte und die neue Novelle zur Gewerbeordnung zur Sprache: ferner war der mit dem 1. Januar 1913 cintrctcnbc Eichzwang der Förderwagen mehr­fach Gegenstand der Tagesordnung. In Gestalt größerer Vor­träge wurden noch die Vorschriften über bewegliche Dampfkessel, die Aufbewahrung und Verwendung von Carbid, die Hygiene und der Arbeiterschutz im Bergbau und das Aufsatteln' von Ueberhauen besprochen. Zwei gemeinsame Besichtigungen fanden statt und zwar erstens des Eisenhüttenwerks Oberscheld und zweitens der AusstellungDer Mensch". Weiter mürbe ber wichtigste Inhalt ber fachmännischen Literatur, ber Jahresbericht ber Berg­behörden, die Lohn- und 51nappschaftsstatistik, sowie sonstiges Wissenswerte bekannt gegeben. Der rege Besuch der Ver­sammlung beweist ihre Beliebtheit bei den Bergbautreibenden und ihren Angestellten.

Aus Stadt und Canö«

G ienen, 2. Januar 1913.

** Orbensan gelegenheiten. Der König vin Preußen hat dem Oberleutnant Fitting, Lehrer an ber Militär-Turnanstalt, bie Erlaubnis zum Tragen bes Ritter­kreuzes 2. Klasse bes hessischen Verbienstorbens Philipps bes Großmütigen, dem Hauptmann v. Goetze im Leib- Garbe-Jnf.-Regt. (1. Hess.) Nr. 115 bie Erlaubnis zum Tragen bes Ehrenkreuzes 2. Klasse des Schaumburg-Lippe- schen Hausorbens und dem Hauptmann Frecherrn v. Bu b- benbrock-HetterSdvrs beim Stabe bes Leibgarbe- Jnf.-Regts. (1. Hess.) Nr. 115 die Erlaubnis zum Tragen bes Ritterkreuzes 2. Klasse des Kgl. sächsisck>en Albrecht- örbens erteilt. Dem Hofrat Alexander Koch-Darmstadt würbe anläßlich seines 25jährigen Berufs-, unb Verlags­jubiläums von bem Prinzregenten Lubwig von Bayern bie Golbene König L u b w i g s - M e b a i l l e für Wissenschaft und Kunst verliehen. Dem Fabrikan­ten Dr. Ernst Leitz senior in Wetzlar ist von dem Großherzog von Hessen bas Ritterkreuz 1. Klasse bes hessi­schen Verbienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden.

** P f a r r d i en st n a ch r i cht en. Ernannt wurde der Pfarrverwalter der ersten Pfarrstell? zu Beerfelden Deg gau zum Pfarrverwalter ber zweiten Pfarrstelle baselbst. Zur Wieberbesetzuug werben uusgefchrieden: bie zweite ev Pfarrstelle zu Erbach, bem Grafen zu Erbach-Erbach stellt das Präsentationsrecht zu; die zweite evang. Pfarrstelle zu Beerfelden, dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das PräsentationsveLl)t zu.

* Neuer Rabbiner. Ernannt wurde der prov. '(abbiner Tr. Ernst Appel in Bingen zum Rabbiner des 'iabbinnt§ Bingen.

** Ergebnisse der pharmazeutischen Vor- .'rufungen in 1912. (Die Zahlen des Jahres 1911 sind u Klammern beigefügt.) Es unterzogen sich 11 (7) Apo- hekerlehrlinge der Vorprüfung, worunter 1 (1) weiblich. Als Prüsungstermin kommt der März für 8 (3), Juni ,ür (1), September für 2 (3) und Dezember für 1 (> n Betracht. Die Ausbildung genossen 6 (3) bei Leb' - jerren in Starkenburg, 3 <B) in Oberhessen und 2 (1) Rheinhessen. Aus die betreffenden Gemeinden tiertei: l'itf) die Prüflinge 1912 wie folgt: Darmstadt 3, Biblis i, irumftabt 1, Rüsselsheim 1, Gießen L Grünberg 1, Laub ach 1, Gau-Odern heim 1 und Worms 1; 1911: Darm­stadt 2, Lampertheim 1, Lauterbach 1, Laubach 1, L-chotten 1 und Wörrstadt 1. Der Heimat nach waren 5 (3) Hessen und 5 (4) Nichthessen. Es waren alt 18 Jahre 1 (-), 20 Jahre 1 (3), 21 Jahre 7 (1), 22 Jahre 1 (1), 24 Jahre 1 (1) und 25 Jahre (1). Sowohl in 1912 als in 1911 bestanden sämtliche Prüflinge beim ersten Male. Es erhielten die NoteSehr gut" (2),Gut" 6 (4), Genügend" 5 (1). Der Schulbildung nach besaßen 10 (5) Primareife und 1 (2) das Reifezeugnis.

** Steuerpersonalien. Der Großherzog hat den Finanzaspiranten Wilh. Heyl aus Groß-Umstadt zum Hauptsteueramtsassistenten bei bem Hauptsteueramt Offen­bach ernannt. Steueraufseher Ang. B e ck zu Michelstabt würbe in den Aufseh-erbezirk Butzbach unb Steueraufseher Karl Feis zu Offenbach an das .Hauptsteueramt Mainz versetzt. Erlebigt sind: bie Stelle eines Steueraufsehers bei bem Hauptsteueramt Offenbach unb die Stelle des Bezirks st eueraufsehers zu Michelstadt.

**BeschleunigungvonPersonenzügen. Der Eisenbahnminister hat, um eine Beschleunigung von Per­sonenzügen herbeizuführen, an bie Eisenbahnbirektionen nachstchenben Erlaß gerichtet: Tie Beschleunigung bes Verkehrs auf weite Entfernungen, bie bei ben Schnell­end Eilzügen immer mehr angestrebt und erreicht wird, soll auch bei ben Personenzügen, bie bem Fern­verkehr bienen, mehr als bisher burchgeführt werben. Die Reisebauer solcher Personenzüae steht noch immer in einem ungünstigen Verhältnis zu ihren Grunbgeschwinbigkeiten. Ties wirkt bei großen Entfernungen für bas auf Per­sonenzüge angewiesene Publikum unverhältnismäßig nach­teilig. Es erscheint baher angezeigt, bie wichtigen Fern- verbinbungen^baraufhin zu untersuchen, wie eine Abkür­zung b e r Fahrzeiten solcher Züge erreicht werben kann, sei es durch Beseitigung ober auch durch Kürzung von Aufenthalten.

** Bes u-ch in der alten Heimat. Dem Hessen- 2 a r m ft ä b tc r Bolksf e.st verein wurde mitgeteilt, daß ber Großherzog bie nach Deutschland fahrenden Landsleute in Audienz empfangen wirb. DieDeutsch­land-Fahrt" hat alle Aussichten, erfolgreich zu verlaufen und zahlreiche Anmeldungen sind bisher eingetroffen. Die Reise wird am Mittwoch, 28. Mai 1913, mit bem Ham­burger DampferPretoria" angetreten und geht über Ham­burg, Berlin, Dresden, Sächsische Schweiz, Leipzig, Eise­nach (Wartburg), Nürnberg, München, Stuttgart, Karls­ruhe, Heidelberg, Worms, Darmstadt, Mainz, Bingen,- desheim, Koblenz, Gießen bis Frankfurt a. M.

*' P ort oermäßig unq Nir B l i n d c n i ck> r i 1 t- seil dun gen. Vom 1. Januar ab traten im inneren deutschen Verkeyr, einschließlich des Wechseloerkebrs mit Bayern und Würitem- berg, für die Postbeiörderung von B l i n d e n s cb r i i t s e u d n n ce n nachslebeude Erleichternnaeu ein: Cendungen bis zum (tiemiebt von 3 k? mit Büchern, SchriÜstücken und Zeitschri'ten, die zum Ge­brauche der Blinden in tastbaier Bliudenschriit hergefieflt und in ihrer Jorm und sonstigen Beschaffenheit zur Beiörderung nut der Briekvost geeignet sind, werden in offener Verpackuna nach den für Drucksachen geltenden allgemeinen und den nawfoigenden beson­deren Versendungsbedingungen gegen eine ermäßigte (Gebühr zur Poslbeförderung zngelaffen. Den Bliudenschrütsendungen dürfen Angaben in geivöynltcher Schrift und in geivöhnlichem Druck abaeseheu von den etwa in den Büchern ufiv. enthaltenen "Angaben über Titel. "Verleger und sonnigen Vermerken, die nicht die Eigen­schaft ein-r b ie' irden Aiiiteilung haben nicht beirefüat werden Die r'lu chr >t muß in geivöhnltdien SchrifNeichen herocfiefit und mit dem Bermerke »Blindenschrift" versehen fein. Die Gebühr für Blinden schri«lsen du ngen beträgt: bis 5 > rr einschließlich 3 P'g., über än bis l«,0 g einschließlich 5 Psg.. über 100 g bis 1 kg io Psg., über 1 kg bis 2 kg 20 Pfg., über 2 kg bis 3 kg 30 Pfennig.

Krcis Friedberg.

L. Friebberg, 1. Jan. Gestern nacht um 12 Uhr, als viele Leute auf b-er Kaiserstraße spazieren gingen, sah man plötzlich beit H u t einer Dame in Flammen auf- aehen. Wahrscheinlich hat ein herabfallender Feuerwerks­tör per ben Hut entzünbet. Zwei Herren löschten bas Jener und so entstand für die Dame kein weiterer Schaden.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadl, 31. Dez. Sie Grobherzogliche Familie ist mittag 1230 Uhr au§ Lich wieder im Neuen Palais eingetroffen.

Darmstadt, 31. Dez. Mit Ende d. Js. scheidet der langjährige Direktor der Bank für Handel und Industrie, Geh. Kommerzienrat F. E. He d der ich, aus seinem Amt. Aus diesem Anlaß sand in der Bank eine A b sch i e b§ feier statt, bei der die Angestellten der Bank ihrem scheidenden Direktor durch eine Abordnung eine kunstvoll gearbeitete Adresse überreichen ließen.

d. «Mainz, 1. Jan. Der Syndikus der Mainzer Bierbrauereien, Direktor Dr. Schur g e ns, ist seit acht Tagen verschwunden. Schurgens war ein Trinker, diese. Leidenschaft brachte ihn immer weiter herab und zuletzt verübte er Unredlichkeiten.

Hessen-Nassau.

() Marburg, 1. Jan. Durch die hiesige Polizei wurden gestern abend hier fünf Z w a n g sz ö g l i n g e, die aus der Anstalt zu Wa b e r n ausgebroche n waren, f e ft g e n o m m e n. Heute wurden sie wieder zurückge­bracht.

fc. Spangenberg, 1. Jan. Nachdem gestern ein hiesiger Metze,ermeister bekannt gemacht hatte, daß er den Preis für Rindfleisch von 95 Psg. auf 82 Pfennig