Ausgabe 
1.11.1913 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

ttr. 257

Zweites Blatt

163. Jahrgang

Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.

TieSiehener ZawtlienblLtter" werden dem .Anzeiger" viernral wöchentlich beigelegt. das Krtisblatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit« fragen erscheinen monatlich zweimal.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesjen

Samstag, 1. November 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchea Universitäts - Buch- und Sreindruckerei.

9L Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e-GKöl. Redaltion:^-8AII2. Tel.-Adr.:AnzeigerGleßen,

Aus Hessen.

Parlamentarisches.

bs. Darmsta dl, 31. Cft. Ter Vierte Ausschuß htelt heute unter dem Vorsitze des Abg. von Brentano eine Sitzung ab. Es wurde nochmals die Ordens frage durchgesprochen. Die Angelegenheit ist'jetzt soweit gediehen, daß in der nächsten Sitzung, die am konttnenden Freitag ab­gehalten werden soll, die Abstimmung vorgenommen wer­den kann.

Der Ausschuß für Aenderung der landständi- schen Geschäftsordnung nahm in seiner heutigen Sitzung den Initiativantrag der Zweiten M (immer an, sodaß dieser Entwurf demnächst das Plenum beschäftigen wird. Die Regierung hatte einige redaktionelle Aenderungen vorgc- schlagen, die der Berichterstatter Dr. Schmitt in seinem heu­tigen Bericht zur Annahme empfahl.

Ferner lag ein Antrag des Abg. Dr. Winkler vor, der aber vom Ausschuß abgelehnt wurde. Dieser Antrag lautete:

,,Ich beantrage zu Artikel 58 des Entwurfs des Gesetzes, die landständische Geschäftsordnung betresseitd, folgende Abänderungen:

Ist ein Mitglied in der Sitzung dreimal zur Ordnung gerufen worden, so schließt der Präsident dieses Mitglied bei dein dritten Ordnungsruse für die Dauer des Sißungsta,ges aus und fordert es auf, den Sitzungssaal zu verlassen. Bei Erteilung des zweiten Orb nungsrnses soll der Präsident das Mitglied aus die Folgen des dritten Ordnungsrufes aufmerksam machen.

Leistei das ausgeschlossene Mitglied der Aufsorderung des Präsidenten keine Folge, so kann der Präsident die Sitzung unter brechen oder schließen.

Ausgeschlossene Mitglieder haben roe.bcr beratende gtod) be­schließende Stimme. Wenn jedoch die Stimme ausgeschlossener Mit­glieder bei einer Abstimmung den Ausschlag hätte geben können, so muß die Abstimmung am nächsten Sitzungstage wiederholt werden. Ausgenommen hiervon bleiben Abstimmungen über Fragen der Geschäftsordnung.

Das Gleiche gilt von dem Ausschluß eines Mitglieds, sowie der Entscheidung des Präsidenten über Unterbrechung oder Schlie­ßung der Sitzung.

Die übrigen Absätze bleiben bestehen.

Zur landwirtschaftlichen Genossenschaftskrifis haben die Mitglieder des Bauernbundes, die Abgg. Fen­chel, L u y, Morell -Angerod und Genossen folgende dringliche Anfrage an die Regierung-beschlossen:

Eine Gewißheit über die schnelle Hilfe'zur Sicherstellung der Lage der in Not geratenen Genossenschaften und Genossenschaftler Hessens ist dringend erwünscht. Die Unterzeichneten fragen dieser- batb bei Grasch. Regierung an: 1. Sind die Verhandlungen mit der Zentralgenossenschaftskasse wegen Gewährung des zu diesem Zwecke nötigen Kapitals abgeschlossen? 2. Ist Großh. Regierung alsdann bereit, die in Aussicht gestellte Vorlage an die Ständekammern zu beschleunigen?

Der Koffer und seine Zaaügäfte.

Göhrde, 31. Okt. Der zweite Jagd tag Begann bei prächtigem Herbstwetter mit dem Jagen auf Rotwild im Nöthener Revier. Um 8 Uhr wurde vor dem Schlosse zum Wecken geblasen. Eine Stunde später rüstete sich die Jagd- gesellschaft zum Aufbrnche ins Jagdrevier. Um W Uhr folgte der Kaiser mit den fürstlichen Gästen. Erzherzog Franz Ferdinand fuhr wiederum zusammen mit dem Kaiser, der sich mit dem hohen Gaste lebhaft unterhielt. Nach dem Früh­stück, das in einem eigens dazu errichteten Zelte eingenom­men wurde, wurde die Strecke besichtigt. Gegen 2 Uhr brach die Jagdgesellschaft zum näehsten Jagen auf, das int Wasch- kabel ans Sauen abgehalten wurde. Um 3i/2 Uhr wurde die Jagd abgcblasen. Die Jagdgäste verweilten noch einige Zeit im Revier und fuhren dann ins Schloß zurück, wo der Kaiser fid) mit den Gästen zum Jagdmahl vereinigte.

Potsdam, 1. Nov. Der Kais e r und Erzherzog Franz Ferdinand sowie die übrigen Jagdgäste trafen um 11.40 auf Station Wildpark ein. Der Kaiser und der Erzherzog verweilten im Fürstenzimmer, bis der Sonder­zug des Erzherzogs in den Bahnhof einfuhr. Der Kaiser geleitete seinen hohen Gast zum Salonwagen. Nack; herz­licher Verabschiedung vom Kaiser trat der' Erzherzog kurz nach 12 Uhr die Rückreise itadj Wien an. Der Kaiser begab sich nach dem Neuen Palais.

Aus Staöt uuö Cawör

Gießen, 1. November 1913.

Verlust der Vertragsstrafe aus einer Konlurrenzklausel durch vorbehaltlose Ausstellung eines Zeugnisses.

Mit einer interessanten Frage des A n g c st c l l t e n r e ch t s batte sich kürzlich das Reichsgericht zu besassen. Es war zu ent­scheiden, ob der Prinzipal durch die vorbehaltlose Aus­stellung ei nes Zeugnisses trotz Ken ntnis des Um­standes, daß der Angestellte in ein Konkurrenz- g e s ch ä s t e i n t r e t c n will, das Recht auf die Ver­tragsstrafe verloren hat. Tas ist vom Reichsgericht mit der Billigung eines Urteils des Ob-erlandesgerickits Celle b e jaht worden, indem davon ausgegangen wurde, daß hier eine ana­loge Anwendung des § 341 Abi. 3 des Bürgerlichen Gesetzbuch stattsindcn müsse. Nach dicicr Gesetzesbestimmung kann der Gläu­biger, wenu er die Vertragsersülluug annimmt, die Strase nur daim verlangen, wenn er sich das Recht dazu bet der Annahme Vorbehalt. Der Streitfall lag solgenderinaßen:

Der Kansmann B. in Hannover war seit langen Jahren als Reisender bei der Gummiwarenfabrik M. & Co. in Hannover tätig, die hauptsächlich Radiergummi sabrizicrt. Er hatte sich verpflichtet, innerhalb 5 Jahren nach seinem Ausscheiden weder ein Aonwrrenzgefchäsl zu gründen, noch in ein solches ein,um treten: für den Fall der Zuwiderhandlung war eine Vertrags strafe von 5000 Mark vereinbart. B. hat das Dienstverhältnis gekündigt und ist am 1. Oktober 1909 auSgeschieden, um sich selbständig zu machen. Er betreibt seitdem zusammen mit einem anderen Kaufmann ebenfalls die Fabrikation von Radiergummi. Dieser Umstand war der Firma M. & Co. bekannt. Trotzdem hat sie ihm «in Zeugnis über seine bisherige Tätigkeit ausgestellt und am Schlüsse desselben bentcrkt:Für fein Unternehmen, wünschen wir ihm viel Glück." Später erhob dann die Firma M. & Co. Klage gegen B. auf Zahlung der Vertragsstrafe von 5000 Mark. Der Beklagte macht demgegenüber geltend, die Klägerin habe durch die Ausstellung des Zeugnisses, insbesondere durch dessen Schlußsatz, aus die Vertragsstrafe verzichtet.

Sowohl vom Landgericht Hannover, als auch vom Oler- landesgericht Celle ist die Klage a b g c w t e s e n worden. Aus den Entscheidungsgründen des Oberlandesaerickns interessieren hier zu folgende Ausführungen: Es fann dahingestellt bleiben, ob, wieder

Beklagte in erster Linie behauptet, das Konkurrenzocrbot infolge besonderer Vereinbarung bei dem Ausscheiden des Beklagten nicht mehr bestand. Denn selbst wenn die Konkurrenzklausel noch zu Reckt bestand, so bat doci die Klägerin ihr Reckt ans die Ber Iragsstrase ü c r 1 o t c n , weil sie ihr E i n v e r st ä n d n t s damit zu erlernten gegeben hat, daß der Bellagte in ein Konlurr c nz gefdjäft eintrat. Anders läßt sich ihr Verhalten nicht brur teilen. Tie Rücksicht auf die Verkehrssitte verlangt hier eine analoge Anwendung des § 341 Abs. 3 BGB Daß die Klägerin die Absicht hatte, aus bi; Vertragsstrafe zu verzichten, ist nickt erforderlich. Aber sie hat den Amoruch aut die Strafe dadurch verloren, daß fic durch die Ausstellung des Zeugnifses ihr Ein Verständnis mit der Man flirren jtätigfeit des Beklagten zu er­kennen gegeben hat, ohne dabei einen Vorbehalt wegen der Ver ttagsstrase zu machen.

O h n e E r f o l g versuchte die Klägerin hiergegen das Rechts mittel der Revision: das R e i ch s g e r i ch t bat das Urteil des Oberlandesgerichts bestätigt und die Revision z u r ü ck g e w i e s e n.

Adreßbuch der Stadt und des Ureif es Gießen 1914.

Die Einwohnerschaft der Stadt wird hiermit darauf auf merksam gemacht, daß während der uädiftcn Tage die Haus listen zur Verteilung kommen. Um ein möglichst vollständiges und fehlerloses Adrcssenmatcrial zu erhalten, werden na­mentlich die Hausbesitzer darum gebeten,, für die ordnungs mäßige Vorlegung der Hausliste an jeden selbständigen Haus bcwohncr zu sorgen. Es ist besonders wesentlich, daß die Hauslisten von jedem einzelnen Bewohner selbst ausgefüllt werden. 'Nur auf diese Weise läßt sich ein genaues Adressen material ermitteln. Da aber ein zuverlässiges Adreßbuch für jeden einzelnen Bewohner der Stadt zweckdienlich ist, wird sich gewiß jedermann gerne der kleinen Mühe des eigcnhändi gen Eintrages unterziehen. Die ansgesüllten Hauslisten wer­den nad) einigen Tagen durch die Revier-Schutzleute von der gleichen Stecke abgcholt, an die sie ausgehändigt wurden.

** V o m O b c r h c s s i s ch e n K it n st v e r e i n wird uns geschrieben: Die KunsErennde Gießens und auch aus der Umgegend sprechen nun wieder regelmäßig int Turmhaus am Brand vor, 'wo der Kunstverein nad) den üblichen Ferien seine zweite Ausstellung veranstaltet. Sie lammt uns nicht ungelegen zu einer Zeit, wo die letzten Blätter von den Bäumen und Sträuchern fallen uaib tic ersten rauhen Spätherbstwinde wieder hervorbrechen. Konkurrenz, die zu günstigerer Zeit die Natur altem Künstlerisd)en zu mariicn pflegt, ist jetzt ausgeschlossen. Wer mit seinen Stunden gei­zen muß, wer Jeine knappefreie" Zeit zur Erholung seiner Gesundheit, ersrischcndem Gange in der Natur wid­met, der glaubt für die bildende Kunst im arbeitsreichen Tagcsgetriebc keine Minute finden zu können, und nur an seltenen Tagen vermag besondere Lockung ihn zum Turm­haus zu ziehen. Und beschämt steht er da. Solche Genüsse hat er sich nun Jahre lang versagt aus falscher Spar­samkeit. So ging es schott vielen und so wird es aften denen ergehen, die -sinn für Kunst besitzen, aberkeine Zeit" für sie übrig'finden. Die zweite Ausstellung, welche jd)on in der ersten Woche täglich auch von Schülern höherer Lehranstalten sehr gut besucht wurde, hat Sammlungen von Wilhelm Thielmann-Willingshausen und Otto Jung-Stutt­gart auszuwcisen. Beide hier gern gesehene Künstler. Unter der Sammlung Jungs verdienen 6 Porträts aus hiesigem .Privatbesitz besondere Ausmerksamkeil. Diese bleiben vor absichtlich nur kurze Zeit ausgestellt And) die Arbeiten von E. Langkammer-Dresden, H. Koberstein-Dehlcrn, E. Fries-Gießen n. a. finden von den Besuchern eine gute Be­urteilung. Verkauft wurden aus dieser Ausstellung am ersten TagAm Wall" von E. Fries undDie drei Narren" von H. Koberstein. Tie Ausstellung ist täglich, mit Ausnahme Samstags, geöffnet.

"lieber Schopenhauer und Nietzsche sprach am Donnerstag und Freitag in Mainz Professor Dr. Messer- Gießen. Das Thema des ersten Vortrages lautete: ^Würdigung dcr Philosophie Schopenhauers", das des zweilen VortragesNietzsches Leben imb philosophische Entwickelung". Die Vorträge waren vorn Mainzer Lehrervercin angeregt worden.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 31. Okt. Eine Abteilung des Garde- Tragoner-Regiments von Darmstadt wurde heute in Fried­berg einquartiert.

L. F r i c d b e r g, 31. Okt. Zu den fünf hiesigen Militär- Vereinen wurde ciu neuer Krieg erverein gegründet, der Ver­ein ehemaliger Gardisten (115.).

Friedberg, 31. Okt. Man schreibt uns von der Friedberger G e iv ei b c j d) u 1 e , Abteilung für Dekora tionsmaler und Weißbinder: Ter in den letzten Jahrzehnten burd) bie Eigenart ber Innendekoration so im argen liegenbe und zurückgcbrängtc Berus ber Dekorationsmaler beginnt wie ber auszuleben. Der bekorativen Behanblung von Wand- und Dcckensläck.en durch Farbe und Ornamente, beginnt man heute wieder mehr Beachtung zu schenken. Dies setzt ein tüchtiges .Rönnen des Dekorationsmalers voraus, das nicht mehr allein in ber Werk statt gelernt werden kann: die Vollendung der Ausbildung muß au) einer Fachfckmlc erfolgen. Für Friedberg unb weitere Um gebitng ist dies bie Dekorationsmaler- und Wcißbinderabteilnng ber Gewerbeschule zu Friedberg. Di-' Ausbildung der Schüler erfolgt innerhalb dreier Winterhalbjahre. Ter Fach­unterricht,, der in den Hänben eines tüchtigen, in ber Praris stehenden Fachmannes liegt, erstreckt sich in ber unteren Klaffe auf das Zeichnen nach Vorlagen und Skizzen, Sttlisieren von Natur formen, Schriftzeichnen nad) Vorlagen und Aufnahmeskizzen und in der mittleren Klaffe auf perspektivisches Zeichmen, Die Tech­niken farbiger Flachenbehandlung, Holz- und Marmormalen, Schrift-und ^ck,überzeichnen, Zeichnen und Herstellen von Schablo­nen nad) Skizzen des Lehrers und deren Anwendung zur Aus­schmückung von Jnnenräumen. In der oberen Klasse wirb haupt­sächlich bas bekorative Malen von Jnnenräumen und Möbeln, sowie das Malen von Plakaten und Firmenschildern geübt. Im theoretischen Unterrick>t nimmt der Schüler an ben Fächern teil, bie bei Ablegung der Meisterprüfung von ihm verlangt werden. Um nun and) Gehilfen imb Meistern Gelegenheit zu weiterer Ausbildung zu geben, mtbet in diesem Winterhalbjahr ein Kursus in modernen Tekorationstechniken und Schritten- und

Schil dermalen statt. Weitere Auskunft erteilt die Großh Schul­leitung.

r. Bad Nauheim, 30. Okt In der heute nachmittag abgehaltenen Stadtverorbuetcuve r s a m m I u it g kamen folgende Angelegenheiten zur Verlfandlung: Der Geburtstag des Großherzogs soll im Gegensatz zu anderen Jahren, wo eine alle, meine Feier veranstaltet wurde, durch ein Festmahls im Lprudellwtel begangen werben. Die Versammlung nimmt Stel­lung ui dem bekannten Antrag des Abgeordneten Io atz, betref send Heranziehung des Balm kns zur Gemeinde Einkommen- Neu ei in Bad Nauheim und beschließt, bv icu Antrag durch eine ausjührliche Eingabe zn unterstützen. Nag der neuen Städte­ordnung vom 8. Juli 1911 müssen bie Siegel imb Stempel dcr Stadt geändert werden. Die Versammlung wählt als Wappen einen vom Haus und Staatsarg i. ui Darmstadt angesertigteu Entwurf, dessen Zeichnung folgender Weise ausgefallen ist: Das untere Feld bes Wappens ist schwarz mit silbernen Blumen, in­mitten des Feldes steht das Wahrzeichen von Bad-Nanheim, der Sprudel. Tas obere Feld ist blau. Die beiden Felder werben tyrff) einen aus neun Salzkri allen gebildeten Balken getrennt. Tas Mittel stück bc Wappen, ist der in rot und weißen Farben ausgesührte kurl)essische Lowe. Tie Lauben 8, 9 und 10 der städtischen Markthalle werden für die Tauer von 3 Jahren zu einem Mietpreis von nützlich 280 Mark an Henriette Schosser vermietet. Die Vertretung des Stadlrechncrs durch den jeweiligen Buchhalter wird vorn Ministerium unter der Be­dingung genehmigt, daß der Name des Vertreters im Kassenraum zum Aushang kommt. Dem H c i m a t u e r c i n wirb zwecks Herstellung eines Urkuubeubuches ein Beitrag von 165 Mark be­willigt. Die Stadt erhalt für diesen Betrag 250 Exemplare des Buches zur freien Verfügung Die verlängerte Hauptstraße kreißt in Zukunft von der Waldgrenze an Wiutcrsteinstraßc, die leyigc int Hod)wald gelegene Waldchaussee wird vou jetzt ab Roßbacktz'r Straße genannt.

L. Dauernhei m, 31. Okt. Wie wir vernehmen, soll Bürgermeister Schlei ch c r gestern ohne Kaution aus ber Haft entlassen worben sein.

Hessen-Nassau.

h. H o m bürg v. b. H., 30. Ol . Im Kapitclsaal des Feldberg­turmes wurde in Gegenwart einer großen Festgemein.be eine Bronzestatue von '?! u g u st Rave n st ein, dem Gründer des Tminusklubs, enthüllt. Die Weiherebe hielt ber Präsident des Ge- samt-TaunusklnbS, Peter Kit t c l < Franksurti.

Lrngesais-t.

.Für Form und Inhalt aller unter bi ei er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Lollar, 31. Okt. Als vor zirka Monatsfrist bie Lage ber Lollarer Gewcrbebank immer trostloser zu werden begann, singen auch bei bent Spar nnb Vorschußverein, G. m. imbeschr. H. in Lollar, die ängstlichen Gemüter an, ihre Spareinlagen zu kün- bigen und beträgt heute bie Summe ber gefünbigten Gelber nahezu 100 000 Mark. Du Angst, gleich reu Einlegern ber Gcwerbcbank ihr 'Guthaben zu verlieren, trieb bie Leute zu solchen Schritten imb ist sehr wohl zu begreifen, obwohl sie bei genauerer Betrachtung ber näheren Umstände nngercchtferiigt ist. Vorstanb unb Anfsichts- rat des Spar unb VorfchußvcreinS, gaben sich bie größte Mühe bas wachgeworbene Mißtrauen zn beseitigen und so kann nuut wobl heut; sagen, daß die Ruhe soweit wieder hergestellt ist, als weitere Kündigungen jetzt nicht mehr zu verzeichnen sind. Ich glaube deshalb ben Zeitpunkt uir gekommen erachten zu dürsen, um in Ruhe unb Sachlichkeit über die Lage der Kasse meine Betrachtungen unb Vergleiche anstellen zu können. Die Leser bitte ich diese Zeilen, ohne Vorurteil auszunehmen. Vergleicht man nämlich beide Kassen niiteinannci, so wirb Iebermann bie Gr n n d v e r s ch i e d e n l) e it in viele n P mitten auf ben ersten Blick ins Auge fallen. Ick' inöd)t< mid) aber als Spar­ei n l e g c r bes Spar unb Borschußvereins in erster Linie mit bicscm beschäftigen.

Ich frage also: Was liegt vor, um gegen bieic Kasse miß- trauisd) zu sein? I. Liegt Ucbersd;ulbung vor ? Diese Frage glaube ick ebne jedes Bedenken mitNein" beantworten zu fönnai. 2. Hat bie Kasse Verluste erlitten, ober zu erwarten, die ihre Exi­stenz gefährben können? Nein! Denn der Verlust der geiamten an die Gewerbebank g ebenen Summe, wird noch nicht die Re­serven aufbraud)cit unb bis heute sind nennenswerte Verluste überhaupt nodi nicht zu verzeici.len. Sitz) auSreichenbe Re­serven vorhanden? Za! Ni: Alitgliedergnihaben 50 000 Mk. A. lyewältzen außerdem die Muglicjcr einen genügenden Schutz für bie Einleger? Ja! Denn diese setzen sich ans den bestbegüterten Einwohnern des Dorfes zusammen und wären sehr gut, ohne sich schwer zu schädigen in ber Lage, einen Vcrluü in breifacher Hohe ber Reserve zu .\ den. Ick, will nicht so weit gehen hier Namen ui nennen, denn ich bin iicher, daß mir bas Nickfmnd bcftrcitcai will. Also mit nüchternen Sinn. :> betrachtet, ist hier wohl nirgends für die Einleger eine Gefahr vorhanden, fic ist vielmehr nur entstanden blind) unrichtiges Anlegen des Maßstabes. Es darf aber auch nicht versäumt werben, au» ben Ernst der Lage hinzu­weisen, beim ein zu ungestümes Vorgehen der Einleger, ist für bie beftfunbierte Kasse eine Gefahr, bie nicht unterschätzt werden darf. Nack; meinen Informationen unb Beobachtungen liegt kein Grunb vor, gegenüber Dem Spar unb Vorschiißverein ängstlich zu sein und hoffe ich, baß bh: Zeilen dazu beitragen mögen, die Ge­müter noch mehr zu beruhigen, bann werben and) die Kündig er wieder zürucktreten, and) wird bie Kasse nicht gezwungen sein, bie ergriffenen <''2geumaßre?;l durchführen zu nnn'fen. Auch will ick) nicht versäumen, auf bi? Wichtigkeit sowie Nützlichkeit dieser be­währten Einrichtung hinzuweisen und ich würbe sehr bedauern, wenn diejenigen Leute, die gezwungen find Gelb aufzunehmen, vorübergehend dürfte dies Jeder fein, wieder zu ben früheren Hilfsmittetti zurückgreifen müßten.

Ein Einleger bes Spar- und Vorschußvereins.

Jugendlicher Teint für Alle.

Untersuchungen haben ergeben, daß bie ganze Schönheit beS Teints auf ber Dermis beruht, ber eigentlichen Haut, welche in bet .Vtinbbcir von einer feinen, transparenten Schicht, ber Evibermik, bebeeft ist, durch welche bas zarie Roia ber c^enchtshant in alt 'einer jugendlichen Schönheit und Frische üditbar ist. Mit ben Jahren bleibt wohl bie eigentliche Haut dieselbe, bie feinen Par­tikel ber äußeren Schickt mehren 'ich aber, fic werben hart unb schälen sich nicht los, menn sie einmal abgestorben imb nutzlos geworben nnb; daher die vielen Runzeln, bie Fältchen unb die mmmrbenen Stellen, welche bie barunter befiybiicbe rosige Hau! ganz verbecken. Um sic zutage treten zu lassen, muß man die ab- gestorbenen, welken Partikel der äußeren Hautschicht entfernen: Seite, Wasser unb Golb Cream bringen das nur bis zn einem gewlffen Mrabc fertig; wo die feinen Partikel besonders emgehäuft unb feit fitzen, hilft nur ein paffendes Lösemittel, wie das- vegeta­bilische Wachs, bas unter dem Namen reines Parinolwachs in den Apotheken und Drogerien käuflich ist. Dies besitzt anscheinend die bemerkenswerte Eigenschaft, in die Hauvtfckncht einzudringen, die mißfarbenen. Hielten Partikel nach und nach zn lv>en und zu entfernen. Man lucnbr* eS allabendlich an und wasche eS morgens ab; dies nimmt dann die abgeftorbenen Partikel mit. Man setze das für eine Zeitlang regelmäßig fort mid man wird über die Wirkung auf Haut und Teint erftaunr sein. ss" * 1