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9.5.1913 Erstes Blatt
 
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ONahrliche Diebin e hum 19 Zahre alte '« em ganze? Waren- le erbeutet hat. Bis i. doch sind damit die ibf, die man in der 'flgflteßt Heute wurde unb Griesheim uer» Hier lagern noch iLilctrötfc, 15 Schürzen, o'chentücher, 4 Damen- irtcmonnaiB ufw., fül »oben.

gegen die städtischer irphahl angestrengte gestern den MisM» ; den Differenzen de- Kestphchl und 3d)inh nefflerei, das KreisMl den Dichtungen gegen bei ÄoatsanwaltM chishvf in einer $dp lull 1911 erkannt, daß higungen nicht schuldig nirtin bie Untersuchung uwfttllt. Aye Lm- i, nunmefc gegen dir lincrrverfahren

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SBcmitrerobc, Graf Pückler-Limpiirg, Graf von Rechten! unb Graf von Schasberg. Heute mittag folgten die Standesherreu eiltet Einladung des Grvßhcrzv gspaares zum Früh­stück im Jagdschloß K ranichftein. nahmen etwa 50 Per­sonen an der Tafel teil. Nach dem Frühstück machten die frerr- schaften eine Automobilfahrt in die Bergstraße mit dem Endziel Secheim. In zwölf Automobilen trafen die Gäste des Groß- Herzogs gegen 5 Uhr in See heim ein und begaben sich zum Schloß, woselbst der Tee eingenommen wurde. Gegen abend erfolgte die Rückfahrt nach Darmstadt und Frankfurt.

w cl) st, 8. Mai. Die Stadtverordneten bewilligten beute 2 0 000 Mark zur Errichtung einer Kaiser-Wil- belni-II.-Stift an g. Die Zinsen werden für erwachsene arme Lungenkranke verwandt.

Der Usedomer Bürgermeister Troemel m der Fremdenlegion.

Wie wir bereits berichteten, Yak der seit dem 28. März spurlos verschwundene Usedomer Bürgermeister Trvemel fetzt einen Brief ans Saida in Algier geschrieben, worin er mit teilt, daß er sich auf fünf Jahre in der französischen Fremdenlegion an werb en lieft. Von seinen Verwandten sind bereits Schritte eingeleitet worden, um den Unglück - lichen Mann, der im Dämmerzustände gehandelt hat, frei zubekommen. Diese Schritte dürften durch das Auswärtige Amt unterstützt werden. TerTag" erführt zu der selt­samen Angelegenheit folgende Einzelheiten:

Ter jetzt 32 Iabre alte Bürgermeister Troemel von Usedom nahm am Freitag, dem 28. März, an einer Kreistagssitzung teil, die unter dem Vorsitz des Laudrats in Swinemünde statt fand. Nach Beendigung der Sitzung begab er sich mit mehreren anderen Teilnehmern nach dem Bahnhof, um sofort nach Usedom zurückzufahren, wo ihn, wie er sagte, dringende Geschäft? er warteten. Wie man später fcststellte, löste er onf dem Bahnbof eine Karte nach Berlin. Am Samstag schrieb er aus Berlin nach Usedom, daß -er dort durch den Beigeordneten vertreten^ sein möchte. Tas war das letzte Lebenszeichen von Troemel. Seine Fran fuhr sofort nach Berlin, wo sie ihn vergebens suchte. Sie mußte nach einigen Tagen unverrichteter Tinge zuruckkehren. Auch die von den Behörden eingeleiteten Ermittelungen blieben erfolglos. Troemel war und blieb unauffindbar. Bereits ein mal, und zwar 1911, war der Usedomer Bürgermeister auf die­selbe Weise verschwunden. Er tauchte damals erst nach wenigen Monaten in Paris auf, von wo ihn seine Verwandten zurück- holten. Man stellte damals fest, daß Troemel im Dämmer­zustände gehandelt hatte. Damals wie anch jetzt wurde seine Amts- und Kassenführung in bester Ordnung befunden Tie Familie des Vermißten gab sich anch diesmal der .Hoffnung hin, daß Troemel, wie bereits zwei Jahre früher, aus seinem Dämmer­zustände erwacht, der Familie^ ein Lebenszeichen geben würde, so daß man ihn bann ohne Schwierig leiten znrüctholen konnte. Diese Hoffnung hat sich nur zum Teil erfüllt. Wohl bat der Unglückliche das ersehnte Lebenszeichen gegeben, ob es aber ge­lingen wird, ihn bald wieder der Heimat znzuführen, ist noch sehr zweifelhaft. Eine Schwester Troemels ist an den Regierungs- assessor Bernvointer in Lunds Hut in Bauern verheiratet. Diese Schwester erhielt am Morgen des 2. Mai einen aus Saida (Algier) abgestemVeiten Brief, dessen Aufschrift sie sofort als von ihres vermißten Bruders Hand hernihrend erkannte. Die Mit­teilungen, die ihr Bruder an sie gelangen ließ, waren so nieder­schmetternder Art, daß sie heftig erkrankte. Troemel schrieb in dem Briefe, daß er sich in Saida befinde, wo er dem 2. Regi­ment der Fremdenlegion eingereiht sei. Er habe auf fünf Jahre Dienste bet der Fremdenlegion genommen. Weiter sagt er in dem Briese, daß er in einem Zustande von Geistesablvesenheit gehandelt habe, aus dem er erst jetzt erwacht sei. Er fleht seine Schwester an, alles aufzubieten, um ihn aus der entsetzlichen Lage 51t befreien. Sie möge auch seiner Fran schonend die Sachlage mitteilen. Bernpointer richtete sofort ein ausführliches Schreiben an den Usedomer Magistrat, in dem er diesen von dem Briefe in Kenntnis setzte, dann mußte er auf Anraten seines Arztes Urlaub nehmen, um seine vor Schrecken schwer erkrankte Frau nach dem Allgäu zu bringen, wo er Genesung für sie erhofft. Der Usedomer Magistrat setzte Frau Troemel schonend in Kenntnis von dem Schreiben ihres Gatten. Die unglückliche Frau brach

fassungslos zusammen, als sie die ganze Sckhvere des Inhalts ermessen konnte. Inan Troemel ist derart zusammengebrochen, daß sie sich in ärztlicher Behandlung befindet und sorgsam über wacht wird. Der Magistrat verständigte den Vorgesetzten des Verschwundenen, den Landrat in Swinemünde, von dem Vorfall und dieser wiederum den Regierungspräsidenten. Die Familie will jetzt Schritte unternehmen, um Troemel, der unter dem Namen Tunzel in die Dienste der Fremdenlegion getreten ist, wieder zu befreien. Man glaubt bestimmt, daß das Auswärtige Amt diese Schritte unterstützen wird. Allerdings wird es nicht leicht sein, Troemel, der allem Anschein nach sich freiwillig ge­stellt hat, wieder sreizubekommen. Die einzige Hoffnung besteht darin, daß die französische Regierung, wenn sie davon in Kenntnis gesetzt wird, daß Troemel int Dämmerzustände gehandelt bat, ihn als geisteskrank entläßt. Der Nachweis ist um so leichter zu führen, als Troemel ja bereits einmal, im Jahre 1911, in dem­selben Zustande nach Paris reifte und dort schließlich in einem Sanatorium anfgesunben wurde.

Vermischtes.

* . De r A r nftädte r Verband m athematiscker u n b natur w i s s e n s ch af t l i ch e r Vereine an Deutschen Hochschulen wird in der Pfingftwock? in Arnstadt in Thüringen seinen 11. Verbanbstag ab halten. Der Verband, deut an der Universität Gieß e n der Mathematisch Nalurwissensch-aft liebe Verein angehört, ist der größte wissenschaftliche Verband Deutschlands und bat sich- mit den hauptsächlichsten anderen wissen- sclxiftlichen Verbänden, die an Deutschen Universitäten und Tech-- nischen Hochschulen bestehen, zum Deutschen Wissenschafter-Ver band vereinigt, der mit 82 Korporationen, 2500 Aktiven und 14 000 Alten Herren der zweitgrößte studentische Verband ist.

E i n Dokument u n f e r e r 3 e i I ist der Aufruf, den die Universität Breslau in Erinnerung an 1813 soeben an die akademische Jugend erlassen bat und der in die Worte ausklingt: Akademiker von 1913, ged em et eurer sozialen Pflichten." Es ist das erste Mal in Deutschland, daß eine amtliche Instanz sich entschließt, die Förderung sozialer Studentenarbeit öffentlich zu empfehlen und es ist nunmehr zu hoffen, baß e.ö gelingt, den Bann zu brechen, der die Entwicklung der feit Jahren in Deutsch­land ins Leben gerufenen studentischen Arbeiter-Bildungskurse bisher gehemmt bat. Mit diesem Ergebnis würden zugleich die Bemühungen der Eomenius-Gesellschaft mit Erfolg gekrönt werden, die seit dem Jahre 1898, wo ihr erster gleichartiger Ausruf an die akademische Jugend erschien, im Sinne der Breslauer Kund­gebung gearbeitet hat und deren Anregung die Einrichtung der Arbeircrkurse in erster Linie zu danken ist. Noch in jüngster Zeit veröffentlichte die Gesellschaft einen Mahnruf an die aka­demische Jugend zur Schaffung von Siedelungen nnd Siedclnugs- heimen «Settlements, innerhalb der Arbeiterviertel der Groß ftäbte als Weg zu fozialer Berstänbigüng und fruchtbarster Ge­legenheit, durch nachbarschaftliches Wohnen die Lage des haub- arbeitenden Volkes kennen zu lernen, freundschaftlichen Verkehr anzuknüpfen und soziale Arbeit zu leisten. Alle, die bei der Schaffung solcher Siedelungen helfen wollen, können bei der Ge­schäftsstelle der Gesellschaft, Berlin Eharlottenburg, Berliner- Straße 22, nähere Aufklärungen erhalten.

* Bürgermei sterwastl in Freiburg. Aus Frei­burg, .8 Mai, wirb gemeldet: Die Kommission zur Beratung der Oberbürgermeisterwahl am 24. Mai schlägt als Nachfolger von Dr. Wiuterer, der bekanntlich am 1. Juli in den Rn bestand tritt, den seitherigen ersten Bürgermeister Dr. Thoma vor, der bereits seit 25 Jahren im Dienste der Stadt steht. Die Wahl Thomas zum Oberbürgermeister steht außer Frage.

* Bluttat. Aus Radolfszell, 8. Mai, wird gemeldet: Heute früh ereignete sich hier eine furchtbare Bluttat. Gegen 4 Uhr morgens schlich sich bet von seiner Ehefrau getrennt lebenbe 53 Jahre alte Schreiner Georg Graf bnrch bas Küchenfenster in bie Wohnung einer Fran Werner, mit ber er früher ein Verhältnis unterhalten hatte, unb überfiel bie mit ihren Kindem in demselben Zimmer schlafende Frau, der er mehrere Stiche in Brust und Hüfte versetzte. Die Stiche waren so schwer, daß bie Frau heute früh gegen 6 Uhr verschieb. Der Mörbcr ist flüchtig. Er­halte bie Fran schon mehrere Male bedroht. Die Tochter ber Frau Werner, bie der Mutter zur Hilfe geeilt war, würbe eben falls schwer verletzt.

* Tödlicher Zweikampf. Aus W ton, 8. Ma i, iptrb gemeldet: Heute vormittag fand ein Pistollenduetl

zwischen dem der Luftschifserabteilung zugeteilten Ober­leutnant Weift nnd bem1 Jnfanteriehauptmann Zbvrawski statt. Weift erhielt einen Schuß in den Hals und starb nachmittags.

* An der Westküste Englands herrschen heftige Stürme. Bei Mersen wurden mehrere verankerte Sck)iffe losgerissen. Die Passagierschiffe konnten ihren Anlege­platz nicht verlassen. ^lu der Elydemündung ist ein kleine r Dampfer gc ft rau bet. Passagiere und Mannschüft konnten gerettet werden.

* Die Erd st ü r z e am Punamakanal wieder- holet: sich neuerdings in beunruhigender Weise. Bei Eulebra sind über 2 Millionen Mbikineter Gestein in den Kanal gestürzt.

Amtlicher Wetterbericht.

O ef fentl i che r Metterdi enst, Gießen.

Wetterausuchtcn in Hessen für Samstag, den 10. Mai 1913: Meist heiter, trocken, marin, schwache Winde aus südöstlicher Richtung.

Letzte rinctzrichten.

Hofschauspieler Wagner f.

bS. Darmstadt, 9. Mni. Der Hofschauspieler Ludwig W agner ist gestern in seiner .Wohnung gestorben. Wagner, ber seit 1879, vom Beginn feiner. Küustlerlaufbahn an, bem Hof- theater angehärte, war beim hiesigen Pichlikum sehr beliebt.

Vorlagen an bcn neuen preußischen Landtag.

Berlin, 9. Mai. Wie dieTägliche Rundschau" hört, soll eine Novell c z u m K o m m u n a l a b g a b e u g c s c tz eine der ersten Vorlagen der Staatsregierung sein, mit denen sich der neue Landtag beschäftigen wird. Es kommt hauptsächlich eine A e n de rung der G r u n d w e r t st e u c r in Frage: ferner wird eine Entlastung der mittleren und kleinen Gemeinden von den Schullasten Gegenstand einer gesetzlichen Neuregelung fein.

Friede im Baugewerbe.

Berlin, 9. Mai. Nachdem am Dienstag der Friede im Baugewerbe Groß-Berlins zustande gekommen ist, wurde heute auch für das übrige deutsche Baugewerbe in den grundlegenden Be­st immun gen eine Einigung erzielt. Die Arbciterdelegiertcn aus ganz Deutschland, die hier tagten, nahmen die Vermittclungs- vorfchläge der Unparteiischen mit einer geringen Abänderung an. Die Vertreter des Deutschen Arbeitgeberverbandes, die gestern in Leipzig versammelt waren, haben den Vermittlungsvorschlägen ihre Zustimmung gegeben, wollen die erhöhten Löhne aber erst nach der Unterzeichnung des neuen Tarifes zahlen.

D i e neue albanisch griechische Grenze.

R o nt, 9. Mai. Italien und Oesterreich-Ungarn verlangen, daß der w e stl i ch e Grenzpunkt zwischen Al - b a ii i c u unb Griechenland kurz unterhalb des Kaps Stylos gegenüber Korfu festgesetzt werbe. Griechenland hingegen wünscht, um den ganzen strategisch wichtigen Korfuicmal in den Besitz zu bekommen, den Grenz punkt 50 K ilometer nördlich von Stylos und wird hierin namentlich von Frankreich unterstützt.

Frankreich unb Spanien.

Paris, 9. Mai DerExcel sior" erörtert bie Frage, ob. Spanien für Frankreich eine wesentlich: militärische Hilft be beute. Das Blatt kommt zu dem Schluß, baß Spanien 150 000 bis 200 000 Manu stellen könne. Sie könnten aber erst so spät eintreffen, daß die Hilft sehr von ihrer Bedeutung einbüße.

Serbische Beschimpfungen der Politik Rußlands.

Belgrad, 9. Mai. Die Belgrader Presse ergeht sich in heftigen Ausfällen gegen Rußland und schreibt, es sei heute nach ber kampflosen Uebergabe Skutaris klar, daß sich Serbien uitb Montenegro nicht mehr auf die russische Hilfe verlassen könnten. Skutari werbe Europa nur für kurze Zeit g e- hören, unb bald w erbe bie Krise wieber aus- brechen. Rußland habe Montenegro unb Serbien erst zum Widerstanbe gegen Europa angestachelt unb s i e nun sitzen lassen. Die russischen Staatsmänner hätten immer nur ihre bulgarischen Lieblinge im Auge, von benen sie auf bas frccheste angelogen tvürbnt.

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Weizen- Versteigerung.

Dienstag, den 13. Mai, vormittags IO1/. Uhr, werden am hiesigen Güter- bahnhof iHuttengleis) 100 Slick Weizen nufGrundhandelsgesetzlicher Rcstiinmiing versteigert. 3147 Geißle r,Gerichtsvollzieher.

Nieder-Gemünden, den 8. Mai 1913.

3154

Die Beerdigung findet statt: Samstag nachmittag 3 Uhr.

Todesaeeiege

Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass heute abend 1/?7 Uhr mein lieber Gatte, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel

Herr Philipp Schäfer, Gastwirt

sanft entschlafen ist.

Die trauernden Hinterbliebenen.

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