Ausgabe 
7.7.1913 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

Nr. 156

163. Jahrgang

Erscheint taastch mti Ausnahme des Sonntags.

'Ha"dscl"*henetc.

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Vas Schützenfest in Mainz vom 5.W. Zuli. Vcrbanbsschicßen der Schützenvereine vom Mittelrhem, von Baden und der Pfalz.

Bringe Tienstag die be­liebten rheinischen M Einmachkirschen Ter rheinische ObWn-ler Anton SMtibtr.

Vüchertisch.

Lloyd-Kursbuch der Schn allzug e im Ttnttschen und Internationalen Verkehr. 2ommer-(Iuni -Ausgabe, 1913. Welt-Reise-Brrlag, G. m. b. X)., Berlin W. 35, Genthinerstr. 38. Das Schnellzugskursbuch. Tie Juni-Ausgabe des Lloyd Kursbuches der Schnellzüge, die -weste und letzte Ausgabe des jetzigen Sommerfahrplans, zeigt in den Fahrplänen imd der Verkehrskarte mehrfach verbessert dem Knrsbuchpraktiker und und noch mehr dem im Kursbnchlesen Ilnerfahreneu von neuenr die außerordentlichen Vorzüge dieses originellen Kursbuches. Das System, das ihm zugrunde liegt,, ist von verblühender Eimachheit und Brauchbarkeit. Es gibt kein anderes Kursbuch, das in ähn­licher Weise Ivie das vorliegende es ermöglicht, auch die grünten Eiscnbahnstrecken in kürzester Zeit und mit größter Leichtigveit aufzusiuden. ____ ___

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

DieHießener ^amilienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Krcisblatt für den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. DidLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Klavier-

Stimmen

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Polieren C/, in tadellos. Ausführung. WMchb Großh-Hess. Hoflieferant Seltersw.dL Fern spr. 389

AnsLanv.

Gmunden ,6. Juli. Der G r o ßh er z o g v o n M e ck l en- burgtzSchwerin stürzte gestern nacknnittag vomPferde und erlitt leichte Verletzungen am Knie.

( Paris, 5. Juli. Ter Ministerrat sprach sich heute vormittag im Prinzip zugunsten der E i n st e l l u n g von Mili­tärpflichtigen im Alter von 20 Jahren unter dem Vor­behalt strenger Auswahl bezüglich der Tauglichkeit aus.

Stockholm, d. Juli. Deute nachmittag begab fick der König in Begleitung des Kronvrinzcnpaares und des Ministers des Aeusern an Bord der KönigsjachtDrott", um dem ita­lienischen K ö n i g s p a a r e entgegenzufahrcn. Als die Droti" sich derTrinacria" näherte, brachte eine Schaluppe den König mit dem Kronprinzcnpaar und dem Gefolge au Bord derTrinacria". Uni 8.45 Uhr gingen beide Könige und die Königin von Italien sowie das Krouprinzenpaar in Stockholm an Land. Nach Begrüßung des italienischen Königspaares durch den Vizcvorsteher des Staötro.ts schritten die Könige die Front der Ehrenkompagnie ab, worauf sich die Herrschaften in das Schloß begaben. Im ersten Wagen fuhren die beiden Könige, im zweiten die Königin von Italien mit dem Kronprinzenpaar. Bis zum Schloß bildeten Gardetruppen Spalier. Eine große Menschen­menge hatte sich eingefunden. Im Schlosse empfing die Königin iljre Gäste, die sie herzlich nnlllommen hieß. Im Laufe des Abends findet G a l a t a f e l statt.

Montag, 7. Zuli M

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universuäts - Buch- und Steindruckere:.

R. Lange, Gießen.

Ter Festplatz stößt an den Stadtpark, durch den die prächtigsten Blumenschmuck prangenden Wege zu ihm führen. Aut dem Fcsiplatz ist eine kleine Stadt erstanden, deren Mittel­punkt die Festhallc und der Preistcmpel ist. Wein-, Bier- und Erfrischungshallen sind zur Genüge vorhanden. Auch an einer Sektbudc sehlt es nicht. Ter Juxplatz ist reich besetzt.

Tie Stadt, und zwar hauptsächlich die Straßen, durch die sich der historische Fcstzug bewegt, hat ihr Feiertagsgewand angelegt. Ucberall Fahnen- und Wimpelschmuck und saftiges Tannengrün;

Trinkt Sanitätskraftbier!

Giessener Brauhaus, A. & W. Denninghoft

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grauen u-Mad-ben er hallen uocntgclbch Rat und Auskunft Ku alle Zcruse im allen Rathaus, -nimlivlatz tt TiensM nachmittags von 6 /, bis ?/, Uhr- u '

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Geschäfte führe, dem aber eine im hessischen Genossenschafts­wesen erfahrene und das Vertrauen der Genossenschaft genießende .Kraft zur Seite zu stellen sei. Der bisherige Posten des General­sekretärs solle aufgehoben werden. Es sei auch besonders not­wendig, daß der Verband eine ständige Fühlung mit der Zen­tralkasse unterhalte, wie es im neuen Statut bestimmt werde. Bezüglich der Verbandsrevision müsse zugegeben werden, daß der frühere Vorstand nicht mit der nötigen Schärfe vorgegangen sei, da er infolge seiner vielen anderen Äemter keine Zeit dafür hatte. Deshalb konnten auch manche Aufgaben mcht in der gewünschten Weise erfüllt wurden. Eine Personalunion mit der Zentralkasse halte -er nicht für günstig. Tie'wichtigste Satzungsänderung sei die, daß die Organe des Verbandes sein sollen: Ter Verbands­tag, der Verbandsausschuß, der Verbandspräsident und der ge- schäftsfübrende Direktor.

Im Anschluß an diese Ausführungen folgte wieder eine lange, lebhafte Auseinandersetzung, rn der an der neuen Satzung Kritik geübt wurde. Es beteiligten sich daran namentlich die Genossen Ar n o l d-Grüningen, G r u b e r - Biebersheim, T. Fittrrng, Direktor Mayer u. a, worauf dis Versammlung einstimmig be- chließt, das neue Verbandsstatut zunächst nur auf ein Jahr zu genehmigen. Zum vvrläuftgen Direktor wird allseitig der jetzige juristische Beirat Dr. Fitting empfohlen. Mit der Genehmi­gung der neuen Satzung wird der weitere Punkt der Tagesord­nung, Neuwahl des Verbandsdirektors und seines Vertreters, hini- fällig, da diese Wahl nunmehr dem Verbandsausschusse zufällt.

' Zum Schlüsse gab noch das Mitglied der Revisionskommission für die landwirtschaftliche Genossenschaftsbank, Ofenloch- Finthen, einige Angaben über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit. Er bezeichnete es als sicher, daß sich re Verluste noch höher stellen würden als in der vorigen Versammlung angenommen wurde, ersuchte aber dringend, der Zentralkasse volles Vertrauen eittgcMN- zubringen. Die Versammlung dauerte bis nach 3 Uhr nachmittags.

Mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Sberheffen

Versammlung unterbrochen.

Verbandsrevifor A rnold, Grüningen, spricht Namens der 'Revisionskoinmssion der Genossenschaften. Er könne z. Z. noch keinen genauen Bericht erstatten, da heute noch Vieles streng geheim bc- handelt werden müsse. Redner stellte test, daß der Jahresbericht nicht nach dem Willen und den Wünschen der Kommission ausgefallen sei und wendete sich dann scharf gegen die früheren Verbandsleiter. Oekonomierat Walter stellt fest, daß die hessische LandwictschaftS- kammer bei der Genossenschaftsbank noch ein Guthaben von 54 000 Mark habe. Geh. Reg. Wichmann teilt im Hin­blick auf verschiedene Bemerkungen der Vorredner mit, daß Generalsekretär Haas demnächst von seinem Posten zu­rücktreten werde.

Juristischer Beirat Dr. Fitting erstattet dann Bericht über die sttechnung und Bilanz für 1911. Die Einnahmen aus Jahresbeiträgen betrugen 53 250 Mark, die Gesamtsumme der Einnahmen 107 599 Mark. Die Passiven belaufen sich aus 123247 Mark, sodaß ein Ueberschuß von 84 351 Mark^ bleibt. :Die Bilanz von 1912 weist eine Gesamteinnahme von 158 452 Mark »und eine Gesamtausgabe von rund 187 000 Mark, sodaß ein Meckmungsüberschuß von 21 237 Mark verbliebt. Ter Ueberschutz -im Ganzen beträgt 96 263 Mark. Bill-Mockstadt macht er- ckäulernde Ausführungen zu den Rechenschaftsberichten und stellt 'fest, daß die Vermögenslage des Verbandes keineswegs ungünstig sei. Zum Schluß beantragt Redner, die Rechnungen durch einen vereideten Bücherrevisor prüfen zu lassen. Lehrer Sobes- 'Nierstein kritisirt die Tätigkeit der Revisoren und fordert die Ge­nossenschaften, die dem Moratorium noch fern stehen, am ihm beizutreten. Der Verband arbeitete viel zu teuer und zu 'schwerfällig, worauf der Vorsitzende feststellt, daß beini Verbands­bureau 24 und beim Rechuungsrevinonsbureau 27 Beamte be­schäftigt seien. Ter Redner wünscht dann, daß vor allein an den Repräsentationskosten gespart werden möge. B i 11 - Mockstadt bemerkt, das; voraussichtlich die im vorigen Jahre er­höhten Verbandsbeiträge später wieder ermäßigt werden könnten Er stellt den Antrag, daß die Rechnungen für 1911 und 1912 noch nicht genehmigt, sondern durch den Generalremsm des Retchs- ' Verbandes einer Prüfung unterzogen werden. ck r n o l b-Grumngen beantragt, zu dem Generalrevisor noch eine dreigliedrige Kom­mission' hinzu',mvählen. Tie Versammlung stimmt Diesem cr- miterten Antrag zu und wählt in die Kommiss ron für die Pro­vinz Starkenburg Lehrer Weidmann- Höchst, zur Rheinheften Gemeindeeinnehmer Schrcckert-Ober-JngelheiM und für ^ber- hessen Lehrer B i r k e n stock- Ranstadt.

Grüber- Biebeshstm bringt eine längere Beschwerde gegen Äas Rechnimgsrevisionsbureaii vor, daß unter eine Bilanz der dortigen Genossenschaft ein Zusatz unb zwar Unterschriften ange­fügt worden seien. Dr. Fitting erklärt, daß hier nur ein be­dauerliches Versehen vvrliege. Zur Frage der A b a n d e rung Der Verbandssatzung gibt zunächst Direktor Becker von der Zentralkasse folgende Erklärung ab: -ta es zurzeit in angestellter, für die Vcrbandsleitung verantwortlicher Direktor die organifationen gegen unsere Feitide zu verteidigen, bevor wir uns über die tvohnliche Gestaltung im Innern einigen, bitte ich alle diejenigen Herren, die einen von mir gemachten ^>orfchlag, bett. die Organisation freundlich auigenommen hatten, ihn heute nicht weiter zu verfolgen. Bin ich in den ersten Stadien meine» .Vorschlags selbständig aus rein persönlicher Zsickiaftoc vorge­gangen, so handle ich heute im vollen Einverständnis mit dem Vorsitzenden des Vorstandes unserer Zentralkasse, wenn ich Sie bitte, unter Berücksichtigung aller Umstände, die heute für vie Ge­samtlage unseres hessischen Genossenschaftswesens in Betracht roru- men, die Vorlagen, die ihnen der Vontand des Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften macht, vollkommen unbeeinflußt von meinen früheren, ihnen vorgetragenen Gebauten -u beraten. Mit dem Vorschlag der fetzigen Verbandsleitung in der neuen Satzung, einen Verbandspräsidenteu und einen gc- schäftssührenden Direktor zu ernennen, sei er einverstanden: e» fei der Zentralkasse aber auch erwünscht, einen sitz chi Ausfchutz ju erhalten, damit ein innigeres Zusammenarbeiten möglich werde.

Der königl. Bankinspektor a. D. Direktor Mayer erklärte: Die Förderung unserer Zentralkasse Hessenkasse ist die nur nächst liegende Pflicht. Ich bin deshalb urd)t jn der Lage, em Amt anzunehmen, welches mir die ^ttge Versammlung sreuud- lichst etwa ziwenken wollte. Ich danke für das Mir zugedachte Vertrauen Darnach berichtete Abg. Tr. Heibenrich über die geplanten Abänderungen des neuen Verbandsstatuts ^a» alte Statut sei gan& auf die Person des Geh. Rats Haa» al» Ver- bandsdireklor zugeschnitten geroefen. Unter dessen Leitung W der Verbandsausschuß nicht den Einfluß gehabt, den er letzt nad) feinem Ableben wieder erhalten solle und erhalten muffe, ^cr Verstorbene hat die Berbandsgefchafte ehrenamtlich geführt. Es sei aber, wie die Erfahrung lehre, doch besser, wenn ^ beruflich angestellter, für die Verbandsleitung verantwortlichen. Direktor die

ein entzückendes -Lttaßenbild.

Ter größte Teil der Schützen ist am Nachmittag des 5. ein» getroffen, am Hauptbahnhvf vorn Festausschuß des Mainzer Schützenvereins jmb einer Musikkapelle seierlich begrüßt. Nur der Himmel scheint sich nicht recht in die Festfreude finden zu wollen. Er macht ein recht finsteres Gesicht, und droht jeden Augenblick feine Schleusen zu öffnen. Nachmittags und abends sanden Konzerte auf dem Festplatze statt, Die sehr zahlreich besucht waren.

Am Haupttag, Sonntag, den 6., ertönte früh morgens der Weckruf, und die noch ausstehenden Schützen mürben am Haupt Bahnhof empfangen. Von 9 Uhr an sand die Aufstellung des großen historischen Festzuges auf der Kaiserstraße statt. Ter Himmel hatte ein Einsehen gehabt, und wenn er auch das übliche Mainzer Festtagswetter nicht geschickt hat, so war es doch trocken und öfters huschten die Sonnenstrahlen über den blitzenden

F e st z u g , der sich um 11' .. Uhr in Bewegung setzte, und sich in glatter Folge in einer Stunde abwickelte. Ihn eröfsneten die Mainzer Turnerschaft, Reiter mit Fahnenstandarten, ^tanbartenträger zu Fuß, der Zugsmarschall und Fanfarenbläser, denen sich die Gruppe der Rheinstädte, berittene Herolde mit den Bannern Der Städte Straßburg, Speyer, Mannheim, Worms, Oppenheim, Mainz, Bingen, Koblenz, Bonn, Köln und Tüsscldorf in Begleitung eines Musikkorps zu Pferde, Teuter, Feldscheibenträger, Fahncn- schwenker, Trommler, Bannerträger der Schützengilde, Armbrust­schützen usw. In Begleitung von Armbrustschützen und Fahnen- schwenkern folgte nunmehr der Schützenkönig .und die Prunk- bal>rc mit Preisen. J1M reihte sich an die erste Schützengruppe, die badischen S chü tz e n , unter Voranritt eines Herolds mit Der badischen Standarte mit einem Prunlwagen, ein Haus aus dem badischen Schwarzwald vorstellend. Ein berittener Bannerträger kündete, alsdann das Herannalen der zweiten Schützengruppe, des Pfälzer S cb ü tz e n b u n d e s an, der den Prmttwagen der Palatia mit den sinnbildlichen Gestalten der Pfalz, der Frucht­barkeit, des Pfälzer Weins, des Pfälzer Tabaks und des Humors, sowie der vier Festftädte der früheren Berbandsschießen: Franken­thal, Speyer, Landau und Neustadt a. d. Hardt mit sich führte

'Nun nahte die dritte Schützengruppe, die Schützen des Mittel r Heins, und zwar die preußischen und h ef f i s ch c n Schützen, in Begleitung berittener Herolde mit den preußischen und hessischen Bannern und unter Mitführung eines Wagens mit den sinnbildlichen Gestalten der Hassia und Borussia, um­geben von zahlreichen Edeldamcn und Pagen, zu Fuß ünd zu Pferde. Alsdann folgte die GruppeRhein und Wein", bestehend aus Herolden, Schiffern und Fischern, ein Wagen mit der Riesen­figur des Vater Rhein und den Gestalten ber Geschichte, Sage, Dichtkunst und Musik, Winzer und Winzerrinnen, Weinbergs- schützen, der Herbstkönichn, Kellermeister und Küfer. Ein zweftckr Wagen brachte die Figur des Bacchus und die Gestalten der Weine von Oppenheim, Nierstein, Hochheim, Ingelheim, Bingen, Johannisberg und Nüdesheim.

Und nun wieder Musik und Herolde, und dann die ABC- Schützen, die Schützengilde der Kleinen mit ihrem Pedell. Dann kommt ein Odenwälder Hvchzeitszu- heran, Hoch­

zeitsbitter, Musikanten, junge Burschen und Mädchen,,das Braut­paar und der Prunkwagen mit Dem besten Schützen der Well, Gott Amor, flankiert von der Reitergruppe: Jung-Werner und Mar­garethe, (Trompeter von Säckingen), Major von Teilheim und Minna von ,Barnhelm, und Hermann und Dorothea.

Es folgte dann eine Prachtnummer des Zuges, die Barba­rossa-Gruppe, Wiedergabe eines Neichssestes, das Kaiser Friedrich I. (Barbarossa auf Pfingsten 1184 zu Ehren seiner Söhne Heinrich und Friedrich, die Die Schwertleite empfangen hatten, zu Mainz veranstaltet hat. Sie war gebildet aus den Neiterfiguren des Stadthauptmannes, der Mainzer Stadt-Traban­ten, Bürgern und Bürgerinnen von Mainz, fahrenden Sängern und Dichtern, Spielleuten und Gaulern, Edelknaben und Fan­farenbläsern, blumenstreuenden Mädchen und Reisigen, die sich um Kaiser Friedrich, die Kaiserin Beatrch und Die Söhne des Kaisers scharten, in Deren Begleitung ein großes Gefolge und zum Turnier gerüstete Mannen und Ritter.

Nun folgte die GruppeD c r Jäger aus Kurpsalz", aus Jägermeistern zu Pferde, Halalibläsern, Waldttägern, Büchsen­spannern, Jägern, Treibern, Trägern mit Jagdbeute, dem großen JägerlateinerMünschhansen" und einem Pirschwagen bestehende Ihr schloß sich eine Wiedergabe des Cinholens des Mainzer Kurfürsten Emmerich Joseph im Jahre 1764 an, ge­bildet aus Herolden mit dem tturmainzer Banner, Kurmainzer Husaren, dem Festungs-Kommandaitten von Mainz, General Graf von Bamberg, Sappeuren, Kapitänen eu chef, Grenadieren, Bürger­meister mit den Ratsherren, Pedellen, dem Kurator der Mainzer Universität, Professoren und Studenten, Hatschieren, Vorreitern, der Staatskarosse mit Kurfürst Emmerich Joseph, Pagen, zahl­reichem Gefolge und einer Bürgerschützen-Kompagnie.

Und dann rollt sich ein Bild aus Den zwei Jahrtausenden! Mainzer Geschichte farbenprächtig vor uns oul Germanen iChatten), Tubenbläser, römüsche Legionäre unter Führung von Trnsus, dem Gründer des Mainzer Kastells, deutsche Ordens­ritter in Mainz, schwedisches Fußvolk. Schwedische Reiter, Vor- rcitcr mit den Wappen des letzten Knrfürsten^von Mainz, knü- fürstliche Husaren und kurfürstliche Mainzer Fußtnippen ziehen vorüber. Tann folgten die Metzger, zwe-i stattliche Schlacht- tiere, die K üf er einen Wagen mit einem kunstvoll gearbeiteten Faß mit sich führend, die Mainzer Schütz.'ngesellschaft von 1792 die in diesem Jahre die Karlsschanze verteidigt hat, deutsche Sol­daten aus bem Befreiungskriege Theodor Körner mit Lützower Jägern und die Landwehr. Fanfarenbläser und Herolde verkünden das Herannahen des Prunkwagens der Mögnntia, mit den sinnbildlichen Gestalten von Mainz, Der Kunst und Wisseni- schast und dem Handel und Gewerbe. Und nun rückt der Schluß des Zuges heran, die Mainlzer Schützengesellschaft und die Main­zer Feuerwehr mit ihren Musikkapellen. _ ,

Die Zugleitung stand hinter der umsichtigen Führung vvn Hans Metz, dcr in den Künstlern Gehrung und Zeltner vortreff­liche Mitarbeiter gefunden hat. Der Gedanke, der dem! Zuge zu­grunde lag, stammt von Redakteur Mohaschcck.

Tas Großherzogspaar traf um 11.45 Uhr ein ünd sah sich den Festzug vom Kreisamtsgebäude an. Der Fremden- znzug. namentlich c>on den Vororten, und Darmstadt, Frankfurt, Worms und Wiesbaden, ist cnrßerst stark uno die EisenbalMierwal- tung hat alles mögliche getan, um den Verkehr glatt zu bewäl­tigen.

Das Konkurrenzischießen begann um 5 Uhr, das VetteÄen der ersten 10 Preise um 6h- Uhr. Von Gießen errang Heinrich' Schmidt imi Stand auf 175 Meter einen der Becher.

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vexmischtes.

Eine neue Art von Crepe de Chine. Diesem) neuen Gewebe wird mit großer Vorliebe begegnet. Es ist bro­schiert und große sehr bunte Arabesken und Motive im Genre der neuen Kunst sind bineingcarbcitet. Bevorzugt sind insbesondere für die modernen Stoffe die Blumenmusterungen, die aufgedruckt, eingeslickl ober eingewebt sinb. Man kann so bas ganze Blumen­reich in ben verschiebenartigsten Zusammenstellungen, als Bukett ober Kranz, als Blume allein auf ben Stoffen rinnen. 1 Tiefe Muster sinb weniger exzentrisch als bie Entwürfe Der Kubisten, Futuristen unb wie alle diese Neuerer sich nennen mögen. Haupt-' fache ist bie heuer so beliebte bunte Musterung in den richtig, jufammengeitelltcn 9hiancen.

Dichtungen, bie im Bette geschrieben wur­den. M a r k T w a i n hat bekanntlich fast alle Werke seiner reisen Manneszeit im Bett geschrieben; bequem in Den Kissen aufgerichtet,. die große Zigarre im Munde, hatte er die lustigsten Einfälle! und im Belt fand er die beste Sammlung und Ruh? zum Schaffen. Oesters hat er dieses sonst nur zum Schlafen benützte Möbel als denDreifuß Der Pythia" gepriesen, aus Dem die Poeten die Ekstase des Dichtens übedommt. Auch noch andere Tickster haben, wie eine englische Wochenschrift plaudert, vorzügliche Schöpftmgen im Bett vollbracht, aber es war bann meist nicht freier Wille, der sie aufs Lager zwang, sondern nie harte Notweirdigkeit. So hat Walter Scott sein beliebtestes Werk ,^Jvanhve" im Bett verfaßt unb biktiert: er war damals sehr krank, aber bas Interesse an der Geschichte hatte ihn $o gepackt, daß er trotz! seiner Schmerzen immer weiter arbeitete unb bie ganze Erzählung zwei Sekretären in bi^Feber vor sprach. Keats schrieb eins der schönsten unb leibenscyaftlicßen Sonette, bie bie Literatur kennt, auf feinem Totenbett. Auch ber geniale Erzähler Robert Ste­venson hat manche seiner besten Dichtungen im Bett geschaffen. So schrieb erKattiona" im Hocklanb von Samoa in liegen» ber Stellung. Ta er lange Zeit leidend war und bis zur lebten Lebensstunde schuf, so sind all seine späteren Werke auf dem Krankenlager verfaßt. Tie unvollendete ErzählurrgWeir of Hermiston" biftiertc er von Anfang bis zu Ende im Bett liegend seiner Frau. Ein in England unb Amerika vielgelesenes Buch The Road Mendett' von Michael Fairleß ist ebenfalls im Bett geschrieben worden. Der Autorname ist das Pseudonym eines jungen Mädchens, die starb, bevor sie noch 20 nmröc, auf ihrem Krankenlager die ganze Geschichte verfaßte unb sie kurz vor ihrem Tobe vollendete.

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Verbandstag hessischer landwirtschaftlicher Genossenschaften.

rb Darmstadt, 5. Juli. Der Verband der hessischen l a n d m i r t s ch a s t 11 ch e n G e ic o s s e n j ch a f t e n trat heute im städtischen Saalbau zu seinem 50. Verbandstag zusannnen, der von etwa 400 Genossenschaftlern besucht war. Als RegierungZvertteter iuol)uteu die Herren Geh. Landes-Oekonomierat Al ft 11 c r und Regierungsrat Spanier der Sitzung bei. Ter Beginn der Ver° Sammlung verzögerte sich bis 10.50, da bie Revisionskommission noch eine Sitzung abhiett. Geh. Regierungsrat Bichmann er­öffnete die Versammlung und stellte fest, das; 245 Genossenschaften ihre Vertreter entsandt haben. Dann gedachte Redner des ver- cmiqten langjährigen Führers und Leiters des Genossenschafts- > verbandes Geh -Rat Haas, sowie des stellvertretenden Verbands- 'direktors Ang. Dettweiler, der einer der Vtttbegründer des $cr- baudes war. Die Versammlung ehrt das Andenken der Ver­storbenen durch Erheben von den Plätzen. Erster Punkt der Tages- ordnung war der gedruckt vorliegende Jahresbericht, aus den der Vorsitzende kurz hinwies. Jn der Aussprache fragte Rentamtmann Gott inan n-Hochst, warum nicht dem vorjährigen Beschluß ent .svrechend bem Jahresbericht die Bilanz beigefügt worden sei. Der Vorsitzende eutschulbigt die Unterlassung mit den gegen- wärtigen kritischen Verhältnissen nnd sagt für die Zukmnt die Beifügung der Bilanz zu. Rendant S ch m u ck - Wendelsheim kritisierte verschiedene Punkte des Jahresberichts und brachte eine Reihe von Beschwerden gegen die Revisionskommission vor und tadelt besonders das Vertuschungssystem; der Nieder-Alodauer Verem hätte schon im Fahre 1908 einfach ausgeschlossen werden müssen. Zum Schaben deSVerbanbes seien bieBerichte der Verbands­revisoren nicht genügend beachtet worden. Man könne zu der neuen .Zentralkasse jedenfalls ein größeres Vertrauen haben, als zu der Genosfenschaftsbant. Zum Schlüsse wendet sich der Redner gegen dieselben, deren Geschäftstätigkeit häufig Wahrheit und Klarheit ,haben vermissen lassen. (Zustimmung) Molkereidirektor Bill-Alock .stabt erstattet Bericht naincns der 1911 gewählten Revisions­kommission. Voi; den rund 700 Genossenschaften in Hessen seien viele aus bem Rahmen thres Geschäftskreises herausgetreten mib hätten auswärts Hypotheken- imb faule Wechselgescha'te getrieben. Wenn der Vorrediter i,ichls von der Revisionskonnnission gemerkt 'I)abe, so füllte er sich freuen, denn das sei em Beweis, daß bei der 'Genossenschaft alles in Ordnung war. Tie Ausführungen des "Redners werden öfter burd) Opposition und Echlußrufe aus der

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