Ausgabe 
5.12.1913 Viertes Blatt
 
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Nr. 286 viertes Blatt

165. Zahraana

Erschein« ttglich mil Ausnahme be< Sonnte;4.

T'e ..Eigener ^ORillenbldlkr roertni betn eimn.ii mc ti i.rfi ;-rseai. das

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejsen

Zreitag, 5. Dezember 1915

Sotaiionibnitf unb Verlag der Brüdtsche» UniofruäH»Buch» nnb 6ieiiibrudertL 9t. Vange, Lieben.

Rebaftion. Orpfbition und Tnicfem: 6<6ul* ftnir.f 7. (frrpebition nnb tQiin.v Srb.dnuectsaBllg. ZeL-?lbt_?!ii$eiflen»tf6em

We<I;alb Varlhou stürzte.

<" rt?m itorfi auf Nos-,en R.ssen, H-Mte durch bi Snift gZchofsen, morgen in das hih c drib* So mScht' man anflcfiditd der Schicksale des 6jrminiflcrprähbeni r. Barl !) a u wohl ausrusen, wobei man mit Rücksicht bara if, das; er Über die leihe« rage acftolpcrt ist. di' \ro;t!r Zeile allenfalls variieren lonn., heute nuftr» mehr vor- Sksckwssen? Alc der Ministerpräsident am Man lag bn der bftimmuna über die Anleihe von 1300 Million.n Frk» mit einer Mebrheit von 21 Summen jenen Stea ersockn, der ein Pyrrhussieg war. da maß er vielleicht f<6on tute der Dieb, der am Montag gehängt würd ', gedacht haben: bie Woche fangt gut an * Hub dieser P? simiomuS hat sich a!S nur zu gerechtfertig: erwiesen. Barlhou erzielte die geringe Mehrheit in der 3leih.-frage nur tuburd), raf* di' Mit­glieder der Aetion liberal? entgegen der von ihren Führern auSgegebenen Carole im Irrte.t Augenblick für das üabrn.'tt stimmten, wahrend sich zugleich m hrere Radikale von ihren in der Cppoitüon bellndlichen Parteigenossen trennten.

Jene Scheinmchrheit verwandelte jich aber bei der Ab­stimmung über die Frage, ob bi.* littet der neuen Rente von jeder Steuer bclaflunfl, wie es die Regierung for­derte, frei bleiben sollten, schnell in eine Minderheit von 3.» Stimmen, ivobci zu betonen ist, das; für die Opposition hier die Befürchtung ausschlaggebend war, daß durch die Steuerfreiheit der Rente die geplante Einkommen- steuer gefährd, t iuerben tonnte.

So hat denn das fcabinetl, welche am 22. März d I nach dem unverhofften Sturz Briands fein Amt angetreten hatte, nach nicht gan* neunmonatiger T itigtr.t ba> schick- sal aller französischen Regicrungen geteilt, nämlich schnell, allzuschnetl verbraucht zu werden, freilich halle da» Äabi- nett von vornherein als ein Perlegenheitsprodutt geg ilten, und Louis Ba r t d o u , dieser vielgewandte und viel ver­wandelte Politiler, der je nach den augenblicklichen Zeit- nnb Machtverhältnisseu rechts oder lin;-5 abschwenkte, er­freute sich von vornherein eines ausgedehnten Mißtrauens seitens der radikalen Partei, auf die er doch angewiesen war.

Al» fein Progra m ni hatte Barthou bei dem Regie­rungsantritt sundgegeben: Einführung der dreijährigen Dienstzeit, Bereitstellung weiterer Heereslredite, Turchsith- rmifl der Wahlreform, Festhalten an der Laienschule unb die friedliche Lösung des Balkankonsliktes im Verein mit allen Mächten. Was den letzten Punkt betrifft, so wirb man sagen tön neu, baff bie friedliche Lösung des Balkankonflik- tes in der Tat mit allen Mächten, aber gegen Frankreich durchgeführt worden ist, welches sowohl in der albanischen ftrogc, wie im griechisch-türkischen Streit bemüht gewesen war, die Rolle bet Hechte» im Marpfcnteirfj zu spielen, eine rein persönliche Politik auf M oft en ber Interessen des Welt­friedens zu treiben, wobei es aber erfreulicherweise sowohl an ber Themse wie an bet Newa auf Widerstand stieß unb die Tripleentente auf eine ernstliche Belastungsprobe stellte.

In der inneren Politik hat ba» Kabinett einige Erfolge erzielt, bie freilich sehr bedingter Natur waren In der Wahlresor m frage muhte Barthon sich, um ba» Ta- fein des Kabinetts zu retten, völlig dem Willen der Tepu- tiertenfammer beugen, unb bie dreijährige Dienst­zeit sowie bie umfaffenben Heeres fr ebite setzte er nur mit Hilfe der Parteien ber Rechten burch und zwar auch nur baburrti, das; er im Okgensatz zu der gemeinsamen Lösung der Wehr- unb Deckungssragei, in Teutfdilmib die Deck «ii gsfrage ausschaltete unb aus bessere Zeiten ver- schob Diese besseren Zeiten haben sich jetzt als schlechtere erwiesen, unb da» ü'abinett Barthou, bas so stolz auf feinen Erfolg bei der Viebereinsührung der dreijährigen Dienstzeit war, ist zum Schluß über die Deckungsfrage zu Fall ge- kommen, wenn auch letzten Endes nur deshalb, weil bi? Radikalen durch das Liebäugeln Barthous mit ber Rechten man beule besonders an die Affäre deS Generals Faurie mißtrauisch geworden waren.

Es ist kennzeichnend, daß bei dem Sturz beS Kabinetts B<irthou auf ber äußersten Linken Rufe ertönten:Das ist die Sterbeglocke für bie breijährige Dienstzeit? Hoch Eail- laur! Hoch Die befreite Republik?" Venn auch die breijährig.' Dienstzeit nicht so halb rückgängig gemacht werben bürste, so wird doch jetzt eine verstärkte Agitation einsetzen, die leicht zu ihrer Abbröckelung beitragen könnte. Auch auf den Nachfolger Barthous deuteten jene Rufe bereits hin, und in bei Tat hätte (S a ill au r an fich die meisten Aussichten, wenn nidil die Schwierigkeit darin läge, daß dieser, der Iüibrer der Opposition, gegen die unterbcifeii bereits bewil­ligte 1300 Mtllionen-Anleihe war, von ber er nur 900 Mil­lionen zugestehen wollte. Doch wäre es wohl möglich, baß sich hier eine Einigung in dem Sinne findet, daß, wie Cail- laur e» schon angeregt hatte, die nnfünbbarc Rente in eine mit befristeter Ämoni terung verwandelt wird. Sollte die Kabinettsbildung Caillaur nicht gelingen, so wirb vielleicht nut einer Wiederkehr Bnands unter MilleranbS Assistenz gerechnet werden können. Im übrigen sieht man in Deutsch­land das Kabinett Barthou ohneRührung" scheiden, denn er hat .nicht nur bei der Begründung der dreijährigen Dienstzeit, mehr alS seine Vorgänger den Chauvinismus als Faktor feiner Politik benutzt, unb bie deutsch franzSsi^ fdicn Zwischenfälle waren währenb seine- Regimes (Lune- ville' Ranen' an ber Tagesordnung

PoriS. I Dez. Einer Note der Agence HavaS rnfotge bat PräDent Poin are Ribol Dtc ©Übung deS KobineuS ange- boten Rbo: antwortete jedoch, er fürchte, inn Gesundheitszu­stand ac af.e ibm mckr. diese so schwere Ausgabe ;u übernehmen. tÄuf Bitten d ©räfixaltn verschob criemccnbgilligc An t iv ort biS morgen.______________________________________

Zur Bebauuiq öcr Siiroarjlatf».

<R*rfrt*anirßlt Tr. Svobr bat an die Stadtverordneten fol­gendes RÜinckreiben erlassen, das auch uns überreicht wurde. Es bat folgenden Wortlaut: . .

Ter Sitzungsbericht vom 20. November im Gießener Anzeiger enthielt u7a. felgendes PanuS: .. __

Darani kam der eüauungsvlan mr btt ^ckwar -lack und He Elite gn n von Gel n c ur Berrtu ig Ti: Ford runden ber Anwohner heiteren stch für x* t Quadea:rne:er au» bun* --. r .r: Itd) 7 Marl Pa» forderte 25 Mark. Jur genauen Fest.eUung des eigentlichen Wertes -oi man die M 1 :ung .von sachver- stündigen ein. Ttt eine schätzte das Gelände aui 4200 Mart,

rrr : auf 21R i Mark Der Cbrrb j e me ':rr rat :r d n

©crizt'ai, d:e Enteignung noch niar. v.r u:i baten, da t ine Rs: irrntiifr.i kau» vorlie-e: zumal die Anwohner ihre zuerst ge stellte 'n beim art-.rangen auch tey noch aufrecht erhalten Tl imm.ung fcklos' i b feiner An ,cki an."

Herzu dzde ich narnrn? M ines Auftraggebers I G Psa' gegen di in : >em Bericht rnthtih.'ne Gefchichtsfälschuna ob

solvente . oriutragrn, um b:ifm Red:', u wahren:

i 2;t Forderungen ber Anwodnei beliefen fick !' f es, auf b::rd-,i(tnittlUD 7 Mark für i.n Ceobratmäer Ta* ist nn: allen UmstLnbcn und itnr man auch r;d nen mag, gründ- f a I f tb Tenn

Hubert Heinz forderte für 1 qm .30 Mark nebst Mmden-. erieim'd jMiunq

Iugdardl f,ab iid> nut R Mark abgerundet, für» gante etu»a> n-eniger, zuir.ed.n, ind.-m er erkline, er ivoll feine Ruh mit der Sod * baten. Die Stadt madtt ein «Utes Gesd^äst'

Gg. Wagner fordert 1 8 Mark und Enteignung ber ganzen 681 qm statt nur 183 qm

I W 'Vfaf» fordert 25 Mark nnb Entki-ntung der g an zen Fläde mit «irka 1931 qm statt nur 7SS qm

Sckwans 'orderten 10 Mark eventuell 12 Mark

Helj >nold forderte 15 Mark

ES ui also t? o 11 f o m m f n falsch, zu behaupten, im Durch­schnitt seien 7 Marl gefordert wor.'en und dem die Plasfsd'e Fordening mit 25 Mark gegenüber zu stellen , es ist burdiau > unbeareiflick, wie etwas derart grundfalsches überbauvt mit gete.lt werden könnt.-, ;nmal die Stadt ja nimeist 8 Mark gc boten hatte Auch eS ist an sich falsch, b i gani verschiedener Lagen einen Durchschnittspreis zu berechnen.

2. Die Zahlen 1200 Mark und 2186 Mark find völlig nn kontrollierbar und für lick brtrodirt, glattweg Unsinn Sollten sie fid) ans baj Pfaffsdie tzleländ.' beziehen, fa bemerke tl): Ter Herr Oberbürgermeister hatte 8 Mark geboten, alio für das eine Grundstück ton 8>.', qm somit 6920 Mark, für da- andere ton 1066 qm iomu 8528 Mark, ztisammen 15 448 Mark bezw für die Teilstüde, deren (iirtrinming beanspntcht nnirde, - usain - men 78H qm 6.304 Mark DoS nniß ein merkwürdiger Sadi* rständiger gctveien fein, der hierfür 4200 Mark ickon als aitarmf'ffn aniah, und ein noch m rkwitrdigerer, der nur 2186 Mark anfepte Sollten mit den Zahlen die beid-n Teilstücke je für fick gemeint gewesen fern, nxir'i? eher begreislick Aber io ist S nickt t erstanden worden Psast hnt aber brrntd 19<il für diese Glrunb stücke 9> 2 brüt» 10 Mark für den qm bezahlt und heute kostet ihn dies Oleltnde zirka 14 Mark alles in allem' Direkt neben ibm wurden 19081909 bereits 19 b i s 21 Mark bezahlt. Und das war dann auch her durchschlagende Olrnnd für den Herrn Oberbürgermeister, bie Enteign ungSan träge zurück zu­ll i e h e n und bie Enteignung nicht vorzunehmen Er muhte sich sagen, dast sein Angebot absolut unannehmbar war und bau wirklich unbeteiligte Sachverständige und die gesetzlich bestellten VerwalNtngSgerichte ganz andere Preise zubilligen wür den, als bie Stabt Angebote« halte. Hätte er and, nur mit einem Schein von Recht sein Slngebot aufrecht erhallen können, fo brauch­ten ihn doch die Forderungen ber Antvohncr nickt zu schrecken! Denn diele Forderungen mögen zu had) sein, sie sind ia nidiv mafigctcnb, sondern die im En t e i g n n n g S v e r f a h r e n fest- gestellten wirklichen und angemessenen Ernndstücks- werte. Aber wie anderwärts, spekuliert auch hier bie Stobt auf ben S(haben Einzelner: man hofft wohl, daß Pfask seine (Grundstücke zu Schleuder preisen bergeben müsse, wenn man ihn lange genug warten läßt. Dieses Verfahren mag bei einem gewerbsrnäf igen tzfrundflücksspe kulant en hingehen, die Stabt bars ihren Bür lern gcgemlb'r nad) i'oMkh Erwägungen nickt ver fahren. Sie darf es umsoweniger, al5 die Straf enkosten schließlich dock den Anliegern zur Last fallen, d. h denen, die den Vorteil von der neuen Straf-: in erster Linie haben Im Fragefalle waren das aber nicht bieienigcn, beten OJruttbftüde enteignet werben sollten denen wären nur schmale zur Bebauung ungeeignete Reststreisen geblieben sondern bie Hinterlieger, darunter zu einem erheblichen Teile die Stabt Eiesten selbst. Diesen Hinter­liegern alfo zu Liebe sollten die Enteigneten ben Sdwben traqai. Unb loeil man mit biefrr Spekulation zu fdi-item fürchten mußte, wurde der Enteigmtnasanlrag rurückae-ogen? Man bat die SchwarzIach zum Sdxiben ihrer Anlieger schon mirberfcolt unb nun wahrlich lange genug warten lauen immer wieder ihr andere Okgcnbni oorgezogen. DaS ist alles andere, aber keine Gerechtigkeit. «

Diese Okrcdütgfeit erwarten wir vorn Stadtvarla- m e n t Eaveant Eonfules?

Tic Stadtverordnetenversammlung wird fich mit diesen Ausführungen nod) zu befassen haben. Dir können heute da­zu nur sagen, baß unser Bericht selbstverstänblich nur baS wiebergegel-en hatte, was in ber Versammlung gesagt wor­ben war.

Provinjinl-Tlu-fchuß der Provinz Oberhcsfcn.

Gießen, 3. Dezember.

Anwesenb: RegierungSrat Welcker, als ftcl.ocrtreten» ber Vorsitzender, undMitglieder.

Beginn 9, Ende 12* Uhr

1. Klage der Müller Jüngst, Harbmühlc, u. a. gegen ben Verein sürBau und Unterhaltung ber Gruppen wasser - Versorgung sür das untere N i b d a - T a l wegen Anleitung ber Harbquellen.

T-er genannte Verein hat zur Wasserversorgung ber Ge- meinben Okarben, Groß-.<darben, stlein starben, BübeSheim, .Qloppenbeim, Dortelweil und Nieder-Erlenbach bie den Bcunebach fpeifenben Harbquellen in Anspruch genommen. Nach ber Bekanntmachung im Kreisblatt erhoben 5Müller wegen Minderung ber Wasserkraft, 2 (Verncinben wegen laubwirtidiaftlidKr und anderer Sc-äden und eine Ge­nt ein be wegen Scbäbigung bes strebSsanges Cinwendunq-n Von ben Müllern forbetten: Jungst 18c>»0 Mk, Lack 30000 Mark, Hahn - 25 000 Mk., stost 2o00o Mk Entschäbigung. Muller Amenb stellte zunächst nur allgemein Antrag auf Entschädigung. Nach Anhörung zweier Sachverständigen er- kannte ber LreiSauSschuß des Üreifes Friedberg bie An­sprüche der Muller Jüngst, Lack, Hahn unb Avst bent Olrunbe nach als berechtigt an unb billigte jedem derselben ?tnc Entschädigung von 3500 Mark zu Tie Ansprüche des Müllers Amenb unb der Gemeinden Ober - Ros- back, Über - Wöllstadt und Nieder - Wöllstadt wurden als unbegründet abgewiesen, die des ersteren deshalb, weil eine erhebliche Schädigung nicht vor» ltcge, rote sie das Gesetz verlange. Gegen daS Ereisausschuß- urteil legten Berufung ein: 1. Der obengenannte Verein mit dem Antrag, dem Müller üost nur 2500 Mk. zuzubilli- gcu, den Müllern Hahn und Jüngst überhaupt nichts, weil ihre Mühlen nicht seit 30 Jahren ununterbrochen betrieben worben feien, dem Müller Lack ebenfalls nichts ober nur 3000 Mk. 2 Müller Xo ft, ber außer der Entschäbigung

' Mk. noch eine mechanische Hilfskraft ill b r Starke der seitherigen Safferfraft verlangte: : Muller Lack, brr entweder eine Hilsskrast wie Müller st ost oder eine höhere, wie die zugebiUigte Entfdzädigung forderte; 4. Müller A in - end Tieier b amraate eine Entschädigung von jährlich 2704,80 Mk fortlaufend

Ter ProvinzialauSschuß verhandelt' heute zu« nächst streitig und erließ dann folgenden BenuiSbZdiluß:

Cs soll Beweis erhoben werden über die Behauptung der Müller Hahn und Jüngst, daß ihre Mühlen .'«» Jahre hmburdi vor Ableitung des DafierS im Frühjahr 1911 ununterbrochen in betrieb gewesen sind durch Verneh­mung der von ihnen benannt.n Zeugen. Termin zur Be­weisaufnahme und weiteren mündlichen Verhandlung wird nad) Leistung eines Lösten Vorschusses anberaumt werden. »

2. Die .stjage des C r t v a r m c n o e r b d n b c » Gießen gegen die Betriebskrankenkasse der Firma H e y l i g e n st ä d t u. Co. wegen Ersatz von Pflege« losten war zur ücka e n o m in e n warben

3 st läge ber Heba mm Dorothea SN a n b l e r von Heu« chelheim gegen bie rso cge ka sse für sto m m u- nalbcamte wegen Ausnahme Frau Mandler hatte den Dienst alS (üemeinbchebaminc zwar gekündigt, nxir aber aus Ersuchen beS Bürgermeisters nod) länger im Amt geblieben, weit eine neue Hebamme erst auegebilbef werben mußte. Der Verwaltungsrat ber Fürsorgelaise verlangte ihren tki- tritt zu bieser unb zwar and) nut R icksick)ß barauf, daß sie sckron längere Jahre vv'rsicherungspslichtig war Daraus er­hob Frau Mandler Klage bei b in P r o v i n z t a t a u S - s d) u ß In der heutigen Berliandlung überreichte sie eine B^sdieinigung des Bürgermeister-, wonad) sie nunmehr den Dienst endgültig niedergelegt hat. Der Provinzialausschuß wicö jedoch bie .st läge (oftcnf ä Hig ab.

..... ..... 1 ' .......

«F-cridinfaaL

Zu m Fall Hops.

W. Frankfurt a. M, I De; Tcm seit bem 15 April wegen Morde- unc» Morbi r e 1 m Untern,ckungsliast besind- hd fit .V» Jahre alten .Trog wurde jetzt von der Staatxinwaltickaft die Anklageickrifi zuge- ftcllt Tanad) soll fid) Hopf des dreisacken Mordes . nämlid) 1896 verübt an seinem imeh.lick.-n Sohn, im Jahre 1902 an seiner ersten Frau und 1906 an seiner Tod:ter sdnilvig geinackt haben. Ferner wird Hopf de- breiiad) n Mordversud>cS besckuldigl iLe- aangen im Jahre 1905 an seiner zweiten Frau, 1911 an seiner Mutter und im Januar 1913 an seiner drillen Frau». ' - - - ...

Cingcsnttdt.

(Für Form und Inhalt aller unter kne>er Rubrik Hehenbcn Artikei übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

= Rödgen, 2. Tr, Dor etwa drei Wochen wurde auf den B a h n r t e r p o st e n Nr. 5 der Strecke Gießen- Fulda an dem Bahnübergang Gießen-Rödgen ein Heb er fall verübt, wobei die Ehefrau des Bahnwärters Schmidt von dem unbekaimten Täter durch einen Sdmfi schwer verletzt wurde. Als id) einige Tage später bn einem Spaziergänge an dem betreffenden BahmvärterhauS vorüber kam, iah ich zu mei- nem größten Erstaunen, daß bie Wohnung nickt inj mindesten, wie id) eS fd^ott aui anderen Strecken gesehen hatte, durch Ein­friedigung gescksitzt, daß sie vielmehr einem jeden von allen Seiten zugänglich ist Jin Holzgel ander, welches die Wohnung von der Äreisstraße abschlteßt und teilweise schon vollständig fehlt, gibt ein klares iMlb, oaß hier nickt n a d) dem Rechten gesehen wird. Es läßt sich nickt wunder nehmen, daß unten wichen Verhältnissen derartig? Uebcrfällc Vorkommen Wieder­holten Billen des Bahnwärter- um Einzäunung der Wohnung wurde nicht stattgegeben.

Tic Eisenbahnverwaltung sollte doch zum mindesten darauf bedacht fein, daß das Leben der Bewohner deS in offenem Felde stehenden BahnwirterhaufeS einigermaßen geschützt tu Eine sach­gemäße Einfriedigung der Wohnung mit verichließbaren Ein- gangStüren würde dre Sicherheit bedeutend erhöh, n und auch nickt allzuviel kosten. Sollte jeborf) anzunehmen sejn, daß die finanzielle Frage den Schwerpunkt in dieser Sache dar- stellt, so müßte das vor dem Leben mehrerer Personen unbedingt in den Hintergrund treten. Mögen diese Zeilen ihre Wirkung, zur Beseitigung des Mißstände- beizutragen, nicht verfehlen.

Ein Spaziergänger.

= o b b c i m a. b. Bieber, 5. Dez Dem Einsender in Nr. 277 d. Bl nachstehende Erwiderung: ES ist unrichtig, daß die Gemeindevertretung de> friglilen Weges wegen mit dein Besitzer in Unterhandlung getreten ist, gerade umgelehn war eS der Fall. Tcm Besitzer, welchem schon lange die Unfrifttarteit dieses Wegezustonoes klar war, wandte sich deShüb an die Ge­meinde nut dem Ersuchen, diesem Zustand.- ein End, zu bereiten. ES ist ferner unrichtig, daß der jetzige, sowie der frühere Besitzer bei dem Verkaufspreis damit rtdzn-L-, daß er den Weg später unentgeltlich an die Gemeinde atmeten mußte. Auch hier ist gerade daS Gegenteil der Fall und * mentfvrechend ber Verkaufs­preis gehalten worden. Da den Be'itzer durch eine unentgeltliche Abtretung des Wege- ein Verlust infolgedessen treffen würde - ri bandelt sich hier um ungefähr 1000 qm -, so verlangte er natür­lich einen gewissen Preis Cb der Gemeindevertretung diese An­gelegenheit Vorgelegen hat oder nick-, ist dem Besitzer nicht be­gannt, er hat wenigstens bis jetzt nick^s mehr über bi? Angelegen- bil zu hören bekommen Es kann also gar nicht die Rede davon sein, daß bie Gemeinde dem Besitzer gegenüber die Verhand­lungen abgebrochen hat. Ferner hatte sich der Besitzer bereit nflirt, ber vor der stleinkmderschule gelegenen Wegeteil unent» flflthdi aL>;rctcn zu wollen. Zum Schluß ernpfieh't der Einsender, der anscheinend Mitglied deS Verkehrs und VerschöncrungSvereinS ist und dem Aegebefitzer wenig ("-efühl für O^mcinnwM vorwint, ben Beitritt zu bi eiern Verein l^ade diesem Verein h^t ber Degbe'ltzrr eine Wiese zur Anlage einer Sd;littittuM>ahn für da- Allgemeinwohl überlassen. Statt den Weg ber Crfrcntlidtfcit xu betreten, wäre es vielleicht schöner unb zweckmäßiger gew-fen, "ck neu dem Wegebefitzer direkt m Berbindung zu setzen. X.

xie Butter ber Zukunft Schon heute genügt bie Dutterproduktion nicht im entferntesten, den Bedarf zu bemebigen. Dieser Bedarf wird aber mit dem sich steigernden Wohlstand ber Bevölkerung täglich größer, während die landwirtt'chaftliche Pro­duktion infolge ber Ausdehnung unserer Industrie mehr unb mehr zurückgehen muß. Daher muß bi*- Industrie einen Teil ber Pro­duktion unterer Nahrungsmittel übernehmen. Tas ist bereits in hohem Maße ber Fall und wird es in Zukunn noch mehr fein. In bunberttaufenben von Familien verwendet man schon heute an Stelle von Butter Tr Scvlinck's Palmona Pflanzenbutter-Mav- genne*. Tie oauebaliunpsfafie empfindet diesen Wechsel angenehm, ohne daß sich selbst die feinste Zunge bellagen könnte as/u