Lrstez Blatt
165. Jahrgang
Gerichtssaal": K. Neu-
Es ist unglaublich, wohin und toie weit
bereits die
Duffragettentallti' führt.
Nämlich z. V. bis vor den —
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ekstatische Bewegungen schaffen und plötzlich die eine und große Aufgabe der Wiener, der auch auf der ÄuS- übrigens mit diesen Jungen nichts er mit seinen sarbenbeladenen Pham
eine Braut, „bekehrten^"
n ailberscknich bedeutende Sil' jipei $orhattungrotr.
Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Deutsche WnstKrbund-Aursteilung Mannheim 1915.
In Mannheim feiert man Frühlingsblütezeit seit jeher mit einem ganzen Rudel von Festen. .Festaustuhrungen, Pferderennen, Jahrmärkte, Konzerte füllen die erste' Maiwoche aus und un-
das mehrtägige Badische S ä n g e r b u n d e s f e st, sowie die große Ausstellung des Deutschen Kü n st l e r b u n d e s , die soeben mit einer freundlichen Ansprache des Grafen K a l ck - reuth eröffnet wurde.
Die Kun st Hal le ist es, die sich diesmal der Bund .zum Heim erkoren hat. Und ich glaube, er ist gern gekommen, denn . diese unter Dr. Fritz Wichert mächtig aufblühende Galerie Bat sich seit der kurze, Zeit ihres Bestehens mit einem unge- ' tvöhnlichen Elan auf all das geworfen, was Fortschritt in der b.unst heißt: und somit kam gerade sie den Tendenzen des Äünstlerbundes entgegen, der seinerzeit entstanden ist aus einer Protestbewegung heraus gegen einseitige akademische Richtungen.
Und in der Tat: die heurige Ausstellung steht mit ihrer
nigcn Boden wirst und krampfhaft die Arme zum Gebet erhebt. Und dies wohl ist das Größte: wie ein aufschnellender Regenbogen die Aufwärtsbewegung der Arme aufnimmt und saufend durch die schweflige Atmosphäre hinein in die vom Verderben bedrohte Stadt Jerusalem führt.
Und ebenso religiös, nur noch viel glutvoller, ist der Münchener Carl Caspar, der auf sein Gemälde „Jacob ringt mit dem Engel" den Villa-Romana-Preis erhalten hat. Das Visionäre seiner Kunst verstärkt aber Caspar dadurch, daß er alles: Haar, Gewand, Steine, Berge, Himmel in die Leidenschaft seiner Menschen mit einbezieht und so diese Bilder malt, auf denen es Glut und Bewegung wortwörtlich zu regnen scheint.
Das alles ist jedenfalls wahr empfunden bei ihm, wie überhaupt sich bei vielen der Jungen dieses heiße idealische Streben
Traualtar. Schon weigert sich da und dort in einer Kirche im Einverständnis mit dem
regentenpaar gleich nach 3V2 Uhr eingetroffen. Nach Empfang und Begrüßung am Bahnhof hielten die königlichen Hoheiten unter feierlichem Glockengeläut ihren Einzug, in die Stadt. Ser Prinzregent verweilt einige Tage auf Schloß Ludwigshöhe, von wo aus er mehrere Städte der Pfalz besuchen wird.
Edenkoben, 7. Mai. Nach dem Empfang durch die Spitzen der Behörden im Königssalon begab sich das Prinzregentenpaar im Wagen mit Vorreitern unter den brausenden Zurufen der Menge nach dem Schafplatz, um die Huldigungen der Winzer und Winzerinnen sowie der Vertreter des Pfälzerwaldvereins entgegenzunchmen. Dem Prinzregenten wurde ein Ehren- trunk „Edenkobener 1911" gereicht. Der Regent trank mit den Worten: „Bayern und Pfalz — Gott erhalts". Man sang „Der Jäger aus Kirrpfalz". Auf der Weitersahrt wurden dein Prinzregentenpaar wiederum Huldigungen dargebracht. Aus Villa Ludwigshöhe imirde das Regentenpaar von den Prinzessinnentöchtern herzlichst begrüßt. Darauf brachte der Krieger- Verband — es waren 240 Vereine mit 4400 Mann mit 210 Fahnen erschienen — seinem obersten Kriegsherrn eine Huldigung dar. Der Prinzregent verlieh eine Anzahl Ordensauszeichnungen. Um 6 Uhr fand Galatasel zu 144 Gedecken statt, zu dem unter anderen der Kriegsminister Frist. Kreß v. Kressenstein, Bischof Dr. Faulhaber uiti> Konsistorialdirektor Wagner teilnahmen.
englischen Schutzmann, besonders der Elitetruppe der Stadt London, rühmt man eine gute Portion persönlichen Mutes nach. Aber man kann es begreifen, daß sich „Bobby", der Londoner Polizist, der Verhaftung rabiater Frauen, wenn es nur irgendwie angängig erscheint, entzieht. Männer, so stark imd so schlagfertig sie auch immer sein mögen, machen ihm lvenig Schwierigkeiten, denn wenn ein Mann einmal fest angefaßt wird, so ist die Wirkung gewöhnlich sehr Heilsam; auch tut der gefürchtete Gummischläger des Polizisten immer feine Pflicht und schadet solch einem Burschen nicht viel. Sobald der Schutzmann aber einer Frau, die sich renitent zeigt, auch nur droht, kommt er aus dem Regen in die Traufe. Das Weib, das die Märtyrerin spielt, wirft sich zur Erde und schlägt mit Händen und Füßen aus, spuckt ihn an, versucht ihm das Gesicht zu zerkratzen oder irgend etwas dergleichen zu hm. Oder sie wirft sich plötzlich auf ihn und reißt ihn burrf) ihr Gewicht zu Bode:,. Der Schutzmann muß alle menschlichen und übermenschlichen Künste ausbieten, um eine solche Heldin nach dem Polizeibureau zu transportieren, und die Stimmung der sofort in großer Zahl vorhandenen Zuschauer, die sicher zum größten Teil nicht mit der Suffragettentaktik sympathisieren, schlägt angesichts einer schreienden, mit Gewalt behandelten Frau doch meist leicht gegen den Schutzmann um.
Vie Reise des pnnzregenten von Bayern.
K a r l s r u h e, 7. Mai. Der Prinzregent von Bayern hörte heute vormittag in Gegenwart des Großherzogs von Baden den Vortrag des Banrates Otto Hanger über das Murg-Kraftwerk. Dem Vortragenden wurde das Ehrenkreuz des Verdienstordens vom Heiligen Michael verliehen. Später besuchte der Prinzregent das Atelier des Bildhauers Professor Schreyögg, der gegenwärtig mit der Ausarbeitung eines Denkmals für den verewigten Prii'.zregenten Luitpold für seine Heimatsgemeinde Mittenwald beschäftigt ist.
Um 2 Uhr 15 Mm. mittags hat das Prinzregentenpaar die badische H a u p t st a d t wieder verlassen, um sich über Germersheim nach Edenkoben zu begeben. Dort ist das Prinz-
geachtet der schlechten Zeiten, verschrieb man sich diesmal obendrein
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Kriic Besuch des Königs von England i n P a r i s.
Das Reuter-Bureau erfährt von amtlicher Seite: Das von der französischen Presse verbreckete Gerücht, daß das Königspaar im Herbst Paris besuchen werde, ist völlig unbegründet. Der König wird im Herbst den englischen Manövern beiwohnen. Außer der Reife nach Berlin zur Teilnahme an der Hochzeitsseier am 24. Mai ist in diesem Jahre kein Konti n e n t s b e s u ch des Königs beabsichtigt. Der König wird den Besuch des Präsidenten Poinearü im Jahre 1914 erwidern. Der Zeitpunkt ist noch nicht festgesetzt.
Zur Einführung der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich.
Die „Hnrnanitö" veröffentlicht den von der Kammergruppe der geeinigten Sozialisten beschlossenen Aufruf gegen die Zurückbehaltung der Jabresktasse 1910. In dem Aufruf kreißt es u. a.: „Der Ministerpräsident hat die Kühnl>eit gehabt, int „Temps" anzukündigen, daß er die im September d. I. sreiwerdende Jahresklasse mittels Dekret zurückbehalten und zu einem dritten Dienstjahre verurteilen werde. Tas ift eine unerträgliche Ungesetzlichkeit und e i n e A r t S t a a t s st r e i ch. Das Gesetz'
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Anzeiger Gießen.
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tasten wie ein Kranker ihnen gegenüber, wie einer, dessen Kunst keine Fortsetzung hat.
Daneben berührt die Erdnähe Tübners umso wohltuender. Prachtvoll seine fürstlichen Reiteroffiziere im grünen deutschen Wald, prachtvoll die Kontraste der Farben und ihre Sattigkeit. Ebenso Slevogt auf seine besondere, ausgesprochen impressionistische Manier, die in einem Tamenbildnis sogar bewußt des großen Manets Spuren verfolgt.
Ten Gipfelpunkt der ganzen Ausstellung stellt dann der Saal Ferdinand Hodlers dar. Frühe Landschaften hängen neben den neuesten mit ihrer wundervollen Getragenheit, die Poesie des bekannten „Frühlings" steigt auf, und der „Mäher" — die neue und wohl beste Fassung — entfaltet feine zähe und energische Krast.
Unter den Jüngeren befriedigt vor allem H ö l z e l, der seine Landschaften rhythmisiert, verdient her Sonderbundführer Deußer, ein deutscher Cezanne, warme Anerkennung und bestätigt Pechstein die hohen Erwartungen, die man an seinen Namen knüpft. Und das wird umso wärmer in Mannheim begrüßt, wo der Künstler eine zweite Heimat und ein ausgezeichnetes Absatzgebiet gefinthen hat.
Prächtig zum Schluß ist die Gruppe Plastik. Die Badener Gerstel und A l b i f c r bringen ihre hervorragend ausdrucksstarken „Tanzenden" und „Fallenden", und der mit dem Villa- Romäna Preis (für Plastili bedachte Berlimw Erich Ste- phany entzückt mit seinen leid'1 getönten, lieblichen und doch klassisch strengen Terrakotten. E's schließt also mit einem Hellen Akkord die große Künstlerbund-Ausstellung Mannheim 1913.
bemerkbar macht, wie sie wie ihnen die Komposition wird. Gustav Klimt, stetlung vertreten ist, hat zu tun; vielmehr erscheint
Dentfches Reich.
Eine Reise des Kaisers nach Ischl und Gmunden?
Wie aus Wien verlautet, wird Kaiser Wilhelm dem Kaiser Franz Josef in Ischl einen eintägigen Besuch abstatten. Für diesen Besuch ist die Zeit zwischen dem 12. imd 14. August in Aussicht genommen. Hierauf begibt sich Kaiser Wilhelm zum Gegenbesuch des Herzogs von Cumberland nach Gmunden, wo er auch an den von dem Herzog gegebenen Jagden teilnimmt. /Die genaue Feststellung deS Reiseprogramms erfolgt nach den zwischen den Hvftnarschallämtern geführten Verhandlungen in allernächster Zeit.
Vom preußischen Landtag.
Mit der Auslösung des Llbgeordnetenhcmses ist das vom Herrenhaus abgeänderte Ausgrabungsgesetz unter den Tisch gefalle n. Das gleiche gilt für die vom Abgeordnetenhaus unerledigt gelassene Novelle zum Einkommensteuergesetz.
Erfurt und das Kaisers nbiläum.
Aus Anlaß des Regierungsjitbiläums bcimlligte der Magistrat 292 000 Mk. für einen Volkspark, 76 000 Mk. für ein Jugend hei in , 50 000 Mk. für Pete ranenunter st üt- z u u g und 2000 Mk. für Krüppels ür sorge.
— Der Senior der Marburger Theologenfakultät, Prof. Wilhelm Herrmann, nimmt jcht zu einer Verteidigung seiner angegriffenen Kollegen in einem offenen Brief an den Kasseler Konsistorialpräsidenten Freiherrn v. Schenk zu Schweinsberg das Wort, der im Abgeordnetenhause gegen Jülicher wegen seiner bekannten Broschüre und gegen Heitmüller wegen seiner Lehre die schärfsten Bortvürfe geäußert hat. Der greife Marburger Gelehrte tritt in seinem Brief, den die „Christliche Welt" veröffentlicht, vollkommen seinen beiden Fachkollegen zur Seite. Er sagt u. a.: „In Rom wird dem Forscher vorgeschrieben, was er finden darf. Wir haben dafür keine Ohren. Die intensive Beschäftigung mit der Bibel selbst, die wir fordern, ist mir möglich, wo völlig selbständige historische Forschung immer neu ihre Fragen stellt. Aber der evangelische Glaube wird freilid) nie zu geben, daß das, was er sehen darf, durch das wissenschaftlich Feststellbare begrenzt wird. Daraus ergibt sich eine Spannung in der evangelischen Theologie und Kirche, die zu ihrem Leben gehört, die aber für die Stacttsraison sehr unbequem sein kann. Der Staat hat an der römischen Kirche einiges zu tragen. Er wird wohl auch jeir Unruhe in der evangelischen Theologie tragen können. Aill *cr sie gewaltsam beseitigen, wie es jetzt festgelegt zu sein scheint, so stört er das Leden des evangelischen Christentums." Herrmann nennt es die Aufgabe der Systematiker in der Fakultät, dem jungen Theologen, der durch die strenge Schule gerechter Historiker gegangen ist, zu zeigen, daß die gewonnene kritische Einsicht den Glauben nicht hindert, in der biblischen llebcrliefcrung das zu finden, was ihn schafft und nährt. Die durch die Kritik bereiteten Nöte werden überwunden, wenn der Keim des Glaubens oder des religiösen Verständnisses entwickelt wird. Dagegen ist es sehr schwer, denen zu helfen, die durch die Verführung, die Flucht vor ernster Wahrheitsforschung für Glauben zu halten, innerlich ersthlafft sind.
- Das M n nch euer Rich a r d-W a g n er - De n km al wird nach einer Mitteilung unseres Korrespondenten am 21. Mcn enthüllt werden. Das Denkmal wird zwei Inschriften tragen. Die Worte: „Richard Wagner" und: „Dem Herrscherhause der Wittelsbacher, der holden Kunst Beschützer zu dauerndem Danke" Der Prinzregent genehmigte in einer dem früheren General, intenbant v. Possart gewährten Audienz die Inschrift und nahm die Widmung des Denkmals für das Haus Wittelsbach an. Das Denkmal wird sich gegenüber dem Prinzregententheater, in einem Hain von Buchen, Eichen und kleinen Gebüsches mir einem großen Marmor sockel erheben. Es ist die Arbeit Prof. Wadereo. Das Denkmal ist ganz aus privaten Mitteln hergestellt.
farbigen Lebendigkeit, ihrer toleranten Vielseitigkeit, ihrer ge- Diegenen Qualität bemerkenswert da; und neben, den anerkannten Meistern 51 a l ck r e n t h , T h o m a , L i e b e r In a n n , C o r i n t h, Slevogt, Trübner und Hodler — den beiden letzten tribmetc man sogar je einen eigenen Saal — finden wir die jungen und Ringenden in reichlicher Zahl, finden wir Caspar. Pechstein, D en ße r , H öl zel, weitere Mitglieder vom .Kölner Sonderbund und Anhänger der zwar problematischen Berliner Neuen Sezession.
- Flüchtig allerdings kann nur unser Ueberblick bleiben. K a l ck- Le u t h ist mit Porträts und Landschaften bcrtrelen; die Porträts nehmen für ihren seinen Adel ein und die Landschaften für ihre Farbigkeit und Saftigkeit, die gerade jüngst wieder die Arbeiten fkalckreuths angenehm auszeichnen. Vom alten Hans T h o m a ein neues Werk, das seltsame Wege geht: ein Werk nämlich, das auf die Stimmung des Lieblichen zum größten Teile verzichtet unb sich heiß müht um Monumentalität und Moderne.
Also ist der Alte vom Schwarzwald immer noch im Bor wärtsdringen, ebenso wie Liebermann, was seine famosen Impressionen von der holländischen Küste beweisen, sowie Sturm g?selle Lovis Corinth, der einen grandiosen Fanatiker und Apostel Paulus mit Schwert und Bibel gebracht hat, sowie den schwelgerischen Ueberfluß eines Blüten- und Früchtestillebens nach Art des alten Snyders.
Eine große Ueberraschung ist Albert Weißberger, der ehemalige Zeichner der „Jugend". Er erscheint nämlich hier als religiöser Mystiker; und tief erschütternd ift sein klagender Jeremias vor den Toren Jerusalems, der mit einer ungeheuren Leidenschaft seinen nackten abgehärmten Körper auf den stei-
Bräutigam, das „entwürdigende" Gelöbnis des Gehorsams dem Geistlichen nachzusprechen. Statt der Gehorsamsformel murmelt sie im besten Falle unartiliilierto Laute und cr- i'färt dann ihrer bewundernden Umgebung, sie habe auf ihrer „Weibeswürde" bestanden. Man sieht, welch seltsame Phänomene die Furcht vor den alles beherrschen woll-enoen Suffragetten auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens in England zeitigt! Es ist die allerhöchste Zeit, den Kampf dagegen aufzunehmcn.
Die neuesten „Taten".
London, 7. Mai. In der Nachbarschaft der St. Pauls- kathedrale und irn Bureau der „Daily News" wurden heute vormittag Bomben entdeckt. Ferner wurde ein Cricket-P a- villon durch Feuer zerstört. Man schreibt die Schuld Anhängerinnen des Frauenstimmrechts zu.
In der St. Pauls-Kathedrale wurde unter dem Stuhl des Bischofs heute morgen eine Bombe gefunden. Man taucht" sie fofent srß^Wasstr und übergab sie der Polizei. Die Bombe war mit Dynamit gefüllt. Ein Fehler in der Mechanil verhinderte eine Explosion. Die Behörden sind der Meinung, daß offenbar beabsichtige war, daß die Bombe nachts explodieren sollte, während die Gebäude leer sind. Die in den Geschäftsräumen der „Daily News" gefunbene Bombe war leer.
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SuUügetten-Verbrechen.
Aus London wird uns geschrieben:
Die Suffragetten haben durch ihre letzten haarsträubenden Untaten wohl für längere Zeit das Gegenteil Don dem erreicht, was sie auf so unmenschlichem' Wege erstreben. Diesen Furien das politische Sttmmrecht? Niemals! Dies ist jetzt die überwiegende und wahre öffentliche Meinung in England. Das Frauenwahlreck)tsigefetz wurde in der Nacht von Dienstag auf ?Nittwoch im englischen Unterhause mit noch nicht dagewefener Mehrheit abgelehnt. Das Interesse dreht sich nur noch um die Frage: Verbrechen oder Wahnsinn? „Brandstiftungen sind von jeher 'dazu benutzt worden, um gewissm politischen und sozialen Bestrebungen, namentlich solchen extremer Natur, mehr 'Nachdruck zu verleihen" meint schon der alte .Noscher in seinen Grundlagen für Nationalökonomie. In der neuesten Zeit sind aber die politischen uird soz-ialen Brandstifter sehr selten ,geworden. Die Sozialdemokratie hat mit diesen Mitteln nie gearbeitet. Den englischen Frauenrechtlerinnen blieb cy jedenfalls Vorbehalten, das Brandfttften als politische Reklame wieder in Uebung und zu Ehren oder vielmehr zu Unehren zu bringen und dabei eine Grausamleit zu entwickeln, vor der jeder männliche imd menschliche Verstand erstarrt. Lombrvso sucht in seinem berühmten Wert „Das Weib" auch diesen weiblicher! Zug psycholigisch zu verstehen, indem er schreibt:
„Die Grausamkeit ist die Reaktion eines schwachen Geschöpfes gegen den Widerstand und die Hindernisse des Lebens. Das schwache Weib muß, da es seinen Gegner nicht vennchten kann, ihn mit, allen kleinen Waisen der Grausamkeit quälen, um ihn kampfunfähig zu machen. Die Grausamkeit der Fran ift ein Produkt ihrer Anpassung an die Lebensbedingungen, sie ist wie die List eine Folge ihrer Schwäche."
Mit solchen kriminalistisch-psychiatrischen Erklärungen konrmt man aber in der Suffragettenfrage nicht mehr gut weiter. Die Kriminalisten sind sich ja auch darüber einig, da-ßi'der — Giftmord hauptsächlich von Frauen begangen werde, daß seine Heimlichkeit, verbunden mit Anwendung von List, um das Opfer zum Trinken des vergifteten Trantes zu bringen, schon an und für sich dem weiblichen Charakter entspreche. Nun, dw edlen Frauen her Stimmrechtspropaganda haben ja bereits damit begonnen, Tiere zu vergiften. Tie Bergiftimg eines chit,efi- schen Hündchens, das in der Ausstellung auf 40 000 Mark bewertet worden war, soll das Werk der Suffragetten sein. .Die unglückliche Besitzerin des Tierchens erhielt einen Brief, tvorin man fie benachrichtigte, iht Liebling sei „auf dem 'Macke der Suffragetten geopfert" worden. 'Es kämen nun ouch Rennpferde und andere wertvolle Tiere an die Reihe. Tatsächlich hat die Polizei bereits eine große Reihe von Meldungen erhalten, daß in verschiedenen Teilen Londons wertvollen Hunden und Katzen durch Gift ein qualvoller Tod bereitet worden ist. Bom Vergiften wertvoller harmloser Haustieve zum ruchlosen Menschenmord ist kein großer Schritt, und man darf -es der öffentlichen Meinung Eng- Lands nach allem, was in den letzten Wochen und Tagen borgefallen ist, nicht verübeln, wenn sie den Wahlrechtsfurien schließlich auch dies Allerletzte und Entsetzlichste zn- traut. Die Polizei ist jedenfalls neuerdings auf alles gefaßt und hat den Kampf g.'gen die politischen Verbreche- Linnen entschlossen und rücksichtslos aufgenommen. Dem
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