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hessische Zweite Kammer,
1910
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794 234 dz
80 019
572 668
1912
33 586 dz
221 589 „
Rohtabak zur Zigaretten- sabrikation . . .
Rohtabak zur Fabrikation von Zigarren usw. . . .
werden solle aber nicht als pensionsfähig zu betrachten fei. Hebet diesen Vorschlag des Bauernbundes wird in der nächsten Litznng noch weiter beraten werden, die am Dienstag abgehoben iverden wird.
Rohtabak zur Zigaretten- sabrikation......
Rohtabak zur Fabrikation von Zigarren usw. . . .
und 1913 ffat die
1913
39 050 dz
228 348 „
Aus Stadt und Land»
k n x Gießen, 7. Juni 1913.
** Lehrerpersonalien. Dem Lehrer Konr. Spieß zu Ra in rod imirbc eine Lehrcrstelle zu Mörfelden: dem Schul- amte-nipiranten Wilh. Freund aus Jugenheim (Kr. Bingen) eine ^.ehrerstelle zu Walldorf; dem Schalamtsaspiranten Wild. Venkel aus Darmstadt eine Lchrcrstcllc zu Crumstadt: dem ^chulamtsairnranken Rob. Hinze aus Darmstadt eine Lehrer- Ilelle zu zielsterbach; dem Schulamtsaspiranten Phil. H os cki a n n cnis Lindenfels eine Lchrerstelle zu Gkop Hausen; dem Schulamts- k'yir^ln^rn' '^ar^ -R ü l l e r aus Allertshausen die Lchrerstelle an di'r Gemcindefchule zu Gunzenau: dem Lehrer Hch. Burk iu Wald-Erlenbach die Lehrcrstelle an der Gcmeindcschulc zu Lörzenbach: deni Lehrer Karl Frei Höffer zu Rainrod eine Lehrer- stelle zu Raunheim: dem Lehrer .Hch. Schiff zu Fahrenbach eine Lehrerstcllc an der Gemcindefchule zu Dalheim: dem Schul- amt^aspiranten Jos. Schmitt aus Wald-Michelbach eine Lehrer- Itenc an der cvang. Schule zu Birkenau übertragen. Ter von dem Grasen zu Erbach-Fürstenau auf die erledigte Lchrerstelle an der- Gemeindcschulc zu Olfen präsentierte Lehrer Phil. Kr o h ;n Metzlos-Gchaag und der von dem Fürsten zu Solms-Braunfels und dem Grafen zu Solms-Laubach auf die erledigte Lehrer- stcllc an der Gemeindeschule zu Trais-Münzenberg präsentierte Lehrer Lldolf Morell zu Münzenberg wurden bestätigt.
* Acnderung einer Amtsbezeichnung. Der Gropherzog hat angeordnet, daß an Stelle des Amtstitels ,',Stcuer- rontrolleur" künftig der Amtstitel „O b c r st e u e r k o n t r o l- l c u r tritt.
** Stad11heater. Die Operettenaa st spiele beginnen am Dienstag, 17. Juni, mit Leo Falls neuester Operette „Der liebe Augustin". Arn Dienstag, den 24. Asum, folgt Offenbachs „S chöne Helen a". Billett- bestellungen bittet man nur an d i e Kasse und nicht an bie Direktion des Stadttheaters zu richten, da die Briefe an bic Direktion von ber Post nach Bad-Nauheim gesanbt werbeii. Auch im Briefkasten des Stabttheaters "können Bestellungen eingelegt werben.
*' Im Oberhessischen Kunstverein hat diese Woche wiederum ein vollständiger Wechsel der Gemälde statt- gefunden und gelangten Sammlungen von Peter Bayer- Mannheim, Otto Engelhardt-Kpffhäuser-Magdeburg und von unserem einheimischen Künstler Wilh. Barrel, zur Ausstellung. D:e Ausstellung ist täglich, mit Ausnahme Samstags, geöffnet auch morgen, Sonntag von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen«
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: öl.
Redaktion: ^zA112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen»
Samstag, 7. )uni
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS»Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „Gießener Zarntlienblatter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für Öen Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Der widerstand gegen die dreijährige Dienstzeit in Zrankreich.
Pa ris, 6. Juni. Die „Humanitä" veröffentlicht ein vom Kriegsmimster E t i e n n e a n b ie Ko rp s ko m m a n- b cur e gerichtetes Rundschreiben, in welchem darauf hingewiesen wird, daß einige O f f i z i e r e sich dazu hüi- lösten, über die von der Regierung eingebrachte Mrlitarvorlage ungünstige Urteile zu äußern. Die Korpskommandeure möchten deshalb die Ossrziere daran erinnern, daß sie in ber Neuerung ihrer Meinung größte Zurückl>altung fru beobachten haben. Jaurös bemerkt bazu: Dieses Rundschreiben, welc^s alle Offiziere unter Bewachung stelle, sei der furchtbarste Schlag welcher gegen das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit geführt worden sei, denn das Schriftstück bedeute' das offene Geständnis, daß eine große Zahl republikanisch gesinnter Lssiziere Gegner der dreijährigen Dienstzeit seien.
Landkreis Gießen.
r. ,, -7- Großen-Linden, 6. Juni. Bei der am 2.Ium ■°c!?C^q6 e.n Schwemezählung wurden 1031 Stück qe- jablt, wohingegen bei der Zählung am 2. Dezember 1912 nur 825 Schweine vorhanden waren; also wäre eine Zunahme von 206 Stück zu «rzeichnen.
- , H un6 en , 6. Juni. In einem unbewachten Augenblick Nchr das etwa ojäffrtge Kind einer hiesigen Homilie, dessen
Der Tabakoerbrauch in veutschlan».
Tw „Teuffche Volksw. Korresp." fdyreibt:
^ie Handelspresse macht der Bericht einer großen deutsch Zigarrenfabril' bie Dindo, worin über ben Rückzug bes Tabakverbrauchs geklagt wirb. In Fachkreisen werbe, so heißt es barin, ber Rückgang des Tabak Verbrauchs in Deutschlanb aufüber lOProzent geschätzt, ^iese Behauptung steht im Wiberspruch zu den Zahlen unserer amtlichen Statistik. Einen zuverlässigen Maststab über den deutschen Tabakverbrauch geben jedenfalls die statisti- tck-en Zahlen über die einaeführten und verzollten Mengen von ausländischem Rohtabak. Diese Einfuhr hat aber ge- rabc in den letzten Jahren sehr stark zugenommen und nimmt auch jetzt noch stark zu. Es wurden nach Deutschland em geführt in den Jahren:
mcht mehr betreten dürfen und heute nicht erschienen sind. Das heute geschlossen werden. Laut Fabrikanschlaa macht bie 'Nrma die Airs Händig en für den Schaden haftbar. Der volle Betrieb wird, laut „Neue Bad. Landcsztg.", morgen micäer ffujgenominen werden, und wer nickst zur Arbeit ersckstint, gut al^, tontraktbruchig entlassen.
Arbeiterbewegung.
Ausschreitungen ausständischer Arbeiter und ihre Folgen.
.. , . Sset 1 in , 6. Juni. Jvi Vororte Frauendorf ereigneten sich im Laine des gestrigen Abends große Ausschreitungen aus stand, sch er Arbeiter. Als der Arbeiter Hermann Brandenburg seine Arbeit in der Zichoriensabrik von Weiß wo seit einigen Wochen die Arbeiter wegen Lobnüreitigkeit streiken,' verließ, um sich nach Halise zu begeben, wurde er unterwegs von s treiken den beschimpft und tätlich angegriffen. Darauf z o g B r a n d e n b u r g e i n B r o t m e ss e r und verletzte den Arbeiter Kühle durch einen Stich i n d e n ll n t e r l e i b so schwer, daß dieser bald d a ra u f st arb Brandenburg wurde von einem Gendarmen sestgenommen und nach dem Fabrikgebäude zuruckgesuhrt. Eine Volksmenge von etwa 500 bis 600 Personen verlangte die Heraus" «a.\e ^/"n-^nburgs und versuchte die Fabrik zu erstürmen, hob die Torflügel aus und schlug mehrere Fensterscheiben ein. Tie Gendarmerie mußte verstärkt und Stettiner Schutzleute m u 6 teu au f g e bo t e n w erd en , die mit vorgehaltenem R c- vo.lver und blanker Waffe die Menge zurück- trieben. Aus der Menge fielen Schüsse auf die Be- am len, von denen einer durch einen I e i d) t e it Streit-
D£rI-c.^ * ™,rbe* Soweit iestgestellt wurde, haben üch auch drei Ausitandlsche verbinden lasse,.. Gegen 11 Uhr kehrte allmählich wieder Ruhe ein. 1
. b8. Darmstadt, 6. Juni.
rHrnlSw Eröffnung der Sitzung wurde zunächst der Antrag be- wrochcn, daß ein Durch,chnttt des Wohnungsgeldes der drei Orts-
Eden sollte, daß dann aber die Pcnsions- M? wohnungsgeldes nicht eintreten könne, weil hierdurch KflSCV^eamtrJ1 bedeutend besser gestellt werden würden als die preugitchen, die eine Pcnsionshöchstzahl von 75 Prozent qr^L-r ^?wohl leitens der Regierung wie von Mitgliedern 100 Darauf hingewiesen, daß der Prozentsatz
*50ÄCnt <bc;' Gehaltes doch nur in äußerst seltenen Fällen vorkomine uno daß dieser nicht als Norm angenommen werden b" hesstlche Witwenpension viel geringer als die SrsC‘ c ^”tbc von der Regierung Material an konkreten ?n V^^cr?crl(ni9t' wie sich bei einer Dienstzeit von 20, 30, h<?reTndenffonsderhältnisse in Hessen gegenüber Denen zu Preußen stellten. Seitens der Negierung wurde betont, baß in Preustcr, die Vordienstzeit viel günstiger, nämlich von dem Tage ber Ableistung des Diensteides ab berechnet werde, während snxt C LCI<mCr? -ü?n- dem Tage dauernder bezahlter Verwendung. Näheres Material tagte die Negierung zu.
Nt.nmchr wandte sich der Ausschuß der Frage der Gleich- itellung der akademifch gebildeten Lokälbcamtcn zu. Tie Negierung führte hierzu aus, daß bei der größeren Verantwortung
Amtsgerichten Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms und ss AmtSgcrichtsd,reltor n geschaffen werden sollten, und daß
als Ausgleich dafür zurzeit die 20 d.enstältcsten Richter bei einer Dienstzeit von 25 Jahren eine Zulage von 500 Mark erhalten tonten, durch eine neue Bestimmung die Oberamtsrichtcr und 1 Landgerichtsrate ans em Gehalt von 7000 Mk. gebracht werden tollen: ,ie wies auch auf die Verantwortung der Richter hin, die auch pekuniäre Nachteile zeitigen könne. Die Rick,ter müßten Auf- - »2j>unaen sur Versicherungen machen, tvelche bei anderen Beamten nicht in Frage kamen. Auch sei der Vorbereitungsdienst der Richter um ein ^ahr langer als der der Oberlehrer, der Förster und ^tn am beamten. 5fpn nationalliberaler Seite betonte man, daß es mcht in der Abnckst liege, die vorgesehenen Gehaltserhöhungen etwa zu ttreichen, sondern die entscheidende Frage sei, ob nicht durch Heran'.ehung und Gleichstellung der Gehälter sämtlicher akadenlitch gebildeter Lokalbeamten eine starke Unzufriedenheit in Den afabenutäten Kreisen beseitigt werden könne. Den Richtern stünden bann Vorteile zur Verfügung, daß sie weit bessere Anf- ffickungsverhaltnissc als die Oberlehrer, Oberförster usw hätten Letztere konnten ja nur wenige höhere Stellen für sich in Anspruch nehmen, wahrend gerade bei den Richtern und Verwal tungsbcamten eine große Anzahl Durchgangsstellen zu höheren Gehalten seien Daß Amtsrichter als bienstaufsichtführende Richter ober bei,Gerichten mit Wammern für Handclsiachcn gehoben werden müßten, entspräche der Bebentung dieser Stellen, ^ebenfalls dürften Benachteiligimgen der 20 bienstältcstcn Richter, welche seither die Zulage von 500 Mk. bezogen haben, nicht eintreten. seitens eines anderen Mitgliedes des Ausschusses wurde verlangt, baß über bic Nebenbczügc der Oberlehrer iwn der Regierung genaue Auskunft gegeben werde. Tie Gleichstellung der akademisch gebildeten Lokalbcamtcn sei eine moralische Forderung, und jede Degradierung dort werde auf das. unangenehmste empfunden. Die Regierung wies wiederholt auf bie Verantwortung brr Richter gerade bei den Amtsgerichten hin, bic insbesondere durch Mnsuhrung des neuen Grundbuches erheblich gestiegen sei und auch schon manche pekuniäre Inanspruchnahme gezeitigt habe. Würde • ^geschlagene Aufbesserung nicht in Kraft treten, so würde eine erhebliche Benachteiligung gerade der richterlichen Beamten, die zudem etne längere Vordienstzeit hätten, eintreten. Seitens ।LSutanimftcrS wurde auch die Verantwortlichkeit der dienst- aussickstssuhrendcii Richter, bic ein großes Personal der Amtsgerichte unb_ bic Gerichtsvollzieher zu überwachen hätten, hin= gewiesen. Seitens des Vertreters ber Fortschrittlichen Volks- bartci wird anerkannl, baß eine Differenzierung von Stellen mit geringerer und größerer Vcraniwortlichkeit richtig sei, baß man bann aber auch weiter zu gehen habe und diese nicht allein bei den höheren Beamten, sondern auch z. B. bei den Bezirke raffierern einführen müsse. Wenn die akademisch gebildeten Lotal- beamten auf die Höhe der Richtersätze im Endcgehalt gebracht wurden, so müsse gleiches auch für die mittleren Beamten verlangt werden, demgegenüber mürbe von narionaHibcralcr Seite wmerft, daß nach den Darlegungen der Regierung durch die Besoldungsorbnung die mittleren und unteren hessischen Beamten ben prcusn'chen Beamten wenigstens im Lokaldienst, nicht in den Zentralbehörden gleichgestellt seien, während die akademisch gebildeten Lokalbcamteii entschieden hinter den preußischen Sätzen zurückblieben. Gerade 'um dieses Verhältnis einigermaßen auszugleichen, könne ber Ausweg gedacht werden, die. akademisch gebildeten Lokalbeamten den Richtern im Enbgehalt gleichzustellen oder doch auch hier die Dienstältesten nach 25jädriger Dienstzeit um 500 Mk. zu erhöhen. Tie Regierung gab Auskunft dahin, datz bei einer prozentualen Gleichstellung der dienstältesten Beamten unter den Oberlehrern, Oberförstern, Finanzbeamten mit den 20 dienstältesten Richtern ein Kostenaufwand von etwa 40 bis 4o000 Mk. entstehen würde. Seitens des Vertreters des Bauern- oundes, itrurbc der Vorschlag, gehobene Stellen zu schaffen, leb- haff bekämpft. Diese gehobenen Stellen kämen wieder lediglich den Städten zu gute, und den Nachteil würde das Land zu tragen haben. Deshalb sei eine Derartige Hervorhebung nicht angängig. Wenn man an eine Differenzierung herantrete, könne wes nur geschehen, indem uichtpensionsfähige Zulagen bet größerer Verantwortung gegeben werden könnten.
9lad) einer Panse gab die Regierung über die Nebenbeschäs- tigung der Oberlehrer dahin Auskunft, daß im Jahre 1909 auf 1910 von 500 Oberlehrern nur 30 Pensionäre hielten. Bei diesen fanden im ganzen 56 Pensionäre Unterkunst. Bei Reallehreru und Lehrern an höheren Bürgerschulen (12) seien 20 Pensionäre im ganzen l'anb gewesen Von den 500 Oberlehrern erteilten nur 158 Privatunterricht. Dieser Privatunterricht werde aber nur in einzelnen stunden gegeben und ausgedehnter nur zu Zeiten vor der Versetzung. ES könne deshalb nicht von einem besonders großen Nebenverdienst der Oberlehrer durch Halten von Pensionären ober Erteilen von Privatunterricht gesprochen werden.
Seitens des Bauernbundes kam man bann nochmals auf bic Frage bes Wohnungsgeldes zurück und machte folgenden Vorschlag. ES solle zu dem Gehalt, ioie es in der Regierungsvorlage enthalten sci, dev Wohniingsgeldsatz Der zweiten Ortsklasse hinziigenommen und dieser als pensionsfähiges Gehalt mit zusammengerechnet werben. Dagegen sollen für die in ber Vorlage 1907 bestimmten größeren Städte Mainz, Darmstadt, Gießen, Worms, Offenbach »nd Bingen nichtpensionssähige Zulagen wegen der teueren Wohnungen gegeben werden. Auch möchten bie gehobenen Stellen wegsallen, dagegen für bie Inhaber der gehobenen Stellen Zulagen ebenfalls augesetzt werden.
Seitens des Vorsitzenden wurde feftgcfteUt, daß dieser Vorschlag eine Begünstigung der'Landorte dahin sei, daß den Beamten, welche zur dritten Ortsklasse gehören, ein erhöhter Betrag als der seither «ls Wohnungsgeld bezeichnete zukommen solle. Für die Beamten ^er zweiten Ortsklasse ergebe ber Vorschlag bes Bauernbimdes eine Slcnberung nicht, wohl aber bebeule er eine wesentliche Benachteiligung ber Beamten, die in die Ortsklasse I eingereiht seien, Jpcil diese nur bic Wohnimgsgclbsätze die Ortsklasse II ei halten sollten, der Unterschied zwischen I und II ihnen zwar gegeben
m <**. < Nh ein-Mai nische Verband für Volcsbildung hat seine Jahresversammlung in seinem /?.c,rcTn^auic Frankfurt ab gestalten. Den einführenden Vortrag hielt Prof. Dr. Theobald Ziegler, der ehemalige Straßburger Philosophieprosessor, über das Thema: „Bildungsideal und Praxis des Rh e iu- Mainrschen Verbandes für Volksbildung" Der Redner bezeichnete die Volksbildung als „Hilfe zur Selbstbildung". Tas Ziel der Volksbildungsarbeit müsse die Schaffung von Menschen sein, deren Verstandes-, Gefühlsund Willensleben gleichmäßig entwickelt sei. Die Volksbildung auf neutraler Grundlage, wie wir sie betreiben P^rj nxr Duldung im gewöhnlichen Sinne Und zur aus- drucklia;en Anerkennung der Berechtigung verschiedener Standpunkte. Der Redner bezeichnete am Schlüsse seiner gedankenreichen Ausführungen die Gegensätze der Bildung als die schlimmsten innerhalb eines Volkes. Die Volksbildungsarbeit müsse aber unser Volk wieder zu einer einsteit- Wn JE dbung zusammen führen. Außerdem wurde über das Verhältnis des Verbandes zu anderen, besonderen Aufgaben dienenden Organisationen für Volkskulturbestrebungen ae- prochen. Es ergab sich, daß unser Verband der freie Boden ei, auf dem die verschiedenartigsten Vereine praktisch zu- animenarbeiten könnten, und es konnte ausgesprochen wer- den daß sie sich in ihm immer mehr zusammensänden. Der
hat zurzeit 240 aiigeschlossene Vereine und persönliche Mitarbeiter in 290 Orten in beiden Hessen, in Nassau, ber bayrischen und badischen Pfalz und ben angrenzenden rhernpreußlschen Gebieten. Davon war ein großer Teil tn der Versammlung vertreten. — lieber den Kmemato- grapsten und ferne Bedeutung für die Volksbildung wurde eingehend verhairdelt. Es wurden die Bestrebungen des Verbandes zur Bekämpfung der Schundfilms besprochen und festgelegt, sonst aber erfuhren die Eine- matographen in ihrem Einfluß auf Volk und Jugend eine
Verurteilung. Man glaubte, daß man sie in ber ^""gsarbeit vollstänbig entbehren könnte unb baß alle Bemühungen von feiten der Bolksbildungsvereine zu zurzeit wenigstens noch verfrüht seien. Wo bre Volksbilbungsvereine auf bie befteffenben ^nemato- graphen-^heater bessernd einwirken wollten, seien sie auf die Zentrale für wissenschaftliche und Schul-Kinemato- graphre hingewiesen, die Schuldirektor Elias in Darmstadt vertrete. — Die Vorbereitung der Winterarbeit wurde ebenfalls eingehend besprochen. Es wurde den Vereinen empfohlen, ihre Vorbereitungen möglichst zeitia zu treffen, namentlich sich die Tage und Säle früh zu sichern Wegen der Gewinnung von Rednern und Künstlern müsse man sich möglichst mit der Geschäftsstelle in Verbindung Köat. Sn den Vorstand tvurden die durch das Los aus- geschiedenen Mitglieder wiepergelvahlt. Neu gewählt wur-
B-rrgxrmnster Dr^ Weilerbach (Necka?) und Land- tagsabgeardneter Adelung in Mainz. - Ms neue Ein. richtung kommt in diesem .Herbst eine Arbeiter-Ur- l a ub ö r e 0 e b u r eff b a § ?)? c d a r t a (in Auffiahme. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle jetzt schon entgegen.
ÄUJ 255 17.3 dz 276 398 dz
Don 1910 bis 1912 ist hiernach bie Einfuhr von Rohtabak zur Zigarettenfabrikation um 38,3 Prozent, bie übrige Roh- ^bak-Elnfuhr um 19,4 Prozent gewachsen, unb feit vorigem ^affr bis Ende April 1913 ist wiederum ein Zuwack)s von lb,3 unb 3,1 Prozent zu verzeichnen. Nun wirb allerbings neben ausländischem auch deutscher Rohtabak in der deiit- $cn Tabakindustrie verwendet. Die Verwendung von deutschem Rosttabak hat aber in den letzten Jahren nicht zugenommen. Wenn hiernach auch die Zunahme des gesamten Rohtabakverbrauchs in der deutschen Tabakindu- strie prozentual etwas geringer sich stellt als bie vor- Iteffenb berechnete Zunahme des Verbrauchs von aus- l a n b i s ch e m^Rohtabak, so bleibt aber boch immerhin iwch eine so starke Steigerung bestehen, daß man unmöglich von einem Rückgang des Verbrauchs von Tabak sprechen kann, -ter Anteil bes beutschen Rohtabaks am Gesamtverbrauch unserer Tabakmbustrie beträgt heute nur noch etwa ein fünftel Z_ie Zunahme im Gesamtverbrauch war also jedenfalls erheblich größer als der Bevölkerungszuwachs. Aller- dings entfällt diese Zunahme vonriegend auf die Zigaretten- fabrifatiort. D)cr Zigarettenverbrauch wächst bei uns von ^ahr zu ^ahr, und wahrscheinlich auf Kosten des Zigarrenrauchens, das vielleicht um ein geringes nachgelassen hat, wahrend der Gesamtverbrauch von Tabak zweifellos ae- sffegen ist. ö
1911 1912
91153 dz 110 650
f 29 861 , 683 584
Brandenburg aus der Hast enllaffen.
Stettin, 7. Juni. Dxr Arbeiter Brandenbura der vorgestern den Arbeiter Kühl )o schwer verletzte, daß er bald baraui starb ist, gestern nachmittag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Man nimmt an, bie Behörde stehe auf dem Standpunkt, Brandenburg habe i n N o t w e h r g e h a n d e l t Im Laufe des gestrigen Tages ist die Ruhe m der Fabrik nicht Wetter gestört.
*
Ein Kampf in Mannheim.
^^unheirn 6. Juni. Bei der Maschinenfabrik bon Joseph Bogele haben heute vormittag von rund 1000 Arbeitern 500 die Arbeit unter Kontraktbruch nieder gelegt, da die Flaschenbier Händler die Fabriträumlichketten
Drittes Blatt 165. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhejsen
zus. 652 687 dz iz 1014 dz
In ben ersten vier Monaten 1912 Einfuhr betragen:
Lustkurr und Anton «chncidcr.
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Sankt Moritz)
Tüchtige Aerzte. fische KurTtrr.lt
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Gute Küche, ^aver. di,- i.Tell.Bieberb.Eeliist
Is an der Lais ärgerliches Haus. Pei . Simons, Tel. 38. -
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Geschw. Rehr-"


