Donnerstag, 6. November 1915
ir. 261
Zweites Blatt
165. Jahrgang
Erscheint töglich mit Ausnahme des Sonntags.
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sehr
men, zu untersuchen und der russischen Regierung die Er
Dcr russische Kommissar, ein baltischer Gutsbesitzer, hat
die deutsche Landwirtschaft von den russischen
Ein neues 5tück des Marrus-Cvangeüums
rssante Einzelheiten mit. Ter Deckel des Manuskripts b
( mta und ist mit den Bildnissen der vier Evai
EineEvangelienhandschrist, die mit drei anderen, Teile kei Bibel enthaltenden Dokmnenten von C. L. Freer in Kairo erworben wurde und sich jetzt in Washington be- sindet, enthält Stellen aus dem Markus-Evangelium, die iir keinem anderen Manuskript Vorkommen. Prof, Frhr. Llto v. Schleinitz, der in dem demnächst erscheinenden heft der Zeitschrift für Bücherfreunde ein Faksimile .der kostbaren Handschrift veröffentlicht, teilt zugleich inter- ’ - • Zf ___ ... - L A .< Ti.'.
Seit einiger Zeit weilt, wie wir Berliner Blättern entnehmen, ein russischer Landarbeiterkommissar in Berlin, des-
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea Universitäts - Buch- und Sreiudruckeret.
R. Lange, Gießen.
politiiebe Lcrgesscbcrrs.
Eine russische Bedrohung der deutschen Landwirtschaft.
Ich wies schon neulich auf das „Scheitern" des Irrenanstalts baucs am Wißmar er Weg hin. Heute sage ich dazu, daß gegenüber den Feldbereinigungswert mehr gefordert wurde: von 1 Stadtverordneten 51°.o,
mieden werden
Der letzte Beschluß der Stadtverordneten-Ver- sammlung in der Kliniksfrage wird hoffentlich für ungültig erklärt werden, denn wir haben uns hierbei an die Städteordnung, nicht cm die Landes- oder die Reichsverfassung zu halten. Es bestehen wesentliche Unterschiede zwischen kommunalen Aufgaben und politischen Geschäften, wie sie die großen Parlamente und ihre Parteien zu führen haben. Mit der Ausbreitung und Förderung der Stimmenthaltung sind keine Lorbeeren zu pflücken. Wie wer Horen, soll in der vorliegenden Frage der gesetzliche Beschwerdeweg rechtzeitig beschritten werden.________________
1 „ 122qo.
Wenn der Herr Inderthal noch an die Leichtigkeit des Grund- ctlo rbs für städtische Zwecke gla bt, bewundere ich seine Gutgläubigkeit.
Ter Vorschlag des .Herrn Mcher ist 'm. E. der beste. Möglichst billiger Umbau der Klinik für v r o v i s o r i s ch c Rathaus zweäc. — Benutzung der derzeitigen Bürgermeisterei für die Kunstsammlungen und dann gelegentlich nach einem geeigneten Platze in der Stadt nmschaucn — 'man kann an die Gegend Lmdcnvlay - Schloßgasse—Kirchcnplatz denken, — auf diese Art kommt man noch jahrelang um einen Rathausneubau herum nnb wer weiß, wo in dieser Zeit der „Mittelpunkt" der Stadt ist.
Auf diese Art i st eine V e r st ä n d i g u n g d e r aus ein an vergehen den Ansichten möglich. Vielleicht sind wir noch einmal froh, später am Bahnhöfe über größeres eigenes Gelände verfügen zu können. Der derzeitige Bahnhof ist auch immer an seinem Platze gewesen und eine — anrf) nur teil weise Verkehrsverlcgung an eine andere Haltestelle — schädigt die Anlieger. Tas hat uns — so viel ich weiß, die ganze Stcststver ordnctenversammlung — nicht gehindert, c i n m ü 11 g für die Haltestelle „Nord" zu stimmen. Weni Bczirksinteressen den Blick fürs Ganze trüben, der gehört überhaupt nicht in die Stadtverordnetenversammlung, mag er auch sonst ein guter Mann sein.
Mögen sich die Wähler durch eine über Gebühr autgebauwste Frage nickt von der genauen Prüfung des Kanditen abhnlteu lassen. Tie es allen Reckt machen wollen, sind nicht ine besten nnb die am meisten versprechen, halten am wenigsten. E. Krumm
Es ist zunächst stark befremdend, daß Herr Krumm hier eine ganze Reihe von Personen grundlos angreift tmd mit verdächtigenden Porwürfen überhäuft. Jeder der in unserem Blatte zum Worte gekommenen Einsender hat ruhig und sachlich zu einer die gesamte Bürgerschaft im höchsten Grade interessierenden Angelegenheit feine Ueber- zeugung dargetan, und nun kommt Herr Krumm, der so gern als Verfechter der Volksrechte gelten will, und drückt seine Verachtung über solche Bemühungen aus. Er spricht von „Lärm", „Geschrei" und „Mache" und erhebt gar wider seine sachlichen Gegner den Vorwurf, daß sie ,.im Trüben fischen" wollten. Ist es in einer Zeit, wo die Bevölkerung zur Wahl ihrer Vertreter schreiten soll, nicht förderlich, wenn das Jnteresfe an wichtigen öffentlichen Dingen belebt wird und muß man denjenigen schlechte Motive unter-, schieben, die es wagen, einmal öffentlich ihre Meinung zu sagen? Herr Krumm, der doch schon häufig „Tinteuströme" vergosfen hat, würde gewiß empört gewesen sein, wenn ihm jemand seine redliche Absicht bestritten haben würde; warum tut er es andern gegenüber?
Das Vorgehen ist um so verwunderlicher, da Herr Krumm von "der Auseinandersetzung in unserem Blatte offenbar viel profitiert hat und gar nicht mehr so fest davon überzeugt zu sein scheint, daß der Umbau der Klinik das Nichtige ist! Er bekennt sich heute zu den An°< sichten des Herrn Architekten Meyer, die aber doch von beut Beschlüsse der Stadtverordueten-„Mehrheit" seines ent lieh abweichen. Herr Meyer hat ja doch alles bestätigt, was wir, an dem bekannten Beschluß in bautechnischer Hinsicht zu tadeln hatten und was auch der Sachverständige Herr Schön so eingehend und überzeugend dargetan hat. Einige Abschweifungen, die Herr Krumm sich auch diesmal wieder gestattet hat, können wir kürz abtun. Am 1 8. April (nicht im Mai) d. I. ist jener Beschluß gefaßt worden, auf den Herr Krumm sich beruft, wonach das Hochbauamt binnen sechs Wochen Kostenvoranschlag und Pläne zur „Umwandlung" der alten Klinik vorlegen sollte. Daß dieser Entschluß verwunderlich war und znm Widerspruch hätte verlocken können, geben wir gerne zu. Tie
Die „Glehener Zamilienb lütter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt. dar „Breisblatt für den Breis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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heic der heutigen Stadtverordneten noch Beschlüsse fassen und Geschäfte erledigen kann. Ta Herr Krumm aber selbst darauf verweist, daß die endgültige Entscheidung in der Rathansfrage von der neuen Versammlung gefallt werde, spricht er dem voreiligen Beschluß selbst das Urtcu. Wenn er dabei fragt: „wozu also der ganze Lärm?" so fragen wir: Wozu die Ausgabe von 2000 Marl, die zum Fenster hinausgeworfen sind, wenn das neue Stadtparla- ment andern Sinnes ift und in seinen Beschlüssen Der Mehrheit des Bürgertums si chanschließt.
Herr Architekt Schön hat die flüchtige und unbestimmte Art des beschlossenen Ausschreibens sehr zutreffend und eingehend kritisiert: .Herr Kriiinm hat es vorgezogen, darauf nicht einzugehen. lind doch hat es einmal in der Stadtverordnetenversammlung einen Tag gegeben, wo auch Herr Krumm der acken Klinik ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellte, nämlich am 9. Januar d. I., wo man die Möglichkeit in Betracht zog, daß der Eisenbahnfiskus den Ban anlaufcn werde. Herr Mruntm sagte damals laut Sitzungsbericht u. a. folgende Sätze: „M'i t 50000 Mark wird man keinen befriedigenden Zu st and schaffen können. Die Möglichkeit der Verwendung der alten Klinik ist nicht so einleuchtend, um sich deshalb mit der Mehrheit der Bürgerschaft in Widerspruch zu setzen, wenn Die Stadt keinen finanziellen Vorteil hat." Herr Krumm äußerte damals ernste finanzielle Bedenken: „Man wird für eme halbe Million ein Gebäude haben, das nicht unterkellert ist." — Damals wurde denn auch die Verwendung der Klinik als Rathaus mit 19 gegen 12 Stimmen ab gelehnt.
Daß ein Kaufvertrag mit der Eisenbahnbehörde nicht zustande kam, ist durchaus nicht von entscheidender Bedeutung. Dagegen ist der frühere Ausspruch Krumms, mit 50 000 Mark werde man keinen befriedigenden Zustand schaffen können, in sehr ernste Erwägung zu ziehen. Alle Sachverständigen, die hier zum Worte gekommen sind, haben übereinstimmend betont, eine brauchbare Einrichtung — von einem Umbau gar nicht zu reden — der alten Klinik werde sich nur mit verhältnismäßig sehr hohen Kosten ermöglichen lassen. Bei der Entscheidung wäre dabei zu berücksichtigen, wie lange wir an ein Provisorium' gebunden wären. Für einen fünf- bis sechsjährigen Aufenthalt brauchen wir diesen kostspieligen Ausflug m das gelobte Land nicht; 60 000 Mark Herstellungskosten sind dafür noch viel zu teuer. Wir vertreten nach wie vor die Ueberzeugung, daß die Bürgermeisterei sich mit ihren jetzigen Räumen noch einige Jahre behelfen kann, bis die Finanzen der Stadt Gießen günstiger liegen. Unnütz hohe Ausgaben, tote für das Eichamt und für die Cholerabaracken, müssen künftig ver-
Eichener Mnjcujcr
General-Anzeiger für Gberheffen
sicht aus Holz und ist mit den Bildnissen der vier Evan-, Lüften geschmückt. In dem auf Pergament geschriebenen, ivahrschernlich im 5. Jahrhundert abgefaßten Dokument st wie in den meisten alten Unzial-Manuskripten, wenig Kennung der Worte, feine Punktation und Akzentuierung vorhanden. Die neuen Stellen finden sich im 16.,
dem letzten Kapitel des Markus-Evangeliums. Da offenbart sich der Herr in Pers 14 nach der Auferstehung den e(| Jüngern „und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens härtigfeit daß sie nicht geglaubt hätten denen, die ihn besehen hatten auferstanden." Daran schließt sich nun eine bisher v ö llig unbekannte Stelle, die in derUeber- jehung folgendermaßen lautet: . o
Und sie entschuldigten sich, indem sie sagten, daß dies Zeitalter der Ungesetzlichkeit und deS Unglaubens unter dem raufet stehe das durch die Vermittlung von unsauberen (Mftern dadurch leide, daß die wahre Macht Gottes nicht begriffen werde. „Deshalb", sagten ste zu Christas „beweise uns sofort deine Gerechtigkeit." Und Christus sprach zu Knien: „Das Ende der Jahre der Macht des Teufels .ist tt füllt, aber in der Zwischenzeit snid andere Uebel drohend nahe. Um der Sünder willen war ich dem Tode überliefert wurden, damit sie zur Wahrheit zuruckkehren und nicht ferner sündigen, aber erben moch^n den geistigen und unvergänglichen Richm der Gerechti^eitim Fimmel T.aran schließt sich dann der Vers la, der den ^aufbefehl emthält, in der üblichen Lesart^ . .
Tas Evangelien-Manuslript stammt wie die drei andern Handschriften, von denen die erste das Deuteronomium
— Der Grund st ein für das Zoologische Institut der Universität Frankfurt soll in Den nächsten Wochen gelegt werben. Dies hat die Scnckenbergische Naturforschende Gesellschaft, deren Einrichtungen wohl teilweise in den Dienst der Universität gestellt werden, die aber dennoch auch iwch einige Aufgaben von Bedeutung zu erfüllen hat, veranlaßt, in dringlicher Weise an den notroenbigen Museums-Erweiterungsbau hcranzutreten. Zwar sind es erst wenige Jahre her, bas; die Gesellschaft, die unter der Schirmherrschaft der .Kaiserin steht, ihren prächtigen Museumsbau an der Viktoria-Allee beziehen und damit eine naturwissenschaftliche Schaustellung eröffnen konnte, die in ihrem äußeren Aufbau kaum von einer ähnlichen Anstalt in Teuifcklanb übertroffen wirb. Aber die Schaustellung zeigt in einzelnen Teilen bedeickliche Lücken, die auszufüllen aus Raumgründen unmöglich ist. Deshalb soll jetzt sofort ans Werk gegangen werden, um die Dkuseumserweiterüng als Mittelglied .zwischen dem jetzigen Bau und dem Zoologischen Institut gleichzeitig mit diesem bauen zu können, wodurch gegenüber einer etwaigen späteren Errichtung rund 50 000 Mark erspart werden. Ein Teil der bann gewonnenen Räume soll, der Köln. Ztg. zufolge, der Universität für den Unterricht in der Geologie, Mineralogie und Paläontologie auf zehn Jahre vermietet werden. Die Finanz- srage will die Gesellschaft, wie sie das auch bisher stets getan hat, selbst ohne Inanspruchnahme öffentlicher Gelder lösen. Sie wendet sich nämlich an den bewährten Bürgersinn der Frankfurter und fordert zur Zeichnung einer zinslosen Anleihe von einer halben Million Mark auf,, für deren Rückzahlung innerhalb 16 Jahren
sich die Deutsche Bank — wie es heißt, infolge Verwenbung ihres Direktors v. Gwinner, eines geborenen Frankfurters — verbürgen wird.
— Ein neuer Rembrandt. Aus Berlin, 4. Nov., wird gemeldet: In einem Privathaüfe wurde ein bisher unbekanntes Bild von Rembrandt, das Bildnis eines blonden jungen Mannes aus des Künstlers bester.Zeit gefunden. Es ist bereits in den Besitz eines der größten deutschen Sammler übergegangem
— CinebritischeSudpol-Expebition 1914. Aus London wirb berichtet: Wie das Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft I. Foster S t a ck h o u s e jetzt bekannt gibt, ist bie Aussendung einer neuen britischen Südpol-Expedition, die im Anschluß an Scotts Forschungen das bisl-er noch nickst untersuchte König-Eduard VII. -Land erforschen wird, nunmehr endgültig gesichert: der Plan der Expedition steht fest, und bie Vorbereitungen haben bereits begonnen. Stackpouse übernimmt selbst bie Führung. „Ehe mein Freund Scott seine letzte Fahrt antrat, drängte er mich immer wieder, eine wissenschaftliche Expedition zur Erforschung des König-Eduard VII.-Land zu unternehmen, um die Küstengliedernng und so viel als möglich vom inneren wissenschaftlich aufzunehmen. Die Pflicht, die ich damals übernahm, hat nun zur Bildung der neuen Expedition geführt, die im kommenden August die Ausreise von England aus antritt." Ta das ganze Gebiet noch, nie von einem Menschenfuß betreten • wurde, sind wertvolle Feststellungen zu erhoffen. Die Expedition wirb weder Hunde noch Ponnys mitnehmen, alle Schlitten sollen von Menschen gezogen werden. Der Stamm der Teilnehmer wird durch Reisegefährten Scotts gebildet.
— lieber den Tod eines deutschen Forschers wird aus London, 4. Nov., gemeldet. Der englische Missionar Edgar Greenshiel.d, der von seiner zweijährigen Missionstätigkeit unter den Eskimos auf der Black Leas Insel zurückgekehrt ist, hat die erste Kunde von dem Tod des deutschen Forschungsreisenden Hantzsch gebracht, der vor vier Jahren mit Greenshield auf einem holländischen Walfischfänger auögeiaoren war. Hantzsch ist im vorigen Jahre auf einer Expedition gestorben, die er von der Missionsstation auf der Black Leas .ymel unternommen hatte. Seine Kräfte waren, anscheinend den Ltrapazen und den klimatischen Verhältnissen nicht gcwach'en. Er war von einigen Eskimos begleitet, die ihm ein ckristliches Begrabnw gaben und seine Hinterlassenschaft Greenchield ausgehandigt haben.
und das Buch Josua, die zweite die Psalmen und die dritte die Epistel Pauli enthält, von einem Händler Mi Ara bi, der bel-auptet, die Manuskripte in Akhrnirn, dem alten Panopolis, ebenda gesunden zu haben, too 1886 ein „apokryphes Evangelium" und „Revelationen Petri" zutage traten. Au dem gleichen Platze entdeckte man eine weibliche, im Museum von Kairo ausgestellte Statue. Die Evan- gelienhandschrift ist trefflich erhalten, weil sie nicht auf PapyruS, sondern auf Pergament uiedergeschrieben ist; sie hat toahrscheinlich 1500 Jahre in einem Grabe geruht und mag dann in das sog. „Weiße Kloster gegenüber von Akl)mim aetommen fein. Die Manuskripte sind alle frei von Einschiebungen und Korrekturen.
Nochmals alte Klinit!
Vorn Stadtverordneten Krumm erhielten wir gestern folgende Zuschrift, der wir um so lieber wieder unverkürzt Ausnahme gewähren, als damit nochmals dargetau werden kann, wie unrichtig und übereilt der letzte Stadtverord- netenbeschluß war:
Nachdem die Tintenströmc über die a(rc Klinik spärlicher fließen, möchte ich noch ein paar Worte hierüber sagen.
Im M a i dieses Jahres beschlossen die Stadtverordneten -- ohne jeden Widerspruch — das Hochbauamt solle ! innen 6 Wochen Entwurf und K o st e n a n s ch l a g für bie Unterbringung der städtischen Dien st raume in. ber alten Klinik ausarbeiten. Es wundert mich, daß auch nicht einer meiner Herren Köllegen den Vorwurf der Ueberrumpelung zurückgewiesen hat, da doch mit der neulichen Vorlage nur ein Beschluß zur Ausführung gebracht wurde, an dem die meisten der Herren mitgewirkt hatten.
Es liegt auch ein Beschluß vor, bis Dezember eine Vorlage über definitive Regelung der Beamten- und Lehrergehal te zu machen ; würde auch hier die Kompe'enz des ,.Rumpf"parlaments angefochten worden sein, wenn der Beschluß nach Wunsch der Jnteresjenten ausfiele? Ich glaube, man würbe sich anerkennend aussprechen, daß die Sache endlich geordne! würde. Entweder ist die beschlußfähige Versammlung kompetent, gültige Beschlüsse zu fassen, — dann über alle Vorlagen, ober die Arbeit wirb bis Januar eingestellt; ich glaube, der „Rumpf" würde mit Vergnügen Ferien machen.
Sie sprechen auch gelassen aus, daß ein Recht sich der Ab- mirmung zu enthalten, kein Stadtverordneter habe. In welchen 3irfassiings-Paragravhen der Reichs- und Landesverfas u n g ist rin solches Recht gewahrt ? und doch enthalten sich in allen ßailamcntcn Abgeordnete der Stimme, und ich möchte auch sehen jeeiani) zum „nein" oder „ja" zu zwingen, der nickst abstimmen Uli. Empfehlen Sie Jlnem Einsender, die Artikel 28 der Reichs- nnb 93 der Hessischen Verfassung zu studieren, ob irgendein „Reckst" nur Stimmenthaltung ausdrücklich gewährt ist. Artikel 44 der Londsländischen Verfassung Hessens sagt sogar klar und deutlich, daß nit „Ja" ober „Nein" abzustimmen sei und doch ist noch niemand ms den kostbaren Einfall gekommen, einem Parlamentarier gemalt am den Mund -u öffnen.
Vorläufig sind 2 000 Mark für Pläne bewilligt und sonst lissts. Wozu der ganze Lärm?, da jede künftige Versammlung b;e Klane ablehnen. Neues beschließen kann; ich wiederhole, 90 Proz es Geschreies ist Ma^l)e von Leuten, welche gerne Stadtväter uerben möchten, und bei der Gelegenheit im Trüben fischen wollen.
Es ist doch merkwürdig, daß, wer Stadtrat werden will, rllcs am besten weiß, und daß diejenigen, welche es sind, ihren Elcrftanb verloren haben. Daran glaube ich nicht, weil ich beide lsittwicklungszeiten mitgemacht und glücklich hinter mir habe.
Auch jetzt noch vermag ich in allen Eingesandts — mit kl >isnahme desjenigen von Herrn Architekt
<■ D e r — eine Verbesserung der Stadtverordnetenbeschlüsse nickst erkennen. Wer — wie Herr Haubach — die jetzt benutzten drei tz-ebäude, Gartenstraße, Asterweg und Weidengasse weiter benutzen imb die alte Klinik leer stehen lassen will, ist nicht svarsam. das ist doch kostspieliger, wie die Verlegung und, anderweitige Be hubunq der 3 Häuser. Auch der Hinweis auf die „Mitte ber Glabt" trifft nicht zu: was übrigens heute mitten ist, kann in 10 Jahren schon außerhalb sein, föerrn Seuling sage ich, wenn lein Fachkollege Huhn mit den dunklen Zimmern Recht hat. raffen die Räume auch mcht zum ausstellen.
Herr Jnderthal behauptet, die alte Klinik könnte schon | jirgst verkauft sein. Wann und an wen erlaube ich mir zu fragen. )crr Jnderthal könnte sich den Dank der ganzen Stadt verdienen, ycitn er uns einen Käufer brächte — wohlgemerkt, nicht für eilten ßtblamncier, der ein hübsches Fleckchen in der Liebigftraße nehmen üütbe und uns den unverdaulichen Rest des Hintergeländes ließe, onbern einen Käufer für das ganze Grundstück. Daß hierbei Be- Hirgungen gestellt werden müßten, ist selbstredend, der Eingang >ur Stabt fanit niemand zur beliebigen Ausnutzung überlassen ocibcn — oder wäre den Herrn auch ein erweiterter Rangierbahn- I jbf auf dem Klinikgelände annehmbar?
Die Häuser kauf plane des Herrn Jnderthal dürften iach noch ein anderes Sümmchen von Unkosten ergeben, wie der Niniks-Umbau. Wer die Forderiingeit kennt, welche der Stadt auch für bic ältesten Baracken gestellt werden, der lächelt nur über den Plan am Neuen Weg und Umgegend so einige tausend Quadratmeter aufzukaufen. Bei solcher „Sparsamkeit" würde die Stadt 'Wechte Erfahrungen machen._______________-__
durchaus ungeeignet fei. , ■—m t
Was haben die Lehrergehälter mit dem Kliniksbau umfangreiche Erhebungen darüber augestellt, intoiemcit zu tun! Wir bestreiten durchaus nicht, daß die Gesamt- d :: J ~ "
Oeffentlichkeit hat auch alsbald Stellung dagegen genom- sen Aufgabe es sein soll, die Lage der russisch-polnischen ^.and^ men, denn 10 Tage später, am 28. April, wurde man sich arbciter, die alljährlich zur Erntezeit nach Deutschland kom- in der Hauptversammlung des Bürgervereins einig men, zu untersuchen und der ruftijchen Regierung die Er- darüber, das; die Klinik für die Zwecke der Bürgermeisterei gebnisse seiner Untersuchung mitzuteilen. _ _


