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7.2.1913 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

Ht. 32

163. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Erscheint ILgllch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberheff

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DieLietzener Zamilienblätter" werden dem ,91n^eifler" viermal wöchentlich beigelegt, das ^.Ureirblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zwermal.

Freitag, 1. Februar 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläls - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gietzen.

Redaktion, Expedttion und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:^^112.Tel^Adr.:AnzeigerGleßen.

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Aus den Reichstagsausschüsjen.

:: Berlin, 7. Febr.

Der Marinevoranschlag im Budgelausschuh.

Der Budgetausschuß begann heute die Beratung des Marine­voranschlags. , Es sand eine Besprechung zwischen den Mitgliedern des Ausschusses und dem Staatssekretär des Reichsmarinecunts von Tirpitz statt über die Verhältnisse der Flotten- st ä r k e. Mit Rücksicht aus die Bedeutung der hierbei abgegebenen Erklärungen beschloß der Ausschuß im Einverständnis mit dem Staatssekretär, daß die Aussprache durch Erklärungen des Staats­sekretärs des Auswärtigen Amts, der zur morgigen Ausschußsitzung erscheinen wird, ergänzt werden soll und man faßte mit Rück­sicht hierauf den Beschluß, über die Verhandlungen erst im Zu­sammenhang der Oefsenüichkeit Mitteilung zu machen.

Der Ausschuß für die Konkurrenzklausel erörterte heute eingehend die <5rage der notariellen Beurkmrdung,» der Konkurrenzklausel. Anträge auf Einfügung des notariellen Beurkundungszwanges wurden mit 11 gegen 9 Stimmen ab­gelehnt. Angenommen wurde folgende vom Abg. Waldstein (Vp.) beantragte Bestimmung!Eine Vereinbarung zwischen dem Prin­zipal und dem Handlungsgehilfen, die den Handlungsgehilfen für die Zeit nach Beendigung des Dienstverhältnisses in seiner ge­werblichen Tätigkeit beschränkt (Wettbewerbsvcrbot), bedarf der Schriftform und der Aushändigung einer vom Prinzipal unter­zeichneten, die vereinbarten Bestimmungen enthaltenden Urkunde an dm Handlungsgehilfm." Dienstag geht die Beratung weiter.

Beschlüsse des Bittjchriftenausschllffes über den Parsifaltchuh.

Der Bittschriftenausschuß verhandelte hmte über die Eingabe der Parsifalliga auf Ausdehnung des Schutzes für dm Parsifal im Sinne der Wünsche der Familie Wagner. Die Ueberweisung zur Berücksichtigung der Bittschrift, die der Berichterstatter Dr. K e r s ch e n st e i n cr (Vp.) beantragte, wurde gegen die Stim­men des Berichterstatters und des Wg. Dr. Burckhardt (wirtsch. Vgg.) abgelehnt. Tesgleichm gegen 5 Stimmen ein konser­vativer Antrag auf Ueberweisung zur Erwägung, in bem Sinne, daß der Regierung die in der Bittschrift enthaltenen berechtigten Bedenkm zur Ausarbeitung überwiesen werden sollte. Die Mehrheit des Ausschusses beschloß über die Bittschrift den Ucbergang zur Tagesordnung beim Plenum zu beantragen.

Dcwficbcs Reich.

Der Kaiser ist am Donnerstag um 4 Uhr von Königsberg kommend im Sonderzuge in P o s e n eingetroffen. Im Schloß besichtigte er eingehend unter Führung des Professors Oetken-Berlin, des Schöpfers der Elisabethkemenate auf der Wartburg, die von ihm hergestellte wunderbare Mosaikausschmückung der Mipelle. Den Tee nahm der Kaiser im Remmter des Schlosses im kleinen Kreise ein. Der Kaiser fuhr um 6.15 Uhr im Sonderzug nach Berlin ab.

Die M a tr i kula rb eiträ g e sollen auf Anregung einzelner Bundesstaaten vom 1. April 1914 auf 5 Jahre festgelegt werden. Wie wir hören, wird die Mehrheit des Reichstags sich einem solchen Vorschläge, wenn er wirklich dem Reichstage vorgelegt werden soll, ablehnend gegenüber verhalten, da die Parteien der Mei- irung sind, daß bestehende Rechte, die dem Reichstag- gestanden worden sind, ihm nicht beschnitten werden sollen.

Der Aeltestenrat des Reichstages trat am Donnerstag gegen Schluß der Plenarsitzung zu einer kurzen Besprechung zusammen. Für Mittwoch ist die Abhaltung eines Schwerinstages in Aussicht genom­men. Dabei soll der Wahlrechtsantrag der Sozialdemo­kraten zur Beratung kommen. Da angenommen wird, daß an einem Tage die Aussprache darüber nicht beendet wird, wird ein weiterer Schwerinstag am darauffolgenden Mitt­woch anberaumt. Acht Tage später soll der Jesuiten­antrag des Zentrums auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Der Entwurf eines obersten Kolonial­gerichtshofs

soll dem Reichstage bekanntlich wieder vorgelegt werden. Ob dies noch vor der Vertagung geschehen wird, ist un­bestimmt. Die Absicht, den obersten Kolonialgerichtshof gleichzeitig als obersten Konsulargerichtshof fungieren zu

Die Leichtgläubigkeit der Nervösen.

Das Kennwort unserer Zeit heißt:Nervosität". Wenn es allmählich bei jedem, ob reich oder arm, jung oder alt, zum täglichen Gesprächsthema wurde, so hat das seinen Gründ: die meisten von uns erfahren mehr oder weniger am eigenen Leibe, was es bedeutet, nervös zu sein, von neurasthenischen Beschwerden, Erschöpfungszuständen usw. geplagt zu werden.

Viele schildern dem Arzt ihren Zustand so, daß kein noch so unbedeutendes Symptom fehlt. Die ganze Skala der Leiden mit: Reizbarkeit, Unfähigkeit zum angestreng­ten Arbeiten, leichte Ermüdbarkeit, Schmerzen da und dort, dumpfer Kopf, Appetitmangel, Verdauungsstörungen, Kopf­schmerzen usw. usw. wird durchgegangen und diese Nervösen wissen wie ein Spezialarzt jede neue Beschwerde festzu­stellen und gebührend hervorzuheben.

Ist aber diese ewige Beschäftigung mit den eigenen Leiden, diese peinliche Selbstbeobachtung, diese ost zu ängst­liche Besorgnis um seine Gesundheit nicht, mehr schädlich als nützlich? Verleitet das den Nervösen nicht zu sehr, jeder angepriesenen Kur sein Geld und seinen Glauben zu opfern?

Man muß diese Fragen leider bejahen. Es gibt keine leichtgläubigeren Menschen als die Nervenschwachen. Sie versuchen immer wieder eine neue Kur, ein neues Mittelchen and gehen sehr oft irre. Denn die Widerstandslosigkeit der Millionen von Nervösen wird häufig rücksichtslos aus­gebeutet.

Alle möglichen Apparate und Verfahren, dann: Nerven­pillen,Nervensubstanzen" usw. wetteifern mit Methoden der geistigen Beeinflussung (z. B. Gesundbeten). Ein be- jonders smarter Amerikaner nahm sogar seinen Lands­leuten das Geld fürelektrische Schube" ab und machte damit ein glänzendes Geschäft, bis die Behörden den Schwindel unterdrückten.

Nun itnrb zweifellos mancher wirklich oder eingebildet Nervöse durch solche Suggestionen vorübergehendgeheilt". Meist endet jedoch die Kur mit einer Enttäuschung und

lassen, ist fallen gelassen worden. Betreffs der Recht­sprechung in Konsularangelegenheiten soll nach wie vor das Reichsgericht oberste Instanz bleiben. Das Reichs­gericht hat selbst einen dahingehenden Wunsch ausgesprochen, da es mit der Rechtsprechung in Konsularangelegenheiten nicht erheblich belastet wird.

Das preußische Landesökonomiekollegium trat am Donnerstag vormittag im Herrenhaus aus Anlaß der Hundertjahrfeier zu einer Festsitzung zusammen, der u. a. Landwirtschaftsminister von Schorlemer-Lieser bei­wohnte. Der Vorsitzende Graf Schwerin-Löwitz eröffnete die Sitzung und gedachte der Erhebung Preußens vor 100 Jahren. Der Landwirtschaftsminister teilte mit, daß nach der letzten Viehzählung im Jahre 1912 ein Manko an Schweinen von 13/4 Millionen gegenüber dem Vor­jahr bestehe und betonte dann weiter, daß er, solange er an der Spitze der preußischen landwirtschaftlichen Verwal­tung stehe,c dafür sorgen werde, daß die Landwirtschaft geschützt und gefördert und daß an der bewährten Wirt­schafts- und Schutzzollpolitik festgehalten werde. Der Prä­sident des statistischen Landesamtes, Evert, sprach über die natürlichen und historischen Grundlagen der Landwirt­schaft und deren Einfluß auf die Entwickelung.

Die Landtagswahlen in dem Herzogtum! Sachsen-Altenburg

brachten am Donnerstag den einzelnen Parteien etwa den gleichen Besitzstand wie früher. Nach den bis jetzt vor­liegenden Meldungen wurden-in den dritten Abteilungen durchweg Sozialdemokraten gewählt, ausgenommen den siebenten ländlicheit Wahlbeziü, wo der Kandidat des Bun­des der Landwirte siegte. Die Ergebnisse aus dem dritten und vierten ländlichen Wahlbezirke stehen noch aus.

Ausland.

Ein Zwischenfall in der belgischen Kammer In der belgischen Kammer ereignete sich am Donnerstag gelegentlich der Beratung über die Verfassungsrevision ein Zwischenfall. Der katholische Abgeordnete aus Flandern, Gielen, rief einem anderen Redner seiner Fraktion, der von dem französischen Wahlsystem sprach, zu: Frank­reich i st eine morsche Republik. Der Kammer­präsident und Ministerpräsident protestierten gegen die Ausdrucksweise. Nachdem aus der Mitte des Hauses inter­pelliert worden war, erhob sich der Kammerpräsi­dent und rief: Vive la France! In diesen Ruf stimmte die Kammer ein. Der Abg. Gielen schränkte nachher feinen Ausruf dahin ein, daß er ihn nur mit Bezug auf das französische Wahlrecht gebraucht habe.

Ueber die Königsberger Rede des Kaisers schreibt derTemps" u. a.: Die Reden Kaiser Wilhelms haben einen besonderen Charakter. Es kömmt in ihnen immer eine Persönlichkeit zum Ausdruck, deren Kraft durch die Jahre nicht äbgeschwächt wurde. Er steht immer in unmittelbarem Zusammenhang mit den Dingen und die Gedanken, welche ein offizielles Fest in ihm wach­rufen, sind stets von einem eigenartigen Zuge beseelt. Es war natürlich, daß der Kaiser, da er in der Hauptstadt Ostpreußens sprach, an die große Rolle erinnerte, welche dieser in der Befreiung Preußens gespielt hat. Tas war in der Tat ein großer Augenblick in der preußi­schen Geschichte, als sich der nationale Widerstand gegen die brutale Politik Napoleons erhob. Frankreich hat die Fehler Napoleons teuer bezahlt. Aber man kann einem Volke, welches sich aus der Niederlage empor­gerafft und seinen Willen zur Wiedergeburt bekräftigt hat, seine Bewunderung nicht versagen. Die Schlußfolgerungen, die Kaiser Wilhelm aus den von ihm wachgerufenen Er­gebnissen gezogen hat, dürften sich alle Völker vor Augen halten. Niemals war das Wort, daß der militärische Er­folg allein nicht genüge und daß alles von der morali­schen Kraft aohänge, wahrer, als in unserer Zeit. In diesem Sinne hat Kaiser Wilhelm sein Volk aufgefordert, mit frohem Herzen die Lasten eines neuen Militärgesetzes

ein neuerVersuch" beginnt! Denn den Geplagten be­herrscht zuletzt nur noch der Gedanke: Wie kann ich mir Hilfe verschaffen und wieder der frühere leistungsfähige Mensch werden, der alle diese Beschwerden nicht fühlte.

Dieses ruhelose, unsichere Gebaren wird nicht wenig dadurch gefördert, daß die wissenschaftliche Erforschung des überaus schwer zugänglichen Gebietes durchaus noch nicht abgeschlossen ist. Man hat die Neurasthenie (außer aus psychischen Ursachen) z. B. er Härt durch Störungen im Stoffwechselhaushalt, im elektrischen Gleichgewichts- und Spannungsverhältnis der Zellen, durch Erschöpfung der Nervensubstanz" und neuerdings wieder durch schlechte Blutzusammensetzung (Säure" im Blut).

All' diesen Theorien mag ein Teil Wahrheit inne- wöhnen, keine davon darf man aber als dieallein richtige" bezeichnen. Deshalb ist es ganz irreführend und unwissen­schaftlich, wenn z. D. Stoffe, deren chemische Konstitution und Wirkungsweise noch nicht einmal genau ermittelt wer­den konnte, alsNervensubstanzen",Nervenersatz" und als allein" helfend angepriesen werden. Jeder ernsthafte Arzt wird solche Behauptungen als ungehörig bezeichnen unb auch seine Behandlungsweise nicht lediglich auf Sättigung dieses sogenanntenNervenhungers" gründen.

Natürlich 'brauchen diese übertrieben angekündigten Er­zeugnisse nicht vollständig wertlos zu sein. Sie können vielmehr in einzelnen Fällen ganz günstig wirken. Vor allem, wenn sie zusammen mit Methoden und Präparaten von erprobter allgemeiner Wirkung gebraucht werden. Jede einseitige Behandlung muß hingegen zwecklos erscheinen, weil die Nervosität soviel weiß man nicht ohne zweckmäßige Lösung der Verdauungsfrage zu beheben ist.

Die Aerzte haben durch genaue Untersuchungen u. a. festgestellt, das; bei Nervösen die Magenbewegungen oft nicht normal vor sich gehen, auch zeigt sich meist eine fehlerhafte Absonderung der Verdauungssäfte. Diese und ähnliche Unregelmäßigkeiten beeinflussen naturgemäß den ganzen Organismus, seine Ernährung, sein Allgemein­befinden usw., sehr ungünstig und sie können nicht mittels einseitiger Nervenreizmittel gebessert werden.

zu tragen. Beherzigen wir diese Worte, sie enthalten eine Lehre, für deren Verständnis Frankreich glücklicherweise seit einigen Monaten empfänglich ist. Kaiser Wilhelm hat nicht nur*für seine Untertanen gesprochen, er verdient auch jenseits der Grenze gehört zu werden.

Die Steuern in Frankreich.

Das Erträgnis der indirekten Steuern und Monopole in Frankreich ergab im Januar 33 637 000 Fr. mehr, als im Budget veranschlagt war.

Die Frauenfrage in Rußland.

Der russische Reichsrat lehnte mit 84 gegen 66 Stimmen den Initiativantrag der Reichsduma, Frauen zur Advokatur zuzulassen, ab.

Zu der Frage der chinesischen Anleihe wird gemeldet, daß sich die Mächte geeinigt haben. China die Ernennung von vier Fun kt i o n ä r e n vorzuschlagen, die den beteiligten Ländern angehören. Es soll nach einer Meldung der Frkf. Ztg. ein Franzose, ein Deutscher, Herr Rump, ein Engländer und ein Russe ernannt werden. Da­gegen meldet 'das Wolff-Bureau, eine der Beiratsstell'en dürfte Frankreich und Rußland gemeinsam zuerkannt werdet:.

ICtrdK und Schule.

Eine Boykottierung des Pfarrers Kraatz.

Schon lange besteht in der Charlottenburger Luisen- gemeinde die Einrichtung, daß am Geburtstage des Kaisers morgens und abends Gottesdienste für die Beamten und die 'Kriegervereine abgehalten werden. In diesem Jahre sollte Pfarrer Kraatz die Vormittagspredigt halten, zu der auch ein Teil der Charlottenburger Schu k manu schäft g-chen wollte. Wie dieLiberale Korrespondeuz" mitteil-t, waren auch schon die Vorbereitungen getroffen worden, und die Kapelle d.T Schutzmannschaft, die die Choräle mit Posaunen zu begleiten pflegt, hatte die Choräle, die Pfarrer Kraatz ausgesucht hatte, eingeübt. Als nun am 27. Januar Pfarrer Kraatz in der Sakristei weilte, um sich zur Abhaltu:^ des Gottesdienstes zu rüsten, fiel es ihm auf, daß der erste Choral ohne Posaunenbegleitung gespielt und daß auch kein Gesang der Gemeinde laut wurde. Er ging an die Tür, öffnete sie ein wenig und sahzu seinem E r stau­ne n , d a ß d ie K i r ch e le e r w a r. In früheren Jahren war die Kirche von Beamten aller Art stets dicht gefüllt gewesen diesmal aber gähnende Leere. Wie sich der Korrespondenz zufolge später herausstellte, war das Aus­bleiben der Beamten auf Verhandlungen zurückzu­führen, die zwischen dem Charlottenburger Poli­zeipräsidium und dem positiven Oberpfarrer der Gemeinde, D. Riemann, gepflogen waren. Die am nächsten liegende Erklärung dieser Tatsache ist wohl die, daß der Königlichen Beamtenschaft von oben herab nahe- getegt worden ist, den Gottesdienst des als liberal ver­schrieenen Pfarrers zu meiden und in die Lützowkapelle zu gehen, in der ein Militärgottesdienst stattfand, der eigent-- lich gar nicht für die Beamten bestimmt war. Wie be­richtet wird, hat lsich der Gemeindekirchenrat in dieser Sache beschwerdeführend an den Miitister des Innern gewandt. ______________________________________________

Handel.

§ Fusion der Bresla uer Diskontobank mit der Darmstädter Bank. Die Darmstädter Bank wird fekt die 'j'resüauev Ti^fontobonf ganz outiiebmen. Der oröhte Teil des seit 19 2 rmch 25 Millionen Mark betragenden Kapitals der Breslauer 7 iskonlodank ist bereits m < äiiben der Darrnslädker Bank. Eine slärkere Vermehrung des Eigenkapilals der letzteren (zurzeit 160 Mill. Mark) ist mit dreier Aktion nicht verknüpft.

I/. Friedberg, 6. Febr. Die Z u ck e r f a b r i k W e t t e r a u hielt unter dem Vorsitze des Freiberru von Löw-Niederflorstadt ihre Hauptverianunlung ab Es wurde einstimmig beschlossen, so­fort mit den baulichen Veränderungen sofort zu beginnen. Tie Diktionäre bewilligten dafür 2 670 000 Mk. und beschlossen, den Lieferanten 10 P»g. für den Zentner mehr zu zahlen, die in den ersten 14 Tagen der Kampagne die Rüben lieferten.

Sobald aber durch allgemein kräftigende Maßnahmen die Arbeit des Verdauungsapparates erleichtert und ge­regelt wird, bessern sich auch Stoffwechsel, Ernährungs- und Kräftezustand. Es ergibt sich eine gesündere Blut­bildung und die Ausscheidung der Abfallstofse, ebenso der giftigen, störenden Schlacken des Blutes erfolgt wieder normal. Damit sind auch die günstigsten Bedingungen für die Entlastung der nervösen Zentralorgane, für ihre gründliche und nachhaltige Neukräftigung geschaffen.

Dieses Verfahren steht im Einklang mit den wissen­schaftlichen Anschauungen, die durch praktische Erfahrung der meisten Aerzte immer wieder bestätigt werden. Es wendet sich anstatt an die Leichtgläubigkeit der Nervösen an ihren gesunden Menschenverstand, weil es nichtwunder- wirkend", sondern naturgemäß ist.

Als besonders geeignet, die frische Regelmäßigkeit unb den natürlichen Ablauf aller Funktionen im Körperhaushalt zu fördern, verordnen die Aerzte mit Vorliebe das bewährte Kräftigungsmittel Somatose.

Die Somatose besteht hauptsächlich aus einer Eiweiß­art, die wenig Anforderungen an die Arbeit von Magen und Darm stellt, die nicht nur Verdauungsarbeit erspart, sondern auch leistet, d. h. mit verdauen hilft. Denn die Somatose wird nicht nur rasch in den Mutkreislauf ausgenommen, sondern ermöglicht auch, daß die neben ihr 'genossener: Speisen ganz anders ausgenutzt werden. Sie wirkt meist derart blutbildend und körpererfrischend, daß die Nervosität, die selten eine Erscheinung an den Nerven für sich ist, sondern meist mit einer Unordnung im ganzen Stoffwechsel zusammenhängt, oft verhältnismäßig rasch behoben wird und auch bleibt, wenn man nach ärztlicher Verordnung die Somatosebehandlung eine gewisse Zeit fortsührt.

Ein Versuch mit der Somatose sei ganz besonders denen empfohlen, die schon durch minderwertige Erzeugnisse ge­täuscht und geschädigt worden sind.

Man verlange die Somatose irr der nächsten Apotheke oder Drogerie und wähle je nach Geschmacksrichtung ent­wedersüß" oderherb" der neuen flüssigen Gebrauchs- form. Preis der Originalflasche 2.50 Mk. .C31/i2