163. Jahrgang
Drittes Blatt
Nr. 155
Erscheint täglich nm Ausnahme des SonntagS.
tenegriner mit.
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die Kocharbeit wesentlich erleichtern.
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Deutsche» Reich.
D,er Reichskanzler, welcher beabsichtigt hatte, am Freitag morgen nach Berlin zurückzukehren, ist nun einer Einladung des Kaisers gefolgt, auf der „Meteor" nach Travemünde mitzusegeln, um an Bord dem Kaiser Vortrag zu halten.
Die „Gießener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Breisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Dir, „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Ans Stadt rind Lantz.
Gießen, 5. Juli 1913.
Eine rumänische Note.
London, 4. Juli. (Reuter.) Die rumänische Regierung teilte den Mächten mit, daß sie in Anbetracht der Tatsache, daß Griechenland, Serbien und Bulgarien sich im Kriegszustände befinden, in Ucbereinstimmung mrt der am 5. Juni an die Mächte gerichteten Note die Mw - bilisation ihrer Streitkräfte ungeordnet habe. Bisher habe die rumänische Politik eine Richtung befolgt, die allgemein die Billigung der Großmächte gefunden l>abe. Mer Rumänien könne nicht gleichgültig bleiben bei der neuen Entwickelung, deren Ergebnis die rumänische Mobilisation sei, insbesondere angesichts der Möglichkeit einer v o l l st ä n d i g e n N ie d e r lag e G r i e ch e n l a n d s un d Serbiens, welche das Gleichgewicht auf dem Balkan erschüttern würde. Rumänien hoffe indessen,^ das; der Frieden bald hergestellt werde, und glaubt, bau bi? Mobilisation bazu beitrage, indem sie die Balkanstaaten dazu überreden werde, die Einladung zu der Konferenz in Petersburg anzunchmen.
Die Abberufung des bulgarischen Gesandten aus Athen.
Vermittlung unter -em Vorsitz des deutschen Kaisers.
In Petersburg sicht man ein, daß Rußland am Ende seiner Kirnst «ist- Nach einer Meldung der „Köln. Ztg." ist in Petersburg ein eigenartiger Vorschlag aufgctaucht, der sich auch mit'einer gleichzeitigen Anregung eines früheren französischen Ministers deckt, der freilich nicht so wert geht, wie die Russen, die dem deutschen Kaiser bei einem gemeinsamen Eingreit^ der Großmächte den Vorsitz zu Überlassen wünschen. Man kann nur hoffen, daß, man in Berlin sich um dieses undankbare Amt nicht drängen wird. Ob Machtworte überhaupt noch das Blutvergießen hindern können, bleibt recht szweifelhaft. Da ist eine einfache Stachel- zaunpvlitik ohne weitere Beigaben doch vielleicht vorzu- ziehen!
:/: Köln, 5. Juli. Nachdem man nun in Petersburg jede Hoffnung aufgegeben hat, den Ausbruch eines Balkankrieges auf diplomatischem Wege zu verhindern, taucht jetzt der Gedanke einer Einmischung der Großmächte unter dem Vorsitz des deutschen Kaisers auf. Eine schwache Hoffnung setzt man noch auf die Einwirkung von Rumänien, das nach guten Quellen nicht mehr so viel, wie ursprünglich in Petersburg festgesetzt, haben will. Inzwischen bombardieren sich die Petersburger Balkairdihlomaten durch Unterredungen, um die Verantwortung abzuwälzen, wobei die Bulgaren durch Sachlichkeit und Mäßigung von den übrigen, namentlich den Serben, abstechen.
Samstag, 5. Juli 1913
Rotationsdruck und Verlag der Brüht'fcheu Universitäts - Buch- und Sreiudruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5lcbaftion:e^U2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Ein französischer.Vorschlag. 1
Paris 4 Juli, lieber die Balkanvorgange schreibt 1 der ehemalige Minister des Aeußern Hano-
@5 gibt"'nur ein einziges Mittel, um dem letzten ausgebrochenen Krieg sofort ein Ende zu machen. Man mutz, an Ort und Stelle handeln. Drei Delegierte der Großmächte, und zwar drei Generale von hohem Slang und hoher Autorität, welche den am wenigsten beteiligten Nationen angehören — sagen wir ein Engländer, em Deutscher, cm Franzose müssen unverzüglich nach der strittigen Grenze geicknckt werden mit der Aufgabe, eine neutrale Zone festzustellen, den Beginn der Demobilisierung zu veranlassen und etne Abgrenzung zu verbuchen. Damit diese Generale rasch und wirksam vorgehen können, müßte man ihnen regelrechte Machtvollkommenheiten, die Befugnis zur Untersuchung, zur Entscheidung und zur Ausführung, ' einräumen. Sie müßten w a br e Sch i c ds r .(fiter sein. Diese Maßnahme ober eine ähnliche bildet noch die letzte Hoffnung, aber ich fürchte, daß es zu spät ist.
Frankreich im Schlepptau Rußlands.
j- London, 4. Juli. „Daily Chronicle" schrerot:
Frankreich ist seit Beginn der Balkankrisis durchweg und beinahe unterwürfig mit Rußland gegangen und nicht zum wenigsten in den verschiedenen Punkten, wo die britische und die russische Polckik divergierten, oder vielleicht wäre es richtiger, m sagen daß in den beiden konkurrierenden Strömungen in der russischen Politik die stetige und nüchterne Strömung, die durch .Herrn Sassonow vertreten ist, die lolibe Unterstützung Englands erhalten hat, während die panslavisttsche und abenteuerliche Strömung, die der russische Minister des Auswärtigen nicht völlig eindämmen und ignorieren konnte, regelmäßig in Paris ermungt wurde. Wir wissen nicht, ob die kleinen Divergenz^ "M^halb der Triple-Entente während des letzten Londoner Besuches der Herren Poincarv und Pichon nrirklich aufgeklärt worden sind, aber es mürbe jedenfalls nicht die Harmonie des Konzerts ober des europäischen Friedens fördern, wenn^das vollständige Ueber- einkonnnen", das damals erreicht wurde, betete, daß Sir Edward Grey seine eigene Stellung gegen ine des auswärtigen Amtes
Athen, 4 Juli Das Blatt „Nea Jmera" meldet: Der bulgarische Gesandte Hadji Mifchew wird heute Athen verlassen.
Schlachtbericht eines Wiener Berichterstatters.
Wien, 4. Juli. Die „Reichspost" veröffentlicht in einer Extraausgabe eine Depesche ihres Privatkorrespondenten Wagner aus S o f i a, in welcher ein großer bulgarischer Sieg am Owtsche P o l i e und der Rückzug der Serben auf Uesküb-Kumanowa gemeldet wird. Die gestrige Schlacht am Owtsche Pohe wütete eh Stunden hindurch auf einer zehn Kilometer langen Front, -ue Schlacht entschied sich nach neunstündigem Kamps durch das Eintreffen einer starken bulgarischen Kolonne von Norden, welche bie Serben auf dem linken Flügel angrifs urü> mit einer Umgebung bedrohte, so daß die serbische Armee den Ruckzug aus Ueskub an- treten mußte. Auf der serbischen Seite kämpften au ch Mon -
Die Kieler Woche.
Travemünde, 4. Juli. Der Start der mittleren Jachten bei Bollendorf, wie auch der Start der großen und alten Jachten in der Srranserbucht vor Kiel vollzog sich heute morgen bei nahezu völliger Flaute. Später frischte em südwestlich Wind ein wenig auf. Unter wechselnden Winden erreichte etwa um 4 Uhr das Feuerschiff vom Fehmarnbelt von den großen Jachten zuerst „Paula", danach „Germania" und „Meteor _. -per Wmd frischte am späten Nachmittag weiter auf, so daß die großen Jachten doch schon etwa um 9 Uhr das Ziel passieren konnten. „Meteor" mit dem Kaiser an Bord wurde gegen 10 Uhr zur Liegestelle auf den Strom geschleppt, worauf der Kaiser an Bord der „Hohenzollern" ging.
dem Obstbaum, der einen blühenden Zweig über den Zaun hängen läßt! Ob sie den Baum verunzieren oder schädigen, was tragen sie danach! Nur haben wollen, haben müssen!
Müssen wir überhaupt Pflanzen pflücken? Wer draußen eine schöne Blume findet und seine Freude an ihr hat, reiße sie einmal nicht gleich ab, sondern strecke sich neben sie ms Gras und betrachte sie lange und genau; da wird er sie besser und schöner leimen (enten, als wenn er eine .Handvoll gedankenlos Pflückt. Er wird aufstehen und sie unbehelligt lassen: sie wird ihm vielleicht „zu leid" tun. Und er hat ein wenig die schone Kunst gelernt: Das Genießen, ohne zu besitzen. . . , . .
Wer Blumen auf diese Art lieb gewonnen hat, wird bald dem „Strauß" die Fehde erllärcu und nur noch lebendige Blumen und Pflanzen um sich dulden. Denn er wird zugleich das Unbefriedigende dieses Besitzes empfinden: er genießt die vollendete^chow heit — ein unzn.länglicher Ersatz für die .Freude eine Pflanze wachsen, sie Knospen treiben und ihre Blüten entfalten zu sehen; das mag manchen Strauß aufwiegen.
Ich weiß wohl, Blumen erfreuen sich des Vorzug», da-, beliebteste und „sinnigste" Geschenk zu sein. Aber ein Blumenstrauß ist eine nichtswürdig anspruchslose, gedankenlose Gabe. Man sagt: „Oh, die schönen Blumen", und stellt sie ins Wasser und sagt: „Ach die armen Blumen!" und wirst sie weg.
Darum: „Laß die Blumen stehen!" *
** Sonderzug. Tie Bürgermeister des Kreises Gießen fahren am Sonntag, 6. Juli, mit Sonderzug zum Besuche der Talsperre nach Bühlen (Wal'deck). Gießen ab 8.10 Uhr vorm. Rückkehr am 7. Juli, 8.22 Uhr abends.
•• Vom akademischen Dürerbund wird uns geschrieben: Wir machen hiermit nochmals auf die am Montag, 7. Juli, vom akademischen Dürerbund veranstaltete Freilichtaufführung von Goethes „Iphigenie auf Tauris" aufmerksam (siehe Anzeigenteil). Eine notwendige Verschiebung bei ungünstiger Witterung wird rechtzeitig an den Anschlagsäulen bekannt gegeben. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit.
Kreis Lauterbachs
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Vberhessen
-r. Angersbach, 4. Juli. Es liegen in.unserer Gemarkung und zwar in der Gegend des „peinig" ^-elsblockc von zum Teil bedeutendem Umfang vielfach zutage, hier „Feuerwacken" genannt, sehr harte, quarz- oder tcrlkahn- liche Steine, welche bislang den steten Verdruß des Landmanns bildeten, da sie manchmal mitten im Kulturlande liegen und infolge ihrer Größe und bedeutenden Lütte der Beseitigung spotteten. Ta kommt jetzt mit einem Male den Grundbesitzern unerwartete .tzilfe. Tie Industrie hat sich nämlich der Sache bemächtigt, man will die seither un- nützen Steine des Anstoßes verwerten und zwar zu einem nicht gewöhnlichen Zweck, sie sollen zuerst zerkleinert werden und in der Hüttenindustrie Verwendung finden zu Schmelztiegeln, feuerfesten Einbauten u. dergl. Eine rheinische Großfirma hat in den letzten Tageii umfangreiche Geländeantäufe und Pachtungen vorgenommen, zu dem Fweck, die Feuerwacken abzubauen. Tamit ist vielen hiesigen Einwohnern lohnender Verdienst in Aussicht gestellt neben der sehr günstigen Veräußerung der Grundstücke. Wann der Betrieb des Steinbruchs eröffnet wird, steht noch nicht fest, sicher wohl nicht vor endgültiger Gestaltung der hiesigen Bahnhossverhältnisse, die sehnlichst herbei- gewünscht wird.
Las; die Blumen stehen.
Int Juliheft des „Türmers" (Stuttgart, Greiner u. Pfeiffer) lesen wir folgende, gerade jetzt in den (Sommermonaten besonders angebrachte Mahnung aus der Feber von Paul Weiß.
Aus ber Steinwüste einer Großstabt war ich tust zuruckgekehrt in bie bergumschlossene Neckarstabt; bei meinem ersten Ausflug in ben Walb überraschte mich etwas: An einem Baume hing eine schlichte tiefrote Öolztafel in ber, bekannten „Marterl form Ich trat näher und schaute: Em weißer Blutenkranz ms Dreieck gemalt, darunter ber Spruch:
Laß bie Blumen stehen
Unb ben Strauch:
Andere, die vorübergehen, Erfreun sich auch.
Also eine Mahnung — nicht als ob sie neu wäre — gegen ben Egoismus, gegen das „Alles-selbst-haben-Wollen und Andern- nichts-Gönnen", eine Mahnung, unserer heben Nächsten zu ge- benf3n die Praxis übersetzt, wirb es ja in ben besten Fällen heißen: Wenn bu's schon gar nicht lassen kannst, so reiß' nur so viel ab baß die „andern", bie 'kommen, auch noch etwas zum Abreißen finden" Die Kinber, biese Heinen Plünderer, haben es entroeber gar nicht beachtet ober nicht verstauben ober boch schon langst vergessen Unb bie Erwachsenen, bie auf Blumen erpicht ftnb, werben sich herzlich wenig um bie „anderen" kümmern und nötigenfalls ihr Gewissen damit salvieren: „Es gibt ja noch genug h^Xber ich glaube, daß dem „Die-Blunun-stehen-Lassen" noch auf andere Weise beizukommen ist. Muß denn bte Rücksicht aus unsere Mitmenschen nur bie Triebfeder dazu sein "
Warum werden denn unzählige Blüten unb Zweige gebrochen unb zu sogenannten Sträußen georbnet, um bann nach einer Gnadenfrist von einigen Tagen ms Kehrichts atzi zu, wandern es die Freude an ber stillen Schönheit dieser Geschöpfe, em Entgelt für bas Sichhinaussehuen in bie Natur?
Ich lasse Ausnahmen gelten: boch gibt es auch wohl basur bessere Wege. Fast immer aber ist es nichts als em kindische- Habenwollen, die launenhafte Freube am augenblicklichen Besitz, (tterabc bei ben Kindern kann man es am besten beobachten: sie können von ben zarten Schätzen nicht genug befonimcn: aber eben Iso schnell finb sie ihrer Beute wieder überdrüssig.
Ich weiß es im voraus, welches Bild sich mir bietet, wenn ich in ben kommenden Wochen an Sonntagen durch den Wald wandere- Auf dem Wege liegen bie absichtlich unb unabsichtlich verlorenen Blumen, am Rande stehen bie geplünderten, zerrissenen Bäume — kein erquickendes Bilb für Augen, bie sich an der Fülle unb Harmonie ber Patur laben wollen. Es gibt eine Klasse Menschen, benen alles, was grünt unb blüht, vogelfrei dünkt Wehe ber Blütenmatte, über die sie geraten, und wehe
I An heißen Sommertagen
Beim Einkauf verlange man ausdrücklich MftGGIs Produkte.
. austauschen sollte.
Bulgarien fordert Genugtuung von Griechenland.
Sofia, 4. Juli. (Agence.Bulgare.) Die Regierung » tieft in Athen in en er gis ch e r W e i s e gegen das in der Welt nock) nicht dagewesene Vorgehen gegen die bul- aarische Garnison in Saloniki protestieren
I Mlche in brutaler Wetfr durch ine Griechen entwaffnet imrrhe offne daß der bulgarische Kommandant vorher be- '^ichtigt und ohne daß den Truppen die Möglichkeit gegeben worden wäre, Instruktionen zu erbitten. Es sei eme i allgemein bekannte Tatsache^'daß die bulgarischen ^ruppen, metoc nach dem Fall der Stadt m Saloniki einzoaen, sich borJanf Befehl des General stab es aufgehalten haben und datz zwtsd^n den beiden Verbündeten falle Nnttacht bestanden hat. Nach.dcr Entwaffnung ,ei «ne große Zahl bub Ktoer Soldatm nach Griechenland deportrcr worden, ^ür dieses perfide, unerhörte Attentat verlangt Bulgarien f ° lg en d ° G en n g tuun g. 1 s°- fartige sfreilaMng der nach Griechenlaird deportrerten bul- garischen Soldaten und Wiedereinhandranng ihrer Waffen
Wr?derbcrstcllung der Sitnatron, wie ftc vorher ttrar, und murnrnrHerunQ^ bulgarischer Abteilungen in Ueberem- bestehenden Abkommen, 3. Wiederher- steltanq der Gebäude, welche sich in den Händen der bul- Trubben in Saloniki befanden, 4. Schaden- t ÄCn5 b aPFs>issen der bulgarischen Flagge - in Saloniki unter den Üblichen Ehrenbezeu-
t*. ',1in 9C H' Bulgarien und Rumänien.
-. <n„11P Presse" meldet aus Sofia : Zwischen Bul-
.D'- JK,Nm unter Vermittlung der öster-
"nd R^-n'M w-M onard)ic .ingehende Verhand- fc X Ausgleich betreffend die abzntrctcnden G^«Ae geLrt Es heiht, daß diese Verhandlungen ,n einer gtunb- LL/Ammherung geführt buben.
Kreis Friedberg.
v Bad-Nau heim, 4. Juli. Das gestrige zweite Wagner-Konzert bildete den tzöhe- und Glanzpunkt ber dreitägigen Wagner-Gedenkfeier. Trotz erhöhter Prei,e roai das Konzerthaus beinahe ausverkauft. Unter den Sejiubern befanden sich auch zahlreiche Gäste aus der Umgebung und den Naä>- barstädten. Kammersänger Walther K i r ch h o f f, der zum erstenmal hier sang, ist ein Tenor mit ganz bedeutenden Stimmitteln. Sein Vortrag wirkt etwas vpernhaft, auch hätten die beiden Nummern „Gralserzählung" und „Preislied" mehr Warme des Gefühls vertragen können, doch entschädigt der «imitier durch seine kraftvolle gesunde Stimme. Tas Publikum zeichnete den Minstler, sowie Fräulein Beck, die schon im ersten Konzert mtt- wirkte, durch stürmischen Beifall aus. — Der Ertrag des am Mut-- woch abgehaltenen Rosen fest es belacht sich aus rund 2400 Mk. Etwa 2000 Personen zahlten auf Kur- und Sauer karten je 50 Pfg. Zuschlag, und der Rest Der Einnahme ergibt stch auv dem Verkauf von Rosen, von denen 2500 Stück verkaust wurden.^ Im Durchschnitt berechnet, brachte jede Rose einen Verkaufspreis von 55—60 Pfennig. Da von der Einnahme nur die'allernotwendig sten Ausgaben — Musik usw. — abgezogen werden, so kann dem wohltätigen Zweck — Unterstützimg hilfsbedürftiger Musiker — nne sehr schöne Summe zugefichrt werden. — Unsere amerikanischen Kirraäfte feierten heute im großen <saal des Konzerihauses ttjr Rat i o n a l s e st fUnabhängigkeilS^Erklärung). Kurdirektor Oberst von Frankenberg eröffnete die Feier mit einer seyr beifällig aufgenommenen Ansprache, in ber er feiner 9rvßLN Freude Ausdruck gab, daß in jedem Jahr ,o viele Gaste von jQ^etts des großen Wassers nach Bad-dtauheim kämen, um hier ihr* Gesundheit zu kräftigen Unter stürmischem Beifall gab der Voftitzende des Fest-Komitees, der hier ansässige amerikanische Arzt Tr. H o n a n bekannt, daß die amerikanische Kolonie für Bad-Nauheitn eure etwa 50 Quadratmeter große seidene Flagge im Werte von 800 Mk. qeftiftet habe. Diese Flagge solle immer entfaltet werden, wenn Amerikaner beisammen seien, die ihr. Vaterland feiern wollten ^ic eindrucksvollste Rede hielt der Präsident der Universität! California, Benjamin Ide W h eel e r, der den heilkräftigen Quellen Bad-Nau Heims begeistertes Lob spendete. Ferner hielten Ansprachen Richter Bvsson unb Dr. W. F. Schm m, Präsident der Universität Springs. Den Sckluß der Feier. bildete em Feuerwerk vor der Kurhaus-Terrasse. Tie schllißgruppe — ein großer Dampfer mit amerikanischer Flagge — fand jubelnden Beifall. _
Wandern und Reisen. Räder.
— Salzungen, 5. Jiili. Bis zum heutigen Tage sind 2020 Personen zur Kur hier eingetroffen.


