Ausgabe 
7.8.1913 Erstes Blatt
 
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liege, -weil sie Gelegenheit gebe, im Zusammenhang mit der Er- 'Öffnung des Panamakanals eine wirksame Propaganda auf dem für die deutsche Industrie in Zukunft sicher sehr wichtigen Absatz-. Gebiete an der amerikanischen Westküste zu machen.

Die Postordnung

soll nach Berliner Blättern dahin geändert werden, daß eine Gebühr von 20 Pfennigen für Warenproben von 250 bis 500 Gramm erhoben wird, wvbei die Unterscheidung, ob es sich um Handelswerte oder Muster handelt, in Weg-« Ml kommt.

Arislanv.

Eine schwere französische Niederlage in Marokko. _

Die Niederlage der Kolonne Mangin in Marokko, die bisher von den französischen Militärbehörden sorgfältig ver­heimlicht wurde und deren Bekanntwerden durch einen Ar­tikel in derPresse Koloniale" großes Aufsehen erregte, wird jetzt durch den Brief eines Soldaten imCourier", der an den Kämpfen bei Tadla teilgenommen hat, bestätigt. Diese Kämpfe haben darnach mit einer völligen Nie­derlage der Kolonne geendet. Am 'S. Juli hatten die Franzosen nicht weniger als 500 Tote und 60 Verwundete, am 10. Juli 185 Tote und 135 Verwundete zu verzeichnen. Die Kolonne versuchte am 8. Juli den Uebergang über den Wadi-Ben-Daun zu erzwingen, mußte aber den Plan aufgeben, da es ihr nicht gelang, die Feldartillerie, über den Fluß zu bringen. Bei dem Rückmarsch geriete« zwei Abteilungen Spahis, die den Rückzug zu leiten hatten, in den Hinterhalt. Bon den 60 Mann der Abteilung kehrten nur 12 zur Truppe zurück. Am 7. Juli gelang es den Fran­zosen, nach einer heftigen Beschießung Ksih as zu er ft,üt» rnen, sie mußten aber vor überlegenen marokkanischen Ab­teilungen den Rückzug antreten. Zur Sicherung des Rück­zuges wurden auf Befehl des Obersten Mangin zwei Höhen­züge besetzt, die von den Marokkanern mit großem Unge­stüm angegriffen wurden, so daß Kolonialkruppen und Zua- ven, die diese Höhen verteidigten, sich nur mit großer Mühe der Angreifer erwehren konnten. Die französische Artillerie, die der Infanterie zu Hilfe geschickt wurde, hatte in dem Handgemenge kein sicheres Ziel und richtete unter den fran­zösischen Truppen ebenso großen Schaden an als unter den Marokkanern.

Der Reichskanzler und der Kampf zwischen Aerzten und Krankenkassen.

Ueber den Kampf zwischen Aerzten und Krankenkassen hat der R e i ch s k a n z l e r eine Verfügung erlassen, die dem Handelsminister zur weiteren Verbreitung zugegangen ist. Sie lautet:

In Krankenkassenkreisen will man beobachtet haben, daß die großen ärztlichen Organisationen, insbesondere der sogenannte .Leipziger Verband, seit geraumer Zeit nachdrücklich darauf h-in- wirken, daß bestehende Verträge zwischen Aerzten und Kranken- kassen nach Möglichkeit mit dem 31. Dezember dieses Jahres zum Ablauf gebracht werden, und daß die Aerzte in neue Vertrags- Verhandlungen mit den Kassen für die Zeit nach dem genannten Tage so spät als möglich, jedenfalls nicht vor dem Spätherbste dieses Jahres, und bann nur auf Grund der von Her Krankens kassen-Kommission des Deutschen Aerztevereinsbundes aufgestellten M u st e r v e r t rüg e" eintreten. Diese Beobachtung erfüllt die Krankenkassen, welche großenteils die ihnen in ^^Muster­verträgen" auferlegten Bedingungen für unangemessen und bes­chall' unannehmbar erachten, mit großer Besorgnis. Sie fiirchten, daß in weitestem Umfange beim Inkrafttreten des zweiten Buches der Reichsversicherungsordnung eine Einigung zwischen Aerzten und Krankenkassen nicht zu erzielen, anderweiter Ersatz nicht zu beschaffen und ihnen deshalb die ärztliche Versorgung ihrer Mitglieder unmöglich gemacht sein wird. <Das einzige Mittel, 'einen derartigen Mißstand, wenn nicht zu verhindern, so doch erträglich zu machen, bietet der § 370 der ReichsVersiche­rungsordnung. Man ist deshalb an mich mit der Bitte herangetreten, mit Zustimmung des Bundesrats gemäß Artikel 4 des Einführungsgesetzes zur Reichsversicherungsordnung auf den alsbaldigen Erlaß einer kaiserlichen Verordnung hinzuwirken, durch die der gedachte § 370 schon jetzt in Kraft gesetzt werde.

Soweit die .Krankenkassen in der Tat ohne eigenes Verschulden außer Stande sein sollten, ihren Mitgliedern am 1. Januar 1914 die gesetzlich vorgeschriebene Versorgung mit ärztlicher Hilfe zu gewähren, müssen sie allerdings in der Lage sein, sofort das für diesen bedauerlichen Fall notgedrungen vorgesehene Aushilfsmittel der Zubilligung eines erhöhten Krankengeldes anzu­wenden; eine zeitliche Lücke, in der die Versicherten weder die 'ord­nungsmäßige noch die außerordentliche Leistung ihrer Kasse zu er­halten vermögen, darf keinesfalls entstehen. Es ist daher geboten, das; "alle Maßnahmen des § 370 a. a. O. schon rechtzeitig vor dem 1. Januar 1914 getroffen werden müssen, welche unmittelbare Anwendbarkeit seines materiellen Inhalts schon mit Beginn des 1. Januar 1914 sicherstellen. Hierzu bedarf es indessen nach meiner Auffassung nicht des Erlasses einer kaiser­lichen Verordnung der gedachten Art, vielmehr reichen dafür die bestehenden Vorschriften, insbesondere der Artikel 1 des Ei n- h r n n gs g es e tz e s zur Reichsversicherungsordnung vollkom­men aus. Die Vorschriften dieses Einsührungsgesetzes haben das Ziel im Auge, daß in dem Augenblick, mit dem die Reichsversiche­rungsordnung voll in Krast. tritt, bereits ausnahmslos alle die­jenigen Einrichtmigen geschaffen und diejenigen Maßnahmen ge­troffen worden sind, ohne welche das Gesetz nicht funktionieren kann.

Hierhin gehört es, daß schon vor dem 1'. Januar 1914 Organe vorhanden sein müssen, die für die Kasse die nötigen Verträge mit den Aerzten abschließen können und, soweit möglich, auch abschließen. Hierhin gehört es aber in gleicher Weise auch, daß 'jene Organe da, wo sie Verträge mit Aerzten zu angemessenen Bedingungen nicht rechtzeitig abschließen können, und wo infolgedessen die ärztliche Versorgung der Kassenmitglieder für den 1. Januar 1914 gefährdet ist, rechtzeitig vor dem bezeichneten Tage die erforderlichen Schritte tun, um wenigstens die im § 370 der Reichs-Vers.-Ord. zugelassene Ersatzleistung gewähren zu können, und daß die dabei beteiligten Behörden ebenfalls rechtzeitig ihre erforderlichen Entscheidungen treffen. So­wohl die prinzipielle Vertragsschließung mit den Aerzten als auch die subsidäre Erwirkung der Genehmigung des Oberversicherungs­amts gemäß § 370 a. a. O. sind Maßnahmen im Sinne des Artikels 1 ihres Einführungsgesetzes.

Auf die baldige Verständigung der Aemter und Kassen wird zum Schluß hingewieesir.

Aus Ktudt und Lund.

Gießen, 7. August 1913.

Obst- nnd GarLenbaukuust.

Man schreibt uns: Wir haben in Gießen einen weiten Kranz schöner Gemüse- und Obstgärten, in denen in der Pflanzzeit allenthalben fleißig gearbeitet wird. Der Kenner wird bei einem Rundgang aber doch vieles bemerken, was besser gemacht werden könnte. Hier wollen die Kartoffeln nicht recht gedeihen, ivril ein Pilz die Blätter verdirbt, dort fehlt den Bohnen das rechte Wachs­tum, hier haben die Bäume gut geblüht, tragen aber keine Früchte, wahrend der Nachbar bei einer anderen Sorte trotz des gleichen Frostes mit dem Ertrag zufrieden sein kann. Hier stel)en die Beerenobststräucher im schönsten Schmuck der reifenden Früchte, unb dort sind sie schon im Wsterben begriffen. Es werden allent­

halben Versuche gemacht und Verbesserungen herbeigeführt, eine allgemeine Besserung aber, gute Erträge und mehr Lust und Liebe zum Obst- und Gartenbau werden erreicht durch den Zu­sammenschluß aller Interessenten zu einem Verein. Das hat man auch längst erkannt; in den Versammlungen werden Vorträge gehalten, und auf Exkursionen und in praktischen Kursen kann vieles gelernt werden. Es werden Versuche gemacht und Er­fahrungen ausgetauscht, Samen und Pflanzenmaterial gemein­schaftlich bezogen usw. So ist es denn auch in unserer Stadt mit Freuden zu begrüßen, daß der längst hier bestehende Obsb- und Gartenbauverein zu neuem Leben erwacht ist und unter seinem neuen Präsidenten, Stadtverordneten Simon, eine eifrige Tätigkeit entfaltet. In letzter Zeit hatten die Mitglieder Gelegen­heit, mehrere große, schöne Neuanlagen zu besichtigen. Schon von der Straße aus hat man Gelegenheit, die prachtvollen An­lagen der Herren Prof. Leutert und Kommerzienrat Schaffftaedt in der Ost-Anlage zu bewundern. Alle Besucher waren überrascht von der Pracht und Schönheit dieser herrlichen Gärten mit den abwechselungsreichen Pflanzungen und Kulturen und dem schönen Ausblick auf den Philosophenwald und in das Busecker Tal. Auch am Nahrungsberg und rechts der Sttaße nach Leihgestern sind eine Menge schöner Gärten angelegt worden, die der Stadt zur Zierde gereichen. Am letzten Sonntag haben die Mitglieder des Vereins den großen, wunderbar schönen Garten des Herrn Kommerzienrats Gail in Rodheim besichtigt. Hier hatte man unter der sachkundigen Führung des Obergärtners Menges Ge­legenheit, viel Schönes zu sehen und manch Praktisches zu lernen. 92 Personen hatten sich zu der Besichtigung eingefunden. Solche Gelegenheiten bieten sich aber dem einzelnen selten, das ist nur möglich bei einem Verein. Es wäre daher zu wünschen, daß "die Mitgliederzahl des Vereins mehr wachsen, daß alle Gartenbesitzer, Gartenfreunde, Obstzüchter, Interessenten und Liebhaber sich dem Verein anschließen möchten. Der Jahresbeitrag ist sehr mäßig, und jedes Mitglied enthält dafür unentgeltlich die monatliche Zeit­schrift der Friedberger Obstbauschule, da der Verein in Gießen ein Zweigverein des Oberhessischen Obst- und Gartenbaupereins ist.

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*' Unterbietungsverfahren. Die Preisangebote zur Erbauung eines Mannschaftshauses für die Maschinen­gewehr-Abteilung Gießen sind beim Militär-Bauamt Frank­furt a. M. wie folgt abgegeben: Müller-Wetzlar Mk. 25 999,

Gg. Becker Mk. 20 831, Aug. Scheppelmann Mk. 19 757,

Birkenstock & Schneider Mk. 19195, Hoch- und Tiefbau- Gesellschaft Winn & Co. (G. m. b. H.) Mk. 19165,

H. W. Rinn Mk. 18 608, Abermann & Kling Mk. 18 294.

* Besitzwechsel. Stadtverordneter Hch. Winn ver­kaufte den vierten Teil seines ehemaligen 2000 Quadratmeter Fläche umfassenden Lagerplatzes an der Friedrichstraße und Wetzlarer Weg-Ecke zum Preise von Mk. 10 000, das ist 20 Mk. für den Quadratmeter, an Karl Weh rum Eheleute. Das Gelände kann nie als Bauplatz Verwendung finden, weil erstens der Wetzlarer Weg nur einseitig bebaut vorgesehen ist und weil zweitens der Mimische Platz in dem Interessen­gebiet der Bahn liegt, die ihn früher oder später einmal zur Verbreiterung des oberhessischen Bahnhofs haben muß. Hrch. Winn hat das Gelände vor etwa 10 Jahren von Bahnmeister .Buß für 5 Mk. den Quadratmeter erworben.

* * Silberne Hochzeit. Die Eheleute Ober-Bahu- assistent Julius Wenzel und Frau geborene Dickorö be­gehen herite das Fest der silbernen Hochzeit.

* * Der Zweigverein Frankfurt a. M. vom V. H. C. veranstaltet am Sonntag, den 10. August, eine Wan­derung von Häuserhof über Ober-WiddersheimTrais-Hor- lofsJnheider WasserwerkHof Graß nach Hungen, wo eine größere Festlichkeit geplant ist.

Landkreis Gießen.

Zl Lich, 6. Ang. Die katholische Kapelle an der Bahnhofstraße ist bis auf einige kleinere Ausstattungen im Innern in der Hauptsache fertiggestellt. Der einfach-schmucke Bau wird demnächst seiner Bestimmung feierlich übergeben werden.

GrÜnberg, 6. Aug. In seiner Hauptversammlung hat sich der Vorschuß verein in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht umgewandelt. Die Haftsumme wurde auf 1500 Mk. festgelegt.

Kreis Alsfeld.

A Alsfeld, 6. Aug. Goldene Hochzeit feiert nächste Woche daS Ehepaar David Adler.

Kreis Schotten.

** Die Steuerkraft der Gemeinden des Kreises Schotten. Die 54 Gemeinden des Kreises Schot­ten zahlen im Rechnungsjahr 1913 die Summe von rund 160 000 MarkStaatssteuer. An der Spitze steht Schot­ten mit 21000 Mk. Die Gesamtsumme an Gemeindesteuer beträgt für die 54 Gemeinden rund 400 000 Mk. Schotten er­hebt 45 000 Mk., Laubach 31000 Mk., Gedern 30 000 Mk., Ulfa 14 200 Mk., Eichelsdorf 13 000 Mk., Oberschmitten 12 000 Mark, Eichelsachsen 11500 Mk., Ulrichstein 11 000 Mk., Ober­seemen 11000 Mk., Ruppertsburg 9000 Mk. Jnbezug auf Höhe des Prozentsatzes stehen an der Spitze: Schmitten mit 248,9, Glashütten mit 236 und Kölzenhain mit 213 Prozent, am günstigsten stehen: Freienseen mit 26,7, Lardenbach mit 68,8, Ruppertsburg mit 74, Michelbach mit 71 und Wetter­feld mit 76,6 Prozent.

Schotten, 6. Aug. Die Hoherodskopfkon- f e r e n z der Lehrer der Bezirke Ulrichstein, Meder-Moos, Herbstein, Gedern und Schotten war sehr stark besucht. Leh­rer B a u rn - Bobenhausen hielt einen Vortrag überDeutsch­land vor 100 Jahren".

Kreis Friedberg.

Bad-Nauheim, 6. Aug. Zugunsten des in Dar-es- Salam zu errichtenden Peters-Denkmals, für das in der kurzen Zett von 3 Monaten schon 20 000 Mark im Reiche ein­gegangen sind, soll seitens der hiesigen Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft auch hier, voraussichtlich noch im Verlaufe dieser Saison, eine Veranstaltung stattfinden, zu der Haiiptmann Kuhn-Berlin,, der bei der gestrigen kolonialen Veranstalttmg im Konzerthause sich bereits als gewandter und in kolonialen Dingen betrauter Redner eingeführt hat, den Vortrag halten wird.

h. Ober-Rosbach, 6. Aug. Die hiesige Spar- und Leihkasse ist bei dem Konkurs der landwirtschaftlichen Ge­nossenschaftsbank in Darmstadt mit 30 000 Mark beteiligt; 60 000 Mark dort noch stehende Gelder konnten rechtzeitig der Konkurs­masse cntwgrn werden. Um in Zukunft vor derartigen Verlusten geschützt zu sein, beschloß die Kasse jetzt ihre Umwandlung in eine Gesellschaft mit beschränkter .Haltung Einem gleichen schon vor Wochen gefaßten Beschluß versagte das Amtsgericht au3 for­mellen Gründen die Genehmigung.

Starkenburg und Rheinhessen.

rin. Darmstadt, 6. August. Der Verkehrsausschuß für die Bergstraße erläßt jetzt em Ausschreiben zu einend

Wettbewerbe von Photographien, Schwarz-Weiß-Zeich­nungen, Aquarellen, Gemälden der Bergstraße, der Mitte Oktob. stattfinden soll und für den l 500Mk.Preisevorgesehen sind.

w. Mainz, 6. Aug. Im benachbarten Oberolm mar gestern der 78 Jahre alte Landwirt Nikolaus Wassermann mit Fruclck- auffabtn beschäftigt, als sein Pferd scheute. Wassermann geriet unter das Gefährt und wurde tot gefahren.

Kreis Wetzlar.

--Fellingshausen, 6. Aug. Auf der vorwiegend steilen Straße FellingshausenDünsberg mit ihren scharfen Kurven bahnt sich in jüngster Zeit schon wiederholt ernste Un­fälle zugetragen. Am Sonntag abend stürzte ein vom Sonutags- urlaub aus Frankenbach zurückkehrender Soldat mit seinem Rad so unglücklich, daß die Sanitätskolonne den Schwerverletzten nach der ersten Hilfeleistung noch in später Nachtstunde nach Gießen verbringen mußte. Am Montag ereignete sich auf derselben Straße ein Automobilunfall: es handelt sich um ein Gießener Lastfahrzeug, wobei der Führer mit geringen Verletzungen davonkam.

X Blasbach, 9. Aug. An der Straße nach Hohen­solms ist ein neues Pfarrhau8 im Entstehen begriffen; das alte ist jüngst für Oekonomiezwecke verkauft worden. Auch der S ch u l ba u sn eu ba u ist beschloßene Sache. Die alte Schule entspricht schon lange nicht mehr den heutigen An­forderungen,

Hessen-Nassau.

^Marburg, 6. Aug. 9l»fteUe des ausgeschiedenen Beigeordneten Schimpf wurde Stadtrat Johannes Müller aus Forst zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Marburg gewählt. Dem Sanitätsrat Dr. med. Frankenberg in Hanau wurde anläßlich seines 50 jährigen Doktorjubiläums das Diplom erneuert.

h. Gelnhausen, 6. Aug. Der Bau eines G e n es u n g S- heims im Neuenhaßlauer Gemeindewald ist nunmehr gesichert. Die gesamte Anlage wird einschließlich eines fünf Morgen großen Parkes 150 000 Mark kosten.

h. H öch st a. M., 6. Aug. Mit einem Kapital von 100 000 Mark wurde im nahen Sindlingen eine Verkehrs- aesellschaft gegründet, die die Beförderung von Per­sonen mittels Automobils zwischen verschiedenen Orten des Kreises Höchst bezweckt, und zwar vorläufig zwischen Okriftel, Hattersheim, Zeilsheim, Sindlingen mit der Stadt Höchst als Mittelpunkt. Das Unternehmen führt den Namen Siveg und nimmt schon in aller Kürze seine Fahrten auf.

ch. Rüdesheirn, 6. Aug. Nachdem die Vorarbeiten zum Bau der neuen Rheinbrücke zwischen Rüdesheirn und Bingen weit vorgeschritten sind, ist der Bau vergeben worden. Beteiligt sind an den Arbeiten die Gutehosfnugshütte in Ober­hausen, das M.-A. N.-Werk in Gustavsburg und die Firma Harkot in Duisburg. Nach der Herstellung dürste die Brücke zu den be­deutendsten Brückenbauwerken Deutschlands zählen. Die eisernen Ueberbauten der zweigleisigen Brücke werden ein Gewicht von rund 10 000 Donnen oder 200 000 Zentner haben. Um diese Teile toiom Orte der Herstellung zur Baustelle zu bringen, iverden 1000 Güterwagen oder 50 Güterzüge zu 20 Wagen nötig sein. Die Brücke soll schon Ende 1914 dem Verkehr übergeben werden.

Landwirtschaft.

h. Der augenblickliche Stand der Viehseuchen in Hessen. Am 1. August war das Großherzogtum von der Maul- und Klauenseuche vollständig frei. Dagegen wurden Schweineseuche und Schweinepest in Oberhessen und Rheinhessen festgestellt. Starkenburg war vollständig seuchenfrei. Die Schweine- krankhetten traten in Oberhessen in 15 Gemeinden mit 16 Ge­höften aus, die sich auf vier Kreise verteilen. In Rheinhessen gab es sechs verseuchte Gehöfte in vier Orten in zwei Kreisen. Ein neuer Krankheitsherd wurde in Oberhessen festgestellt.

veretnsnachrichten.

** Männer- T^i rnoerein Gießen. Anschließend an das Schülerwetturnen hielt der Männer-Turnverein am Sonntag auf seiner Kneipe die Feier der diesjährigen errungenen Siege ab. Der erste Sprecher, Rechtsanwalt Kaufmann, sprach den Wetturnern den Dank des Vereins aus und ermahnte sie rast­los weiter zu arbeiten. Anschließend führte er die einzelnen Siege auf, die wir hier kurz aufführen. Aus 'der Bezirksturnfahrt in lHeuchelheim konnten 8 Aktive und 15 Zöglinge preisgekrönt nach Hause zurückkehren. Auf dem in Frankenberg abgehaltenen Gau­turnfest waren es wieder 8 Sieger im Einzelwettumen. Die Musterriege stand in der zweiten Stärkeklasse mit der Note Sehr gut an zweiter Stelle. Auf dem deutschen Turnfest in Leipzig er­rang sie nach Butzbach und Wetzlar mit sehr guter Wertung die dritte Stelle im Gau. Unfern Einzelwetturnern war es leider nicht vergönnt, sich dort einen Kranz zu erringen. Durch verschie­denes Mißgeschick beeinträchtigt, konnten sie, trotzdem sie ihre ganze Kraft einsetzten, die nötige Punktzahl nicht erreichen. Einen halben Punkt zu wenig hatten die Wettfechter. Daß die Wertung sehr scharf war, ersieht man daraus, daß es keinem Zwölfkämpfer und Welt­fechter im Gau gelang, sich einen Kranz zu erringen. Zum Schluß ermahnte der erste Sprecher nochmals alle, auch die, die der guten Sache noch fern stehen, alle Kraft einzusetzen zumm Wohle der deutschen Turnerei und des Männer-Turnvereins. Eine besondere Freude hatten wir noch, kehrte doch der Turner Hans T h ö t siegesgekrönt von dem Wetturnen auf der Wilhelmshöhe zurück und ein begeistert aufgenommenes Gut Heil empfing ihn bei feiner Rückkunft.

wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.

** V. H. C. Eine Wanderung in das Schlitzerland mit viel Landstraße, wenig Wald und recht viel Sonnenschein unternahm am Sonntag mit 50 Teilnehmern der Vogelsberger Höhenllub, Zweigverein Gießen. Von Alsfeld, dessen prächtige altertümliche Bauten stets das Entzücken eines richtigen Wan­derers sind, ging der Marsch über Eiffa, wo kurz gerastet wurde und Lingelbach nach dem 505 Meter hoch gelegenen Schloß Herz­berg, einer breit angelegten, noch ziemlich gut erhaltenen Burg­anlage. Unter der Führung des dort wohnenden Försters mürben die Zeugen ehemaliger Ritterherrlichkeit, die Schloßkapelle, der Rittersaal, das Burgverließ usw. eingehend besichtigt. Ter Aus­blick von der Höhe auf das nahe Knüllgebirge, den fernen Vogels­berg, die Rhön und den Kellerwald ist namentlich bei klarem Wetter überraschend schön. Auf Feldwegen, über Wiesen und durch wogende Kornfelder ging es hieraus zur Raft nach Grebenau, um die durstigen Kehlen wieder anzufeuchten, denn die liebe Sonne hatte inzwischen alle Register aufgezogen und die Anhänger der Lust-, Licht- und Sonnenbad-Kuren kamen heute voll und ganz auf ihre Rechnung. Hinter Grebenau begann endlich der schützende Wald, der die Wanderer bis kurz vor Schlitz aufnahm und auch einige Male zum Niederlegen einlud, wodurch man naturgemäß mit ziemlicher Verspätung am Endziel Schlitz eintraf. Dadurch war es auch nicht möglich, eine Besichtigung des interessanten Städtchens mit seinen verschiedenen Burgen vorzunehmcm. Ein knappes Stündchen verbrachte man bei guter Verpflegung im Gast- Halis Reinhardt mit einigen Schützer Klubgenvssen zusammen, um dann die lange Heimfahrt anzutreten.

Syort«

I. Kraft- und Sportklub 1893, Gießen. Bei dem Bezirksfest in Alsfeld am Sonntag, dem 3. d. Mts., er­zielte der I. Kraft- und Sportklub 1893, Gießen, folgende Preise: Stemmen (Schwergewicht), 1. Preis Fritz Bauereiß, 86 Pkt.; 2. Preis Gerson Isenberg, 76V« Pkt.: 3. Preis Wilh. Wolf, 75V« Pkt.: 4. Preis Gg. Staubach, 703/« Pkt.: 5. Preis Karl Gerstenblwg, 61 Pkt.; 6. Preis Jul. Mähel, 52 Pkt, (Mittel-'