Ausgabe 
13.9.1913 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 2!5

Drittes Blatt

Erscheint täglich mit AuSnahine be5 Sonntags.

Staate New Pork als Sohn sehr armer Eltern geboren und hat sich aus den bescheidensten Ansängen durch eigene Kraft sein Leben gezimmert. Er begann seine politische Tätigkeit als Rechts­anwalt in Flatbush, einem verrufenen Vorort Brooklyns. Gleich zu Anfang seiner Laufbahn machte er sich dadurch einen Namen, baß er den Kampf gegen einen der verbrecherischen politischen Ringe, an dessen Spitze der berüchtigte Hugh Mc. Laughlin stand, energisch aufnahm und mit Erfolg durchführtc. Sein _(9cgner, der lange Zeit New Port durch Erpressungen _ |a)hmnj|tcr 2Lri gebrandschatzl hatte, wanderte ins Gefängnis. Dieier .Erfolg machte

Gaynor mit einen» Schlage in den politischen Mrcncn bchunit und führte im Jahre 1909 zu seiner Wahl als Dürgermcui.r von New York, für welchen Posten er als .Kandidat der demokra­tischen Partei aufgcflcllt wurde. Sein Hauviverdlenlt um d»eS große Gemeinwesen besteht darin, dass er mit eisernem Besen unter der korrumpierten New Porter Polizei aufgeräumt hat. ^.ie Ener­gie, mit der er sich'^ beim Kampf gegen die Bcstcchlimieit auf allen Gebieten widmete, machte ihm viel Feinde. Im -^ahrc 1910 unternahm ein entlassener Hafcnwächlcr namens Gallag her auf einem Lloyddampscr, aus dem Gaynor gerade eure Erholungs­reise antreten wollte, ein Revolveranschlag auf den Bürgermeister und verletzte ihn schwer.

TieEietzcner Familienblättcr" werden dein .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da4 Hrcisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Leit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Hektoliter, nämlich von 1309 898 auf 1247 630 Hektoliter. Dementsprechend wurden auch 13 651 Doppelzentner Brau­stoffe weniger verwendet. Seit 1911 sant die Gesamtein­nahme vom Bier von 4 793 134 auf 4537 767 Mk., die lieber* gangsabgabe von 341595 auf 325 608 Mk. Dagegen stiegen die Steuervergütungen für ausgeführtes Bier von 30 022 aus 39 087 Mk. Fremde Biere wurden eingeführt von Bayern 31198, von Baden 38 225, aus Württemberg 3175 Hekto­liter und aus Lothringen 170 Liter. Ta die kleinen Braue­reien nicht in der Lage sind, immer Bier von gleicher Be­schaffenheit zu liefern, verschiebt sich ihr Absatz immer zum Vorteil der Großbetriebe.

Starkenburg und Rheinhessen.

bs. Dar mstad t, 12. Sept. Vom 13.-17. Oktober wird in Darmstadt der Verband der deutschen Landes- Frauenvereine vom Roten Kreuz seinen 7 Ver bandstag und nrit ihm der Verband deutscher Krankenv'- anstalten vom Roten Kreuz seine diesjährige Generale sammlung abhalten. Unter dem Vorsitz des Ministerialr s ftrafc fand heute vormittag im Sitzungssaal des ^tobl* Hauses eine Vorbesprechung statt. Es wurden die einzelnen Ausschüsse gewählt, die die Vorbereitungen für den Ver­bandstag zu treffen haben. Das bereits festgelegte Pro­gramm wird eine Reihe interessanter Vorträge bringen. Wir nennen:Die Bekämpfung der Krebskrankheit nut bei an­derer Berücksichtigung der Röntgen- und Radium-Strahlen von Professor Dr. Opitz-Gießen:Tie Wohnungsfrage und die Frauenvereine" von Frau Oberbürgermeister Lauter-

Samstag, 15. September 1913

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Unwersiläls - Buch- und Sieindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Truckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: e^>51.

Redaktion:e^H2. Tel.-Adr.:Anz«gerGießen.

165. Jahrgang v

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für «vberheffen

Aus New Port kommt die Nachricht, daß dort drahtlose Depeschen von dem auf der Eurovafahrt begriffenen Dampfer Baltic" eingetroffen sind, nach denen Bürgermeister Gaynor im Älter von 62 Jahren an Bord gestorben ist. Gaynors Amtszeit wäre dieses Jahr abgelausen. Im Herbst finden die Neuwahlen statt. Seit dem von einem Mitgliede Tammauy Halls auf ihn unternommenen Attentate hatte Mayor Gaynor an einem Halsübel gelitten, das von der Kugelwunde her­rührte. Da nun die Zeit der Wahlagitation herannahte und Gaynor von seinen Freunden gedrängt wurde, wieder in Wettbewerb für das Amt des Bürgermeisters zu treten, so hielt er es für angebracht, nach England zu fahren, um einige bedeutende Hals- Spezialisten zu konsultieren.

William Jay Gaynor wurde in einem kleinen Dorf im

21ms Stadt Mnd Canö«

Gießen, 13. September 1913.

**DasGroßherzogspaarim Luftschi ff. Das LuftschiffViktoria Luise" stieg gestern morgen von §rank furt aus zu einer Fahrt auf. In der Gondel befanden ftch als Fahrgäste das Großherzogspaar von Hessen, Prinz ~ub wig von Battenberg, Prinzessin Luise von Battenberg und die Prinzen Andreas und Alexander von Griechenland nebst Gefolge. Die Fahrt ging über Offenbach, Darmstadt, Worms und Mainz und von da nach Frankfurt zurück.

** Wintersportzug. Vom Gießener Schiklub wird uns geschrieben: Auf unsere Eingabe vom 19. Dezember 1912 an das Großh. Betriebsamt Gießen 2 wegen Einlegung etnes Wintersportzuges läßt die Königl. Eisenbahndtrektton Frank­furt a. M. hochanzuerkennender Weise in diesem Winter an Sonn- und Feiertagen zwei Züge zwischen Nidda und Schotten verkehren. Die Einlegung der Züge erfolgt, wenn der Schiklub nach Prüfung der Wetterlage sie befürwortet. In seinem Dankschreiben hat nun der Vorstand des Schiklnbs darauf aufmerksam gemacht, daß an Sonntagcn^wohl lauin Bedarf nach einem neuen Zug von Nidda nach «chotten bc; steht, das; dagegen eine Verbesserung der Fahrgelegenheit an Samstagen von allen Wintersporttreibenden freudig^begrußt würde. Der Schiklub hat angeregt, einen Zug Nidda-Schotten einzulegen, der Anschluß aii den um 2.16 oder aber an den um 6.33 hier ab gehenden Zug hat. Bei der Liebenswürdigkeit, mit der bisher die Eisenbahndirektion auf die Eingaben des Schiklubs eingegangen ist die dankenswerte Einführung der Sonntagskarten Gießen-Schottcn wurde s. Z. freudig be- grilßt darf man wohl annehmen, daß auch den neuerlichen Vorschlägen Rechnung getragen wird, wenn nicht erhebliche technische Schwierigkeiten im Wege stehen.

** Benachrichtigungskarten für das Her­beirufen zu Ferngesprächen werden vom 1. Okto­ber ab versuchsweise bei der Postverwaltung eingeführt. Diese Karten dienen dazu, eine Person in Kenntnis zu setzen, daß sie von weiterher zur Führung eines Telephongesprächs ge­wünscht wird. Die Ausfüllung der Karten, die Postkarten- sorm erhalten, geschieht von dem Vermittlungsamt mit dem Namen des Herbeizurufenden gegen eine Zustellungsgebühr von 25 Pfennig. Benachrichtigungskartcn außerhalb des Ortsbestellbezirks werden nicht bestellt. Die Karte ist von dem Herbeizurufenden als Ausweis derjenigen öffentlichen Sprechstelle vorzuzeigen, von wo aus das Gespräch geführt werden soll.

* Amtliche Handverkaufstaxen für Apo­theken. Nach der Reichsversicherungsordnung müssen die Negierungen nunmehr von Amts wegen Taxen aufstellen, in denen das Nähere bestimmt wird über die Berechnung der zum sogen. Handverkauf gehörenden Arzneimittel. Es dürs­ten daher einige Mitteilungen über diese amtlichen Hand­verkaufstaxen von allgemeinem Interesse sein. Die Kran­kenkassen können aus mannigfachen Gründen bei jeder Ent­nahme für ihre Rechnung aus der Apotheke nicht aus eine schriftliche ärztliche Verordnung verzichten. Die Apotheker nehmen allgemein das Recht in Anspruch, jedes Rezept zu den hohen Sätzen der Arzneitaxe zu berechnen. Das Pri­vatpublikum, das nicht auf die schriftliche ärztliche Verord­nung angewiesen ist, erhält die gleichen Artikel zu den meist um ein Mehrfaches geringeren Handverkaufspreisen. Welche Preisunterschiede in dieser Beziehung bestehen, zeigen die folgenden Beispiele: 100 Gr. Brusttee kosten nach der Arz­neitaxe 1 Mark, im Handverkauf 40 Pfg.; 50 Gramm Bor- fäurc narf) der Arzneitaxe 40 Pfg.; im Handverkauf 15 Pfg.; 50 Gramm Kamillen nach der Arzneitaxe 65 Pfg., im Hand­verkauf 30 Pfg. usw. Die Amtlichen Handverkaufstaxen sol­len nun den Krankenkassen als den Trägern der öffentlichen : Krankenversicherung die gleiche Berechnung der Arzneimit- tel bringen, wie sie bei dem Privatpublikum geschieht.

** Rückgang des hessischen Braugewerbes. : Im verflossenen Jahre verringerte sich die Zahl der in - Hessen vorhandenen Brauereien von 108 auf 103, wovon 94 im Betriebe waren. Die Bierproduktion sank um 62 268

11818 wurde der Zivilverdienstorden und der Große Dtben be3 1 politische Tagesschair. I goldenen AdlerS zum Orden der Württemberg i >

Di. Sorgest, »ec .nglifd.dat-aniid.en Bun«. ^Äe" '

Daily Mail" veröffentlicht einige wichtige unö intcrH ün £a{)rc 1833 rourbc sunl erstenmal ein Industrieller mit \ essante Auszeichnungen des verstorbenen Grasen Hayaschi, ^fem Orden ausgezeichnet.

der zuerst japanischer Botschafter in London und daraus ;apa- _______________ ___. -j i1 ,

nischer Minister der Auswärtigen Angelegenheiten gewesen Kus Hessen.

in Die Memoiren sollten ursprünglich in einer japanischenl _

Zeitung erscheinen. Die japanische Regierung tat indes ihr! Das Landtagswahlrecht der Etfenbahnbeamten. Aeußerftes, um die Veröffentlichung der Enthüllungen des rb. Darmstadt, 12. Sept. Die Abgg. Henrich und Staatsmannes zu vereiteln. Tie hat jedoch nicht verhindern Genossen haben soeben bei der Kammer den dringlichen An können, daß der Schwiegersohn sie trotzdem veröffentlichte, trag eingebracht, die Regierung zu ersuchen, daß diejenigen Die beiden ersten Teile der Memoiren erschienen zu Beginn nichthessischen Beamten, Bediensteten und Arbeiter der hes- des Sommers. Daraufhin verbot das japanische Auswärtige fisch-preußischen Eisenbahngeineinschaft, die in Hessen ?I int die weitere Veröffentlichung. Trotzdem erschien der dritte wohnen, auf ihr Nachsuchen ohne weitere Förmlichkeil als Teil am 21. August. Die japanische Negierung ließ das Blatt hessische Staatsangehörige ausgenommen werden, ohne daß beschlagnahmen und verbot dem Neuterkorresponden- ihnen daraus irgend welche Nachteile in ihren Anstellungs- ten, telegraphische Auszüge über die Memoiren nach dem und Beförderungsverhältnissen oder auch in anderer Bezie- Ausland zu schicken. hung, besonders auch ihrer Steuervorteile erwachsen, ^ur

Die Erinnerungen beginnen mit dem April 1911, als Begründung des Antrags wird ausgeführt, es sei ein Mangel Graf Hayaschi japanischer Gesandter in London war. In im neuen Landtagswahlgesetz, der wohl auch nicht die Billi- jenem Jahre trat der deutsche Geschäftsträger Ba- gung der Kammermehrheit finden werde, daß das Lanbtags- ron Eckhard ft ein an die japanische Regierung heran wahlrecht der im Bereich der Eisenbahngemeinschastsbeamten und machte ihm gegenüber eine Andeutung, daß einDrei- und der in Hessen wohnenden Bediensteten und Arbeiter b und zivischen Deutschland, Großbritannien der Gemeinschaft förmlich ausgeschaltet worden sei. Es u n d J a p a n zum Zwecke der Erhaltung des Friedens im seien zahlreiche hessische Beamte und Arbeiter nach fernen Osten dem Deutschen Reiche genehm sein würde. Das preußischen Stationsorten versetzt, die damit ihren hessischen japanische Auswärtige Amt ermächtigte darauf den Grasen Wohnsitz und zugleich auch ihr Wahlrecht verlieren. Anderer- Hayaschi, mit Lord Lansdowne bezüglich einer derartigen seits würden viele Hunderte von preußischen Beamten und Allianz in Verhandlungen einzutreten. Es folgten darauf Arbeitern nach Hessen versetzt, die nicht hessische Staats- Vorbesprechungen unter der Leitung des Marquis und spä- angehörige sind und deshalb auch nicht zum Landtag wählen tercu Fürsten Ito, der damals japanischer Ministerpräsident dürfen. Dieser Zustand fei eine Folge des preußisch-hessischen mar. Diese Vorbesprechungen fanden zwischen E n g l a n d Gemeinschaftsvertraaes, denn vor dessen Abschluß hätten die und Japan statt. Lord Lansdowne gab zweimal die An- Angestellten und Arbeiter der Staatsbahn und der hessischen regung, es dürfte ratsam erscheinen, eine gewisse dritte Ludwigsbahn die hessische Staatsangehörigkeit besessen und europäische Macht in den Bund einzubeziehen. Sie darnach auch das Wahlrecht gehabt. Der jetzigesicher nicht verleitete den japanischen Gesandten damals zu dem Glau- gewollte und nicht vorhergesehene Zustand" falle umsomehr ben, daß zwischen Großbritannien und Deutschland bereits auf, als das Staatsan gehörigkeitsgesetz von 1913 die Tendenz ein Abkommen über das Bündnis erzielt worden sei. Al- verfolge, den Ertverb der Staatsangehörigkeit und damit lerdings ftebt fest, daß Lord Lansdowne den Baron Eckhard- auch das Wahlrecht zu erleichtern. Des weiteren wirke auch stein über die Fortschritte der Verhandlungen während der der häufige Wohnungswechsel für die Beamten und Arbeiter ersten Zeit auf dem laufenden hielt. Am 15. Juli 1911 sagte erschwerend, da eine vorübergehende Versetzung nach der britische Gesandte in Tokio, Sir Claude Mac Donald, Preußen und spätere Rückversetzung das Wahlrecht für drei der sich auf Urlaub in London befand, dem Grafen Haya- Jahre unwirffam mache. Dem letzteren Zustand könne nur schi, daß König Eduard ihm gegenüber persönlich den Wunsch durch eine Aenderung des Wahlgesetzes abgeholfen werden, nach einem dauernden Einvernehmen zwischen Eng- dagegen lasse sich auf dem Verwaltungswege für bie in land und Japan ausgedrückt habe. D eu t sch l a n d hat sich Hessen wohnenden preußischen Beamten und Angestellten bald darauf von den Verhandlungen, an denen cs überhaupt das Wahlrecht verschaffen, indem man ihnen den Erwerb feinen aktiven Anteil genommen hatte, völlig zurückgezogen, der hessischen Staat s an gehörig keit erleichtert. Graf Hayaschi hat harte Worte über die Diplomatie seines Es dürfte keinem Bedenken unterliegen, in Hinblick auf Vaterlandes. Er spricht von einem Treubruch und sagt, daß Art. 14 des Staatsangehörigkitsgesetzes den in Hessen woh- das englisch-japanische Bündnis auf Kosten der Achtung Ruß- nenden angestellten preußischen Beamten und Arbeitern der lands und des europäischen Kontinents erzielt worden sei Gemeiiffchaft auf Nachsuchen die Aufnahme als Staatsan- und zu dem russisch-japanischen Kriege geführt habe. gehörige ohne weitere Formalitäten zu gewähren, eventuell

von den noch nicht angestellten Bediensteten und Arbeitern | vielleicht einen Ausweis für ihre Staatsangehörigtdit zu

Zur Reichstagscrsahwahl in Rastatt-Baden verlangen. (Der Antrag enffpricht der Zuschrift, die wir am

schreibt dieBad. Nail. Corr.":Der Kampf um das Erbe Dienstag als Leitartikel wiedergegeben haben.) Lenders ist nun im vollen Gange. Die Nationalliberale Par- *

tei hat die Kandidatenaufstellung vollzogen. In der Person Zur Becrmtenbesoldungsvorlage.

des Landwirts und Meygermeisters Unser von Muggen- Darmstadt, 12. Sept. Die Wirtschaftliche Veremi- sturm ist der Zentrumskandidatur eine scharfe und zugkräs- gung der II. Kammer wählte in ihrer letzten Sitzung einen tige Gegnerschaft entstanden. Der Kandidat ist im Bezirk seit Ausschuß, welcher sich mit der Absicht der Regierung zu be- Jahrzehnten ansässig und stammt aus den Kreisen, die in dem fassen hatte, wonach zur teilweisen Deckung der Kosten für Wahlkreis den größten Teil der Wähler repräsentieren, aus die Besoldungsreform 341 138 Mk., die seither für die höhe- ländlichen Kreisen. Die Fortschrittliche V o l k s p a r t e i wird reu Schulen vom Staat ausgegeben wurden, jetzt von den Schulter an Schulter mit ben Nationalliberalen kämpfen, betreff. Gemeinden selbst getragen werden sollen. Der Ab- Die Agitation wird in den wenigen Wochen, die noch zur geordnete Henrich hat hierzu s. Z. eine Ergänzung einge- Versügung stehen, kräftig betrieben werden. Es wird im Hin- reicht, nach welcher sich der Beitrag der Gemeinden auf blick aus die durchaus zugkräftige Kandidatur gelingen, dem 277 829 Mk. ermäßigt. Der zum Vorsitzenden des Ausichuf- Liberalismus Neuland zu gewinnen und dem Zentrum in scs bestimmte Abg. Hauck hatte heute diejenigen Abgeord- seinen bisher so sicheren Domänen das Wasser abzugraben." neten, in deren Bezirke höhere Bürgerschulen sich befinden Bei der letzten Wahl siegte der Zentrumsvertreter noch mit und die von der Belastung betroffen werden, zu einer eit* 15 886 Stimmen gegenüber 5217 sozialdemokratischen und zung eingeladen, zu der etwa 16 Herren erschienen waren. 4200 nationalliberalen Stimmen. Es wird sich darum hau- In der sehr lebhaften Aussprache wurde wieder- deln, ob es den Liberalen gelingt, dem Zentrum Stimmen holt auf die schwere ungerechte Belastung der kleinen X,ant^ Aii entziehen, die nicht der Partei, sondern der Person des städte hingewiesen, bie insbesonbere ber Antrag Henrich alten Prälaten Lender galten, der den Kreis seit 1871 im durch die Entlastung der Stadt Darmftadt allein um etwa Reichstag vertrat. 41000 Mark bringen würde. Der Ausschuß sprach sich dann

* gegen die einheitliche Festsetzung ber Schulgelbsätze aus, ba

SW aufgtljobtntnbtrgifd-en WrfonaWL ÄÜÄ

Die mit königlichem Erlatz erfolgte Aufhebung des Per- Ter Ausschuß svricht sich weiter für eine Gleichstellung der sonaladels greift tief m bie wurttembergifchen Eigentümlich- schulen, die gleiche Leistungen haben, ohne Mehrbelastung, feiten ein, die aber nicht etwa eine uralte ttmrttenibergilcbc unb |d)(ägt eine Teilung in drei Klassen vor. Es kam Eigenart, sondern erst so alt ist als das Königtum.in '^urt* I in^bcfonberc auch zum Ausdruck, daß die Regierung diese temberg, allo in den Verhältnissen der napoleonischen ;3eit ^ifounqcqtätten nicht ate befonbere 5inan5objefte be5 Staats ihre Wurzel hat. Die erste Rangordnung des ersten wurttem- ^trachten dürfe. Die dem Ausschuß angehörenden Mitglie- bcrgischen Königs Friedrich vom 4. April 1806 enthalt Brauer und Dr. Weber werden beauftragt, dem- (nach einer Meldung des Schwab. Merkur) noch feinen J3er* näd)rt Finanzausschuß in diesem Sinne zu wirken, sonaladel; doch verleiht schon eine Verordnung vom 6. De-I zember 1806 allen Offizieren vom Hauptmann auswärts __ -

öaS Recht, ihrem Namen das Prädikatvon" vorzusetzen, BÜrgcriflCiftCr ®Ql)HOr VON UCU) 1)011 gCfiOtDCn. unb den Genuß aller Rechte unb Vorzüge bes wirklichen Adels, desgleichen aber auch den hohen Beamten: den Geheimräten, Direktoren und Vizedirektoren der Landeskol­legien und der Departements (wie die jetzigen Ministerien genannt wurden). Allen Generalen und Obersten und allen (Geheimräten und Direktoren, die ein reines Vermögen von 40 000 Gulden besaßen, wurde freigestellt, um Verleihung des erblicken Adels eiuzukommen. Den Gardeoffizieren und den Rittern des Militäroerdienstordens wurde vorgeschrie­ben, sich des Prädikatsvon" zu bedienen. Erft König Wil­helm I (seit 1816) setzte in feiner neuen Rangordnung, bie im ganzen noch heute Gülrigkeit besitzt, ben Personalabel unb die Hoffäbigkeit für alle Offiziere und Beamten der vier ersten Rangstufen fest. Der Personaladel der Offiziere als solcher d. h. bie Bestimmung, baß jeher Offizier vom Hauptmann an aufwärts bas Präbikatvon" vorzusetzen habe würbe in ber Revolutionszeit (etwa 1848) aufge­hoben. Das Staatshanbbuch von 1854 enthält ihn nicht mehr.

Ferner bürsten bie Ritter ber am 6. November 1806 gestif­teten Militär- unb Zivilverbienstorben, wohl nach bem Vor­bild bes im aleichen Jahr gestifteten bayerischen Militär- Maximilian Joseph-Ordens, basvon" führen. Im Jahre