Ausgabe 
5.11.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. 260

Zweites Blatt

163. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

Erscheint ILtzllch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberheffen

$eGietzeRer Famtlienklätter" werden dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beiqelegt, das Nreirdlatt fit den Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Mittwoch, 5. November 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea UniversitätS - Buch- und Sreindruckerei.

R. Lange, Gießeiu

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag:

Redaktion: ^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießew

Deutsche Kolonien.

Eingeborenenkämpsc in Ncukamerun.

Der Bezirk Ober-Sanga-Uam in der Mitte der neuen Ostgrenze von Kamerun ist im Juni der Schauplatz blutiger Kämpfe^ mit den Eingeborenen gewesen. Der Leiter des Be­zirks, Oberleutnant v. Hagen, veröffentlicht darüber im Deutschen Kolonialblatt" soeben einen ausführlichen Bericht dem wir im Auszug folgendes entnehmen:

Am 9. Juni marschierte ich mit Leutnant Naumann, 36 Sol­daten, wenigen Trägern und Toldatcnjungen vom Posten Bosum nach Norden ab, um das Deutschland am 1. Juni 1913 abgetretene Gebiet zu übernehmen. Am dritten Tage erreichten wir gegen 11 Uhr vormittags den Berg Bukun. Ta der vorausgesandte Häuptling Macdc meldete, cs sei alles auf den Givfcl des Berges geflohen, lieft ich an seinem Fuße halten und erstieg ihn selbst un­bewaffnet und nur mit einem Dolmetscher. Als wir in einer etwa 10 Meter breiten Spalte den Aufstieg versuch­tet!, tauchten plötzlich 50 Meter über uns an 1000 Köpfe niii Pfeil und Bogen auf. Tie Führer verschwanden plötzlich, und in demselben Augenblick gingen ein paar Pfclila hernieder.....Kaum wurden die Fczc der Soldaten sicht­

bar, als sich ein Konzert erhob, als sei die Hölle losgclassen. Ein Regen von kopsgroßen Steinen, die unter Funken- sprühcn zersprangen, prasselte herab, dazu tonten wildes Geheul und das Zerschlagen neuer Steine.....Am nächsten Morgen

wurden Leitern gefertigt, Brände vorbereitet mit) den Soldaten Fellschjldc besorgt. Am darauffolgenden Morgen wurde der Gipfel erstürmt, wobei, abgesehen von Steinwürfen, von denen jeder mehr oder minder abbekam, vier Mann durch Pfeile verwundet nmrdcn. Ter Gegner war in eine Höhle getrieben, in der wir ihn durch Brand allmählich zu einem Ausgange dräng­ten, der in steiler Granitwand etwa 20 Meter über der Erdschicht lag. Tort waren Leitern angcstellt. Im Laufe von zwei Tagen kamen n u n 38 Männer, 53 Weiber und 29 Kinder h er aus T i c übrigen Männer an ihrer Spitze der Häuptling fielen kämpfend in der Höhle. Im ganzen mürben beim Gegner 32 Totc gezählt. Ein neuer Häuptling wurde eingesetzt und 25 kräftige Männer wur­den mitgenommen, um sich während drei Monate in Buala an uns zu gewöhnen.

Einen Erfolg hatten wir offensichtlich erreicht, denn cs mel­deten sich jetzt verschiedene Häuptlinge ans Westen, die noch keinen Weihen gesehen hatten. Abgesehen davon konnte es dem deutschen Ansehen nur von Vorteil fein, das; wir den größten Räuber der Landschaft beseitigt und den schwierigsten Berg des Gebirges genommen, hatten, an dem die Angriffe der Fulde und Franzosen stets gescheitert waren."

Bayerische Prinzen in Dcutsch-Ostafrika.

Aus Dar-es-Salam wird gemeldet: Die Prinzen Leopold und Konrad von Bayern sind am Sonn­abend hier eingetroffen. Unter starker Beteiligung der Bür­gerschaft fand ein festlicher Empfang statt. Die Prinzen, die im Hause des Gouverneurs wohnten, begaben sich nach zwei­tägigem Aufenthalt in Dar-es-Salam nach dem Norden des Schutzgebietes, um dort etwa zwei Monate zu jagen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. November 1913.

** Landesuniversität. Der Mathematiker, emerit. ord. Professor an der Universität Gießen Geh. Hofrat Dr. Moritz Pasch feiert am 8. No­vember seinen 70. Geburtstag. Prof. Pasch ist ein geborener Breslauer, absolvierte das Elisabcthgymnasium seiner Vater­stadt und widmete sich dem Studium der Mathematik in Breslau und Berlin besonders bei den Professoren Kroneckcr, ,Schröter und Weierstraß. 1865 erwarb er den Doktorgrad , und habilitierte sich im Herbst 1870 in Gießen für das Fach .der Mathematik. Drei Jahre später wurde Pasch Extraor­dinarius und im Jahre 1875, nach Ablehnung eines Rufes nach Breslau, Ordinarius in der Gießener philosophischen Fakultät. Ostern 1911 trat er in den Ruhestand. Außer zahlreichen Abhandlungen über Funktioncntheorie, Geome­trie in Fachzeitschriften, veröffentlichte Pasch:Vorlesungen über neuere Geometrie" (1882, L.Ausgabe 1912);Einlei­tung in die Differential- und Integralrechnung" (1882),. Grundlagen der Analysis" (1909),Veränderliche und Funktion" (1914).

** Personalnachrichten der Obcr-Post- dircktion. Verliehen: Das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen (in Silber) dem Ober-Postschaffner M ü l le r in Gießen. Versetzt: Der Postdirektor Zimmer von Butzbach und Bad-Nauheim; der Obcr-Postinspektor W a l l- m u t h von Berlin nach Butzbach unter Ernennung zum Post- direktor; Postsekretär Drescher von Alsfeld nach Mag­deburg unter Uebertragung einer Ober-Postkassenbuchhalter- stelle; die P o st a s si st c n t e n Kirchner von Gießen nach Berlin, Ulrich von Fried­berg nach Braunschweig, Zürn von Berlin nach Of- senbach; die Telegraphcnassistenten: Spitz faden von Of- fcnback nach Berlin und Walckcr von Berlin nach Offen­bach. Uebcrtragen: eine Postsekretärstelle dem Postsekre­tär H. Werner in Offenbach. Angenommen zu Post­agenten: Ober-Postschaffner a. D. Müller in Krofdorf. Freiwillig a u s g c s ch i e d e n: Die Telegraphengehilfiu Henriette Schmidt in Offenbach; die Postagentin Frau Müller in Krofdorf.

Offene Lehrer st ellen. Erledigt ist eine Lehrer- stelle an der Volksschule zu Sichenhausen, Kr. Schotten. DaS Ausschreiben, betreffend die Lehrerstelle zu Wetter­feld, wird zurückgenommen.

* Das 25jährige Dienstjubiläum feiert heute Eisenbahnschlosser Wilhelm Ranft.

Kreis Büdingen.

'Büdingen, 3. Roo. Die landwirtschaftliche Winterschule wurde heute im Beisein des Lehrerkollegiums sowie der Väter der Schüler durch den Vorsitzenden des Auf­sichtsrats, Kreisrat B o e k m a n n, eröffnet. Die Anstalt wird von 28 Schülern besucht, von denen 12 der Ober- und 16 der Unterklasse angehören. Von ihnen entstammen 26 dem Kreise Büdingen, einer dem Kreise Schotten und einer dem preußischen Kreise Hanau.

Gelnhaar, 3. Nov. Die Firma F. Rouselle, welche vor Jahren hier etwa 60 Morgen Land zusammen­kaufte und einen Basaltbruch anlegte, in dem ungefähr <40 Arbeiter Arbeit fanden, hat vor kurzem den Betrieb vor- ?

lausig eingettellt. Rlan hofft jedoch auf Wiederaufnahme, weil neue Prosttlöcher angeleat werden.

Salzhausen, 4. Nov. Der Gescllschaf (für Kaufmanns-Erholungsheime ist jetzt das erste größere Vermächtnis zugefallen. Der jüngst verstorbene trübere Prokurist der Firma Cornelius Heyl in Worms, Herr Wilhelm Ernst Nebel, hat der Gesellschaft den Be­trag von 50000 Mark vermacht. Zur dauernden Erinne­rung an den hochherzigen Stifter hat die Gesellschaft beschlos­sen, eine Broneetafel mit seinem Bildnis im Ernst-Ludwig- Heim in Salzhausen anbringen zu lassen.

Kreis Friedberg.

§ Bad-Nauheim, 4. 9iou. Heute sind cs 25 Jahre, daß Dekorateur Martin L u d w i a ununterbrochen dem Gesang­vereinFrohsinn' als aktiver Sänger angehört. Der Verein brachte ihm au§ diesem Anlaß ein Ständchen unter Leitung des Dirigenten, Lehrers Bechtolsheimer

t. Vilbel, 4. Nov. Dieser Tage wurde das dreijährige Kind des AkNiariats-Assistenten Rauth von einem Rad­fahrer umgefahreu, wobei es außer einigen Hcrutabschürfun gen eine Gehirnerschütterung davontrug. Das vor einiger Zeit in den Gemarkungen Okarben und Groß-Karben wahr­genommene Ab sterb en von Fischen wurde auch jetzt in den (bewässern der hiesigen Gemarkung festgestellt. Tie Ursache des Absterbens ist noch nicht mit Sicherheit bekannt.

Hessen-Nasfau.

d. Schönbach, 4. Nov. Bürgermeister a. D. und Post­agent Herr, der vor einigen Tagen von einem Pferde ge­schlagen wurde, ist infolge einer hinzugetretenen Rippenfell­entzündung im Alter von 58 Jahren gestorben. Der be­liebte Mann hat 20 Jahre an der Spitze der Gemeinde ge­standen.

Waldgirmes, 4. Nov. Die Nachbargemeinde Dorlar hat sich in dem Flußtälchen nach Hof-Bubenrod eine Ouelle gesichert, ganz in der Nähe wurden auch für Wald­girmes Schürfungen vorgenommen.

s. Marburg, 4. Nov. In der gestrigen Staidt-» Verordnetensitzung, die teilweise einen erregten Charakter trug, gelangten mehrere interessante Anträge zur Beratung. So wurde ein von einer Gruppe StadtveroiL- netcr, die sich Arbeitsgemeinschaft bezeichnet, ge­stellter Antrag, der dahin ging, die Zahlung des Bürger-- rechtsgeldes abzuschasfen, mit der Begründung ach- gelehnt, daß diejenigen, die bei den Wahlen sich hervortun, ihr Interesse auch in klingender Münze zeigen. Gleichfalls abgelehut wurde der Antrag derselben Arbertsgemeinschaft, welcher wünschte, daß eine kurze Begründung der Anträge den Stadtverordneten vorher zugestellt wird.

s. Homberg, 4. Nov. Im nahen Oberhülsa brachte gestern ein 9 Jahre alter Knabe einem 5 Jahre alten Knaben mit einem Revolver eine Schußverletzuug bei, die dessen Tod herbeiführte.

Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung.

Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnumnrer eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt es sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden.

Verlag des Gietzener Anzeigers.

UiiiDcrfifäts<nad>ricbton.

Hk. Berufung. Als Nachfolger des a. o. Professors G. Hotz ist der Privatdozent und Assistent an der chirurgischen Klinik zu Erlangen Tr. med. Wilhelm L ob e n h o f fe 'n zum Oberarzt der chirurgischen Klinik in Würzburg berufen worden.

Professor Dr. Paul Morawitz in Freiburg i. Br. hat den Ruf an die Universität Greifswald als Nachfolger von Professor A. Steyrer, dem Direktor der medizinischen Klinik, angenommen und wird sein neues Lehramt sogleich über­nehmen.

D i e Aussichten der Dresdener Universität ind r e ch t u n g ü n st i g. Die Regierung hat in den neuen Staats­haushalt für 1914 15 die Summe von 500 000 Mk. als erste Rate für den Neubau der Tierärztlichen Hochschule in Leipzig eingestellt. Eine ähnliche Forderung war bereits im letzten Haushalt enthalten, aber der Landtag hatte die Entscheidung darüber bis zu seiner am 11. November beginnenden letzten Tagung verschoben, weil die Rc- yierung noch weiteres finanzielles Material zur Beurteilung der ßlngelegenhcit vorlegen sollte. Aus der erneuten Einstellung einer Summe geht hervor, daß dieRegiernnganihremPlane s e st h ä l t, trotzdem sich die Stadt Dresden zu der Bereitstellung von über einer Million Mark für die Tierärztliche Hochschule und zu weiteren 18 Millionen Mark für die geplante Universität er­boten hat.

R a t i b o r , 4. Non. Von dem hiesigen Schwurgericht wurde heute die 24jährige Häuslerstochter Pauline Zimmer aus Nessel- ivitz im Kreise Kosel zum Tode verurteil: Sie batte im August d. I. ihre Stiefmutter durch Hammerschläge getötet, die Lciäre mit Petroleum begossen und dann in den Backofen gesteckt und verbrannt.

* In der Aufregung. Llus Oberhausen wird gr- metbet: In Habinghorst wurde das Töchterchen eines Berg­manns von einem Fuhrwerk überfahren und getötet. Der Vater des Kindes gab in der Aufregung auf den Fuhrmann mehrere Re- v o l v e r s ch ü s s c ab, die jedoch fehlgingen und seine eigene Frau und Tochter schwer verletzten.

* U n g l ü ck l i ch c r S t u r z. In F r e i b u r g i. Breisgau sicl Student Waag aus Karlsruhe bei einem Spazierritt so unglüd lieh vomPferde, das er einen Schädelbruch erlitt und sofort t o t war.

* Hagenbeck. Zwischen der Firma Hagenbeck und dem Vergnügungs-Großunternehmen Hugo Hase in Hannover ist eine Interessengemeinschaft in der Weise zustande gekommen, daß in ^Verbindung mit dem Hagenbeckschen Tierpark in Stellingen eine Erweiterung des Unternehmens vereinbart wurde.

* Ausstand der K'unstakademikcr. Die große Mehr­heit der Hörer an der Prager Kunstakademie hat beschlossen, als Protest gegen die Berufung Bauers an die Wiener Akademie in einen Sympathiestreik für die Wiener Akademiker, der dis zum nächsten Montag dauern und unter Umständen fortgesetzt werden soll. Tas Streikkomitee suchte auch die Hörer der übrigen Prager Hochschulen zum Anschluß an den Streik zu bewegen.

* Zur Elektrisierung der Berliner Stadt­bahnen hat die Eisenbahnverwaltung zunächst den Bau von 60 Schnellzugslokomotiven des Typs S 12 in Auftrag gegeben. Tie Lieferung des elektrischen Stroms wird von besonderen, ledig­lich für den Tienst der Eisenbahn errichteten Kraftstationcir be­wirkt werden. Tas eine Kraftwerk wird in Rummelsburg, das an­dere in Eharlottenburg gebaut.

* E i n Banknotenfälscher, auf dessen Ergreifung das Rcichsbankdirektorium Mitte Juli eine Belohnung von 3000 Mark ausgeschrieben hat, ist in der Person des Person des 40jährigen Stubenmalers Paul Preuß in Tempelhof ergriffen wor­den. Tie Fälsckrerwcrkzeuge und das Material für die Herstellung der falschen Scheine wurde in dem Luftschacht der Kochmaschine und in Oefen gefunden.

* Der Waiservorrat der Welt. Nach einer neueren Berechnung beträgt der gesamte Wasseroorrat unseres Planeten rund 1,3 Milliarden Kubikkilometer (ebkm). Seine Masse eut- ivricht also ungefähr dem 830. Teil unseres Erdballes, während sein Gewicht rund 4580 mal kleiner ist als dad der gesamten Erd- massc. Betrachtet man die Verteilung des Wassers auf der Erde, so ergibt sich, daß der größte Teil desselben auf die großen Welt­meere entfällt. Von diesen beanspruchen wieder der Stille Ozean mit 679 und der Indische Ozean mit 288 Millionen Kubikkilometer den Löwenanteil. Diese beiden Meere enthalten also allein fnft 74 Proz allen Wassers. Ihnen gegenüber bilden alle übrigen Wasserbehälter nur winzige Tümpel, die zusammen nur ein Viertel der gesamten irdischen Wassermenge enthalten. Alle nicht mit den großen Weltmeeren zusammenhängenden Seen der Erde fassen ins­gesamt ungefähr 0,25 Millionen Kubikkilometer. Die sämtlichen Flüsse, welche den Kreislau' der Quell-, Niederschlags- und Schmelz- wasser auf dem Festlande zwischen deren höheren Partien unb den Meeren vermitteln, führen nur etwa 30000, und afle Sümpfe nur 6000 Kubikkilometer Wasser. Ansehnlichere Mengeii bergen da­gegen die unsere Erdpole bedeckenden Eis- und Schneemassen, welche gewissermaßen Meere mit festem Wasser bilden. Ihr Wasservorrat ist mit 3 Millionen Kubikkilometer eingesetzt. Weniger erheblich sind die sog. Grundivasser, Ivelche, von den atmosphäri­schen Niederschlägen herrührend, in tropfbar flüssiger Gestalt in der Erdkruste enthalten stnd, in dieser gewissermaßen unterirdische Seen unb Flüsse bilden und als Quell- unb Brunnenwasser an vielen Stellen zutage treten be;w. gehoben werden. Außer diesem flüssigen enthält die Erde auch noch Wasser, welches sowohl an die organischen als auch an die aiiorganischcn Stosse in irgend einer Form derart gebunden ist, daß es äußerlich nicht erkennbar wird. Ebenso sind große Wassermengen in den Poren der Gesteine auf- gesaugt. Die Masse derartiger Wasser ist aber kaum mit Sicher­heit zu schätzen und deshalb auch hier uuberücküchtigt geblieben. Dasselbe gilt bezüglich der sogen, juvenilen oder neuen Wasser, ivelche sich aus den Tämpien abscheiden, die fortdauernd dem Erd- innern entströmen. Verlassen wir den festen Erdboden, um dem neuerdings mit unseren Luftfahrzeugen unb Ballonen in immer weiterem Blaße eroberten Luftmeere einen Besuch abzustatteu, so ftnbcn wir auch hier zwar an sich nicht gerade geringfügige, aber nn Verhältnis zur (Gesamtmasse doch immerhin nur geringe Wassermengen. Liefert alles in Tampssorm in der Atmchphäre schwebende Wasser, in flüssige Form verdichtet, doch nur rund 12 000 Kubikkilometer, also nur doppelt so viel als die Sümpfe. Da nun die als Regen, Schnee und Hagel aus der Luft der Erde zugehenden Niedersckstäae etwa das zehnfache dieser Nlasie, näm­lich 120 000 Kubikkilometer jährlich ausmachen, so muß demnach das Luftmeer seinen Wasservorrat jedes Jahr 10 mal vollständig erneuern.

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Frankfurt a. M., 4. Nov. Tic Verhandlungen des Frank- ftirtcr Komitees für flugsportliche Veranstaltungen mit dem fran­zösischen Flieger Pegoud haben ein günstiges Resultat ergeben. Pegoud will am 9. und 10. Nov. oder am 16. und 17. Nov. in Frankfurt feine Flicgcrkünste zeigen.

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Ein neuer Prozeß gegen die Prinzessin Luise.

B r ü s s e l, 4. Nov. Vor dem hiesigen Gerichte begannen heute vormittag die Verhandlungen eines Prozesses, den eine Frau Schneemann aus Hamburg gegen die Prinzessin Luise von Belgien angestrengt hat. Die Höhe des Anspruches beläuft sich auf 3 202 000 Franks, die von der Prinzessin bestritten werden, da es sich nach der Angabe ihres Advokaten sich um ein Darlehen und einen Villenverkauf in Aachen handelt. Tie Klägerin will bei der Teilung des Nachlasses des Königs Leopold durch einen Notar ver­treten gewesen zu sein. In dem Prozeß treten sowohl der bdgii'dje Staat, als auch die Prinzessin Clementine Napoleon als Parteien auf. Die Verhandlungen werden längere Zeit in Anspruch nehmen.

Innere körperliche Reinlichkeit. Die wissenschaft­liche Autorität Prof. Metschnikoffs hat der biologischen Körper­reinigung d. h. der Bekämpfung der Fäulnisbakterien des Darms und deren Ersatz durch die Poghuri-Bakterien, Welttuf verschafft. Entsprechend groß ist die Ueberschwemmung des Marktes mit minderwertigen Produkten. Poghurt-Präparate können nur bann, wenn sie reichlich wirksame Reinkulturen der wärmeliebenden, unserer Körpertemperatur angepaßten Milchsäure-Bakterien, der sogenannten Yoghurt-Baktericu, enthalten, die giftigen Fäulnis­vorgänge im Magen- und Darmkanal verhindern und dadurch nicht nur Darmleiden verhüten, sowie heilen, i'onbem auch Er­krankungen anderer Organe Vorbeugen. Nur gewissenhafte, wissen schaftliche Reinzucht kann für wirksame Präparate bürgen. Nach neuesten, wissenschaftlichen Untersuchungen (Archiv für Hygiene 1913) können sachgemäß hergestellte Trockcnpräparate von Aoghurt (Tabletten unb Fermente- Poghurt-Baktcrien jahrelang in lebens­fähigem Zustande besitzen. Das Laboratorium von Tr. E. Klebs, München 33, fabriziert feit 18 Jahren als Spezialität bakterio­logische Präparate. Tessen in Deutschland unb im Auslande cingcführten Poghurt-Präparate werden ständig von vielen Aerz- ten selbst gebraucht unb verordnet, worüber glänzende Anerken­nungen vorliegen. Proben und Prospekte versendet das Labora­torium kostenlos. ssVn