Ausgabe 
4.7.1913 Drittes Blatt
 
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163. Jahrgang

Drittes Blatt

ilr. 154

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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DieEichener Zamilienbiätler" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt daS Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchenttich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Svudcrei: 6fbuU straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:S^112. Tel.-Adr.-AnzeigerGiehen.

Zreitag, 4- Juli 1913

Rotationsdruck und Verlag der Br ühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei N. Lange, Gienen.

verewrnachrichten.

** Der Verein ehemaliger 116er hat dem Re­giment nicht 12 000 Mark, wie es zufolge eines Trucksehlers hieß, sondern 1200 Mark überwiesen .

X Nidda, 3. Juli. Gestern abend beschloß ut einer dazu berufenen Versammlung der Mannergesangverein Sängerkranz zur Feier seines 75 jährigen Bestandes 1914 ein Sängerfest mit Weihe einer neuen Fahne in Verbindung mit einem nationalen Ge- angswettstreit zu halten. _

Neu-Isenburg, 3. Juli. Ter Gesangverein »F roh inn", Neu-Isenburg, wird sein int Juli 1914 stattsindendcs 8 0 jährlges S t i s t u n gs s e st mit einem großen Gesangs­wettstreit verbinden.__

Wandern und Reisen, Räder.

Wie wir bei Erscheinen dieser Rubrik, die jeden Freirag veröffentlicht wird, schon mitteilten, ivirb sie das ganze Jahr hindurch fortgeführt. Es dürfte sich für unsere Leser deshalb empfehlen, die Aufsäße auszuschneiden und auf- zuheben. Wir beabsichtigim, diese Wanderungen später als Broschüre herauszugeb-en. Die Schriftleitung.

Rund um Gießen.

I. Rod hei in Dünsberg Bieber.

Man geht von der Haltestelle Rodheim durch den Ort auf der Landstraße nach Fellingshausen. Am Ausgange von Fellings­hausen Tann man sich schon ans Fußpfaden linls inenden, um den Dünsberg unmittelbar zu besteigen, >vas etwa dreirnertel Stunden in Anspruch nimmt. Ta dieser Weg jedoch manchmal ziemlich steil ist, wird man ost den bequemeren Weg vorzrehen. Man bleibt noch etwa 2 Kilometer auf der xanchtraße nach Frankenbach, wo die Fahrstraße nach Krumbach nach rechts ab- geht. An derselben Stelle führt ein Waldweg nach links, der in Spiralen um den ganzen Dünsberg herumläuft. Vom Aussichts- turm genießt man besonders bei Harem Wetter einen herrlichen Blick in die nähere und weitere Umgebung. Nach. Osten netzt man vor sich Gleiberg, Vetzberg, Gießen, und den Scochenberg, im Hintergrund den Vogelsberg mit,bcm Hoherodskapf und lernen Däusern. Nach Norden schweift der Blick in die Gladenback;er Gegend. Im Westen und Südwesten dehnt sich der Westerwald ans. Im Süden und Südwesten findet man Taunus mit Feld­berg und den Spessart. Beim Abstieg wendet man sich südwestlich. Man beachte die Reste von Ringwällen. Man kommt durch febenen Hochwald in ein .Waldtälck?en, dem man in südlicher Richtung folge. Wo man auf die Straße von Königsberg stötzt, liegt die Obermühle, der Geburtsort des Kupferstechers Will. Eine Gedenktafel erinnert an ihn. Man folge der Straße nach der Retzmühle, die bewirtsck)aftet ist, und deren schattiger Garten zur Rast einlädt. Von hier erreicht man in 25 Minuten den Bahnhof Bieber. Tie Wanderung an sich nimmt 3 Stunden in Anspruch.

II. KatzenfurtTridvrf Erdbach.

Wir benutzen den 6,47-Uhr-Zng nach Katzenfurt und gehen vom Bahnhof den unmittelbaren Weg nach Greifenstem an der Grundmühle vorbei. Durch ein schönes Waldtälchen an ver­schiedenen Stauweihern vorbei, gelangen wir nach der 9cmne. Wir wandern weiter durch da6 Tors, dem Weg II (Markierung

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Verantwortlich fürAus Stadt und Land" i. 53.: K. Neurat h.

tittd Schule.

X Nidda, 3. Juli. Heute fand hier die Dekanats- stznode des Dekanats Nidda statt. Nach einer von Pfarrer Ornumann-Schwickartshausen gehaltenen Andacht gedachte Dekan- stellvertreter Brill der verstorbenen Pfarrer sicher und Sauer und erläuterte den in Druck erjchienenen, in den Händen der StzwKmlen befindlichen Rechenschaftsbericht. Im Dekanat leben 18 252 Evangelifcke in 38 Gemeinden: es fanden statt 123 Eheschließungen, 428 Taufen; 360 Mnder wurden konfirmiert und 237 Personen kirchlich beerdigt. Der Durchschnitt der Kirchen- besuche beträgt 33 Proz., der Kommunikanten 131,9 Proz, der christlichen Liebestütigkeit 36,8 Proz. Im allgemeinen ist der retigiös-sittliche Zustand des Dekanats gleich geblieben. Nach -der Berichterstattung über Aeußere und innere Misnon, Cr- . zrehungsoereine, Gustav-5ldolf-Stiftung, Evangel. Bund, ivcld). alle sür eine rege Tätigkeit hinweifen, folgten Wahlen. Ms Dekan wurde gewählt Pfarrer Brlll-Olwr-WnddersheiNi als Stell­vertreter Pfarrer Weis-Wellershaufen Ein Vortrag voii Vsarrer gyetrnunm mußte wegen Zeitmangel zuruckgestellt weroen.

ArbeiterbewegLLUg.

** Der Reichsverein liberaler Arbeiter und .Entstellten, Ortsgrupp-e Gießen, der sctzn heute eine ansehnliche Mitgliederzahl aufweist, hielt am 18. Ium. und 2 Juli sehr gut besnckste Mitgliederverfammlungen ab Aus den hierbei gefaßten "Beschlüssen erwähnen wir folgendes: ^er Delegiertentag in Halle wird von 3 lnerzu gewählten Herren unseres Vereins beschickt. Ferner finder ieden 2. Sainstag, ab- wechselnd im Russischen Hof und Schnpfapak, mn. Stamnitifch- .Abend mit Besprechungen, sowie am 1. Mittwoch leden Monats ölte Mitgüederversammlung statt, bei der icdoch außer der Tages­ordnung noch ein Vortrag aus den Reichm unserer Mitglieder gehalten wird. Für den .Herbst ist eine große öffentliche Ver­sammlung, wofür noch nähere Angaben folgen, _tn Ausficht ge­nommen. Außerdem soll im Winter eine größere deier stattsinden. Näheres wird noch betänntgegebcn. _______

Zlns Hoffen.

Aus dem FiuanzanSschnß der Zweiten Kammer.

rb. Darmstadt, 3. Juli. Der Finanzausschuß der Zweiten .Kammer hielt heute vormittag ferne letzte giemetnfame Beratung vor den Ferien mit der Regierung üder die Besoldungsvorlage ab. Es handelte sich heute besonders noch um die Beratung derjenigen Gehaltsfla,fen des Gehaltstarifs, beren Beamten gruppen, nament­lich im Steuerwesen, dem Ressort des Geheimrats Dr. Be^er angehören, da Dr. Becker wegen seiner Teilnahme an den Fin'anzberarungeu in Berlin in den letzten Sitzun- aeu des Finanzausschusses nicht erscheinen konnte. Jn- äm5chen ist auch die aus Ersuchen beider Ständekammern Dorther Regierung angefertigte vergleichende Ausstellung der Gehaltssätze nach der preußischen G e halt s s k a l a dem Finanzausschuß vorgelegt toorben, und dieser Yyat bei seiner heutigen Beratung auch vielfach auf bic)c Zusammen- Mtimti zurückgegrisfen. Die Besprechungen mit der Regie- über den Gehaltstarif wurden heute zu Eiide geführt und darauf die weitere Beratung der Besoldungsordnung <m.f mtbestimmie Zeit vertagt.

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Bullen, von denen etwa die Hallte bereits gekört ist, und 20 Ebern, die in ihrer Mehrheit noch nicht ganz das könatzüe "Alter erreicht haben, beschickt werden. Tie Versteigerung stndet in der Nähtischen Markthalle statt, nachdem die Tiere auf ihre Zuchttanglichkcit hin begutachtet und zur Auktion -gelassen sind. Zwischen Austrieb und Auktion ist hinreichend Zeit zur eiiigebenden Beiichliqima des Znchtinaterials den Kaufliebhabern gelassen, Auch bei der Vorführung im Versteigerungsringe können die Tiere genau betrachtet werden. Die Verkciu'er müssen für die ge-etzlichen Gewährsmmigel und Fehler und bei körsätzigen Tieren für Sprungtanglichkeit Garantie leisten "Aunerdem übernehmen sie die Verpflichtung, die ucrfanitcit Tiere je nach Lage der Verhältnisse entweder den Gemeniden direkt oder, sofern die «ahn benutzt wird, bis zur nächsten Bahnstation des Beslimminigsortes zu liefern; die entstehenden TrachlkosteN fallen den Käufern, die Kosten des Begleiters den Verkäufern zur Last. Kataloge für die Zuchtviehauklion können von dem 2cmd» wirtschaftskammer-Ausschuf; in (Sieben bezogen werden.

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Berlin 3. Juli. Das Armeeverordnungsblatt ver- Sffentlrcht einen kaiserlichen Erlaß betreffend die Stiftung einer Denkmünze zur Erinnerung au das hundertjährige Bestehen früherer Kurfür st l ich H ef s i s ch e r Tru ppe n teile. Die Denk­münze Kurhessische Jubiläums-Denkmünze wird auv 23tome eroberter Kanonen geprägt. Die Vorderseite zeigt einen Löwen, die Rückseite trägt den festgesetzten Stiftungs- taa und das Jahr der Jubelfeier. Die Denkmünze wird am Bande des Allgemeinen Ehrenzeichens auf der linken Brust getragen und folgt an der Ordensschnalle unmittelbar hinter der Kaiser-Wilhelms-Erinnenungs-MedaiNc. Die Denkmünze erhalten alle Teilnehmer an der betreffenden Jubiläums­feier, welche früher in der Kurfürstlich Hessischen Armee und zwar entweder in denjenigen Truppenteilen, welche durch Armeeverordnung vom 24. Januar 1899 als Stamm der iTlhili er enden preußischen Truppe bestimmt sind oder in dem Kurfürstlich Hessischen Kavallerie-Truppenteil, Garde du Eorps, 1. und 2. Husarenregiment gedient haben.

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LTrnverfftäLs-Nachrrchten.

Die Universität Würzburg zählt in diesem Se­mester 1456 immatrikulierte Studierende. Dazu kommen 72 Hörer.

Wie aus Freiburg i. Br. gedrahtet imrb, hat sich Prof. Dr. Diehl, der einen Ruf an die Universität Breslau als Nachfolger des Nationalökonoinen Prof. Wolf erhalten hat, entschlossen, in Freiburg zu bleiben. ,

Der ordentliche Professor der Mathematik an der Uni­versität Königsberg i. Pr., Dr. Geortz Faber, hat einen Rw nach Straßburg i. E. als Nachfolger von Prosestor H. Weber erhalten.

LLr-ttzchrffahrt.

Konstanz, 2. Juli. B o d e n s e c - W a s s e rf l n g 19 13. Während für den heutigen Vormittag eine lünhepause emgesckoben war, wurde der Nachmittag für den Ve'ätzigungsnacwveis und den Steiafahigkeitswettbewerb und den Wettbewerb der Sportslugzeuge ireiqegeben. Um 3.44 Uhr stieg unter anderen Kobnert aur Fried­richshafen-Eindecker zu einem Fluge nach Romanshorn-Rodo sszeil aui Nach der vorschristsmäßigen Zuwasierung in Radoliszeü flog Kohnert nach Konstanz zurück. Er Hal die ganze Strecke in 52 Minuten zurückgelegt.____________

Märkte.

fc. Wiesbaden, 3. Juli, den- 9 nnb S trotz markt. Angesahren waren 16 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte : öeu altes. 6.007.00 Alk., neues 4,00-4,20 Mk. Stroh (Nichtstrotz) 0,000,00 Mk., Krummstroh 3,40-4,00 Mk. ft r n clitmar ft. Hafer 17,0018,00 Mk. Alles üir 100 5alo.

Mein diesjähriger

Sommer- Räumung^ ^Verkauf dauert vom 5. bis 19. Juli zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen Nachstehend einige Beispiele: ____________

-,j-) des Westertvaldklubs nach. An der Stelle, wo er scharf links nach Beil stein abbiegt, gehen wir gerade ans durch einen. Tannenwald. An der Grenze zwischen Nassau imb Rheinprovrnz fiihrt der Weg, immer gerade aus, an Weideplätzen und Nadel­wald vorbei nach dem Neitelsberg, einem 500 Meter hol>en Plateau. Auch hier treffen wir wieder aur anmutige Wald­weiden. Man folge dem linken Rand der Weiden, so datz man bei dem Dörfchen Seilhofen, die Landstraße betritt, die in 20 Mi­nuten nach Tridorf sülnt, einem alten Städtchen, das von hoher Blüte im Mittelalter zu völliger Bedeutungslosigkeit herabgemnken ist. Man folge der Landstraße über Gmternl>am nach Br^cit- s eh e i d, wo die alte Töpferei noch im Ansehen steht. Anc Straße führt auf 500 Meter Höhe durch waldarmes Gebiet, das aber trotz­dem nicht so.empfunden wird, da die Hrcktveiden etwas alpuien Charakter in die Gegend bringen. Von Breitwrew fuhrt öie Landstrafe nach Erdbach. Ter Straße läuft rechts entlang der Erdbach, um aber schon nach 500 Meterki in einem Erdloch zu verschlvinden, und nach 2 Kilometer langem Laus bet Erodach wieder hervorzutreten. Versuche Wen ergeben, dafl der Bach zu dieser Strecke 5 Stunden branclfl, io daß anzunehmen ist, daß er Umwege macht. Hier liegen mich htc sog. S t c i n ka m- mern, zwei Höhlen, die von dem Nasflmischen Altertnmsvereni ansaeräumt wurden. Tie Ausgrabungen die Ü'doch noch mcht abgeschlossen sind, iveisen auf die jüngere Hallstattzeit hm. Von den Steinkammern ist in 5 Minuten Erdbach erreicht, von wo wir um 5,25 Uhr nach Herborn fahren. Hier haben wir etwa 1 Stunde Zeit, um die alte Stadt zu besichtigen. Die Wanderung, die durch wenig bekannte, anmutige Gegenden fiihrt. und daher sehr lohnend ist, ist in 4 stunden zu machen. Wer sich etwas eilt kann noch einen Llbstecher nach Ruine Beilflein und oer Beflsteiner Ley, einem Säulenbasaltbruch, der dem Untergang ge- rociljt ist, machen. Man gehe vom Reitelsberg hnkS ab; nach li/2 km Ley, nach W- km Ruine. Für den Rückweg benutze man dieselbe Straße. Ta die Markierung im Westerwald nicht immer auf der Höhe ist, versehe man sich mit einer guten Karte.

LEöwsrtschafr.

5. Oberhessi; che ZUehtviehaUktioii zuBUtzbach. Die am Mittwoch, den 16. Juli in Butzbach stattfrndende Zuchtvieh- Auktion wird mit 40 in die Herdbücher eingetragenen -Simmentaler

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