Huysmaun und Vanderfmin'en zu sagen Höllen, würden die Vertrauensmänner der Partei dennoch erfahren.
Das Ende der Fünfunbzwanzigpfcnuig stücke
Die Fünfunbzwanzigpfennigstücke werden bekanntlich nicht mehr ausgeprägt. Voraussichtlich werden sie später ganz eingezogen werden. Vorläufig ist ihre Einziehung je- doch noch nicht geplant, die übrigens nur durch Beschluß deS Reichstags geschehen kann. Es ift der Hoffnung Ausdruck gegeben worden, daß das Reichsschatzamt sich von der Not- Wendigkeit dieser Münze überzeugen werde und eine andere Form der Ausprägung in Vorschlag bringen könne Diese Erwartungen dürften kaum eintreffen: die Münze ist allgemein unbeliebt und ein dringendes Bedürfnis für ihr Fortbestehen ist nicht vorhanden.
Au- Stadt und Land.
Gießen, 13. September 1913.
Dom Manöver des 18. Armeekorps.
fc. Divisionsstabsquartier B i r st c i n, 11. Sept.
Heute begann der zweite Teil ber DivisionÄnanöver der Großh Hess. (25) Division. Ihm ist die Allgemeine Kriegs- läge zu Grunde gelegt, daß „rote" Truppen burd) den Spes»art über bie Linie Lohr— Gemünden in nordwestlicher Richtung zurückgegangen sind, aber in Erwartung von Bcrßärkungen nördlich der Kinzig Front gemacht und die Höhen zwischen Wächtersbach und Steinau besetzt haben „Blaue" ZnUTVii sind aus Steinau, Alsberg, Bad Orb gefolgt. Rad» der besonderen Lago für „Rot" wurde der verstärkten 49 Infanterie Brigade der Befehl zuteil, an ihrer Marfchstraße Wüslwillenrvth—Wettges—Radmühl zu halten. Rach mehrfach bestätigten Agentennachrichten sanden nämlich am 10. September in Fulda feindliche Truppenausladungen statt. Die Straße Jossa -Giese! -Fulda war jedoch vom Feinde frei. Ausgabe des Brigadesührers ist es, mit seinen Truppen ein Eingreifen der Fuldaer Kolonne in den Kampf am 11. September zu verhindern.
Zur Unterstützung des in Steinau-Msberg —Bad Orb stehenden „blauen" Korps wurde wie die „Besondere Lage" iür „Blau" besagt, die verstärkte 50. Infanterie-Brigade (das Regiment 116 ist für den zweiten Teil der Tivisionsmanöver der 50. Brigade zugeteilt! beordert, von Nieder-Kalbach Richtung Oppertz vorzugehen mit dem Austrage, bei dem am 11. September stattfindenden Angriff der „Blauen" auf die „rote" Stellung nördlich der Kinzig die rechte Flanke zu fidxrn und die zur Unterstützung des feindlichen linken Flügels ankommenden .ikräste zu werfen.
Dem Auftrage entsprechend trat heute früh 6 Uhr die „rote" verstärkte 49. Infanterie-Brigade vom Schnittpunkt der Straßen Ober-Reichenbach -Radmühl und Wettges—Radmühl den Vormarsch über Fleschenbach, Hinter-Steinau aus Unter-Stork an gegen den bei -Oppertz gemeldeten Feind, mit der Absicht, ihn an- zugreifen. Bald nachdem „Rot" burd» Holzmühl gerückt, erhielt es Fliegermeldung, daß starke feindliche Kräfte aller Waffen von Flieden—Magdlos auf Unter-Stork vorrücken. Generalmajor v. Brenzei entschloß sich, diesen Gegner anzugreifen. Seiner Kavallerie unter Oberstleutnant Zi.rold gelang es, die Höhen ältlich bei Hinter Steinau zu gewinnen, die feindliche Reiterei am Ausgang aus Magdlos zu verhindern und ein kurzes Feuer auf die von Flieden anrüdenben Kolonnen zu richten. Hierdurch wurde der Führer von „Blau", Generalmajor v. Speßhardt veranlaßt, den Aufmarsch seiner Brigade östlich von Unter-Stork und hinter dem Storker Kopf zu befehlen. Die „Roten" hatten iid) unterdessen auch entwickelt und gingen zu beiden Seiten der Straße Hintersteinau—Unter-Stork vor, begannen den Artillerie- kämpf erst annähernd gleichzeitig mit dem Dorgehen der Infanterie, so daß der „blaue" Gegner lange im Unklaren blieb Und bevor er von Rot" genauere Rachrichten über dessen Kräfte erhalten konnte, traf ihn die Meldung, daß die „roten" Hauptkräfte zum entscheidenden Angriff gegen seine bei Unter und Ober-Stork stehenden Truppen vorgingen. Ter Angriss »var nerreid). Generalmajor v. Speßhardt befahl schleunigst dem Regiment 116 koste es, was es wolle — fid» wieder, verstärkt durch die 3. und 4. Pioniere 25, in den Besitz von Unter-Stork zu setzen, die Regimenter 117 und 118 aber warf er gegen den rechten Flügel. Als genügende Artilleriekräste verwendungsbereit waren, begannen diese and) den Kampf imb erleichterten dadurch der Infanterie das Vorgehen. Nunmehr erkannte ber Führer von „Rot", wie gefährdet fein rechter Flügel »var. Er zog des- halb alle auf dem linken Flügel verfügbaren Kräfte in Richtung Ober-Stork, um seinerseits ber drohenden Umfassung durch einen energisdwn (Degenstoß oorzubellgen. Als ber „blaue" Angriff aus Unter-Stork, ivo Regiment 116 im Feuer ftanb, glückte, auch im Zentrum Teile des Regiments 117 erfolgreich waren, sah v. Brengel, daß mir ein richtiger Abzug einen Mißerfolg verhindern konnte Er ging über Fleschenbach -Radmühl Birst ein zurück Die „Blauen" folgten bis in die Gegend von Flejdien- bach und bezogen Biwaks mit Sicherungen an der Salz. „Rot"
selbst ein Zeugnis über seinen Geschmack und seine Bildung auSstcNen.
— Richt zuviel Denkmäler ? In dieser Forderung gipselu folgende Ausführungen von F. Schacht in „Recht und Wirtschass" (Berlin): Es ist sehr anerkennenswert, daß unsere Zeit einen stark historischen Sinn entfaltet. Es zeigt »ich das besonders auch in ber Errichtung von Denkmälern, bie mitunter das einzige Mittel find, einen Menschen uad) seinem Tobe nach Möglichkeit irod» zu lohnen, was seine Zeitgenossen an ihm v.r- säumt ober verschuldet haben. Mer aud) diese Sackre hat nicht nur ihre Grenze, bie nicht überschritten »verden darf, wenn man nicht fürchten will, baß einmal eine Zeit ber Reaktion kommt, die, weil des Guten zu viel geschah, alles wieder beseitigt, sondern es müssen and) noch Envögungen anderer Art Platz greifen. Eigentlich sollte jedem, ber e» verdient, mir ein Denkmal errichtet werden, und zwar dort, »vo die meisten historischen Gründe dafür sprechen. Bei der Wahl des Ortes ist es dagegen sehr nebensächlich, wie viele Leute das Denkmal zufällig dort zu sehen bekommen. In der Regel wird dort ber richtige Ort sein, wo jemand seine Haupt- tätigkeii ausgeübt bat Niemals aber gehört ein Denkmal in die Geschättsgegend einer Stadt Wer da meint, daß es dort am meisten gewb^n werde, der irrt sich insofern, als ivohl die meisten Leute die Tenkmalsmasse sehen, ober um seine Beschaffenheit sich eben- WVenig kümmern, wie um seine Bedeutung. tveil sie sich hier nicht darum benunmeru können Zur wirksamen Betrachtung eine - lenk- map gehört Riib und Sammlung, alw ein Ort, an dem man diese hüben kann Wieviele m Form von Denkmälern verehrte ofcifte-. hdben würden uch entsetzen, wenn sie sähen, aus welchen geräuich- vonen Weltmarkt man ihr Tenkma! gesetzt bat* Man hat auch insofern bie Grenze überschritten, als man Lebende mit der Weihung eines Denkmals nicht mehr verschonte Das ist die beste Methode, jemand, der etwas Großes geleistet bat. toben Maßstab jur Beurteilung seiner eigenen Person ganz verlieren zu lassen
- N eues vonden Trabanten des Jupiter lieber eine interessante neue astronomische Entdeckung, bie dem bekannten Leiter der amerikanischen Harvard-Sternwarte Prof. W H Pickering gelungen ist, bend)tct Camille F lammarion im New Pork Herald Auf Grund neuer Beobachtungen, die Pickering aus einer Beobachtungsstation auf der Insel Jamaika gewinnen konnte kommt ber Gelehrte zu dem Schluß, daß der erste der Jupiter^ trabanten, den die alte Astronomie ..Io" taufte, aus einem Meteorenschwarm besteht und daß diese Analvse. die die j ra- bauten des Invtter in ihrem Wesen den Ringen de 2atnrit an nähern würde, wahrscheinlich audi für die übrigen Trabanten gelten wird. Mit anderen Worten, es handelt sich um wasserlose und vegetationslose Staubwelten, um mehr ober minber nabe vor bundene und zusammengedaufte kosmis de leildini ?te •. i .'elnde elliptische Gestalt dieses HimmelskörverS. die bei günstigen Beobach- tungSbedingungen ausfiel. crfLirt sich nach bei Hypothese Picke ringS burd) Staubstuten und Staubebben.
ging bei Ober-Reichenbach zur Ruhe über, gesichert in Linie Fischbom—Unter-Reichenbach.
lieber den Biwaks der „Blauen" erschienen zwischen 5 und 7 Uhr drei Flugzeuge vom Flughasen in Udenhain und bewarfen bie „blauen" Truppen mit Bomben. Die Infanterie war nicht imstanbc, Massenfeuer — vorläufig noch der gefährlichste Gegner ber Flugzeuge — auf mittlere und nahe Entfernungen, ab$u- geben, ba die Flugzeuge zu hoch gingen und weil durch die mit starken Erhöbungswinkeln abgefeuerten Gefchosfe leicht eine eigne Gefährdung hätte bewirkt werden können. Was die Fliegerau'- Höningen bei der heutigen Uebung anbelangt, so waren sie burd)» aus wertvoll und zeigten die großen Fortschritte. die uniert Fliogerosfiziere binnen Jahresfrist gemacht haben. Gegen 7 Uhr abends wurde der Kriegszustand ausgehoben und die Truppen bezogen Ortsunterkunst Denn der 12. September ist ein Ruhetag. Die verstärkte 49. Infanterie-Brigade wurde untergebracht in den Orten in und um Birstein. Burgbracht, Mauswinkel, die verstärkte 50. Infanterie-Brigade in Grebenhain, Crainfeld, Obermoos, Freiensteinau, Radmühl, Ulmbach und Umgegend. — Der Kommandierende General des 18. Armeekorps v. Ältenck roobnte den heutigen Manövern bei — Am 12. Septbember abends 8 Uhr gab Fürst Franz Iasepb zu Isenburg-Binttin im Schlosse zu Birstein eine Galatasel. Zahlreiche Offiziere, unter ihnen der Kommandierende General des 18. Armeekorps v. Schenck, Generalleutnant v. Plnskow, Generalmajor Clisford Kocg von Breugel mit ihren Staben Hatton Einladungen erhalten.
** Tageskalender für Sonntag, den 14. Sept.: BakosöKom mer-Li cktfoiele: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
Ober hessisches Mu seuni undGail'fcheSamm- lunaen. Geöffnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Gcöss'aet an Sonntagen vormttagS von 11—1 Uhr unentgeltlich.
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" Schuldngelegenheiten. Uebertragen wurde am 9. Sept, dem Schulamtsaspiranten Christian Rückrich auS Armtzheim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Stein- Bockenheim (Kr. Alzey). — Erledigt ift die mit einem cuang. Lehrer zu lesetzende Schulstelle zu Ruttershausen (fix. Gießen); mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine eoang. Lehrerstelle zu Hof he im (fir Bensheim). Die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Radmühl (Kr. Lauterbach); dem Inhaber der Stelle kann eine Ortszulage bewilligt werden.
” D i e Preise für Schlachtvieh, die die Gießener Metzger anlegen, sind immer noch sehr hoch, dabei sind gute schwere Stücke knapp und mußten durch den Handel auS der Ferne herbeigeschafft werden. Es kosten der Zentner Schlachtgewicht Ochsen Mk. 98—102, Rinder Mk. 94—96, Kühe 1. Qual. Mk. 86—90. 2. Qual. Mk. 82—84, Kalber Mk. 96—98, Schweine Mk. 78—80, teilweise sogar bis Mk. 82. Auf einen Abschlag der Fettviehpreise ist in der nächsten Zeit in dieser Gegend gar nicht zu rechnen.
** Kreis - - Obst - und Gartenbau-Verein Gießen. Morgen findet in Li ch ein Bezirksfest des Kreischst- und Gartenbauvereins statt, bei dem Dr. Hoffmann- Friedberg über „Die Frau in der Vorratskammer" sprechen wird. Im übrigen ist die Festordnung dieselbe wie bei dem Bezirksfest in Staufenberg.
** Erfolge des Gaues Hessen auf dem 12. deutschen Turnfest in Leipzig. Die Ergebnisse des Musterricgenturnens sind nunmehr veröffentlicht; hiernach haben die Riegen aus dem Gau Hessen teilweise recht gute Erfolge zu verzeichnen. Bon 30 erreichbaren Punkten erzielten: der Turnverein Wetzlar am Barren 27 Punkte, der Männer- Turnverein Gießen am Barren 26 Punkte, der Gau Hessen mit Gewandtheitsübungen 25 Punkte, ber Turnverein Butzbach am Pferd 25 Punkte, der Akad. Turnverein Marburg am Reck 21V2 Punkte, der Turnverein Gießen am Reck 20 Punkte.
**DiestädtischenFreibäderander Lahn wurden im Aug. von 2761 männlichen Perfonen (1544 im gleichen Zeitraum 1912) u. von 1151 Frauen und Mädchen (805) benutzt.
** D e r BcrbandderKrcisrcchner im Kreise Gießen hielt gestern seine Hauptversammlung im Felsenkeller ab, zu der als Vertreter der Regierung Regierungsrat W e l ck e r erschienen war. Der zireisverein zählt jetzt 71 Mitglieder. In Vertretung des Schriftführers verlas B r ü ck c l - Lang-Göns den Jahresbericht. Ter Vorsitzende Arnold berichtete über die Versammlung des Komunalbeamtenverbandes in Gonsenheim sowie über die Tätigkeit des KrciSverbandes seit der letzten Versammlung und brachte eine Eingabe vom 14. Juni 1913 an das Groß!) Ministerium des Innern zur Kenntnis. Er teilte ferner die Entscheidung des Kreisausschusses über die GchaltSregclung der Rechner in den Orten Annerod und (Srünüigcn vom 27. August mit: die An< wesenden waren von der Enycheidung befriedigt. Die IahrcSred» nung für 1912 zeigte einen Uebericduß von 45,75 Mark. Zu. Revisoren wurden bestimmt F o r m h a l s - Allcndorf und Konrad- Climbach. Der bisherige Vorstand, Arnold- Grüningen, Berlin- Londorf und W e i) e l - Muschenheim, wurden durch Zu- auf wiedergewählt. Der Vorstand wurde beauftragt, der nächsten Versammlung, die zu Allendors an der Lumda stattfindet, einen Cntwurs von Satzungen für den Kreisverband vorzulegen. Der Vorsitzende teilte mit, daß die Hauptversammlung des L a n d e s r e ch n e r v e r b a n d e s am 27. September in Nieder - Ingelheim abgehalten wird. An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinsames Mittagessen.
Landkreis Gichcn. '
—m. L ich, 12. Sept. Der in ben 30er Jahren ftebenbe verheiratete Eisenbahngchilfe Wenberolb von hier geriet heute nachmittag gegen 5 Uhr auf bem hiesigen Bahnhof zwichen bie Puffer zweier Wagen, bie ihm ben Brustkorb c i n b r ü d t c n, sobaß ber Tob sofort eintrat. Der Verunglückte ift Väter mehrerer Kinder.
& Li ch, 12. Sept. Schon seit mehreren Tagen werben von hiesigen unb auswärtigen Hünblern Zwetschen ver- laben. Es finb bereits etliche Waggons abgegangen. Bezahlt werben 3.30 bis 3.50 Mk für ben Zentner. — liniere Ki r ch- tve i h e wirb bieses Jahr am 28. unb 29. September abgehal- ten. — Am 30. September finbet hier Ergünzungsivahl zum Gemein berat statt. Es scheiben brei OtemeinScräte ait5: 'Uetcr Diep, Heinrich Zimmer nnb Christian Dietz, bie eine Wiederwahl teitaxise ablehnen. Die verlautet, sott für die (.rganzungswahl eine ganze Anzahl Künbibaten aufgestellt werben.
. .. —,?• ju ngen, 12. Sevt. Am 16. ds. Mts. finbet bahiei G e m c i n b e r a l s w a h l statt, zu ber mehrere Kan bibatcit atttgestelU smb.
Kreis Büdingen.
1L Vom Kreisamt Bübingen w rb uns unter in 11. d Mts ^schrieben: „In Nr 212 Ihres SiS? ?"• WnffTe "Rechte Cuarticr-
r or ; ’ üon ^lana tas zu Ende erfunben unb un- tvabn «u? eine uns gepellte Anfrage haben wir lediglich die BurArrmerstcreren auf btc gesetzlichen Bcpim- mungen ul^r bad «erfahren bei Beschwerben über uuanier unb ^rpflegung aufmerksam gemacht Tie Truppen waren, wie ui früheren Jahren, auch bieses Jahr mit ber Ausnahme bet der Bevölkerung schrzu frieden Daß
in zwei Fallen Beschwerden vorgckomnien sind, fällt dagegen gar nickt ins Gewicht. D>as kommt anderwärts auch vor." — Es freut uns sehr, baß bie Melbuug übet schlechte Quartiere im Kreise Bübingen nicht zutrifst unb wir wollen hoffen, baß bie beutlche Presse, bie sich mit Entrüstung bamit beschäftigte, auch von dieser Richtigstellung Kenntnis nimmt Die Nachricht war uns von einem durchaus zuverlässigen Mttardeiter ^gegangen unb auf unsere Er- kunbigung hin würbe uns bestätigt, baß bas Kteisamt be» ionbere Anweisungen gegeben habe Daß biefe lebiglich vor- beugenbet Art waren, konnte nicht angenommen werben, ba einzelne Fälle, z B in Herrn Haag, eifrig besprochen würben.
■ Bleichenbach, 12. Sept. Der hiesige Steinbrecher H. Kraft X wollte vor seiner HauStür seiner Einauanie- rung bie Wirkung bes von ihm verwendeten Sprengpulvers zeigen. Einige Körner schüttete er, nachdem sie verkleinert in den abgenommenen Blechbüchsendeckcl; bie Büchse selbst stellte er auf ben oberen Treppenranb. Das zerkleinerte Pul oer entzünbcte sich, im selben 'Augenblick explobierle auch ber Inhalt ber Büchse. Bis sich ber Qualm verzogen, sah man Qerst bie Wirkung. Dem Steinbrecher war bie linke 0)esichts- halste verbrannt, bas Haar bis auf bie Haut abgebeugt, das Gesicht schwarz wie Kohle. Im Auaenbltck ber Ervloswn halte Kraft Arm unb Hand vor bas Gesicht gehalten, sons cs um bas Llugenlicht geschehen gewesen. 2lerztliche Hülfe war alsbalb zur Stelle.
Kreis Schotten.
a. Schotten, 12. Sept Die Gesamtarbeiten am Kirche numbau finb so weit gcbichen, baß man mit bereu Fertigstellung im Laufe bieses Jahres rcd)nct. Tie Wicber- herstcllung bes Turmes ist vollcnbet unb man konnte heute mit bem Aufsetzen bcs Knopfes, >kreuzes unb Hahues biese Arbeit beschließen. Als man am 5. November 1911 mit bem Umbau begann, buchte man nicht baran, auch ben Turm in Arbeit zu nehmen: am 15. Mai 1912 beschabigtc aber ein Gewitter ben Turm so sehr, baß man ihn vollstänbig ein« rüsten mußte, um bie Wieberhcrstellung auszufühten. Unb ohne Unfall konnte bie Arbeit geförbert werben llcberall bestaub bie Meinung, baß sich im Knopfe ber irchturmspitze eine Urkunbe befände, bie ber Nachwelt Aufschluß geben L’önnc über ben Bau ber Kirche usw.; es erwies sich aber bei Abnahme bes Knopfes, baß beqelbc völlig leer war Die Abschrift einer Urkunbe aus bem Jahre 1661 ist noch in ben kirchlichen Annalen vvrhanben, barauv geht hervor, baß bie Spitze bes Turmes über bem Hahn noch mit einem Stern bekrönt war. Auch wirb tu der Abschrift gesagt, baß in ben Kirchrnrmknopf geschossen worben sei, was wohl mutwilliger- tveise zu Ä'riegvftciten geschahen ist Eine weitere Abschrift aus bem Jahre 1723 sagt, baß bie Turmspitze damals wieder beschädigt war, unb im Jahre 1783 hatte ber Turm einen einen schweren Wetterschaben zu bestehen. Es wirb ge- mclbet, baß bamals der Stcindccker Löwenstein bie Ausbesserung gemacht habe unb baß sein Geselle irO zum Entsetzen ber Zuschauer auf ben Kirchenknops gesetzt, Schuhe unb Strümpfe ausgezogen, auch ein GlaS Wein getrunken habe. Das letztemal würbe ber Knopf ab ” iiantmcn ui ben Jahren 1858 bis 61, ber Hahn würbe dagegen im Jahre 1906 durch bie Straßen ber Stabt getragen, gelegentlich von Ausbesserungen am Dach. Die Ansprache, bieDekan Wün jd) bei ber heutigen Feier an bie Bersammelten hielt, gipfelte in bem Wunsche, baß bas wieberhergestellte Bauwerk zum Segen ber (temeinbe vollenbet werben möge unb daß es gelinge, bie übernommene große Bauschulb ab zu tragen Alsbann verlas ber Bauleiter, Regierungsbaume,sier M c (i g e r, btc von ihm in gotischem Schriftchar.il rcr pcrfertigte, mit einer kunst- bollen Jnitialleiste versehene Urkunbe, bie nun mit bem Plan ber Stabt Schotten, zwei Eremplaren bes Sdiottcncr Kreis- btattes, einigen Photographien unb Ansichtskarten, sowie Silber-, Nidel- unb Kiipfemiünzen zusammen in einer Kupferkapsel verschlossen unb in ben Turmknops eingelötet würbe Balb strebte ber gewaltige Kiivvf an einem Tau seiner luftigen Höhe zu, wo er aufgesetzt, sowie Kreuz, Hahn unb wteberum ein Stern über ihm befestigt würben.
Kreis Friedberg.
— Bad-Rau he im, 12. Sept. Bis zum 11. September sind 3 2 655 Kurgäste angekommeu. Bäder wurden bis zum 11. September 428 942 abgegeben.
Starkenburg und Rheinhesscu.
tut. Darmstadt, 12. Sept. Eine Fürsorgcdame bei dem städtischen Armen- und Fürsoraeamt, mürbe in der aoitrigcn nidtöffentlidKn Stadtverordne:onjitziing in der Person der Fr nilnn Anna Grad wohl angestellt Der Dame geht ein autcr Ruf int Fürforgewesen voraus, doch soll die Stellung zunächst nur prebr- wcisc sein.
w. Mainz, 12. Sept. Der dreißigjährige Dresch- maschincnbeiitzcr Hermann Völker au8 Rhcingönnheim wurde qeftern nachmittag vor GunderSblum, als er nut seinem Motorrad bei dem Uebergang baS Geleise überfahren wollte, von einem Zuge der Nebenbahn Osthofen—GunderSblum ersaßt. Völker wurden der Brustkasten unb ber Kopf ein- gedrückt, so baß ber Tob sosott cintrat
Hessen-Nassau.
Marb urg, 12. Sept. Das Vetturucn ber Schüler ber Laiibschulen, veranstaltet von ber Turn- unb Spiclver- einigung bes Kreises Marburg, fanb heute unter ber Leitung oeö Turulehrers Fischer aus ber Lahninsel statt. Den gemeinschaftlich ttufgefuhrten Freiübungen von über 600 Knaben [olgtc Treikampf, de stechen b aus K-ugelftoßen, Dreisprung unb 5OeReter-tLauf Be,m Sttvettenlauf um ben Wanderpreis blieb diesmal Detter Sieger.
v Kassel, 12. Sept. Beider Oberbürgermeisterwahl erhielt Stadtdireklor Koch-Bremerhaven von ben abgegebenen 54 Stimmen 50. Bier Zettel wurden weiß abgegeben.
Gictzener Strafkammer.
th. Gießen, 13. September.
_ Ein großer Tag.
r- batte gestern wieder einmal einen großen
.tag. Es war der Fall Toll, der zur Verhandlung stand, ein gan, gewöhnlicher Fälschung und Bettugcvrozeß, ber aber auf nn gewtsies Publikum, schon wegen der Periou beS Angeklagten, der als Gietzener Kind eine große Bekanntschair in gewissen Preisen der 'Bevölkerung hatte, eine außergewöhnliche AnziehungS- krau ausübte Um ' ,9 ICbr vormittags war der lan.iqntredle Xombor Vor den :Räumcn der Strai'kammer mit einer dicht ge- drangt,n ^ifnidxnmanc gefüllt und immer noch kamen „neue Interessenten" Geduldig liarrte btc Menge, denn drinnen verhandelte per i mdudbor über ein Sittlickckeit - verbrechen. wovon man die Lc-ienthdrtcit ausgeschlossen hatte Nab 9 Uhr er chren den in Hart bdinMta cn Tüll, einen bibidien nid^en, mit wohl gepflegt em blondem Schnurrbart, in ben srtTcframmfnaal führte Tie Wenigen, die einen Platz auf ben tuicnbanfrn eroberten, blickten ftol; auf bu Masse, welche stkhen mußte. Der AngcNagte blickte teilnahmslos über die ikenac. m der iid) jnand) lustiger Bruder befand mit hem n ir. teuchtfrödlicher Stimmung früher mandK Stunde verbracht bat.
er Gerichtshof betrat den Saal unb Dir Schmeckenbecher verkündete an freisprechendes Urteil hnyjen Blutschande; dann eröffnete


