1
m bl Hunniel $'»■ frlmiMt
2^18’R, WZ
' + 25,2'1 ■ + ■•••
>« «««W direkt
Binsen v.M.4.65in derkleider 5 an.
auf Batist, Voile lt. Wolle uAd den
itufc noch <xicb ider gratis, tickerden unkonfek- nr die S.hnittmuster r beliebigen Grosse
’ Schieizer Seiden *ngen.
’ & €o. d*!, 2 (Schweiz)
aftbier!
N. Denninghoi
607 [1000] 821 3J :i 117 009 118 200 5" i 11000] 7 9 632 (8W0[ 30 7 6 9 4 4 6 87 633 761 97 530 603 39 (1003) ) 70 657 [10001 85 711 7 5 52 604 57 73 755 10] 232 83 373 635 =) 4 540 650 69 720 64 51 [5000] 475 662 174 65 SOS 1270'5 (0 1:1 "2 703 17 665 121:1 3 971 129308 45 [K
'19 636 728 MSt/
I 623 716 «51C • l SSO [500] ».W, l 134230 r: ; .. i 392 98 54 IN Wl 55 [1000] 641 53 W \ 396 6931« W »-1 19 865 947 M
IO SO 415 98 6* 4 22 63 328 62 [«'• 95 405 20 613 0 M 5 602 765 75 85t W 3 74 739 « 8M*1 1470S0 141 257 3. 1058 63 211 3’6 < 422 31 46 575 610 ;n 606 1510« 1<’ Ates 5H?f 5 4 72 522 719 803 2 1 5905t 325 84 [5001 21 58 21j 52207 302 28 nBi 71 295 387 417 ' 618 110001 «J I 425 54 834 633 ) 64 330 46 600 OSS 143260 300 ,9039 319 416 66» 13 63 620 61 15001
352 (10001 g;
3017506 644 58 61 97 670 773 IW >
•»
15 284 695 u 5 809 43 73 1 7? M
i 25 [10001 iflSOÜ
,61?fl8 2
-7 <---//«!!>
903 2O9101 3
50 (<| 532 24 80 (5%2 »03
-FÄZZ 217?Xoo)•* ff
Ä'LLZ sKsZs
ÖGTBl
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
und die furchtbaren Schicksale Europas verauslagt, kennt ihn und kennt auch den Kreisel, den er treibt: er ist aus blutigen Stand , gebacken und heim die Welt! Die Welt von morgen, nicht die Welt von heut! Auch die Volksmenge scheint von einer Ahnung ergriffen zu sein, hebt den Knaben auf die Schultern und zieht unter den Rufen „Vive l'Empereur" ab.
Philistiades leitet zu einer neuen Phase der Dichtung über. Die Orcheftra rtrirb durch einen tollen D^nnrmenschanz gefüllt: der arg zerzauste deutsche Adler zieht einen Wagen, auf dem eine lächerlich kostümierte Puppe im vollen Ornat des Kaisers ÖC5 römischen Reiches deutscher Ration thront. Ein Schwarm lärmender Masken, zum Teil in Vogclgewandung, gruppiert sich um die Puppe, Lwhn, den man diesem Symbol des deut- [chen Reiches entgegenbringt, nnrd immer toller, immer grotesker Riemanü vermag zu helfen, auch Friedrich der Grvße nicht, der aus den elysceischen Gefilden herbeieilt, aber entrüstet mieder von dannen zieht, als er sieht, wie kläglich das deutsche Volk das Erbe verkommen läßt, das er ihm hinterlassen. Napoleon der mit seinen Marschällen erscheint, macht endlich der tollen Bosse ein gewaltsames, kurzes Ende.
va§ ZahrlMüertfestspie! von Gerhart Hauptmann.
Von Dr. Hermann Hamburger, Breslau.
Im allgemeinen haftet Festspielen und nun vollend Datei« Endlichen Festspielen das OdiumI an, daß sie meist über den Patriotismus hinausgehend im Bt^antinismus schwelgen. Um so erstaunter war man, als nmn hörte, daß Gerhart Haupt- inan n, der Dichter der „Weber", die Ausgabe übernommen hat, für die große Jahrhundertfeier in Breslau ein Kst- swel zu verfassen, das in der gewaltigen, 1OOOO Personen fassenden Festhalle zur Aufführung gelangen sollte. Nun, man dursta benrlyigt sein, man durste das Vertrauen haben, daß vierhart Hauptmann nicht plötzlich seiner Kunst den „Laufpaß" gebcn^ würde. In dem „Festspiel in deutschen Reimen", das am Sonnabend in der bis aufs letzte Plätzchen ausverkauften Areslauer Fcfthalle gegeben wurde, ist keine Spur eines sich überschlagenden Hurrapatriotismus, wohl aber ist das ganze -Lerk durchströmt von jener echten Vaterlandsliebe, wie sie nur dn feste Glaube an die starke Kraft des eigenen Volkes verleihen kann.
Wenn Gerhart Hauptmann die Vorgänge von der franzö- MÄen Revolution bis zur Mederzwingung Napoleons in den meiheitskriegen in losen Szenen dramatisch schildert, so enthält ct l'ch, wie dies fast selbstverständlich ist, jeder kritischen Würdi- ^ung der geschichtlichen Vorgänge: ja, er hat dem dramatischen vlebudc eine Form gegeben, durch die es fast auch der kritischen -Beurteilung seines geschichtlichen Teiles durch die Hörer ent= nwt wird. Denn alle diese gewaltigen Vorgänge, unter deren Duckst Europa zitterte, sind eingekleidet in die harmlose Form nnes PuppenspielS oder entwickeln sich doch scheinbar aus einer vuppenspielidee heraus. Gottvater selbst ist es, der als Direktor bcs größten Puppensviels zuerst die Bühne betritt und sich mit (einem treuen Unterinspektor Philistiades ein wenig über seine -kuppen unterhält. Aus dem großen Kasten werden einzelne .^rätähnliche Marionetten herausgezogen, französische Mar- >«alle, der Turnvater Jahn, Könige, Kaiser und Zaren, Phllo- [»ohen und Dichter, und schließlich auch die Puppe, die dem Erektor der Truppe einst am meisten zu schaffen machte, Navoleon.
Mitten während dieser Unterredung fangen einige Puppen selbst dem großen Kasten zu entsteigen, und ehe man es M versieht, hat sich das Puppenspiel in ein Menschenspiel gewandelt. In der weiten Srchestra, die sich vor der amphi- ’O'ttitraliscki aufsteigenden Bühne ausbreitet, ist plötzlich ein wilder deufen von Franzosen aus der Revolutionszeit versammelt, viele punderte schreien und toben durcheinander und überbieten sich '^^-..Schilderung der Greueltaten, die sic vollführt. Es ist, cks wäre ein toller Höllenspuk losgelassen. Doch mitten in
HstÜrimlichen Wirrwarr erscheint plötzlich ein 12jähriger fWabe, ein Kind der Insel Korsika, der unbekümmert nm das ■Wen und Toben um ihn in kindlicher Harmlosigkeit seine
Die Gesundung Ungarns.
Man schreibt uns aus deutsch-österreichischen Kreisen- Der Prozeß Desy und der Sturz des Kabinetts Luka es haben der Welt bewiesen, daß die Wahlreform des März 1913 der ungarischen Politik die versprochene Gesundung nicht gebracht hat. Nach wie vor herrscht in Ungarn, wie em geistvoller Mann sich ausdrückte, „eine Minderheit der Bevölkerung, unter dieser Minderheit eine Minderheit der Besitzenden, unter dieser Minderheit eine Minderheit der Ehrgeizigen und unter diesen wieder eine Minderheit der Gewissenlosen." Was soll nun werden? Schon als im Jahre 1905 wegen des Wehrgesetzes ein schwerer Kon- flift zwischen der Krone und dem ungarischen Parlament ausbraeh, überraschte das Ministerium Fejervary Ungarn mit der Ankündigung eines Wahlrechts, das den Nationalitäten, sowie auch den breiten Massen des magyarischen Volkes selbst Rechte zubilligen sollte, die bis dahin ausschließlich ein Privileg adliger Gutsbesitzer und ihrer Gefolgschaft waren. Der ungarische Reichstag war ja nie eine Volksvertretung. Er war stets in noch viel höherem Grade nl5 das preußische Dreiklassenparlament eine Vertretung von Minderheiten. Er vertrat nicht Ungarn, sondern eine magy- arische Minorität, richtiger: nicht das Magyarentum schlechthin, sondern die magyarische und magyarisierte „Gentry" d. h. die aus Adligen und reichen Stadtbürgern magyarischer Abstammung einschließlich zahlreicher deutscher, slawischer und rumänischer Renegaten (auch LukacS war rumänischer Abstammung) zusammengesetzten Cliquen. Innerhalb dieser Cliquen spielte der Krieg um die Beute. Hätte die Krone dem Programm von 1905 zum Siege verhalfen (dazu besaß sie damals die Macht), dann hätte für die magyarische Vorherrschaft die letzte Stunde geschlagen; anstelle des Magy- arentums wäre der polynationale ReichSgedanke durchge- drungen. Die Krone spielte aber ihre Karte nicht aus. Entweder erkannte sie nicht die gewaltige Bedeutung der Stunde oder sie hatte konstitutlonelle Bedenken, die damals unüberwindlich schienen.
Seitdem haben sich die Mugyarcn den Anschein gegeben, als wollten sie die Freiheitsspender fein, die den Völkern Ungarns das allgemeine Wahlrecht bringen. Ja sie verpflichteten sich sogirr der Krone gegenüber, es binnen we- inger Jahre durckHuführcn. Als die magyarische Koalition in die Bruche ging und die liberale Partei ans Ruder gelangte, wurde endlich mit einer Wahlreform Ernst gemacht Mer Graf Tisza, dieser klügste Kopf unter ben magyarischen Politikern, erkannte sofort, daß leder Versuch, eine gerechte Wahtreform einzuführen, über kurz oder lang zum Sturze der magyarischen Alleinherrschaft fuhren müsse, und er bekämpfte darum das allgemeine Wahlrecht mit Eifer und Nachdruck. Freilich angesichts der immer drohender werdenden Volksstimmung und im Einblick auf die eigene Volkstümlichkeit mußte 'man doch etwas tun oder doch wenigstens so tun, als ob man nach einem den modernen Rechtsbegriffen angemessenen Wahl-
ken JJmäetoftctfem ragten anr meisten Herr Diegel- Daneger als Philistiades, Herr Harian S en als Knabe Natwlevn, ?vau Beriens
harnnrer als Kriegsfurie und Frl. Dietrich qis -eullchland-Athen? bertror. Ti/ übrigen Darsteller gehörten jum groRcn -A ei(c auch sonst der Reinhardtfchcn Bühne, zum anderen Telle den Breslauer Theatern an.
S^rJri^e. Man zerbrach sich also die Köpfe, um ein ^cchlfystem zu ersinnen, das etwas moderner aussah, zu- glerch aber die magyarische Mleinherrschaft erhalten sollte.
Volle sieben Jahre haben alle führenden Geister und Meister der Nation an diesem Wahlrecht herumgearbeitet, und was der jetzt dahingeg-angene Ministerpräsident Ladislaus v. Lukacs dem ^geordneten- und Magnatenhaus dann vorlegte, war durch das viele Herumdoktern und Zurück- schrauben so uneinheitlich und verklausuliert, daß es int Crffert auf den früheren Zustand herauskommen mußte. Das neue ungarische Wahlrecht ist weder geheim noch allgemein, noch gleich. Was dem Bürgertum und der Arbeiterschaft geboten wird, steht selbst unter der Linie der bescheidensten Ansprüche. Das Wahlrecht hat nicht wie das preußische drei Klassen, sondern deren sogar fünf. -Tte einer höheren Intelligenz Angehörenden sind schon mit 24 Jahren wahlberechtigt, alle andern erst mit Erreichung des M. Lebensjahres. Zu Mißbräuchen und Mißverständnissen ist da ein Riesen raum freigelasscn. Um in bte Jntelltgenzklasse zu gehören, muß man das Reifezeugnis einer Mittelschule haben. Wer nur die 6. Klasse der Elementarschule absolviert hat (mit Erfolg natürlich), erhält das Wahlrecht nur dann, wenn er noch einer ganzen Reihe von Ansprüchen genügt, die. nach Ansicht der Urheber der Reform die Differenz zwischen dieser Schulbildung und der anderen höheren ausgleichen, als da sind: Belastung mit einer direkten 'Staats st euer, selbständige Betreibung eines Gewerbes, mindestens dreijährige Anstellung als Lder- aufseher, £bergärtner, Ob er knecht ht öffentlichem oder Prwatdienste bei einem und demselben Arbeitgeber. Wer nur des Lesens und Schreibens kundig ist, muß das Minus an Bildung durch die längere Dauer feiner Stellung, durch einen Steuerzensus von 20 Kronen über einen Besitz von 8 Joch ausgleichen. Der Analphabet vollends ist nur auf Zrund einer Steuerleistung von 40 Kronen oder eines Besitzes von 16 Joch wahlberechtigt. Dieses im März d I Gesetz gewordene Wahlrecht bedeutet, wie man sieht die Verneinung des Grundsatzes vom gleichen Recht und die Nichtberücksichtigung der Nationalitäten Ungarns. Erst wenn die Dynastie den Völkern Ungarns das gibt, wonach sie verlangen, das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht, werdeii die erbitterten Oppositionskämpfe Nachlassen unb die ungarische Politik die Gesundung erlangen die man ihr wünschen darf.
Der Wehrbeitrag im Haushaltausschutz.
Berlin, 4. Juni.
Der Haushaltausschuß setzte heute um 1 Uhr nach der zweitägigen preußischen Landtagswahlpause die Beratung des Wehr- beitrag es fort. Gestern und heute vormittag hatte d e r U n t e r- a u s , ch u ß, dem ja inzwischen das Material des Schatzsekretärs Kuhn vorlag, seine vertrauliche Besprechung fortgesetzt und wenn etwas auf das bisherige Ergebnis schließen läßt, so ist es der Umstand, daß der Haushaltausschnß bei der heutigen Beratung den § 1 mit den Staffeln beiseite ließ und die weiteren Paragraphen des Wehrbeitrages beriet. Ter Unterausschuß soll vor der morgigen Sitzung des Hauptausschusses noch zwei Stunden tagen.
Die Steuerfreiheit d e r A u s l ä n d e r.
Tie Beratung befaßte sich zunächst mit der Frage der B e- Neuerung von Reichsausländern, die im Jnlande wohnen, sowie von R e i chs a n g e h ö r i g en, d ie im Auslande wohnen. Ein National liberaler wendet sich gegen die
um, und sie weiht Von dem Kriege IM k 3 mt-r'r 1 v"Z"°roir wieder nur durch die Worte des Philtsttades. Aber als der .\tricg beendet, führt Deutsch- land-Mhene einen gewaltigen Zug von Männern und Frauen von Fürsten und Kriegern, von Bürgern und Bauern, den Segnungen des Friedens entgegen in die mächtigen Portale des großen Dome^, der [ich erst jetzt als Hintergrund der Szene enthüllt ^ann folgt noch ein ganz kurzes Nack',spiel, das der Dickster wohl n“r_ -^"teresie ber harmonischen Architektur des Ganzen zu- gesugt yat, einige Worte des Theaterdireltors, der sich darüber vergewistern will, daß auch alle Puppen wieder in ihrem Kasten liegen. Sen widerstrebenden Marschall Vorwärts muß er zur aber das Wort, das der alte Händenenl lebendig bleiben, und mit ihm schließt auch das <stud: Vorwärts.
Mit gespanntester Aufmerksamkeit folgte die festlich gekleidete Menge von aOOO Zuhörern den Vorgängen auf der Bühne, die ohne Pause etwa 2' Stunde in Anspruch nahmen. Ost sieilich [cknen es, als ob das Jackeresse der Zuschauer nach mehr durch die bunten Bilder, die die Szene bot, gefesselt wurde, als durch die wahnendeii Worte des Dichters. Freilich hatte auch hier Max Reinhardt, der die Regie übernommen hatte, wie wohl me ^udor Gelegenheit, sich als Meister der Jm'zvnierung vor allem in Der -varitel ung groster Massenszenen zu zeigen. Schon das HK vb,c S^ene der französischen Revolution, dieses
wnste Durcheinander rasend gewordener Menschen, war von erschütternder Echtheit Hier sah man ja auch nicht, wie sonst auf der Buhne, einen kleinen Einzelausschnitt, den man zu einem ergänzen müsste, wndern man sah wirtlich einen teilen; Pobelhaufen, diele -vunderte, ja tausend Personen. Und ebenso Massenszenen. Auch die Echtheir der 3000 an der Zahl — eigens für die Statisterie KL ^Sriejhgt waren, trugen zur Erhöhung der
starken l'c?u]ck>en Eindrücke, nicht unweientlich bei. Den Gipfel-
Äder Swoße, mehr als 2000 Personen umfassende 3U>? den Friedensdom unter Orgelklana
Der feierlichen unveraeßlick-n Wirkung diese? Szene, des mächtigen Eindrucks bieier Scharen, die von einem Willen be>eell dem gleichen Ziele zuströmtm, vermochte sich 5ntS',ehen Es gehörte wohl ,ui den stärksten Bülmvn- LSLdb« icmals im Lause der letzten Jahrzehnte erzielt
Kreisel tanzen läßt und die Menge durch die kecke Abwehr, die, dann nochmals zu Athene der Krieasantlln ,
Und wieder wechselt die Szene: Hunderte von deutschen Bür- gern und Burgerinnen erscheinen in der Orchestra und lauschen den Worten, die ihnen von den führenden Geistern der 3eit zugerusen werden. Da strebt Turnvater Jahn die Menge zu entflammen, der große Staatsmann, Freiherr vom Stein, schließt [ich ihm an, der Dichter Heinrich von Kleist sucht zu der Tat die er in seiner „Hermannsschlacht" nur gedacht hat, anzufeuern, Gneyenmi und Scharnhorst versuchen ihr Heil, aber sie alle predigen tauben Ohren: noch ist das Volk nicht reis zur Tat, noch vermag es sich aus seinem dumpfen Hinbrüten, aus feinem stumpfen Fatalismus nicht aufzuraffen. Selbst die lockenden Anerbieten John Bulls, selbst der englische Goldregen, vermögen ße nicht aus ihrer schlaffen Neutralität aufzurütteln. Doch es mehren sich die mahnenden Stimmen: sie werden immer lauter, uyd allmählich werden sie gehört. Den mannhaften Worten «Vichtes an die deutsche Nation, dem fortreißenden Draufgängertum Blüchers vermag das deutsche Volk auf die Dauer nicht zu widerstehen. Unb während die Kriegsfurie immer toller durch bic Lande rast, während sich der Himmel Rußlands von den lodernden Flammen Moskaus rötet und sich seine Schneefelder mit den Gebeinen toter Krieger bedecken, ist das deutsche Volk erwacht, hat es sich seiner eigenen .Kraft be- lonnen. Wohl weinen die Mütter, daß auch ihre Söhne dem Eroberungszuge des korsischen Schlachtengottes zum Opfer gefallen sind, aber selbst die deutschen Mütter sehen es ein da», sie das Beste, das Heiligste, was sie .haben, ihre eigcnenl Srinber, dem Vaterlande opfern muffen, soll das Vaterland wieder lrer werden. Eine der MÄtter wandelt sich zu Deutschland und
Heranziehung vvn Ausländern zur Steuer, wie sie in einem 3 en t r um S antrag vorgesehen ist. Ties sei innerlich nicht berechtigt und würde praktisch zu großen Cchwierigkeiteu führen, unb eventuell durch den Wegzug von vermöglichen Ausländern der deutschenVolksivirtschast schaden. Dein ftimmie ein Regierun gs- Vertreter zu und bittet, es lieber bei den Vorschlägen der Regierung zu belassen, die nur Ausländer heranziehen will, die sich dauernd des Erwerbs halber int Reiche anshalten. Auch ein Sozialdemokrat äußert Bedenken gegen den Zentrumsantrag.
Die Sozialdemokratie schlägt dann, um Schivierigkeilen auszuweichen, vor, entgegen der Regierungsvorlage auch Ausländer, die sich dauernd des Eriverbs wegen in Tentschland aushalten, stenerfrei zu laflcn. Hiergegen wendet sich der Schatzsekretär. Er liegt hier durchaus keinen Grund zur Freilassung vor. Ter Schatz- s e k r e t a r wendet sich gegen den sozialdeinokratischen Antrag, auch das ausländische Grund- und Betriebsvermögen heranzuzieheu, denn das stehe im Widerspruch mit dem Grundsatz, das Grundvermögen jeweils mir in dem betreffenden Lande zur Steuer heranzuziehen. Tie Abstimmung ergibt die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages aus Besteueruug des ausländischen Grund- und Betriebsvermögens. Der Vorschlag der Regierung, wonach ck u s l a n d s d e u t s ch e, die sich seit länger als einem >>atzr im Ausland au'halten. steuersret zn lassen, wird durch Annahme eines konservativen Airtrags eingeschränkt dahin, daß zwei Jahre Voraussetzung sein soll. A l l e a n d c r >t A n t r ä g c z u r Auslandsfrage ,verden abgelehnt.
Die Steuerfreiheit der toten Hand.
Gute lebhafte Verhandlung rief der A u trag der Sozialdemokraten ans B e st e n e r il n g der toten Hand h e r- u °. x' danach sollen beitragspflichtig sein Kirchen, Religious- gesellschaften, Stiftungen, Orden und "Anstalten mit demjenigen Teil des Vermögens, der nicht ausschließlich der A r m e n°, Waisen- und Krankenpflege dient. Zur Begründung des Antrags w'rd^ausgefuhrt, es sei nicht am Platze, für Kirchen, Religions- gesellschaften t.sw. em Ausiiahnterecht zu schaffen: es lasse sich ganz wohl der -ieH des Vermögens ausscheideu, der ausschließlich der Armen-, Waisen- und K r a n k e n p s l e g e dient. Es handle sich hier fedensafls um Hunderte von Millioneii Mark.
Em Christlich-Sozialer hält den Antrag für schlecht • 2.nu icrt" evangelischer Seite reiche das Vermögen vielfach nicht zur Besoldung der Kirchendiener aiis. Es müßte allo die Steuer wieder umgelegt werden. Tie Ausnahme für Waisen, Ulcme unb Krankenpflege sei viel zu eng, denn es müßte doch auch die Fürsorge für ^eemannsheime, Soldatenheime und das weite Webt et b er allgemeinen charitativen 53 c t ä t i • ■11111 ä .d er Kirchen von der Besteuerung ausgenommen werden. A!an könne auch die Stiftungen nicht allgemein zur Steuer heran- Stehen z. B. die für arme Studierende. Tie Formulierung wurde z. V. das Vermögen des M o n i st e n b u n d e s f r c i 1 a ff c n und das wäre doch dann wieder ein A n s n a h m e r e ch t. Man mütze befürchten, daß der Antrag schließlich auch zu einer Besteuerung der wirtschaftlichen Vereinigungen führe.
Der Schatzsekretär führt als Hauptgrund für die Frei- l a fj n Jt g b e r toten Hanb an, man habe sich bemüht, alle großen theoretischen Fragen bei biefer einmaligen Steuer nicht zu erörtern. Em nennenswerter Betrag würde bet der Besteuerung .ts^.n Hand nicht auffommen, denn die absolut uotwendigen Einfcyrankungen würden weitaus beit größten Teil des Vermögens ber toten Hanb steuerfrei laffcn. Alan müßte alle gemeimuitiiqen Zwecke ausschalten und dann bliebe schließlich so gut wie nichts übrig. B e i Gesetzen, die für die Dauer berechnet sind, wäre die Frage von viel größerer Bedeutung, so habe die ^6^rung z. B. die Frage sehr lebhaft erwogen bei ber Erb» sch astsbestetieruu g. Allerbings sei man" bann auch zu bem entgegengesetzten Ergebnis gekommen.
3 c n t r untsinitglied verweist auf die geradezu lächer- ltchen Ertrag,ni,e der entsprechenden französischen Gesetzgebung. Es mußte auch dte übrige tote Haud herangezogen werden, die ver
®*,s 8W* 163. W« Donnerstag, 5. 3uni <913
Int Au An Ar 11 A A-W «r?W«r
bsällilr Kr IIPI zi II< Ii|Izr -1--;
sä» VJLVIIv|Ivl 441Liv,IllK.I Btastffi®
h.r die Stri>atnon II2, «erantroortlidi für bat
sS1 Seneral-Anzetger für Gberbesse« KLSL W L-E * *** •*** WW


