162. Jahrgang
Zweites Blatt
llr. 285
Erscheint liolich mit Ausnahme des Sonntags.
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Wieviele Automobile hat Japan? Jovan mit Riesenschritten der abendländischen Kultur bemächtigt aus dein (Gebiete des AutomobillsmuS durchaus rück- in gant Japan gibt es nur 3 0 Automobile! Ein Mildes .Eosmos" weiß hierüber nähere Angaben zu machen.
Samstag, 50. uovemver 1912
Rotationsdruck und SSvrlaq der Brühl'fchen UniversitätS • Buch- und Cieindrnckerei.
R. Lange, Dießen.
Die Motivcitfcigteit alljährlicher Viehzählungen in rieften.
In wenigen Tagen finoc» in sämtlichen Bundesstaaten dcS Reiches- wieder eine Viehzählung statt, nachdem die ieyte Reichsviehzahlung am 2 Dezember 1907, alfo vor uns Jahren, vorgenommen war. Allgemein werden wiche Zählimgen als sehr lästig empfunden: bei den Land irrten sind sie besonders ungern gesehen Vielfach hat sich die Meinung gebildet, als handele es sich hierbei nur um „Liebhabereien" der Statistischen Aemter, und als sei so manche Zählung recht überflüssig Leider muß der moderne Slolkswirt eine solche Anschauung als durchaus unzutreffend eblekmeu. (Gerade die Statistiker sind es, die das Volk mit ihren Fragebogen möglichst wenig belästigen möchten, und die darum auch das ganze Arrangement jedesmal so lrquem wie nur möglich treffen. Aber sie sind auch nur Diener der staatlichen und wirtschaftspolitischen Faltoren, Hi* heutzutage ohne ausreichende Statistiken nichts sachlich Haltbares unternehmen können. Tie modernen We» sehe werden umso weniger verfehlt sein, je mehr die Materie durch statistische Unterlagen gell.irt ist. (ierabc das deutsche Volk befindet sich in einem lebhaften Zustand der Verschiebung seiner gesamten, besonders der wirtschaftlichen Verhältnisse. Wenn diese Verschiebungen nicht ausgiebig durch zahlenmäßige Aufnahmen fcstgestellt !i?cden, kann das Volksleben auf eine schiefe Ebene geraten, Mi* zu spät erkannt wird, und das Ideal der modernen Statistik ist es ja, die gesammelten Zahlenmassen möglichst schleunig zur Aufarbeitung unb zu abgerundeten Ergebnissen zu bringen. Schon bei den fünfjährigen Volks- täblungen ist es so; bei den Viehzählungen liegt eine m)(f) viel zwingendere Notwendigkeit vor.
AlS analoges Beispiel sei nur an die E r n t e st a t i st i k innert. Diese ist viel schwieriger wie eine Bevölkerungs- aber Viehzählung, und dock) wird eS heute wohl keinen ein- ,igen Menschen geben, der die alljährlichen genauen Ernte- lüistiken für überflüssig halten und sich mit fünfjährigen Perioden begnügen würde Ter Handel wie der Landwirt muß wissen, mit welckien Erntemengen zu rechnen iß Wäre das nicht der Fall, so könnten jene internati» in hm Anpassungen nicht durchgeführt werden, die den wodernen Staat unbedingt vor einer Hungersnot bewahren.
Tie „Gießener .^omilienblitter" werden dem ,9lmeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Aus Statt und Canö«
Gießen, 30. November 1912.
Tic hessischen Bcrtchrsintcrcsscu werden „tunlichst" berücksichtigt.
Die E i s e n b a h n d i r e k t i o n Frankfurt beabsichtigt, vom 1. Mai 1913 an auf dem Offenbacher Hauptbahnhof eine V e r k e h r s ei n s ch r ä n k u n g nach der Richtung hin eintreten zu lassen, daß von diesem Zeitpunkt an Züge weniger an Offenbach vorüberfahren als bisher. Bis dahin wird die rechtsseitige
Daß die Javaner das Automobil io wenn verwenden, hat zwei Grunde: erstens sind die Verwendiingsmogliri keilen sehr gering, weil es in apan keine -naßen aibt. die sich zum Anloinobil- •a In en eignen, und zweitens sind 9hi:oinobile in Japan sehr fort» ipiehg. Tie meinen Automobile, die in Japan verwendet werden, stammen ans den Vereinigten Staaten, nämlich 67 v. $>. An zweiter und dritter Stelle als 51utomobiUie<eranien Japans stehen Teutichland mit 14 v. H. unb England mit 1 > o. v., dicht beilammen, und den Rest seiner AutomobilemfuHr, 6 v. H., deckt Japan in Frankreich. Glückliches Japan!
das Moor, und wirb ein Stück Wild aus einer kleinen Aufwuchs- ilädie flüchtig, so fühlt man jede Flucht, jedes ?lussallen seiner Läufe auf den fchwanlenden Grund auf weite Entfernung hin. Nur an den Rändern, wo im Lause der Jahrtausende aus ab- geiallcncn Nadeln und Blättern, an geschwemmt en Pflaizentcilcn unb vom Sturm anyewehtcn Humus tragiähiger Boden entitanb, ist ein besserer und dichterer Baumwuchs gediehen, und dieser bildet in der Regel den Endpunkt, bis zu dem der beobachtende Jäger vorzudringen vermag, um die ftarfm Elchhirsck>e zu bestätigen.
Während der Kolbenzeit, wo die Schaufler am heimlichsten sind, lehnt sie einzeln ober in ganz kleinen Trupps doii_ zwei bis drei Einsiedlern auf den von Menschen imbetretbaren T n des Hochmoores: jenen ausgedehnten Gebieten, die nur R-'. i und unterftmtbige Weiden tragen. Hier gibt es bedeutens Horste reiner Birkenbestände, wie sie die Tundren Nordrnßlanos zeigen. Zwischen ihren weißen Stämmen bilden nur spärliche Büfätcl von Suinpiporft und Rohr die Bodendecke. Ab und zu erheben sich Heine Hügel festen Mineralbodens, der auf dem Untergrund des Moores aufsipt: diese Laien sind gewöhnlich mit einigen zitternden Aspen, verkrüppelten Eschen oder .'tiefem bestockt und bieten dem Elch.wilde den besten Sckntz bei den regelmäßig wiederkehrenden und so zahlreiche Spier fordernden Hockwassern. Hierher zieht sich der alte Elchfchanfler auch zurück, wenn er sein weiches, empfindliches Kolbengcweih vor den Stangen und dünnen, sperrigen Zweigen der dichteren Bestände schützen muß. Ter Elchhirsch ist in dieser Beziehung übler daran als die andern Eerviden, da die Sckwuseln seines Geweihes bori^ntal zur Seite hinausstehen, nicht nach oben streben, unb so in der Kolbenzeit außerordentlich von den Aesten und Stangen des Baumwuchfes bedroht sind. Sind die Schaufeln einmal erhärtet und von Bast betreu, so achtet der Elch diese Hindernisse nicht mehr, sondern tritt sie nieder wie Halme oder wirst sie mit sein ent mächtigen Körper zur Seite.
Sobald der Schauiler mit dem Fegen seines mächtigen Geweihs begonnen hat, ist fein Bestätigen für beit Belaufsbeamten oder den birfchenden Zager viel leichter als vorher, wo nur ab und zu auf Gestellen und Holzabfuhrwegen, die über Mineralboden führen, die tief eingedrückten Schalen des Scharniers aui- zufpüren sind, ^lui dem Moorrande unb auf dem kahlen Inneren des Moores selbst ist natürlich ein Ansspüren ganz ausgeschlossen. Nach der Kolben^nt aber beeten die Fegestellen an den Bäumen einen sicheren Anhaltspunkt zum Bestätigen der Elche. Schlecht- wüchsige Kiefern, glatte Birken und vereinzelte Erlen sind die
Mainlinie Frankfurter Osibahnhvf Hanau in Belrieb sein. Durch diese Absicht würde Offenbach in wirifchchtlichcr wie verkehrshinsichtlicher Beziehung eine schwere «chädi gung erfahren. Zwischen Frankfurt Offenbach—Hanau verkehren täglich nach beiden Richtungen hin <0 Züge, von denen 20 Züge lokalen Charakters nur bis Hanau oder Gelnhausen verkehren. Die VerkehrsEinschränkung er> streckt sich auf die verbleibenden 56 Züge, von denen 40 Schnell und Eilzüge sind. Davon sind 14 schnell züge, die nach München geführt werden, auf deren Ableitung nach Offenbach aber die Ciienbahnvcrwattung kaum Wert legen dürfte. Es bleiben alfo nur 26 schnell und Eil züge übrig, die nach Bebra, Berlin und Lachsen gehen, von denen dann, da die 16 Personcnzügc unserer Stadt er halten bleiben, nicht weniger als 18 Züge, also ca.
7 0 Pro z. der bisherigen Bcrbi n d u n fle n mit Berlin, I Sachsen usw. in Wegfall kommen würden. Die Verwaltung wird sich zunächst an die hessische Regierung wenden, da» sic mit aller Energie für die Interessen der größten Industriestadt Hessens eintritl. Es ist ja nicht neu, daß in der vrcußisch hessischen Eisenbahngemeinschaft die Ber- kehrsinteressen Hessens nicht in der Weise berücksichtigt werden, wie es in dem Gemeinschastsvcrtrag in Aussicht gestellt worden ist. Aber in so krasser Weise, wie es jetzt für Offenbach vorgesehen ist, ist die bewußte Becinträch tigung der hessischen Interessen bis jetzt noch nicht geschehen. Ob die Herren am grünen Tisch in Frankfurt nicht selbst einsehen, daß durch solche Maßnahmen die Freude an der Eisenbahngemcinschaft in Hessen nicht erhöht wird?
Die Heimat »cs deutschen Elches.
Ortsnamen wie Elchingen unb Ellwangen im Sckwabcnlanbc uium i/ni, daß au di in Süddcutfcklanb einst m grauer i»efeS JHi*nn>ilj> „mn'ba
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Redaktion, Expedition unb Druckerei: Sckul- slraße 7. Expedition unb Verlag: e^^51. Rebattion.e^l12.Tel.-Abr.:^ln;eigervsießen.
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Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Nach einer Mitteilung ber hessischen Regierung werden Tolgenbc Vielgattungen aufge-älstt: Pferde, Maultiere und Maulesel, Esel, Rindvieh, Sd>afe, Schweine, Ziegen, Federvieh und die Bienenstöcke. Mit der Viel/zählung wird ferner wie bei den Viehzählungen 1904 und 1907 eine Zahlung der Schlachtungen vetbundcn Tust Zählung soll dengefamten Fleisdstonsum der Bevölkerung feststellen. Deshalb sind bei ber Zählung sämtlich Schlachtungen zu ermitteln, bie in den letzten 12 Monaten vorgenommen worden sind, ohne datz eine Schlachtvieh- ober Fleischbeschau vorzunehmen war, also nur bie sogenannten Hanssch.lachtungen. Ist ein Tier in lebendem ober geschlachtetem Zustande durch einen Fleischbeschauer amt M untersucht worden, so ist es nickt auwmehmcn. Es wirb na chHaushaltungen gezählt. Eine Haushaltungslitte ist in jede Haushaltung zu geben, in der fick Vieh befindet oder in der vom 1. Dezember 1911 bis 30. November 1912 Hausschlachtimgen stattgefunden haben. Tie Ausführung de rZählung ist Lache der Ortsbehörde, die eine Zählungskommission zu bestellen bat Nack Beendigung des Zählgeschästs gelangen die Zählpapiere an die Kreisämter, die sie dann an die Zentralstelle für die Landcs- statistik weiter senden. Daselbst wird die Bearbeitung des Zähl- materials unb die Berösfentlickung der Ergebnisse der Zählung vorgenommen. Tie Erreickung des bedeutsamen Zweckes der bevorstehenden Viehzählung wird nur dann möglich» sein, wenn alle Beteiligten mit Sorgfalt unb Gewissenhastigkeit ihre Ausgabe erfüllen unb namentlich die Viehbesitzer selbst die gestellten Fragen so genau unb vollständig beantworten, als es möglich ist. Der Inhalt der Haushaltungslisten wird lediglich zu fta- ttstifchen unb nicht zu steuerlichen Zwecken benützt.
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<riefcsch,üh5 । Beiden Akten lnte5länzefi-; im
•• Nikolat, 8 fest Das Gießener Fräbel-Seminar schreibt unS: Wie am Montag angezeiat wurde, sollte das NikolauSsest in SteinS Garten am nächsten Mittwoch statte finben. Wegen der Aufführung der .Walküre" \uufo daS Fest auf Freitag, 6. Dezember, verlegt werden. (S. helitige Anzeige).
** Konzert verein Am Freitag nachmittag ist ein Telegramm aus München eingetroifc», daß Frau Bosetti an schwerer Bronchitis erkrankt ist unb auf dringenden ärztsichen Rat alle Engagements der itächsten Zeit ccksagen muß. «o unan- genehm diese plötzliche Absage ist, so. wird dock) der Vorstand bemüht bleiben, Frau Doselti bei irgend einer späteren Gelegenheit wieder zu gewinnen. Es war eine recht peinliche ^und sduvierige Xagc für den Konzertverein, innerhalb weniger Stunden einen wirk lid) in jeder Beziehung geeigneten, gleichwertigen Ersatz zu nnbem Nach umsangreichen Bemühungen ist es gelungen, allerdtngs unter großen Opfern, die ausgezeickmete Berliner Alttsttn, Fran Lula Mysz-Gmeiner, Kaiser!, und Königl. öfterr. Kammersängerin, zu geroinneit, eine Künstlerin, deren prächtige Stimme in der Fackwresse sogar mit Hermine «ptest unb Alice Barbi oerglidien wird. Frau Gmeiner hat Tür ihr Programm, im ersten Teil vier Lieder von Brahms darunter das Regenliedim zweiten Teil vier Lieder von Schubert । lob unb das HiäbdH’n, Fischer, An die Laute usw vorgeschlagen, t^ecade als B r a h m s i n t e r p r e t i n genießt Fran Gmeiner einen besonderen Stuf, zumal es ihr vergönnt war, während ihrer Wiener Zeit mit dem großen Meister selbst zu musizieren; sie hat aus dieser ^eit die reichsten Anregmtgen gewonnen. Heber ihren Lebenslaus kurz einige Daten: 1K70 in Kronstadt- Siebenburgen als Tochter eines angesehenen Großkausmanns geboren, wird sie zunächst zum Biolinunterricht bestimmt, den sic vom st. Fahre ab bei Frl. Olga Elrigorowiez genoß. Mit i'ech- zehn Fahren wandte sie sid) indessen der Gesangskunst zu, Kubierte zunächst bei Lasset in Kronstadt, bann bei bem ausgezeichneten Kammersänger Gustav Waltlier in Wien, später bei Emilie Herzog und Etelka Gcrster in Berlin. Seit bieser Zeit ist ihr künstlerischer Ruf von Fahr zu Jahr gestiegen. Beweis dafür sind u. a. die Einladungen zu vielen Musikfesten und die sährlichcn Engagements im Gewandhaus in Leipzig unb anderen großen Musilzentren. Fhr ständiger Begleiter ist der bekannte Klavierkünstler Eduard Behm, seit 1900 ist sie mit dem ungarischen Marineoffizier E. Misz verheiratet.
Kreis Alsfeld.
A Ruppertenrod, 29. Nov. Beigeordneter Reiber ivurde heute unter sehr zahlreicher Beteiligung beerdigt. Er erreichte ein Wlter von 78 Fahren,
Fegebäume des Elchschauflers. Diese sind dann übel zugerichtet; bis zu drei Meter bock über dem Boden, wo der stärkste Rothirsch nickt mehr frinreidjen könnte, ist bie Rinde in langen Fetzen abgerissen. Schon von weitenr leuchtet der rote Bast ober die weiße Hol zsd icht durch die Stangen Istndnrch, so daß man im Moor mit Hilfe des Birschglafes oft auf sehr iveite Entfernungen iefiftcllcn kann, wo ein Schaufler zu fegen pflegt. Die von den Gld.cn mirl.anbclten Stämmchen find für d.n Fäger die^sidiersten Zeid en, na di denen er die Anwesenheit des jagdbarer Schanslers zu bestätigen vermag.
Man hat in deutschm Jäger kreisen vor etwa 15 Fahren daraus aufmerksam gemacht, daß das seit 1848 mühsam erhaltene ostpreußische Elchwild trotz des scheinbaren Erfolges verloren fei, da sich seine Entartung insolge fortöauember Jnzucln unverkennbar von Fahr zu 5)ahr mehr bemertbar mack' Tann hat man aus Schweden zur Blutauffrisdiung fremdes Wild kommen lassen, ohne von dieser Kreuzung ein irgendwie befriedigende- Resultat zu sehen. Später wurden aber in Tawellningken so kapitale Schaufler erlegt, daß man mit Freud' die Ausfassung, als sei das deutsche Elckwild entartet, als durchaus hinfällig unb irrig er- lärmte. Ruhe, Aesung und ein entsprechend hohes Lebensalter lassen aud) bei unjeren ostprenßischen Elchen kapitale Schauieln entstehen, die fick) füglich mit den skandinavisckien und rusi'ichen messen können.
Ins denselben Gründen erscheint es als eine Notwendigkeit, die fünfjährigen Reichs Viehzählungen aNjährlick stattfindcn zu lassen, bezw. wie das schon in Preußen, Baden und Sachsen der Fall ist, jährliche Laudesvieh z ä h l u n g c n auch in Hessen vorzunehmen.
In der Diskusion über die gegenwärtige Fleisch- und Aiehnot hat cs sich gezeigt, wie wichtig hei der Frage. Was soll nun werden? die Ergebnisse der preußisch-sächst scheu Viehzähluugeu der letzten Fahre waren. Wer drese alljährliche?. Zühltingscrgebnissc durck)arbeitete, der sand in den Rubriken über den Bestand des Juirgvichs ganz bestimmte Andeutungeit über die Zukunft der ein heimischen Biehproduktion. Er konnte unsere Landwirte daraaif aufmerksam machen, wie die Konjunktur sich voraussichtlich gestalteu würde. Tas prozentuale lachlassen der Juugviehbestäude mußte überall, wo cs fcstgestellt werdeu fonntc, den Anlaß zu stärkerer Produktion geben, zugleich aber auch eiue Warnung sein, die Verläufe bezw. Schlachtungen von Jungvieh zu stark zu forcieren. Tas alles ermöglicht nur eine alljährliche Viehstatistik; eine schleunige Fertigstellung vorausgesetzt, muß sie fürden Landwirt den Wert eines Baro-
,nnfduri^rVlt mim in den prcnßisckcn Staatssonten emen Elck- stand von etwa 500 Stück, davon entrollen ungefähr 300 am die bbcriörftercicn Tawellningken, Fbenhorst und Nemonten, dte eiu Sckongebiet für Eldre bilden. Im ganzen Bezirk Königsberg Itebi Lx Rest von 100 bis 200 Stück. Durck Eindeichung ganzer Sdmtzb irke, Anlage von sog. Poldern, Eickbergen, Ausweick- stellen, hochwafserfreien Straßen, die zn den pockmooren fuhren, Anlage von sck-vimmenben Brücken über verfumptte «tte hlntz- Läufe roirb das Eid wild immer mehr gegen die icksimmste Gefahr, das Däner, geschützt. Tas Niedernngsgcbiet von Jbenhont bi? Nemonien saßt 24 000 Hektar - q, .
Tie Standorte dos dciisick-.n Elckwüdes nttb em tnrn-ber'Aatur q tüfamencr Sckntzvark, ber nickt auf fünnüdx Erhaltung burd) den ' 5Xenfd-.cn angewiesen ist, sagt Bergnnller tn ieinem neuen prei?= iverten Werke „Erfahrungen am bem Gebiete ber hoben ^agb , tzas bie Franckksde Verlagshandlung locbeiiin vornehmer Aus inattung U^bringt. Tie Moore u'tb ^ockrnoore Ener Gebiete jenen viele Tausetide von Hektaren unb enthalten ort 1000 unb mehr Hektar große Fläd)eit, auf denen ber meitfdsttcve Fuß über* kaupt nickt oder nur kurze Zeit im Jahre sortzufchrerten vermag. Tiefe un;ugänglidvn Flächen bilden vorwiegend die Ltandortt b,:r starken Sd'uusler, die auch die empcimiidien xsager gewohiilich mur loährend der Brunst zu sehen bekommen.
Nur wenige Wassergräben buranchneideii die fchwonkende, tru» «rische, nur aus Sphagnum gebildete Moosslöcke. j.er Revier- foeamte fatm von Glück sagen, wenn diese Wasseradern ihre nackiten :Mtider so entwässcni, daß sich ein sckmalcr, leiter Pfad aus dem törabenborb austreten läßt. Unter jedem Tritt bebt und federt
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In ber Zettschrift des Pr. Statist. Landesamts tritt dessen Präsident Evert energisch und mit ausgezeichneter Begründung für alljährliche Viehzählungen ein. Er er innert daran, daß schon der Weitblick Friedrichs des Großen zeitweise jährlich Viehzählungen veranlaßt hat, und daß Baden seit 1868 jährliche Aufnahmen kennt, Prcugcu seit looo, Sachsen ebenfalls feit einigen Jahren Evert ivcist nach, daß die technische Seite gerade bei Vichzähluiigen gar keine Schwierigkeiten bietet, unb daß Biehzuchte r eben- io wie Fleischverbraucher ein sehr grofzcs xsnter» cs sc an ber jährlichen Wiederholung, s owic an^er^Tctai^
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tiflffl DCt2 und dort m ojicor und Ried beim -lonitidi ober bn Grbarbiiui. U ......lllb'- I die mächtigen Schaufeln seines Geweihs zutage gefördert werden,
t erinnert man sich des. Verschollenen, ber hier vor Jahrhunderten
I 8C1^e“ute unfer« putschen Elchnnw-s n^n-chd°z
| rveite, dem Kun setzen Hass vorgelagerte (Miet m_ Clfo reu Bat I ba-5 an llrwücksigloit des Waldes unb der endlosen <-umpfftrecken
lietunq in NachwuchSklassen (Kälber, Lämmcr, Fcr fei, Fohlen usw.) haben.
Ten Viehzüchtern im bcfondcren hält Evert vor. „Nur solche häufigeren detaillierten Aufnahmen können eine iDcniflftcn» annähernde Vorstellung geben von den ungeheuren Werten, die in unserem Bichstapcl stecken, von der Fähigkeit unserer Viehzucht, mit ihrer Erzeugung dem slcigcuden Bedarf eines ra?d) wachsenden Volkes zu folgen und die Flcischversorgung im wesentlichen unabhängig vom Auslände zu macheu, vo>i dem Grade ihrer Kraft zur Au passuug auch au ungünstige Einflüsse, wie z. B. schlechte Futtcrcrnlcn Jeder Landwirt sollte deshalb, trenn die lästigen Zählpapiere tvieber einmal an ihn herautrctcn, och gegcntvärtig halten, daß er mit ihrer sorgfältigen Er lcdigung nicht etwa irgend eine müßigc Neugier bcfric t>igt oder gar sich vor dem Steuerfiskus bloß stellt, sondern daß er dabei vor allem s e i n e n c t g en en Iutcr essen und denen feiner Bcrussgenosfen dient."
Lkbcr auch das Jntcrcffe der F l e i f ch r c r b r a u ck c r an fortlaufenden Viehzählungen ist rin großes. Tic sehr gut arbeitende Schlacktuugsstatistil allein genügt den Bc dürfnisscn des Volkes nicht; die Schlachtisiigen geben nur Aufschluß über die Vergaugenheit, jedoch, was praklisck viel wichtiger ist, feinen Ausblick auf die voraussichtliche Vcrsorguiig in ber nächsten Zukunft Tic Aufnahme und) Altersklassen ermöglicht eine Beurteilung des Nachwucksses und schützt Bcvöltcrung und Verwaltungen vor Untersd)ätz- ungen wie Ucbcrtrcibimgen. Aufnahmen mit lau eren Zwischenräumen geben leinen Anhalt und führen fdtließ lid) Produzenten wie Konsumenten, Venvaltung wie Wissen jdiaft so irre, daß der Schaben für alle Teile des Volkes ein unermeßlicher werdeu kann. Evert spricht die Heber- zcuguug aus, daß es für die Viehzähluugeu der nod) nach- hinliudeu Staaten nur eine Frage der Zeit ist, sich zur vollen Ebenbürtigkeit mit den Ernteermitic ungen und damit zur alljährlichen Wiederkehr zu entwickeln. Tie auf- zuwendeudcu Finanzmittel sind gegenüber der Bedeutung ber Sache nur gering. Möge auch Hessen bald alljährliche Viehzählungen aufweisen, wie Preußen und Sachsen.


