Ausgabe 
30.5.1912 Erstes Blatt
 
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in Nizza zur Ueberführung nach Rußland zum Bahnhof aeleitet Der Verstorbene ist 17 Jahre am deutschen Hof beglaubigt gewesen und hat den größten Teil seines Lebens in Deutschland zugebracht. Bevor er auf den Berliner Posteic berufen wurde, war er 14 Jahre in München Ge­sandter und volle 30 Jahre Ministerresident in D a r m st a d t gewesen Es war die Zeit, wo der Zar Alexander II. regelmäßig einige Monate in Jugenheim an der Bergstraße zuzubringen pflegte.

Heer uub Flotte.

Trier, 29. Mai Zuverlässig verlautet, das hiesige Infanterieregiment Nr. 161 solle am 1. April 1914 auf zwei Garnisonen verteilt tverdcn. Der Stab, das erste und dritte Bataillon sollen nach Düren, das zweite nach Eschweiler kommen.

Au» Stabt und Land.

Gießen, 30. Mai 1912.

* Der Groß Herzog und die Großherzogin von Hessen mit Kindern sind gestern nachmittag auf der Rückreise von Livadia in Kiew eingetroffen.

** Kreisarzt Dr. Stammler f. Gestern früh starb hier einer unserer ältesten Mitbürger, der König!, preuß. Kreisarzt a. D. Dr Eduard Stammler. Der Verstorbene war am 30. Mai 1820 in Lauterbach geboren, er wäre also heute 92 Jahre alt geworden. Nach dem Besuch des hiesigen Gymnasiums ging er im Sommer­semester 1837 zur hiesigen Universität Im Winter 1839 wurde er aktiv bei dem KorpsTeutonia", deren ältester alter Herr" er ist. Im Sommersemester 1840 wurde Herr Stammler wegen Beleidigung des Polizeirats Zu- lehner auf ein halbes Jahr von der Universität ausge­schlossen. Am 21. März 1843 bestand er das medizinische Fakultätsexamen, studierte dann 1843 und 1844 noch in Berlin, Prag und Wien und ließ sich 1845 als praktischer Arzt in Battenberg nieder. Im Jahre 1846 ging Dr. Stammler als Kreiswundar^t und Gemeindearzt nach Neckarsteinach, von wo er 1860 als Kreisarzt nach dem damals hessischen Städtchen Battenberg versetzt wurde. 1866 trat er in preußische Dienste über, trat aber schon 1875 in den Ruhestand. Er zog hierher und war noch eine Reihe von Jahren als praktischer Arzt tätig. Der liebenswürdige alte Herr war in allen Kreisen, die ihn kannten, sehr ge­schätzt und beliebt.

" Aus dem Militär-Wochenblatt. Jrhr. v. Brandenstein, Major im Generalstabe dec Gen.-Jnsp. der Kav., zum Garde-Drag.-Regt. (1. Hess.) Nr. 23 behufs Vertretung des Kommandeurs kommandiert.

In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Klein-Auheim Michael Winter auf sein Nachsuchen.

"Staatöbahn-Personalnachrichten. Cs wurden oersetzt der Bahnmeisterdiätar Schilling von Vilbel nach Frankfurt a. M., sowie der Stationsschaffncr Reinhold Becker, früher in Gießen, von Mainkur nach Lim­burg a. d. Lahn. ES bestanden die Prüfung die Hilfs- Lokomotivhcizer Gustav Hu del und Karl Ea rlä in Gießen.

** Stadttheater. Nochmals sei auf das Gast­spiel von Madame Hanako und ihrer Gesellschaft am Freitag ausdrücklich hingewiescn. Die hochinteressanten, ganz eigenartigen Darbietungen haben gestern abend am Kurtheater in Bad-Nauheim wiederum wie im vergangenen Jahre einen ganz außerordentlichen Erfolg erzielt. Das Gastspiel der berühmten japanischen Künstlerin hier be­deutet zudem das letzte Auftreten derselben in Europa, da mit dem 31. Mai diese letzte Tournee in Europa endet. Die Herren Studierenden zahlen an der Abendkasse er­mäßigte Preise.

** Zirkus May. Man schreibt uns: Auf dem Bahnhof Gießen werden am Samstag seltene Gäste zu bewillkommnen sein. 35 Löwen, Tiger, braune und Kragen­bären, Zebras, Zebus, Kamele usw., ein kostbarer Trans­port exotischer Tiere, werden von dem zu einem Gast­spiel kommenden Zirkus Mal) nach Gießen gebracht. Außer diesen Exoten bringt der Zirkus May auch edle Pferde mit sich. Die Freiheitsdressuren des Herrn Direktors May erfreuen sich der Beistrmmung der Fachmänner und des großen Publikums. Mben den zirzensischen, artistischen und Raubtierdressurkünsten sei aus den einzig in Europa lebend sich befindlichen Orang-UtanJohanna" hin­gewiesen.Johanna" bildet in lebet (stobt bes jeweiligen Gastspiels des großen Zirkus May bas Tagesgespräch. Sie repräsentiert an sich einen Wert von 100 000 Mk. und bezieht eine Monatsgage von 10000 Mk. Was es sehens­wertes gibt, bas wirb gezeigt. Dieser Zoologische Garten auf Reisen ist währenb bes ganzen Tages dem Publikum zedffnet.

** Silberne Hochzeit feiern heute Schuhmacher- meister Möller und Frau, Schulstraße 2.

Landkreis Gießen.

Großen-Linden, 30. Mai. Bei dem am zweiten Pfingstf ciertage abgehaltenen Dauer-undKorsofah- ren des Radfahrervereins Londorf erhielt der hiesige Radfahrerverein unter fünf Bewerbern die beiden ersten Preise.

n. Hattenrod, 28. Mai. An Pfingsten feierten der Kirchenoocsteher Wilhelm A l b a ch und feine Ehefrau Elisabeth, geborene LaunSpach, das Fest dec goldenen Hochzeit. Die Feier fand im engsten Familienkreise statt, da das Haus durch den Tod eines Sohnes und des Bruders, des Real- lehrerS Albach zu Gießen, in Trauer versetzt war. Im Auf. trag des OberkonsistonumS überreichte Pfarrer Ries ein neue« Testament nebst Glückwunschschreiben der Behörde. Der Kirchenvorstand wünschte seinem Mitglied persönlich Glück und übergab em Andachtsbuch.

KreiS Schotten.

- Laubach, 29. Mai. Der Hessische Haupt- eo r<51 l>cer Gustav-Adolf. Stiftung wird seine 68 Jahresveriammlung am 25. und 26. Juni hier abhalten. Die Vorbereitungen zu dem Feste sind in vollem Gange. Vier Redner aus der Diaspora werden zum Wort kommen. In der öffentlichen Abendversammlung des ersten ^.ageS und ui der Nack)versammlung auf dem Ramsberg ain Hauptfeiltage wird ein elsässischer Pfarrer über die Gustav-Adolf-Arbeit im Elsaß rÄen. In der Nachve!- Sammlung werden zwei hessische Guslav-Abolf-Pfarrer sprechen, ferner werden in der Vorversammlung ein Ver­treter des Hessischen Hauptvererns der Gustao-Adolf-Stif- wng unb em Vertreter des Hessischen Hauptvereins des Evang. Bundes sprechen. Im r5^ügottesbienü predigt ein Liafpvrapfarrer; Ansprachen werben geteilten von dem Vorsltzenben des Hauptverelns der Gu,rav.Abots Sliftuna und einem Vertreter der Kirchcndehorde.

Kreis Frteoverg.

L. Friedberg, 29. Mai. Gestern hielten die alten Lehrer, die 1859 voin hiesigen Seminar abgingen, zu Frankfurt ihren jährlichen Appell ab. Sie hatterx dazu die Lehrer de? Jahrganges 1 8 5 8 eingeladen. 52 Jünglinge traten Ostern 1857 ins Friedberger Seminar ein, von denen noch 16 leben und einer noch Schule hält. Neun waren er- schienen. Vom Jahrgang 1858 fanden sich drei ein. Im Restaurant Böhm in Frankfurt hielten sie ihre Zusammen­kunft, zu der sich Söhne unb Enkel und Frauen der Jubilare eingesundcn hatten. Tischreden wurden gehalten und ölte Erinnerungen auSgetauscht. Eine kleine Geldsumme sammelte inan für die Ludwig- unb SKice.Stiftung.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 29. Wlai. AuS Anlaß beS HinscheidenS des Kaiser!, russischen Botschafter« in Berlin, von der Olten- Sacken, der 1869 bis zu Aniang der 80er Jahre Minister- resident am Großherzoglichen Hofe war, sindet morgen vor- mittag 11V, Ubr eine Seelenmesse in der russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe statt.

Kreis Wetzlar.

F.C. Wetzlar, 29. Mai. Ter Regierungspräsident ho das Verbot der Kla uen oie hm ärkte für den HreiS Wetzlar aufgehoben, doch ist die Aufhebung an ver­schiedene Bedingungen geknüpft.

** Wißmar, 30. Mai. Zu dem Streit am zweiten Pfingsttag, über den in der gestrigen Nummer berichtet würbe, sei mitgeteilt, baß ber beteiligte Kraft nicht Zi­garren- sondern Hüttenarbeiter ist. Er soll von dem Pape, ber ein Freunb von ihm war, in bie linke Hanb gebissen worben «ein, weshalb Kraft ihn packte und beim Ringen einen scharfen Gegenstand in den Unterleib stieß. Das Befinden des Verletzten soll befriedigend sein.

Hessen-Nassau.

Q Marburg, 29. Mai. Auf dem Rückweg von der Hengststation hier erlitt gestern nachmittag das Pferd des Landwirts Bodenbender aus Hof Capelle einen Nierenschlag, wobei beinahe der auf dem Tier sitzende Sohn des Besitzers mit verunglückt wäre. Mit Hilfe von Passanten wurde nun das Pferd von der Unfallstelle bei der Landesheilanstalt aus wieder zurück in die Stadt in einen Stall geschafft und zugleich benachrichtigte auch der Sohn seinen Vater von dem Unfall und ersuchte ihn, sofort zu kommen. Als der in den 50er Jahren stehende Landwirt Bodenbender anlangte, stürzte er plötzlich als Leiche zu Boden.

h. Frankfurt a. M., 29. Mai. Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin hat aus ber reichen Jagbbeute, bie er von seiner innerafrikanischen Forschungsreise heimbrachte, bem hiesigen Senckenberg- Museum ein Okapi überwiesen. Das überaus seltene Tier ist bas erste in beutschen Museen vorhanbene Exem- plar. Das vorzüglich präparierte Skelett ist im Lichthofe ausgestellt, währenb das ausgestopfte Tier selbst in den Räumen für Säugetiere einen bevorzugten Platz erhielt.

= Frankfurt a. M., 28. Mai. Der Verein mitt­lerer Staatseisenbahnbeamten (Sitz Köln) hielt am 16., 17. und 18. Mai im Römer seine Hauptver- s a m m lung iunter zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen von Preußen-Hessen ab. Aus der Eröfsnungsrede des Vor- sitzenden ist zu entnehmen, daß ber Verein für bie Ver- besserung ber wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Mitglieder nicht nur bie Staatshilfe in Anspruch nehmen will, fonbern auch mustergültige Einrichtungen ber Selbsthilfe geschaffen hat. Der Verein hat feit seiner Grünbung an Sterbegelber 343 397 Mk., an Witwen- unb Waisenunterstützungen 36 325 Mk., an Darlehn 284 875 Mk. unb an in Not ge­ratene Kollegen 33 217 Mk. gezahlt. Außerbem würben noch Begräbnisbeihilfen von 41273 Mk. gezahlt unb für Rechtshilfe 77 379 Mt. aufgetoenbet. Auch 1911 war ber Verein in ber Lage, fast 50 Proz. ber Einnahmen für Wohl- fahrtszwecke verausgaben zu können. Als befonberer Punkt staub neben ben Fragen der Stanbeshebung unb ber inneren Organisation ein Vortrag des Dr. H ö s l e über das Thema:Der Beamte in ber Volkswirtschaft" zur Tagesorbnung, der mit reichem Beifall ausgenommen wurde. Der Vortragende betonte besonders für bie Be­amten bie Pflicht, Fühlung zu nehmen mit ben anberen Erwerbsstänben unb sich nicht abzuschließen, fonbern prak­tische Arbeit mitzuleisten an ben sozialen unb charitativen Aufgaben bes Staates unb ber Gemeinben. Die Eisen­bahn-Direktion Frankfurt war durch den Perfonalbezernen- ten Regierungsrat Dr. Beyer vertreten, ber erklärte, baß >ie Eisenbahnverwaltung ben Beratungen nicht nur mit >em größten Interesse, fonbern auch mit besonderem Ver- trauen folge. Eine einstimmig gefaßte Entschließung be­zeichnet es als bie zurzeit bringenbste Aufgabe bes Vereins, für bie auch front Abgeorbnetenhaus beschlossene völlige lehaltlicheGleichstellungderpreußisch-hesfi- cheu Eisenbahnassistenten mit ben Verkehrs- affiftenten bes Reiches mit allen Mitteln zu wirken.

Landwirtschaft.

Bur Maul- unb Klauenseuche in Großen- Buseck schreibt man uns von sachverständiger Seite: Tie beiden Eingesandt" in obigem Betreff, von denen naniuitlid) das lebte geeignet ist, falsche Vorstellungen zu erwecken, veranlassen mich. Ihnen folgende Ausführungen zur Verfügung zu stellen: Ter Aus­bruch der lUtaul» und Klauenseuche in Großcn-Buseck kam gänzlich unvermittelt. Die Infektionsquelle war nicht festzustelleii. Da die Krankheit aber nur durch Ansteckung entstehen kann, lag die Befürchtung nahe, bau Seuchenherde bestehen, die nidu bekannt geworben sind. Außerdem hatte der Besitzer des verseuchten Be- llandes die Sachlage zu spät erfiannt und war mit den bereits erkrankten Tieren noch zwei Tage in der Gemarkung umher gefahren. Wollte man das Wiederaufleben der trostlosen Zustände des letzten txmtmcrg, die ja noch in aller Erinnerung sind, vermeiden so war größte Vorsicht am Platze. Die Wünsche, bie in dem letzten Eingesandt" geäußert worden sind, gehen darauf hinaus, diese Vorsicht zu vermindern, bevor die Gefahr der Seuatenverschlep- pung wirklich beseitigt ist. Dies ist aber erst der Fall, wenn in dem Scuäxmgehofte bi« Erkrankung abgeheilt und die TeSlnfcktion durckgcführt ivorden ist. ES unterliegt gar keinem Zweifel, daß die Anordnungen, die dem Gesetz entsprechend, in einem Sperrbezirk getroffen werden müssen, für die Betroffenen sehr drückend sind und jeder, der die Verhältnis»« kennt, wird die Be> tronenen aufrichtig bedauern. Aber dennoch wäre eS unoerant- wörtlich, wollte man die Vorsichtsmaßregeln aufbeben, ehe bie Bett dazu gekommen ist. Dann wäre ja alles, was bisher geschehen ist, untjonu gewesen. Die Landwirte in Grogen-Buseck wollen mit Rmdergespannen fahren. Tie Erfahrung hat wiederholt gezeigt, daß gerade hierdurch die Seuche tm Seuchenort verbreitet wird. Au» behänderen Seite ist wiederholt beobachtet worden, daß ver' einzelt Seuchenherd« isoliert geblieben sind, wenn bie Maßnahmen vwittlich burdhKTutn worden sind. Gerade daß cs in Großen- Vuseck bisher bei einem Seuchenherd geblieben ut, gibt der Hoi' nung Berechtigung, baß, wenn man nicht auf halbem Weg.- lieh ,1 bleM, die Sache bald ganz ooruoc. .ir ist nun L-d»

größere liehet; daß die Landwirte sich noch cm Tage bv-

l,4fcn unb bann a Beengungen los und, ober baß die, vielleicht etroae- gemilderten Maßnahmen bei Ausbreitung ber Seuche weiterhin, vielleicht noch nnxbenlang weiter bestehen, nxnn in der ganzen Zeit bann ber Absatz von Schlachtvieh behindert, von Zuchtvieh unmöglich ist, wenn für bie Beobachtungsgebiete bie durch Gesetz zwingend vorgeschriebenen Einschränkungen weiter bestehen, wenn aud) noch weiterhin die Ferkelmärkte für Züchter in Gießen und Lich wegfallen müssen und außerdem die Gefahr der Weiterverschleppung aus dem Seuchenherd besteht? Tie Antwort dürfte nicht schwer fein. Welche berechtigten Borwürfe bekämen wohl die in Betracht kommenden Dienststellen zu hören, wenn durch verfrühte Aufhebung der Vorsichtsmaßregeln das Wohl und Interesse so vieler geschädigt werden würde. Auch daß die Schäden, die durch Todesfälle im Verlauf bei Seuche entstehen, entschädigt werden müssen, dürste zu bebenkn sein. Soll man bie Allgemeinheit und die Landwirte nickt be troffencr Gegenden schädigen, die an den Kosten mitbezahlen müssen, indem man am Seuchenort die nötige Sorge außer Acht läiit ? llnb bann: die vielgeschmähten gesetzlichen Vorschriften? Wer hat sie denn gemacht? Von Männern, denen jahrzehntelang, (Srfaljrung zur Seite steht, sind sie vorgeschlagen und von Land wirten sind sie gebilligt zur Wahrung der Interessen b e r Landwirtschaft. Nur für die Landwirte sind sie gemacht, denn kein anderer Stand hat ein auch nur annähernd so großes Interesse an diesen Fragen, als gerade sie. Diese Gesichtsvunktc sollte man doch nie außer Acht lassen und nicht denen die Schuld geben, die nur ausführen, was die berufenen Vertreter derjenigen gewollt haben, denen, wenn sie betroffen werden, dir Maßnahmen zu streng sind. Noch etwas ist zu erwähnen: E. ist geklagt worden über die Bestimmung, daß aus dem Sperrgebiet keine unabgekochte Milch abgeaeben werden darf. Tie Maul- unb Klauenseuche ist durch die Milch auf den Menschen und besonder-: auf Kinder übertragbar. Zahlreiche Todesfälle bei Kindern, bie hierauf zurückzuführen sind, find beobachtet. Welche berechtigten Klagen würden entstehen, wenn auch nur ein einziges Menschen­leben dadurch in Gefahr gekommen wäre, daß diese Vorschrift nicht getroffen worden wäre. Bis Ende dieser Woche ist unter normalen Verhältnissen in Großen-Buseck die Abheilung d e r Sc u che zu er w a r t e n. Ist dann die Tesinfektion durch, geführt, so kann auch wohl das Fahren mit Rindergespannen wied.'r gestattet werden. Soll wegen dieser wenigen Tage das Erreichte in Frage gestellt werden? Tas kann wohl bie Meinung der Herrn Einsenders selbst nicht sein.

. ** Landw. Genossenschaftswesen. Wie der Inter- nationale Bund der landwirtsclmftlichen Genossensck-aften mitteilt, hat nun mehr derZentralverband der japanischen Gen o s s e n s ch a f t e n" mit dem Sitze zu Tokio, dein von ben 8663 Genossenschaften Japans etwa 4500 angehören, seinen Bei- tritt zum Internationalen Bund erklärt. Außerdem sind folgende Genossensckiastsorganisationen Rußlands beigetreten: 1 Ta-i Zentralgenossenschaftskomitee in St. Petersburg (war auf d m internationalen Bundestag zu Baden-Baden vertreten durch Dr Totomianz-St. Petersburg), 2. die Moskauer Volksbank (in Baden- Baden vertreten durch Prof. Tr. Anziferoff^Charkow), 3. der Verband der Krediigeiwssenschasten m Kiew. Des weiteren bat derZentralverband ber landwirtschaftlichen Genossensck-asten des Gouvernements St. Petersburg" seinen demnächstigcn Beitritt zum Internationalen Bund in Aussicht gestellt. Da ber Beitritt ber Genossenschaftsverbänbe einiger Länber zu erwarten ist, w.'td-.m in absehbarer Zeit alle Kulturlänber int Internationalen Buiid vertreten fein. In ber Hauptsache ist biefer Erfolg dem Verlauf des m der Vorwocl-e in Baden-Baden abgehaltenen Dritten Inter- nationalen Bundestags zu danken.

vermischtes.

ar.lcItfam-c )öe8ebcn9cil Wird aus Paris gemeldet. Als am gestrigen Mitttvoch morgen ein Schutz- mann eine Frau verhaften wollte, legte sich ein anscheinend zufällig hinzukommender Mann ins Mittel. Der Schutz­mann glaubte es mit Apachen zu tun zu haben unb schoß i^n meber. Auch eine anbere hinzutommenbe Person wurde von ihm niedergefchossen. Der eine ber erschossenen Tiänner mürbe als ber Polizeiinspektor Monteid cr- k1 Schutzmann erhielt kurz vorher von einem Zuhälter, der rasch entfloh, zwei tiefgehenbe Mefsersticy«.

kt M e x i k a n 11 ch e P o 11 z e i g « h e i m n is s«. Ta» itt ^.^v°lutio.i dl« andere sagt, kann nieinanden u"er- nfin b äUm£e emigermage.i kennt. Ter dell« Kenner Nak ^Epubtik, der Exprästbenl Porfilio Tiaz,

Hai einmal ein Histörchen erzählt, baS für bie bärtigen Zustande ungemein belehrend und zugleich sehr ergötzlich ist. Liaz selbst har dann m hockll eigener Person eine Wolle gesviett. Er iianb da-

, "" "istigften Manne-alter. .Tie itanbstraßen, die nach der ti>|uaöal_QJat° führten, waren Dudjiiubii.u oer- ,r4Qllu 4-wz jungft in einer Panier wesell- zHaub setzen einem ebeniaUS buchstäblich bei uireii Plundereien nicut einmal das Hemd auf dem Leibe. Und iei , wenn die Postkuischen in die Stadl einsuhren und die Fenster- L l-) <n' onnte mau sicher jein, dap wieder eimual 6:e ' k. " cptl getrieben und die Re.jenoen selbst der

^ciiiden beraubt hatten, so daß sie notgeöcungea stch mg Uo-.

haupioersammiung der veulschcn Turncrschast.

,, v m = Riel, 29. Mai.

Unter dein Vorsitze deS greisen Turnvaters Dr. Götz iVeioxig) unb in Anivesenheit zahlreicher hervorragender Führer im bcutidieu Lurnwesen trat hier bie Deutsche Turnerscha't zu ihrer diesjähiigeii großen Aus schuß sjtzung zusammen. Die Tagung fand ,m neuen Kollegiensaale des Rathauses siall und begann mit einer nichtöffentlichen Sitzung der Unterausschüsse. Heule mittag be­gannen bie öffentlichen Verhandlungen Ter Milielrheiukreis ivat durch Schulrat Schmuck (Tarmstadt) vertreten.

Geheimrat Dr. Götz, der jetzt Jahre alt ist, leitete die Ver- Handlungen mit einer kurzen BegriißungSanivrache ein. Tie all- lahrliche Bestandeserhebung der Teulschen Turnerschait soll aui Munich des Ausschusses vereinfacht werden. Die Griindiiug eines I ugendturnblatteS wurde für ivünschenswert erachtet Tie Vorarbeiten hierfür wurden dem Ausschuß für die schul­entlassene Jugend iwerlragen. Ter Turn-AuSschuß Hot in längeren Sitzungen stch besonders eingehend mit der Spiclirage be'chaitigt und ui Gemeinscha't mit dein seit bem Vorjahre be­stehenden Unterausschuß für Spiele und volkstümliche Hebungen eine Aeihe von Bestimmungen vorgeschlagen, die vom Ausschns: angenommen mürben. Es vefinden uch darunter auch die, .velchc sich auf den Spielbetrieb des nächstjährigen deutschen Turnfestes in ^etpjg beziehen. AuS den Mitteln der Ferdinand b)öli-Sti>tu»g jur Errichtung deutscher Turnstatlen wurden insgesamt 37 bedürftige Turnvereine mit 11 900 Alk. unierstützt.

cn ^^ofessor Reinhardt (Berlin) überreicht im Namen der vier ?Cr X,CCtliUri^nUe «oldgesticktes Fahnenband für daS Banner der Teulschen Turnerschaft zum Andenken an die Hunderiiahrfeier deS Turnvereins in der Hasenheide.

Schulrats Schmuck (Darmstadt) über da« ? l l "»6 zu m 3 u ngb eutfct)lanbbunb führt zu " l219ef7,?a2Iuts|pre^,e- T'e Ziele des Bunde«, wie sie Wcneral- ^- ^oltz-Pascha festgelegt hat, werden aus­drücklich gebilligt Jedoch werden eine Alenge von Beschwerden nnbhMbnhn«iei .2üe.{e' bie Grundfätze des Jungdeiitsch-

hP m.bh#r?Chrtrfh,re h Einzelnen Lrien durchgeführt werden, uiö- nflrn'i?nmtnh mh ubevaU Reugründungen von Vereinen

Ut b,C ^Ereinigung und Stärkung der bestehen- h6°XSe \u werden drei Mitglieder bei

AuSschnsseS beauftragt eine kurze Erklärung über da« Verhältntt 9|CuÄ^h.yi{o r!^a,»48UU? 3UII9beuU^^Ian^)blmb auszuarbeiten und beir und Begutachtung vorzulegen.

... 2"* Ort der nächsten Aurichußsitzung wird Leipzig be- ptier 6 e Vorberatungen zum Teut schen Turnfest h?prfurm.nirh xl10 eingehend Bericht erftatici. Al« Termin ^ier c?uI m- Aussicht geuommeiu

f^C h0? 0,6 ^ld) ou, Neueinführung von

^.urnicgcln ,ur da. ^.enischc ^urn.e'l beziehen, werden abgelehnt.