Ausgabe 
30.10.1912 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

:heiben- EHRE

Überall erMIflfch.

Auergesellschaft . Berlin 0.17

Nr. 256

Mittwoch, 50. Gttober 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universität- - Buch- und Cteindruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e<ö51. Redaktion: 12. Tel.-Adru?lnzeigerG»eßen.

Drittes Blatt 162. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. n . . J . .

Tie«ießeaer Zcnniliendlätter" werden dem I | »< Plg P| | R

.Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das < / M- w 6 DL SL L B. # a tV, <,

Krmblatt fir den Kreis Eiehen" zweimal fj V V V V W

wöchentlich. TielandwirtichafUichen Seit- r

aföemen monatli* jroeimal. fUF (DbCt^CjiCt!

die tVragc, warum gerade bei diesem

Ml. Hl

etwa 360 verwendete und nichi ver- einer jährlichen Anstellungszahl von

Anstellung besteht für sie inmlich aus Anstellung inrnöru' Anwärter bei ungefähr vier!

Ventiliert man aber

Salon

(echt Mahagoni)

1 Salonschrank

1 Tisch

1 Umbau

1 Sofa und 2 Sessel

2 Stühle

Küche / (pitch-pine natur uw I komplett h bei renommierter Mo.- können sofort evtl in!

-r 48237 an die An-.? irt a.M

Aus Stadt und Land.

Gießen, 30. Oktober 1912.

** D i e Ueberlandzentrale Gießen wird Ende November Heuchelheim, Klein-Linden und Allen- borf a. d. Lahn mit elektrischem Strom versorgen. Wieseck und Großen-Buseck werden Anfang Dezeinber mit Licht und Kraft versehen. Tie übrigen 14 Gemeinden, für die noch in diesem Jahre der Anschluß vorgesehen war, müssen allerdings darauf bis zum neuen Jahre verzichten, »weil die Wertleitung bei einzelnen Bewohnern dieser Orte Glicht das genügende Entgegenkommen gefunden hat. Zn fielen Füllen sträubt man sich, die Genehmigung zum Netzen der Masten zu geben und führt als Gründe für die Steigerung die tleinlichsten Bedenken an. Zn diesen Füllen ittuß das Enteignungsverfahren eingeleitet werden, wo-

er billiger und vor- ikunenz, direkt an

Ausserdem auch and Munition. Bel gen Sie bitte sofort leuWaflen-SsHil- ,viw_----

ga«- iilMMWI!' r.haji Qiu!«c>ii»oS'. _

Speisezimmer

(Eiche dunkel gebeizti {Büfett 2,10 m breit i Kredenz

1 Patent auszugtisch b Lederstühle

1 Dn-an

r^ie Lage der nichtangeftellten mittleren Juftijbeamten in hoffen.

Man schreibt uns:

3chon zu wieder holten Malen wurde der Verein mittlerer ''uftikbeamten Hckscns unter Darlegung der überaus ungün t qcn Anstellungsverhältniife, denen die nichtangcitellten Veamten dieser Kategorie unterliegen, bei Regierung und Landständen vorstellig loch so berechtigt und begründet auch alle ihre For­ti rungen sind, so vermögen sie cs nicht, ein Einsehen zu be- r Lfcfcn, wie hart und ungerechtfertigt diese im hessischen Beamten- : i m einzig dastehende Behartdlung eine Beamtenklasse treffen : ur, die doch auch so gut wie jede andere verpflichtet und gewillt ifr, ihr bestes Können In den Dienst bei Staates zu stellen.

Empfinden es andere Berufsklassen als unbillige Harte, wenn ii" nach bestandenem Examen noch ein volles Jahr auf Ver- Wendung warten muffen oder wenn sie erst 610 Jahre nach i - m Examen die feste Anstellung erreichen, wie ganz anders ifch und weit >,ied.rschmctterndcr müssen die trostlosen Ver : ndungS und Anstellungsverhältniiie der mittleren Justiz- I amten auf diese cinwirken. Im Alter von 28 Jahren (also nfit Jahre nach bestandenem Examen) dürfen auch sie einmal lirffen. endlich mit 1500 Mark Anfangsgehalt ohne Anspruch

ohnungsgeld verwendet zu werden eine Aussicht auf nur noch dem Ramen nach. Es warten

ehe

Brockelniühlen.Fiir ^rloffclqnctHcbeml- izentrifngt » aschinaschincn. e nur bei er, Gies«

....

9 XeuenBäue-

Diez n. d.L;V rh von bön d6 Beleihung '»» nd Depositenverkehr.

c

°°° V , Vers* deren tin Safeslvers, ikf«ö Settel % rzere ___

n,e komplehe

6 tinrichfunc äs

iB A

Güsters Ge?> .#* -giierUr - &'"««"de,u* J

5 rufe so unglaubliche Verhältnisse herrschen, so darf man zwar ;i cht von der Hand weisen, daß auch hier wie überall eine lieber- 'i llung besteht - es warten z. B. etwa 200 Aspiranten auf ' r wen düng lnickt zu verwechseln mit Anstellung). Richt an- l/'udbar aber ist diese Tatsache auf die wohl als Gerichtsschreiber irrrombeten, aber nicht angestellten Beamten es sind dies r a ei ähr 160 an der Zahl. Sie sind iiim weitaus größten Juil in einem Alter von 30 bis 36 Jahren und versehen schon rrt 10 bis 12 Jahren dieselben Dieustfunktionen wie ihre an- i sfellteu Kollegen, aber eine Sicherstellung ihrer Persönlichkeit in >iraukheits oder Todesfälle scheint seitens des Staates kaum > absichtigt. Werden sie dienstuntauglich ober sterben sie, so steht ihnen oder ihren Hinterbliebenen keinerlei Anspruch gegen bni Staat zu

Auch jetzt, nachdem das Reich seine Fürsorgegesetze durch rat neues Gesetz, das Angeftellten-Versicherungs Gesetz, vermehrt btt, soll, trotzdem die Versicherung der nichtangestellten mittleren Justizbeamlen dem Staate eine jährliche Mindest-Ausgabe von ttinxt 10 000 Mark verursacht, an eine vermehrte Anstellung dieser Siamten nicht herangetreten werden, obwohl dem Staate hierfür ir ivlge des Wegfalls der Versicherungsbeiträge kaum ,wch nennens- ir rte Opfer entstehen. Bedenkt man die Teuerung aller Lebens Verhältnisse, so wird man sich unschwer ein Bild machen können, lvöe entbehrungsreich die Lebensführung dieser Beamtenklasse bei rin em Einkommen von 1500 Mark bis 2100 Mark (behalt in einem Alter von 2836 Jahren sein muß, wenn man außerdem nrch berücksichtigt, daß diese Beamten von jetzt ab auch noch bir ihnen gewährte kärgliche Teuerungszulage von durckschnitt- lirb 100 Mark pro Jahr dazu aufwenden müssen, ihrer Versiche- ri.ngspf licht zu genügen.

Der Verein mittlerer Justizbeamten hat unter Darlegung dieser Verhältnisse sich im Laufe dieses Monats erneut an die Negierung und Stände mit der Bitte gewandt, endlich einmal dinrck Beseitigung des Mißverhältnisses von 160 provisorischen z> 132 desinitiven Stellen dem berechtigten Wunsck>e der An­wärter auf Sicherstellung ihrer Lebensstellung vermehrt wenn auch nicht vollkommen Rechnung zn tragen.

Kirche und Schule.

Ter neue Erzbischof von Köln.

Der bisherige Bischof von Munster, Dr. jur. Felix von Hartmann, wurde im Jahre 1851 in Münster geboren, steht also im 61. Lebensjahre. Rach einer längeren Studienzeit in Hom war er zunächst als Kaplan in Emmerich am Rhein tätig. 1N90 berief ihn Bischof Tingelsdad als seinen Geheimsekretär und Vaplan nach Münster. 1905 wurde er Generalvilar Am 6. Juni 1!911 wurde rr vom Domkapitel in Münster zum Nachfolger des verstorbenen Bisckwfs Dingelsdad gewählt. Am 26. Okt. v. I. nurde er von M'arbinal Fischer selbst im Dom zu Münster zum Bischof geweiht.

Einbekannter rheinischer katholischer Theologe, der die Ver- l iltnisse aufs genaueste kennt", schreibt derRheinisch-Wests. Zeitung" seine Ansicht über den neuen Erzbischof von Köln wie folgt:

Die Wahl des neuen Erzbischofs bedeutet die größte Ueberraschnng für die Führer der K ö lner Richt u n g. Die Wahl ist ein Beweis, daß Rom nicht gewillt ist, ihnen irgendwelche Konzessionen zu machen. Dr. Felix v. Hartmann auf den Kölner Erzbischossltuhl, heißt nichts anderes, als einen Vertreter der strengsten fitrialcn Richtung zum päpstlichen Wächter über die Kölner Richtung zu machen. Es ist zweifelsohne, daß die Wahl nicht die erste Willensäußerung des Kölner Tomkavitels darstellt. Schon im August wußte bereits der Mailänder liberale Corrierc della Sera, der sehr häufig durch die Prälatur direkt aus dem Vatikan bedient wird, daß die Kurie einen von dem Domkapitel in Aussicht genom­menen Kandidaten nicht wünsche. Dieser war Weihbischof Dr. Müller, entschiedener Anhänger der Kölner Richtung. Run hat Rom, wie die wiederholten außerordentlichen Sitz­ungen des Kapitels in den allerletzten Stunden beweisen, dem Kapitel seinen Willen aufgebrängt.

durch Wochen verloren gehen. Dabei ist die Hausinstalla- tion fast überall fertiggestellt und die Bewohner ivarten mit Schmerzen auf den Anschluß. Zn Alten.Buseck z. B hat nur ein Besitzer die Erlaubnis nicht erteilt, auf seinem Eigentum einen Mast zu setzen. Das Kabel ist aber gar nicht anders zu legen und es muß deshalb Enteignung eintreten. In einem andern Fall verweigert ein Besitzer das Ziehen der Kabel über seinen Grund und Boden, wodurch er in keiner Weise im landwirtschafklickten Betrieb behindert, aus reiner Feindseligkeit gegen die elektrische Beleuchtung. Wer den Segen der Elektrizität als billige Betriebskraft auch für die Landwirtschaft tennt, wird es nicht begreife« können, daß der Ausbreitung der Ueberlandzentrale solche Hinder­nisse bereitet werden.

Stadttheater. Die drei Werke A. StrinbbcrgS, die am Freitag den Inhalt dc8 ersten ,Kammerfpiel» abends* bilden, dürften in ihrer Zusammenstellung ein recht anschauliches Bild von der Eigenart des nordischen Dichters geben. In allen drei Stücken: »Samum*, »Die Stärkere' und ,Mck dem Feuer spielen' wirkt als Gast Fräulein Sybil Baue vom Leipziger Schauspielhause mit, die von ihren früheren Gastspielen als .Salome' und .Mclide' in den .Strandkmdern' hier noch im besten Andenken steht. Eine Wiederholung der Aufführung findet nicht statt.

Oberhessisch e Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturw. Abteilung. Die erste wissen­schaftliche Sitzung deS Wintersemesters findet Donnerstag, den 31. dS. MtS., im Hörsaale des Mineralogischen Institutes, Ludwigstraße 231, statt. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildet ein Vortrag deS Dr. Vogel von Falken st ein, Priootdozent aus EberSwalde: lieber klimatische Bodenzonen, mit besonderer Berücksichtigung der Schwarzerde. Gäste sind willkommen.

** Das 1. Volks-Abonnement-Konzert am 7. November in Steins Saalbau hier verspricht der geschickt ausgestellten Mu^ikfolge nach, einen genußreick-cn Abend. Schon die Ouvertüre zuLeo­nore" Nr. 3 von L. van Beethoven, die ^roße Anforde­rungen an die Kapelle stellt, wird in geradezu künstlerischer Vollendung uns zu Gehör gebracht werden. Ihr schließt sich dasKrönungskonzert" für Klavier mit Orchesterbeglei­tung an, wo wir einer Klavierfolistin von lsiervorragenoem Können und feinem Empfinden begegnen werden. Die Künstlerin ist eine Schülerin des im Jahre 1910 verstorbe­nen Professor Reinecke-Leipzig. Im zweiten Teil wird Frau Knib.be-Thiel sich mit einer eigenen Komposition einer Suite in 5 Sätzen den Konzertbesuchern vorstellen und diese selbst dirigieren. Daß Frau K.-Th. das Orchester mit souveräner Bel>errschung des Taktstockes dirigiert, darüber berichten unzählige Zeitungen nur einstimmiges* Lob. Den Schluß bildet die Meudelssohnsche OuvertüreRuy-Blas". Es ist nur zu wünschen, daß die Volks-Abonnement Konzerte sich ebenso gut ein führen, wie die beliebten Sommer-Abonne­nt ent-Konzerte.

Landkreis Gießen.

() Heuchelheim, 28. Okt. Die Leitungen für bas elektrische Licht, das wir von Gießen beziehen wer den, sind fast alle gelegt. Man hofft, daß das Licht noch im November brennen wird. Die jetzigen Straßenlaternen werden dann durch der Neuzeit entsprechende Lampen er' setzt. Hoffentlich folgt der elektrischen Lichtanlage bald die noch viel nötigere, schon oft besprochene Wasserleitung nach. Die vor einiger Zeit zwischen Heuchelheim unK Gießen gelegten' Fernsprechkabel sind nun im' Ge­brauch. Man ist schon daran, die überirdischen Drähte der Telephon- und Telegraphenleitungen zu entfernen.

D Lich, 29. Okt. Recht rege ist die Tätigkeit des seit wenigen Jahren bestehenden Volksbildungs - Vereins geworden. Besonders die Bibliothek im städtischen Hellwigschen Haus erfreut sich eines guten Zu­spruchs; sie ist nun etwa zwei Jahre eingerichtet und hat schon bald 3000 Bände ausgeliehen. Wie in den Vor­jahren werden in diesem Winter wieder Vortragskurse über zusammenhängende Themen abgehalten.

Kreis Friedberg.

8 Bad-Nauheim, 29. Okt. Die Wettertal­bahn läßt soeben hier eine Schutzhalle, die mit einer Fahrkartenausgabe verbunden wird, errichten Vom reisen­den Publikum wird das sehr begrüßt, denn seither waren die Leute, die auf den abgehenden Zug warteten, bet schlech­tem Wetter den Unbilden der Witterung ausgeliefert, was sich im letzten Sommer besonders empfindlich bemerkbar machte. Die Fahrkarten mußte man sich seither int Ge­päckwagen des Zuges lösen.

s Steinfurth, 29. Okt. Früher als sonst war es in diesem Jahre mit der Rosenernte zu Ende. Tie kalten Nächte zu Anfang dieses Monats vernichteten die noch massenhaft vorhandenen Blüten mit einmal. Es erwuchs unserem Orte daraus ein recht beträchtlicher Schaden. Jetzt ist man noch fleißig mit dem Versand der Rosen steck- linge beschäftigt, die bis ins Ausland, vor allem nach Rußland, gehen.

r. Reichelsheim i. d. W., 29. Okt. Bei der Mon­tag, den 28. d. MtS. stattgehabten Beig eordneten- Stichwahl wurde Wilh. Horrack II. mit 88 Stimmen zum Beigeordneten gewählt. Sein Gegenkandidat Karl Wilhelm Bopp erhielt 65 Stimmen. Ende voriger Woche wurde das in diesem Jahre erbaute Pfarrhaus bezogen. Die letzten Arbeiten an der neuen Lehrerwohnung schreiten rüstig vorwärts; sie ist jedenfalls in zwei Wochen beziehbar.

Kleine Mitteilungen. In Friedberg hielt nm Montag abend Tr. Emil Milan vom Deutschen Theater in Berlin zum Besten der Richard-Wagner-Stipendien-Stistuug einen Vortragsabend, der einen sehr guten Verlaut nahm.

Hessen Nassau.

? Rodheim a. d. Bieber, 29. Okt. Dem praktischen Arzt Dr. Reinhard Klingelhöfer wurde der Eharakter als Sanitätsrat verliehen Herr Klingelhöfer übt bereits volle 20 Jahre in unferm Bezirk seine Praxis aus. Durch seine Anregung ist ein Flottenverein im Bezirk Rodheim gegründet worden, der nahezu 200 Mitglieder zählt

g. Kirchhain, M. Okt -O h in, K (ein und W ohra sind wieder einmal über bie Ufer getreten und zwischen Grvßseell-eim bis zum Brückerwalde dehnt sich ein mäch­tiger See aus Wenn auch die Winterfluten im allge­meinen keinen so großen Schaden bringen, loinmt diese llcberflutung manchem Besitzer sehr ungelegen, da auf den Wiesen noch viel als Streuzeug geeignetes Futter stand. Die hiesige Rektoratschule wird an die bestehen­den Klassen zu Ostern 1913 die Obertertia angliedern. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörde ist bereits erfolgt Hierdurch ist die Bildung einer neuen Schulstelle erforder­lich, die voraussichtlich mit einer Hilfslehrerin besetzt wer- den soll. Zu Beginn des neuen Schuljahres wird bei dieser Anstalt auch der ungeteilte Unterricht eingeführt werden.

Gerich^saal.

Z Berlin, 30. Okt. Die folgenschwere Katastrophe des englischen RiesendampsersTitanic", die im Frühjahr des Jahres mehr als 1500 Menschen das Leben kostete, beschäftigt heute in einem interessanten Beleidigungsprozeß das hiesige äclröfiengerickst Berlin Mitte. Als seinerzeit bieTitanic" mit einem Eisberg zusarnrnenranitte, veröffentlichte bieWelt nm Montag" einen Artikel unter ber UeberschristDer tzlernütsrnensch Marconi". Tiefer Artikel enthielt schwere Anschulbigungen gegen Marconi und gegen ben Direktor ber Londoner Gesellschaft rfir drahtlose Tcle- siraphie Charles Isaacs, welche bie Ideen Marconis praktisch verwertet. In dem Artikel wurde auSgefülrrt, Marconi sowohl wie bie hinter ihm stehenbe Gesellschvst hätten es verftonben, die Titanic-Katastrophe, sowie den Schmerz uttb die Qual von Tausenden in bare Münze um zu setzen. Marconi habe selbst vor ber amerikanisckxm Untersuchungskommission in Washington zugcben müssen, baß bies mit seinem Wissen und Willen ge­schehen iei. Der Artikel befjajUJtetc weiter, baß ber Dampfer Karpathia", ber zuerst mit berTitanic" in brahtlose Ber binbnng getreten war, über ben vollen Umfang ber Katastrophe aufgeklärt war. Die Gesellschaft habe aber ben Funkentelegra- Phisten berKarpathia" bestochen, so baß er seine Mitteilungen nickt weitergab, sonbern sic ber Marconigesellsckwft zur materiellen Ausnutzung zur Verfügung stellte. Verantwortlich für biesen Artikel zeichnete ber Rebakteur Alfred Scholz. Marconi soivohl wie Charles Isaacs erhoben baraufhin Klage wegen Beleidigung aus bett §§ 185 unb 186 St. G. B. Mit der Vertretung ihrer Interessen haben sie die Rechtsanwälte Benno Sachs, Richard Moses, Dr. Herbert Fuchs, sowie Justizrat Leonhard Friedmann betraut. Tie Verteidigung des Angeklagten führt Rechtsanwalt Dr. Löwenstein. Von dem Angeklagten und seinem Verteidiger wird beabsichtigt, einen umfangreichen Wahrheitsbeweis an­zutreten.

handel.

Die europäische Rübenzuckerproduktion wird für die laufende Kampagne auf 8424 000 Tonnen ge­schätzt gegen 6 276 000 Tonnen im Vorjahr Die Menge der verarbeitetet: Rüben beträgt 57 277 000 Tonnen gegen 41947 000. Hiernach hat sich die Rübenernte gegen das Vorjahr um 36,5 Proz. unb die Zuckerproduktion um 34,2 Proz. vermehrt. Die Ausbeute, die im Vorjahr für die europäischen Rübenzuckerländer im Durchschnitt annähernd 15 Proz betragen hat, wird für die laufende Kampagne auf durchschnittlich 14,7 Proz. berechnet Von ber Rüben- ernte entfallen auf Dentschlanb 16 329 000 (im Vor­jahr 9 075 000), Rußlaub 13 634 000 (13 240 000), Oesterreich- Ungarn 11870000 (7 885000), Frankreich 6 354 000

(4 078 000) Ton nett, unb an ber Zuckerproduktion sind beteiligt Deutschland mit 2 606 000 (1504000), Rußland mit 1921 000 ( 20.54 000), Oesterreich-Ungarn mit 1 796 000 (1 146 000), Frankreich mit 870 000 (506 000) Tonnen.

Tie genannten vier Staaten liefern hiernach 85,4 Proz. der gesamten Rübenzuckerprodultion Europas, und speziell der Anteil Deutschlands beläuft sich auf rund 31 Prozent. Deutschland hat die führende Stelle, die' es im vorigen Jahre infolge der Mißernte an Rußland abtreten mußte, wieder erlangt. Die Ausbeute berechnet sich für Deutschland in der laufenden Kampagne auf 16 Proz., das sind 0,6 Proz. weniger, als im Vorjahr erzielt wurden. Rußland hat, wie aus obigen Zahlen ersichtlich, in diesem Jahr zwar etwas mehr Rüben geerntet als im Vorjahr, seine Zuckerproduktion bleibt aber hinter der vorjährigen zurück. Die starke Zunahme ber Probuktion Teutschlanbs, Oesterreich-Ungarns unb Frankreichs läßt die großen Nach­teile, bie bie neue Zuckerkonvention für bie Zuckerinbustrie dieser Länder hat, in neuem Lichte erscheinen. Durch die Erhöhung des russischen Ausfuhrkontingents ist diesen Län­dern der Absatz nach dem wichtigen englischen Markte wesentlich erschwert. Uebrigens sind in diesem Jahre z u m ersten Male in England auch Rüben gebaut und zu Zucker verarbeitet worden. Ihre Menge wird zu 35 000 Tonnen, die Menge des gewonnenen Zuckers zu 4000 Tonnen angegeben, was einer Ausbeute von 11,1 Proz. entspricht.

Büchertisch.

? nn 6 e V? * ' tungsgesc tz Einführung

unb Erläuterungen, herausgeg. von Prof. Tr. W. van Calker (Gl eßen). Ergänzungsheft vom Oktober 1912. Gießen, Alfred Töpelrnann. Dieser Nachtrag soll die in der Handausgabe von 1906 abgedruckten Gesetzestexte nebst den hierzu in der Einleitung und in den Anmerkungen gegebenen Erläuterungen nach den inzwischen erfolgten Aenderungen der Gesetzgebung richtig stellen Hauptsächlich waren hierbei- beiden Gesetze vom 3. Juni 1911 und die beiden Gemeindeordnungen (Städte- und Landgemeinde- ordnung), sowie die Kreis- und Prooinzialordnung vom 8. Juni 1911 zu berücksichtigen.

bester Glühkörper

Ml mit Aufschrift ^Degea^