Nr. 505
Die „Siebener ZamilienvIStler" werden dem .UnAMfler* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt ffir den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Ti» „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zwennal.
Zweites Blatt 162. Jahrgang
Erscheint täalich mit Ausnahme des Sonntags. O
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Dienstag, 24. Dezember 19X2
RotationSdiuck und Verlag der Brühl'schen UniversnälS • Bnch- und Ereindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Erpedttion unb Druckerei: Schul- straße 7. Exoeduion und Verlag: 51.
Redaktion:112. TeU-Adr.:'ZlnzergerGieven.
politische Tagesscbnu.
ES bleibt bei der Regentschaft in Bayern.
Nachdem Prinz Ludwig den Eid auf die Verfassung niö Regent geleistet hat, waren die Verhandlungen zwi schcir Negierung und Landtag wegen einer Einigung zur Renderung dos bestehenden Zustandes ins Stocken geraten In der liberalen Presse schiebt man die Sckmld daran dem Zentrum zu, das sich auffällig zurückhaltend gezeigt habe Run hat P r i n z r eg cn t L u d w i g alle weiteren Vorhand, lungen abgefchnittcn mit einem Bries an den Mi- nisterpräsidenten Frhrn. v. Her kling, indem er diesem seinen Dank aussprach und zum Sch'usse sagte:
Ich handle in diesem Sinne, wenn ich im Hinblick auf die Bewegung, die wegen der Regentschaftsfrage durch das Land geltt, es als meinen bestimmten Wunsch bezeichne, das; zurzeit von irgendwelchen Massnahmen zur Beendigung der Regentschaft abgesehen werden wolle. Es ist mir jedoch ein Bedürfnis des .Herzens, für die Acwcise loyaler Gesinnung und treuer Ergcbcnheik, loic sie bei Erörterung dieser Frage allseitig zutage getreten sind, meinen "innigen Dank zu entbieten Ich crfudic Sic, dies zur Kenntnis ”11 bringen. Mit huldvollsten Gesinnungen verbleibe ich Ihr wohlgeneigter Ludwig, Prinzrcgent von Bayern.
♦
Drr Bericht über da8 Gesundheitswesen des preußischen Staates für das Jahr 1911, der in der Medizinalabteilung des Ministeriums des Innern bearbeitet wird, ist soeben (Berlin, Verlagsbuchhandlung von Richard Schoetz) erschienen, und damit zn einem um etlva sechs Monate früheren Zeitpunkt als die bisher veröffentlichten Jahresberichte. Einige Tabellen, die nicht rechtzeitig beschafft werden konnten, werden im nächsten Jahre nachgeliefert. Die Gesamtsterblichkeit betrug im Berichtsjahre 17.91 auf 1000 Einwohner, hat also gegenüber den Jahren 1910 mit nur 16.19 und 1909 mit 17.11 wieder etwas zugenommen, ist aber günstiger als 1906 und die Jahre vorher. Die Zunahme wird auf die ungewöhnliche Hitze des Sommers 1911 zurückgeführt. Die Geburtenziffer hat sich mit nur 29.36 Lebendgeborenen auf 1000 Einwohner gegenüber 30.83 im Jahre 1910 abermals wie schon die Jahre vorher, vermindert. Die Bevölkerung wuchs so nur um 492363, statt um 581465 Personen im Jahre vorher. Bedrohlicher waren nur Tnphusepidemien, die allein im Herbst im rheinisch-westfälischen Industriegebiet 1800 Personen befielen. Insgesamt ergibt sich aber aus den Mitteilungen ein günstiges Bild von dem Stande der öffentlichen Gesundheitspflege in Preußen.
Line Reichztaqsersatzwchl.
Stolp (Pommerns 23. Dez. lVorläufiges amtliches Wahl- ergebnisO Bei der heutigen Reichstogsersatzwahl im Wahltrnfe Köslin I iStolp-Laueuburg j wurden insgesamt 24 453 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf Rittergutsbesitzer v. Bo eh n - Dentsck>-Buchow iKons.) 15 421) Vereinsdircktor Sch wu cho w-Steglitz (Fortschr Vpt.) 6464, Parteisekretär Sieck f cldt-Danzig lSoz.) 2389, Buchdruckercibesitzer Ezv z/ w s k i Danzig iPole) 330 Stimmen. Zersplittert waren 29 Stimmen. Vier Wahlbezirke stehen noch aus. Die Wahl v. Boehns ist gesichert.
Bei den letzten NcichstagSwahlcn haben die Konservativen ebenfalls int ersten Wahlgang den Wahlkreis behauptet und zwar mit 15 405 gegen 8707 volksparteiliche, 2781 sozialdemokratische, 978 nationallibcralc und 451 polnische Stimmen.
Veuticbes Neicd.
Vom Bundesrat.
In der am 21. Dezember unter dem Vorsitz des Staatssekretärs des Rcichspostamts abgehaltenen Plenarsitzung des Vunderates wurde u. a. dem.Entwurf einer Prüfungsordnung für Tierärzte zugestimmt.
Nus dem Reichstag.
Ter Abgeordnete Werner (Nesormpartei) wünscht in einer kleinen Anfrage Auskunft, ob bei einer etwaigen Blenderung der P c r s 0 lt a l 0 r d n n n g der P 0 st - und Telegraphen - Verwaltung die Differenzierung der aus dem Zivil- und Militäranwärterstandc hcrvorqcgangcnen Assistenten mit den maßgebenden Verwaltungsgrundsätzen in Einklang zu bringen wäre.
Sluslmifc.
In sieben Petersburger Knaben- und Mädchengymnasien wurden etwa 6 0 .V e r h a s t u n g c n vorgenommen und Propagandaschristen über „freie Liebe" beschlagnahmt. Die durch Haussuchungen erfolgte Aufdeckung gröbster Unsittlichkeiten sowie ein Anschlag gegen den Kultusminister hat ungeheures Aufsehen erregt.
Die Ausländer an deutschen Universitäten.
Heidelberg, 23. Dez. Die drei Forderungen der Eingabe der Heidelberger K l i n i k e r s ch a f t an die hiesige medizinische Fakultät vom 19. ds. Mts. sind von dem Dekan der Fakultät Professor Fleiner auf Grund eines Fakultätsbeschlusses vom 21. Dezember dahin besckneden worden, das-, entsprechend der ersten Forderung und der darüber bestehenden Bestimmungen zum Praktizieren in klinischen Anstalten fortan nur Studierende zügel a s s e tt werden sollen, welche die ärztliche Vorprüfung bestanden haben. Da bei strenger Durchführung dieser Bestimmung russische Studierende wahrscheinlich nicht mehr praktizieren dürfen, so könnte von der zweiten Forderung eines deutschen Sprachexamens für Ausländer abgesehen werden. Die dritte Forderung, die Zulassung zu den klinischen Instituten auf eine bestimmte Zahl zu beschränken, überschreite die Befugnisse der Fakultät.
2lus Scffctt.
91118 dem Finanzausschuß.
bs. Darmstadt, 23. Dez. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer wird am Dienstag, den 7. Januar, die Beratungen über den Voranschlag beginnen.
Die Toten im Jahre 19(2.
ii.
P arlamentarier. — Politiker. — Publizisten — Journalisten.
Januar: 30. Friedrich Stephany. Journalist, Chefredakteur der Vossischen Zeitung, geft. Berlin, 81 I. — März: 8. Fürst Lldam Czartoryski, ehern. Reichstagsabgeordneter, geft. Posen,
Mark Der 1000
kg wie folgt:
(+
2)
f+
(- 2)
(4-1)
M.
Fleischpreise in Gießen
der Land-
Rogge» 100 Kg. 18.25-00.00 Mk.
(- 2) H- 1.50),
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3)
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) 1) Dez.
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der wegen Jahr Ge- Gefängnis
(+ 1) (- )
190
193
193
199
195
197
190
196
Dez 171.75 (— 2.00i, Mai I 3.25 (- 0,25). Futtergerste: Sübruff. frei Hamburg unverzollt sckuvim. 139.0') (4- 3.50), De,. 136.75 (♦- 1.75). Mais La Plata schwim. 100.00 (— 1 00), Mired Tez.- Tlärj 108.50 lZ- 1.00) Alark.
Königsberg Danzig eirtiin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Veiuvfl Dresden Roüock Hamburg Hannover Düsseldorf Franküirt a. Mannheim Straßburg München
Tie Marktpreise für Vieh unh Frucht und die Gießener Fleisch- nut> Brotpreise am 23. Dezember 1912.
167 171
169
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181 182'/, 187« 2
184
Getreide-Wochenbericht
der Preisberickusstelle des 2 entfällt Landwirtschaftsrarö vom 17. bis 23. Dezember 1912.
Trotz der großen amerikanischen Erntezahlen, mit denen der Getreidehandel allerdings sckron längst gerechnet hatte, machte sich auf dem Weltmärkte für Weizen in der Berichtswoche eint festere Stimmung geltend Veranlassung dazu gab der Umstand, daß die westeuropäischen Bedarssgebiete, die sich bisher auf die notwendigsten Anschaffungen beschränkt hatten, mit etwas stärkeren Ansprüchen hervortraten. Da nun Rußland infolge spärlicher Zufuhren nur wenig und Überdies nur geringe Qualitäten offeriert, Argentinien aber trotz seiner günstigen Ernteaussichten mit Offerten zurückhält, so benutzen die Amerikaner die durch die gebesserte Nachfrage geschassene Lage, um ihre Forderun gen in die Höhe zu schrauben. Für Deutschland sprach außerdem noch der Umstand mit, daß die im Dezember erwartete stärkere Zufuhr vom Jnlande bisl)er ausgeblieben ist, während die Mühlen und die Händler bei den gedrückten Preisen mehr Neiglmg zu Anschaffungen bekundeten und die bisher sehr mäßigen Dezember-Au bienungen im Lieserungsgeschäft Deckungen veranlaßten Bei dem Mangel an gutem Weizen hat das angediente Material zum Versand nach Hamburg Ausnahme gefunden und es besteht weiter Interesse für solche, allerdings nur spärlich vorhandene Ware. Auch Roggen hatte während des größeren Teiles der Berichts - wochc feste Tendenz, da das Angebot sich in mäßigen Grenzen hielt, während £ic schwachversorgleu Mühlen etwas stärker zugriffen und auch zur Erfüllung früherer Exportabschlüsse Ware nach der Küste abgelenkt wurde. Hinzu kam, daß Andienungen bei den Mühlen Aufnahme fanden und im Zusammenhänge damit Deckungen vorgenommen wurden. Die dadurch hervorgerufene Preisbesserung lockte indes zum .Schluß wieder mehr Angebot hervor, und die Folge davon war, daß die zeitweise 2\\ Mark betragende Besserung für Dezember wieder verloren ging, während Mai sogar noch unc 1 Mark niedriger schließt als vor 8 Tagen. Auf dem Hafermarkte hat sich die Situation nur insofern ae bessert, als das Angebot etivas kleiner geworden ist, aber die Absatzverhällnisse lassen nach wie vor viel zu wünschen übrig, zumal die Händler ihre Bestände zum Jahresschlüsse nicht gerne vergrößern. Russische Gerste war wieder sehr fest. Man hat seit längerer Zeit viel vorverkaust, und da die Abladungen von Ruß land fortgesetzt mäßigen Umfang behielten, so machte sich leb Haftes Deckungsbedürfnis geltend und die Preise zogen um 2 bis 3 Mark an. Mais behielt bei um 1 Mark gesteigerten Forderungen ruhigen Verkehr.
f.eisch pr. Phmb 90—110 P'<u, Kalbfleisch pr. Pid. 92—96 Mg., Hammelfleisch rr. Pid. 70—90 Pfg., Kartoffel» pr. 1 0 Kg, 4.50 bis 5.00 Mk„ Weißkraut das Stuck 5 bis 10 Pfg^ Zwiebel» ver Ztr. 4,00—5,90 Alk., Milch das Liter 22 Pf.r. Russe 100
vermischter.
* Eine deutsche O f fiziersfrau in Indien verunglückt. In Bareilly in Indien ist die Witwe
200 1 8 207
. 210 212'/, 215 218
Hafer • (-
Weizen - (-
Mai 209.-5 < + 0.25), Pest ^lpril 196.70 (— 2.70), Liverpool März 161.45 (4- 0.70), Chicago Dez. 133.05 (-f- 3.00). Roggen: Berlin Tezbr. 174.00 (— 0.0»), fDlai 174.00 (— l/'O). Haier: Berlin
(— (- ( +
Pferde durch, der Wagen sn"tr;tenm und die Insassen wurden auf die Straße geschleudert. Frau v. Winsloe »var sofort tot. Die Leiche wird nach New-Port gebracht iverden. Der verstorbene Gatte der Verunglückten stammt aus jener englisch-deutschen Familie, der auch der erste im MTieg. 1870 71 gefallene deutsche Offizier angehörte, der badischo Dragonerleutnant Winsloe, der bei dem Ucberfall der Pa- tronille des Grafen Zeppelin im Sck)eurlcnhof von französischen Jägern zu Pferde erschossen imirbc.
Kleine Tagerchronik.
Aus Hamburg wird berichtet: Der Reich stagSabge- n e tc Semmler fuhr am Sonntag mit seiner Frau, seiner Tochter und fernem Schwiegersohn Dr. Schmidt im Automobil von Wohlsdorf nach Hamburg Im Orte Bramfeld versagte d i e Steuerung. Das Auto übcrKbhig sich und die Insassen wurden he r a u S g eschl en d e r t. Alle wurden verletzt. Frau Sckmidt erlitt einen Rippenbruch, Dr. Schmidt einen Nerven- d/i>L Das Auto wurde zertrümmert.
Markte.
ließen, 24. Dez. Marktbericht. 9hif heutigem Wochen- niarfte foftete: Butter das Pfand 1,30—1.40 Hühnereier 1 ?tücf 10—12 I fg„ 2 Stuck 00 Pfg., Enteneier 1 Stück 0—0 Psg., Gänlerier !St. 00 Pi., Löse das Stück 6—8 i-fa, Kasematte 2 Stück 5—6 pfg., Daube» vr Pr. 0,80—1/>0 Hühner pr. St. 1,00—1,60 Tif., Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 9M., Enten vr. St. 2,00— 3,00 Pik. Gänse das Pfd 70—80 Pfo^ Ochsensleisch vr. Pid. 92—100 1 fg.' Rindfleisch vr. Pümd 90—94 ^fg„ Uubfleisch 80 Pkg^ Schweine-
Roggen 165 (— 27,) 167',(-2^) 164 (+ 2) 162 ( + 2) 161 (- )
17l^(-r2X)
Es stellten sich die Preise für inländ. Getreide am letzten Markttage in Mark ver 1000 kg wie folgt:
Weltmarktpreise:« Weizen: Berlin
3 Monate Gefängnis.
Wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen oft Kindern unter 14 Jahren, sind angeklagt wirt G. F. in Leusel, der Taglöhner G. Pf. von und der Händler M. M. von Gelnhausen. F., Sittlichkeitsverbrechen vorbestraft ist, wurde zu einem fängnis, Pf. zu 6 Monaten und M. zu 9 Monaten verurteilt.
Im Wiederaufnahmeverfahren
Gicstcner Strafkammer.
Gießen, 12. Dezember. Bedrohung mit dem Gewehr.
Großes Aussehen bat ein Vorfall erregt, der im Frühjahr d I. >ich im Stadtwald bei Bad-Nauheim zutrug. Ter Land wirt Will). M. von Ober-Mörlen wartete hier, auf einer Bank fitzend, auf sein Fuhrwerk, als der Jagdpächter, der Major a. T. St. von Bad-Nauheim, auf ihn zutrat unb ihm wegen nicht an geleinten Hundes, der bei seinem Herrn saß, Vorhalt machte. Er verwies ihn auf die Bekanntmackning des Polizeiamts, wonach Hunde im Stadtwalde an der Leine geführt werden müßten, und' forderte ihn jur_ Angabe seines Namens auf. M. weigerte fiel) und wollte, den Hund am Halsband'aehmend, sich entfernen, als der Angeklagte St. in drohendem Tone fein Jagdgewehr auf ihn anschlagend, ihm znrief: 10 Schritte vor mir her auf die Polizei, sonst haben Sie es mit mfir zu tun. Er ließ zwar alsbald davon ab, die Eskortierung zu verwirklichen: allein sein Auftreten hatte genügt, M. einen solchen Schrecken einzujagen, daß e^ftd) in ältliche Behandlung begehen mußte. Tieser Vorfall trug St. eine Anklage wegen Nötigung und Körperverletzung ein. Das Schöffengericht verurteilte ibn auch im Sinne der Anklage: auf seine Berufung aber hob die Strafkammer das Urteil auf und erkannte lediglich auf Bestrafung wegen Bedrohung. Die von St. eingelegte Revision führte zur Aufhebung dieses Urteils und Rückverweisung der Sache an die Strafkammer. Die heutige Verhandlung endigte mit der Freisprechung des An geklagten. Tas Gericht ging dabei davon aus, daß nach ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung jedermann das Recht habe, die Peigönlrch^eit des auf sri.scher Straftat Betroffenen fcfUnftellen, unb baß der Angeklagte nicht bewußt rechtswidrig^gehandelt habe, wenn er auch zweifellos zu scharf vorgegangen sei.
Schicksale eines Versicherungsangestellten.
Ter Kaufmann Willi W. in Gedern war im Sommer d. Js. als Agent für die Versicherungsgesellschaft „Wilhelma" tätig. Da es ihm gelang, beträchtliche Versicherungen aufzunehmen, stellte ihn am 1. August d. Js. die Gesellschaft gegen ein festes Monatsgehalt von 75 Mk und Reisespesen als Agent an. Bereits am 1. Oktober wurde ihm aber für den 1. November gekündigt — es war monatliche Kündigung ausbedungen worden —, weil W. nicht erfolgreich genug arbeite. Zugleich wurde ihm in Aussicht gestellt, daß die Kündigung nicht als erfolgt gelten sötte, toenn er im Oktober für insgesamt 10 000 Mk. Versicherungen abschließe. Ta es ihm, nicht gelang, die gesetzte Bedingung zu erfüllen, fälschte er schließlich am 25. Oktober einen Versicherungsantrag über 10000 Mk. mit dem Namen eines Mannes in Gedern und reichte ihn bei der Generalagentnr in Frankfurt a. M. ein. Ter Betrug wurde aber alsbald entdeckt und Anzeige gegen ihn erstattet. Ta er außerdem in diesem Monat, in dem er kein Gehalt bezog, eine Prämie von 9.65 Mk. an die Gesellschaft nicht abgeliefert hatte, hatte er sich neben schwerer Urkundenfälschung wegen Unterschlagung zu verantworten. Tie Strafkammer billigte ihm mit Rücksicht auf die Notlage in der er sich befand, mildernde Umstände in weitestem Sinne zu und erkannte auf vier Wochen Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurden.
Rückfälliger Dieb.
Ter Bäckergeselle I. R. hatte in Friedberg einem Arbeitskollegen, der mit ihm ein Zimmer innehatte, zuerst 75 Mk., bann ein Portemonnaie mit 15.74 Mk aus einem offenen Koffer gestohlen. Er will dies nur aus Spaß getan haben, weil der Bestohlene trotz seiner Ermahnung den Koffer nicht verschlossen habe. Er wurde zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
Rückfälliger Dieb ist weiter der Arbeiter G. R. von Grünberg, der in Friedberg ein an der Hofreite des Kaufmanns Madre stehendes Fahrrad "tabl und es dann einem Arbeiter an der Balm für 15 Mk. zu verkaufen suchte. Strafe: 9 Monate Ges-ängnis. Ein Monat Untersuchngshaft wurde auf die Strafe angerechnet.
Bereits zweimal wegen Diebstahls vorbestraft ist der Taglöhner A. B. von Rödgen, der in Butzbach auf der Herberge ein Paar Schaftenstiefel stahl. Strafe:
67 — 26. Albert Träger, Reichstags- unb preiiß. Landtags
abgeordneter, xiduer unb Jurist, gelt. Berlin, 81 I — Jvsepd Geiger, Lanbgerick>tsrat a. D., ehern. Reichstagsabgeordneler, gest. ".tünchen, 70 I. 2lpril: 8. Joseph Aichbichler, batir. Ab geordneter, gelt. Wolnzach, 67 I. — 14. Henri Brisson, Präsident der tränt, ^evutiertenkarnmer, geft Paris, 76 I. — 16. Dr. Öcimburgcr, ehern, bad. Landtagsabgeordneter, geft. Karlsruhe
I — 26. Michael Flürsckwim, Bodenreformer, geft. k r I — Mai: 1. I. A Mordtmann, ehern. Ehefredakteur der UJiundwner Neuesten Nachrichten, geft Tarmftadt, 72 I. — ’ nnC’$' cbcm- Reichstagsabgeordneter, geft. Meiningen. nL-r" ^7 artin Peltasohn, preuß. Landtagsabga'rdneter, geft. wrlin, 63 I. — Juni 10.: Dr. Hermann Frhr. v. Ersfa, Praiident des preuß. Abgeordnetenhauses, geft. Schloß Wernburg 66 I. — Juli 23.: Dr. Witt, Rrick>stagsabgeorbneter, gest. Hönheim, 44 I. — September. 2. Georg Winter, Politiker, ■öegrünber des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, gest. '.'jiagbeburg, 56 I. — 18. Gaebel, ehern. Reichstagsabgeordneler, geft. Klessig. — 28. Graf Friedrich Wilhelm v. Limburg Stimm, ehern. Reichstags und preuß. Landtagsabgeordneter, geft. Groß- Peterwitz, 77 I. — Oktober: 8. Gayßling, preuß. Landtagsabgeordneter, geft. München, 53 I. — 9. Dr. Hermann Müller Lagan, ehern. Reicktstags- und preuß. Landtagsabgeordneter, gest. Berlin, 55 I. — 18. Oskar v. Normann, Reichstags- und vretly. Landtagsabgeordneter, geft. Sckstoß Barkow hei Greifenhagen, 68 I. — 30. D. Hackenberg, preuß. Landtagsabgeord- neter, geft. Hottenback).
Brotpreise in Gieße >r
Weißbrot 2 'tg. 56 L;tg., Schwarzbrot 2Ug.48 Ufg.
wurde die gegen den Tablöhner K. Fr. von Wetzlar im Sommer dieses Jahres wegen Diebstahls verhängte Gefängnisstrafe von 1 Jahr 9 Monaten herabgesetzt. Tenn es hatte sich die von dem AngeNagten nachträglich vorgebrachte Behauptung, daß eine der in seiner Vorstrafliste verzeichneten Diebstahlsvorstrafen nicht gegen ihn, sondern gegen seinen Bruder erkannt worden sei, als richtig herausgestellt. Da infolgedessen die Tat des Angeklagten nicht mehr als Rücksallsdiebstahl anzusehen war, ermäßigte die Kammer die früher ausgesprochene Strafe um ein Jahr.
7, Kg. 92—100 Pfg,
7» , 92—96 ,
7, , 90-110 ,
eines deutschen Offiziers das Opfer eines Unfalls getpor=
^CIt;-V$in ^C(-e9r^1- m/rbCt dem B. T : Die Witwe des ------- MI|| uus ,MCt « y(llI|e IÜ0
deutschen Maiorö Wrn s lo e, eine geborene Stone, dtel^ück 50-60 Psg„ ver Ztr. 0-00 Mk^ Birnen das Pfund 10 bis den Winter in Bareilly in Indien zubringen wollte, un- 15 Pfg., Aepfel der Zentner 10 bis 15 Mk. Marktzeit von 8 bis ternahm gestern eine Wagenfahrt. Unterwegs gingen die [ 2 Uhr.
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
Ochsen
Kälber Schweine
50 Ka. Schlachtgewicht 85—100 Mk.
', Kg. Schlachtgw. 98-114 Pf.
7. , , 86-88 ,
Getreidepreise in Mannhei m


