Ausgabe 
3.4.1912 Erstes Blatt
 
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ftnb Ämnbinotwnen, bie jeher Grundlage entbehren. Dre Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Kandidaten sind noch nicht abgeschlossen., endgültige Ausstellung eines Kandidaten für die Fortschrittliche Voltsparter erfolgt am zweiten Ostertage in Varel.

Aus Straßburg wird gemeldet: In tnrr zweiten Kammer wurde am Dienstag ein Antrag auf Errich­tung einer technischen Hochschule in Elsaß- Lothringen einstimmig angenommen.

In Eßlingen ist der frühere ReichZtagsabgeordnete im 5. Württembergischen Wahlkreise Brodb eck (Fortschr. Volksp.) im Alter von 62 Jahren gestorben.

Ausland.

Dem schwedischen Reichstage wurde der Gesch- entwurf der Regierung über das P o l i t i s ch e W a h l r e ch t bet Frauen vorgelegt. Der Gesetzentwurf bezweckt die Verleihung des aktiven und passiven Wahlrechts an grauen in gleichem Maße wie an Manner. Verheiratete grauen, deren Manner in den letzten drei Jahren keine Steuern bezahlten, sollen kein Wahlrecht haben.

DieDimes" meldet aus Schanghai vom 1. April. Sunyatsen und die provisorische Regierung haben in einer formellen Sitzung der Nationalversammlung ihre Aemter niedergelegt und ihre Siegel abgegeben.

3lus Statt unt Laut.

Gießen, 3. April 1912.

Juugdeutschlaud.

Durch Deutschland geht eine lebhafte Bewegung zu- gunsten der Arbeit an der Heranwachsenden Jugend. Endlich hat man erkannt, welch gewaltigen Vorsprung die meisten anderen Kulturstaaten durch planmäßige Arbeit aus diesem Gebiet gewonnen haben. Allerdings ist auch bei uns schon eine segensreiche Arbeit zum Wohle der Jugend geleistet worden. Seit fast hundert Jahren wirten die Turnvereine, seit Jahrzehnten haben sich die konfessionellen Vereine der Jugend angenommen, und in den letzten Jahren sind Jugendsportvereinigungen aller Art ins Leben getreten. Aber immer noch entbehren fast 75 Prozent der Jugend zwischen Schule und Heer einer planmäßigen körperlichen Ausbildung, immer mehr geht die Wehrhaftigkeit der Ju­gend zurück und immer größer ist die Zahl der kriminellen Jugendlichen geworden. Bitter not tut unter solchen Um­ständen in Deutschland eine planmäßige Arbeit an der körperlichen und sittlichen Kräftigung der Jugend, besonders in dem Alter zwischen Schule und Heer, und diese Arbeit fördern zu helfen, ist die Pflicht aller national gesinnten Elemente. Das Verdienst des Generalfeldmarschalls Frei­herrn v. d. Goltz ist es, diesen Gedanken in die Tat umge- setzt zu haben dadurch, daß er denBund Jung deutsch- land" schuf. . . . ..

Eine werbende, eine vereinigende und eine ergänzende Tätigkeit will der Jungdeutschlandbund auf dem Gebiet der Jugendfürsorge entwickeln: Werben will er für seine Ziele die der Jugendpflege fernstehenden Kreise. Gewinnen will er für die praktische Arbeit an der Jugendpflege die reichen Lehrkräfte, die in der Armee und in ihrem Beur­laubtenstande enthalten sind. Vereinigen will der Jung­deutschlandbund alle, die an der Erstarrung der Heranwach­senden Jugend in vaterländischem Geiste arbeiten, nament­lich die in diesem Sinne tätigen Vereine und Verbände. Diese zu fördern und zu unterstützen, ist eine seiner wich­tigsten Aufgaben. "Hier gilt es, die gemeinsamen 'Jnter- ej|cn zu vertreten, namenilich bei den Behörden, dafür zu sorgen, daß Turn- und Spielplätze in stärterem Maße wie seither angelegt und den Vereinen zur Verfügung gestellt und daß die militärischen Einrichtungen der Jugend ge­öffnet werden. Aber es gilt auck auf die Bedeutung dieser Vereine in der Schule und bei den Eltern aufmertsam zu machen, sowie endlich auch die von den einzelnen Vereinen gemachten Erfahrungen an die Allgemeinheit zu vermitteln. Die ergänzenoe Tätigkeit des Bundes ist darauf gerichtet, überall aufklärend zu wirken, besonders dafür besorgt zu sein, daß alle vaterländisch gesinnten Vereine der Erstar­tung der Heranwachsenden Jugend ihre Aufmerksamkeit schenken. Auch sollen die schwächeren Vereine gefördert werden, sei es in materieller Hinsicht, sei es durch Zufüh­rung von Lehrkräften. Wo sich die Notwendigkeit dazu er­gibt, soll auch die Gründung neuer Vereine unterstützt werden.

Auch in Hessen haben diese hohen Ziele des Jung­deutschlandbundes lebhaften Anklang gefunden. In einer aus allen Teilen des Landes zahlreich beiuchten Versamm- ung wurde am 31. Januar d. I. in Darmstadt ein Hesji- cher Landesverband Jungdeutschland als Glied des Ge- amtbundes gegründet, der sich durch einen Ausruf an alle kreise des Landes wendet, denen das Wohl der heran­wach jendenJugendamHerzenliegt^Fi^ die meisten Kreise

des Landes hat der Landesausschuß bereits Vertrauens­männer ernannt, die in ihren Bezirken als seine Organe die Interessen des Landesverbandes wahren und fördern sollen. In Offenbach hat sich nach einer gut besuchten öffent» liehen Versammlung aus den dortigen Vereinen bereits ein Ortsausschuß gebildet, in Gietzenist ein vorbereiten­der Ausschuß zusammengetrelen, und in den verschiedensten Orten find bereits im Anschluß an bestehende Vereine oder als selbständige Organisationen Jugendwehren entstanden.

Tie zahlreichen Anmeldungen von Mitgliedern und die vielen Anfragen aus allen Teilen des Landes, die bereits beim Verbände eingegangen sind, legen Zeugnis dafür ab, welches Interesse die Jungdeutschlandbewegung überall findet. Möge dem Landesverband die Mithilfe aller vater­ländisch gesinnten Elemente des Landes zuteil werden, damit es ihm gelingt, die hohen Ziele der Jungdeutschland­bewegung, den Plan der gemeinsamen Arbeit aller national gesinnten Elemente an der Erstarkung der Heranwachsenden Jugend auch in Hessen zu verwirklichen,

Landes Universität. Professor Dr. xllil. Walter Otto, Ordinarius dec alten Geschichte an dec Unwersitäl Greifswald hat einen Nus hierher als Nachfolger von Prof. Dr. M. L. Strack erhallen.

Ordensverleihung. Ter Großherzog hat dem Neallehrer Jriedr. Heusel an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey und dem Neallehrer Hch. Engel in Wimpfen auS Anlaß der Versetzung ui den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

Lehrerpersonalien. Uebert ragen wurde dem Lehrer Sing. Greb in Zwingenberg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, dem Schulamtsaspiranten Hch. Wolff aus Ober-Olm eine Lehrerstelle an dec Gememdeschule zu Bürstadt.

** Das Landgraf-LudwigS-Gymnasium zu Gießen war einschließlich der Vorschule im Schuljahre 1911/12 von 376 Schülern (darunter 9 Schülerinnen) besucht. Von den 362 Schülern, die am 15. Mai 1911 das Gymnasium besuchten, waren 307 evangelisch, 33 katholisch, 28 israelitisch und drei anderer Konfession; 304 waren aus Gießen, 51 aus anderen hessischen Orten und 16 auS anderen deutschen Staaten. Die Reifeprüfung haben 15 Schüler bestanden. Davon widmen sich dem Studium der evang. Theologie 3, der Rechtswissenschaft 2, der Heilkunde 4, dec Geschichte einer, dec Forstwissenschaft 2 und der Handelswissenschaft einer; je einer wird Offizier und Marineoffizier. Als Beilage zum Jahresbericht liegt der erste Teil einer Abhandlung von Dr. Willy Gundel über die naiven, religiösen und philosophischen Anschauungen vom Wesen und Wirten der Sterne bei.

SHeue Per sonenzüge auf der Bahnlinie GießenFulda: Am 1. Mai werden auf der Strecke Gießen-Fulda zwei neue Personenzüge zur Einführung ge­langen und zwar Pz. 527 Abfahrt von Gießen 335 nachm., Ankunft in Fulda 617 abends, sowie Pz. 528, Abfahrt von Fulda 701 vorm., Ankunft in Gießen 944 vorm. Tie beiden Eilzüge auf der Strecke GießenFulda (Eilz. 528 Fulda ab 246 Gießen an 457 nachm., sowie Eilz. 527 Gießen ab 216 Fulda an 424 nachm.) werden andere Numerierung erhalten.

Ausführung von Kalisalz-Analysen. Der ReichSanzeiger^ veröffentlicht die Versuchsanstalten und Öffent- Uchen Handelschenuker, die für das Rechnungsjahr 1912 zur Ausführung von Kalisalz-Analysen zugelassen worden sind. Darunter befindet sich die Landwirtschaftliche Versuchs­station für Hessen in Darmstadt.

* * Abgaben für Fa hrrader usw. In den ersten 10 Tagen des April können die Abgaben für Fahr­räder, Automaten, Vtusikwerke usw. noch ohne Kosten bezahlt werden. Die Interessenten tun daher gut, möglichst alsbald unter Vorlage der früheren Steuerkarten ihre Abgabe bei dem Kreisamt zu entrichten. In derselben Zeit können auch noch Fahrräder unter Rückgabe der Nummccplatte ab­gemeldet werden.

"Wahlen zur Eisenbahn-BetriebSkra nken- kasfe. Von den nicht dem Trierer Verband angehörenden Eisenbahnbediensteten sind folgende Kandidaten für die E.sen- bahn-BetriebSkranlenkassen aufgestellt worden: Karl Zorn, Güterabf. Gießen; Friedrich Otter, Bahnhof Gießen; Karl Schmulbach, Bahnmeisterei V Gießen; Georg Dreher, Bahn- hoj Lang-GönS, und Friedrich Jung, Bahniueisterei I Gießen.

* Stenographie. Am Montag, 15. Avril, beginnt der Gabelsberger-Stenographen Verein sein neues

manchem Scherz und noch mehr Mißverständnissen Veranlas­sung gab.

So beendete Fritz sein militärisches Tienstjahr fröhlich, frisch und mutig, und doch war es ein schwereres Jahr gewesen, und sein Leben hatte an einem sehr dünnen Faden gehangen. Aber wie seltsam! Diese ernste Krankheit hatte trotz ihrer Gefahr meinem Bruder ein großes Geschenk gebracht: ein halbes Jahr vollständiger Freiheü, wo er ganz auf sich allein gestellt, ohne von der Universität, ihren Lehrern oder Kollegien beeinflußt zu sein, ohne auf Studien und Verkehr, an dem ihm nichts lag, Zeit verschwenden zu müssen, befreit von dem drückenden mili- tärischen Dienst, nur sich und seinen eigensten Bestrebungen leben tomile. Wie wendet sich nun sein ganzer Eifer philosophischen Problemen zu, wie bekommen selbst die philologischen Arbeiten fast unwillkürlich einen philosophischen Hmtergrund.

Vielleicht hat doch der Mensch sein typisches Erlebnis? Noch einmal erscheint im späteren Leben meines Bruders die Krankheit al- die Befreierin von einem drückenden Zwang, als die grausame, gefährliche Führerin zuNietzsche mit sich allein".

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--Bonderenglischen Südpolarer peditivn. Zu der bereits vorgestern mugeteilten Ankunft derTerra Nova" m Akaroa wird uns aus London weiter gemeldet: Wie die Zei­tungen melden, ist dieTerra Nova", das Schiff der antark­tischen Expedition Scotts, am 1. April morgens in Akaroa in Neu,eeland eingetroffen; aber weder Kapitän Scott noch seine Mannsck-aft besanden sich auf dem Schiffe. Ter Kapitän des Schiffes überbrachte eine Meldung von Scott, wonach er noch einen Winter in der Antarktis Aubrmgcn wolle, um seine For­schungsarbeiten zu vollenden. Tie letzten Nachrichten, die in Mac Murdo^sund, der Cperationöbaiu« der Scottschen Expedi- tion, eingetroffen waren, lauteten dahin, daß er er am 3. Januar einen Punkt 140 englische Meilen vom Südpol erreicht Halle und im weiteren Vorräten begriffen war. cpaiere Nachrichten, etwa daß Scott den Südpol gefunden Härte, Ijatten DieTerra Nova" nicht mehr erreichen tonnen, da sre gezwungen war, die Roß- See zu verlassen, bevor sie zufror

Emin Paschas Nachlaß. TaS Hamburger Kolonial-Jnüitut hat den gesamten schristlicyen Nachlaß Tr. Emin Paschas erworben. Es handelt sich iun sechs Bände Tagebücher vom 15. Oktober 1874,

also von der ersten Ausreise nach Afrika an bis zum 23. Oktober 1892, dem Tage der Ermordung des Forschers. Außerdem sind noch e l f B ä n 0 e ober Pakete mit w i s s e n s ch a ft 1 i ch e n A u f - zeichnungen verschiedenster Art vorhanden. Tas Kolonial- Jnstitut beabsichtigt die Veröffentlichung des Nachlasses.

Tiegroße F r ü h l i n g s s a i s 0 n" der Pariser Oper. Im Mai und Juni, wird die Pariser Große Oper eine große Frühlingssaison veranstalten, bei der in besonderen Fest­aufführungen in erster Linie die Werke ausländischer Meister zu Gehör gebracht werden sollen. Tie Feste werden mit der Aus­führung von MassenetsRoma" eröffnet, vom 7. bis zum 30. Mai spielt dann die Große Oper von Atome Carlo in Paris, wobei zum erstenmal in der Seinestadt BottosMephfftopheles" mit Schaljapin in der Titelrolle aufgeführt wird. Ten Höh^ punkt soll dann die Aufführung des Ringes der Nibelungen und von Tristan und Isolde bieten. Tas Rheingold, die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung werden dabei von Felix von Weingartner dirigiert, während bei den Aufführungen von Tristan und Isolde Ni lisch am Tirigentenpult der Pariser Großen Oper erscheinen wird.

Max Bohrhammer, der bekannte Charakterdarsteller des Franlfurter Schauspielhauses, der sich auch hier in Gießen großer Sympathien erfreut und kürzlich mit großem Erfolg als Shylok und Carlos (Clavigo) jn Luzern gastierte, wird dem Frankfurter Schauspielhaus erhallen bleiben, nachdem ihm der jetzt abgelaufene Vertrag abermals erneuert wurde. Gleichzeitig erfahren wir, daß Herr Bayrhammer im kommenden Winter auch in einem hiesigen Verein wieder auftreten wird.

Ein schwerer Schlag. Im Washington Herold lesen wir:Was ist mit Ihrer Frau nur los, sie ist ja ganz nieder- gebrochen?"Ein schwerer Schlag!"Was ist denn geschehen?" Mein Gott, geifern ging sie zu einer Versteigerung von Trödel- waren, eS war schrecklich heiß, sie nahm ihren neuen Hut ab, Icßte ihn beiseite und dann kam plötzlich einer und versteigerte ihn für 35 Cents. .

T Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- ichaft. Mil Beginn des 2omm>.rsemesters wird in der Kunst- idjule des -slaixischen Institute zu Frantfurt a. M. ein Meister- 'euencr jur Bildhauerei für Damen eröffnet. Tie Leitung 5a Bildhauerin Fcl. ilouije Schmidt übertragen worden.

PeremSfabr mit der Tmchsührung seines Sommer-Unlerrickst-- planes, der neben Kursen in der Stenographie für Anfänger und Fortgeschrittene auch solche für Französisch und Mafchmemcvreiben enthält. Wir wollen nicht verfehlen, bei dieser Gelegenheit darauf auimertfam zu machen, welchen hervorragenden Singen Die Kennt­nis dec Stenographie jedem junge» Raumunm und jebem umgen Bureanbeainten bringt, wie immer mehr sich die Nach rage nach chnellschn ttundigen jungen t'euleu hebt und wie immer wieder viele oie Er'ahrung machen müssen, daß sie weiter gekommen luaren oder daß ihnen diese oder jene Stelle sicher geiveien tväie, wenn ne hätten stenographiereii können. Deshalb kann nicht ost genug den Eltern der alljährlich dem Kaufmanns- oder Bureauberuf zu- trömenden jungen Leuten geiaten werden, ihren Kindern etwas mit auf den Lebensweg zu geben, das iljuen unter allen Umstanden, wenn auch vielleicht nicht sofort, dann aber immer spater zu ge­legener ^ett, ein Mittel zum Borwäriskommen jem wird, nämlich oie Kenntnis der Stenographie. (Siehe die Anzeige des Gabelsberger- Ltenographen-Pereiiis.)

92 9 6, nicht 7276 Pfennig, wie gestern infolge eines Schreibfehlers berichtet wurde, ist zurzeit der ft dl b er» preiS, den unsere Metzger anlegen müssen.

Lanlttreis Gießen.

Ettingshausen, 2. April. Bei der gelinden Witterung sind die FeldberelnigungSarbeilen diesen Winter einen bedeutenden Schritt vorwärts gekommen, indem cm großes Stück Feld drainiert wurde, ja gerade doppelt so viel, als zuerst vorgesehen war. Tie Drainagekosten werden sich bis jetzt auf 45 uUO bis 50000 Bit. belaufen. Es bleibt für nächsten Winter nur noch l/i des Geländes zu bromieren. Gehen die Arbeiten so weiter, so wird schon im Herbst 1914 die Uebergebung der Grundstücke an die neuen Eigentümer tattfinden.

TraiS-Horloff, 2. April. Am 1. April wurde der an der Bahnstrecke GießenGelnhausen gelegene Per- onenhaltepunkt Trais-Horlosf als Ladestelle für den Wagenladungsverkehr der an g es ch l 0 s s e nen Werke eröffnet. Dec Bahnhof liegt 3,40 km von Hungen und 3,01 km von Ober-WidderSheun und besitzt keine Rampe.

Kreis Büdingen.

§ Hirzenhain, 2. April. Durch die Umsicht des Zugperjonais wurde gestern ein Unfall verhütet. Em hiesiger Mann fuhr mit einem mit Stroh beladenen Wagen am Krieg erd en tmal über das Bahngeleise, als der hier 11.30 Uhr nach Gedern abgehende Personenzug daherlam. Der Zug konnte unmittelbar vor dem Wagen zum Stehen gebracht werden. Derartige Uebergünge Nebenbahnen, )ie in der Nähe von Bahnhöfen liegen, gehörten mit Schran­ken versehen zu fein.

§ Dauernheim, 2. April. Gestern mittag kam die telegraphische Nachricht, daß die seither bei ftarl P.ann- ftiel im Tienste stehende Magd Lina Reuter ein Geständ­nis abgelegt hat, die beiden Brände angelegt zu haben.

Kreis Schotten.

I. Ulfa, 2. April. Die Wohltat einer Wasserlei­tung wird unserer Einwohnerschaft mit verhältnismäßig geringen Kosten zuteil, die dem Einzelnen für die Wasser­abnahme erwachsen. Nach Anhörung von Sachverständig en wurden durch den Gemeinderat nachstehende Taxen fest­gesetzt. Als Grundtaxe für jedes Haus bezw. jede selb­ständige Familie gilt der Betrag von 7 Mt. Außerdem werden erhoben für jede Person 80 Pfg., für jedes Stück Rindvieh 90 Pfg., für jedes Schwein 30 Pfg. und für jedes Schaf 10 Pfg. Als ein Mißstand wird bereits letzt empfunden, daß mit dem Bau der Wasserleitung nicht gleich die Kanalisation der Straßen ausgeführt ist, zumal bei gleichzeitiger Ausführung der beiden Arbeiten bedeu­tende Kosten erspart worden wären.

Kreis Friedberg.

X Friedberg, 2. April. Na^dem in Bad-Nauheim der Blumenpflege durch Schulkinder schon seit Jahren die größte Aufmerksamkeit geschentt wird, will man auch hier mit praktischerBlumenpflege beginnen. Durch den Lbst- und Gartenbauverein wurden an die älteren Mädchen der Stadt- und Schillerschule eine größere Anzahl Topf­pflanzen zur Pflege während der Sommermonate vertettt. Im Herbst werden dann die bestentwickelten Blumen mit Preisen bedacht.

X Bad-Nauheim, 2. April. Zu den ältesten Ver­einen am Platze zählt die hiesigeKonkordia". Der Verein feiert in diesem Jahre sein 50jähriges Jubi­läum in größerem Maßstab. Derzeitiger Dirigent ist Musiklehrer L. Marguth. Da die Umbauten am Bahn- Hos bis zur Ankunft der Kaiserin nicht fertiggefteltt sind, wird am alten Güterbahnhof ein besonderer Emp- l angspavillon errichtet. Er ist gestern eingetroj,en.

Nieder.Wöllstadt, 2. April. Dec dienst, älteste Polizeidiener Hessens, Herr Bechtold von hier, trat gestern nach 55jahriger Tätigkeit im Alter von 80 Jahren in den Ruhestand. Der Gemeindecat hat be- schloffen, ihm in Anbetracht seiner treuen Dlenstfühcung den biöhertgen Gehalt lebenslänglich auszuzahlen.

k«. Ober-RoSbach, 2. April. Die hiesigen Wald, arbeiterinnen haben mit Beginn dieser Woche die Arbeit niedergelegt. Sie erhalten für den ganzen Tag 1,50 Mk. Tagelohn und müffen eine Stunde well bi8 zur Arbeitsstätte gehen. Sie verlangen 1,80 Alk.

Siarienbuig und Rheinhessen.

Darmstadt, 2.April. Prinz Georg von Griechen, land ist, n. d. .Tarmst.Ztg.^, heute vormittag 10Uhr 56Min. zum Besuch im Neuen Palais erngetroffen.

rb. Darmstadt, 3. April. In der Färberei und Wasch­anstalt Reich in der Pallaswiesenstraße eniitanb heute vormittag anscheinend durch Selbstent-Ündung eine Benzinexplosion, durch die der Färber W. Krüger erheblich verletzt wurde. Der durch die Exploswn entitanbene Brand tonnte bald gelöscht wer­den. Im Zusammenyang mit der Angelegenheit Wag- ner-Soxlety Halle Geheimrat Wagner gegen die Witwe seines verstorbenen Afsfflenten Dorsch eine Anzeige wegen Erpref- sung erhoben. Die Staatsanwaltschaft hat nunmehr beantragt, das Verfahren einzu st eilen.

m. Offenbach, 2. April. Die Oberhesjische Milchzentrale in Wenigs beabsichtigt dre Mckchoer- sorgung für das gesamte Offenbacher Stadtgebiet zu über­nehmen und war deshalb oei der Stadtverwaltung vor­stellig geworden. Die Gesellschaft verlangte von der Stadt die Stellung der Pferde für den Milchtransport und will da- gegen dre Milch um 1 Pfg. das Liter billiger verkaufen als Die hiesigen Milchhandier. Tie Butter sott das Pfund um 10 P,g. unter dem sonstigen Tagespreis verkauft werden. Der VerianungsauLichuk lehnte das Angebot ab, da da­durch die hiesigen Milchhändler und sonstige Interessenten eine erhebttche Schädigung erfahren würden. Nach der Tenkfchri t üoer die letzte kommunale Arbeitslosen­zahlung belief sich die Zahl der Arbeitslosen auf 591 Personen und zwar 543 männlichen und 48 weiblichen Le-